Read: 1999 Mar 8, Friede unter den Nationen


Vor kurzer Zeit wurde in den Vereinigten Staaten ein Bahá’í von einem Zeitungskorrespondenten nach seiner Meinung zum "Geringeren Frieden" und katastrophalen Ereignissen am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts befragt. Als Basis für eine Antwort zu solchen und ähnlichen Fragen hat die Bahá’í International Community (BIC) mit Zustimmung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit das folgende Statement abgegeben. Der Nationale Geistige Rat möchte ihnen auf diesen Weg diese Antwort nahelegen.
(Aus österr. Bahá’í Mitteilungen Mai 1999)


Friede unter den Nationen

Weltfrieden, ein Kennzeichen der entstehenden globalen Zivilisation, wird als ein fühlbarer Ausdruck des Prinzips der Einheit der Menschheit zustande kommen. Diese Zusicherung wird in den Lehren Bahá'u'lláhs gegeben.

Ein solcher Frieden wird als Höhepunkt zweier verschiedener aber simultaner und sich gegenseitig verstärkenden Prozessen hervorgehen: einer führt zur geistigen Einheit der menschlichen Rasse und findet als der "Größte Friede" Erwähnung; der andere führt zur politischen Einheit der Nationen und ist als "Geringerer Friede" bekannt. Der vorherige ist ein entferntes Ziel und benötigt eine monumentale Veränderung im menschlichen Verhalten, welches nur religiöser Glaube sicherstellen kann; der andere ist unmittelbarer und kann bereits am politischen Horizont wahrgenommen werden. Der eine ist direkt verbunden mit den Bemühungen der Bahá’í Gemeinde bei der Forderung des zentralen Prinzips ihres Glaubens; der andere ist von den Handlungen der Führer der Weltpolitik abhängig und nicht von irgendeinem Bahá’íPlan oder einer Bahá’íAktion.

Die politische Einheit der Nationen beinhaltet das Erreichen einer Beziehung unter ihnen, die ihnen ermöglicht, Fragen von internationaler Bedeutung durch Beratung und nicht durch Krieg zu lösen und die zur Gründung einer Weltregierung führen wird. Das Erreichen von Frieden im politischen Bereich ist ersichtlich durch die Wege eines Prozesses, welcher maßgeblich im zwanzigsten Jahrhundert inmitten von Terror und Aufruhr errichtet wurde, die eine so lange Zeit dieser Periode prägten... Es ist bemerkenswert, daß die Mehrheit der Nationen im Laufe dieses Jahrhunderts entstanden sind und sie sich für friedliche Beziehungen miteinander entschieden haben, indem sie als Mitglieder der Vereinten Nationen zusammengefunden haben und an regionalen Organisationen teilnehmen, die ihre Zusammenarbeit unterstützen. Darüber hinaus erfährt der Prozeß der politischen Vereinigung Beschleunigung, durch das Erwachen des Bewußtseins für Frieden unter den Menschen dieser Welt  daß die Arbeit der Vereinten Nationen bestätigt; und auch durch die Fortschritte in Wissenschaft und Technik, welche bereits die Welt in einen einzigen komplexen Organismus zusammengezogen und transformiert haben.

Die schrecklichen Erfahrungen von zwei Weltkriegen, die zuerst zur Geburt des Völkerbunds und danach der Vereinten Nationen führten; die Frequenz mit der Weltführer, besonders in den 90'erjahren, zusammenkamen und sich auf Resolutionen zu globalen Themen einigten; der Ruf nach einer globalen Ordnung, daß aus der Teilnahme dieser Führer an den Feierlichkeiten des 50. Jahrestages der Vereinten Nationen hervorging; die Vervielfachung von Organisationen von staatlichen Gesellschaften, die ihr Hauptaugenmerk, durch Arbeiten in ein sich ständig ausweitendes Netz von Aktivitäten, auf eine Vielzahl von internationalen Angelegenheiten richten; die weitverbreiteten Debatten über die Notwendigkeit einer globalen Regierungsform und die zahlreichen organisierten Bemühungen hin zum Weltfrieden; die Entstehung von internationalen Tribunalen; die rasanten Entwicklungen in der Kommunikationstechnologien, die den Planeten grenzenlos gemacht haben  diese sind einige der zahlreichen Zeichen einer Schwungkraft hin zu friedlichen internationalen Beziehungen, die ganz klar unumkehrbar geworden sind.

Die Bahá’í Schriften weisen darauf hin, daß Friede unter den Nationen im zwanzigsten Jahrhundert errichtet sein wird; sie sagen allerdings, daß eine universelle Unruhe und schreckliche soziale Aufruhr diesen Übergang von einer kriegerischen Welt zu einer friedlichen kennzeichnen wird, aber sie weisen nicht auf das Auftreten irgendeines spezifischen verheerenden Ereignisses am Ende des Jahrhunderts hin. Unvermeidlich wird die Bewegung, die zum Weltfrieden führt auf entgegengesetzte Tendenzen treffen müssen, die in den hartnäckigen Gewohnheiten des Chauvinismus und der Parteilichkeit verwurzelt liegen, die es ablehnen den Erwartungen einer neuen Zeit Rechnung zu tragen. Das qualvolle Leiden, welches durch Zustände wie Armut, Krieg, Gewalt, Fanatismus, Krankheit und Abbau der Umwelt auferlegt wird und von dem Massen von Menschen betroffen sind, ist eine Konsequenz dieses Widerstandes. Daher muß der Friede unter den Nationen, bevor er in eine umfassende Realität reift, durch schwierige Stadien; nicht unähnlich jenen, die einzelne Nationen erfuhren, bis ihre interne Festigung erreicht war. Aber der Prozeß zum Frieden ist weit fortgeschritten und kann kaum verleugnet werden

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