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178 September 1984 - 20. Jahrestag der Einweihung des Muttertempels von Europa

Wir sind mit unseren Herzen bei Ihnen, wenn Sie den zwanzigsten Jahrestag der Einweihung des Muttertempels von Europa feiern, und unsere Gedanken sind bewegt, wenn wir über den geistigen Einfluß nachsinnen, der von diesem vornehmen Gebäude auf die Arbeit in Deutschland und Europa schon ausgegangen ist.

1953, nicht lange nach den Jahren der Unterdrückung und des katastrophalen Krieges, wurde die deutsche Bahá'í-Gemeinde, die schnell neue Kraft und Zusammenhalt gewann, vom geliebten Hüter beauftragt, dieses Haus der Andacht als eines der Ziele des Zehnjahres-Kreuzzuges zu errichten, eines Kreuzzugs, der die Botschaft Bahá'u'lláhs in die entferntesten Winkel der Erde tragen sollte.

Mit Entschlossenheit und großer Anstrengung, unzählige Schwierigkeiten überwindend, meisterte diese tapfere Gemeinde ihre Aufgabe, und etwa 1 500 Bahá'í aus vielen Ländern fanden sich in den ersten Monaten des Neunjahresplans zusammen, um mit der Hand der Sache Gottes Amatu'l-Bahá Rú.híyyih Khánum, der Repräsentantin des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, an der Einweihung dieses geheiligten Gebäudes teilzunehmen.

Die ursprüngliche Absicht des Hüters war, während des Zehnjahres-Kreuzzuges noch ein anderes Haus der Andacht zu errichten, nämlich in Teheran, dem Geburtsort der Gesegneten Schönheit. Der Kreuzzug hatte kaum begonnen, als die Angriffe der Fanatiker auf die Sache Gottes dazu führten, daß dieses Ziel verschoben werden mußte. Stattdessen wurden zwei andere Tempel errichtet: in Kampala, Uganda und in Sydney, Australien.

Zur Zeit entsteht in Neu-Delhi, Indien ein weiterer Tempel, und erst vor zwei Wochen wurde der Muttertempel der Pazifischen Inseln in Apia, West-Samoa, in der Gegenwart von Amatu'l-Bahá Rú.híyyih Khánum und Seiner Hoheit Malietoa Tanumafili II., des ersten regierenden Monarchen, der dem Ruf Bahá'u'lláhs gefolgt ist, eingeweiht - ein Ereignis von unabsehbarer Bedeutung für die Ausbreitung des Glaubens in diesem weiten, aufnahmebereiten Gebiet.

Die Einweihung des Muttertempels von Europa bildete vor zwanzig Jahren den größten Trost für die Herzen der Bahá'í, die noch nicht einmal ein Jahr zuvor hatten zur Kenntnis nehmen müssen, daß der erste Mashriqu'l-Adhkár der Welt in `Ishqábád, Turkmenistan aufgrund der schweren, durch Erdbeben und starke Regenfälle verursachten Schäden abgerissen werden mußte. In den Folgejahren entwickelte sich das Haus der Andacht in Langenhain zum Brennpunkt der Bahá'í in Europa, zum strahlenden Mittelpunkt, von dem der Geist des Glaubens auf den ganzen Kontinent ausströmt.

Im Verlauf der letzten fünf Jahre hat die iranische Bahá'í-Gemeinde furchtbarere Schläge und größere Entbehrungen erlitten als je seit dem Heroischen Zeitalter des Glaubens. Die Bahá'í-Gemeinden Europas standen im Beistand für ihre verfolgten Brüder an erster Stelle; sie haben die Sympathie von Regierungen und Medien erlangt, deren Bekundungen des Abscheus zweifellos dazu beigetragen haben, die Fanatiker im Geburtsland des Glaubens etwas zu zügeln.

In unmittelbarer Zukunft liegen große Aufgaben vor den europäischen Bahá'í. Der Siebenjahresplan nähert sich seinem Ende, und seine Ziele müssen erreicht werden - Ziele, die dazu bestimmt sind, die Verankerung des Glaubens in jedem Land zu stärken und den Tag schnell näherzubringen, an dem die Völker dieses Kontinents beginnen werden, die Sache Gottes in Scharen anzunehmen, und an dem Siege errungen werden, die den jetzt in der ganzen Welt erzielten Erfolgen ebenbürtig sein oder sie noch in den Schatten stellen werden.

Möge der Allmächtige mit Seinen himmlischen Heerscharen all denen helfen, die sich erheben, um die Herausforderung anzunehmen und ihre Rolle in würdiger Weise zu spielen.

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