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Wir möchten ab dieser Ausgabe eine alte Bahä'i-Veröffentlichung aus der "Sonne der Wahrheit" Band 19, Heft 1 + 2 vorstellen (in Fortsetzung), die auch heute noch aktuell ist.

ERFÜLLTE PROPHEZEIHUNGEN
von Elisabeth H. Cheney Übertragung aus dem Englischen ("Prophecy fulfilled") (1944 USA)

Die Völker der Welt erwarten die zwei großen Manifestationen Gottes, deren Kommen auf Erden, wie es in den Prophezeiungen vorausgesagt ist, in die gleiche Zeitperiode fallen werden. "In der Bibel haben die Juden die Verheißung des Herrn der himmlischen Heerscharen und des Messias - im Evangelium ist die Wiederkehr Christi und Elias verheißen. Die mohammedanische Religion sagt das Kommen des Mahdi und des Messias voraus - die gleichen Prophezeiungen finden wir bei den Zoroastriern und allen anderen offenbarten Religionen." ('Abdu'l-Bahá : "Beantwortete Fragen", Kap. 10, S. 50) Jeder Glaube erwartet, dass dieses Kommen ein neues großes Zeitalter der Menschheit verkünden wird, in welchem die Welt ihren Taten gemäß gerichtet wird. Dann wird das Reich Gottes auf Erden erstehen und Friede und Gerechtigkeit unter den Menschen herrschen.
In den heiligen Schriften finden wir häufige Hinweise auf diesen Tag des "Jüngsten Gerichtes" unter den verschiedensten Namen, wie z.B.: "Der jüngste Tag",
"Die Zeit des Endes" oder "Der Tag des Gerichtes", oder einfach: "Jener Tag". Allen Prophezeiungen aber unterliegt der gleiche Gedanke von Warnung und Verheißung. Die heiligen Schriften sind reich an Zeichen, durch die wir jenen Tag erkennen und das Wort Gottes erfahren sollen, wenn Er wieder in die Welt kommt, so dass es uns erspart sein möge, uns Ihm zu widersetzen oder Ihn zu verleugnen und wir die Gnade erlangen mögen, Ihn zu erkennen und unserem Herrn zu dienen.
Als Christus vor fast 2000 Jahren auf dem Ölberge war, kamen Seine Jünger zu Ihm und fragten Ihn über die Bedeutung Seiner früher gesagten Worte, "Das Ende der Welt" betreffend. Matt. 24,3-5: "Sage uns wann wird das geschehen? Und welches wird das Zeichen sein Deines Kommens und der Welt Ende? Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, dass euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter Meinem Namen, und sagen: Ich bin Christus, und werden viele verführen."
Jesus warnte Seine Jünger, sich vor denen zu hüten, die Seinen Namen mißbrauchen werden. Er wusste, dass der Verheißene einer späteren Zeit nicht Seinen heiligen Namen
tragen wird. Es würde wohl dasselbe Wort Gottes sein, das Jesus geoffenbart hat, dieselbe göttliche Wirklichkeit, jedoch ein anderer menschlicher Tempel und ein anderer Name. Ridpath's "History of the Wor1d'• Weltgeschichte) zeigt, wie die Warnungen Christi sich schon wenige Jahre nach Seinem Hinscheiden zu erfüllen begannen. Im Jahre 70 nach Christus erschien ein solcher, der behauptete, Christus zu sein; er organisierte eine Revolution gegen Rom, welche zu einer großen Zersplitterung der jüdischen Nation führte. Möge diese Warnung sich nicht auch in unserer heutigen Zeit bewahrheiten, durch das Auftauchen Hunderter von Sekten, deren jede den Namen Christus missbraucht, jede das Recht beansprucht, den einzig wahren Weg zu Gott zu führen, und jede von der anderen in Auslegung der von Jesus Christus geoffenbarten heiligen Wahrheit abweicht.
Un wieder spricht der Herr zu Seinen Jüngern, Matt. 24, 6-7: "Ihr werdet hören Kriege und Geschrei von Kriegen; sehet zu und erschrecket nicht. Das muss zum ersten alles geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich empören ein Volk über das andere, und ein Königreich über das andere, und werden sein Pestilenz und teure Zeiten, und Erdbeben hin und wieder."
Sicherlich sehen wir das Eintreffen dieser Voraussagung in dem großen Weltkriegsgeschehen, dessen zweiter Abschnitt noch in der Welt wütet und jeden Teil der Erde in der einen oder anderen Weise verheert. Eine Million Chinesen starben in der großen Hungersnot vor einigen Jahren und weitere Millionen sterben Hungers in Indien, Spanien, Griechenland, China und allen "besetzten" Ländern. Gewaltige Erdbeben ereigneten sich in Lissabon, San Francisco, Chile, Argentinien und vielen anderen Orten, die Tausenden das Leben raubten.
Matt. 24, 9: "Alsdann werden sie euch überantworten in Trübsal und werden euch töten. Und ihr müsset verhasset werden um Meines Namens willen von allen Völkern." Jesus wusste, dass in der christlichen Kirche eine anerkannte orthodoxe Religion in späteren Zeiten bestehen würde. Er wusste, dass nicht die Christen in der neuen Ära verfolgt, verhasst und gemordet würden, sondern diejenigen, welche wie die ersten Christen, den von Gott neu gesandten Botschafter anerkennen und Seine Lehre befolgen würden. Die Bahá'í glauben, dass diese Prophezeihung erfüllt ist, denn mehr als 20 000 Gläubige, Männer, Frauen und Kinder, welche den Báb und Bahá’u’lláh als die beiden prophezeiten Manifestationen, d. h. Offenbarer Gottes, anerkannt haben, wurden von den Mohammedanern in Iran (Persien) im letzten Jahrhundert gematert und ermordet. (Fortsetzung folgt)
Matt. 24,12:"Und dieweil die Ungerechtigkeit wird überhand nehmen, wird die Liebe in vielen erkalten." In der heutigen Zeit sind die Berichte unserer Zeitungen der beste Beweis für die Zunahme des Bösen. Die Welteroberungskriege sind nur durch den Egoismus und Machthunger der Menschen entstanden; sie geben Zeugnis von dem Erkalten der Liebe, die Jesus lehrte, als Er zu Seinen Jüngern sagte (Joh. 13, 34-35): "Ein neu Gebot gebe Ich euch, dass ihr euch untereinander liebet, wie Ich euch geliebt habe, auf dass auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, dass ihr Meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habet.
Matt. 24,14: "Und es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt, zu einem Zeugnis über alle Völker; und dann wird das Ende kommen."
Nachdem Missionare die christliche Lehre im Jahre 1841 nach Tibet gebracht hatten, erklärte die amerikanische Bibelgesellschaft (The American Bible Society), dass das Evangelium Christi jetzt allen Nationen der Welt verkündet worden sei.
Matt. 24,15: "Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstungen, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, dass er stehe an der heiligen Stätte (wer das liest, der merke darauf).."
In dieser Antwort verweist Jesus Seine Jünger auf das B. Kapitel im Buche Daniel, dass ein jeder, der diese Worte liest und diese Wahrheit sucht, erkennen wird, dass die von Ihm vorausgesagte Zeit gekommen ist. Im B. Kapitel, Vers 13 und 14, im Buche Daniel ist gesagt: Ich hörte aber einen Heiligen reden, und ein Heiliger sprach zu demselbigen, der da redete: ' Wie lange soll doch währen solch Gesicht vom täglichen Opfer, und von der Sünde, um welcher willen diese Verwüstung geschieht, dass beide, das Heiligtum und das Heer, zertreten werden?' Und Er antwortete: 'Bis zweitausend und dreihundert Abende und Morgen um sind, so wird-das Heiligtum wieder geweihet werden. Vers 17: "Merke auf, du Menschenkind; denn dies Gesicht gehöret in die Zeit des Endes."
Das bedeutet: Wie lange wird dieses Unglück, diese Erniedrigung und Entwürdigung dauern? Wann wird der Tag von Gottes heiligem Wort anbrechen und mit Macht das Heiligtum reinigen? Die Antwort lautet: "Zweitausend und dreihundert Tage". Jeder Tag ist dem Txt der Heiligen Schrift entsprechend ein Jahr. Das ergibt eine Zeitspanne von 2300 Jahren.
Diese 2300 Jahre beginnen mit der Wiederherstellung
und dem Neuaufbau Jerusalems, auf welche sich vier Edikte dreier Könige beziehen. Das erste wurde von Cyrus im Jahre 536 v. Chr. gegeben und ist im 1. Kapitel des Buches
Esra berichtet. Das zweite, welches sich auf den Wiederaufbau Jerusalems bezieht, stammt von Darius von Persien im Jahre 519 v. Chr. und ist im 1. und 6. Kapitel des Buches Esra verzeichnet. Das dritte ist das des Artaxerxes aus dem siebten Jahr seiner Regierung, also aus dem Jahre 457 v. Chr.; dies finden wir im 7. Kapitel des Buches Esra. Das vierte ist das des Artaxerxes aus dem Jahre 444 v. Chr. und steht geschrieben im 2. Kapitel des Buches Nehimia.
Daniel aber verweist besonders auf das dritte Edikt vom Jahre 457 v. Chr. ('Abdu'1-Bahä:"Beantwortete Fragen" Kap. 10). Es war infolge dieses Ediktes, dass der Tempel
in Jerusalem wieder aufgebaut wurde, dieses Allerheiligste, das von fremden Händen entehrt worden war und so die verabscheuungswürdige Verwüstung" verursachte, von welcher Christus und Daniel sprachen.
Von diesem Dekret, welches Artaxerxes im Jahre 457 v.Chr. gab, bis zur Geburt von Jesus Christus, haben wir eine Zeitspanne von 456 Jahren. Von der Geburt Christi bis zum Tage der Manifestation des Bäb, am 23. Mai 1844 A.D., ist eine Zeitspanne von 1844 Jahren. Die ganze Periode entspricht also der Zeit von 2300 Jahren, welche uns von Daniel vorausgesagt war und auf welche Jesus als die Zeit des Endes dieser Ara hinweist.
Daniel gibt uns noch andere Hinweise, durch welche die Zeit erkannt werden wird:
Dan. 12,1: "Zu derselbigen Zeit wird der große Fürst Michael, der für dein Volk stehet, sich aufmachen. Denn es wird eine solche trübselige Zeit sein, als sie nicht gewesen ist,
seit dass Leute gewesen sind, bis auf dieselbige Zeit."
Bahá’u’lláh, welcher, wie die Bahá'í glauben, die zweite große Manifestation-Gottes in dem neuen Zeitalter ist,wurde als einer der reichsten und mächtigsten Fürsten in der Provinz Nur, im heutigen Iran, geboren. Bahá'u'lláh opferte Seinen Reichtum und Sein irdische Macht und ertrug 40 Jahre unerbittlicher Gefangenschaft, um der Menschheit die Botschaft Gottes zu verkünden und die Gesetze für den Tag des Friedens festzulegen. Er ist der Fürst, den Daniel voraussagte. Wer hat je zuvor von einer Ära grausamster Leiden gehört, die allen Nationen der Erde Unglück brachte?'
Dan.12,4: "Und du, Daniel, verbirg diese Worte und versiegele diese Schrift, bis auf die letzte Zeit; so werden viele darüber kommen, und großen Verstand finden."
Hiermit beweist Daniel, dass dieses die Zeichen für das Ende sind; die Weissagung aber wird die Menschheit erst dann verstehen, wenn sie erfüllt ist. Hat es je in der Weltgeschichte eine Zeit gegeben, die so von Unruhe erfüllt war, hervorgerufen durch Erfindungen von Flugzeugen, Eisenbahnen, Automobilen und modernen Dampfschiffen. Die ungeheure Entwicklung modernen Wissens und der Anfang allgemeiner Erziehung in jedem Lande der Welt machen den Fortschritt der Wissenschaft deutlich.
Im Jahre 1870 wurde in den Vereinigten Staaten und Großbritannien das erste Mal obligatorischer Schulbesuch Gesetz - nur sieben Jahre, nachdem Bahá’u’lláh Seine zwölf Grundsätze für die Festlegung eines Weltfriedens niedergelegt hatte; einer von ihnen war die der allgemeinen Erziehung. Frankreich und andere europäische Nationen folgten bald diesem Vorbild, bis zuletzt ein ähnliches Gesetz auch in Russland nach der Revolution durchging. Die südamerikanischen Republiken haben Gesetze geschaffen, die eine allgemeine Erziehung fordern; selbst in China ist eine Erziehung der Massen erstrebt. Bisher wurden Tausende von Kulis für unfähig
gehalten, lesen zu lernen; durch die aufopfernden Bemühungen von Jimmy Yen mit Hilfe und Beistand von General Tschiang Kai Schek ("Reader's Digest" Nov. 1943) wird der Bevölkerung seit einiger Zeit das Lesen und Schreiben in der chinesischen Sprache in vereinfachter Form gelehrt. Es ist wahr, dass in Ländern, welche Gesetze für Schulpflicht haben, ihre gegenwärtige Durchführung weit hinter den Forderungen dieser Satzungen zurücksteht. Es werden aber Anstrengungen gemacht, in einem in der Geschichte der Menschheit nie geträumten. Umfang, Schulen zu bauen und Lehrer in die fern abseits gelegenen Teile dieser Länder zu senden.
Wir können keine bessere Schilderung unserer modernen Automobile haben als die Darstellung vergangener Zeiten, welche Nahum uns in seinem 2. Kap.,V.5 gibt:
"Die Wagen rollen auf den Gassen, und rasseln auf den Straßen; sie blicken wie Fackeln, und fahren untereinander her wie Blitze."
Ein anderes Beispiel finden wir im z. Brief an die Thessalonicher, Kap.2, 3-4: "Lasset euch durch niemand verführen, in keinerlei Weise. Denn jener Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuvor der Abfall komme und geoffenbart werde der Mensch der Sünden und das Kind des Verderbens, der da ist der Widersacher und sich erhebt über alles, das Gott oder Gottesdienst heißt, also dass er sich setzet in den Tempel Gottes als ein Gott, und gibt sich aus, er sei Gott".
Können wir in unserer Zeit offenen Sinnes die Menschheit betrachten, ohne zu erkennen, dass Materialismus und Egoismus die Welt regieren und von Menschen als Götter angebetet werden? Können wir in das Innere einer Kirche treten, ohne gewahr zu werden, dass ein großer Abfall vor sich geht, der selbst in den Tagen unserer Großväter unmöglich gewesen wäre? Der Nationalsozialismus erhob materielle Eroberungen und Rassenüberheblichkeit zu seinem Gott - während im Kommunismus eine wirtschaftliche Theorie, die den Glauben an Gott verdrängt hat, mit leidenschaftlichem Fanatismus verbreitet wird.
Bahá’u’lláh schrieb von diesen Zeiten: "Die Kraft des Glaubens an Gott ist in allen Ländern im Absterben. Nichts als Seine heilbringende Medizin kann ihn der Menschheit wiedergeben. Die Zersetzung durch Gottlosigkeit frisst sich in die Lebensorgane der menschlichen Gesellschaft. Was anders als das Elixier Seiner machtvollen Offenbarung kann den Glauben reinigen und wiederbeleben. Die Welt liegt in Wehen und ihre Unruhe wächst von Tag zu Tag. Ihr Antlitz ist auf Ab
trünnigkeit und Unglauben gerichtet. Ihre Not wird so groß
sein, dass es untragbar wäre, sie jetzt zu verkünden." (Die Weltordnung von Bahá’u’lláh)
Gibt aber die Bibel uns Hinweise, den von Gott gesandten Heilbringer zu erkennen? Ja, sie nennt uns die Stätten, an welchen die zwei kommenden Manifestationen ihre Offenbarungen verkünden werden, und selbst die Namen, unter denen sie in ihrer Zeit erkannt werden können.
In Jeremia 49, 38 ist gesagt "Meinen Stuhl will Ich in Elam setzen." Daraus können wir ersehen, dass das Wort Gottes in Elam verkündet werden wird, da "Stuhl" in der Bibel häufig für das "Wort Gottes" angewendet wird. Der Bkb, der Vorläufer von Bahá’u’lláh, wurde in Schiras geboren, in dem Teil Irans, der früher als Elm bekannt war. Von dort verkündete Er am 23. Mai 1844 den Beginn einer neuen Ära. Daniel spricht im B. Kapitel, Vers 2, von seiner Vision, dass der Auserwählte Gottes aus der "Provinz Elam" kommen wird.
Eine andere interessante Prophezeiung finden wir in Micha 7,12: "Und zur selbigen Zeit werden sie von Assur, und von festen Städten bis an das Wasser, von einem Meer zum andern, von einem Gebirge zum anderen."
Bahá'u'lláh wurde in Teheran geboren, der Hauptstadt des Teiles Irans, welcher in früheren Zeiten zu dem alten assyrischen Reich gehörte. Die uralte Prophezeihung Michas erfüllte sich, als Bahá'u'lláh, jeder eigenen Entscheidung und äußeren Macht beraubt, als Gefangener der mohammedanischen Staatskirche und Regierung festgenommen und verbannt wurde. Er verkündete die Botschaft
"des Tages des Friedens" vom Schwarzen Meer bis zum Mittelmeer - von den Suleiman-Bergen bis zum Berge Karmel - von der Stadt Konstantinopel bis Rumelien - aus Adrianopel und schließlich aus Akka. So erfüllte sich wörtlich die alte Voraussagung des Micha.
Jesaja 35, 1-2: "Aber Wüste und Einöde werden lustig sein und das dürre Land wird fröhlich stehen und wird blühen wie die Lilien. Sie wird blühen und fröhlich stehen in aller Lust und Freude. Denn die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, der Schmuck Karmels und Sarons. Sie sehen die Herrlichkeit des Herrn, den Schmuck unseres Gottes."
Bahá'u'lláh wurde in das einsame, wüste Gefängnis von Akka in Palästina verbannt. Von dort, aus dem Tale von Saron, von dem Berge Karmel verkündete Er Seine Lehren, so dass diese Stätte durch Seine Offenbarung im wahren Sinne Zeugen der Herrlichkeit Gottes wurden, wie es von Jesaja prophezeit war. Der Name Bahá'u'lláh bedeutet "Herrlichkeit Göttes", ein Name, der in der biblischen Geschichte oft der Manifestation der späteren Tage gegeben wurde.
Jesaja 65,10: "Und Saron soll eine Weide für die Herde und das Tal Achor soll zum Viehlager werden Meinem Volk, das Mich suchet."
Wieder waren es Saron und Akka (früher Achor geschrieben), welche als Stätten der Ehre und Gnade für die genannt wurden, welche den Herrn in den späteren Tagen suchen würden.
Hosea 2, 15 nennt Akka, "das Tor der Hoffnung" für "den Tag"; denn das Wort Gottes ist die Hoffnung der Welt auf den Tag, da Er kommt.
Hesekiel 43, 1-2, 4-5: "Und er führte mich wieder zum Tor gegen Morgen. Und siehe, die Herrlichkeit des Gottes Israel kam vom Morgen und brauste, wie ein großes Wasser brauset, und es ward sehr licht auf der Erde von Seiner Herrlichkeit... Und die Herrlichkeit des Herrn kam hinein zum Hause durch das Tor gegen Morgen. Da hob mich ein Wind auf, und brachte mich in den inneren Vorhof; und siehe, die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus."
Alle diese Prophezeiungen stimmen überein, dass die Herrlichkeit Gottes in das Heilige Land aus dem Osten kommt und sich im Westen erfüllen wird. Bahá'u'lláh erschien im Iran, östlich von Palästina; Er wurde in das Heilige Land verbannt, wo Er die letzten 24 Jahre verbrachte. Wäre Bahá’u’lláh als freier Mann dorthin gegangen, so hätte man sagen können, dass Er sich aus eigener Machtvollkommenheit als Prophet ausgegeben hätte. Er aber wurde als Gefangener dorthin gebracht. Die Prophezeiung, findet auch im übertragenen Sinne ihre Bestätigung. Bahá’u’lláh (die Herrlichkeit Gottes kam über den Weg des Tores !'des Bäb", Seines Vorläufers - denn Báb bedeutet "Tor", die Pforte des kommenden Tages.
Jesaia 9,2,6-7: "Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, und über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es helle... Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; Er heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friedefürst. Auf dass Seine Herrschaft groß werde, und des Friedens kein Ende, auf dem Stuhl Davids und in Seinem Königreich; dass Er es zurichte und stärke mit Gericht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth."
Jesus Christus hätte die Macht gehabt, diese Prophezeiungen zu erfüllen, denn ganz anders als die Philosophen, die das geistige Produkt der Menschen verkörpern, sind die Manifestationen Schöpfungen Gottes. Im Gegenteil, sie treten im dunkelsten Teil der Welt ihrer Zeit auf, im "Lande des Todesschattens", wo die Menschen sich an die Form klammern und die geistige Wirklichkeit vergessen haben. Der materielle Tempel Jesu war
von einer Nation von Sklaven unter der Peitsche der Römer erbaut worden. Christus aber hatte nichts von weltlicher Macht zu sagen außer Seinen Worten (Luk.20,25):"So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist." Die Ablehnung weltlicher Macht war einer der Gründe, warum die Juden den Heiland nicht anerkannten; sie hatten die Prophezeiung Jesaias missverstanden und glaubten an ihre Erfüllung zur Zeit Christi. Sie erkannten nicht, dass diese Weissagung auf die Zeit des Endes hinweist, wenn die tausend Jahre des Friedens erfüllt werden sollten, von denen Jesaja im 11. Kap., Vers 6-9, und im 65. Kap., Vers 21-25, spricht, und die wir später in der Offenbarung Johannis im 20. Kap., Vers 1-2, finden. Jesus selbst hat nie Anspruch erhoben, der Friedefürst zu sein; im Gegenteil, Er hat die großen Kriege vorausgesagt, die dem Zeitalter des Friedens vorangehen würden, wie Matt. im 24. Kap., Vers 6-7 schreibt.
Im 10. Kapitel, Vers 34, von Matt. finden wir folgende forte: "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert." Jesus, der "Sohn Gottes", war niemals als „der Vater" anerkannt. Diese missverstandene Prophezeiung bezieht sich in Wirklichkeit auf unsere Zeit.
Das Licht Bahá’u’lláhs strahlt aus Iran, dem in dieser Zeit bigottesten, unwissendsten und schlechtest regierten Lande der Welt zu Seiner Zeit. In etwa zweihundert Büchern, welche Er während der 40 Jahre Seiner Gefangenschaft, schrieb, verfasste Bahá’u’lláh einen vollständigen Regierungsplan für den Tag des Weltfriedens. Viele Teile dieses Entwurfes sind in unserer Zeit von hervorragenden Persönlichkeiten allgemein anerkannt. Unter anderem ein Bund aller Nationen der Welt, ein internationaler Gerichtshof und eine internationale Polizei.
Diese neue Weltordnung ist festgelegt, um den Menschen nach den Kriegen und Unruhen unserer Zeit den dauernden Frieden zu sichern. Bahá’u’lláh ist als die Manifestation des Vaters bekannt; das bedeutet, dass es Seine Mission ist, alle Religionen, Rassen und Nationen zu einer großen Familie vor Gott zu vereinen. Die Bahá'í glauben, dass Jesus von Bahá’u’lláh sprach, als Er sagte (Matt. 16,27): "Denn es wird geschehen, dass des Menschen Sohn komme in der Herrlichkeit Seines Vaters."
Viele überlegen es nicht genügend und versuchen nicht, in ehrlicher Nachforschung und Gebet die Behauptungen eines Propheten zu beurteilen, sondern nennen jeden, der die Weissagungen der heiligen Bücher zu erfüllen beansprucht: "Das ist der Antichrist"... Im 1 Brief Johannis, 4ü--1-3, finden wir die Erklärung des Antichrist. "Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist, der da bekennet, dass Jesus _-Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist von Gott; und ein jegliches Geist, der da nicht bekennet, dass Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichristen, von welchem ihr habt gehöret, dass er kommen werde, und ist jetzt schon in der Welt."
Eine selbst nur oberflächliche Untersuchung der Bahá'í-Lehren beweist; dass Bahá’u’lláh nicht der Antichrist sein kann,, da Er uneingeschränkt die Lehren Christi bestätigt. Niemand kann Bahá'í werden, ohne vorher Jesus Christus anzuerkennen, welcher unter uns lebte als -der-Sohn Gottes, als "das Fleisch gewordene göttliche Wort". Tausende von Juden und Mohammedanern haben sich durch die Bahá'í-Lehre zu Christus bekannt. Die Bahá'í glauben, dass Bahá'u'lláh der Geist der Wahrheit ist, den Jesus prophezeite, als er sagte (Joh. 16,12,13): "Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nickt tragen. Wenn aber jener -der Geist der Wahrheit-, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten."

Jesus Christus war allwissend, denn Er war die Offenbarung Gottes, des Allwissenden – Seine Weisheit kam von Gott und nicht vom Menschen. In Seiner Weisheit wusste Er auch, dass die Menschen Seiner Zeit nur den Teil Seiner Offenbarungen empfangen konnten, den zu erfassen sie reif genug waren. Er sah aber den Tag voraus, ah dem die Menschheit die Stufe größerer Reife erreicht haben würde, um dieselbe Wahrheit in vollerem Ausmaß zu verstehen. Dann würde ein anderer erscheinen, so verhieß Er, der gleich Ihm in der Herrlichkeit des Vaters kämmen würde, um der Welt die vollere Wahrheit zu verkünden, welche
die Menschheit dann zu verstehen imstande wäre.

Es ist, als leite Gott -eine große Schule - in dieser werden zuerst für Siebenjährige die einfachen Grundsätze, später deren höhere Bedeutung in vollem Umfange gelehrt. Das Spätere verneint nicht das Frühere, -sondern vervollständigt es nur. In derselben Weise haben die göttlichen Manifestationen die Welt in den verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung gelehrt, eine jede die Wahrheit offenbarend, die der Aufnahmefähigkeit der Menschen, ihrer Zeit entsprach. Da die Menschheit nun die Zeit- ihrer Reife erreicht hat, sandte Gott den Geist der Wahrheit, um die geistigen und sozialen Gesetze zu offenbaren, die, wenn sie auf Erden angenommen und, durchgeführt werden, das irdische Königreich Gottea bringen, wo für die Christen seit fast 2000 Jahren gebetet haben.

Eine große Schwierigkeit zur Verbreitung einer neuen Gottesbotschaft liegt immer in den Vorurteilen der Menschen, den Gottgesandten unter einem neuen Namen anzuerkennen und doch warnte uns Jesus schon vor denen, die den Namen Christus führen würden (Matt.24,5), und Jesaja sowohl als Johannes prophezeiten einen neuen Namen.

Offenbarung Joh.3,12: "Wer überwindet, den will Ich machen zum Pfeiler in dem Tempel Meines Gottes; und soll Ich nicht mehr hinausgehen. Und will Ich auf ihn schreiben den Namen Meines Gottes, und den Namen des neuen Jerusalems, der Stadt Meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt, von Meinem Gott, und Meinem Namen, den Neuen."
Daraus ist zu ersehen, dass ein neuer Name für den Auserwählten Gottes bestimmt ist, welcher die Vollendung der mit Adam begonnenen Reihe der Propheten bedeutet, dann, wenn der alte Himmel und die alte Erde vergehen und eine neue Ordnung an Stelle der alten verbreitet wird. Daher bezieht sich der von Christen häufig zitierte Ausspruch nur für die Dauer der Mission von Jesus Christus. Apostelgesch. 4,12): "Und ist in keinem anderen Heil, ist auch
kein anderer Name den Menschen gegeben darinnen wir sollen selig werden."
Wenn alle Dinge neu geschaffen werden, dann wird natürlich ein neuer Name an die Stelle des alten treten müssen. Da Bahá’u’lláh Christi eigene Worte: "Der wird zeugen von mir" (Joh. 15,26) und "derselbe wird mich verklären" (Joh. 16,14), in Seinen Schriften und Büchern erfüllt hat, so bedeutet es Christum zu loben, wenn man Bahá'u'lláh als die Wiederkunft Christi lobt, preist und verherrlicht. Jesaia 62,2: "Dass die Heiden sehen Deine Gerechtigkeit und alle Könige Deine Herrlichkeit; und Du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des Herrn Mund nennen wird."
"Der Bahá'í-Glaube ist die Erfüllung und Vollendung aller alten Religionen. Die Juden erwarten den Messias - die Christen die Wiederkunft Christi - die Mohammedaner den Mahdi - die Buddhisten den fünften Buddha - die Zoroastrier Schah Bahram - die Hindus die Wiederverkörperung Krishna's" ("Das herrliche Reich des verheißenen Vaters", S.56). Der Name Bahá’u’lláh ist von keiner dieser Religionen der Vergangenheit erwählt worden, er ist "der neue Name", den der Herr selbst verkündet hat. Dieser neue Name umfasst und vereinigt alle Bekenntnisse der vergangenen Zeitalter und überwindet deren Wettstreit, Feindseligkeiten und Eifersüchte. Gottes Manifestation für das Zeitalter des Friedens auf Erden ist gekommen, um alle Religionen in ihrer ursprünglichen Reinheit zu vereinen, und sie vonab übernommenen Vorstellungen unwesentlicher Dogmen und Formen zu befreien.
Zacharias 14,9: "Und der Herr wird König sein über alle Lande. Zu der Zeit wird der Herr nur einer sein, und Sein Name nur einer."
Eine Forderung, die Bahá'u'lláh für die neue Zeit aufgestellt hat, ist eine internationale Sprache neben der Muttersprache für jede Nation. Dann würde auch der Name des Herrn für die neue Ära der gleiche in der ganzen Welt sein. Im Christentum gab es keinen einheitlichen Namen des Herrn, sondern so viele Namen wie es Sprachen gab. So wurde auch der Name Jesus Christus in verschiedenen Formen übersetzt. Es ist interessant, festzustellen, dass schon in den ersten Anfängen der Bahá'í-Sendung, der Name der Manifestation Gottes für dieses Zeitalter "Bahá'u'lláh", in jedem Lande der Welt in derselben Form gebraucht wird und nicht, wie es zur Zeit Jesu war, in viele Formen übersetzt wurde.
Christen fragen oft: "Müssen wir Jesus aufgeben, wenn wir Bahá’u’lláh anerkennen?"
Seine Heiligkeit Jesus Christus antwortet mit Seinen eigenen Worten (Joh.6,39): "Das ist der Wille des Vaters, der Mich gesandt hat, dass Ich nichts verliere von allem, das Er Mir gegeben hat, sondern dass Ich es auferwecke am jüngsten Tage." Wir werden Ihm nicht abtrünnig, und Er verliert nichts an uns, wenn wir die Erfüllung `einer Prophezeiungen anerkennen. Wir dienen sogar Seiner Herrlichkeit, wenn wir Seinen Willen erfüllen.

Jesaia2,2-4: "Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher denn alle Berge, und über alle Hügel erhaben werden; und werden alle Heiden dazu laufen. Und viele Völker hingehen, und sagen: Kommet, lasset uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre Seine Wege und wir wandeln auf Seinen Steigen. Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen, und des Herrn Wort von Jerusalem. Und Er wird richten unter den Heiden, und strafen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben, und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen".
Das Internationale Haus der Gerechtigkeit der Bahá'í wird auf dem Gipfel des Berges Karmel, biblisch bekannt als der "Berg des Herrn", errichtet werden, dessen Abhänge schon jetzt durch die Bahá'í-Schreine und kunstvoll angelegten Gärten geschmückt sind und zum Gipfel hinführen. Das Gesetz Gottes war schon vom Berge Karmel ausgegangen; denn hier verkündete Bahh'u'11Ah die geistigen und sozialen Gesetze für den Tag des Friedens.

Bahá’u’lláh schrieb: "Die den Völkern der Erde und ihren Kindern und Kindeskindern vorausbestimmte Zeit ist jetzt gekommen. Die den heiligen Schriften niedergelegten Verheißungen Gottes sind alle erfüllt worden. Von Zion kam das Gesetz Gottes, und Jerusalem, seine Hügel und Länder sind voll von der Herrlichkeit Seiner Offenbarung. Glücklich ist der Mensch, der in seinem Herzen bewegt, was in den Büchern Gottes offenbart ist, der Hilfe in der Not, des in Sich Selbst Bestehenden. Denket darüber nach, o ihr Geliebten Gottes, höret aufmerksam auf Seine Worte, auf dass ihr durch Seine Gnade und Barmherzigkeit in Fülle von dem kristallklaren Wasser der Standhaftigkeit trinken möget und wie der Berg in Seiner Sache fest und unerschütterlich werdet." (Ährenlese aus den Schriften von Bahá'u'lláh.)
- Ende -

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