Read: 30 Amos


Buch 30 (DER PROPHET AMOS)



1

1 (Gottes unabwendbares Gericht Ÿber Israels Nachbarn und Ÿber sein eigenes Volk) Dies ist's, was Amos, der unter den SchafzŸchtern von Tekoa war, gesehen hat Ÿber Israel zur Zeit Usijas, des Kšnigs von Juda, und Jerobeams, des Sohnes des Joas, des Kšnigs von Israel, zwei Jahre vor dem Erdbeben. Kap 7,14, 2. Kšn 15,1; Sach 14,5, 2. Kšn 14,23)

2 Und er sprach: Der HERR wird aus Zion brŸllen und seine Stimme aus Jerusalem hšren lassen, da§ die Auen der Hirten vertrocknen werden und der Karmel oben verdorren wird. Jer 25,30; Joel 4,16)

3 So spricht der HERR: Um drei, ja um vier Frevel willen derer von Damaskus will ich sie nicht schonen, weil sie Gilead mit eisernen Dreschschlitten gedroschen haben; (3-5) Jes 17,1-3)

4 sondern ich will ein Feuer schicken in das Haus Hasa‘ls, das soll die PalŠste Ben-Hadads verzehren.

5 Und ich will die Riegel von Damaskus zerbrechen und die Einwohner aus Bikat-Awen und den, der das Zepter hŠlt, aus Bet-Eden ausrotten, und das Volk von Aram soll nach Kir weggefŸhrt werden, spricht der HERR. 2. Kšn 16,9)

6 So spricht der HERR: Um drei, ja um vier Frevel willen derer von Gaza will ich sie nicht schonen, weil sie die Gefangenen alle weggefŸhrt und an Edom ausgeliefert haben; (6-8) 2. Chr 21,16.17; 28,18; Jer 47,1)

7 sondern ich will ein Feuer in die Mauern von Gaza schicken, das soll seine PalŠste verzehren.

8 Und ich will die Einwohner aus Aschdod und den, der das Zepter hŠlt, aus Aschkelon ausrotten und meine Hand gegen Ekron wenden, und es soll umkommen, was von den Philistern noch Ÿbrig ist, spricht Gott der HERR.

9 So spricht der HERR: Um drei, ja um vier Frevel willen derer von Tyrus will ich sie nicht schonen, weil sie die Gefangenen alle an Edom ausgeliefert und nicht an den Bruderbund gedacht haben; (9 und 10) Jes 23; Joel 4,4; 1. Kšn 5,26)

10 sondern ich will ein Feuer in die Mauern von Tyrus schicken, das soll seine PalŠste verzehren.

11 So spricht der HERR: Um drei, ja um vier Frevel willen derer von Edom will ich sie nicht schonen, weil sie ihren Bruder mit dem Schwert verfolgt und alles Erbarmen von sich getan haben und immerfort wŸten in ihrem Zorn und an ihrem Grimm ewig festhalten; (11 und 12) Obd 10; 5. Mose 23,8; Jer 49,7)

12 sondern ich will ein Feuer schicken nach Teman, das soll die PalŠste von Bozra verzehren.

13 So spricht der HERR: Um drei, ja um vier Frevel willen derer von Ammon will ich sie nicht schonen, weil sie die Schwangeren in Gilead aufgeschlitzt haben, um ihr Gebiet zu erweitern; (13-15) Jer 49,1-6)

14 sondern ich will ein Feuer anzŸnden in den Mauern Rabbas, das soll seine PalŠste verzehren, wenn man das Kriegsgeschrei erhebt am Tage der Schlacht, wenn das Wetter kommt am Tage des Sturms.

15 Da wird dann ihr Kšnig samt seinen Oberen gefangen weggefŸhrt werden, spricht der HERR.



2

1 So spricht der HERR: Um drei, ja um vier Frevel willen derer von Moab will ich sie nicht schonen, weil sie die Gebeine des Kšnigs von Edom verbrannt haben zu Asche; (1-3) Jes 15; Jer 48)

2 sondern ich will ein Feuer schicken nach Moab, das soll die PalŠste von Kerijot verzehren, und Moab soll sterben im GetŸmmel und Geschrei und Posaunenhall.

3 Und ich will den Herrscher unter ihnen ausrotten und alle ihre Oberen samt ihm tšten, spricht der HERR. 4. Mose 24,17)

4 So spricht der HERR: Um drei, ja um vier Frevel willen derer von Juda will ich sie nicht schonen, weil sie des HERRN Gesetz verachten und seine Ordnungen nicht halten und sich von ihren LŸgengštzen verfŸhren lassen, denen ihre VŠter nachgefolgt sind;

5 sondern ich will ein Feuer nach Juda schicken, das soll die PalŠste von Jerusalem verzehren. Hos 8,14)

6 So spricht der HERR: Um drei, ja um vier Frevel willen derer von Israel will ich sie nicht schonen, weil sie die Unschuldigen fŸr Geld und die Armen fŸr ein Paar Schuhe verkaufen. Kap 8,6)

7 Sie treten den Kopf der Armen in den Staub und drŠngen die Elenden vom Wege. Sohn und Vater gehen zu demselben MŠdchen, um meinen heiligen Namen zu entheiligen. Kap 8,4)

8 Und bei allen AltŠren schlemmen sie auf den gepfŠndeten Kleidern und trinken Wein vom Gelde der Bestraften im Hause ihres Gottes. 2. Mose 22,25)

9 Und dabei habe ich den Amoriter vor ihnen her vertilgt, der so hoch war wie die Zedern und so stark wie die Eichen, und ich vertilgte oben seine Frucht und unten seine Wurzel. 4. Mose 21,21-28)

10 Auch habe ich euch aus €gyptenland gefŸhrt und vierzig Jahre in der WŸste geleitet, damit ihr der Amoriter Land besŠ§et.

11 Und ich habe aus euren Sšhnen Propheten erweckt und Gottgeweihte aus euren JŸnglingen. Ist's nicht so, ihr Israeliten? spricht der HERR. 4. Mose 6,2-13)

12 Aber ihr gebt den Gottgeweihten Wein zu trinken und gebietet den Propheten und sprecht: Ihr sollt nicht weissagen! Kap 7,13.16; Jer 11,21)

13 Siehe, ich will's unter euch schwanken machen, wie ein Wagen voll Garben schwankt,

14 so da§, wer schnell ist, nicht entfliehen noch der Starke etwas vermšgen soll, und der MŠchtige soll nicht sein Leben retten kšnnen.

15 Die BogenschŸtzen sollen nicht standhalten, und wer schnell laufen kann, soll nicht entrinnen, und wer da reitet, soll sein Leben nicht retten,

16 und wer unter den Starken der mannhafteste ist, soll nackt entfliehen mŸssen an jenem Tage, spricht der HERR.



3

1 (ErwŠhlung bewahrt nicht vor Gericht) Hšret, was der HERR wider euch redet, ihr Israeliten, wider alle Geschlechter, die ich aus €gyptenland gefŸhrt habe:

2 Aus allen Geschlechtern auf Erden habe ich allein euch erkannt, darum will ich auch an euch heimsuchen all eure SŸnde. 5. Mose 4,34)

3 (Wenn Gott redet, kann der Prophet nicht schweigen) Kšnnen etwa zwei miteinander wandern, sie seien denn einig untereinander?

4 BrŸllt etwa ein Lšwe im Walde, wenn er keinen Raub hat? Schreit etwa ein junger Lšwe aus seiner Hšhle, er habe denn etwas gefangen?

5 FŠllt etwa ein Vogel zur Erde, wenn kein Fangnetz da ist? Oder springt eine Falle auf von der Erde, sie habe denn etwas gefangen?

6 BlŠst man etwa die Posaune in einer Stadt und das Volk entsetzt sich nicht? Ist etwa ein UnglŸck in der Stadt, das der HERR nicht tut? Jes 45,7; Klgl 3,37)

7 - Gott der HERR tut nichts, er offenbare denn seinen Ratschlu§ den Propheten, seinen Knechten. - 1. Mose 18,17)

8 Der Lšwe brŸllt, wer sollte sich nicht fŸrchten? Gott der HERR redet, wer sollte nicht Prophet werden?

9 (AnkŸndigung des Gerichts Ÿber Samaria) VerkŸndigt in den PalŠsten von Aschdod und in den PalŠsten im Lande €gypten und sprecht: Sammelt euch auf den Bergen um Samaria und sehet, welch ein gro§es Zetergeschrei und Unrecht darin ist!

10 Sie achten kein Recht, spricht der HERR; sie sammeln SchŠtze von Frevel und Raub in ihren PalŠsten.

11 Darum spricht Gott der HERR: Man wird dies Land ringsumher bedrŠngen und dich von deiner Macht herunterrei§en und deine HŠuser plŸndern.

12 So spricht der HERR: Gleichwie ein Hirte dem Lšwen zwei Beine oder ein OhrlŠppchen aus dem Maul rei§t, so sollen die Israeliten herausgerissen werden, die zu Samaria sitzen in der Ecke des Ruhebettes und auf dem Lager von Damast.

13 Hšrt und bezeugt es dem Hause Jakob, spricht Gott der HERR, der Gott Zebaoth:

14 Zur Zeit, da ich die SŸnden Israels heimsuchen werde, will ich die AltŠre in Bethel heimsuchen und die Hšrner des Altars abbrechen, da§ sie zu Boden fallen sollen,

15 und will Winterhaus und Sommerhaus zerschlagen, und die elfenbeingeschmŸckten HŠuser sollen zugrunde gehen und viele HŠuser vernichtet werden, spricht der HERR. 1. Kšn 22,39; Ps 45,9)



4

1 (Gegen die schwelgerischen Frauen in Samaria) Hšret dies Wort, ihr fetten KŸhe, die ihr auf dem Berge Samarias seid und den Geringen Gewalt antut und schindet die Armen und sprecht zu euren Herren: Bringt her, la§t uns saufen!

2 Gott der HERR hat geschworen bei seiner Heiligkeit: Siehe, es kommt die Zeit Ÿber euch, da§ man euch herausziehen wird mit Angeln und, was von euch Ÿbrigbleibt, mit Fischhaken.

3 Und ihr werdet zu den MauerlŸcken hinaus mŸssen, eine jede vor sich hin, und zum Hermon weggeschleppt werden, spricht der HERR.

4 (Gottes ZŸchtigungen werden mi§achtet) Ja, kommt her nach Bethel und treibt SŸnde, und nach Gilgal, um noch viel mehr zu sŸndigen! Bringt eure Schlachtopfer am Morgen und eure Zehnten am dritten Tage, Hos 12,12, 5. Mose 14,28)

5 rŠuchert Sauerteig zum Dankopfer und ruft freiwillige Opfer aus und verkŸndet sie; denn so habt ihr's gern, ihr Israeliten, spricht Gott der HERR! 3. Mose 2,11)

6 Ich habe euch in allen euren StŠdten mŸ§ige ZŠhne gegeben und Mangel an Brot in allen euren Orten; DENNOCH BEKEHRT IHR EUCH NICHT ZU MIR, spricht der HERR.

7 Auch habe ich euch den Regen vorenthalten, als noch drei Monate waren bis zur Ernte, und ich lie§ regnen Ÿber eine Stadt, und auf die andere Stadt lie§ ich nicht regnen, ein Acker wurde beregnet, und der andere Acker, der nicht beregnet wurde, verdorrte. 1. Kšn 17,1)

8 Und es zogen zwei, drei StŠdte zu einer Stadt, um Wasser zu trinken, und konnten nicht genug finden; DENNOCH BEKEHRT IHR EUCH NICHT ZU MIR, spricht der HERR.

9 Ich plagte euch mit dŸrrer Zeit und mit Getreidebrand; auch fra§en die, Raupen alles, was in euren GŠrten und Weinbergen, auf euren FeigenbŠumen und …lbŠumen wuchs; DENNOCH BEKEHRT IHR EUCH NICHT ZU MIR, spricht der HERR. Hag 1,11, Joel 1,4)

10 Ich schickte unter euch die Pest wie in €gypten; ich tštete eure junge Mannschaft durchs Schwert und lie§ eure Pferde gefangen wegfŸhren, ich lie§ den Gestank eures Heerlagers in eure Nasen steigen; DENNOCH BEKEHRT IHR EUCH NICHT ZU MIR, spricht der HERR. 2. Mose 9,3)

11 Ich richtete unter euch Zerstšrung an, wie Gott Sodom und Gomorra zerstšrte, da§ ihr waret wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen wird; DENNOCH BEKEHRT IHR EUCH NICHT ZU MIR, spricht der HERR. 1. Mose 19,24.25, Sach 3,2)

12 Darum will ich's weiter so mit dir machen, Israel! Weil ich's denn weiter so mit dir machen will, so bereite dich, Israel, und begegne deinem Gott!

13 Denn siehe, er ist's, der die Berge macht und den Wind schafft; er zeigt dem Menschen, was er im Sinne hat. Er macht die Morgenršte und die Finsternis, er tritt einher auf den Hšhen der Erde - er hei§t ÈHERR, Gott ZebaothÇ. Mi 1,3)



5

1 (Klagelied Ÿber Israel) Hšret, ihr vom Hause Israel, dies Wort; denn ich mu§ dies Klagelied Ÿber euch anstimmen:

2 Die Jungfrau Israel ist gefallen, da§ sie nicht wieder aufstehen wird; sie ist zu Boden gesto§en, und niemand ist da, der ihr aufhelfe.

3 Denn so spricht Gott der HERR: Die Stadt, aus der Tausend zum Kampf ausziehen, soll nur Hundert Ÿbrig behalten, und aus der Hundert ausziehen, die soll nur Zehn Ÿbrig behalten im Hause Israel.

4 (Gegen die UnterdrŸcker) Denn so spricht der HERR zum Hause Israel: Suchet mich, so werdet ihr leben. Jer 29,13)

5 Suchet nicht Bethel und kommt nicht nach Gilgal und geht nicht nach Beerscheba; denn Gilgal wird gefangen weggefŸhrt werden, und Bethel wird zunichte werden. Kap 4,4; Hos 4,15)

6 Suchet den HERRN, so werdet ihr leben, da§ er nicht daherfahre Ÿber das Haus Josef wie ein verzehrendes Feuer, das niemand lšschen kann zu Bethel -

7 die ihr das Recht in Wermut verkehrt und die Gerechtigkeit zu Boden sto§t. Kap 6,12; Jes 5,20)

8 Der das Siebengestirn und den Orion macht, der aus der Finsternis den Morgen macht und aus dem Tag die finstere Nacht, der das Wasser im Meer herbeiruft und schŸttet es auf den Erdboden - er hei§t ÈHERRÇ -, Hiob 38,31, Kap 9,6)

9 der Ÿber den Starken Verderben kommen lŠ§t und bringt Verderben Ÿber die feste Stadt.

10 Sie sind dem gram, der sie im Tor zurechtweist, und verabscheuen den, der ihnen die Wahrheit sagt. Jes 29,21)

11 Darum, weil ihr die Armen unterdrŸckt und nehmt von ihnen hohe Abgaben an Korn, so sollt ihr in den HŠusern nicht wohnen, die ihr von Quadersteinen gebaut habt, und den Wein nicht trinken, den ihr in den feinen Weinbergen gepflanzt habt. Zef 1,13)

12 Denn ich kenne eure Freveltaten, die so viel sind, und eure SŸnden, die so gro§ sind, wie ihr die Gerechten bedrŠngt und Bestechungsgeld nehmt und die Armen im Tor unterdrŸckt.

13 Darum mu§ der Kluge zu dieser Zeit schweigen; denn es ist eine bšse Zeit.

14 Suchet das Gute und nicht das Bšse, auf da§ ihr leben kšnnt, so wird der HERR, der Gott Zebaoth, bei euch sein, wie ihr rŸhmt.

15 Hasset das Bšse und liebet das Gute, richtet das Recht auf im Tor, vielleicht wird der HERR, der Gott Zebaoth, doch gnŠdig sein denen, die von Josef Ÿbrigbleiben. Ps 34,15; Ršm 12,9)

16 Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Herr: Es wird in allen Gassen Wehklagen sein, und auf allen Stra§en wird man sagen: ÈWehe, wehe!Ç Und man wird den Ackermann zum Trauern rufen und zum Wehklagen, wer die Totenklage erheben kann.

17 In allen Weinbergen wird Wehklagen sein; denn ich will unter euch fahren, spricht der HERR.

18 (Der Tag des HERRN ist ein Tag des Gerichts) Weh denen, die des HERRN Tag herbeiwŸnschen! Was soll er euch? Denn des HERRN Tag ist Finsternis und nicht Licht, (18-20) Joel 2,11)

19 gleichwie wenn jemand vor dem Lšwen flieht und ein BŠr begegnet ihm und er kommt in ein Haus und lehnt sich mit der Hand an die Wand, so sticht ihn eine Schlange!

20 Ja, des HERRN Tag wird finster und nicht licht sein, dunkel und nicht hell.

21 (Der Šu§erliche Gottesdienst tut's nicht) Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Jes 1,11-15)

22 Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Mi 6,6.7)

23 Tu weg von mir das GeplŠrr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hšren!

24 Es stršme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

25 Habt ihr vom Hause Israel mir in der WŸste die vierzig Jahre lang Schlachtopfer und Speisopfer geopfert? (25 und 26) Jer 7,22.23; Apg 7,42.43)

26 Ihr truget den Sakkut, euren Kšnig, und Kewan*, den Stern eures Gottes, eure Bilder, welche ihr euch selbst gemacht habt; (*Sakkut und Kewan (vgl. Sach- und WorterklŠrungen) sind Namen heidnischer Gštter, die in Israel verehrt wurden.)

27 so will ich euch wegfŸhren lassen bis jenseits von Damaskus, spricht der HERR, der Gott Zebaoth hei§t.



6

1 (Gegen Selbstsicherheit und Schwelgerei der Vornehmen in Israel) Weh den Sorglosen zu Zion und weh denen, die voll Zuversicht sind auf dem Berge Samarias, den Vornehmen des Erstlings unter den Všlkern, zu denen das Haus Israel kommt!

2 Gehet hin nach Kalne und schauet und von da nach Hamat, der gro§en Stadt, und ziehet hinab nach Gat der Philister! Seid ihr besser als diese Kšnigreiche, ist euer Gebiet grš§er als das ihre, 1. Mose 10,10)

3 die ihr meint, vom bšsen Tag weit ab zu sein, und trachtet immer nach Frevelregiment, Ps 10,5)

4 die ihr schlaft auf elfenbeingeschmŸckten Lagern und euch streckt auf euren Ruhebetten? Ihr e§t die LŠmmer aus der Herde und die gemŠsteten KŠlber

5 und spielt auf der Harfe und erdichtet euch Lieder wie David (5 und 6) Jes 5,12)

6 und trinkt Wein aus Schalen und salbt euch mit dem besten …l, aber bekŸmmert euch nicht um den Schaden Josefs.

7 Darum sollen sie nun vorangehen unter denen, die gefangen weggefŸhrt werden, und soll das Schlemmen der †bermŸtigen aufhšren.

8 Denn Gott der HERR hat geschworen bei sich: Mich verdrie§t die Hoffart Jakobs, spricht der HERR, der Gott Zebaoth, und ich hasse seine PalŠste. Darum will ich die Stadt Ÿbergeben mit allem, was darin ist.

9 Und wenn auch zehn MŠnner in einem Hause Ÿbrigbleiben, sollen sie doch sterben.

10 Und nimmt dann einen sein Verwandter, der ihn bestatten und seine Gebeine aus dem Hause tragen will, so sagt er zu dem, der drin im Hause ist: Sind ihrer noch mehr da? Und der wird antworten: Sie sind alle dahin! Und er wird sagen: Still! Denn man darf des HERRN Namen nicht nennen. Kap 8,3)

11 Denn siehe, der HERR hat geboten, da§ man die gro§en HŠuser in TrŸmmer schlagen soll und die kleinen HŠuser in StŸcke.

12 Wer kann auf Felsen mit Rossen rennen oder mit Rindern pflŸgen? Denn ihr wandelt das Recht in Gift und die Frucht der Gerechtigkeit in Wermut, Kap 5,7)

13 die ihr euch freut Ÿber Lo-Dabar und sprecht: Haben wir nicht durch unsere Kraft Karnajim genommen?

14 Darum siehe, ich will gegen euch, ihr vom Hause Israel, ein Volk aufstehen lassen, spricht der HERR, der Gott Zebaoth, das soll euch bedrŠngen von da an, wo man nach Hamat geht, bis an den Bach in der WŸste.



7

1 (Die drei ersten Visionen: Heuschrecken, Feuer, Bleilot) Gott der HERR lie§ mich schauen, und siehe, da war einer, der machte Heuschrecken zur Zeit, als das Grummet aufging; und siehe, das Grummet war gewachsen, nachdem der Kšnig hatte mŠhen lassen.

2 Als sie nun alles Gras im Lande abfressen wollten, sprach ich: Ach Herr HERR, sei gnŠdig! Wer soll Jakob wieder aufhelfen? Er ist ja so schwach.

3 Da reute es den HERRN, und er sprach: Wohlan, es soll nicht geschehen.

4 Gott der HERR lie§ mich schauen, und siehe, Gott der HERR rief das Feuer, um damit zu strafen. Das verzehrte die gro§e Tiefe und fra§ das Ackerland. 1. Mose 7,11)

5 Da sprach ich: Ach Herr HERR, la§ ab! Wer soll Jakob wieder aufhelfen? Er ist ja so schwach.

6 Da reute den HERRN das auch, und Gott der HERR sprach: Es soll auch nicht geschehen.

7 Er lie§ mich abermals schauen, und siehe, der Herr stand auf der Mauer, die mit einem Bleilot gerichtet war, und er hatte ein Bleilot in seiner Hand.

8 Und der HERR sprach zu mir: Was siehst du, Amos? Ich sprach: Ein Bleilot. Da sprach der Herr zu mir: Siehe, ich will das Bleilot legen an mein Volk Israel und ihm nichts mehr Ÿbersehen, Jes 34,11, Kap 8,2)

9 sondern die Hšhen Isaaks sollen verwŸstet und die HeiligtŸmer Israels zerstšrt werden, und ich will mich mit dem Schwert Ÿber das Haus Jerobeam hermachen.

10 (Amos wird aus Bethel ausgewiesen) Da sandte Amazja, der Priester in Bethel, zu Jerobeam, dem Kšnig von Israel, und lie§ ihm sagen: Der Amos macht einen Aufruhr gegen dich im Hause Israel; das Land kann seine Worte nicht ertragen. (10 und 11) Jer 38,4)

11 Denn so spricht Amos: Jerobeam wird durchs Schwert sterben, und Israel wird aus seinem Lande gefangen weggefŸhrt werden.

12 Und Amazja sprach zu Amos: Du Seher, geh weg und flieh ins Land Juda und i§ dort dein Brot und weissage daselbst. 1. Sam 9,9)

13 Aber weissage nicht mehr in Bethel; denn es ist des Kšnigs Heiligtum und der Tempel des Kšnigreichs. 1. Kšn 12,28.29)

14 Amos antwortete und sprach zu Amazja: Ich bin kein Prophet noch ein ProphetenjŸnger, sondern ich bin ein Hirt, der Maulbeeren zŸchtet. Kap 1,1)

15 Aber der HERR nahm mich von der Herde und sprach zu mir: Geh hin und weissage meinem Volk Israel!

16 So hšre nun des HERRN Wort! Du sprichst: Weissage nicht wider Israel und eifere nicht wider das Haus Isaak! Kap 2,12)

17 Darum spricht der HERR: Deine Frau wird in der Stadt zur Hure werden, und deine Sšhne und Tšchter sollen durchs Schwert fallen, und dein Acker soll mit der Me§schnur ausgeteilt werden. Du aber sollst in einem unreinen Lande sterben, und Israel soll aus seinem Lande vertrieben werden.



8

1 (Die vierte Vision: Ein Korb mit reifem Obst) Gott der HERR lie§ mich schauen, und siehe, da stand ein Korb mit reifem Obst.

2 Und er sprach: Was siehst du, Amos? Ich aber antwortete: Einen Korb mit reifem Obst. Da sprach der HERR zu mir: Reif zum Ende ist mein Volk Israel; ich will ihm nichts mehr Ÿbersehen. Kap 7,8)

3 Und die Lieder im Tempel sollen in Heulen verkehrt werden zur selben Zeit, spricht Gott der HERR. Es werden an allen Orten viele Leichname liegen, die man heimlich hinwirft. Kap 6,10)

4 (Gegen den Wucher der Reichen) Hšret dies, die ihr die Armen unterdrŸckt und die Elenden im Lande zugrunde richtet Kap 2,7)

5 und sprecht: Wann will denn der Neumond ein Ende haben, da§ wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, da§ wir Korn feilhalten kšnnen und das Ma§ verringern und den Preis steigern und die Waage fŠlschen, Neh 13,15)

6 damit wir die Armen um Geld und die Geringen um ein Paar Schuhe in unsere Gewalt bringen und Spreu fŸr Korn verkaufen? Kap 2,6)

7 Der HERR hat bei sich, dem Ruhm Jakobs, geschworen: Niemals werde ich diese ihre Taten vergessen!

8 Sollte nicht um solcher Taten willen das Land erbeben mŸssen und alle Bewohner trauern? Ja, es soll sich heben wie die Wasser des Nils und sich senken wie der Strom €gyptens. Kap 9,5)

9 Zur selben Zeit, spricht Gott der HERR, will ich die Sonne am Mittag untergehen und das Land am hellen Tage finster werden lassen. Jer 15,9)

10 Ich will eure Feiertage in Trauer und alle eure Lieder in Wehklagen verwandeln. Ich will Ÿber alle Lenden den Sack bringen und alle Kšpfe kahl machen und will ein Trauern schaffen, wie man trauert Ÿber den einzigen Sohn, und sie sollen ein bitteres Ende nehmen. Tob 2,5.6, Jer 6,26)

11 (Einst wird man vergeblich nach Gottes Wort verlangen) Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der HERR, da§ ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HERRN, es zu hšren; 1. Sam 3,1)

12 da§ sie hin und her von einem Meer zum andern, von Norden nach Osten laufen und des HERRN Wort suchen und doch nicht finden werden. Mi 3,7)

13 Zu der Zeit werden die schšnen Jungfrauen und die JŸnglinge verschmachten vor Durst,

14 die jetzt schwšren bei dem Abgott Samarias und sprechen: ÈSo wahr dein Gott lebt, Dan!Ç und: ÈSo wahr dein Gott lebt, Beerscheba!Ç Sie sollen so fallen, da§ sie nicht wiederaufstehen kšnnen. Ri 18,30)



9

1 (Die letzte Vision: Gott Ÿber dem Altar; dem Gericht kann niemand entrinnen) Ich sah den Herrn Ÿber dem Altar stehen, und er sprach: Schlage an den Knauf, da§ die Pfosten beben und die TrŸmmer ihnen allen auf den Kopf fallen; und was noch Ÿbrigbleibt von ihnen, will ich mit dem Schwert tšten, da§ keiner von ihnen entfliehen noch irgendeiner entkommen soll!

2 Und wenn sie sich auch unten bei den Toten vergrŸben, soll sie doch meine Hand von dort holen, und wenn sie zum Himmel hinaufstiegen, will ich sie doch heruntersto§en. Hiob 26,6; Ps 139,8)

3 Und wenn sie sich auch versteckten oben auf dem Berge Karmel, will ich sie doch suchen und von dort herabholen; und wenn sie sich vor meinen Augen verbŠrgen im Grunde des Meeres, so will ich doch der Schlange befehlen, sie dort zu bei§en.

4 Und wenn sie vor ihren Feinden gefangen einhergingen, so will ich doch dem Schwert befehlen, sie dort zu tšten. Denn ich will meine Augen auf sie richten zum Bšsen und nicht zum Guten. Jer 44,11)

5 Denn Gott, der HERR Zebaoth, ist es, der die Erde anrŸhrt, da§ sie bebt und alle ihre Bewohner trauern mŸssen, und da§ sie sich hebt wie die Wasser des Nils und sich senkt wie der Strom €gyptens; Kap 8,8)

6 er ist es, der seinen Saal in den Himmel baut und seinen Palast Ÿber der Erde grŸndet, der das Wasser im Meer herbeiruft und schŸttet es auf das Erdreich. Er hei§t HERR! Ps 104,3, Kap 5,8)

7 Seid ihr Israeliten mir nicht gleichwie die Mohren? spricht der HERR. Habe ich nicht Israel aus €gyptenland gefŸhrt und die Philister aus Kaftor und die AramŠer aus Kir? 5. Mose 7,7, Jer 47,4)

8 Siehe, die Augen Gottes des HERRN sehen auf das sŸndige Kšnigreich, da§ ich's vom Erdboden vertilge, wiewohl ich das Haus Jakob nicht ganz vertilgen will, spricht der HERR.

9 Denn siehe, ich will befehlen und das Haus Israel unter allen Heiden schŸtteln lassen, gleichwie man mit einem Sieb schŸttelt und kein Stein zur Erde fŠllt.

10 Alle SŸnder in meinem Volk sollen durchs Schwert sterben, die da sagen: Es wird das UnglŸck nicht so nahe sein noch uns begegnen. Kap 6,3)

11 (Das kŸnftige Heil des Gottesvolkes) Zur selben Zeit will ich die zerfallene HŸtte Davids wieder aufrichten und ihre Risse vermauern und, was abgebrochen ist, wieder aufrichten und will sie bauen, wie sie vorzeiten gewesen ist, 1. Kšn 12,19; Apg 15,16.17)

12 damit sie in Besitz nehmen, was Ÿbrig ist von Edom, und alle Heiden, Ÿber die mein Name genannt ist, spricht der HERR, der solches tut.

13 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da§ man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und sŠen wird. Und die Berge werden von sŸ§em Wein triefen, und alle HŸgel werden fruchtbar sein. 3. Mose 26,5, Joel 4,18)

14 Denn ich will die Gefangenschaft meines Volks Israel wenden, da§ sie, die verwŸsteten StŠdte wieder aufbauen und bewohnen sollen, da§ sie Weinberge pflanzen und Wein davon trinken, GŠrten anlegen und FrŸchte daraus essen. 5. Mose 30,3, Jes 65,21)

15 Denn ich will sie in ihr Land pflanzen, da§ sie nicht mehr aus ihrem Land ausgerottet werden, das ich ihnen gegeben habe, spricht der HERR, dein Gott.

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