Read: 1999 Apr 27, Krise im Kosovo


Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Sekretariatsabteilung



27. April 1999
Betrifft: die Krise im Kosovo

Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat Ihre E-Mails vom 18. und 20. April 1999 erhalten, die um
Führung baten bezüglich der Art und Weise wie Sie auf politische Spannungen um den Krieg im
Kosovo reagieren sollten und hat uns gebeten, folgende Antwort zu schicken.

Sie sagen, daß es viele verschiedene Gruppen in... gibt, die die Medien beeinflussen, "unterschiedliche
Schattierungen und Versionen derselben Vorkommnisse vorzustellen" und daß Sie "eine klare und
einheitliche Sehensweise" fordern, "denn mit derart komplexen internationalen Beziehungen und
Vorkommnissen umzugehen beinhaltet viele politische Aspekte, Fragen und Diskussionen".

Es ist klar, daß Bahá'í es vermeiden sollten, in Machenschaften von "tile" (? Ziegel, Angströhre ?)-
Partisanen, die diese tragische Situation umgeben, hereingezogen zu werden und ihre Bemühungen
darauf konzentrieren sollten, die heilende Botschaft Bahá'u'lláhs zu verbreiten. Zu Ihrer Information
teilen wir Ihnen den folgenden Auszug eines kürzlich im Auftrag des Universalen Hauses der
Gerechtigkeit an eine Einzelperson, die in Jugoslawien Verwandte hat, geschriebenen Briefes mit.

Sie sind sehr weise gewesen in Ihrer Entscheidung, sich nicht politisch in diese Angelegenheit
einzumischen oder Stellung zu beziehen. Diese Weigerung Ihrerseits zeigt die Tiefe des Glaubens, die
Ihre größte Kraftquelle in diesen schweren Zeiten sein wird. Denn die damit verbundenen
Angelegenheiten sind zu komplex, um einfach von irgendjemandem auf der Grundlage familiärer oder
nationaler Bindungen entstandener Gefühle völlig verstanden werden zu können. Dies bedeutet aber
nicht, daß Sie hilflos sein sollten. - es gibt Gelegenheiten, Unterstützung anzubieten, die den Opfern
des Konfliktes Erleichterung bringen, welcher Nationalität auch immer sie angehören sollten... Ihre
eigene, unparteiische Einstellung inmitten dieser komplizierte Angelegenheit kann die Quelle
moralischer Ermutigung für andere wie Sie sein, die gefährdete Verwandte und Freunde haben. Es gibt
außerdem die Kraft des Schutzes und der Lösung, die durch persönliches und kollektives Gebet
hervorgerufen werden kann. Schließlich, wie Sie selbst vorgeschlagen haben, bietet die Situation eine
Gelegenheit, die Sache Gottes zu lehren, die die einzige Hoffnung für eine zukünftige Welt der Einheit
und des Friedens darstellt.

Als Antwort auf allgemeine Fragen zum Auftreten katastrophaler Geschehnisse gegen Ende des 20.
Jahrhunderts verweisen wir Sie an das Statement "Frieden unter den Völkern", das am 8. März 1999
allen Nationalen Geistigen Räten durch das Öffentlichkeitsbüro der Internationalen Bahá'í Gemeinde
zugesandt wurde. Insbesondere das letzte Kapitel, das unten aufgeführt wird, bezieht sich auf die
gegenwärtige Zeit der Umwandlung, in welcher wir uns befinden.

Die Bahá'í Schriften weisen darauf hin, daß der Frieden unter den Völkern im 20. Jahrhundert errichtet
werden wird; sie sagen jedoch, daß eine allgemeine Unruhe und schreckliche Umwälzungen die
Umwandlung von einer kriegerischen in eine friedvolle Welt kennzeichnen werden, sie sagen aber
nichts zum Vorkommen irgendeines besonderen Ereignisses einer Umwälzung politischer oder sozialer
Art zum Ende des Jahrhunderts. Es ist unzweifelhaft, daß die Veränderungen, die zu einer Welt der
Einheit führen, Bestrebungen der Gegnerschaft hervorrufen werden, die ihre Wurzeln in halsstarrigen
Angewohnheiten des Chauwinismus und Partianentums haben, die sich weigern, sich den Erwartungen
eines neuen Zeitalters zu fügen. Das peinigende Leiden, verursacht durch solche Zustände wie Armut,
Krieg Gewalt, Fanatismus, Krankheit, Verfall der Umwelt, das eine Menge Menschen betrifft, ist eine
Folge dieser Opposition. Daher, ehe der Frieden der Völker zu einer allumfassenden Wirklichkeit reift,
muß er schwierige Stufen durchlaufen, nicht unähnlich derer, die einzelne Völker erlebten, ehe ihre
innere Konsolidierung erreicht wurde. Daß aber dieser Prozeß weit fortgeschritten ist, kann kaum
geleugnet werden.

Es ist zu hoffen, daß diese Information Sie unterstützen wird in Ihren Bemühungen um ein tieferes
Verständnis der Vorkommen, die gerade geschehen. Mögen Ihre ergebenen Bemühungen, die
wichtigen Interessen der Sache in ... zu fördern durch Gott unterstützt und bestätigt werden.

Sekretariatsabteilung







Hamburg, den 10.6.2003 (uhg8908.bot) übers. Franziska Engel Seite: 2



Hamburg, den 10.6.2003 (uhg8908.doc) übers. Franziska Engel Seite 1

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