Read: SAMUEL2


David läßt den Überbringer von Sauls Krone töten

1:1 Nach dem Tode Sauls, als David aus der Schlacht mit den Amalekitern
zurückgekommen und zwei Tage in Ziklag geblieben war,
1. Sam 30,26

1:2 siehe, da kam am dritten Tage ein Mann aus dem Heer von Saul mit
zerrissenen Kleidern und mit Erde auf seinem Haupt. Und als er zu
David kam, fiel er nieder zur Erde und huldigte ihm.

1:3 David aber sprach zu ihm: Wo kommst du her? Er sprach zu ihm: Aus
dem Heer Israels bin ich entronnen.

1:4 David sprach zu ihm: Sage mir, wie steht es? Er sprach: Das Volk ist
geflohen aus der Schlacht, und es sind viele vom Volk gefallen; dazu
ist auch Saul tot und sein Sohn Jonatan.

1:5 David sprach zu dem jungen Mann, der ihm das sagte: Woher weißt du,
daß Saul und sein Sohn Jonatan tot sind?

1:6 Der junge Mann, der ihm das sagte, sprach: Ich kam von ungefähr
aufs Gebirge Gilboa, und siehe, Saul lehnte sich auf seinen Spieß,
und die Wagen mit ihren Kämpfern waren hart an ihm.
1. Sam 31,1-3

1:7 Und er wandte sich um und sah mich und rief mich. Und ich sprach:
Hier bin ich.

1:8 Und er sprach zu mir: Wer bist du? Ich sprach zu ihm: Ich bin ein
Amalekiter.

1:9 Und er sprach zu mir: Tritt her zu mir und töte mich; denn mir wird
schwarz vor den Augen, aber mein Leben ist noch ganz in mir.

1:10 Da trat ich zu ihm und tötete ihn, denn ich wußte, daß er nicht
leben könnte nach seinem Fall; und ich nahm die Krone von seinem
Haupt und das Armgeschmeide von seinem Arm und habe es hergebracht
zu dir, meinem Herrn.

1:11 Da faßte David seine Kleider und zerriß sie, und ebenso taten alle
Männer, die bei ihm waren,
1. Sam 4,12

1:12 und sie hielten Totenklage und weinten und fasteten bis zum Abend
um Saul und seinen Sohn Jonatan und um das Volk des HERRN und um das
Haus Israel, weil sie durchs Schwert gefallen waren.
1. Sam 31,13

1:13 Und David sprach zu dem jungen Mann, der es ihm angesagt hatte: Wo
bist du her? Er sprach: Ich bin der Sohn eines Fremdlings, eines
Amalekiters.

1:14 David sprach zu ihm: Wie, du hast dich nicht gefürchtet, deine Hand
zu erheben gegen den Gesalbten des HERRN, um ihn zu töten?
1. Sam 24,7; 26,9

1:15 Und David rief einen seiner Leute und sprach: Komm her und schlag
ihn nieder! Und er schlug ihn nieder, daß er starb.
Kap 4,10; 4,12

1:16 Und David sprach zu ihm: Dein Blut komme auf dein Haupt; denn dein
Mund hat gegen dich selbst geredet, als du sagtest: Ich habe den
Gesalbten des HERRN getötet.

Davids Klagelied über Saul und Jonatan

1:17 Und David sang dies Klagelied über Saul und Jonatan, seinen Sohn,

1:18 und befahl, man solle die Leute von Juda das Bogenlied lehren.
Siehe, es steht geschrieben im Buch des Redlichen:
Vers 22; Jos 10,13

1:19 Die Edelsten in Israel sind auf deinen Höhen erschlagen. Wie sind
die Helden gefallen!

1:20 Sagt's nicht an in Gat, verkündet's nicht auf den Gassen in
Aschkelon, daß sich nicht freuen die Töchter der Philister, daß
nicht frohlocken die Töchter der Unbeschnittenen.

1:21 Ihr Berge von Gilboa, es soll weder tauen noch regnen auf euch, ihr
trügerischen Gefilde; denn daselbst ist der Helden Schild verworfen,
der Schild Sauls, als sei er nicht gesalbt mit Öl.

1:22 Der Bogen Jonatans hat nie gefehlt, und das Schwert Sauls ist nie
leer zurückgekommen von dem Blut der Erschlagenen und vom Mark der
Helden.

1:23 Saul und Jonatan, geliebt und einander zugetan, im Leben und im Tod
nicht geschieden; schneller waren sie als die Adler und stärker als
die Löwen.

1:24 Ihr Töchter Israel, weinet über Saul, der euch kleidete mit
kostbarem Purpur und euch schmückte mit goldenen Kleinoden an euren
Kleidern.

1:25 Wie sind die Helden gefallen im Streit! Jonatan ist auf deinen Höhen
erschlagen!

1:26 Es ist mir leid um dich, mein Bruder Jonatan, ich habe große Freude
und Wonne an dir gehabt; deine Liebe ist mir wundersamer gewesen,
als Frauenliebe ist.

1:27 Wie sind die Helden gefallen und die Streitbaren umgekommen.

David wird König über Juda, Isch-Boschet über Israel

2:1 Bald danach befragte David den HERRN und sprach: Soll ich hinauf in
eine der Städte Judas ziehen? Und der HERR sprach zu ihm: Zieh
hinauf! David sprach: Wohin? Er sprach: Nach Hebron.
1. Sam 23,6; 23,9; 30,7-8

2:2 So zog David dorthin mit seinen beiden Frauen, Ahinoam, der
Jesreeliterin, und mit Abigajil, der Frau Nabals, des Karmeliters.
1. Sam 25,42-43

2:3 Auch die Männer, die bei ihm waren, führte David hinauf, einen jeden
mit seinem Hause, und sie wohnten in den Städten von Hebron.

2:4 Und die Männer Judas kamen und salbten dort David zum König über
das Haus Juda. Und als David angesagt wurde, daß die Männer von
Jabesch in Gilead Saul begraben hatten,
Kap 5,3; 1. Sam 16,13; 1. Sam 31,11-13

2:5 sandte er Boten zu ihnen und ließ ihnen sagen: Gesegnet seid ihr vom
HERRN, weil ihr solche Barmherzigkeit an Saul, eurem Herrn, getan
und ihn begraben habt.

2:6 So tue nun der HERR an euch Barmherzigkeit und Treue, und auch ich
will euch Gutes tun, weil ihr das getan habt.

2:7 Seid nun getrosten Mutes und wackere Männer; denn Saul, euer Herr,
ist tot, und mich hat das Haus Juda über sich zum König gesalbt.

2:8 Abner aber, der Sohn Ners, der Sauls Feldhauptmann war, nahm
Isch-Boschet, Sauls Sohn, und führte ihn nach Mahanajim
1. Sam 14,50; 1. Mose 32,2-3
Der Name lautet in 1. Chr 8,33; 9,39 Eschbaal, in 1. Sam 14,49
Jischwi.

2:9 und machte ihn zum König über Gilead, Asser, Jesreel, Ephraim,
Benjamin und über ganz Israel.

2:10 Und Isch-Boschet, Sauls Sohn, war vierzig Jahre alt, als er König
wurde über Israel, und regierte zwei Jahre. Doch das Haus Juda hielt
es mit David.

2:11 Die Zeit aber, die David König war zu Hebron über das Haus Juda, war
sieben Jahre und sechs Monate.

Bruderkrieg zwischen Israel und Juda

2:12 Und Abner, der Sohn Ners, zog aus mit den Männern Isch-Boschets, des
Sohnes Sauls, von Mahanajim nach Gibeon,

2:13 und Joab, der Sohn der Zeruja, zog aus mit den Männern Davids. Und
sie stießen aufeinander am Teich von Gibeon und lagerten sich, die
einen auf dieser Seite des Teiches, die andern auf jener.
1. Sam 26,6; Jos 9,3; 9,17

2:14 Und Abner sprach zu Joab: Laß die jungen Männer sich aufmachen zum
Kampfspiel vor uns! Joab sprach: Es sei!

2:15 Da machten sich auf und gingen hin zwölf an der Zahl aus Benjamin
auf der Seite Isch-Boschets, des Sohnes Sauls, und zwölf von den
Männern Davids.

2:16 Und ein jeder ergriff den andern bei dem Kopf und stieß ihm sein
Schwert in die Seite, und sie fielen miteinander. Daher wird der Ort
»Helkat-Hazzurim« genannt; er liegt bei Gibeon.
d. h. »Feld der Felsen«, vermutlich verschrieben aus »Feld der
Seiten«.

2:17 Und es erhob sich ein sehr harter Kampf an diesem Tage. Abner aber
und die Männer von Israel wurden geschlagen von den Männern Davids.

2:18 Es waren aber die drei Söhne der Zeruja dabei, Joab, Abischai und
Asaël. Asaël aber war schnellfüßig wie ein Reh auf dem Felde
1. Chr 2,16

2:19 und jagte Abner nach und wich nicht von ihm weder zur Rechten noch
zur Linken.

2:20 Da wandte sich Abner um und sprach: Bist du es, Asaël? Er sprach:
Ja.

2:21 Abner sprach zu ihm: Wende dich zur Rechten oder zur Linken und mach
dich an einen der Männer heran und nimm ihm seine Waffen. Aber Asaël
wollte nicht von ihm ablassen.

2:22 Da sprach Abner noch einmal zu Asaël: Laß ab von mir! Warum willst
du, daß ich dich zu Boden schlage? Wie dürfte ich dann mein Antlitz
aufheben vor deinem Bruder Joab?

2:23 Aber er weigerte sich, von ihm abzulassen. Da stieß ihn Abner mit
dem Schaft des Spießes in den Leib, so daß der Spieß hinten
herauskam; und er fiel hin und starb an eben der Stelle. Und wer an
die Stelle kam, wo Asaël tot lag, der blieb stehen.
Kap 3,27

2:24 Aber Joab und Abischai jagten Abner nach, bis die Sonne unterging.
Und als sie auf den Hügel Amma kamen, der vor Giach liegt auf dem
Wege zur Steppe von Geba,

2:25 versammelten sich die Benjaminiter um Abner und bildeten eine Schar
und traten oben auf den Hügel.

2:26 Und Abner rief Joab zu und sprach: Soll denn das Schwert ohne Ende
fressen? Weißt du nicht, daß daraus am Ende nur Jammer kommen wird?
Wie lange willst du dem Volk nicht sagen, daß es ablassen soll von
seinen Brüdern?

2:27 Joab sprach: So wahr Gott lebt: wenn du das eher gesagt hättest, so
hätte schon heute morgen jeder im Volk von seinem Bruder abgelassen.

2:28 Und Joab ließ die Posaune blasen, und das ganze Volk stand still und
jagte Israel nicht mehr nach und kämpfte auch nicht weiter.

2:29 Abner aber und seine Männer gingen die ganze Nacht durchs Jordantal
und gingen über den Jordan und zogen durchs ganze Bitron, bis sie
nach Mahanajim kamen.

2:30 Joab aber wandte sich von Abner ab und sammelte das ganze Volk, und
es fehlten von den Männern Davids neunzehn Mann und Asaël.

2:31 Aber die Männer Davids hatten von Benjamin und den Männern Abners
dreihundertundsechzig Mann erschlagen.

2:32 Und sie hoben Asaël auf und begruben ihn in seines Vaters Grab in
Bethlehem. Und Joab und seine Männer zogen weiter die ganze Nacht,
bis ihnen das Tageslicht anbrach in Hebron.

Davids Söhne

3:1 Und es war ein langer Kampf zwischen dem Hause Sauls und dem Hause
Davids. David aber nahm immer mehr zu an Macht, und das Haus Sauls
nahm immer mehr ab.
Kap 5,10

3:2 Und es wurden David Söhne geboren zu Hebron. Sein erstgeborener
Sohn war Amnon, von Ahinoam, der Jesreeliterin;
(2-5) 1. Chr 3,1-4; Kap 13,1

3:3 der zweite: Kilab, von Abigajil, der Frau des Karmeliters Nabal; der
dritte: Absalom, der Sohn der Maacha, der Tochter Talmais, des
Königs von Geschur;
Kap 15,1

3:4 der vierte: Adonija, der Sohn der Haggit; der fünfte: Schefatja,
der Sohn der Abital;
1. Kön 1,5

3:5 der sechste: Jitream, von Egla, der Frau Davids. Diese wurden David
geboren zu Hebron.

Abner geht zu David über

3:6 Solange der Kampf währte zwischen dem Hause Sauls und dem Hause
Davids, stärkte Abner das Haus Sauls.
(6 und 7) Kap 21,8; 3. Mose 18,20

3:7 Und Saul hatte eine Nebenfrau, die hieß Rizpa, eine Tochter Ajas.
Und Isch-Boschet sprach zu Abner: Warum bist du zu meines Vaters
Nebenfrau eingegangen?

3:8 Da wurde Abner sehr zornig über die Worte Isch-Boschets und sprach:
Bin ich denn ein Hundskopf aus Juda? Heute erweise ich mich
freundlich dem Hause Sauls, deines Vaters, und seinen Brüdern und
Freunden und habe dich nicht in Davids Hände gegeben, und du
rechnest mir heute eine Schuld an wegen eines Weibes?

3:9 Gott tue Abner dies und das, wenn ich nicht tue, wie der HERR dem
David geschworen hat,

3:10 daß das Königtum vom Hause Sauls genommen und der Thron Davids
aufgerichtet werde über Israel und Juda von Dan bis Beerscheba!

3:11 Da konnte er Abner kein Wort mehr antworten, so fürchtete er sich
vor ihm.

3:12 Und Abner sandte Boten für sich zu David und ließ ihm sagen: Wem
gehört das Land? Schließe du einen Bund mit mir; siehe, meine Hand
soll mit dir sein, daß ich dir ganz Israel zuführe.

3:13 David sprach: Gut, ich will einen Bund mit dir schließen. Aber eins
fordere ich von dir: Du sollst mein Angesicht nicht sehen, es sei
denn, du bringst Michal, Sauls Tochter, zu mir, wenn du kommst, mein
Angesicht zu sehen.

3:14 Auch sandte David Boten zu Isch-Boschet, dem Sohn Sauls, und ließ
ihm sagen: Gib mir meine Frau Michal, die ich mir gewonnen habe mit
hundert Vorhäuten der Philister.
1. Sam 18,25-27

3:15 Isch-Boschet sandte hin und ließ sie wegnehmen ihrem Mann Paltiël,
dem Sohn des Lajisch.
1. Sam 25,44

3:16 Und ihr Mann ging mit ihr und weinte hinter ihr her bis Bahurim. Da
sprach Abner zu ihm: Kehre um und geh heim! Und er kehrte um.

3:17 Und Abner besprach sich mit den Ältesten in Israel und sprach: Ihr
habt schon längst danach verlangt, daß David König über euch sei.

3:18 So tut's nun, denn der HERR hat von David gesagt: Durch die Hand
meines Knechtes David will ich mein Volk Israel erretten aus der
Hand der Philister und aller seiner Feinde.

3:19 Das tat Abner auch Benjamin kund und ging dann hin, um auch David in
Hebron alles kundzutun, was Israel und das ganze Haus Benjamin für
gut hielten.

3:20 Als nun Abner nach Hebron zu David kam und mit ihm zwanzig Mann,
machte ihnen David ein Mahl.

3:21 Und Abner sprach zu David: Ich will mich aufmachen und hingehen, um
ganz Israel zu meinem Herrn, dem König, zu sammeln, damit sie einen
Bund mit dir schließen, auf daß du König seist, wie es dein Herz
begehrt. Dann entließ David den Abner, so daß er hinging mit
Frieden.

Abners Tod

3:22 Und siehe, die Männer Davids und Joab kamen von einem Streifzug
zurück und brachten eine große Beute mit. Abner aber war nicht mehr
bei David in Hebron, sondern er hatte ihn entlassen, so daß er mit
Frieden weggegangen war.

3:23 Als aber Joab und das ganze Heer mit ihm kam, wurde ihm angesagt,
daß Abner, der Sohn Ners, zum König gekommen sei, und der habe ihn
entlassen, so daß er mit Frieden weggegangen war.

3:24 Da ging Joab zum König hinein und sprach: Was hast du getan? Siehe,
Abner ist zu dir gekommen; warum hast du ihn fortgelassen, daß er
weggegangen ist?

3:25 Kennst du Abner, den Sohn Ners, nicht? Er ist gekommen, dich zu
überlisten, daß er erkunde dein Kommen und Gehen und alles erfahre,
was du tust.

3:26 Und als Joab von David wegging, sandte er Abner Boten nach, um ihn
zurückzuholen von Bor-Sira; aber David wußte nichts davon.

3:27 Als nun Abner nach Hebron zurückkam, führte ihn Joab im Tor
beiseite, um heimlich mit ihm zu reden, und stach ihn dort in den
Leib, daß er starb, um des Blutes seines Bruders Asaël willen.
1. Kön 2,5; Kap 2,23

3:28 Als David das hernach erfuhr, sprach er: Ich und mein Königtum sind
unschuldig vor dem HERRN ewiglich an dem Blut Abners, des Sohnes
Ners;

3:29 es falle aber auf den Kopf Joabs und auf das ganze Haus seines
Vaters, und es soll nicht aufhören im Hause Joabs, daß einer
Eiterfluß und Aussatz habe oder am Stabe gehe oder durchs Schwert
falle oder an Brot Mangel habe!

3:30 Joab und sein Bruder Abischai hatten Abner nach dem Leben
getrachtet, weil er ihren Bruder Asaël im Kampf bei Gibeon getötet
hatte.
Ri 8,18-21; 2. Kön 14,5

3:31 David aber sprach zu Joab und allem Volk, das bei ihm war: Zerreißt
eure Kleider und gürtet euch den Sack um und haltet die Totenklage
um Abner! Und der König folgte der Bahre.

3:32 Und als sie Abner begruben in Hebron, erhob der König seine Stimme
und weinte bei dem Grabe Abners, und auch alles Volk weinte.

3:33 Und der König klagte um Abner und sprach: Mußte Abner sterben, wie
ein Gottloser stirbt?

3:34 Deine Hände waren nicht gebunden, deine Füße waren nicht in Ketten
gelegt. Und doch bist du gefallen, wie man vor Ruchlosen fällt. Da
beweinte ihn alles Volk noch mehr.

3:35 Als nun alles Volk kam, während es noch Tag war, um David zum Essen
zu nötigen, schwor David und sprach: Gott tue mir dies und das, wenn
ich Brot oder sonst etwas zu mir nehme, ehe die Sonne untergeht!

3:36 Und alles Volk nahm es wahr, und es gefiel ihnen gut, wie alles, was
der König tat, dem ganzen Volke wohlgefiel.

3:37 Und alles Volk und ganz Israel merkten an diesem Tage, daß es nicht
vom König ausgegangen war, daß Abner, der Sohn Ners, getötet wurde.

3:38 Und der König sprach zu seinen Männern: Wißt ihr nicht, daß an
diesem Tag ein Fürst und Großer gefallen ist in Israel?
1. Sam 26,15

3:39 Ich aber bin heute noch schwach, obwohl ich zum König gesalbt bin.
Aber diese Männer, die Söhne der Zeruja, sind härter als ich. Der
HERR vergelte dem, der Böses tut, nach seiner Bosheit.
Kap 2,18

Isch-Boschets Ende

4:1 Als aber der Sohn Sauls hörte, daß Abner in Hebron umgekommen war,
entfiel ihm der Mut, und ganz Israel erschrak.
Kap 3,27

4:2 Es hatte aber der Sohn Sauls zwei Männer als Hauptleute der
Streifscharen; der eine hieß Baana, der andere Rechab, Söhne Rimmons
von Beerot aus dem Stamm Benjamin. Denn Beerot wurde auch zu
Benjamin gerechnet;
Jos 9,17

4:3 dann aber flohen die Beerotiter nach Gittajim und wohnten dort
gastweise bis auf den heutigen Tag.
Neh 11,33

4:4 Auch hatte Jonatan, der Sohn Sauls, einen Sohn, der war lahm an
beiden Füßen; er war nämlich fünf Jahre alt, als die Kunde von Saul
und Jonatan aus Jesreel kam, und seine Amme hatte ihn aufgehoben und
war geflohen, und während sie eilends floh, fiel er hin und war
fortan lahm. Er hieß Mefi-Boschet.
Kap 9,3
Der Name lautet in 1. Chr 8,34; 9,40 Merib-Baal.

4:5 So gingen nun Rechab und Baana, die Söhne Rimmons von Beerot, hin
und kamen zum Hause Isch-Boschets, als der Tag am heißesten war;
und er schlief auf seinem Lager am Mittag.
Kap 2,8

4:6 Und die Pförtnerin des Hauses hatte Weizen gereinigt und war fest
eingeschlafen. Da schlichen sich Rechab und sein Bruder Baana hinein

4:7 und kamen ins Haus. Da lag er auf seinem Bett in seiner
Schlafkammer. Und sie stachen ihn tot und hieben ihm den Kopf ab und
nahmen seinen Kopf und gingen durch das Jordantal die ganze Nacht

4:8 und brachten das Haupt Isch-Boschets zu David nach Hebron und
sprachen zum König: Siehe, da ist das Haupt Isch-Boschets, des
Sohnes Sauls, deines Feindes, der dir nach dem Leben getrachtet hat.
Der HERR hat heute meinen Herrn, den König, gerächt an Saul und an
seinem Geschlecht.

4:9 Da antwortete ihnen David: So wahr der HERR lebt, der mich aus aller
Bedrängnis erlöst hat:

4:10 ich habe den, der mir verkündete: Saul ist tot, und meinte, er sei
ein guter Bote, ergriffen und getötet in Ziklag, dem ich doch Lohn
für eine gute Botschaft hätte geben sollen.
Kap 1,15

4:11 Und diese gottlosen Leute haben einen gerechten Mann in seinem Hause
auf seinem Lager getötet - sollte ich sein Blut nicht fordern von
euren Händen und euch von der Erde vertilgen?
Kap 3,32

4:12 Und David gebot seinen Leuten; die schlugen sie nieder und hieben
ihnen Hände und Füße ab und hängten sie auf am Teich bei Hebron.
Aber das Haupt Isch-Boschets nahmen sie und begruben es in Abners
Grab in Hebron.
5. Mose 21,22-23

David wird König über ganz Israel

(vgl. 1. Chr 11,1-3)
5:1 Und es kamen alle Stämme Israels zu David nach Hebron und sprachen:
Siehe, wir sind von deinem Gebein und deinem Fleisch.
Kap 19,13

5:2 Schon früher, als Saul über uns König war, führtest du Israel ins
Feld und wieder heim. Dazu hat der HERR dir gesagt: Du sollst mein
Volk Israel weiden und sollst Fürst sein über Israel.
1. Sam 18,13; 18,16; 1. Sam 13,14; 25,30

5:3 Und es kamen alle Ältesten in Israel zum König nach Hebron. Und der
König David schloß mit ihnen einen Bund in Hebron vor dem HERRN, und
sie salbten David zum König über Israel.
Kap 2,4; 1. Sam 16,13

5:4 Dreißig Jahre war David alt, als er König wurde, und regierte
vierzig Jahre.
(4 und 5) 1. Kön 2,11; 1. Chr 3,4; 29,27

5:5 Zu Hebron regierte er sieben Jahre und sechs Monate über Juda, und
zu Jerusalem regierte er dreiunddreißig Jahre über ganz Israel und
Juda.

David erobert Jerusalem

(vgl. 1. Chr 11,4-9; 14,1-7)
5:6 Und der König zog mit seinen Männern vor Jerusalem gegen die
Jebusiter, die im Lande wohnten. Sie aber sprachen zu David: Du
wirst nicht hier hereinkommen, sondern Blinde und Lahme werden dich
abwehren. Damit meinten sie, daß David nicht dort hineinkommen
könnte.
Jos 15,63; Ri 1,21; 19,10-12

5:7 David aber eroberte die Burg Zion; das ist Davids Stadt.

5:8 Da sprach David an diesem Tage: Wer die Jebusiter schlägt und durch
den Schacht hinaufsteigt und die Lahmen und Blinden erschlägt, die
David verhaßt sind, der soll Hauptmann und Oberster sein. Da stieg
Joab, der Sohn der Zeruja, zuerst hinauf und wurde Hauptmann. Daher
spricht man: Laß keinen Blinden und Lahmen ins Haus!
Der Text von »der soll Hauptmann« ab wurde aus 1. Chr 11,6
eingesetzt.

5:9 So wohnte David auf der Burg und nannte sie »Stadt Davids«. Und
David baute ringsumher, vom Millo an nach innen zu.

5:10 Und Davids Macht nahm immer mehr zu, und der HERR, der Gott
Zebaoth, war mit ihm.
Kap 3,1

5:11 Und Hiram, der König von Tyrus, sandte Boten zu David mit
Zedernholz, dazu Zimmerleute und Steinmetzen, daß sie David ein Haus
bauten.

5:12 Und David erkannte, daß der HERR ihn zum König über Israel bestätigt
und sein Königtum erhöht hatte um seines Volkes Israel willen.

5:13 Und David nahm noch mehr Frauen und Nebenfrauen in Jerusalem,
nachdem er von Hebron gekommen war, und es wurden ihm noch mehr
Söhne und Töchter geboren.
(13-16) Kap 3,2-5; 1. Chr 3,5-9

5:14 Dies sind die Namen der Söhne, die ihm zu Jerusalem geboren sind:
Schammua, Schobab, Nathan, Salomo,
Lk 3,31; Mt 1,6

5:15 Jibhar, Elischua, Nefeg, Jafia,

5:16 Elischama, Eljada, Elifelet.

Davids Sieg über die Philister

(vgl. 1. Chr 14,8-17)
5:17 Als die Philister hörten, daß man David zum König über Israel
gesalbt hatte, zogen sie alle herauf, um sich Davids zu bemächtigen.
Sobald das David erfuhr, zog er hinab nach der Bergfeste.
1. Sam 22,1; Kap 23,14

5:18 Aber die Philister kamen und breiteten sich aus in der Ebene
Refaïm.
Jos 15,8; 18,16

5:19 Und David befragte den HERRN und sprach: Soll ich hinaufziehen
gegen die Philister? Wirst du sie in meine Hand geben? Der HERR
sprach zu David: Zieh hinauf, ich werde die Philister in deine Hand
geben.
1. Sam 30,8

5:20 Und David kam nach Baal-Perazim und schlug sie dort und sprach: Der
HERR hat meine Feinde vor mir durchbrochen, wie Wasserfluten
durchbrechen. Daher nannte man den Ort »Baal-Perazim«.
Jes 28,21
d. h. »Herr der Durchbrüche«.

5:21 Und sie ließen ihre Götzenbilder dort zurück; David aber und seine
Männer nahmen sie mit.

5:22 Die Philister aber zogen abermals herauf und breiteten sich aus in
der Ebene Refaïm.

5:23 Und David befragte den HERRN; der sprach: Du sollst nicht
hinaufziehen ihnen entgegen, sondern komm von hinten über sie, daß
du sie angreifst vom Bakawalde her.

5:24 Und wenn du hörst, wie das Rauschen in den Wipfeln der Bakabäume
einhergeht, so eile; denn dann ist der HERR ausgezogen vor dir her,
zu schlagen das Heer der Philister.

5:25 David tat, wie der HERR ihm geboten hatte, und schlug die Philister
von Gibeon an bis hin nach Geser.
Ri 1,29

David holt die Bundeslade nach Jerusalem

(vgl. 1. Chr 13,1-14; 15,1-29; 16,1-6)
6:1 Und David sammelte abermals die ganze junge Mannschaft in Israel,
dreißigtausend Mann,

6:2 und machte sich auf und zog mit dem ganzen Volk, das bei ihm war,
nach Baala in Juda, um die Lade Gottes von dort heraufzuholen;
diese ist genannt nach dem Namen des HERRN Zebaoth, der über den
Cherubim thront.
Jos 15,9; 2. Mose 25,22

6:3 Und sie setzten die Lade Gottes auf einen neuen Wagen und holten
sie aus dem Hause Abinadabs, der auf dem Hügel wohnte. Usa aber und
Achjo, die Söhne Abinadabs, führten den neuen Wagen.
1. Sam 7,1

6:4 Und als sie ihn mit der Lade Gottes aus dem Hause Abinadabs führten,
der auf dem Hügel wohnte, und Achjo vor der Lade herging,

6:5 tanzten David und ganz Israel vor dem HERRN her mit aller Macht im
Reigen, mit Liedern, mit Harfen und Psaltern und Pauken und Schellen
und Zimbeln.

6:6 Und als sie zur Tenne Nachons kamen, griff Usa zu und hielt die Lade
Gottes fest, denn die Rinder glitten aus.

6:7 Da entbrannte des HERRN Zorn über Usa, und Gott schlug ihn dort,
weil er seine Hand nach der Lade ausgestreckt hatte, so daß er dort
starb bei der Lade Gottes.
1. Sam 6,19; 4. Mose 4,15

6:8 Da ergrimmte David, daß der HERR den Usa so wegriß, und man nannte
die Stätte »Perez-Usa« bis auf diesen Tag.
d. h. »Wegreißen Usas«.

6:9 Und David fürchtete sich vor dem HERRN an diesem Tage und sprach:
Wie soll die Lade des HERRN zu mir kommen?

6:10 Und er wollte sie nicht zu sich bringen lassen in die Stadt Davids,
sondern ließ sie bringen ins Haus Obed-Edoms, des Gatiters.

6:11 So blieb die Lade des HERRN drei Monate im Hause Obed-Edoms, des
Gatiters, und der HERR segnete ihn und sein ganzes Haus.

6:12 Und es wurde dem König David angesagt, daß der HERR das Haus
Obed-Edoms segnete und alles, was er hatte, um der Lade Gottes
willen. Da ging er hin und holte die Lade Gottes aus dem Hause
Obed-Edoms herauf in die Stadt Davids mit Freuden.

6:13 Und als die Träger mit der Lade des HERRN sechs Schritte gegangen
waren, opferte man einen Stier und ein fettes Kalb.
1. Kön 8,5

6:14 Und David tanzte mit aller Macht vor dem HERRN her und war umgürtet
mit einem leinenen Priesterschurz.
2. Mose 28,6; 1. Sam 2,18; 22,18

6:15 Und David mit dem ganzen Hause Israel führte die Lade des HERRN
herauf mit Jauchzen und Posaunenschall.

6:16 Und als die Lade des HERRN in die Stadt Davids kam, guckte Michal,
die Tochter Sauls, durchs Fenster und sah den König David springen
und tanzen vor dem HERRN und verachtete ihn in ihrem Herzen.

6:17 Als sie die Lade des HERRN hineinbrachten, stellten sie sie an ihren
Platz mitten in dem Zelt, das David für sie aufgeschlagen hatte. Und
David opferte Brandopfer und Dankopfer vor dem HERRN.

6:18 Und als David die Brandopfer und Dankopfer beendet hatte, segnete
er das Volk in dem Namen des HERRN Zebaoth,
1. Kön 8,55

6:19 und er ließ austeilen allem Volk, der ganzen Menge Israels, Mann und
Frau, einem jeden einen Brotkuchen, ein Stück Fleisch und einen
Rosinenkuchen. Danach kehrte alles Volk heim, ein jeder in sein
Haus.

6:20 Als aber David heimkam, seinem Haus den Segensgruß zu bringen, ging
Michal, die Tochter Sauls, heraus ihm entgegen und sprach: Wie
herrlich ist heute der König von Israel gewesen, als er sich vor den
Mägden seiner Männer entblößt hat, wie sich die losen Leute
entblößen!

6:21 David aber sprach zu Michal: Ich will vor dem HERRN tanzen, der mich
erwählt hat vor deinem Vater und vor seinem ganzen Hause, um mich
zum Fürsten zu bestellen über das Volk des HERRN, über Israel,
Kap 5,2

6:22 und ich will noch geringer werden als jetzt und will niedrig sein in
meinen Augen; aber bei den Mägden, von denen du geredet hast, will
ich zu Ehren kommen.

6:23 Aber Michal, Sauls Tochter, hatte kein Kind bis an den Tag ihres
Todes.

Gottes Verheißung für David und sein Königtum

(vgl. 1. Chr 17,1-14)
7:1 Als nun der König in seinem Hause saß und der HERR ihm Ruhe gegeben
hatte vor allen seinen Feinden umher,

7:2 sprach er zu dem Propheten Nathan: Sieh doch, ich wohne in einem
Zedernhause, und die Lade Gottes wohnt unter Zeltdecken.
Ps 132,3-5

7:3 Nathan sprach zu dem König: Wohlan, alles, was in deinem Herzen ist,
das tu, denn der HERR ist mit dir.

7:4 In der Nacht aber kam das Wort des HERRN zu Nathan:

7:5 Geh hin und sage zu meinem Knecht David: So spricht der HERR:
Solltest du mir ein Haus bauen, daß ich darin wohne?
1. Chr 22,8; 1. Kön 5,17

7:6 Habe ich doch in keinem Hause gewohnt seit dem Tag, da ich die
Israeliten aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, sondern ich bin
umhergezogen in einem Zelt als Wohnung.
1. Kön 8,16; 8,27; Jes 66,1

7:7 Habe ich die ganze Zeit, als ich mit den Israeliten umherzog, je
geredet zu einem der Richter Israels, denen ich befohlen hatte, mein
Volk Israel zu weiden, und gesagt: Warum baut ihr mir nicht ein
Zedernhaus?

7:8 Darum sollst du nun so zu meinem Knechte David sagen: So spricht der
HERR Zebaoth: Ich habe dich genommen von den Schafhürden, damit du
Fürst über mein Volk Israel sein sollst,
1. Sam 16,11-13; Kap 5,2

7:9 und bin mit dir gewesen, wo du hingegangen bist, und habe alle deine
Feinde vor dir ausgerottet; und ich will dir einen großen Namen
machen gleich dem Namen der Großen auf Erden.

7:10 Und ich will meinem Volk Israel eine Stätte geben und will es
pflanzen, daß es dort wohne und sich nicht mehr ängstigen müsse und
die Kinder der Bosheit es nicht mehr bedrängen. Und wie vormals,

7:11 seit der Zeit, da ich Richter über mein Volk Israel bestellt habe,
will ich dir Ruhe geben vor allen deinen Feinden. Und der HERR
verkündigt dir, daß der HERR dir ein Haus bauen will.

7:12 Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern schlafen
legst, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe
kommen wird; dem will ich sein Königtum bestätigen.
1. Kön 8,20

7:13 Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen
Königsthron bestätigen ewiglich.
1. Kön 5,19; 6,12; Ps 89,4-5; Jes 9,6

7:14 Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er
sündigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit menschlichen
Schlägen strafen;
Ps 2,7; 89,27; Lk 1,32; Hebr 1,5

7:15 aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie habe
weichen lassen von Saul, den ich vor dir weggenommen habe.
1. Sam 15,23; 15,26

7:16 Aber dein Haus und dein Königtum sollen beständig sein in Ewigkeit
vor mir, und dein Thron soll ewiglich bestehen.
Ps 72,1-17; Jes 55,3

7:17 Als Nathan alle diese Worte und dies Gesicht David gesagt hatte,

7:18 kam der König David und setzte sich vor dem HERRN nieder und
sprach: Wer bin ich, Herr HERR, und was ist mein Haus, daß du mich
bis hierher gebracht hast?
2. Mose 3,11

7:19 Aber nun hast du das noch für zu wenig gehalten, Herr HERR, und hast
dem Hause deines Knechtes sogar für die ferne Zukunft Zusagen
gegeben, und das nach Menschenweise, Herr HERR!

7:20 Und was soll David noch mehr reden mit dir? Du kennst ja deinen
Knecht, Herr HERR!

7:21 Um deines Wortes willen und nach deinem Herzen hast du alle diese
großen Dinge getan, um sie deinem Knecht kundzutun.

7:22 Darum bist du groß, Herr HERR! Denn es ist keiner wie du, und ist
kein Gott außer dir nach allem, was wir mit unsern Ohren gehört
haben.

7:23 Und wo ist ein Volk auf Erden wie dein Volk Israel, um
dessentwillen Gott hingegangen ist, es zu erlösen, daß es sein Volk
sei, und ihm einen Namen zu machen und so große und furchtbare Dinge
zu tun, damit du Völker und ihre Götter vertriebest vor deinem Volk,
das du dir aus Ägypten erlöst hast?
5. Mose 4,7

7:24 Und du hast dir dein Volk Israel zubereitet, dir zum Volk für ewig,
und du, HERR, bist ihr Gott geworden.

7:25 So bekräftige nun, HERR, Gott, das Wort in Ewigkeit, das du über
deinen Knecht und über sein Haus geredet hast, und tu, wie du
geredet hast!

7:26 So wird dein Name groß werden in Ewigkeit, daß man sagen wird: Der
HERR Zebaoth ist Gott über Israel, und das Haus deines Knechtes
David wird bestehen vor dir.

7:27 Denn du, HERR Zebaoth, du Gott Israels, hast das Ohr deines Knechts
geöffnet und gesagt: Ich will dir ein Haus bauen. Darum hat dein
Knecht sich ein Herz gefaßt, daß er dies Gebet zu dir gebetet hat.
Jes 50,5

7:28 Nun, Herr HERR, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit. Du hast
all dies Gute deinem Knecht zugesagt.
1. Kön 8,26

7:29 So fange nun an, zu segnen das Haus deines Knechts, damit es
ewiglich vor dir sei; denn du, Herr HERR, hast's geredet, und mit
deinem Segen wird deines Knechtes Haus gesegnet sein ewiglich.

Davids Kriege und Siege

(vgl. 1. Chr 18,1-13)
8:1 Und es begab sich danach, daß David die Philister schlug und sie
unterwarf und daß er den Dienstzaum den Philistern aus der Hand
nahm.

8:2 Er schlug auch die Moabiter und ließ sie sich auf den Boden legen
und maß sie mit der Meßschnur ab; und er maß zwei Schnurlängen ab,
so viele tötete er, und eine volle Schnurlänge, so viele ließ er am
Leben. So wurden die Moabiter David untertan, daß sie ihm Abgaben
bringen mußten.
1. Sam 22,3

8:3 David schlug auch Hadad-Eser, den Sohn Rehobs, den König von Zoba,
als er hinzog, um seine Macht wieder aufzurichten am Euphratstrom.
1. Sam 14,47

8:4 Und David nahm von ihnen gefangen tausendundsiebenhundert Gespanne
und zwanzigtausend Mann Fußvolk und lähmte alle Pferde und behielt
hundert übrig.
Jos 11,9

8:5 Es kamen aber die Aramäer von Damaskus, um Hadad-Eser, dem König von
Zoba, zu helfen. Und David schlug von den Aramäern
zweiundzwanzigtausend Mann.

8:6 Und er setzte Statthalter ein im Aramäerreich von Damaskus. So wurde
Aram David untertan, daß sie ihm Abgaben bringen mußten; denn der
HERR half David, wo er auch hinzog.

8:7 Und David nahm die goldenen Schilde, die Hadad-Esers Männer gehabt
hatten, und brachte sie nach Jerusalem.

8:8 Und von Tebach und Berotai, den Städten Hadad-Esers, nahm der König
David sehr viel Kupfer.

8:9 Als aber Toï, der König von Hamat, hörte, daß David die ganze
Streitmacht Hadad-Esers geschlagen hatte,

8:10 sandte er seinen Sohn Hadoram zum König David, ihm Frieden und Segen
zu wünschen, weil er gegen Hadad-Eser gekämpft und ihn geschlagen
hatte - denn Toï führte Krieg mit Hadad-Eser -, und Hadoram brachte
mit sich silberne, goldene und kupferne Kleinode.

8:11 Auch diese heiligte der König David dem HERRN samt dem Silber und
Gold, das er geheiligt hatte von allen Heiden, die er unterworfen
hatte,

8:12 von Edom, von Moab, von den Ammonitern, von den Philistern, von
Amalek und von dem, was er erbeutet hatte von Hadad-Eser, dem Sohn
Rehobs, dem König von Zoba.

8:13 So machte sich David einen Namen. Als er zurückkam vom Sieg über die
Aramäer, schlug er die Edomiter im Salztal, achtzehntausend Mann,
Ps 60,2

8:14 und setzte in ganz Edom Statthalter ein, und ganz Edom wurde David
untertan; denn der HERR half David, wo er auch hinzog.
1. Mose 27,40; 4. Mose 24,18

Davids Beamte

(vgl. 1. Chr 18,14-17)
8:15 So war David König über ganz Israel, und er schaffte Recht und
Gerechtigkeit seinem ganzen Volk.

8:16 Joab, der Sohn der Zeruja, war über das Heer gesetzt; Joschafat
aber, der Sohn Ahiluds, war Kanzler;
(16-18) Kap 20,23-26

8:17 Zadok, der Sohn Ahitubs, und Ahimelech, der Sohn Abjatars, waren
Priester; Seraja war Schreiber;
Kap 15,24; 1. Sam 22,20; 1. Kön 2,27

8:18 Benaja, der Sohn Jojadas, war über die Kreter und Pleter gesetzt;
auch die Söhne Davids sind Priester gewesen.
Kap 15,18

David holt Mefi-Boschet an seinen Hof

9:1 Und David sprach: Ist noch jemand übriggeblieben von dem Hause
Sauls, damit ich Barmherzigkeit an ihm tue um Jonatans willen?

9:2 Es war aber ein Knecht vom Hause Sauls, der hieß Ziba; den riefen
sie zu David. Und der König sprach zu ihm: Bist du Ziba? Er sprach:
Ja, dein Knecht ist es.
Kap 16,1

9:3 Der König sprach: Ist da noch jemand vom Hause Sauls, damit ich
Gottes Barmherzigkeit an ihm tue? Ziba sprach zum König: Es ist
noch ein Sohn Jonatans da, lahm an den Füßen.
Kap 4,4

9:4 Der König sprach zu ihm: Wo ist er? Ziba sprach zum König: Siehe, er
ist in Lo-Dabar im Hause Machirs, des Sohnes Ammiëls.
Kap 17,27

9:5 Da sandte der König David hin und ließ ihn holen von Lo-Dabar aus
dem Hause Machirs, des Sohnes Ammiëls.

9:6 Als nun Mefi-Boschet, der Sohn Jonatans, des Sohnes Sauls, zu David
kam, fiel er auf sein Angesicht und huldigte ihm. David aber sprach:
Mefi-Boschet! Er sprach: Hier bin ich, dein Knecht.

9:7 David sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, denn ich will
Barmherzigkeit an dir tun um deines Vaters Jonatan willen und will
dir den ganzen Besitz deines Vaters Saul zurückgeben; du aber sollst
täglich an meinem Tisch essen.

9:8 Er aber fiel nieder und sprach: Wer bin ich, dein Knecht, daß du
dich wendest zu einem toten Hunde, wie ich es bin?

9:9 Da rief der König den Ziba, den Knecht Sauls, und sprach zu ihm:
Alles, was Saul gehört hat und seinem ganzen Hause, hab ich dem Sohn
deines Herrn gegeben.
(9-11) Kap 19,29-30

9:10 So bearbeite ihm nun seinen Acker, du und deine Söhne und deine
Knechte, und bring die Ernte ein, damit es das Brot sei des Sohnes
deines Herrn und er sich davon nähre; aber Mefi-Boschet, der Sohn
deines Herrn, soll täglich an meinem Tisch essen. Ziba aber hatte
fünfzehn Söhne und zwanzig Knechte.

9:11 Und Ziba sprach zum König: Ganz so, wie mein Herr, der König, seinem
Knechte geboten hat, wird dein Knecht tun. Und Mefi-Boschet, sprach
David, esse an meinem Tische wie einer der Königssöhne.

9:12 Und Mefi-Boschet hatte einen kleinen Sohn, der hieß Micha. Und alle,
die im Hause Zibas wohnten, dienten Mefi-Boschet.

9:13 Mefi-Boschet aber wohnte hinfort in Jerusalem, denn er aß täglich an
des Königs Tisch. Und er war lahm an seinen beiden Füßen.
Vers 3

Davids Kampf mit den Ammonitern

(vgl. 1. Chr 19,1 - 20,3)
10:1 Und es begab sich danach, daß der König der Ammoniter starb, und
sein Sohn Hanun wurde König an seiner Statt.

10:2 Da sprach David: Ich will Hanun, dem Sohn des Nahasch, Freundschaft
erweisen, wie sein Vater mir Freundschaft erwiesen hat. Und er
sandte hin und ließ ihn durch seine Gesandten über seinen Vater
trösten. Als nun die Gesandten Davids ins Land der Ammoniter kamen,
1. Sam 11,1

10:3 sprachen die Obersten der Ammoniter zu ihrem Herrn Hanun: Meinst du,
daß David deinen Vater vor deinen Augen ehren wolle, wenn er Tröster
zu dir gesandt hat? Meinst du nicht, daß er dazu seine Boten zu dir
gesandt hat, damit er die Stadt erforsche und erkunde und zerstöre?

10:4 Da nahm Hanun die Gesandten Davids und ließ ihnen den Bart halb
abscheren und die Kleider halb abschneiden bis unter den Gürtel und
ließ sie gehen.

10:5 Als das David angesagt wurde, sandte er ihnen Boten entgegen; denn
die Männer waren sehr geschändet. Und der König ließ ihnen sagen:
Bleibt in Jericho, bis euer Bart gewachsen ist; dann kommt zurück.

10:6 Als aber die Ammoniter sahen, daß sie sich bei David in Verruf
gebracht hatten, sandten sie hin und warben an die Aramäer von
Bet-Rehob und die Aramäer von Zoba, zwanzigtausend Mann Fußvolk, und
von dem König von Maacha tausend Mann und von Tob zwölftausend Mann.

10:7 Als das David hörte, sandte er Joab mit dem ganzen Heer der
Kriegsleute.

10:8 Und die Ammoniter zogen aus und stellten sich auf zum Kampf vor dem
Eingang des Tores. Die Aramäer aber von Zoba, von Rehob, von Tob und
von Maacha standen für sich auf freiem Feld.

10:9 Als Joab nun sah, daß der Angriff gegen ihn gerichtet war von vorn
und von hinten, wählte er aus der ganzen jungen Mannschaft in Israel
einen Teil aus und stellte sich den Aramäern entgegen.

10:10 Und das übrige Kriegsvolk tat er unter die Hand seines Bruders
Abischai, daß er sie gegen die Ammoniter aufstelle,

10:11 und sprach: Werden mir die Aramäer überlegen sein, so komm mir zu
Hilfe; werden aber die Ammoniter dir überlegen sein, so will ich dir
zu Hilfe kommen.

10:12 Sei ganz getrost, damit wir die Stärkeren bleiben für unser Volk und
die Städte unseres Gottes. Der HERR aber tue, was ihm gefällt.

10:13 Und Joab rückte an mit dem Volk, das bei ihm war, um gegen die
Aramäer zu kämpfen, und sie flohen vor ihm.

10:14 Und als die Ammoniter sahen, daß die Aramäer flohen, flohen sie auch
vor Abischai in die Stadt hinein. Da ließ Joab ab von den Ammonitern
und kam nach Jerusalem.

10:15 Und als die Aramäer sahen, daß sie von Israel geschlagen waren,
sammelten sie sich.

10:16 Und Hadad-Eser sandte hin und ließ die Aramäer jenseits des Stromes
in den Kampf ziehen, und sie kamen nach Helam, und Schobach, der
Feldhauptmann Hadad-Esers, an ihrer Spitze.

10:17 Als das David angesagt wurde, sammelte er ganz Israel und zog über
den Jordan und kam nach Helam. Und die Aramäer stellten sich gegen
David auf, um mit ihm zu kämpfen.

10:18 Aber die Aramäer flohen vor Israel, und David vernichtete von den
Aramäern siebenhundert Wagen und vierzigtausend Mann; und Schobach,
den Feldhauptmann, erschlug er, daß er dort starb.

10:19 Als aber alle Könige, die unter Hadad-Eser waren, sahen, daß sie von
Israel geschlagen waren, machten sie Frieden mit Israel und wurden
ihm untertan. Und die Aramäer fürchteten sich, den Ammonitern
hinfort zu helfen.

Davids Ehebruch und Blutschuld

11:1 Und als das Jahr um war, zur Zeit, da die Könige ins Feld zu ziehen
pflegen, sandte David Joab und seine Männer mit ihm und ganz Israel,
damit sie das Land der Ammoniter verheerten und Rabba belagerten.
David aber blieb in Jerusalem.
1. Chr 20,1

11:2 Und es begab sich, daß David um den Abend aufstand von seinem Lager
und sich auf dem Dach des Königshauses erging; da sah er vom Dach
aus eine Frau sich waschen; und die Frau war von sehr schöner
Gestalt.
Mt 5,28-29

11:3 Und David sandte hin und ließ nach der Frau fragen, und man sagte:
Das ist doch Batseba, die Tochter Eliams, die Frau Urias, des
Hetiters.
Kap 23,39

11:4 Und David sandte Boten hin und ließ sie holen. Und als sie zu ihm
kam, wohnte er ihr bei; sie aber hatte sich gerade gereinigt von
ihrer Unreinheit. Und sie kehrte in ihr Haus zurück.
2. Mose 20,14; 3. Mose 20,10; 5. Mose 22,22; 3. Mose 15,19

11:5 Und die Frau ward schwanger und sandte hin und ließ David sagen: Ich
bin schwanger geworden.

11:6 David aber sandte zu Joab: Sende zu mir Uria, den Hetiter. Und Joab
sandte Uria zu David.

11:7 Und als Uria zu ihm kam, fragte David, ob es mit Joab und mit dem
Heer und mit dem Krieg gut stünde.

11:8 Und David sprach zu Uria: Geh hinab in dein Haus und wasch deine
Füße. Und als Uria aus des Königs Haus hinausging, wurde ihm ein
Geschenk des Königs nachgetragen.

11:9 Aber Uria legte sich schlafen vor der Tür des Königshauses, wo alle
Kriegsleute seines Herrn lagen, und ging nicht hinab in sein Haus.

11:10 Als man aber David ansagte: Uria ist nicht hinab in sein Haus
gegangen, sprach David zu ihm: Bist du nicht von weither gekommen?
Warum bist du nicht hinab in dein Haus gegangen?

11:11 Uria aber sprach zu David: Die Lade und Israel und Juda wohnen in
Zelten, und Joab, mein Herr, und meines Herrn Kriegsleute liegen auf
freiem Felde, und ich sollte in mein Haus gehen, um zu essen und zu
trinken und bei meinem Weibe zu liegen? So wahr der HERR lebt und so
wahr du lebst: ich tue so etwas nicht.

11:12 David sprach zu Uria: Bleib heute hier, morgen will ich dich gehen
lassen. So blieb Uria in Jerusalem an diesem Tage und auch am
nächsten.

11:13 Und David lud ihn ein, so daß er bei ihm aß und trank, und machte
ihn betrunken. Aber am Abend ging er hinaus, um sich schlafen zu
legen auf sein Lager bei den Männern seines Herrn, und ging nicht
hinab in sein Haus.

11:14 Am andern Morgen schrieb David einen Brief an Joab und sandte ihn
durch Uria.

11:15 Er schrieb aber in dem Brief: Stellt Uria vornehin, wo der Kampf am
härtesten ist, und zieht euch hinter ihm zurück, daß er erschlagen
werde und sterbe.
2. Mose 20,13

11:16 Als nun Joab die Stadt belagerte, stellte er Uria dorthin, wo er
wußte, daß streitbare Männer standen.

11:17 Und als die Männer der Stadt einen Ausfall machten und mit Joab
kämpften, fielen einige vom Volk, von den Männern Davids, und Uria,
der Hetiter, starb auch.

11:18 Da sandte Joab hin und ließ David alles sagen, was sich bei dem
Kampf begeben hatte,

11:19 und gebot dem Boten: Wenn du dem König alles bis zu Ende gesagt
hast, was sich bei dem Kampf begeben hat,

11:20 und siehst, daß der König zornig wird und zu dir spricht: Warum seid
ihr so nahe an die Stadt herangerückt im Kampf? Wißt ihr nicht, daß
von der Mauer geschossen wird?

11:21 Wer erschlug Abimelech, den Sohn Jerubbaals? Warf nicht ein Weib
einen Mühlstein auf ihn von der Mauer, so daß er in Tebez starb?
Warum seid ihr so nahe an die Mauer herangerückt?, - so sollst du
sagen: Auch dein Knecht Uria, der Hetiter, ist tot.
Ri 9,53-54

11:22 Der Bote ging hin und kam und sagte David alles, weswegen Joab ihn
gesandt hatte.

11:23 Und der Bote sprach zu David: Die Männer waren uns übermächtig und
zogen heraus aufs Feld gegen uns; wir aber gingen gegen sie an bis
an den Eingang des Tores.

11:24 Und die Schützen schossen von der Mauer auf deine Knechte und
töteten einige von den Männern des Königs, und auch Uria, dein
Knecht, der Hetiter, ist tot.

11:25 David sprach zum Boten: So sollst du Joab sagen: »Laß dir das nicht
leid sein, denn das Schwert frißt bald diesen, bald jenen. Fahre
fort mit dem Kampf gegen die Stadt und zerstöre sie.« So sollst du
ihm Mut zusprechen.

11:26 Und als Urias Frau hörte, daß ihr Mann Uria tot war, hielt sie die
Totenklage um ihren Eheherrn.

11:27 Sobald sie aber ausgetrauert hatte, sandte David hin und ließ sie in
sein Haus holen, und sie wurde seine Frau und gebar ihm einen Sohn.
Aber dem HERRN mißfiel die Tat, die David getan hatte.

Nathans Strafrede. David bekennt seine Sünde und empfängt Vergebung

12:1 Und der HERR sandte Nathan zu David. Als der zu ihm kam, sprach er
zu ihm: Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der
andere arm.
(1-6) 2. Mose 20,17

12:2 Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder;

12:3 aber der Arme hatte nichts als ein einziges kleines Schäflein, das
er gekauft hatte. Und er nährte es, daß es groß wurde bei ihm
zugleich mit seinen Kindern. Es aß von seinem Bissen und trank aus
seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und er hielt's wie eine
Tochter.

12:4 Als aber zu dem reichen Mann ein Gast kam, brachte er's nicht über
sich, von seinen Schafen und Rindern zu nehmen, um dem Gast etwas
zuzurichten, der zu ihm gekommen war, sondern er nahm das Schaf des
armen Mannes und richtete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war.

12:5 Da geriet David in großen Zorn über den Mann und sprach zu Nathan:
So wahr der HERR lebt: der Mann ist ein Kind des Todes, der das
getan hat!

12:6 Dazu soll er das Schaf vierfach bezahlen, weil er das getan und
sein eigenes geschont hat.
2. Mose 21,37

12:7 Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann! So spricht der HERR,
der Gott Israels: Ich habe dich zum König gesalbt über Israel und
habe dich errettet aus der Hand Sauls
1. Kön 20,40

12:8 und habe dir deines Herrn Haus gegeben, dazu seine Frauen, und habe
dir das Haus Israel und Juda gegeben; und ist das zu wenig, will ich
noch dies und das dazutun.

12:9 Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, daß du getan hast,
was ihm mißfiel? Uria, den Hetiter, hast du erschlagen mit dem
Schwert, seine Frau hast du dir zur Frau genommen, ihn aber hast du
umgebracht durchs Schwert der Ammoniter.
Kap 11,1-27; 1. Kön 15,5

12:10 Nun, so soll von deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen, weil
du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast,
daß sie deine Frau sei.
Kap 13,28-29; 18,14; 1. Kön 2,24-25; 2. Kön 25,7

12:11 So spricht der HERR: Siehe, ich will Unheil über dich kommen lassen
aus deinem eigenen Hause und will deine Frauen nehmen vor deinen
Augen und will sie deinem Nächsten geben, daß er bei ihnen liegen
soll an der lichten Sonne.
Kap 16,22; 20,3; Hiob 31,9-10

12:12 Denn du hast's heimlich getan, ich aber will dies tun vor ganz
Israel und im Licht der Sonne.

12:13 Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt gegen den HERRN.
Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR deine Sünde
weggenommen; du wirst nicht sterben.
Kap 24,10; Ps 51,3; Hes 18,21-23

12:14 Aber weil du die Feinde des HERRN durch diese Sache zum Lästern
gebracht hast, wird der Sohn, der dir geboren ist, des Todes
sterben.
Kap 11,27

12:15 Und Nathan ging heim. Und der HERR schlug das Kind, das Urias Frau
David geboren hatte, so daß es todkrank wurde.

12:16 Und David suchte Gott um des Knäbleins willen und fastete, und wenn
er heimkam, lag er über Nacht auf der Erde.

12:17 Da traten herzu die Ältesten seines Hauses und wollten ihn
aufrichten von der Erde; er aber wollte nicht und aß auch nicht mit
ihnen.

12:18 Am siebenten Tage aber starb das Kind. Und die Männer Davids
fürchteten sich, ihm zu sagen, daß das Kind tot sei; denn sie
dachten: Siehe, als das Kind noch am Leben war, redeten wir mit ihm,
und er hörte nicht auf uns; wie könnten wir ihm nun sagen: Das Kind
ist tot! Er könnte ein Unheil anrichten.

12:19 Als aber David sah, daß seine Männer leise redeten, merkte er, daß
das Kind tot sei, und sprach zu seinen Männern: Ist das Kind tot?
Sie sprachen: Ja.

12:20 Da stand David von der Erde auf und wusch sich und salbte sich und
zog andere Kleider an und ging in das Haus des HERRN und betete an.
Und als er wieder heimkam, ließ er sich Speise auftragen und aß.

12:21 Da sprachen seine Männer zu ihm: Was soll das, was du tust? Als das
Kind lebte, hast du gefastet und geweint; nun es aber gestorben ist,
stehst du auf und issest?

12:22 Er sprach: Als das Kind noch lebte, fastete ich und weinte; denn ich
dachte: Wer weiß, ob mir der HERR nicht gnädig wird und das Kind am
Leben bleibt.

12:23 Nun es aber tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es wieder
zurückholen? Ich werde wohl zu ihm fahren; es kommt aber nicht
wieder zu mir zurück.

12:24 Und als David seine Frau Batseba getröstet hatte, ging er zu ihr
hinein und wohnte ihr bei. Und sie gebar einen Sohn, den nannte er
Salomo. Und der HERR liebte ihn.

12:25 Und er tat ihn unter die Hand des Propheten Nathan; der nannte ihn
Jedidja um des HERRN willen.
d. h. »Geliebter des Herrn«.

Eroberung der Hauptstadt der Ammoniter

(vgl. 1. Chr 20,1-3)
12:26 So kämpfte nun Joab gegen Rabba, die Stadt der Ammoniter, und
eroberte die Königsstadt
Kap 11,1; Jer 49,2

12:27 und sandte Boten zu David und ließ ihm sagen: Ich habe gekämpft
gegen Rabba und schon die Wasserstadt eingenommen.

12:28 So bring nun das übrige Kriegsvolk zusammen und belagere die Stadt
und erobere sie, damit nicht ich sie erobere und mein Name über ihr
ausgerufen werde.

12:29 So brachte David das ganze Kriegsvolk zusammen und zog hin und
kämpfte gegen Rabba und eroberte es

12:30 und nahm seinem König die Krone vom Haupt; die war an Gewicht einen
Zentner Gold schwer, und an ihr war ein Edelstein; und sie wurde
David aufs Haupt gesetzt. Und er führte aus der Stadt viel Beute
weg.

12:31 Aber das Volk darin führte er heraus und stellte sie als
Fronarbeiter an die Sägen, die eisernen Pickel und an die eisernen
Äxte und ließ sie an den Ziegelöfen arbeiten. So tat er mit allen
Städten der Ammoniter. Danach kehrten David und das ganze Kriegsvolk
nach Jerusalem zurück.

Amnons Schandtat an Absaloms Schwester

13:1 Und es begab sich danach: Absalom, der Sohn Davids, hatte eine
schöne Schwester, die Tamar hieß; und Amnon, der Sohn Davids, gewann
sie lieb.
Kap 3,2-3

13:2 Und Amnon grämte sich, so daß er fast krank wurde, um seiner
Schwester Tamar willen; denn sie war eine Jungfrau, und es schien
Amnon unmöglich zu sein, ihr etwas anzutun.

13:3 Amnon aber hatte einen Freund, der hieß Jonadab, ein Sohn von
Davids Bruder Schamma, und dieser Jonadab war ein sehr erfahrener
Mann.
1. Sam 17,13

13:4 Der sprach zu ihm: Warum wirst du so mager von Tag zu Tag, du
Königssohn? Willst du mir's nicht sagen? Da sprach Amnon zu ihm: Ich
habe Tamar, die Schwester meines Bruders Absalom, liebgewonnen.

13:5 Jonadab sprach zu ihm: Lege dich auf dein Bett und stelle dich
krank. Wenn dann dein Vater kommt, dich zu besuchen, so sprich zu
ihm: Laß doch meine Schwester Tamar kommen, damit sie mir
Krankenkost gebe und vor meinen Augen das Essen bereite, daß ich
zusehe und von ihrer Hand nehme und esse.

13:6 So legte sich Amnon hin und stellte sich krank. Als nun der König
kam, ihn zu besuchen, sprach Amnon zum König: Laß doch meine
Schwester Tamar kommen, daß sie vor meinen Augen einen Kuchen oder
zwei mache und ich von ihrer Hand nehme und esse.

13:7 Da sandte David zu Tamar ins Haus und ließ ihr sagen: Geh hin ins
Haus deines Bruders Amnon und mache ihm eine Krankenspeise.

13:8 Tamar ging hin ins Haus ihres Bruders Amnon; er aber lag zu Bett.
Und sie nahm den Teig und knetete ihn und bereitete ihn vor seinen
Augen und backte die Kuchen.

13:9 Und sie nahm die Pfanne und schüttete sie vor ihm aus; aber er
weigerte sich zu essen. Und Amnon sprach: Laßt jedermann von mir
hinausgehen. Und es ging jedermann von ihm hinaus.

13:10 Da sprach Amnon zu Tamar: Bringe die Krankenspeise in die Kammer,
damit ich von deiner Hand nehme und esse. Da nahm Tamar die Kuchen,
die sie gemacht hatte, und brachte sie zu Amnon, ihrem Bruder, in
die Kammer.

13:11 Und als sie diese zu ihm brachte, damit er esse, ergriff er Tamar
und sprach zu ihr: Komm, meine Schwester, lege dich zu mir!
(11 und 12) 3. Mose 18,9

13:12 Sie aber sprach zu ihm: Nicht doch, mein Bruder, schände mich nicht;
denn so tut man nicht in Israel. Tu nicht solch eine Schandtat!

13:13 Wo soll ich mit meiner Schande hin? Und du wirst in Israel sein wie
ein Ruchloser. Rede aber mit dem König, der wird mich dir nicht
versagen.

13:14 Aber er wollte nicht auf sie hören und ergriff sie und überwältigte
sie und wohnte ihr bei.

13:15 Und Amnon wurde ihrer überdrüssig, so daß sein Widerwille größer war
als vorher seine Liebe. Und Amnon sprach zu ihr: Auf, geh deiner
Wege!

13:16 Sie aber sprach zu ihm: Daß du mich von dir stößt, dies Unrecht ist
größer als das andere, das du an mir getan hast. Aber er wollte
nicht auf sie hören,

13:17 sondern rief seinen Diener, der ihm aufwartete, und sprach: Treibe
diese von mir hinaus und schließ die Tür hinter ihr zu!

13:18 Und sie hatte ein Ärmelkleid an; denn solche Kleider trugen des
Königs Töchter, solange sie Jungfrauen waren. Und als sein Diener
sie hinausgetrieben und die Tür hinter ihr zugeschlossen hatte,

13:19 warf Tamar Asche auf ihr Haupt und zerriß das Ärmelkleid, das sie
anhatte, und legte ihre Hand auf das Haupt und ging laut schreiend
davon.

13:20 Und ihr Bruder Absalom sprach zu ihr: Ist dein Bruder Amnon bei dir
gewesen? Nun, meine Schwester, schweig still; es ist dein Bruder,
nimm dir die Sache nicht so zu Herzen. So blieb Tamar einsam im
Hause ihres Bruders Absalom.

13:21 Und als der König David dies alles hörte, wurde er sehr zornig. Aber
er tat seinem Sohn Amnon nichts zuleide, denn er liebte ihn, weil er
sein Erstgeborener war. Doch Absalom redete nicht mit Amnon, weder
Böses noch Gutes.

13:22 Denn Absalom haßte Amnon, weil er seine Schwester Tamar geschändet
hatte.

Absaloms Rache an Amnon

13:23 Nach zwei Jahren aber hatte Absalom Schafschur in Baal-Hazor, das
bei Ephraim liegt. Und Absalom lud alle Söhne des Königs ein

13:24 und kam zum König und sprach: Siehe, dein Knecht hat Schafschur; der
König und seine Großen mögen mit seinem Knecht hingehen.

13:25 Der König aber sprach zu Absalom: Nicht doch, mein Sohn, laß uns
nicht alle gehen, damit wir dich nicht beschweren. Und obgleich er
ihn nötigte, wollte er doch nicht hingehen, sondern entließ ihn mit
seinem Segen.

13:26 Absalom sprach: Soll dann nicht mein Bruder Amnon mit uns gehen? Der
König sprach zu ihm: Warum soll er mit dir gehen?

13:27 Da nötigte ihn Absalom, daß er Amnon und alle Söhne des Königs mit
ihm gehen ließ. Und Absalom machte ein Mahl, wie wenn der König ein
Mahl gibt.

13:28 Absalom aber gebot seinen Leuten: Seht darauf, wenn Amnon guter
Dinge wird vom Wein und ich zu euch spreche: Schlagt Amnon nieder!,
so sollt ihr ihn töten. Fürchtet euch nicht, denn ich hab's euch
geboten; seid nur getrost und geht tapfer dran!
3. Mose 20,17

13:29 So taten die Leute Absaloms mit Amnon, wie ihnen Absalom geboten
hatte. Da sprangen alle Söhne des Königs auf, und jeder setzte sich
auf sein Maultier, und sie flohen.

13:30 Und als sie noch auf dem Wege waren, kam das Gerücht vor David,
Absalom habe alle Söhne des Königs erschlagen, daß nicht einer von
ihnen übriggeblieben sei.

13:31 Da stand der König auf und zerriß seine Kleider und legte sich auf
die Erde, und alle seine Großen, die um ihn her standen, zerrissen
ihre Kleider.

13:32 Da hob Jonadab, der Sohn Schammas, des Bruders Davids, an und
sprach: Mein Herr denke nicht, daß alle jungen Männer, die Söhne des
Königs, tot sind; sondern Amnon allein wird tot sein. Denn das hatte
Absalom im Sinn von dem Tage an, da jener seine Schwester Tamar
geschändet hatte.

13:33 So möge nun mein Herr, der König, nicht meinen, daß alle Söhne des
Königs tot seien, sondern Amnon allein ist tot.

13:34 Absalom aber floh. Und als der Knecht auf der Warte seine Augen
aufhob und ausschaute, siehe, da war viel Volk auf dem Wege nach
Horonajim, am Abhang.

13:35 Da sprach Jonadab zum König: Siehe, die Söhne des Königs kommen; wie
dein Knecht gesagt hat, so ist's ergangen.

13:36 Und nachdem er das gesagt hatte, siehe, da kamen die Söhne des
Königs und erhoben ihre Stimme und weinten. Der König und alle seine
Großen weinten auch gar sehr.

13:37 Absalom aber floh und ging zu Talmai, dem Sohn Ammihuds, dem König
von Geschur. David aber trug Leid um seinen Sohn alle Tage.
Kap 3,3; Kap 14,23; Jos 13,11

Joab erwirbt Gnade für Absalom

13:38 Als aber Absalom geflohen und nach Geschur gezogen war, blieb er
dort drei Jahre.

13:39 Und der König David hörte auf, Absalom zu grollen; denn er hatte
sich getröstet über Amnon, daß er tot war.

14:1 Joab aber, der Sohn der Zeruja, merkte, daß des Königs Herz an
Absalom hing,

14:2 und sandte hin nach Tekoa und ließ von dort eine kluge Frau holen
und sprach zu ihr: Stelle dich wie eine Trauernde und zieh
Trauerkleider an und salbe dich nicht mit Öl, sondern stelle dich
wie ein Weib, das eine lange Zeit Leid getragen hat um einen Toten.

14:3 Und du sollst zum König hineingehen und mit ihm reden so und so. Und
Joab legte ihr die Worte in den Mund, die sie reden sollte.

14:4 Und als die Frau aus Tekoa zum König kam, fiel sie auf ihr Antlitz
zur Erde und huldigte ihm und sprach: Hilf mir, König!

14:5 Der König sprach zu ihr: Was hast du? Sie sprach: Ach, ich bin eine
Witwe, und mein Mann ist gestorben.

14:6 Und deine Magd hatte zwei Söhne, die zankten miteinander auf dem
Felde, und weil keiner da war, der zwischen ihnen schlichtete,
schlug der eine seinen Bruder nieder und tötete ihn.

14:7 Und siehe, nun steht die ganze Sippe auf gegen deine Magd, und sie
sagen: Gib den her, der seinen Bruder erschlagen hat, damit wir ihn
töten für das Leben seines Bruders, den er umgebracht hat; so wollen
sie auch den Erben vertilgen und den Funken auslöschen, der mir noch
übriggeblieben ist, so daß meinem Mann kein Name und kein Nachkomme
bleibt auf Erden.
5. Mose 19,11-13

14:8 Der König sprach zu der Frau: Geh heim, ich will die Sache für dich
ordnen.

14:9 Und die Frau aus Tekoa sprach zum König: Mein Herr und König, die
Schuld wird man auf mich und meines Vaters Haus legen, den König
aber und seinen Thron ohne Schuld sein lassen.

14:10 Der König sprach: Wer gegen dich redet, den bringe zu mir; er soll
dich nicht mehr antasten.

14:11 Sie sprach: Der König möge doch den Namen des HERRN, seines Gottes,
nennen, damit der Bluträcher nicht noch mehr Verderben anrichte und
sie meinen Sohn nicht vertilgen. Er sprach: So wahr der HERR lebt:
es soll kein Haar von deinem Sohn auf die Erde fallen.
4. Mose 35,19-21

14:12 Und die Frau sprach: Laß deine Magd meinem Herrn und König etwas
sagen. Er sprach: Sage an!

14:13 Die Frau sprach: Warum bist du so gesinnt gegen Gottes Volk? Denn da
der König nun ein solches Urteil gefällt hat, ist er wie ein
Schuldiger, wenn er den nicht zurückholen läßt, den er verstoßen
hat.

14:14 Denn wir sterben des Todes und sind wie Wasser, das auf die Erde
gegossen wird und das man nicht wieder sammeln kann; aber Gott will
nicht das Leben wegnehmen, sondern er ist darauf bedacht, daß das
Verstoßene nicht auch von ihm verstoßen werde.
Hes 18,23

14:15 So bin ich nun gekommen, mit meinem Herrn und König solches zu
reden; denn das Volk macht mir angst. Deine Magd dachte: Ich will
mit dem König reden; vielleicht wird er tun, was seine Magd sagt.

14:16 Denn der König wird seine Magd erhören, daß er mich errette aus der
Hand aller, die mich samt meinem Sohn vertilgen wollen vom Erbe
Gottes.

14:17 Und deine Magd dachte: Meines Herrn, des Königs, Wort soll mir ein
Trost sein; denn mein Herr, der König, ist wie der Engel Gottes,
daß er Gutes und Böses unterscheiden kann. Der HERR, dein Gott, möge
mit dir sein!
Kap 19,28; 1. Sam 29,9

14:18 Der König antwortete und sprach zu der Frau: Verhehle mir nicht, was
ich dich frage. Die Frau sprach: Mein Herr, der König, rede!

14:19 Der König sprach: Ist nicht die Hand Joabs mit dir in alledem? Die
Frau antwortete: So wahr du lebst, mein Herr und König: man kann
nicht vorüber an dem, was mein Herr und König geredet hat, weder zur
Rechten noch zur Linken. Ja, dein Knecht Joab hat mir's geboten, und
er hat alle diese Worte deiner Magd in den Mund gelegt.

14:20 Daß ich diese Sache so wenden sollte, das hat dein Knecht Joab
gemacht. Aber mein Herr gleicht an Weisheit dem Engel Gottes, so
daß er alles weiß, was auf Erden geschieht.
Vers 17

14:21 Da sprach der König zu Joab: Siehe, ich will es tun; so geh hin und
bringe meinen Sohn Absalom zurück.

14:22 Da fiel Joab auf sein Antlitz zur Erde, huldigte und dankte dem
König und sprach: Heute erkennt dein Knecht, daß ich Gnade gefunden
habe vor deinen Augen, mein Herr und König, da der König tut, was
sein Knecht sagt.

14:23 So machte sich Joab auf und zog nach Geschur und brachte Absalom
nach Jerusalem.
Kap 13,37

14:24 Aber der König sprach: Laß ihn wieder in sein Haus gehen, doch mein
Angesicht soll er nicht sehen. So kam Absalom wieder in sein Haus,
doch des Königs Angesicht sah er nicht.

14:25 Es war aber in ganz Israel kein Mann so schön wie Absalom, und er
hatte dieses Lob vor allen; von der Fußsohle bis zum Scheitel war
nicht ein Fehl an ihm.

14:26 Und wenn man sein Haupt schor - das geschah alle Jahre, denn es war
ihm zu schwer, so daß man es abscheren mußte -, so wog sein
Haupthaar zweihundert Lot nach dem königlichen Gewicht.

14:27 Und Absalom wurden drei Söhne geboren und eine Tochter, die hieß
Tamar, und sie war ein schönes Mädchen.
Kap 13,1

14:28 Und Absalom wohnte zwei Jahre in Jerusalem, ohne des Königs
Angesicht zu sehen.

14:29 Und Absalom sandte zu Joab, um ihn zum König zu senden; aber Joab
wollte nicht zu ihm kommen. Er aber sandte zum zweitenmal; aber er
wollte immer noch nicht kommen.

14:30 Da sprach er zu seinen Knechten: Seht das Stück Acker Joabs neben
meinem; er hat Gerste darauf. So geht hin und steckt's in Brand. Da
steckten die Knechte Absaloms das Stück in Brand.

14:31 Da machte sich Joab auf und kam zu Absalom ins Haus und sprach zu
ihm: Warum haben deine Knechte mein Feld in Brand gesteckt?

14:32 Absalom sprach zu Joab: Siehe, ich sandte zu dir und ließ dir sagen:
Komm her, damit ich dich zum König sende und fragen lasse: Warum bin
ich von Geschur hierhergekommen? Es wäre mir besser, daß ich noch
dort wäre. So laß mich nun das Angesicht des Königs sehen; liegt
aber eine Schuld auf mir, so soll er mich töten.

14:33 Und Joab ging hinein zum König und sagte es ihm an. Und er rief
Absalom, daß er hinein zum König kam; und er fiel nieder vor dem
König auf sein Antlitz zur Erde, und der König küßte Absalom.

Absaloms Aufruhr

15:1 Und es begab sich danach, daß Absalom sich einen Wagen anschaffte
und Rosse und fünfzig Mann, die seine Leibwache waren.
1. Kön 1,5

15:2 Auch machte sich Absalom des Morgens auf und trat an den Weg bei dem
Tor. Und wenn jemand einen Rechtshandel hatte und deshalb zum König
vor Gericht gehen wollte, rief ihn Absalom zu sich und sprach: Aus
welcher Stadt bist du? Wenn der dann sprach: Dein Knecht ist aus dem
und dem Stamm Israels,

15:3 so sprach Absalom zu ihm: Siehe, deine Sache ist gut und recht; aber
du hast keinen beim König, der dich hört.

15:4 Und Absalom sprach: Oh, wer setzt mich zum Richter im Lande, daß
jedermann zu mir käme, der eine Sache und Gerichtshandel hat, damit
ich ihm zum Recht hülfe!

15:5 Und wenn jemand ihm nahte und vor ihm niederfallen wollte, so
streckte er seine Hand aus und ergriff ihn und küßte ihn.

15:6 Auf diese Weise tat Absalom mit ganz Israel, wenn sie vor Gericht
kamen zum König. So stahl Absalom das Herz der Männer Israels.

15:7 Nach vier Jahren sprach Absalom zum König: Ich will hingehen und
mein Gelübde in Hebron erfüllen, das ich dem HERRN gelobt habe.

15:8 Denn dein Knecht hat ein Gelübde getan, als ich in Geschur in Aram
wohnte, und gesprochen: Wenn mich der HERR nach Jerusalem
zurückbringt, so will ich dem HERRN einen Gottesdienst halten.
1. Mose 28,20-21; Kap 13,37-38

15:9 Der König sprach zu ihm: Geh hin mit Frieden! Und er machte sich auf
und ging nach Hebron.

15:10 Absalom aber hatte heimlich Boten ausgesandt in alle Stämme Israels
und sagen lassen: Wenn ihr den Schall der Posaune hört, so ruft:
Absalom ist König geworden zu Hebron.

15:11 Es gingen aber mit Absalom zweihundert Mann von Jerusalem, die
geladen waren, und sie gingen ohne Argwohn und wußten nichts von der
Sache.

15:12 Als aber Absalom die Opfer darbrachte, sandte er auch zu Ahitofel,
dem Giloniter, Davids Ratgeber, und ließ ihn holen aus seiner Stadt
Gilo. Und die Verschwörung wurde stark, und es sammelte sich immer
mehr Volk um Absalom.
Kap 23,34; Jos 15,51

David verläßt Jerusalem

15:13 Da kam einer, der sagte es David an und sprach: Jedermanns Herz in
Israel hat sich Absalom zugewandt.

15:14 David aber sprach zu allen seinen Großen, die bei ihm in Jerusalem
waren: Auf, laßt uns fliehen! Denn hier wird kein Entrinnen sein vor
Absalom. Eilt, daß wir gehen, damit er uns nicht einholt und uns
ergreift und Unheil über uns bringt und die Stadt schlägt mit der
Schärfe des Schwerts.

15:15 Da sprachen die Großen des Königs zu ihm: Ganz wie unser Herr und
König will; siehe, wir sind deine Knechte.

15:16 Und der König zog hinaus und sein ganzes Haus ihm nach. Der König
aber ließ zehn Nebenfrauen zurück, um das Haus zu bewahren.

15:17 Und als der König und alles Volk, das ihm nachfolgte, hinauskamen,
blieben sie stehen beim letzten Hause.

15:18 Und alle seine Großen blieben an seiner Seite; aber alle Kreter und
Pleter, auch alle Gatiter, sechshundert Mann, die von Gat ihm
nachgefolgt waren, zogen an dem König vorüber.
Kap 8,18

15:19 Und der König sprach zu Ittai, dem Gatiter: Warum gehst auch du
mit uns? Kehre um und bleibe bei dem neuen König, denn du bist ein
Ausländer und von deiner Heimat hierher gezogen.
Kap 18,2; 1. Sam 27,2

15:20 Gestern bist du gekommen, und heute sollte ich dich mit uns hin und
her ziehen lassen? Denn ich muß gehen, wohin ich gehen kann. Kehre
um und nimm deine Brüder mit dir; dir widerfahre Barmherzigkeit und
Treue.

15:21 Ittai antwortete dem König und sprach: So wahr der HERR lebt, und so
wahr mein Herr und König lebt: wo immer mein Herr, der König, ist,
es gerate zum Tod oder zum Leben, da wird dein Knecht auch sein.

15:22 David sprach zu Ittai: So komm und zieh vorüber! Da zog Ittai, der
Gatiter, vorüber, und alle seine Männer und der ganze Haufe von
Frauen und Kindern, die bei ihm waren.

15:23 Und das ganze Land weinte mit lauter Stimme, während das ganze
Kriegsvolk vorüberzog. Und der König ging über den Bach Kidron, und
das ganze Kriegsvolk zog weiter auf dem Wege, der zur Wüste geht.

15:24 Und siehe, Zadok war auch da und alle Leviten, die bei ihm waren,
und sie trugen die Lade des Bundes Gottes und stellten sie nieder.
Und Abjatar brachte Opfer dar, bis das ganze Kriegsvolk aus der
Stadt vorübergezogen war.

15:25 Aber der König sprach zu Zadok: Bringe die Lade Gottes in die Stadt
zurück. Werde ich Gnade finden vor dem HERRN, so wird er mich
zurückbringen, daß ich sie und ihre Stätte wiedersehe.

15:26 Spricht er aber: Ich habe kein Wohlgefallen an dir - siehe, hier bin
ich. Er mach's mit mir, wie es ihm wohlgefällt.

15:27 Und der König sprach zu dem Priester Zadok: Wohlan, du und Abjatar,
kehrt zurück in die Stadt mit Frieden und mit euch eure beiden
Söhne, Ahimaaz, dein Sohn, und Jonatan, der Sohn Abjatars!
1. Kön 1,42

15:28 Siehe, ich will warten bei den Furten in der Wüste, bis von euch
Botschaft zu mir kommt.

15:29 So brachten Zadok und Abjatar die Lade Gottes zurück nach Jerusalem
und blieben dort.

15:30 David aber ging den Ölberg hinan und weinte, und sein Haupt war
verhüllt, und er ging barfuß. Auch alle vom Volk, die bei ihm waren,
hatten ihr Haupt verhüllt und gingen hinan und weinten.

15:31 Und als David gesagt wurde, daß Ahitofel im Bund mit Absalom sei,
sprach er: HERR, mache den Ratschlag Ahitofels zur Torheit!
Kap 17,14

15:32 Und als David auf die Höhe kam, wo man Gott anzubeten pflegte,
siehe, da begegnete ihm Huschai, der Arkiter, mit zerrissenem Rock
und Erde auf seinem Haupt.
1. Kön 3,2; Jos 16,2

15:33 Und David sprach zu ihm: Wenn du mit mir gehst, wirst du mir eine
Last sein.

15:34 Wenn du aber in die Stadt zurückkehrst und zu Absalom sprichst: Ich
will dein Knecht sein, König; wie ich zuvor deines Vaters Knecht
war, will ich nun dein Knecht sein -, so könntest du mir zugut den
Ratschlag Ahitofels zunichte machen.
Kap 17,7

15:35 Auch sind die Priester Zadok und Abjatar mit dir. Alles, was du
hörst aus des Königs Hause, sollst du den Priestern Zadok und
Abjatar sagen.

15:36 Siehe, es sind bei ihnen ihre beiden Söhne: Ahimaaz, Zadoks Sohn,
und Jonatan, Abjatars Sohn. Durch die könnt ihr mir alles zukommen
lassen, was ihr hören werdet.
Kap 17,15-21

15:37 So kam Huschai, der Freund Davids, in die Stadt. Und Absalom zog in
Jerusalem ein.
1. Chr 27,33

David auf der Flucht zum Jordan

16:1 Und als David ein wenig über die Höhe hinabgegangen war, siehe, da
begegnete ihm Ziba, der Knecht Mefi-Boschets, mit einem Paar
gesattelter Esel; darauf waren zweihundert Brote und hundert
Rosinenkuchen und hundert frische Früchte und ein Schlauch Wein.
Kap 9,2

16:2 Da sprach der König zu Ziba: Was willst du damit machen? Ziba
sprach: Die Esel sollen für das Haus des Königs sein, um darauf zu
reiten, und die Brote und die Früchte sind für die Leute zum Essen
und der Wein zum Trinken, wenn sie müde werden in der Wüste.

16:3 Der König sprach: Wo ist der Sohn deines Herrn? Ziba sprach zum
König: Siehe, er blieb in Jerusalem; denn er denkt: Heute wird mir
das Haus Israel meines Vaters Königtum zurückgeben.
(3 und 4) Kap 19,25-31

16:4 Der König sprach zu Ziba: Siehe, es soll dein sein alles, was
Mefi-Boschet hat. Ziba sprach: Ich neige mich; laß mich auch ferner
Gnade finden vor dir, mein Herr und König.

16:5 Als aber der König David nach Bahurim kam, siehe, da kam ein Mann
von dort heraus, vom Geschlecht des Hauses Saul, der hieß Schimi,
der Sohn Geras; der kam heraus und fluchte
1. Kön 2,8-9; 2. Mose 22,27

16:6 und warf mit Steinen nach David und allen Großen des Königs David,
obwohl das ganze Kriegsvolk und alle seine Helden zu seiner Rechten
und Linken waren.

16:7 So aber rief Schimi, als er fluchte: Hinaus, hinaus, du Bluthund, du
ruchloser Mann!

16:8 Der HERR hat über dich gebracht alles Blut des Hauses Sauls, an
dessen Statt du König geworden bist. Jetzt hat der HERR das Königtum
gegeben in die Hand deines Sohnes Absalom; und siehe, nun steckst du
in deinem Unglück, denn du bist ein Bluthund.

16:9 Aber Abischai, der Sohn der Zeruja, sprach zu dem König: Sollte
dieser tote Hund meinem Herrn, dem König, fluchen dürfen? Ich will
hingehen und ihm den Kopf abhauen.
1. Sam 26,8

16:10 Der König sprach: Ihr Söhne der Zeruja, was hab ich mit euch zu
schaffen? Laßt ihn fluchen; denn der HERR hat ihm geboten: Fluche
David! Wer darf dann sagen: Warum tust du das?
(10-12) Kap 19,17-24

16:11 Und David sprach zu Abischai und zu allen seinen Großen: Siehe, mein
Sohn, der von meinem Leibe gekommen ist, trachtet mir nach dem
Leben; warum nicht auch jetzt der Benjaminiter? Laßt ihn ruhig
fluchen, denn der HERR hat's ihm geboten.

16:12 Vielleicht wird der HERR mein Elend ansehen und mir mit Gutem
vergelten sein heutiges Fluchen.

16:13 So ging David mit seinen Leuten des Weges; aber Schimi ging am Hang
des Berges entlang, ihm gegenüber, und fluchte und warf mit Steinen
nach ihm und bewarf ihn mit Erdklumpen.

16:14 Und der König kam mit allem Volk, das bei ihm war, müde an den
Jordan und ruhte dort aus.

Die Ratschläge Huschais und Ahitofels

16:15 Aber Absalom und alles Volk, die Männer Israels, kamen nach
Jerusalem und Ahitofel mit ihm.

16:16 Als aber Huschai, der Arkiter, Davids Freund, zu Absalom hineinkam,
rief er Absalom zu: Es lebe der König! Es lebe der König!
Kap 15,37

16:17 Absalom aber sprach zu Huschai: Ist das deine Liebe zu deinem
Freunde? Warum bist du nicht mit deinem Freunde gezogen?

16:18 Huschai aber sprach zu Absalom: Nein! sondern wen der HERR erwählt
und dies Volk und alle Männer in Israel, zu dem gehöre ich und bei
dem will ich bleiben.

16:19 Zum andern, wem diene ich? Ist es nicht sein Sohn, dem ich diene?
Wie ich deinem Vater gedient habe, so will ich auch vor dir sein.

16:20 Und Absalom sprach zu Ahitofel: Gebt euren Rat, was sollen wir tun?

16:21 Ahitofel sprach zu Absalom: Geh ein zu den Nebenfrauen deines
Vaters, die er zurückgelassen hat, um das Haus zu bewahren, so wird
ganz Israel hören, daß du dich bei deinem Vater in Verruf gebracht
hast; dann werden alle, die zu dir stehen, desto kühner werden.
Kap 15,16

16:22 Da machten sie Absalom ein Zelt auf dem Dach, und Absalom ging zu
den Nebenfrauen seines Vaters vor den Augen ganz Israels.
3. Mose 18,8; Kap 12,11

16:23 Wenn damals Ahitofel einen Rat gab, dann war das, als wenn man Gott
um etwas befragt hätte; so viel galten alle Ratschläge Ahitofels bei
David und bei Absalom.

17:1 Und Ahitofel sprach zu Absalom: Ich will zwölftausend Mann auswählen
und mich aufmachen und David nachjagen in dieser Nacht

17:2 und will ihn überfallen, solange er matt und verzagt ist. Wenn ich
ihn dann erschrecke und das ganze Kriegsvolk, das bei ihm ist,
flieht, will ich den König allein erschlagen

17:3 und das ganze Kriegsvolk zu dir zurückbringen, wie die junge Frau zu
ihrem Mann zurückkehrt. Du trachtest ja nur einem Mann nach dem
Leben, aber das ganze Volk soll in Frieden bleiben.

17:4 Die Rede gefiel Absalom gut und allen Ältesten in Israel.

17:5 Aber Absalom sprach: Laßt doch auch Huschai, den Arkiter, rufen und
hören, was er dazu sagt.
Kap 16,16

17:6 Und als Huschai hinein zu Absalom kam, sprach Absalom zu ihm: Das
und das hat Ahitofel geredet; sage du, sollen wir's tun oder nicht?

17:7 Da sprach Huschai zu Absalom: Es ist kein guter Rat, den Ahitofel
diesmal gegeben hat.

17:8 Und Huschai sprach weiter: Du kennst deinen Vater und seine Leute,
daß sie stark sind und zornigen Gemüts wie eine Bärin auf dem Felde,
der die Jungen geraubt sind. Dazu ist dein Vater ein Kriegsmann und
wird seinen Leuten keine Nachtruhe gönnen.

17:9 Siehe, er hat sich jetzt vielleicht verkrochen in irgendeiner
Schlucht oder sonst einem Versteck. Wenn's dann geschähe, daß gleich
zu Anfang einige unter ihnen fallen, und es käme das Gerücht auf:
Das Heer, das Absalom nachfolgt, ist geschlagen worden,

17:10 so würde jedermann verzagt werden, auch wenn er ein Krieger ist und
ein Herz hat wie ein Löwe. Denn es weiß ganz Israel, daß dein Vater
ein Held ist und seine Leute tapfere Krieger sind.

17:11 Darum rate ich, daß du zu dir versammelst ganz Israel von Dan bis
Beerscheba, soviel wie der Sand am Meer, und daß du selbst mit ihnen
ziehst.

17:12 So wollen wir ihn überfallen, wo wir ihn finden, und wollen über ihn
kommen, wie der Tau auf die Erde fällt, daß wir von ihm und allen
seinen Männern nicht einen einzigen übriglassen.

17:13 Zieht er sich aber in eine Stadt zurück, so soll ganz Israel Stricke
an die Stadt legen und sie ins Tal schleifen, so daß man nicht einen
Stein mehr dort finde.

17:14 Da sprachen Absalom und jedermann in Israel: Der Rat Huschais, des
Arkiters, ist besser als Ahitofels Rat. So schickte es der HERR,
daß der kluge Rat Ahitofels verhindert wurde, damit der HERR Unheil
über Absalom brächte.
Kap 15,31; 15,34

17:15 Und Huschai sprach zu den Priestern Zadok und Abjatar: So und so hat
Ahitofel Absalom und den Ältesten in Israel geraten, ich aber habe
so und so geraten.

17:16 So sendet nun eilends hin und laßt David sagen: Bleibe nicht über
Nacht an den Furten der Wüste, sondern geh gleich hinüber, damit der
König nicht vernichtet werde und das ganze Volk, das bei ihm ist.

17:17 Jonatan aber und Ahimaaz standen bei der Quelle Rogel; und eine
Magd ging von Zeit zu Zeit hin und brachte ihnen Nachricht, die sie
dem König David weitersagten; denn sie durften sich in der Stadt
nicht sehen lassen.
Kap 15,36; Jos 15,7-8

17:18 Es sah sie aber ein Knabe und sagte es Absalom an. Da gingen die
beiden eilends fort und kamen in das Haus eines Mannes in Bahurim;
der hatte einen Brunnen in seinem Hofe. Dahinein stiegen sie.

17:19 Und die Frau nahm eine Decke und breitete sie über das Brunnenloch
und schüttete Körner darüber, so daß man nichts merkte.

17:20 Als nun die Leute Absaloms zu der Frau ins Haus kamen, sprachen sie:
Wo sind Ahimaaz und Jonatan? Sie sprach zu ihnen: Sie gingen weiter
zum Wasser. Und als die Leute Absaloms sie suchten und nicht fanden,
kehrten sie nach Jerusalem zurück.

17:21 Und als sie weg waren, stiegen jene aus dem Brunnen und gingen hin
und sagten's dem König David an und sprachen zu David: Macht euch
auf und geht eilends über den Fluß, denn Ahitofel hat gegen euch den
und den Rat gegeben.

17:22 Da machte sich David auf und das ganze Volk, das bei ihm war, und
sie gingen über den Jordan, und als es lichter Morgen wurde, fehlte
nicht ein einziger, der nicht über den Jordan gegangen war.

17:23 Als aber Ahitofel sah, daß sein Rat nicht ausgeführt wurde, sattelte
er seinen Esel, machte sich auf und zog heim in seine Stadt und
bestellte sein Haus und erhängte sich und starb und wurde begraben
in seines Vaters Grab.
1. Sam 31,4; 1. Kön 16,18; Mt 27,5

David in Mahanajim

17:24 Und David kam nach Mahanajim. Aber Absalom zog über den Jordan und
alle Männer Israels mit ihm.
Kap 2,8

17:25 Und Absalom hatte Amasa an Joabs Statt über das Heer gesetzt. Amasa
aber war der Sohn eines Mannes mit Namen Jeter, eines Israeliters,
der zu Abigal, der Tochter des Nahasch, eingegangen war; diese war
eine Schwester der Zeruja, Joabs Mutter.
Kap 19,14; 1. Chr 2,16-17

17:26 Israel aber und Absalom lagerten sich in Gilead.

17:27 Als David nach Mahanajim gekommen war, da brachten Schobi, der Sohn
des Nahasch von Rabba, der Stadt der Ammoniter, und Machir, der
Sohn Ammiëls von Lo-Dabar, und Barsillai, ein Gileaditer von
Roglim,
1. Chr 19,1; Kap 9,4; 1. Kön 2,7

17:28 Betten, Becken, irdene Gefäße, Weizen, Gerste, Mehl, geröstete
Körner, Bohnen, Linsen,

17:29 Honig, Butter, Kuh- und Schafkäse, um David und das Volk, das bei
ihm war, zu stärken. Denn sie dachten: Das Volk wird hungrig, müde
und durstig geworden sein in der Wüste.

Absaloms Ende

18:1 Und David ordnete das Kriegsvolk, das bei ihm war, und setzte über
sie Hauptleute über tausend und über hundert

18:2 und stellte ein Drittel des Volks unter Joab und ein Drittel unter
Abischai, den Sohn der Zeruja, Joabs Bruder, und ein Drittel unter
Ittai, den Gatiter. Und der König sprach zum Kriegsvolk: Ich will
auch mit euch ausziehen.
Kap 15,19

18:3 Aber das Kriegsvolk sprach: Du sollst nicht ausziehen, denn wenn wir
fliehen oder die Hälfte von uns stirbt, so werden sie unser nicht
achten; aber du bist wie zehntausend von uns. So ist's nun besser,
daß du uns von der Stadt aus helfen kannst.

18:4 Der König sprach zu ihnen: Was euch gefällt, das will ich tun. Und
der König trat ans Tor, und das ganze Kriegsvolk zog aus zu hundert
und zu tausend.

18:5 Und der König gebot Joab und Abischai und Ittai und sprach:
Verfahrt mir schonend mit meinem Sohn Absalom! Und das ganze
Kriegsvolk hörte es, als der König allen Hauptleuten Absaloms wegen
diesen Befehl gab.
Vers 12

18:6 Und als das Heer hinauskam aufs Feld Israel entgegen, kam es zum
Kampf im Walde Ephraim.

18:7 Und das Heer Israels wurde dort geschlagen von den Männern Davids,
so daß an diesem Tag eine große Schlacht geschah - zwanzigtausend
Mann.

18:8 Und der Kampf breitete sich dort aus über die ganze Gegend, und der
Wald fraß an diesem Tage viel mehr Volk, als das Schwert fraß.

18:9 Und Absalom begegnete den Männern Davids und ritt auf einem
Maultier. Und als das Maultier unter eine große Eiche mit dichten
Zweigen kam, blieb sein Haupt an der Eiche hängen, und er schwebte
zwischen Himmel und Erde; denn sein Maultier lief unter ihm weg.

18:10 Als das ein Mann sah, tat er's Joab kund und sprach: Siehe, ich sah
Absalom an einer Eiche hängen.

18:11 Und Joab sprach zu dem Mann, der's ihm kundgetan hatte: Wenn du das
gesehen hast, warum schlugst du ihn nicht gleich zu Boden? So hätte
ich dir zehn Silberstücke und einen Gürtel gegeben.

18:12 Der Mann sprach zu Joab: Wenn du mir tausend Silberstücke in meine
Hand gewogen hättest, so hätte ich dennoch meine Hand nicht an des
Königs Sohn gelegt; denn der König gebot dir und Abischai und Ittai
vor unsern Ohren: Gebt ja acht auf meinen Sohn Absalom!
Vers 5

18:13 Oder wenn ich etwas Falsches getan hätte unter Lebensgefahr, würdest
du selbst dich gegen mich stellen, weil dem König ja nichts
verborgen bleibt.

18:14 Joab sprach: Ich kann nicht so lange bei dir verweilen. Da nahm Joab
drei Stäbe in seine Hand und stieß sie Absalom ins Herz, als er noch
lebend an der Eiche hing.

18:15 Und zehn Knappen, Joabs Waffenträger, umringten ihn und schlugen ihn
tot.

18:16 Da ließ Joab die Posaune blasen, und das Volk jagte Israel nicht
weiter nach; denn Joab gebot dem Volk Halt.

18:17 Und sie nahmen Absalom und warfen ihn im Wald in eine große Grube
und legten einen sehr großen Haufen Steine auf ihn. Und ganz Israel
floh, ein jeder in sein Zelt.
Jos 8,29

18:18 Absalom aber hatte sich eine Säule aufgerichtet, als er noch lebte;
die steht im Königsgrund. Denn er sprach: Ich habe keinen Sohn, der
meinen Namen lebendig erhält. Und er nannte die Säule nach seinem
Namen, und sie heißt auch bis auf diesen Tag »Absaloms Mal«.
Kap 14,27

Davids Trauer um Absalom

18:19 Ahimaaz, der Sohn Zadoks, sprach: Laß mich doch laufen und dem
König die gute Botschaft bringen, daß der HERR ihm Recht verschafft
hat gegen seine Feinde.
Kap 15,36; 17,17

18:20 Joab aber sprach zu ihm: Du bist heute nicht der Mann für eine gute
Botschaft. An einem andern Tag darfst du eine Botschaft bringen,
aber heute nicht; denn des Königs Sohn ist tot.

18:21 Und Joab befahl dem Mohren: Geh hin und sage dem König an, was du
gesehen hast. Und der Mohr neigte sich vor Joab und lief hin.

18:22 Ahimaaz aber, der Sohn Zadoks, sprach abermals zu Joab: Komme, was
da will, ich möchte auch laufen, dem Mohren nach. Joab sprach: Was
willst du laufen, mein Sohn? Du hast keine gute Botschaft zu
bringen.

18:23 Ahimaaz sprach: Komme, was da will, ich laufe. Er sprach zu ihm: So
lauf! Da lief Ahimaaz auf dem Weg durchs Jordantal und kam dem
Mohren zuvor.

18:24 David aber saß zwischen den beiden Toren. Und der Wächter ging aufs
Dach des Tores an der Mauer und hob seine Augen auf und sah einen
Mann laufen allein

18:25 und rief und sagte es dem König an. Der König aber sprach: Ist er
allein, so ist eine gute Botschaft in seinem Munde. Und als der Mann
immer näher kam,

18:26 sah der Wächter einen zweiten Mann laufen und rief in das Tor:
Siehe, da kommt noch ein Mann allein. Der König aber sprach: Der ist
auch ein guter Bote.

18:27 Der Wächter sprach: Ich sehe den ersten laufen, wie Ahimaaz, der
Sohn Zadoks, läuft. Und der König sprach: Es ist ein guter Mann und
bringt eine gute Botschaft.

18:28 Ahimaaz aber rief und sprach zum König: Friede! Und er fiel nieder
vor dem König auf sein Antlitz zur Erde und sprach: Gelobt sei der
HERR, dein Gott, der die Leute dahingegeben hat, die ihre Hand gegen
meinen Herrn, den König, erhoben haben.

18:29 Der König aber sprach: Geht es auch meinem Sohn Absalom gut? Ahimaaz
sprach: Ich sah ein großes Getümmel, als Joab des Königs Knecht und
mich, deinen Knecht, sandte, aber ich weiß nicht, was es war.

18:30 Der König sprach: Tritt zur Seite und stell dich dahin. Und er trat
zur Seite und blieb stehen.

18:31 Siehe, da kam der Mohr und sprach: Hier gute Botschaft, mein Herr
und König! Der HERR hat dir heute Recht verschafft gegen alle, die
sich gegen dich auflehnten.

18:32 Der König aber sprach zu dem Mohren: Geht es meinem Sohn Absalom
auch gut? Der Mohr sprach: Es müsse den Feinden meines Herrn, des
Königs, ergehen, wie es dem jungen Mann ergangen ist, und auch
allen, die sich böswillig gegen dich auflehnen.

19:1 Da erbebte der König und ging hinauf in das Obergemach des Tores
und weinte, und im Gehen rief er: Mein Sohn Absalom! Mein Sohn, mein
Sohn Absalom! Wollte Gott, ich wäre für dich gestorben! O Absalom,
mein Sohn, mein Sohn!
Abweichende Verszählung statt 19,1-44: 18,33 - 19,43.

19:2 Und es wurde Joab angesagt: Siehe, der König weint und trägt Leid um
Absalom.

19:3 So wurde aus dem Sieg an diesem Tag eine Trauer unter dem ganzen
Kriegsvolk; denn das Volk hatte an diesem Tage gehört, daß sich der
König um seinen Sohn gräme.

19:4 Und das Kriegsvolk stahl sich weg an diesem Tage in die Stadt, wie
sich Kriegsvolk wegstiehlt, das sich schämen muß, weil es im Kampf
geflohen ist.

19:5 Der König aber hatte sein Angesicht verhüllt und schrie laut: Ach,
mein Sohn Absalom! Absalom, mein Sohn, mein Sohn!

19:6 Joab aber kam zum König ins Haus und sprach: Du hast heute schamrot
gemacht alle deine Knechte, die dir heute das Leben gerettet haben
und deinen Söhnen, deinen Töchtern, deinen Frauen und Nebenfrauen,

19:7 weil du liebhast, die dich hassen, und hassest, die dich liebhaben.
Denn du läßt heute merken, daß dir nichts gelegen ist an den
Obersten und Kriegsleuten. Ja, ich merke heute wohl: wenn nur
Absalom lebte und wir heute alle tot wären, das wäre dir recht.

19:8 So mache dich nun auf und komm heraus und rede mit deinen Knechten
freundlich. Denn ich schwöre dir bei dem HERRN: Wirst du nicht
herauskommen, so wird kein Mann bei dir bleiben diese Nacht. Das
wird für dich ärger sein als alles Übel, das über dich gekommen ist
von deiner Jugend auf bis hierher.

19:9 Da stand der König auf und setzte sich ins Tor. Und man sagte es
allem Kriegsvolk: Siehe, der König sitzt im Tor. Da kam alles Volk
vor den König.
Davids Rückkehr nach Jerusalem

Als Israel geflohen war, ein jeder in sein Zelt,

19:10 stritt sich alles Volk in allen Stämmen Israels, und sie sprachen:
Der König hat uns errettet aus der Hand unserer Feinde und uns
erlöst aus der Hand der Philister und hat jetzt aus dem Lande
fliehen müssen vor Absalom.

19:11 Aber Absalom, den wir über uns gesalbt hatten, ist gefallen im
Kampf. Warum seid ihr nun so still und holt den König nicht wieder
zurück?

19:12 Es kam aber die Rede ganz Israels vor den König. Und der König
sandte zu den Priestern Zadok und Abjatar und ließ ihnen sagen:
Redet mit den Ältesten in Juda und sprecht: Warum wollt ihr die
Letzten sein, den König zurückzuholen in sein Haus?

19:13 Ihr seid meine Brüder, von meinem Gebein und Fleisch; warum wollt
ihr denn die Letzten sein, den König zurückzuholen?
Kap 5,1

19:14 Und zu Amasa sprecht: Bist du nicht von meinem Gebein und Fleisch?
Gott tue mir dies und das, wenn du nicht Feldhauptmann sein sollst
vor mir dein Leben lang an Joabs Statt.
Kap 17,25

19:15 Und er wandte das Herz aller Männer Judas wie eines Mannes Herz, und
sie sandten hin zum König: Komm zurück, du und alle deine Leute!

19:16 So kam der König zurück. Und als er an den Jordan kam, waren die
Männer Judas nach Gilgal gekommen, um dem König entgegenzuziehen und
den König über den Jordan zu führen.

19:17 Und Schimi, der Sohn Geras, der Benjaminiter, der in Bahurim
wohnte, zog eilends mit den Männern von Juda hinab dem König David
entgegen
Kap 16,5-14; 1. Kön 2,8

19:18 und mit ihm tausend Mann von Benjamin, dazu auch Ziba, der Knecht
des Hauses Saul, mit seinen fünfzehn Söhnen und zwanzig Knechten,
und sie gingen durch den Jordan, bevor der König kam,
Kap 9,2; 9,10; 16,1-4

19:19 und machten eine Furt durch den Jordan, damit sie das Haus des
Königs hinüberführten und täten, was ihm gefiele. Schimi aber, der
Sohn Geras, fiel vor dem König nieder, als dieser über den Jordan
gehen wollte,

19:20 und sprach zum König: Mein Herr rechne es mir nicht als Schuld an
und denke nicht mehr daran, daß dein Knecht sich an dir vergangen
hat an dem Tage, da mein Herr, der König, aus Jerusalem ging, und
der König nehme es nicht zu Herzen.

19:21 Denn dein Knecht erkennt, daß ich gesündigt habe. Und siehe, ich bin
heute als erster vom ganzen Hause Josef gekommen, daß ich meinem
Herrn, dem König, entgegenzöge.

19:22 Aber Abischai, der Sohn der Zeruja, hob an und sprach: Sollte Schimi
nicht sterben, da er doch dem Gesalbten des HERRN geflucht hat?

19:23 David aber sprach: Was hab ich mit euch zu schaffen, ihr Söhne der
Zeruja, daß ihr mir heute zum Satan werden wollt? Sollte heute
jemand sterben in Israel? Meinst du, ich wisse nicht, daß ich heute
wieder König über Israel geworden bin?
Kap 16,10

19:24 Und der König sprach zu Schimi: Du sollst nicht sterben. Und der
König schwor es ihm.
1. Kön 2,8-9

19:25 Mefi-Boschet, der Enkel Sauls, kam auch herab, dem König entgegen.
Und er hatte seine Füße und seinen Bart nicht gereinigt und seine
Kleider nicht gewaschen von dem Tage an, da der König weggegangen
war, bis zu dem Tag, da er wohlbehalten zurückkäme.
Kap 9,6

19:26 Als er nun von Jerusalem kam, dem König zu begegnen, sprach der
König zu ihm: Warum bist du nicht mit mir gezogen, Mefi-Boschet?

19:27 Und er sprach: Mein Herr und König, mein Knecht hat mich betrogen.
Dein Knecht dachte: Ich will einen Esel satteln und darauf reiten
und zum König ziehen, denn dein Knecht ist lahm.

19:28 Dazu hat er deinen Knecht verleumdet vor meinem Herrn, dem König.
Aber mein Herr, der König, ist wie der Engel Gottes; tu, was dir
wohlgefällt.
Kap 16,3; Kap 14,17

19:29 Meines Vaters ganzes Haus hätte ja den Tod erleiden müssen von
meinem Herrn, dem König; du aber hast deinen Knecht gesetzt unter
die, die an deinem Tisch essen. Was hab ich weiter für Recht oder
Anspruch, zum König um Hilfe zu schreien?
Kap 9,7

19:30 Der König sprach zu ihm: Was redest du noch weiter? Nun bestimme
ich: Du und Ziba, teilt den Besitz miteinander.
Kap 9,9-10; 16,3-4

19:31 Mefi-Boschet sprach zum König: Er nehme ihn auch ganz, nachdem mein
Herr und König wohlbehalten heimgekommen ist.

19:32 Und Barsillai, der Gileaditer, kam herab von Roglim und zog mit dem
König an den Jordan, um ihn über den Jordan zu geleiten.
(32 und 33) Kap 17,27; 1. Kön 2,7

19:33 Und Barsillai war sehr alt, wohl achtzig Jahre. Er hatte den König
versorgt, als er in Mahanajim war; denn er war ein Mann von großem
Vermögen.

19:34 Und der König sprach zu Barsillai: Du sollst mit mir ziehen, ich
will dich versorgen bei mir in Jerusalem.

19:35 Aber Barsillai sprach zum König: Was ist's noch, das ich zu leben
habe, daß ich mit dem König hinaufziehen sollte nach Jerusalem?

19:36 Ich bin heute achtzig Jahre alt. Wie kann ich noch unterscheiden,
was gut und schlecht ist, oder schmecken, was ich esse und trinke,
oder hören, was die Sänger und Sängerinnen singen? Warum sollte dein
Knecht meinen Herrn, den König, noch beschweren?

19:37 Dein Knecht wird ein kleines Stück mit dem König über den Jordan
gehen. Warum will mir der König so reichlich vergelten?

19:38 Laß deinen Knecht umkehren, daß ich sterbe in meiner Stadt bei
meines Vaters und meiner Mutter Grab. Siehe, da ist dein Knecht
Kimham, den laß mit meinem Herrn, dem König, ziehen und tu ihm, was
dir wohlgefällt.
Jer 41,17

19:39 Der König sprach: Kimham soll mit mir ziehen, und ich will ihm tun,
was dir wohlgefällt; auch alles, was du von mir begehrst, will ich
dir tun.

19:40 Und als das ganze Volk über den Jordan gegangen war und der König
auch, küßte der König den Barsillai und segnete ihn. Und er kehrte
zurück in seine Heimat.

19:41 Und der König zog weiter nach Gilgal, und Kimham zog mit ihm. Und
das ganze Volk von Juda hatte den König hinübergeführt und auch die
Hälfte des Volks von Israel.

Streit zwischen Juda und Israel um den König

19:42 Und siehe, da kamen alle Männer von Israel zum König und sprachen zu
ihm: Warum haben dich unsere Brüder, die Männer von Juda, gestohlen
und haben den König und sein Haus über den Jordan gebracht und alle
Männer Davids mit ihm?

19:43 Da antworteten alle Männer von Juda denen von Israel: Der König
steht uns doch näher; warum zürnt ihr darüber? Meint ihr, daß wir
etwa ein Stück vom König aufgegessen oder ihn für uns weggeschleppt
hätten?
Vers 12-13

19:44 Aber es antworteten die von Israel denen von Juda: Wir haben
zehnfachen Anteil am König und sind auch die Erstgeborenen vor euch.
Warum habt ihr uns denn so geringgeachtet? Und haben wir nicht
zuerst davon geredet, uns unsern König zurückzuholen? Aber die von
Juda redeten noch heftiger als die von Israel.
Vers 10-11

Schebas Aufstand

20:1 Es traf sich aber, daß dort ein ruchloser Mann war, der hieß Scheba,
ein Sohn Bichris, ein Benjaminiter. Der blies die Posaune und
sprach: Wir haben kein Teil an David noch Erbe am Sohn Isais. Ein
jeder gehe in sein Zelt, Israel!
1. Kön 12,16

20:2 Da fiel jedermann in Israel von David ab, und sie folgten Scheba,
dem Sohn Bichris. Aber die Männer von Juda hingen ihrem König an und
geleiteten ihn vom Jordan bis Jerusalem.

20:3 Als aber der König David heimkam nach Jerusalem, nahm er die zehn
Nebenfrauen, die er zurückgelassen hatte, um das Haus zu bewahren,
und tat sie in ein besonderes Haus und versorgte sie; aber er ging
nicht ein zu ihnen. Und so waren sie eingeschlossen bis an ihren Tod
und lebten wie Witwen.
Kap 16,21

20:4 Und der König sprach zu Amasa: Ruf mir alle Männer von Juda auf den
dritten Tag zusammen, und du sollst dann auch hier stehen.

20:5 Und Amasa ging hin, um Juda zusammenzurufen; aber er blieb über die
Zeit hinaus, die ihm bestimmt war.

20:6 Da sprach David zu Abischai: Nun wird uns Scheba, der Sohn Bichris,
mehr Schaden tun als Absalom. Nimm du die Männer deines Herrn und
jage ihm nach, damit er nicht etwa für sich feste Städte gewinne und
entreiße sie vor unsern Augen.

20:7 Da zogen die Männer Joabs aus und folgten Abischai, dazu die Kreter
und Pleter und alle Helden. Sie zogen aber aus von Jerusalem, um
Scheba, dem Sohn Bichris, nachzujagen.
Kap 8,18

20:8 Als sie aber bei dem großen Stein bei Gibeon waren, war Amasa vor
ihnen angekommen. Joab aber trug einen Waffenrock und darüber einen
Gürtel mit einem Dolch; der war befestigt an seiner Hüfte in der
Scheide, und wenn diese heraustrat, entfiel ihr der Dolch.

20:9 Und Joab sprach zu Amasa: Friede mit dir, mein Bruder! Und Joab
faßte mit seiner rechten Hand Amasa bei dem Bart, um ihn zu küssen.
Mt 26,48-50

20:10 Und Amasa hatte nicht acht auf den Dolch in der linken Hand Joabs.
Der stach ihn damit in den Bauch, so daß seine Eingeweide auf die
Erde fielen, und gab ihm keinen Stich mehr, und er starb. Joab aber
und sein Bruder Abischai jagten Scheba, dem Sohn Bichris, nach.
1. Kön 2,5

20:11 Und es trat ein Mann von den Leuten Joabs neben ihn und rief: Wer's
mit Joab hält und für David ist, der folge Joab nach!

20:12 Amasa aber lag in seinem Blut mitten auf der Straße. Als aber der
Mann sah, daß alles Volk da stehenblieb, wälzte er Amasa von der
Straße auf den Acker und warf Kleider auf ihn, weil er sah, daß
jeder stehenblieb, der an ihm vorbeikam.

20:13 Als er nun von der Straße weggeschafft war, folgte jedermann Joab
nach, um Scheba, dem Sohn Bichris, nachzujagen.

20:14 Und der zog durch alle Stämme Israels bis Abel-Bet-Maacha, und es
versammelten sich alle Bichriter und folgten ihm nach.

20:15 Aber die Leute Joabs kamen und belagerten ihn in Abel-Bet-Maacha und
schütteten einen Wall gegen die Stadt auf, daß er bis an die
Vormauer reichte, und stürmten und wollten die Mauer niederwerfen.

20:16 Da rief eine kluge Frau aus der Stadt: Hört her! Hört her! Sprecht
zu Joab: Komm hierher, ich will mit dir reden.

20:17 Und als er zu ihr kam, sprach die Frau: Bist du Joab? Er sprach: Ja.
Sie sprach zu ihm: Höre die Rede deiner Magd. Er sprach: Ich höre.

20:18 Sie sprach: Vorzeiten sagte man: Man frage doch nach in Abel und in
Dan, so geht es gut aus;

20:19 ich bin eine von den friedsamen und treuen Städten in Israel, und du
willst eine Stadt und Mutter in Israel zugrunde richten? Warum
willst du das Erbteil des HERRN verderben?
5. Mose 32,9

20:20 Joab antwortete: Das sei ferne, das sei ferne von mir, daß ich
verderben und vernichten will! So steht es nicht!

20:21 Sondern ein Mann vom Gebirge Ephraim mit Namen Scheba, der Sohn
Bichris, hat sich empört gegen den König David. Gebt ihn allein
heraus, so will ich von der Stadt abziehen. Die Frau sprach zu Joab:
Siehe, sein Kopf soll zu dir über die Mauer geworfen werden.

20:22 Und die Frau beredete das ganze Volk mit ihrer Klugheit. Und sie
hieben Scheba, dem Sohn Bichris, den Kopf ab und warfen ihn zu Joab
hinaus. Da blies er die Posaune, und sie zogen ab von der Stadt und
zerstreuten sich, ein jeder in sein Zelt. Joab aber kam zurück nach
Jerusalem zum König.

Beamte in Davids Reich

20:23 Joab aber war über das ganze Heer Israels gesetzt, Benaja, der
Sohn Jojadas, über die Kreter und Pleter.
(23-26) Kap 8,16-18; 1. Kön 4,4; 4,6

20:24 Adoniram war über die Fronarbeiter gesetzt. Joschafat, der Sohn
Ahiluds, war Kanzler.

20:25 Schewa war Schreiber, Zadok und Abjatar waren Priester.

20:26 Auch Ira, der Jaïriter, war Davids Priester.

Die Vollendung des Gerichts am Hause Sauls

21:1 Es war eine Hungersnot zu Davids Zeiten drei Jahre nacheinander. Und
David suchte das Angesicht des HERRN, und der HERR sprach: Auf Saul
und auf seinem Hause liegt eine Blutschuld, weil er die Gibeoniter
getötet hat.

21:2 Da ließ der König die Gibeoniter rufen und sprach mit ihnen. Die
Gibeoniter aber gehörten nicht zu den Israeliten, sondern waren
übriggeblieben von den Amoritern. Und die Israeliten hatten einen
Bund mit ihnen geschlossen; jedoch suchte Saul sie auszurotten in
seinem Eifer für Israel und Juda.
Jos 9,3; 9,15; 9,19

21:3 Da sprach David zu den Gibeonitern: Was soll ich für euch tun? Und
womit soll ich Sühne schaffen, daß ihr das Erbteil des HERRN
segnet?
5. Mose 32,9

21:4 Die Gibeoniter sprachen zu ihm: Es ist uns nicht um Gold noch Silber
zu tun bei Saul und seinem Hause, auch steht es uns nicht zu, jemand
zu töten in Israel. Er sprach: Was wollt ihr dann, daß ich für euch
tun soll?

21:5 Sie sprachen zum König: Von dem Mann, der uns zunichte gemacht hat
und der uns vertilgen wollte, daß uns nichts bleibe in allen Landen
Israels -

21:6 aus seinem Hause gebt uns sieben Männer, damit wir sie aufhängen
vor dem HERRN in Gibeon, auf dem Berge des HERRN. Der König sprach:
Ich will sie euch herausgeben.
5. Mose 21,22-23

21:7 Aber der König verschonte Mefi-Boschet, den Sohn Jonatans, des
Sohnes Sauls, um des Eides willen, den David und Jonatan, der Sohn
Sauls, einander vor dem HERRN geschworen hatten.
1. Sam 20,15-17
Der Name lautet in 1. Chr 8,34; 9,40 Merib-Baal.

21:8 Aber die beiden Söhne der Rizpa, der Tochter Ajas, die sie Saul
geboren hatte, Armoni und Mefi-Boschet, dazu die fünf Söhne der
Merab, der Tochter Sauls, die sie dem Adriël geboren hatte, dem
Sohn Barsillais aus Mehola, nahm der König
Kap 3,7; 1. Sam 18,19

21:9 und gab sie in die Hand der Gibeoniter. Die hängten sie auf dem
Berge vor dem HERRN auf. So kamen diese sieben auf einmal um und
starben in den ersten Tagen der Ernte, wenn die Gerstenernte
anfängt.

David läßt die Gebeine Sauls und seiner Nachkommen bestatten

21:10 Da nahm Rizpa, die Tochter Ajas, ein Sackgewand und breitete es für
sich aus auf dem Fels am Anfang der Ernte, bis Regen vom Himmel auf
die Toten troff, und ließ am Tage die Vögel des Himmels nicht an sie
kommen noch des Nachts die Tiere des Feldes.

21:11 Und es wurde David angesagt, was Rizpa, die Tochter Ajas, Sauls
Nebenfrau, getan hatte.

21:12 Und David ging hin und nahm die Gebeine Sauls und die Gebeine seines
Sohnes Jonatan von den Bürgern von Jabesch in Gilead. Die hatten
sie vom Platz am Tor Bet-Scheans heimlich weggenommen, wohin die
Philister sie gehängt hatten zu der Zeit, da die Philister Saul
schlugen auf dem Berge Gilboa.
1. Sam 31,12

21:13 Und David brachte sie von dort herauf, und sie sammelten die Gebeine
der Gehängten

21:14 und begruben sie mit den Gebeinen Sauls und seines Sohnes Jonatan im
Lande Benjamin in Zela im Grabe seines Vaters Kisch und taten alles,
wie der König geboten hatte. Danach wurde Gott dem Lande wieder
gnädig.
Kap 24,25

Heldentaten der Krieger Davids

(vgl. 1. Chr 20,4-8)
21:15 Es erhob sich aber wieder ein Krieg der Philister mit Israel. Und
David zog hinab und seine Männer mit ihm, und sie blieben in Gob, um
mit den Philistern zu kämpfen. Und David wurde müde.

21:16 Aber da war einer der Riesensöhne, und das Gewicht seines Speers war
dreihundert Lot Kupfer, dazu hatte er eine neue Rüstung. Der wollte
David erschlagen.

21:17 Aber Abischai, der Sohn der Zeruja, half David und schlug den
Philister tot. Da beschworen David seine Männer und sprachen: Du
sollst nicht mehr mit uns ausziehen in den Kampf, damit nicht die
Leuchte in Israel verlischt.
Kap 23,18; Kap 22,29

21:18 Danach erhob sich noch ein Krieg bei Gob mit den Philistern. Da
erschlug Sibbechai, der Huschatiter, den Saf, der auch einer vom
Geschlecht der Riesen war.

21:19 Und es erhob sich noch ein Krieg bei Gob mit den Philistern. Da
erschlug Elhanan, der Sohn Jaïrs aus Bethlehem, den Goliat, den
Gatiter; der hatte einen Spieß, dessen Schaft war wie ein
Weberbaum.
1. Sam 17,7

21:20 Und es erhob sich noch ein Krieg bei Gat. Da war ein langer Mann,
der hatte sechs Finger an seinen Händen und sechs Zehen an seinen
Füßen, das sind vierundzwanzig an der Zahl, und auch er war vom
Geschlecht der Riesen.

21:21 Und als er Israel hohnsprach, erschlug ihn Jonatan, der Sohn
Schammas, der ein Bruder Davids war.
1. Sam 17,10

21:22 Diese vier stammten vom Geschlecht der Riesen in Gat und fielen
durch die Hand Davids und seiner Kriegsleute.

Davids Danklied

(Ps 18,1-51)
22:1 Und David redete vor dem HERRN die Worte dieses Liedes zur Zeit, als
ihn der HERR errettet hatte aus der Hand aller seiner Feinde und aus
der Hand Sauls, und sprach:

22:2 Der HERR ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter.

22:3 Gott ist mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Berg meines
Heils, mein Schutz und meine Zuflucht, mein Heiland, der du mir
hilfst vor Gewalt.

22:4 Ich rufe an den HERRN, den Hochgelobten, so werde ich vor meinen
Feinden errettet.

22:5 Es hatten mich umfangen die Wogen des Todes, und die Fluten des
Unheils erschreckten mich.

22:6 Des Totenreichs Bande umfingen mich, und des Todes Stricke
überwältigten mich.

22:7 Als mir angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott.
Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Schreien kam
vor ihn zu seinen Ohren.

22:8 Die Erde bebte und wankte, die Grundfesten des Himmels bewegten sich
und bebten, da er zornig war.

22:9 Rauch stieg auf von seiner Nase und verzehrend Feuer aus seinem
Munde, Flammen sprühten von ihm aus.

22:10 Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen
Füßen.

22:11 Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher, und er schwebte auf den
Fittichen des Windes.

22:12 Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt und schwarze, dicke
Wolken.

22:13 Aus dem Glanz vor ihm brach hervor flammendes Feuer.

22:14 Der HERR donnerte vom Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme
erschallen.

22:15 Er schoß seine Pfeile und streute sie aus, er sandte Blitze und
jagte sie dahin.

22:16 Da sah man das Bett des Meeres, und des Erdbodens Grund ward
aufgedeckt bei dem Schelten des HERRN, vor dem Odem und Schnauben
seines Zornes.

22:17 Er streckte seine Hand aus von der Höhe und faßte mich und zog mich
aus großen Wassern.

22:18 Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern,
die mir zu mächtig waren;

22:19 sie überwältigten mich zur Zeit meines Unglücks, aber der HERR ward
mein Halt.

22:20 Er führte mich hinaus ins Weite, er riß mich heraus; denn er hatte
Lust zu mir.

22:21 Der HERR tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit; er vergilt mir
nach der Reinheit meiner Hände.

22:22 Denn ich halte die Wege des HERRN und bin nicht gottlos wider meinen
Gott.

22:23 Denn alle seine Rechte hab ich vor Augen, und seine Gebote werfe ich
nicht von mir,

22:24 sondern ich bin ohne Tadel vor ihm und hüte mich vor Schuld.

22:25 Darum vergilt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit, nach der
Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.

22:26 Gegen die Heiligen bist du heilig, gegen die Treuen bist du treu,

22:27 gegen die Reinen bist du rein, und gegen die Verkehrten bist du
verkehrt.

22:28 Denn du hilfst dem elenden Volk, und die Augen aller Stolzen
erniedrigest du.

22:29 Ja, du, HERR, bist meine Leuchte; der HERR macht meine Finsternis
licht.

22:30 Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen und mit meinem Gott
über Mauern springen.

22:31 Gottes Wege sind vollkommen, des HERRN Worte sind durchläutert. Er
ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

22:32 Denn wer ist Gott, wenn nicht der HERR? Und wer ist ein Fels, wenn
nicht unser Gott?

22:33 Gott stärkt mich mit Kraft und weist mir den rechten Weg.

22:34 Er macht meine Füße gleich den Hirschen und stellt mich auf meine
Höhen.

22:35 Er lehrt meine Hände streiten und meinen Arm den ehernen Bogen
spannen.

22:36 Du gibst mir den Schild deines Heils, und deine Huld macht mich
groß.

22:37 Du gibst meinen Schritten weiten Raum, daß meine Knöchel nicht
wanken.

22:38 Meinen Feinden jagte ich nach und vertilgte sie, und ich kehre nicht
um, bis ich sie umgebracht habe.

22:39 Ich brachte sie um und hab sie zerschmettert, daß sie nicht mehr
aufstehen können; sie sind unter meine Füße gefallen.

22:40 Du hast mich gerüstet mit Stärke zum Streit; du kannst mir
unterwerfen, die sich gegen mich erheben.

22:41 Du hast meine Feinde zur Flucht gewandt, daß ich vernichte, die mich
hassen.

22:42 Sie sehen sich um - aber da ist kein Helfer - nach dem HERRN, aber
er antwortet ihnen nicht.

22:43 Ich will sie zerstoßen zu Staub der Erde, wie Dreck auf der Gasse
will ich sie zerstäuben und zertreten.

22:44 Du hast mir aus dem Aufruhr meines Volkes geholfen und machst mich
zum Haupt über Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir.

22:45 Die Söhne der Fremde huldigen mir und gehorchen mir mit gehorsamen
Ohren.

22:46 Die Söhne der Fremde verschmachten und kommen mit Zittern aus ihren
Burgen.

22:47 Der HERR lebt, und gelobt sei mein Fels, und Gott, der Fels meines
Heils, sei hoch erhoben,

22:48 der Gott, der mir Vergeltung schafft und mir die Völker unterwirft.

22:49 Er hilft mir aus von meinen Feinden. Du erhöhst mich über die, die
sich gegen mich erheben, vor dem Mann der Gewalttat rettest du mich.

22:50 Darum will ich dir danken, HERR, unter den Heiden und deinem Namen
lobsingen,

22:51 der seinem Könige großes Heil gibt und Gnade erweist seinem
Gesalbten, David und seinem Hause ewiglich.

Davids letzte Worte

23:1 Dies sind die letzten Worte Davids. Es spricht David, der Sohn
Isais, es spricht der Mann, der hoch erhoben ist, der Gesalbte des
Gottes Jakobs, der Liebling der Lieder Israels:
1. Sam 16,13

23:2 Der Geist des HERRN hat durch mich geredet, und sein Wort ist auf
meiner Zunge.

23:3 Es hat der Gott Israels zu mir gesprochen, der Fels Israels hat
geredet: Wer gerecht herrscht unter den Menschen, wer herrscht in
der Furcht Gottes,

23:4 der ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, am
Morgen ohne Wolken. Und wie das Gras nach dem Regen aus der Erde
bricht,
Ri 5,31

23:5 so ist mein Haus fest bei Gott; denn er hat mir einen ewigen Bund
gesetzt, in allem wohl geordnet und gesichert. All mein Heil und all
mein Begehren wird er gedeihen lassen.
Kap 7,16

23:6 Aber die nichtswürdigen Leute sind allesamt wie verwehte Disteln,
die man nicht mit der Hand fassen kann;

23:7 sondern wer sie angreifen will, muß Eisen und Spieß in der Hand
haben; sie werden mit Feuer verbrannt an ihrer Stätte.

Die Helden Davids

(vgl. 1. Chr 11,10-47)
23:8 Dies sind die Namen der Helden Davids: Jischbaal, der Hachmoniter,
der Erste unter den Dreien; der schwang seinen Spieß über
achthundert, die auf einmal erschlagen waren.

23:9 Nach ihm war unter den drei Helden Eleasar, der Sohn Dodos, der
Ahoachiter. Er war mit David in Pas-Dammim, als die Philister dort
versammelt waren zum Kampf und die Männer Israels sich zurückzogen;

23:10 er aber hielt stand und schlug die Philister, bis seine Hand müde
war und am Schwert erstarrte. Und der HERR gab großes Heil an jenem
Tage, so daß das Volk sich wieder umwandte hinter ihm her, um zu
plündern.

23:11 Nach ihm war Schamma, der Sohn Ages aus Harar. Als die Philister
sich sammelten in Lehi - es war dort ein Stück Acker mit Linsen -
und das Volk vor den Philistern floh,

23:12 da trat er mitten auf das Stück und entriß es den Philistern und
schlug sie, und Gott gab großes Heil.

23:13 Und drei von den dreißig Helden kamen zu Beginn der Ernte hinab zu
David, zu der Höhle Adullam, und das Lager der Philister lag in der
Ebene Refaïm.
1. Sam 22,1

23:14 David aber war damals in der Bergfeste, und die Wache der Philister
lag in Bethlehem.

23:15 Und David gelüstete es, und er sprach: Wer will mir Wasser zu
trinken holen aus dem Brunnen am Tor in Bethlehem?

23:16 Da brachen die drei Helden in das Lager der Philister ein und
schöpften Wasser aus dem Brunnen am Tor in Bethlehem und trugen's
und brachten's zu David. Aber er wollte es nicht trinken, sondern
goß es aus für den HERRN
1. Sam 7,6

23:17 und sprach: Das lasse der HERR fern von mir sein, daß ich das tue!
Ist's nicht das Blut der Männer, die ihr Leben gewagt haben und
hingegangen sind? Und er wollte es nicht trinken. Das taten die drei
Helden.

23:18 Abischai, Joabs Bruder, der Sohn der Zeruja, war der Erste der
Dreißig. Er schwang seinen Spieß über dreihundert Erschlagenen und
war berühmt unter den Dreißig.
Kap 21,17

23:19 Er war hochgeehrt unter den Dreißig und war ihr Oberster, aber er
kam nicht an jene Drei heran.

23:20 Und Benaja, der Sohn Jojadas, ein streitbarer Mann von großen
Taten, war aus Kabzeel; der erschlug die beiden »Gotteslöwen« der
Moabiter. Er stieg hinab und erschlug einen Löwen in einem Brunnen,
als Schnee gefallen war.
Kap 8,18; Jos 15,21

23:21 Er erschlug auch einen ägyptischen Mann, einen Riesen, der hatte
einen Spieß in seiner Hand. Er aber ging zu ihm hinab mit einem
Stecken und riß dem Ägypter den Spieß aus der Hand und durchbohrte
ihn mit dessen eigenem Spieß.

23:22 Das tat Benaja, der Sohn Jojadas. Er war berühmt unter den dreißig
Helden

23:23 und war hochgeehrt unter den Dreißig, aber er kam nicht an jene Drei
heran. Und David setzte ihn über seine Leibwache.

23:24 Asaël, der Bruder Joabs, war unter den Dreißig; auch Elhanan, der
Sohn Dodos aus Bethlehem;
Kap 2,18

23:25 Schamma, der Haroditer; Elika, der Haroditer;

23:26 Helez, der Peletiter; Ira, der Sohn des Ikkesch, aus Tekoa;
1. Chr 27,10; 1. Chr 27,9

23:27 Abiëser, der Anatotiter; Sibbechai, der Huschatiter;

23:28 Zalmon, der Ahoachiter; Mahrai, der Netofatiter;

23:29 Heled, der Sohn Baanas, der Netofatiter; Ittai, der Sohn Ribais, aus
Gibea in Benjamin;

23:30 Benaja, der Piratoniter; Hiddai, aus Nahale-Gaasch;

23:31 Abialbon, der Arbatiter; Asmawet, der Bahurimiter;

23:32 Eljachba, der Schaalboniter; Jaschen, der Guniter, und Jonatan,

23:33 der Sohn des Schamma, der Harariter; Ahiam, der Sohn Scharars, der
Harariter;

23:34 Elifelet, der Sohn Ahasbais, der Maachatiter; Eliam, der Sohn
Ahitofels, der Giloniter;
Kap 15,12

23:35 Hezro, der Karmeliter; Paarai, der Arabiter;

23:36 Jigal, der Sohn Nathans, aus Zoba; Bani, der Gaditer;

23:37 Zelek, der Ammoniter; Nachrai, der Beerotiter, ein Waffenträger
Joabs, des Sohnes der Zeruja;

23:38 Ira, der Jattiriter; Gareb, der Jattiriter;

23:39 Uria, der Hetiter. Das sind zusammen siebenunddreißig.
Kap 11,3

Gott läßt David den Tempelplatz finden

(vgl. 1. Chr 21,1-30)
24:1 Und der Zorn des HERRN entbrannte abermals gegen Israel, und er
reizte David gegen das Volk und sprach: Geh hin, zähle Israel und
Juda!

24:2 Und der König sprach zu Joab und zu den Hauptleuten, die bei ihm
waren: Geht umher in allen Stämmen Israels von Dan bis Beerscheba
und zählt das Kriegsvolk, damit ich weiß, wieviel ihrer sind.
(2 und 3) 2. Mose 30,12

24:3 Joab sprach zu dem König: Der HERR, dein Gott, tue zu diesem Volk,
wie es jetzt ist, noch hundertmal soviel hinzu, daß mein Herr, der
König, seiner Augen Lust daran habe; aber warum verlangt es meinen
Herrn, den König, solches zu tun?

24:4 Aber des Königs Wort stand fest gegen Joab und die Hauptleute des
Heeres. So zog Joab mit den Hauptleuten des Heeres aus von dem
König, um das Volk Israel zu zählen.

24:5 Und sie gingen über den Jordan und fingen an bei Aroër und bei der
Stadt, die mitten im Bachtal liegt, nach Gad und nach Jaser zu
5. Mose 2,36

24:6 und kamen nach Gilead und zum Land der Hetiter nach Kadesch zu und
darauf nach Dan, und von Dan wandten sie sich nach Sidon zu.

24:7 Dann kamen sie zu der festen Stadt Tyrus und allen Städten der
Hiwiter und Kanaaniter und in das Südland Judas nach Beerscheba.

24:8 So durchzogen sie das ganze Land und kamen nach neun Monaten und
zwanzig Tagen nach Jerusalem zurück.

24:9 Und Joab gab dem König die Summe des Volks an, das gezählt war. Und
es waren in Israel achthunderttausend streitbare Männer, die das
Schwert trugen, und in Juda fünfhunderttausend Mann.

24:10 Aber das Herz schlug David, nachdem das Volk gezählt war. Und David
sprach zum HERRN: Ich habe schwer gesündigt, daß ich das getan
habe. Und nun, HERR, nimm weg die Schuld deines Knechts; denn ich
hab sehr töricht getan.
Kap 12,13

24:11 Und als David am Morgen aufstand, kam des HERRN Wort zu Gad, dem
Propheten, Davids Seher:
1. Sam 22,5; 1. Chr 29,29; 2. Chr 29,25

24:12 Geh hin und rede mit David: So spricht der HERR: Dreierlei lege ich
dir vor; erwähle dir eins davon, daß ich es dir tue.

24:13 Gad kam zu David und sagte es ihm an und sprach zu ihm: Willst du,
daß drei Jahre lang Hungersnot in dein Land kommt oder daß du drei
Monate vor deinen Widersachern fliehen mußt und sie dich verfolgen
oder daß drei Tage Pest in deinem Lande ist? So bedenke nun wohl,
was ich antworten soll dem, der mich gesandt hat.
Jer 24,10; Hes 6,11-12

24:14 David sprach zu Gad: Es ist mir sehr angst, aber laß uns in die Hand
des HERRN fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; ich will nicht
in der Menschen Hand fallen.

24:15 Da ließ der HERR die Pest über Israel kommen vom Morgen an bis zur
bestimmten Zeit, so daß von dem Volk starben von Dan bis Beerscheba
siebzigtausend Mann.

24:16 Als aber der Engel seine Hand ausstreckte über Jerusalem, um es zu
verderben, reute den HERRN das Übel, und er sprach zum Engel, der
das Verderben anrichtete im Volk: Es ist genug; laß nun deine Hand
ab! Der Engel des HERRN aber war bei der Tenne Araunas, des
Jebusiters.
1. Mose 19,13; 2. Mose 12,23; Jes 54,16

24:17 Als aber David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum
HERRN: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat getan; was
haben diese Schafe getan? Laß deine Hand gegen mich und meines
Vaters Haus sein!
4. Mose 16,22

24:18 Und Gad kam zu David an jenem Tage und sprach zu ihm: Geh hinauf und
errichte dem HERRN einen Altar auf der Tenne Araunas, des
Jebusiters.

24:19 Da ging David hinauf, wie Gad nach des HERRN Gebot gesagt hatte.

24:20 Und als Arauna aufschaute, sah er den König mit seinen Großen zu ihm
herüberkommen und fiel nieder vor dem König auf sein Angesicht zur
Erde

24:21 und sprach: Warum kommt mein Herr, der König, zu seinem Knecht?
David sprach: Um von dir die Tenne zu kaufen und dem HERRN einen
Altar zu bauen, damit die Plage vom Volk weiche.

24:22 Aber Arauna sprach zu David: Mein Herr, der König, nehme und opfere,
wie es ihm gefällt. Siehe, da sind die Rinder zum Brandopfer und
auch die Dreschschlitten und das Geschirr der Rinder als Brennholz;

24:23 das alles gibt Arauna dem König. Und Arauna sprach zum König: Der
HERR, dein Gott, sei dir gnädig.

24:24 Aber der König sprach zu Arauna: Nicht doch, sondern ich will dir's
abkaufen für seinen Preis; denn ich will dem HERRN, meinem Gott,
nicht Brandopfer darbringen, die ich umsonst habe. So kaufte David
die Tenne und die Rinder für fünfzig Lot Silber.

24:25 Und David baute dort dem HERRN einen Altar und opferte Brandopfer
und Dankopfer. Und der HERR wurde dem Land wieder gnädig, und die
Plage wich von dem Volk Israel.
Kap 21,14

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