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Shoghi Effendi

HÜTERBOTSCHAFTEN AN DIE BAHA'I-WELT

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H I N W E I S

Die vorliegende Verfielfältigung ist eine Wiedergabe bereits früher in den Bahá'í-Nachrichten erschienener Telegramme und Briefe des Hüters. Der Text wurde unverändert unter Weglassung der die Füllworte kennzeichnenden Klammern übernommen.

DER NATIONALE GEISTIGE RAT DER BAHA'I IN DEUTSCHLAND E. V.
Lehrausschuß - März 1962 (119)





INHALTSVERZEICHNIS

Nr Pg Date Titel
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01 01 081052 Aufbruch zum weltumfassenden geistigen Kreuzzug

02 05 131052 Ruhestätten des Báb im Herzen des Karmel

03 06 121152 Erwerb lebenswichtiger Besitztümer

04 07 151252 Die Vertreter des Hüters an den Interkontinentalen Konferenzen

05 08 050153 Die glänzenden Strahlen der triumphierenden Gottessache

06 09 090253 Haram-i-Aqdas (Heilige Stätten)

07 10 210353 Zwei frohe Botschaften

08 11 190453 Aufgaben der führenden Bahá'í-Gemeinde des europäischen Kontinentes

09 12 040553 Ein Geschehen, das vor 6000 Jahren mit dem Pflanzen des Baumes göttlicher Offenbarung im Erdreich des göttlichen Willens begann

10 19 280553 Das oberste Anliegen

11 20 260653 Fortschritte im Heiligen Lande und in Panama

12 20 ..0753 Interkontinentale Bahá'í-Konferenz in Stockholm

13 25 ..0753 Epochemachende Konferenz

14 26 200953 Fortlaufende herrliche Erfolge

15 27 071053 Interkontinentale Konferenz in Neu-Delhi

16 30 141053 Weitere Erfolge und Ehrungen

17 31 111153 Banner der Sache Gottes in einundzwanzig unerschlossenen Gebieten aufgepflanzt

18 32 071253 Bahá'í-Weltkreuzzug in seiner Weite unvergleichlich und unerreicht

19 33 071253 Institution der Hände der Sache Gottes, dritte Ernennung

20 33 161253 Dahinschwindende Schar alter Bündnisbrecher

21 34 100154 Dorothy Baker, Hand der Sache Gottes, beredte Lehrmeisterin der Sache

22 35 080254 Aufruf für Pioniere

23 36 190354 Institution der Hände der Sache Gottes, vierte Ernennung

24 36 210354 Naw Ruz Botschaft

25 37 290354 Verlust Marion Jack; ein leuchtende Beispiel für alle Pioniere

26 37 050454 Entfaltung der Institution der Hände - Hilfsämter

27 39 ..0454 Unter göttlicher Führung majestätisch sich ausbreitender Glaube

28 44 ..0554 Steigerung der Bemühungen zur Erreichung der Ziele

29 44 040554 Frohe Botschaften

30 46 250654 Festigung des Glaubens im Herzen des europäischen Kontinentes

31 48 011054 Eine Reihe von aufeinanderfolgenden Siegen

32 51 271154 Ohne Beispiel in der Geistesgeschichte der Menschheit

33 53 ..0455 Angespornt durch dreifachen Impuls

34 59 300455 Afrika allein über 70 neue Räte

35 60 010555 Verstärkung der Lehrarbeit dringend

36 60 260555 In dieser schweren Stunde

37 61 030655 Erzbrecher des Bündnisses von Bahá'u'lláh

38 62 020855 Mit der riesigen und heiligen Verantwortung betraut

39 64 230855 Der weltweite Widerhall der Verfolgungen

40 66 060456 Wer immer sich aufmacht, unserer Sache zu dienen

41 74 210656 Am Morgen nach der Nacht der Anfechtungen

42 76 210457 Ridván : Zu dieser glücklichen Stunde

43 89 030657 Epochemachender Sieg über Bündnisbrecher gewonnen

44 90 040657 Triumphale Vollendung einer Anzahl von historischen Unternehmen

45 91 140857 Die lebenswichtigen und unausweichlichen Verpflichtungen

46 94 ..1057 Der Hüte kündigt fünf Interkontinentale Konferenzen an, ernennt acht weitere Hände der Sache und bestimmt die obersten Sachwalter der keimenden Weltordnung Bahá'u'lláhs

47 .. 280754 Die amerikanischen Bahá'í in der Zeit der Weltgefahr





+1 #1 8. Oktober 1952

AUFBRUCH ZUM WELTUMFASSENDEN GEISTIGEN KREUZZUG

Ich begrüße mit Gefühlen demütiger Dankbarkeit und grenzenloser Freude die Eröffnung des Heiligen Jahres, das der hundertjährigen Wiederkehr des Aufgangs des Gestirns von Bahá'u'lláhs höchst erhabener Offenbarung gedenkt, welche die Vollendung des sechstausendjährigen Zyklus kennzeichnet, der von Adam eingeleitet, von allen folgenden Propheten verherrlicht und mit dem Blut des Stifters der Bábí-Sendung besiegelt worden ist. Ich rufe bei dieser verheißungsvollen Gelegenheit das glorreiche Andenken wach an die Bahnbrecher des Apostolischen Zeitalters der Bahá'í-Sendung in der Wiege des Glaubens und an die machtvollen Taten der Verfechter und Erbauer ihrer erstehenden Weltordnung in der westlichen Hemnisphäre und ebenso an die Menge tapferer Werke der vergangenen und gegenwärtigen Geschlechter ihrer Brüder auf dem europäischen, asiatischen, afrikanischen und australischen Kontinent und spende ihren unsterblichen Heldentaten Beifall. Was sie vereint in den hundertundneun Jahren, seit der Gottesglaube besteht, vollendet haben, trug zum Siege seines Ringens bei zur Stärkung seiner jungen Kraft, zum Schutz der Einheit seiner Träger, zur Bewahrung der Reinheit seiner Lehren, zur Bereicherung des Lebensinhaltes seiner Anhänger, zur Entstehung der Institutionen seiner administrativen Ordnung, zur Formung der Tätigkeiten für die planmäßige Verbreitung seines Lichtes und die Erweiterung und Festigung seiner Grundlagen. Ich fühle mich bewogen, jetzt, da die Hundertjahr-Feiern beginnen und ihren Höhepunkt in der herannahenden Ridvánzeit erreichen werden, die zuversichtliche Hoffnung auszusprechen, daß die von den tapferen Gliedern der Bahá'í-Weltgemeinde in den fünf Erdteilen formulierten Pläne allesannt durch ihre siegreiche Vollendung einen klaren neuen Glanz auf die weltumfassenden Festlichkeiten werfen, welche den gemeinsamen Beitrag bilden, der von den Anhängern des Größten Namens dem Andenken des erhabenen Gründers ihres Glaubens zu Ehren der Hundertjahrfeier der Geburt Seiner Sendung und des ewigen Ruhmes Seiner noch keimhaften, majestätisch sich entfaltenden Weltordnung gezollt wird.

Ich sehe die Stunde gekommen, um der ganzen Bahá'í-Welt den aus Anlaß der Einberufung der nahenden Interkontinentalen Konferenzen in vier Erdteilen unseres Planeten geplanten Beginn des schicksalschweren, seelenergreifenden, zehn Jahre währenden, weltumfassenden geistigen Kreuzzuges bekannt zu machen, der gleichzeitig die Einleitung von zwölf nationalen Zehnjahresplänen und die gemeinsam geplante Teilnahme aller Nationalen Geistigen Räte der Bahá'í-Welt in sich schließt und die unverzügliche Ausdehnung der geistigen Herrschaft Bahá'u'lláhs auf alle noch übrigen souveränen Staaten, hauptsächlich abhängige Gebiete mit Einschluß von Hoheitsbereichen, Sultanaten, Emiraten, Stammesgebieten, Protektoraten, Mandaten und Kronkolonien, die über die weite Fläche des ganzen Planeten zerstreut sind und schließlich die Errichtung des Aufbaus Seiner administrativen Ordnung in diesen Gebieten erstrebt. Die ganze Gemeinde der erklärten Träger des alles besiegenden Glaubens von Bahá'u'lláh wird jetzt aufgerufen, in einem einzigen Jahrzehnt Taten zu vollbringen, die in ihrer Ganzheit das, was im Laufe der elf vorangegangenen Jahrzehnte vollendet wurde und die Annalen der Bahá'í-Pionierarbeit erhellte, in den Schatten stellen.

Das vierfache Ziel des nunmehr beginnenden Kreuzzuges, der die dritte und letzte Phase des Anfangsabschnittes der Entwicklung des Göttlichen Planes Abdu'l-Bahás kennzeichnet, soll in den weltweiten Festlichkeiten zum Gedenken des rasch herannahenden Größten Jubiläums als Höhepunkt herausgestellt werden: Erstens, Entwicklung der Einrichtungen im Weltzentrum des Glaubens im Heiligen Lande; zweitens, Festigung in den zwölf Heimatgebieten, die als administrative Grundlagen für die Ausführung der zwölf Nationalen Pläne zu dienen bestimmt sind, durch wohl überlegte Maßnahmen; drittens, Festigung aller Gebiete, die schon dem Glauben erschlossen sind; viertens, Erschließung der restlichen, noch unberührten Hauptgebiete des Planeten durch besondere Aufträge an jeden der Nationalen Geistigen Räte, die in der Bahá'í-Welt tätig sind.

Das geplante, historische geistige Untemehmen, das zugleich mühsam, wagemutig, herausfordernd ist und an Umfang und Art im ganzen Bereich der Bahá'í-Geschichte bisher nicht seinesgleichen hat, muß alsbald in Bewegung gesetzt werden; es schließt auch vorbereitende Maßnahmen zur Errichtung des Grabmals Bahá'u'lláhs im Heiligen Lande ein. Ferner Verdoppelung der Zahl der Länder im Bereiche des Glaubens durch Aufpflanzen seines Banners in den übrigen souveränen Staaten auf unserem Planeten und ebenso in den restlichen noch unberührten Gebieten, die in Abdu'l-Bahás Sendschreiben über den Göttlichen Plan erwähnt sind, was die Erschließung von einundvierzig Ländern in Asien, dreiunddreißig in Afrika, dreißig in Europa und siebenundzwanzig in Amerika bedeutet. Mehr als die Verdoppelung der Anzahl von Sprachen, in welchen Bahá'í- Literatur übersetzt, gedruckt oder irgendwie zum übersetzen den amerikanischen, britischen, indischen und australischen Bahá'í-Gemeinden zugewiesen werden soll, vierzig in Asien, einunddreißig in Afrika, je zehn in Europa und Amerika, alles in allem der weitaus größte Teil der Sprachen, in welche die Evangelien schon übersetzt worden sind. Verdoppelung der Anzahl der Mashriqu'l-Adhkárs, durch Beginn des Aufbaus von noch einem auf dem asiatischen und einem weiteren auf dem europäischen Kontinent. Erwerb des Geländes für den künftigen Mashriqu'l-Adhkár auf dem Berge Karmel. Ankauf von Grundstücken für elf weitere zukünftige Tempel, drei auf dem amerikanischen, drei auf dem afrikanischen, zwei auf dem asiatischen, zwei auf dem europäischen und einer auf dem australischen Festland. Errichtung der ersten Anschlußbauten zum Mashriqu'l-Adhkár in Wilmette. Entwicklung der Tätigkeit der Institution der Hände der Sache Gottes. Errichtung eines Bahá'í-Gerichtshofes im Heiligen Lande, als Auftakt zum Erstehen des Universalen Hauses der Gerechtigkeit. Kodifizierung der Gesetze und Verordnungen des Kitáb-i-Aqdas, des Mutterbuches der Bahá'í-Offenbarung. Errichtung von sechs nationalen Bahá'í-Gerichtshöfen in den Hauptstädten des muhammedanischen Ostens: Teheran, Kairo, Baghdád, New Delhi, Karatschi, Kabul. Ausdehnung der internationalen Bahá'í-Besitztümer im Heiligen Lande in der Ebene von Akká und an den Abhängen des Berges Karmel. Errichtung internationaler Bahá'í-Archive in der nächsten Umgebung des Grabes vom Báb. Errichtung eines Grabes für die Frau des Báb in Shíráz. Feststellung der Ruhestätten des Vaters von Bahá'u'lláh und der Mutter und des Vetters des Báb zwecks neuer Bestattung im Bahá'í-Friedhof in der Nähe des Größten Hauses. Erwerb des Gartens Ridván in Baghdád, des Geländes des Märtyrertodes des Báb in Tabríz und Seiner Einkerkerung in Chihríq.

Mehr als das Vierfache der Anzahl Nationaler Geistiger Räte: einundzwanzig auf dem amerikanischen, dreizehn auf dem europäischen, drei auf dem afrikanischen und einer auf dem australischen Festland. Siebenfache Zahl von nationalen Hazíratu'l-Quds, die in den Hauptstädten der wichtigsten souveränen Staaten und in den wichtigsten Städten der bedeutendsten abhängigen Gebiete dieses Planeten errichtet werden sollen: einundzwanzig in Amerika, fünfzehn in Europa, neun in Asien, drei in Afrika, einer auf Neuseeland. Formung nationaler Bahá'í-Verfassungen; Errichtung nationaler Bahá'í-Grundbesitztürmer in eben diesen Hauptstädten und Städten der genannten Staaten und abhängigen Gebiete.

Mehr als das Fünffache der Anzahl von eingetragenen Nationalen Geistigen Räten: einundzwanzig in Amerika, dreizehn in Europa, zwölf in Asien, drei in Afrika, einer in Australien und Ozeanien. Errichtung von sechs nationalen Bahá'í-Veröffentlichungsunternehmen: zwei in Amerika, zwei in Asien, einer in Afrika und einer in Europa.

Teilnahme der Frauen Persiens als Mitglieder der nationalen und der örtlichen Geistigen Räte. Einrichtung von sieben Israel-Zweigen Nationaler Geistiger Räte: zwei in Europa, zwei in Asien, je einer in Amerika, Afrika und Australien. Einrichtung einer nationalen Bahá'í-Druckerei in Teheran. Verstärkung der Bande zwischen der Bahá'í-Weltgemeinde und den Vereinten Nationen. Einschluß - soweit es die Unastände erlauben - von elf Republiken in der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und zwei europäischen unter Sowjetkontrolle stehenden Staaten in den Bereich der Administrativen Ordnung des Glaubens. Einberufung des Bahá'í-Weltkongresses in der Nähe des Gartens Ridván bei Baghdád, der drittheiligsten Stadt der Bahá'í-Welt, aus Anlaß der weltunlfassenden Festlichkeiten des Größten Jubiläums zum Gedenken der hundertjährigen Wiederkehr des Tages, da Bahá'u'lláh den Thron Seiner Herrschaft bestieg.

Der Ablauf der Bahá'í-Geschichte muß von jener Zeit an, da das zweite Jahrzehnt des zweiten Bahá'í-Jahrhunderts sich eröffnet, schnell und majestätisch dahineilen wie nie zuvor seit Beginn des Glaubens vor über einem Jahrhundert. Die irdischen Symbole der überirdischen Herrschaft Bahá'u'lláhs müssen unbedingt noch ehe das Jahrzehnt, das die zwei denkwürdigen Jubiläen trennt, sich seinem Ende nähert, von der Franklin-Insel im hohen Norden jenseits des Polarkreises bis zu den Falklandinseln im fernen Süden, dem südlichsten Ausläufer der westlichen Hemnisphäre, errichtet werden und mitten auf den weit entlegenen, einsamen, ungastlichen Eilanden der Inselgruppen des südlichen Pazifischen, des Indischen und des Atlantischen Ozeans, in den Bergfesten Tibets, in den Dschungeln Afrikas, in den Wüsten Arabiens, in den Steppen Rußlands, in den Indianerreservaten Nordamerikas, in den weiten Einöden Sibiriens und der Mongolei, inmitten der Eskimos Grönlands und Alaskas, der Neger Afrikas, in den buddhistischen Bollwerken im Herzen Asiens, unter den Lappen Finnlands, den Polynesiern der Südseeinseln und den Negritos der Inselgruppen des südlichen Pazifik.

Die großen Umrisse des die Welt umschließenden Planes sind göttlich geoffenbart worden. Sein Ablauf ist von Abdu'l-Bahas unfehlbarer Feder niedergelegt worden. Seine leuchtenden Ziele sind uns gesetzt. Das benötigte administrative Triebwerk ist geschaffen worden. Durch den Begründer des Planes, seinen höchsten Befehlsherrn, ist das Signal gegeben worden. Der Herr der Heerscharen, der König der Könige hat unfehlbare Hilfe jedem Kreuzfahrer gelobt, der Seine Sache verficht. Unsichtbare Bataillone sind aufgerufen und stehen in dichten Reihen bereit, aus der Höhe Kraft und Hilfe zu bringen. Bahá'u'lláhs Lichtheer steht an der Schwelle des Heiligen Jahres. So sollen sie, eintretend mit `einer` Stimme, aus `einem` Herzen, aus `einer` Seele geloben, niemals zu weichen auf der ganzen Bahn des schicksalsvollen Jahrzehntes vor uns, bis daß ein jeder seinen Anteil beigetragen hat, in ein weltweites Ausmaß eine unangreifbare administrative Grundlage für Bahá'u'lláhs, von Christus verheißenes Reich auf Erden zu legen, und dadurch den Chor allgemeinen Jubels, in dem Erde und Himmel sich vereinen, noch mehr anschwellen zu lassen, wie es prophezeit ist von Daniel und aufs Neue verkündet von Abdu'l-Bahá: »An jenem Tag werden die Gläubigen jauchzen vor überströmender Freude«.

Ich rufe fünfzehn Hände aus den fünf Erdteilen auf, kraft ihres erhabenen Amtes als erwählte Werkzeuge für die Verbreitung des Glaubens ihre historische Sendung dadurch einzuweihen, daß sie im Ridván 1954 vier Hilfsämter auf jedem Kontinent mit je neun Mitgliedern ernennen, welche sie als ihre Hilfen oder Abgeordneten in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Nationalen Geistigen Räten, die in jedem Kontinent tätig sind, durch periodische planmäßige Besuche der Bahá'í-Zentren bei der wirkungsvollen, prompten Ausführung der zwölf vorgesehenen Nationalen Pläne unterstützen. Außerdem ersuche ich die Gemeinden, die die Heiligen Bahá'í-Tage nach dem Sonnenkalender begehen, den nahenden Geburtstag Bahá'u'lláhs mit gebührender Festlichkeit zu feiern, denn er fällt in die Mitte der zwei Monate dauernden Periode, in welcher vor hundert Jahren der Begründer des Glaubens die erste Ankündigung Seiner glorreichen Sendung empfing.

Ich rate der amerikanischen Bahá'í-Gemeinde an, anläßlich dieses Gedenktages eine besondere Versammlung im Tempel in Wilmette zu veranstalten und erwarte dringend den Besuch von möglichst vielen Gläubigen und lade die Hände der Sache in den Vereinigten Staaten und in Kanada ein, als meine Vertreter daran teilzunehmen.





+2 #5 13. Oktober 1952

RUHESTÄTTE DES BAB IM HERZEN DES KARMEL

Am Vorabend der Eröffnung des Heiligen Jahres verkündige ich den Bahá'í-Gemeinden im Osten und Westen die frohe Botschaft des Abschlusses eines Vertrages über mehr als 10 000 Dollar mit einer Firma in Utrecht über die Herstellung von 12 000 vergoldeten Ziegeln, welche eine Fläche von 250 qm auf der Kuppel des Grabmales des Báb bedecken sollen. 18 Buntglasfenster am Zylinderbau und 24 Fenster am Achteck wurden dem Berge Karmel abgeliefert. Die für den Aufbau von Gewölberippen am Zylinder und Rand des Turmaufsatzes der Kuppel benötigten Steine führen der Vollendung näher und künden den baldigen Beginn der Errichtung des letzten noch übriggebliebenen Teiles des rasch erstehenden Bauwerkes an. Die Ausdehnung der nach Osten hin an das Grabmal grenzenden Terrasse ist nun tatsächlich beendet; sie erhebt sich in ebenem Gelände dem Schrein gegenüber insgesamt etwa 200 m lang und trägt viel zur Schönheit und Würde der Zugänge der großartigen Anlage bei, die schon durch die letzte Ausdehnung der Terrassen, die die älteste und imposanteste Straße Haifas mit dem sich majestätisch im Herzen des Karmel erhebenden Ruheplatzes des Báb verbinden, erhöht worden sind.





+3 #6 12. November 1952

ERWERB LEBENSWICHTIGER BESITZTÜMER

Kündige anläßlich des frohen Ereignisses des einhundertfünfunddreißigsten Gedenktages von Bahá'u'lláhs Geburtstag den Bahá'í-Gemeinden in Ost und West die erfolgreiche Beendigung der langwierigen Unterhandlungen an, die vor zwei Jahren eingeleitet wurden und in der Unterzeichnung des Vertrages gipfeln, der den schließlichen formalen Transfer über die Aufbau-Behörde des Staates Israel an den Palästina-Zweig des amerikanischen Nationalen Geistigen Rates vorsieht und uns den ausgedehnten, lang ersehnten, so dringend notwendigen Grundbesitz ermöglicht, der sowohl das Heiligste Grab des Begründers des Glaubens, wie auch den dazugehörigen Wohnsitz umgibt und für die Nachwelt bewahrt.

Das erworbene Gebiet, das Bahá'í-Pachtgüter von viertausend auf eunhundertfünfundfünfzigtausend Quadratmeter auf dem heiligen Gelände von Akka erhöht, ist eingetauscht worden gegen Grundbesitz, der von Kindern von Zikrullah, Enkelkindern von Mírzá Muhammmad Quli dem glaubenstreuen Halbbruder Bahá'u'lláhs und Gefährten in der Verbannung, gestiftet worden ist.

Dieses aus freien Stücken gemachte Geschenk steht im Gegensatz zu der schändlichen Handlungsweise der Familie beim Verkauf von Grundbesitz im Bereich des Jordantales an Nicht-Bahá'í, der auf Betreiben von Abdu'l-Bahá noch zu Lebzeiten Bahá'u'lláhs gemäß Seinen Weisungen erworben wurde und auf den auch in Seinen Schriften schon hingewiesen worden ist.

Die annähernd 16 Hektar Grundbesitz, die durch diese einzige Verhandlung gewonnen wurden, kommen dem gesamten internationalen Bahá'í-Besitz beinahe gleich, der im Verlauf von 60 Jahren in der Umgebung des Grabes von Báb am Hang des Berges Karmel erworben wurde.

Der erwähnte Tausch des besagten Besitzes, einschließlich des Geländes und der Häuser wurde ermöglicht durch die überstürzte Flucht der früheren arabischen Eigentümer, der bekannten Gönner der alten Bündnisbrecher und Abkömmlinge der offenkundigen Feinde von Abdu'l-Bahá, die dem staatlichen Ermittlungs-Ausschuß einen Wohnsitz zur Verfügung gestellt haben.

Die Unterzeichnung des Vertrages kündete den Beginn einer umfassenden Gestaltung der Landschaft an, deren Ziel die Verschönerung der unmittelbaren Umgebung der heiligsten Stätte in der gesamten Bahá'í-Welt war und die zugleich eine Vorstufe darstellt zur schließlichen Errichtung - wie einstens im Falle des Grabes des Báb - eines würdigen Mausoleums, das den kostbaren Staub des Größten Namens birgt.

Es ist mir ein Bedürfnis, den unermüdlichen Bemühungen seitens Larry Hautz und Leroy Ioas, meine Anerkennung auszusprechen, denen das Gelingen des gegenwärtigen Standes des Untemehmens zu verdanken ist, dessen Bestimmung es ist, in seiner Endphase den Glanz und die Pracht der Ruhestätte des Báb auf dem Karmel noch in den Schatten zu stellen.





+4 #7 15. Dezember 1952

DIE VERTRETER DES HÜTERS AN DEN INTERKONTINENTAILEN KONFERENZEN

Anläßlich der hundertjährigen Wiederkehr der Befreiung Bahá'u'lláhs aus der drückenden Gefangenschaft im Siyáh-Chál in Tihrán, die mit dem Ende der Aufsehen erregenden, zwei Monate langen, mit der Geburt Seiner Offenbarung verbundenen Periode zusammenfällt, welche von keinem Geschehnis der geistigen Weltgeschichte, ausgenommen nur die Erklärung Seiner Sendung, übertroffen wird, rufe ich die Bahá'í-Gemeinden in Ost und West auf, die einzigartige Bedeutung der vier schicksalvollen, rasch herannahenden Interkontinentalen Konferenzen, welche die Höhepunkte des soeben eingeleiteten Heiligen Jahres bilden, zu bedenken, ihren Blick auf deren gebieterische Forderungen zu richten und würdig dem Appell zu entsprechen, den eine jede von ihnen an uns richtet.

Ich wünsche die Ernennung der Hände der Sache bekanntzugeben, die, durch unmittelbare Verbindung mit den kürzlich begonnenen Unternehmungen im Weltzentrum des Glaubens beehrt, über ihre persönliche Teilnahme an den Beratungen der bevorstehenden Konferenzen hinaus als meine besonderen, mit einer vierfachen Aufgabe betrauten Vertreter tätig sein sollen: Zur Erbauung der Teilnehmer ein wertvolles Andenken an den Mitbegründer des Glaubens zu überbringen; meine offizielle Botschaft an die versammelten Gläubigen zu übermitteln; Wesen und Ziele des bevorstehenden, zehn Jahre langen geistigen Weltkreuzzuges zu erklären; und schließlich die Teilnehmer zu kraftvollem, ausdauerndem begeistertem Durchführen der ungeheuren Aufgaben, die vor ihnen liegen, anzufeuern.

Ich bitte den Präsidenten des Internationalen Bahá'í-Rates, Mason Remey, das korrespondierende Mitglied Ugo Giachery und den Generalsekretär Leroy Ioas, diese Aufgaben auf den Konferenzen in New Delhi, Stockholm und Kampala - in entsprechender Reihenfolge aufgezählt - zu erfüllen.

Ich sende Amatu'l-Bahá, begleitet von der Vizepräsidentin des Internationalen Rates Amelia Collins, aus, drei der genannten Aufgaben zu erfüllen und dazu in meinem Auftrag ein hochgeschätztes Andenken an den Begründer des Glaubens, das nie zuvor die Küsten des Heiligen Landes verließ, zu überbringen und anläßlich der Vollendung des Muttertempels des Westens den bevorzugten Besuchern der Konferenz in Wilmette zu enthüllen; es soll unter der Kuppel des geweihten Baues seinen Platz finden. Außerdem weise ich ihr die Aufgabe zu, mich als meine Abgeordnete bei der historischen Zeremonie zu vertreten, welche die offizielle Einweihung des heiligsten Mashriqu'l-Adhkár der Bahá'í-Welt bedeutet, der zu ewiger Glorie und Ehre des Größten Namens des Nordamerikanischen Festlandes errichtet worden ist.





+5 #8 5. Januar 1953


DIE GLÄNZENDEN STRAHLEN DER TRIUMPHIERENDEN GOTTESSACHE

Ich freue mich, den Bahá'í-Gemeinden in Ost und West die bewegende Nachricht von Taten mitzuteilen, die von den heldenhaften Scharen der Bahá'í-Pioniere vollbracht wurden, welche in verschiedenen, weithin ausgebreiteten afrikanischen Gebieten, vor allem in Uganda, im Herzen des Kontinentes, tätig sind. Sie bleiben in Erinnerung, wie die im Buch der Taten berichteten Geschehnisse und die schnelle, dramatische Verbreitung des Glaubens mit Hilfe der Bahnbrecher im Heroischen Zeitalter der Bahá'í-Sendung. Die wundervollen Taten, die den Aufstieg und die Errichtung der Verwaltungsordnung des Glaubens in Latein-Amerika verkündeten, sind in den Schatten gestellt worden. Die Heldentaten, welche den unlängst begonnenen Kreuzzug auf dem europäischen Kontinent unsterblich gemacht haben, sind übertroffen worden. Das Ziel des Sieben-Monat-Planes, der von der Gemeinde Kampala eingeleitet wurde und die Verdoppelung der zwölf eingetragenen Gemeinden erstrebt, ist weit überflügelt worden. Die Zahl der Afrikaner, die im Laufe der letzten fünfzehn Monate dem Glauben gewonnen wurden, mit Wohnsitz in Kampala und den umliegenden Gebieten mit protestantischem, katholischem und heidnischem Hintergrund, Lesekundige und Analphabeten beider Geschlechter, Vertreter von nicht weniger als sechzehn Stämmen, hat die Grenze der Zweihundert überschritten.

Die glänzenden Strahlen der triumphierenden Gottessache, die von ihrem Brennpunkt ausgehen, erwecken rasch den Erdteil und durchdringen in immer schnellerem Lauf abgeschlossene Regionen, wohin weiße Menschen nur selten gelangen, und umhüllen mit ihrem Glanz auch Seelen, die bisher der beharrlichen, menschenfreundlichen Tätigkeit der christlichen Missionen gegenüber gleichgültig gewesen waren. Nicht weniger als neun Plätze werden in diesenn Gebiet des lange im Schlaf versunkenen Erdteils allein in diesem kommennenden Ridván die Eigenschaft des Gemeinde-Status erreichen. Sansibar, Madagaskar, Französisch Marokko, Süd-Rhodesien, Italienisch-Somaliland sind schon dem Glauben geöffnet oder werden ihm bald geöffnet werden.

Ich wünsche eine besondere Anerkennung den wackeren Bemühungen von Alí Nakhavání zu zollen, der ein Beispiel von Hingabe und Freisein von Vorurteilen seinen Mitpionieren gab, die in unwirtlicher Umgebung tätig und mancherlei schrecklichen Hindernissen gegenübergestellt sind.

Möge die Enthüllung dieser Strahlen den neu zusammengescharten Vortrupp des immer weiter anschwellenden Heeres von Bahá'u'lláh und ebenso alle beiwohnenden Besucher, reisende Lehrer und Ansiedler dem Geiste des Märtyrerpropheten des Glaubens näher führen und allen zu den denkwürdigen Veranstaltungen der epochemachenden, der Durchführung des letzten und glorreichsten im Verlaufe von elf Jahrzehnten der Bahá'í-Geschichte begonnenen geistigen Kreuzzuges gewidmeten Interkontinentalen Konferenz ewig währende Segnungen spenden.





+6 #9 9. Februar 1953

HARAM-I-AQDAS : HEILIGE STÄTTEN

übermittle arm Vorabend der Einberufung der historischen, seit langem gespannt erwarteten Afrikanischen Interkontinentalen Konferenz den Gemeinden der Bahá'í-Welt die erfreuliche Nachricht des schnellen Fortschrittes der geheiligten Zwillingsunternehmungen, die auf dem Berge Gottes und in der heiligen Ebene von Akká begonnen wurden, um in der Errichtung der würdigen Grabstätten des Vorläufers und des Begründers der Bahá'í-Offenbarung den Höhepunkt zu bilden. Die Feiern, die letzten Oktober in aller Welt begonnen wurden, werden im Laufe des gegenwärtigen Monats durch die Durchführung der epochemachenden Konferenz gekrönt, und bewegen sich fortwährend dem Höhepunkt während der nahen Ridvanfestlichkeiten zu, und werden durch die letzte Entwicklung der Einrichtungen im Weltzentrum des Glaubens stark betont. Der dritte Bauabschnitt des Báb-Schreines wird zu Ende geführt; zur gleichen Zeit wie im Hafen von Haifa die letzte Sendung von Steinen, die in Italien bestellt wurden, mit dem Gesamtgewicht von über 1300 Tonnen wohlbehalten eintrifft.

Der erste Teil des Randes der Kuppel, der den Fuß der obersten Linie der dreizackigen Krone des majestätischen Gebäudes bildet, ist errichtet worden und geht dem Anbringen der Dachziegel wie auch der Fertigstellung der Rippen der goldenen Kuppel während der Ridvánzeit voran.

Die mit dem Beginn des Heiligen Jahres angefangene Gestaltung von 13000 qm Land, das unmittelbar die Qiblih der Bahá'í-Welt umgibt und die Ausdehnung ihres äußeren Heiligtums umschließt, - von nun an als der Harám-i-Aqdas zu bezeichnen, ist in der Tat schon beendet; die Wege wurden mit Platten belegt im Anschluß an die Verschönerung und das Anbringen von Beleuchtungskörpern im ganzen Gebiet und an die Errichtung stattlicher Portale, die das spätere Errichten eines herrlichen Mausoleums in seinenn Zentrum vorauskünden.

Das erstaunliche Hervorheben der Schönheit und der Würde der heiligsten Stätte in der Bahá'í-Welt stellt anläßlich der Jahrhundertfeiern der Geburt Seiner heiligen Mission innerhalb des geheiligten Areals, das an Seine Ruhestätte grenzt, einen angemessenen Tribut zum Andenken an den Gründer des Glaubens dar.





+7 #10 21. März 1953

ZWEI FROHE BOTSCHAFTEN

Anläßlich des Naw-Rúz des Heiligen Jahres übermittle ich den Nationalen Geistigen Räten der Bahá'í-Welt zwei frohe Botschaften:

Die Arbeiten des letzten Bauabschnittes am Grabmal des Báb haben begonnen. In dieser Stunde rufe ich die Reihe der Marksteine in die Erinnerung. Ein jeder von ihnen fällt in der Geschichte dieses sechzig Jahre alten, vom Urheber der Bahá'í-Offenbarung begründeten Untemehmens mit einem Naw-Rúz-Fest zusammen. Das erste, Naw-Rúz 1909, war Zeuge der Grablegung des Staubes des Märtyrerpropheten unseres Glaubens im Allerheiligsten des von Abdu'l-Bahá erbauten Schreines. Das zweite, Naw-Rúz 1949, traf mit der Grundlegung der ersten Steinschwelle der Arkaden zusammen. Das dritte, Naw-Rúz 1951, fiel auf den Zeitpunkt der Beendigung der Grabarbeiten unterhalb des Schreines zu den Fundamenten für die acht Pfeiler, welche die Last des dreistöckigen überbaus tragen sollen. Das vierte, Naw-Rúz 1952, ist mit der Beendigung des Oktagons verknüpft, das dem heiligen Bau die zweite Krone aufsetzt.

Die Naw-Rúz-Feierlichkeiten in diesenn Heiligen Jahr erhalten eine Steigerung durch das Anbringen der ersten, die Grundlage der Kuppel umgebenden Steine. So darf ich jetzt schon, da der Höhepunkt der weltweiten Freudenfeiern des Heiligen Jahres naht, das Anbringen der vergoldeten Ziegel, des vierten und letzten Abschnittes an diesem majestätischen Bau ankündigen. Ich hoffe heiß, daß dieses größte Unternehmen im Weltzentrum unseres Glaubens vor dem Abschluß der Feierlichkeiten des Heiligen Jahres beendet sein wird.

Die internationalen Besitzungen rings um das Grab des Heroldpropheten des Glaubens am Herzen des heiligen Gottesberges sind durch die Erwerbung eines bewaldeten Geländes von über 23 000 qm nach 30 Jahren Anstrengungen erheblich erweitert worden. Hierzu gehört ein Gebäude, das auf die heilige Stätte herabblickt. All dies ist ermöglicht worden durch den vom Herold des Bündnisses Bahá'u'lláhs, Roy Wilhelm, dem Glauben hinterlassenen Besitz, welcher das gesamte Gelände in dem für immer dem Grabmal des Báb geweihten Gebiet auf beinahe eine Viertelmillion Quadratmeter anwachsen läßt.

Das Herz erfüllt von demütiger Dankbarkeit angesichts dieses doppelten Sieges des Glaubens, darf ich hiermit zu dem Bahá'í-Neujahrstag eine große Freude hinzufügen und noch größere Triumphe vorauskünden, da die Bahá'í-Welt sich dem Höhepunkt der weltumfassenden Feierlichkeiten des denkwürdigen Jahres nähert, in dem die hundertste Wiederkehr der Geburt der Sendung von Bahá'u'lláh festlich begangen werden wird.





+8 #11 19. April 1953

AUFGABEN DER FÜHRENDEN BAHA'I-GEMEINDE DES EUROPÄISCHEN KONTINENTS

Erhobenen Herzens schaue ich auf die herrliche Mission, welche der führenden Bahá'í-Gemeinde des europäischen Kontinents wartet. Ihre tapferen Mitglieder stehen an der Schwelle eines Zeitabschnittes noch nie dagewesener Ausbreitung und Festigung der Einrichtungen des Glaubens, der jeden vorangegangenen Abschnitt der deutschen Bahá'í-Geschichte in den Schatten zu stellen verheißt. Der Zehnjahresplan ist dazu bestimmt, die Einrichtungen in Deutschland und Österreich zu festigen und die Mission der deutschen Gläubigen über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus aufzunehmen. Sie umfaßt:

Erstens - die Erschließung der folgenden noch unberührten Gebiete: Kreta, friesische Inseln, Griechenland; ferner soweit es die Umstände erlauben, Albanien, Estland, das finnische Karelien, Lettland, Litauen, die Moldau, Rumänien, Weißrußland.

Zweitens - die Festigung des Glaubens in Österreich; ferner soweit es irgend möglich ist, in Bulgarien, der Tschechoslowakei, Ungam, Polen, Sowjetrußland und Jugoslawien.

Drittens - die Errichtung eines Mashriqu'l-Adhkár in Frankfurt.

Viertens - die Errichtung eines Nationalen Geistigen Rates in Österreich.

Fünftens - die Eintragung dieses Nationalen Geistigen Rates in Österreich.

Sechstens - die Errichtung nationaler Besitztürmer in Deutschland.

Siebtens - die Errichtung nationaler Besitztürmer in Österreich.

Achtens - die Errichtung eines nationalen Hazi'ratu'l-Quds in Wien.

Neuntens - die Verdoppelung der Anzahl der örtlichen Geistigen Räte und der Zentren in Deutschland.

Zehntens - die Verdoppelung der Anzahl der örtlichen Geistigen Räte und der Zentren in Österreich.

Elftens - die Eintragung von 19 örtlichen Geistigen Räten in Deutschland und Österreich.

Zwölftens - die Bildung eines deutschen Bahá'í-Veröffentlichungs-Unternehmens in Frankfurt.

Dreizehntens - die Errichtung eines Israel-Zweiges des deutschen Nationalen Geistigen Rates.

Vierzehntens - die Bildung eines Europäischen Lehrausschusses, der dazu bestimmt ist, den Plan der Lehrarbeit anzuspornen und zu koordinieren.

Möge die ganze Gemeinde der deutschen und österreichischen Gläubigen, von der Vision ihrer herrlichen Bestimmung entflammt, sich erheben, um einen denkwürdigen Anteil zur Durchführung des geistigen Weltkreuzzuges beizutragen, die in den weltumfassenden Festlichkeiten zum Gedächtnis der hundertjährigen Wiederkehr des Tages gipfeln wird, da Bahá'u'lláh Sein prophetisches Amt auf sich nahm!





+9 #12 4. Mai 1953

EIN GESCHEHEN, DAS VOR 6000 JAHREN MIT DEM PFLANZEN DES BAUMES GÖTTLICHER OFFENBARUNG IM ERDREICH DES GÖTTLICHEN WILLENS BEGANN

Zum Beginn eines epochemachenden, weltweiten, geistigen, 10 Jahre währenden Kreuzzuges, dem Höhepunkt der Festlichkeiten, die des Jahrhunderts seit der Geburt der Sendung Bahá'u'lláhs und zugleich der 90-jährigen Wiederkehr des Tages der Erklärung eben dieser Sendung im Garten Ridván gedenken und mit der Einberufung der Allamerikanischen Interkontinentalen Lehrkonferenz in Chikago und mit dem 50. Jahrestag des Arbeitsbeginns an dem heiligsten Mashriqu'l-Adhkár der Bahá'í-Welt und mit seiner Einweihung zu öffentlichem Gottesdienst zusammenfallen - zu solch feierlichem und historischem Anlaß, lade ich Seine Anhänger in aller Welt ein, mit mir die herrlichen und so vielfältigen Beweise des Fortschreitens Seines Glaubens und der fortwährenden Entfaltung seiner noch keimhaften Weltordnung sowohl im Heiligen Lande wie auch in den fünf Kontinenten des Erdballs zu betrachten.

Trotz elf Jahrzehnten ununterbrochener Verfolgung durch Regierungen und Geistlichkeit, welche den Märtyrertod seines Herold-Propheten, die vier Verbannungen und das 40 Jahre währende Exil seines Gründers, die 40 Jahre lange Kerkerhaft, die seinem Vorbild auferlegt wurde, und das Opfer von nicht weniger als 20 000 seiner Anhänger mit sich brachte, hat dieser Glaube von so unendlichem Wert sich in allen Erdteilen verwurzeln können und schreitet unwiderstehlich mit wachsender Wucht voran; ja, er verheißt, bis zum Ende des kommenden Jahrzehntes den ganzen Planeten in seinen Strahlenglanz zu hüllen.

Dieser Glaube, der zu Lebzeiten seines Märtyrerpropheten auf zwei Länder beschränkt war, während der Zeit des Waltens seines Begründers 13 weitere Länder erreichte, im Laufe des Wirkens des Mittelpunktes des Bündnisses sein Banner in noch 20 weiteren unabhängigen und abhängigen Staaten beider Hemnisphären aufpflanzte, hat sich seit dem Hingang Abdu'l- Bahás auf 94 Länder verbreitet. Damit ist die gesarmte Zahl der Gebiete in seinem Bereich auf 129 gestiegen; nicht weniger als 18 davon sind in einem einzigen Jahr hinzugekommen, während 51 im Laufe der neunjährigen Zeitspanne zwischen dem ersten und dem zweiten Bahá'i'-Jubiläum erschlossen wurden. Die Anzahl der östlichen und westlichen Sprachen, in welche das Schrifttum unseres Glaubens übersetzt und gedruckt worden ist oder zur Zeit noch übersetzt wird, war vor zehn Jahren auf 41 angestiegen, beträgt aber heute, 13 afrikanische und 25 indische und burmesische Sprachen mit einbegriffen, 91. Die Zahl der Ansiedlungen auf Grönland, die mit Bahá'í-Schriften in grönländischer Sprache versehen worden sind, ist auf 48 gestiegen, einschließlich Thule jenseits des Polarkreises und Etah nahe dem 80. Breitegrad, während Bahá'í-Literatur in dieser selben Sprache in den hohen Norden bis in die Rundfunkstation Brondlunsfjord, Pearyland, auf dem 82. Breitegrad, versandt wurde, in den nördlichsten Vorposten der Welt. Vertreter von 31 Rassen und 24 afrikanischen Stämmen sind in die Bahá'í-Weltgemeinschaft aufgenommen worden.

Mit folgenden 17 Minderheiten und Rassen wurde Verbindung aufgenommen: Eskimo von Alaska und Grönland, Lappen von Skandinavien, Maori von Neuseeland, die Meer-Dajak von Sarawak, Polynesier der Fidschi-Inseln, Cree-Indianer der Prärieprovinzen Kanadas, Tscherokesen in Nord-Karolina, Oneida-Indianer in Wisconsin, Omaha-Indianer in Nebraska, Seminole-Indianer in Florida, mexikanische Indianer, Indianer der San-Blas-Inseln, Indianer von Chichicastenango in Guatemala, Maya in Yukatan, patagonische Indianer in Argentinien, Indianer von La Paz in Bolivien und Inka-Indianer in Peru.

Die nationalen Pläne, während der Jahre des Endes des ersten und des Begin- nes des zweiten Abschnittes des Gestaltenden Zeitalters unseres Glaubens durch die Bahá'í-Gemeinden in den Vereinigten Staaten, in Persien, auf den Britischen Inseln, in Lateinamerika, in Kanada, in Indien, Pakistan und Burma, im Iráq, in Australien und Neuseeland, in Deutschland und Österreich, in Ägypten und dem Sudan aufgestellt und tatkräftig und systematisch verfolgt, haben die Zahl der Bahá'í-Zentren, die auf beiden Erdhälften von Vertretern der weißen, der schwarzen, der gelben, der roten und der braunen Rassen unterhalten werden, auf 2500 erhöht, darunter zehn auf der arabischen Halbinsel, mehr als 30 in Ägypten und im Sudan, über 40 in den jüngst erschlossenen europäischen Zielländern, über 50 auf den Britischen Inseln, über 60 in Australien, Neuseeland und Tasmanien, über 70 in Deutschland und Österreich, über 90 in Kanada, über 90 in Indien, Pakistan und Burma, über 100 in Mittel- und Südamerika, über 600 in Persien und über 1200 in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der überbau des Grabmals des Märtyrerherolds des Glaubens, ein Projekt von dreiviertel Millionen Dollar, nähert sich seiner Vollendung, an den Hängen des Berges Gottes, im Herzen des Heiligen Landes, des Geburtslandes der Propheten und des göttlich erwählten geistigen und administrativen Mittelpunktes der Bahá'í-Welt. Die ersten Maßnahmen, die die Entfaltung der Einrichtung des Hütertums vorausschauen lassen, dieses Angelpunktes in Abdu'l-Bahás Willen und Testament, sind ergriffen worden durch die Ernennung der ersten beiden Kontingente von Händen der Sache, 19 an der Zahl, aus allen fünf Kontinenten der Erde erwählt, repräsentativ den drei Hauptreligionen der Menschheit entnommen, der Keim jener erhabenen Einrichtung, die mit solch gewichtigen und heiligen Aufgaben durch den Mittelpunkt des Bündnisses Bahá'u'lláhs ausgestattet wurden. Der Internationale Bahá'í-Rat aus acht Mitgliedem der mit der Hilfe bei den mannigfachen Aufgaben für das Wachstum des Weltverwaltungszentrums des Glaubens betraut ist und den Weg für die Bildung eines Intemationalen Bahá'í-Gerichtshofes und die schließliche Erstellung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, der höchsten gesetzgebenden Körperschaft des künftigen Bahá'í-Gemeinwesens, ebnen muß, wurde errichtet und vergrößert, und die Aufgaben seiner Mitglieder wurden festgelegt. Die Zahl der Säulen des Universalen Hauses der Gerechtigkeit wurde auf zwölf erhöht durch die aufeinanderfolgende Bildung der Nationalen Geistigen Räte von Kanada, Mittelamerika, Südamerika und Italien-Schweiz. Der erstaunliche Fortgang des Wachstums und der Festigung des Weltverwaltungszentrums des Glaubens wurde beschleunigt durch den Erwerb eines 160 000 qm großen Geländes in der Ebene von Akká, das das Gebetszentrum der Bahá'í-Welt umschließt und die Ausdehnung des äußeren Heiligtums des Heiligsten Grabmals - das künftighin als Haram-i-Aqdas bezeichnet werden soll - ermöglicht durch die Aufnahme der Landschaftsgestaltung mit Beginn des Heiligen Jahres und die Verschönerung von einem Zehntel der erworbenen Fläche, ferner dadurch, daß Maßnahmen ergriffen wurden, das ganze Heiligtum ausgedehnt zu beleuchten und stattliche Portale zu errichten; dies stellt innerhalb der geweihten Einfriedung Seines Grabmals einen würdigen Beitrag zum Gedenken an den Urheber des Glaubens während der Feier der Größten Festlichkeiten des Jahres der hundertsten Wiederkehr der Geburt Seiner Sendung dar. Das 50 Jahre alte Unternehmen, das den Kauf von Land für den Bau, die äußere und innere Ausschmückung und die Parkgestaltung des Grundstückes des heiligsten Hauses der Anbetung, das jemals zur Verherrlichung des Größten Namens errichtet wird, des Muttertempels des Westens - ein Vorhaben, das mehr als 2.5 Millionen Dollar kostete, ist so rechtzeitig beendet worden, um in der Ridván-Zeit dieses Heiligen Jahres, die mit dem 50. Jahrestag des Beginns dieser Baulichkeit und mit dem hundertsten Jahrestag der Geburt von Bahá'u'lláhs Wirksammkeit zusammenfällt, für den öffentlichen Gottesdienst eingeweiht zu werden. Der Entwurf für den Mashriqu'l-Adhkár auf dem Berge Karmel, verfertigt von dem durch Abdu'l-Bahá ernannten Architekten, ist fertiggestellt, und ein Modell wurde ausgeführt, das in kurzem bei der Allamerikanischen Interkontinentalen Lehrkonferenz enthüllt werden soll, bevor noch das Grundstück selbst ausgesucht und gekauft ist und der Bau selbst, in der Nachbarschaft des Schreines des Báb, begonnen wird. Die ganze Fläche der internationalen Bahá'í-Besitzungen, die das Grabmal des Báb umgeben und ihm auf immer zugeordnet sind, ist durch aufeinanderfolgende Käufe ausgedehnter Grundstücke, die diesen geweihten Bezirk überschauen, auf beinahe 250 000 qm erweitert worden. Der Schätzwert der intemationalen Bahá'í-Besitzungen und heiligen Plätze im Weltzentrum des Glaubens, in den Zwillingsstädten Akká und Haifa, hat vier Millionen Dollar überschritten. Die nationalen Bahá'í-Besitzungen in den Vereinigten Staaten betragen jetzt über drei Millionen Dollar. Der Landbesitz an den Hängen des Alburz-Gebirges, der die Stadt Tihrán überschaut und den ersten Mashriqu'l-Adhkár von Persien tragen soll, hat etwa vier Millionen qm erreicht. Das für den Schrein Bahá'u'lláhs vorgesehene Gelände an den Grenzen des Heiligen Landes umfaßt mehr als 2 300 000 qm. Das Gebiet, das zum Schrein des Báb gehört und auf den Namen des Israel- Zweiges des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í in den Vereinigten Staaten von Amerika eingetragen ist, ist mehr als 100 000 qm groß. Mehr als 150 000 qm Land wurden dem Glauben bei den Antipoden vermacht, 8000 qm in Alaska, während die Ländereien, die für einen ähnlichen Zweck in Lateinamerika gestiftet wurden, beinahe eine halbe Million qm bedecken, von denen 9000 qm bei Santiago in Chile für den ersten Mashriqu'l-Adhkár Südamerikas vorgesehen sind. Der Schätzwert der nationalen Bahá'í-Verwaltungszentren in Tihrán, in Wilmette (Illinois), in Baghdád, in Kairo, in Neu-Delhi, in Sydney, in Frankfurt und in Toronto überschreitet 1750 000 Dollar. Die nunmehr eingetragenen Geistigen Räte zählen 114, davon neun nationale und der Rest örtliche, 56 in den Vereinigten Staaten von Amerika, 16 in Indien, 11 in Südamerika, sechs in Mittelamerika, je drei in Pakistan, Burma und in Kanada, zwei in Australien und je einer in Deutschland, Belutschestan, Neuseeland, auf den Philippinen und in Malaia. Die Bahá'í-Eheurkunde wurde von den Zivilbehörden in Israel anerkannt, wie auch von 21 Bundesbezirken und Staaten der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Bahá'í-Feiertage wurden vom Erziehungsministerium des Staates Israel anerkannt, ferner auf den Britischen Inseln, im Staat Viktoria in Australien, in Anchorage (Alaska), in Washington, D.C. und in sieben Staaten der Amerikanischen Union. Nationale Bahá'í-Konferenzen wurden in den letzten Jahren in Bern, Zürich, Basel und Rom abgehalten; Nationale Bahá'í-Frauen-Treffen und Jugendkonferenzen kamen in Tihrán zustande, während regionale Lehr-Konferenzen in Buenos Aires, in Panama, in Skandinavien, auf der iberischen Halbinsel und in den Benelux-Ländem stattfanden. Europäische Internationale Lehrkonferenzen traten nacheinander in Genf, Brüssel, Kopenhagen, Scheveningen und Luxemburg zusammen und brachen Bahn für vier aufeinanderfolgende Interkontinentale Lehrkonferenzen, deren erste kürzlich in Kampala im Herzen des afrikanischen Erdteils abgehalten wurde, während die übrigen drei in Wilmette (Illinois), in Stockholm und in Neu-Delhi stattfinden sollen - Konferenzen, die, so Gott helfe, die Vorläufer des Bahá'í-Kongresses sein werden, der aus Anlaß der Jahrhundertfeier von Bahá'u'lláhs formeller übernahme Seines prophetischen Amtes in Baghdád abgehalten werden soll. Durch die Vereinten Nationen wurde der Glaube als eine internationale unpolitische Organisation anerkannt, was der Internationalen Bahá'í-Gemeinschaft ermöglicht, bevollmächtigte Vertreter zu ernennen, die bereits in ihrer Eigenschaft als Beobachter an der Konferenz für Menschenrechte in Genf, an der UN-Vollversammlung in Paris und an regionalen unpolitischen UN-Konferenzen teilnahmen, die in so weit auseinanderliegenden Orten wie New York, Santiago, Manila, Istambul, Den Passar, Paris, Managua, Genf und Montevideo stattfanden.

Ein so herrlicher Rückblick auf die im Dienste des Glaubens von Bahá'u'lláh erreichten, örtlichen, nationalen und internationalen Ziele in den Lehr- und Verwaltungsbereichen der Bahá'í- Tätigkeit kann aber nur als Vorspiel zu einer Periode noch fruchtbarerer Ausdehnung und Festigung betrachtet werden, die durch den Beginn des geistigen Weltkreuzzuges, an dessen Schwelle die Bahá'í-Welt nun steht, eingeweiht werden soll. Dieser Kreuzzug dehnt sich zehn Jahre lang aus und schließt in sich die gleichzeitige Durchführung von zwölf nationalen Plänen ein; er wird die aktive und beständige Mitarbeit von einem jeden der zwölf heute bestehenden Nationalen Geistigen Räte, die nicht weniger als 36 Nationen vertreten, erfordern und das Äußerste an Mühe, Hingabe und Heldentum verlangen. Sein Ziel ist, die Grundlagen des Glaubens in einem jeden der zwölf Gebiete zu erweitern und zu stärken, welche als Operationsbasis für die Durchführung dieser zwölf nationalen Pläne dienen sollen, 131 Gebiete dem Glauben zu erschließen, 118 Gebiete zu festigen, in 91 Sprachen die Schriften zu übersetzen und zu drucken, zwei Mashriqu'l-Adhkár zu errichten, Gelände für die spätere Errichtung von 11 Tennpein zu erwerben, 48 Nationale Geistige Räte zu bilden, 47 Nationale Haziratu'l-Quds zu gründen, 50 Nationale Geistige Räte als Körperschaft eintragen zu lassen, durch einen jeden dieser Nationalen Geistigen Räte nationale Bahá'í-Satzungen niederzulegen und nationale Bahá'í-Besitztümer zu gründen, die einleitenden Maßnahmen zum Bau des Grabes Bahá'u'lláhs zu ergreifen, die ersten Zusatzbauten zum ersten Mashriqu'l-Adhkár der westlichen Welt zu errichten, die Einrichtung der Hände der Sache weiterzuentwickeln, den Intemationalen Bahá'í-Rat in einen Internationalen Bahá'í-Gerichtshof umzuformen, die Gesetze und Verordnungen des Kitáb-i-Aqdas zu kodifizieren, sechs nationale Bahá'í-Gerichtshöfe in den sechs Hauptstädten des mohammedanischen Ostens zu errichten, die internationalen Bahá'í-Besitztürmer in der Ebene von Akká und an den Hängen des Berges Karmel auszudehnen, das Intemationale Bahá'í-Archiv in der Nähe des Grabmals des Báb zu bauen, das Grabmal der Gemahlin des Báb in Shi'ráz zu errichten, die Ruhestätten des Vaters von Bahá'u'lláh, der Mutter und des Vetters von Báb festzustellen und sie in der Nähe des Größten Hauses wieder zu bestatten, den Garten Ridván in Baghdád und das Gelände des Siyáh-Chál in Tihrán, sowie des Märtyrertums des Báb in Tabríz und Seiner Kerkerhaft in Chihríq zu erwerben, sechs nationale Bahá'í-Veröffentlichungsunternehmen zu errichten, sieben Israelzweige Nationaler Geistiger Räte der Bahá'ízu bilden, Frauen an der Mitgliedschaft in örtlichen und nationalen Geistigen Räten der Bahá'í in Persien teilnehmen zu lassen, eine nationale Bahá'í-Druckerei in Tihrán zu gründen, die Bande zu stärken, welche die Bahá'í-Weltgemeinde mit den Vereinten Nationen verbinden, elf der Sowjet-Union angehörige Republiken, soweit es die Unastände erlauben, dem Glauben zu erschließen, ebenso zwei von den Sowjets kontrollierte europäische Staaten - all dieses soll, so Gott will, in der Einberufung des Bahá'í-Weltkongresses in der Nähe des Gartens Ridván, in der drittheiligsten Stadt der Bahá'í-Welt, anläßlich der weltweiten Feierlichkeiten zum Gedenken des Hundertjahrestages der förmlichen übernahme des Prophetenamtes durch Bahá'u'lláh gipfeln.

Doch möge kein Mißverständnis aufkommen. Das feierlich gelobte, höchste Ziel dieses geistigen Kreuzzuges ist kein anderes als die Eroberung der Burgen der Menschenherzen. Der Schauplatz seines Wirkens ist der ganze Planet, seine Dauer ein ganzes Jahrzehnt. Sein Beginn stimmt mit dem Hundertjahrestag der Geburt der Sendung Bahá'u'lláhs überein. Sein Gipfel wird mit dem Hundertjahrestag der Erklärung eben dieser Sendung zusammenfallen. Die wirksamen Kräfte, die diesen Verlauf unterstützen, sind die erstehenden administrativen Einrichtungen einer ständig sich entwickelnden göttlich festgelegten Ordnung. Seine Triebkraft ist der belebende Einfluß, der von der Offenbarung ausgeht, die vom Báb angekündigt und von Bahá'u'lláh verkündet worden ist. Sein Marschall ist kein anderer als der Begründer des Göttlichen Planes. Seine Bannerträger sind die Hände der Sache Gottes, die in jedem Kontinent des Erdballs ernannt sind. Seine Generale sind die zwölf Nationalen Geistigen Räte, die sich in die Ausführung seines Planes teilen. Sein Vortrupp sind die Hauptausführer des Meisterplanes Abdu'l-Bahás, ihre Verbündete und Gefährten. Seine Legionen sind die Reihen der Gläubigen, die hinter jenen zwölf Nationalen Räten stehen und an der Weltaufgabe teilhaben, welche die amerikanischen, europäischen, afrikanischen, asiatischen und australischen Fronten umfaßt. Die Urkunde, die seinen Fortgang leitet, besteht aus den unsterblichen Tablets, die aus der Feder des Mittelpunktes des Bündnisses Selbst geströmt sind. Die Rüstung, mit der seine vorstürmenden Heerscharen bekleidet sind, ist die frohe Kunde von Gottes eigener Botschaft an diesem Tag, sind die Prinzipien, die der von Seinem Boten verkündeten Ordnung zugrunde liegen und die Gesetze und Verordnungen, die Seine Sendung leiten. Der Schlachtruf, der Seine Helden und Heldinnen begeistert, ist der Ruf Yá Bahá'u'l-Abhá, Yá Alíyyu'l-A'lá.

Ein so weit reichender, so kraftvoller und herausfordernder Kreuzzug wird, so Gott will, die Annalen des zweiten Abschnitts des Gestaltenden Zeitalters des Glaubens Bahá'u'lláhs erleuchten, das zweite Jahrzehnt des zweiten Bahá'í-Jahrhunderts unsterblich machen und mit seinem Ende den Abschluß der ersten Epoche in der Entwicklung des göttlichen Planes Abdu'l-Bahás kennzeichnen; er wird schon von sich aus den Weg für die Einweihung des arbeitsreichen und unerhörten langen Vorgangs der Errichtung des Rahmenwerkes der Administrativen Ordnung des Glaubens mit all ihren anschließenden Tätigkeitsbereichen im Laufe der folgenden Kreuzzüge in allen neuerdings erschlossenen souveränen Staaten, abhängigen Gebieten und Inseln des Planeten sowie auch in allen übrigbleibenden Ländern des Erdballs und schließlich der Errichtung von noch mehr Pfeilern in diesen Gebieten, die das Gewicht des Universalen Hauses der Gerechtigkeit tragen können und seine Grundlagen erweitern, bahnen und das Vorspiel dazu bilden.

Dann und nur dann wird der weitreichende majestätische Prozeß, der mit dem Dämmern des Zyklus Adams sich in Bewegung gesetzt hat, seine Vollendung erreichen - ein Geschehen, das vor 6000 Jahren mit dem Pflanzen des Baumes göttlicher Offenbarung im Erdreich des göttlichen Willens begann und das schon gewisse Stufen durchlaufen hat und notwendig noch andere durcheilen muß, bis es seine schließliche Vollendung erreicht. Der erste Teil dieses Geschehens war das langsanne aber beständige Wachsen dieses Baumes göttlicher Offenbarung, der nacheinander seine Zweige, Triebe und Schößlinge ausstreckte und seine Blätter, Knospen und Blüten enthüllte, eine unmittelbare Folge des Lichtes und der Wärme, die ihn durch eine Reihe fortschreitender Sendungen, die mit Moses, Zarathustra, Buddha, Jesus, Muhammad und anderen Propheten verknüpft sind, und durch die Frühlingsregen des Blutes zahlloser Märtyrer auf ihrem Pfad zuteil wurden. Der zweite Teil dieses Geschehens war das Fruchttragen dieses Baunues, "der weder zum Osten noch zum Westen gehört", als der Báb als die vollkommene Frucht erschien und Seine Sendung im Jahre 60 in Shí'ráz erklärte. Der dritte Teil war, das Mahlen jener geheiligten Saat unendlicher Kostbarkeit und verhaltener Macht in der Mühle der Feindseligkeit, so daß sie sechs Jahre später ihr Öl in der Stadt Tábríz spenden konnte. Der vierte Teil war die Entzündung dieses Öls durch die Hand der Vorsehung in den Tiefen und inmtten der Finsternis des Siyáh-Chál in Tihrán vor hundert Jahren. Der fünfte Teil war die Beschirmung dieses flackernden Lichts, das kaum das Nachbarland Iráq durchdrungen hatte, in der Lampe der Offenbarung in der Stadt Baghdád, nach einer Verhüllung von nicht weniger als zehn Jahren. Der sechste Teil war die Verbreitung der Ausstrahlung dieses Lichtes, das nun mit erhöhtem Glanz in seiner Kristallkugel in Adrianopel und späterhin in der Festungsstadt Akká über 13 Länder des asiatischen und afrikanischen Festlandes schien. Der siebte Teil war im Verlauf des Wirkens des Mittelpunktes des Bündnisses die Ausstrahlung dieses Lichtes aus dem Größten Gefängnis über die Meere hin und die Ausbreitung seiner Leuchtkraft über zwanzig selbständige und abhängige Gebiete auf dem amerikanischen, europäischen und australischen Festland. Der achte Teil dieses Geschehens war die Verbreitung eben dieses Lichtes während des ersten Abschnittes des Gestaltenden Zeitalters des Glaubens und während der ersten Jahre des zweiten Abschnittes auf über 94 selbständige Staaten, abhängige Gebiete und Inseln unseres Planeten als Frucht der Durchführung einer Reihe nationaler Pläne, die von elf nationalen Geistigen Räten in der ganzen Bahá'í-Welt eingeleitet waren unter Benützung der in Tätigkeit befindlichen Stellen einer neuen erstehenden, göttlich festgelegten administrativen Ordnung; dieser Teil hat nun seinen Gipfel erreicht in der Jahrhundertfeier der Geburt der Sendung Bahá'u'lláhs. Der neunte Teil dieses Geschehens, die Stufe, in die wir nun eintreten, ist die weitere Ausbreitung dieses Lichtes über 131 zusätzliche Gebiete und Inseln in der östlichen und westlichen Hemnisphäre durch die Wirkungen eines zehn Jahre währenden geistigen Weltkreuzzuges, dessen Abschluß, so Gott will, mit dem Größten Jubiläum zusammenfallen wird, das des Hundertjahrestages der Erklärung Bahá'u'lláhs in Baghdád gedenken wird. Und schließlich der zehnte Teil dieses machtvollen Geschehens muß das Durchdringen des Lichtes, im Verlaufe zahlloser Kreuzzüge und aufeinanderfolgender Abschnitte des Gestaltenden und des Goldenen Zeitalters des Glaubens, in alle übriggebliebenen Gebiete des Erdballs durch die Errichtung des vollständiges Triebwerks der Administrativen Ordnung Bahá'u'lláhs in allen Ländem des Ostens und des Westens sein; auf dieser Stufe wird das Licht des triumphierenden Gottesglaubens mit all seiner Macht und Herrlichkeit scheinen und den ganzen Planeten überflutet und umhüllt haben. Und mehr noch: Dieser gegenwärtige Kreuzzug, an dessen Schwelle wir nun stehen, wird durch die dynamischen Kräfte, die er entfesseln wird, und durch seine weiteren Rückwirkungen über die ganze Erdoberfläche hin tatsächlich zur Beschleunigung noch eines anderen Prozesses von erstaunlicher Bedeutung beitragen, der den ständig sich weiter entfaltenden Glauben Bahá'u'lláhs durch seine derzeitigen Zustände der Verdunkelung, Unterdrückung, Befreiung und Anerkennung tragen wird - Stufen, in denen diese und jene nationalen Bahá'í-Gemeinden in den verschiedenen Teilen der Welt sich jetzt finden - bis zu der Stufe der festen Begründung, d.h, der Stufe, welcher der Glaube Bahá'u'lláhs durch die zivilen Behörden als die Staatsreligion anerkannt werden wird, ähnlich jenem Status, in dem das Christentum in den Jahren nach dem Tode des Kaisers Konstantin eintrat, eine Stufe, die später durch die des Erstehens des Bahá'í-Staates selbst ersetzt werden muß, der in allen religiösen und zivilen Angelegenheiten in strenger Übereinstimmung mit den Gesetzen und Verordnungen des Kitáb-i-Aqdas, des Heiligsten Buches, des Mutterbuches der Bahá'í-Offenbarung, handelt. Diese Stufe wird, wenn die Zeit erfüllt ist, in der Errichtung des Bahá'í-Weltstaates gipfeln, der in der Fülle seiner Macht tätig ist und das Signal für das langersehnte Kommen des von Christus verheißenen Gottesreiches auf Erden, des Königreiches Bahá'u'lláhs bedeutet, mögen sich auch auf dieser Handvoll Staub nur matt die Herrlichkeiten des Abhá-Königreiches widerspiegeln. Dieses krönende Endstadium in der Entwicklung des von Gott Selbst für die Menschheit ausgeführten Planes wird seinerseits sich als das Zeichen erweisen für die Geburt einer Weltzivilisation, die in ihrer Reichweite, ihrer Wesensart und Macht in der Menschheit ohnegleichen ist - einer Zivilisation, welcher die Nachwelt einstimmig als der edelsten Frucht des Goldenen Zeitalters der Sendung Bahá'u'lláhs zujubeln wird, deren reiche Emte während der künftigen Sendungen, die nacheinander im Lauf der 5000 Jahrhunderte des Bahá'í- Zyklus aufeinander zu folgen bestimmmmt sind, aufgespeichert werden wird.





+10 #19 28. Mai 1953

DAS OBERSTE ANLIEGEN

Anläßlich der einundsechzigsten Wiederkehr des Heimganges von Bahá'u'lláh und am Morgen des Beginns der Eingangsphase des denkwürdigen geistigen Weltkreuzzuges rufe ich Seine Nachfolger in allen Erdteilen auf, keine Ermattung zuzulassen, vielmehr sich der Beschleunigung der wunderbaren Antriebskraft der geschichtlichen Feiern zu vergewissem, die in den Festlichkeiten des Heiligen Jahres gipfeln sollen. Die weltumspannende Verteilung der Gläubigen durch all die unerschlossenen Gebiete unseres Planeten ohne Säummnis, mmit Entschlossenheit und durch Unterstützung ist das oberste Anliegen, das den Geist und die Mittel der bevorzugten Verfechter des Zehnjahresplanes im Laufe dieses Jahres fordert.

Alle Nationalen Räte sind dringend aufgefordert, diesem Punkt eine Vorrangstellung in ihren nationalen Haushaltsplänen einzuräummen. Den Hauptträgern von Abdu'l-Bahás Plan ist vermmöge des Vorrangs, der ihnen in Seinen Sendschreiben verliehen wurde, das Vorrecht verliehen, den lebenswichtigen Vorgang der Verbreitung des Glaubens anzuspornen, indem sie, zusätzlich zu den ihnen schon zuerkannten Aufgaben, Pioniere in diejenigen noch unberührten Gebiete entsenden, die ihren Schwestergemmeinden in Ost und West zugewiesen worden sind.

Wieder eininmal appelliere ich an die Mitglieder aller Gemmeinden, sich zu erheben und, ehe die jetzige Gelegenheit unwiederbringlich verloren ist, sich in das Heer der Kreuzfahrer Bahá'u'lláhs einzureihen. Die Stunde ist reif, sich von weltlichen Täuschungen loszumachen, das Roß der Standhaftigkeit zu besteigen, das Banner der Entsagung zu entfalten, den Panzer ganzer Hingabe an Gottes Sache anzulegen, den Gurt eines reinen und heiligen Lebens umzutun, das Schwert der Aussprüche Bahá'u'lláhs zu ziehen, den Schild Seiner Liebe umzuschnallen, als einzige Wegzehrung das unbedingte Vertrauen in Seine Verheißungen mit sich zu tragen, der Heimat zu entfliehen und sich weit und breit zu verteilen, um die uneroberten Gebiete des ganzen Planeten zu gewinnen.

Gebe Gott, daß Bahá'í-Kämmpfer, 130 an der Zahl - die erforderliche Zahl, um die Lücken in den noch uneroberten Gebieten auf der Erde zu schließen - sich unverzüglich erheben und sich einschreiben, damit die Ziele vor dem Ende des Eröffnungsjahres der zehnjährigen, größten gemeinsamen Unternehmung seit den denkwürdigen Ereignissen um die Bahnbrecher im Heroischen Zeitalter erreicht werden.

Ich beabsichtige, in zeitlicher Ordnung die Namen der geistigen Eroberer auf einer beleuchteten Ehrenrolle aufzuführen, die niedergelegt werden soll an der Eingangspforte des inneren Heiligtums des Grabmals Bahá'u'lláhs als eine bleibende Erinnerung an die Beiträge dieser Vorkämpfer des Glaubens zur siegreichen Beendigung der Eröffnung des geistigen Weltkreuzzuges, der bei dem Größten Jubiläum der Jahrhundertfeier der Erklärung Seiner Sendung seine Vollendung erfahren soll. Vorweg werde ich in periodischen Botschaften die Namen der tapferen Ritter des Glaubens bei ihrem Eintreffen auf ihren Posten, wo sie ihre geschichtlichen Missionen erfüllen wollen, bekanntgeben.





+11 #20 26 Juni 1953

FORTSCHRITTE IM HEILIGEN LANDE UND IN PANAMA

Ich gebe der Bahá'í-Welt mit Freude den raschen Fortschritt der letzten Abschnitte am Bau des Grabmals des Báb auf dem Berge Karmel bekannt, wie auch den hervorragenden Unternehmungsgeist der Bahá'í von Panama, die den Geländeerwerb für den ersten Mashriqu'l-Adhkár von Mittelamerika verfolgen. Die Errichtung der Kuppelspitze und die Aufstellung der Stahlrippen der Kuppel sind fertig. Fünftausend vergoldete Ziegel sind wohlbehalten aus Utrecht angekommen, zur Hälfte wurden sie bereits angebracht und enthüllen den ersten Schimmer des strahlenden Glanzes der vollendeten Kuppel.

Ich rufe die Nationalen Räte in Ost und West auf, durch Beiträge an den verdienstvollen Bemühungen um die schließliche Errichtung eines Bahá'í-Hauses der Anbetung in der Stadt Panama, die von Abdu'l-Bahá eigens erwähnt wurde und im Herzen der westlichen Halbkugel gelegen ist, teilzunehmen. Ich selbst habe 500 Pfund zur Förderung dieses denkwürdigen Vorhabens des weltumspannenden geistigen Zahnjahreskreuzzuges beigetragen.





+12 #20 Juli 1953

INTERKONTINENTALE BAHA'I-KONFERENZ STOCKHOLM

Frohen und dankbaren Herzens begrüße ich die Einberufung der Interkontinentalen Lehrkonferenz in der schwedischen Hauptstadt. Sie ist die dritte in der Reihe Interkontinentaler Lehrkonferenzen, die im Zusammenhang mit den in der ganzen Welt aus Anlaß der vor 100 Jahren erfolgten Erklärung der Sendung Bahá'u'lláhs stattfindenden Feierlichkeiten abgehalten werden, und sie soll einen tiefen und andauernden Einfluß auf das gegenwärtige Schicksal Seines Glaubens in allen Kontinenten ausüben.

Mit einem Gefühl des Staunens, der Dankbarkeit und der Freude schaue ich auf die Kette denkwürdiger Umstände zurück, welche vor etwas mehr als einem Jahrhundert die Einführung des Glaubens in einem Kontinent begleiteten und dabei den Grundstein seiner im Entstehen begriffenen Institutionen legten, der im Laufe der letzten zweitausend Jahre auf die Geschichte der menschlichen Rassen einen so starken Einfluß ausgeübt hat wie kein anderer Kontinent der Welt.

Angesichts dieses historischen Anlasses, zu dem die Mitglieder des amerikanischen, britischen, deutschen und des jüngst ins Leben gerufenen italienisch-schweizerischen Nationalen Geistigen Rates sowohl als die Vertreter der Bahá'í des Vereinigten Königreiches, Irlands, Deutschlands, Österreichs, der skandinavischen und der Benelux-Länder, der Iberischen Halbinsel, Italiens, der Schweiz, Frankreichs und Finnlands erschienen sind, fühle ich mich gedrungen, den wertvollen Arbeiten seitens der ersten britischen und französischen Pioniere zu gedenken, die ganz zu Beginn der Ausbreitung des Glaubens sich mit solcher Hingabe, mit solchem Opfermut und mit solcher Entschlossenheit bemühten, die Flamme des heiligen Feuers anzufachen, welche die Hand des ernannten Mittelpunktes des Bündnisses Bahá'u'lláhs im äußersten Nordwesten jenes Kontinentes am Morgen des Hinscheidens Seines Vaters entzündet hatte. Ich erinnere an die langsame Ausdehnung jenes jungen Lichtes nach Osten, die nach und nach zu der Bildung der deutschen und österreichischen Bahá'í-Gemeinden führte zu einer Zeit, welche die dunkelste Periode der Einkerkerung Abdu'l-Bahás in der Gefängnis-Festung Akká kennzeichnete. Ich denke an Seinen darauffolgenden, epochemachenden Besuch bei diesen eben flügge gewordenen Gemeinden bald nach Seiner vom Schicksal bestimmten Entlassung aus vierzigjähriger Haft im Größten Gefängnis. Ich denke an Seine große Geduld beim Säen eines Samens, dessen erste Früchte erst in späteren Jahren aufgehen sollten; dies stellt einen Markstein von ungeheurer Bedeutung für das Entstehen und die Festigung des Glaubens von Bahá'u'lláh in jenem Kontinent dar.

Anläßlich dieser Konferenz möchte ich die Gedanken auch auf die aufeinanderfolgenden Episoden lenken, welche am Morgen des Hinscheidens von Abdu'l-Bahá und im Verlauf der ersten Epoche des Gestaltenden Zeitalters der Bahá'í-Offenbarung das Entstehen jener administrativen Institutionen, sowohl lokal als national, kennzeichnen, welche das Keimen der trächtigen Saat ankündeten, die über ein Jahrzehnt in den neuerschlossenen europäischen Gebieten brach gelegen hatte, und welche in der Errichtung des Rahmenwerkes der administrativen Ordnung des Glaubens von Bahá'u'lláh und der Erstellung der ersten beiden Säulen gipfelten, die in diesem Kontinent einmal das Gewicht der letztlichen Einheit dieser Ordnung tragen sollen.

Ich kann auch nicht umhin, als einen weiteren Meilenstein des unaufhaltsamen Fortschritts des Glaubens den Sechsjahresplan der britischen Bahá'í-Gemeinde zu erwähnen, der gestartet wurde, nachdem die administrativen Voraussetzungen dafür geschaffen worden waren, und dem Zug um Zug der europäische Lehrfeldzug folgte, der gemäß den Vorkehrungen des zweiten Siebenjahresplanes der amerikanischen Bahá'í-Gemeinde, des Fünfjahresplanes der deutschen und österreichischen Bahá'í-Gemeinden und des späteren englischen Zweijahresplanes begonnen wurde. Diese genannten Pläne führten in weniger als einem Jahrzehnt dazu, in Wales, in Nordirland und in Irland selbst die Grundlagen für die administrative Ordnung zu schaffen, die Bahá'í-Institutionen auf der britischen Insel zu vervielfachen und zu festigen, die Grundlagen derselben Ordnung in Deutschland und Österreich zu erweitem und zu kräftigen, in Frankfurt das Nationale Verwaltungszentrum zu errichten, in nicht weniger als zehn Hauptstädten europäischer souveräner Staaten Geistige Räte zu bilden und die administrativen Grundlagen des Glaubens in jenen Gebieten erneut zu festigen, Mittel und Wege zu finden, um vier europäische und zahlreiche regionale Lehrkonferenzen abzuhalten, und, was am wichtigsten ist, die historische Tagung in Florenz einzuberufen, die zur Bildung eines Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í von Italien und der Schweiz führte. Dieser Rat ist der dritte in einer Reihe von Institutionen, die dazu bestimmt sind, bei der endgültigen Schaffung der obersten gesetzgebenden Körperschaft der administrativen Ordnung des Glaubens von Bahá'u'lláh ihren Teil beizutragen.

Die Stunde ist nunmehr gekommen, da diese Gemeinden, ob jung oder alt, örtlich oder national, ob sie im Norden, Westen und Süden des Kontinents arbeiten oder im Herzen Europas, in geeigneter Form den europäischen Feldzug innerhalb einer weltumspannenden Kreuzfahrt beginnen und energisch fortsetzen, einen Weltkreuzzug, der nicht nur in beispiellosem Maße dazu beitragen wird, die Grundfesten des Glaubens von Bahá'u'lláh auf dem europäischen Kontinent zu erweitem und zu festigen, sondern der sein Licht auch auf die benachbarten Inseln ausstrahlen und, so Gott will, seinen Glanz nach den östlichen Ländem des Kontinents und bis ins Herz Asiens tragen wird.

Die bevorzugten Ausführer eines so revolutionierenden, so gigantischen, so geheiligten und so wohltätigen Feldzuges werden am Morgen seines Beginns und zu einer äußerst kritischen Stunde in der Geschichte des europäischen Kontinents zu folgenden Aufgaben aufgefordert:

1. Unter der Regie des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í der Vereinigten Staaten Amerikas einen Nationalen Geistigen Rat in jedem der skandinavischen und Benelux- Länder, in Spanien und Portugal sowie in Zusammenarbeit mit der Pariser Gemeinde einen Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in Frankreich ins Leben zu rufen; unter der Regie des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í in Deutschland und Österreich einen Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in Österreich zu schaffen; unter der Regie des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í der Vereinigten Staaten Amerikas und in enger Verbindung mit dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in Italien und der Schweiz unabhängige Nationale Geistige Räte der Bahá'í in Italien und in der Schweiz zu bilden.

2. In Frankfurt den ersten Mashriqu'l-Adhkár für Europa zu erstellen, da Frankfurt im Herzen Deutschlands auf dem europäischen Festland eine zentrale Lage einnimmt.

3. Grundstücke zu kaufen, auf denen in Zukunft zwei Mashriqu'l-Adhkárs erbaut werden sollen, einer in Stockholm und einer in Rom, dem Sitz und der Feste der mächtigsten Kirche innerhalb des Christentums.

4. Folgende dreißig Gebiete und Inseln für den Glauben zu erschließen: Albanien, Kreta, Estland, Finnisch-Karelien, die Friesischen Inseln, Griechenland, Lettland, Litauen, Moldau-Republik, Rumänien, Weißrußland - dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in Deutschland und Österreich zugewiesen; Kanal-Inseln, Zypern, Farör-Inseln, Hebriden, Malta, Orkney-Inseln, Shetland-Inseln - dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í der Britischen Inseln zugewiesen; Andorra, Azoren, Balearen, Lofoten, Spitzbergen, Ukraine - dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í der Vereinigten Staaten Amerikas zugewiesen; Liechtenstein, Monaco, Rhodos, San Marino, Sardinien, Sizilien - dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in Italien und der Schweiz zugewiesen.

5. Durch seinen Europäischen Lehrausschuß soll der Nationale Geistige Rat der Bahá'í der Vereinigten Staaten Amerikas Veröffentlichung und Herausgabe von Bahá'í-Literatur in folgenden zehn Sprachen veranlassen: Baskisch, Estnisch, flämisch, Lappisch, Maltesisch, Piedmontesisch, Romani, Räthoromanisch, Jiddisch, Zyrjenisch.

6. Festigung der Gemeinden von Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Holland, Italien, Luxemburg, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz - dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í der Vereinigten Staaten zugewiesen; der Gemeinden in Österreich, Bulgarien, Tschechoslowakei, Ungarn, Polen, Sowjetrußland, Jugoslavien - dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í von Deutschland und Österreich zugewiesen; Festigung der Gemeinden in Irland - dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í der Britischen Inseln zugewiesen; der Gemeinden auf Island - dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í von Kanada zugewiesen; und Festigung der Gemeinden auf Korsika - dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í von Italien und der Schweiz zugewiesen.

7. Die Eintragung der dreizehn obengenannten Nationalen Geistigen Räte.

8. Die Gründung von nationalen Bahá'í-Stiftungen durch diese Geistigen Räte.

9. Die Errichtung eines nationalen Hazi'ratu'l-Quds in der Hauptstadt eines jeden der Länder, in denen Nationale Geistige Räte gebildet werden sollen, ebenso auch einer in London und in Paris.

10. Die Bildung eines Nationalen Bahá'í-Veröffentlichungsunternehmens in Frankfurt, Deutschland.

11. Die Gründung von Israel- Zweigen der Nationalen Geistigen Räte der Bahá'í der Britischen Inseln und Deutschlands und Österreichs, die bevollmächtigt sind, im Namen ihrer Mutter-Einrichtungen Eigentum, den Heiligen Schreinen im Weltzentrum des Glaubens im Staat Israel gewidmet, zu besitzen.

12. Die Bekehrung von Vertretem der Basken und der Zigeuner zu unserem Glauben.

13. Auf Ridván 1954 durch die Hände der Sache in Europa die Ernennung eines Hilfsamtes von neun Mitgliedern, die, in Verbindung mit den vier Nationalen Geistigen Räten, die an dem europäischen Feldzug teilnehmen, durch periodische und planmäßige Besuche von Bahá'í-Zentren bei der wirksamen und schnellen Ausführung der Pläne, die zur Vollendung des Lehrfeldzuges auf dem europäischen Kontinent ausgearbeitet wurden, mithelfen werden.

Ein Kontinent, welcher eine so zentrale und strategische Stellung auf dem ganzen Planeten einnimmt, eine so reiche und ereignisvolle Geschichte hat, so vielseitig in seiner Kultur ist, auf dessen Boden die griechische und die römische Zivilisation sich erhoben, die Haupttriebfeder einer Zivilisation, an der Bahá'u'lláh selbst einige Eigenheiten lobpries, an dessen südlichen Ufern das Christentum seine Heimat gründete, an dessen östlichen Marken die mächtigen Streitkräfte des Kreuzes und des Halbmonds so oft zusammenprallten, in dessem südwestlichstem Teile eine sich schnell entwvickelnde islamische Kultur ihre schönste Frucht hervorbrachte, in dessen Herzen das Licht der Reformation so hell leuchtete und seine Strahlen bis zu den abgelegensten Regionen des Erdballs verbreitete, der Quell der amerikanischen Kultur, dessen nördlicher und westlicher Rand vor weniger als einem Jahrhundert zum ersten Mal von dem Morgenrot der Offenbarung Bahá'u'lláhs erwärmt und erleuchtet wurde, in dessen Herzen eine so verheißungsvolle Gemeinde nach und nach entstand, dessen Boden später von einem zweimaligen Besuch des ernannten Mittelpunktes Seines Bündnisses geheiligt wurde, ein Kontinent, der infolge des Entstehens und der Gründung der administrativen Ordnung Seines Glaubens Zeuge der Bildung zweier der hervorragendsten Pfeiler des zukünftigen Hauses der Gerechtigkeit wurde, der in den letzten Jahren den dynamischen Anstoß einer Reihe von nationalen Plänen als Vorbereitung zur Einführung eines geistigen Weltkreuzzuges erhielt - ein solcher Kontinent ist endlich zu dieser kritischen Stunde, an diesem großen Wendepunkt in seinem Schicksal in ein Stadium eingetreten, das man als die erschließende Phase eines großen geistigen Wiederauflebens betrachten kann, welche jeden Zeitabschnitt ihrer geistigen Geschichte in den Schatten zu stellen verspricht.

Möge den gewählten Vertretem der nationalen Bahá'í-Gemeinden, die mit der Durchführung dieses bedeutungsvollen, auf dem Boden dieses Kontinents begonnenen Unternehmens betraut worden sind, mit Hilfe der Hände der Sache und ihres Hilfsamtes, gestärkt durch die örtlichen Gemeinden, die Gruppen und einzelstehenden Gläubigen, die an diesem trächtigen und allumfassenden Unternehmen teilhaben, und unterstützt von den Beiräten, die für seine erfolgreiche Ausführung ernannt werden müssen, gnädiglich von dem Herrn der Heerscharen dazu verholfen werden, in den bevorstehenden Jahren durch ihre vereinten Anstrengungen und gemeinsamen Leistungen, beim Lehren sowohl als bei der administrativen Bahá'í-Tätigkeit, zum Erfolg dieses glorreichen Kreuzzuges beizutragen und der Bekehrung, Versöhnung und schließlichen Einigung der verschiedenen und untereinander streitenden Völkern, Rassen und Klassen, die innerhalb der Grenzen eines leidenden, schmerzlich aufgewühlten und geistig ausgehungerten Kontinents wohnen, einen gewaltigen Antrieb verleihen.

Mögen alle die verehrten Teilnehmer, die sich unter das Banner Bahá'u'lláhs für die Förderung einer solchen hervorragenden und lebenswerten Sache einreihen, einerlei ob sie von der östlichen oder westlichen Halbkugel kommen, einerlei welchen Geschlechts, weiß oder farbig, jung oder alt, unerfahren oder lange im Dienst, ob in ihrer Eigenschaft als Erklärer der Lehren oder als Verwalter Seines Glaubens, als Siedler oder reisende Lehrer, sich durch solche Heldentaten auszeichnen, daß diese den glorreichen Ereignissen gleichkommen, die vor neunzehnhundert Jahren von jener kleinen Schar der gottrunkenen Apostel vollbracht wurden, die durch furchtloses Predigen über das Evangelium eines neuerschienenen Messias so entscheidend zur Erleuchtung, zur Wiedergeburt und zum Fortschritt des ganzen europäischen Kontinents beitrugen, ja, sie sogar überstrahlen !





+13 #25 Juli 1953

EPOCHEMACHENDE KONFERENZ

Ich bin glücklich, den bei der epochemachenden Konferenz versammelten Freunden die Nachricht zu übermitteln von der im Verlaufe von weniger als drei Monaten, der die zweite und dritte Interkontinentale Konferenz des Heiligen Jahres voneinander trennte, durch die Bahá'í-Gemeinden in Ost und West erteilten Herrlichen Antwort auf meinen Ruf, sich zu erheben, um die Eröffnungsphase des geistigen Weltkreuzzuges geziemend einzuleiten. Die Zahl der Pioniere, weißer und farbiger, junger und alter, aus allen Kontinenten, die sich freiwillig gemeldet haben zum Dienst sowohl in unerschlossenen als auch in bereits erschlossenen Gebieten, überschreitet 200, einschließlich dreier Angebote für die Lepra-Kolonien. Ruanda-Urundi, die Samoa-Inseln, Daman, Süd-Rhodesien, Goa, die Kodiak-Inseln und Italienisch-Somaliland sind bereits erschlossen. Ansiedlungen in Französisch-Äquatorialafrika, auf den Salomoninseln, auf den Königin-Charlotte-Inseln, in Südwestafrika, auf den Kapverdischen Inseln, in Togo, auf den Kanalinseln, den Aleuten, den Azoren, auf Kay West, auf den Cook-Inseln, in Monaco, auf den Balearen, auf Malta, Zypem, den Hebriden, in dem Nord-territorien-Protektorat der Goldküste, auf den Seschellen, in Andorra, auf den Kanarischen Inseln und in Französisch Somaliland sind praktisch gesichert. Die nördlichen Außenposten des Glaubens auf der westlichen Halbkugel sind bis zu der Arktischen Franklin-Bucht am 73. Breitengrad und in Europa bis zu den Lofoten vorgetrieben worden. Ein Pionier ist unterwegs nach Fessan in Libyen, dem erwählten Schauplatz von Abdu'l-Bahás Verbannung durch Abdu'l-Hami'd. Der Nationale Geistige Rat der Vereinigten Staaten hat allen Gebieten innerhalb der westlichen Hemnisphäre, die ihm anvertraut sind, Pioniere zugewiesen.

Ein Drittel der Mitglieder dieses selben Rates sind im Begriff, sich in die Reihen der Pioniere zu stellen.

Die übrigen Nationalen Schwester-Räte eilen nun in geistigem Lauf um die Wette, auf ihren jeweiligen Kontinenten die Zuweisungen zu erfüllen.

Fonds wurden eröffnet zum Erwerb von Land, das noch zu suchen ist, für Mashriqu'l-Adhkárs in Rom, der Stadt Panama, Toronto, sowie für einen Hazi'ratu'l-Quds in London.

Ich rufe die Teilnehmer der Konferenz auf, ihre Dankbarkeit für die mannigfachen Segnungen, die in so reichem Maß ausgegossen worden sind über die Kreuzfahrer Bahá'u'lláhs, durch Handeln unsterblich zu machen, nämlich durch Eröffnung von Fonds zum Erwerb von Bauplätzen für Tempel in der nördlich gelegenen Stadt, dem Schauplatz der gegenwärtigen Konferenz, und in Frankfurt im Herzen des europäischen Kontinents.

Ich steuere 2000 Pfund bei zur Förderung der verdienstvollen Unternehmen. Ich bitte überdies dringend, daß die Teilnehmer der Konferenz - angesichts der unverhältnismäßig kleinen Zahl der Pioniere, die für die unerschlossenen Gebiete bestimmt sind, gegenüber der Gesamtheit der Freiwilligen - dazu beitragen trögen, die Ehrenrolle noch mehr zu füllen, indem sie sich unverzüglich unter das wehende Banner der voranschreitenden Heerscharen von Bahá'u'lláh stellen. Kein wertvollerer Besitz kann auf dem Altar des Bahá'í-Opfers dargebracht werden, keine größere Ehre gewonnen werden während des Heiligen Jahres, das nunmehr rasch zu Ende geht.





+14 #26 20.September 1953

FORTLAUFENDE HERRLICHE ERFOLGE

Der geistige Weltkreuzzug, das machtvollste bis jetzt erdachte Mittel für die systematische Durchführung des Göttlichen Planes Abdu'l-Bahás, ist geziemend eingeleitet worden durch fortlaufende herrliche Erfolge, erzielt durch Bahá'u'lláhs Kreuzfahrer in den noch unerschlossenen Gebieten auf jedem Kontinent des Erdballs.

Vier Monate sind vergangen seit seiner glorreichen Eröffnung mitten auf dem Höhepunkt der Festlichkeiten zum Gedächtnis der Hundertjahrfeier der übernahme Seiner Mission, und er ist unsterblich geworden durch die Erschließung von nicht weniger als 28 Gebieten und Inseln, davon neun in Europa, acht in Amerika, sechs in Afrika und fünf in Asien; dies bedeutet in seiner Geschwindigkeit und in seinem Umfang eine während elf Jahrzehnten in der Bahá'í-Geschichte noch nie dagewesene Ausbreitung.

Die Zahl der Pioniere, die dem Aufruf zur Ansiedlung in schon erschlossenen wie auch in noch unerschlossenen Gebieten Folge geleistet haben, hat dreihundert bereits überschritten. Es sind über hundertfünfzig aus Amerika, über fünfzig aus Europa, über vierzig aus Afrika, über vierzig aus Asien. Die Anzahl der noch in Aussicht stehenden Pioniere für noch unerschlossene Gebiete beträgt über vierzig. Alle dem Nationalen Rat der Vereinigten Staaten zugeteilten Gebiete der westlichen Halbkugel und Afrikas, wie auch alle europäischen, den verschiedenen Nationalen Räten zugeteilten Gebiete sind Pionieren angewiesen worden.

Die Ehrenrolle, die das Andenken an die Heldentaten der geistigen Eroberer verewigen soll, ist bereits beschrieben mit den Namen der folgenden Pioniere zusammen mit ihren diesbezüglichen Gebieten, die Eintragung umfaßt bereits ein Viertel der zur Erreichung des Endziels der Eröffnungsphase des Zehnjahresplanes erforderlichen Zahl.

Sohail Samandári: Italienisch-Somaliland
Mary und Rex Collison, Dunduzu Chisizwa: Ruanda Urundi;
Izzatu'lláh Zahrá'í': Südrhodesien
Chulamál Kurwala: Dartran
Gail und Jameson Bond: Franklin-Insel
Rushán Aftábí, Feroza Yaganagi: Goa
Rose Perkal, Jack Huffman: Kodiak-Insel
Herr und Frau Arthur Crane: Key West
Saieed Nahvi, Shyan Behrarilal: Pondichdry
Udainarayan Singh: Sikkim
Fred Schlechter: Französisch-Somaliland
Virginia Orbison: Balearen
Herr und Frau Armin Bánáni: Griechenland
Abbas Vakil: Zypern
Gertrude Eisenberg: Kanarische Inseln
Dick Stanton: Keewatin
Herr und Frau Jenabe Caldwell: Aleuten
Edith Mac Arthur: Königin Charlotte-Inseln (=Santa-Cruz-Inseln)
Hushmand Manuchihri: Liechtenstein;
Eskul Ljungberg: Faröer
Mildred Clark und Loyce Lawrence: Lofoten
Sali'sa Kirmáni, Shi'ri'n Núráni: Karikal
Zia'u'llah Asgárzadih, Evelyn Baxter: Kanal-Inseln
Kay Weston: Magdalenen-Inseln
Julius Edwards: Nordprovinzen (Nigeria)
Doris Richardson: Große Manon-Insel
Charles Dunning: Orkney-Inseln
Nellie French: Monaco

Die Länder, in denen Bahá'í wohnen, sind nun auf über 150 angewachsen. über 70 sind in den neun Jahren, die zwischen dem ersten und dem zweiten Jubiläum liegen, hinzugekommen.

Die Festlichkeiten des Heiligen Jahres, die so glänzend eingeleitet wurden und nun gelegentlich des neunzigsten Gedenktages der Erklärung der Sendung des Begründers des Glaubens ihren Höhepunkt erreichten, neigen sich nunmehr ihrem Ende zu. Ich rufe die gesamte Gemeinde Seiner Anhänger dazu auf, in gemeinsamen übermenschlichen Anstrengungen für die Beschleunigung ihres Auszuges den Abschluß der weltweiten Jubelfeste zu feiern und dadurch Seinem Gedächtnis einen würdigen Tribut zu zollen, daß sie der Zweihundert-Zahl von selbständigen Staaten, abhängigen Gebieten und Inseln, die den ganzen Kreis Seines unwiderstehlich sich ausbreitenden Glaubens umfassen, so nah als irgend möglich kommen. Dies wäre eine Heldentat, die in den Augen der Nachwelt der sieghaften Vollendung des Überbaus des Grabmals des Mitbegründers des Glaubens im Bahá'í-Weltzentrum im Heiligen Land gleichkäme.





+15 #27 7.Oktober 1953

INTERKONTINENTALE KONFERENZ IN NEU-DELHI

Zum Abschluß des Heiligen Jahres teile ich den Teilnehmern an der vierten und letzten der Interkontinentalen Lehrkonferenzen, welche die mit dem hundertsten Jahre seit der Geburt der prophetischen Sendung Bahá'u'lláhs verbundenen Festlichkeiten beendet, voll Freude folgende dreifache Bekanntmachung mit:

Das fünf Jahre alte, dreiviertel Millionen Dollar erfordernde Unternehmen, welches das Endstadium der ersten Epoche im Ablauf des vor über 60 Jahren vom Gründer des Glaubens im Herzen des Gottesberges ins Leben gerufenen Geschehens bildet, ist vollendet. Die Endarbeiten beim Einsetzen der bunten Fenster des Achtecks und der Kuppel, die Entfernung des Gerüstes außen und innen am Gebäude, der innere Verputz in der Kuppel, der Trommel und dem Achteck, die Stuckarbeiten, die Reinigung, die Beleuchtung des ganzen Baus fallen zeitlich mit den die ruhmvollen zwölf Monate in den Annalen unseres Glaubens abschließenden Wochen zusanumen. In stetig schwellendem Andrang strömen Besucher aus nah und fern, die schon seit vielen Tagen die Tausend überschritten, durch die Tore, die in das innere Heiligtum des hoheitsvollen Mausoleunas führen, und bringen ihre Huldigung der Königin des Karmels dar, die auf dem Berge Gottes, mit glühendem Golde gekrönt, in schimmerndes Weiß gekleidet und mit smaragdenem Grün umgürtet, ihren Thron eingenommen hat und aller Augen aus den Lüften, vom Meere, von der Ebene und von dem Hügel her entzückt. Ich fühle mich zu der Bitte an die Konferenzteilnehmer bewogen, eine angemessene Gedenkfeier abzuhalten zur Würdigung der Hand der Sache Sutherland Maxwell, des unsterblichen Architekten der Arkaden und des Oberbaus des Grabmals. Des weiteren fühle ich, sollte von eben dieser Versammlung die Anerkennung der unermüdlichen Arbeit und Wachsamkeit der Hand der Sache Ugo Giachery ausgesprochen werden; er hat die Verträge zustande gebracht, hat alles zur Errichtung des Gebäudes erforderliche Material überprüft und versandt und hat mit fleißiger, beständiger Mühe, ebenso wie die Hand der Sache Leroy Ioas, den Bau sowohl der Trommel wie auch der Kuppel beaufsichtigt. Zu den zwei Toren des Grabmals, die kürzlich nach den beiden ersten der oben erwähnten Hände benannt wurden, wird das jetzt hinzugekommene Tor des Achtecks fürderhin mit der dritten Hand der Sache verbunden sein, die zu dem würdevollen Erstehen des heiligen Baus beigetragen hat.

Und nun die zweite Bekanntmachung, den weltumfassenden Vorgang der Besiedelung der unerschlossenen Gebiete des Erdballs betreffend: Sie ist beschleunigt worden durch die Ankunft folgender Pioniere an ihren betreffenden Posten:

Cora Cliver in Britisch Honduras
Carole und Dwight Allen in Griechenland
Mrs. Xavier Rodrigues in Portugiesisch-Guinea
Brigitte Hasselblatt auf den Shetland-Inseln
Elisabeth Hoppos, Ada Schott, Sara Kenny und Mrs. Duffield auf Madeira
H. Snyder auf Key West
Hugh MacKinley mit Mutter auf Zypern
Max Kenyerezi in Französisch-Äquatorialafrika
Elsa Grossmann auf den Friesischen Inseln
Helen Robinson auf der Baranof-Insel;
Mr, und Mrs. Ted Anderson in Yukon
Tabandeh Payman in San Marino
Rolf Haug auf Kreta
Una Townshend auf Malta

Sie haben die Ehrenrolle vergrößert und die Zahl der Gebiete im Bereich des Glaubens auf 167 vermehrt. Zwei weitere Pioniere gingen in die Lepra-Kolonien auf Puerto Rico und in Französisch-Guayana. Zwei weitere Mitglieder des Nationalen Geistigen Rates in den Vereinigten Staaten gingen freiwillig als Pioniere hinaus und erhöhten damit deren Zahl auf fünf. Aus den Vereinigten Staaten reisen Pioniere in 24 unerschlossene Gebiete bis zum Ende des Heiligen Jahres ab. Die Bewerbungen von Pionieren aus den Vereinigten Staaten belaufen sich insgesamt auf 249. Ich freue mich über die letzten August gefeierten Namen zweier standhafter Kreuzfahrer auf der Wetterstation in der Buchanan-Bay und auf der öden Ellesmere-Insel auf dem 79. Grad nördlicher Breite, weniger als 700 Meilen vom Nordpol. Der sich unwiderstehlich entfaltende Kreuzzug heiligte den Tod der heldenhaften, 88-jährigen Ella Bailey und erhob sie zum Range der Märtyrer des Glaubens, ergoß noch mehr Glanz auf die amerikanische Bahá'í-Gemeinde und weihte den Boden des rasch erwachenden afrikanischen Kontinentes.

Die dritte Bekanntgabe: Die ersten Schritte sind unternommen zwecks Erwerb ausgedehnten Geländes auf dem Gipfel des Heiligen Berges, des Schauplatzes der Offenbarung des Tablets vom Karmel, und damit die Vorbereitung des Kaufes eines Grundstückes für den zukünftigen Mutter-Mashriqu'l-Adhkár im Heiligen Lande. Dies ist ermöglicht worden durch die freigebige Spende von 100 000 Dollar durch die Hand der Sache Amelia Collins und bedeutet die Eröffnung des zweiten Abschnittes in der Entfaltung des trächtigen Geschehens, das durch den Begründer des Glaubens in Bewegung gesetzt worden ist.

Diese dreifache Gnadenfülle, die der über die Oberfläche des Planeten hin verbreiteten Gemeinde des Größten Namens gewährt worden ist, ruft nach einer riesenhaften, sofortigen, gemeinsamen Anstrengung der versammelten Gläubigen, eine dementsprechende dreifache Verantwortlichkeit zu erfüllen.

Erstens, verdoppelte Hingabe für die Pionierziele, besonders im Gebiet des Stillen Ozeans, das in den Tableten des Göttlichen Planes so nachdrücklich hervorgehoben ist, damit noch vor Beendigung der Konferenz die Zahl der dem Glauben geöffneten oder Pionieren zugewiesenen Gebiete auf über 200 erhöht wird.

Zweitens, der Beweis wachsender Selbstaufopferung durch Gründung eines Fonds zum Ankauf von Gelände für die künftigen Tempel auf dem asiatischen Festland und bei den Antipoden, nämlich in Baghdad, Neu Delhi und Sydney. Ich trage 3000 Pfund zur Förderung dieser verdienstvollen Unternehmungen bei.

Drittens, ernsthafteste Beratung der Vertreter der an dieser heiligen Aufgabe unmittelbar beteiligten Nationalen Geistigen Räte in Persien und im Iraq mit den dort versammelten Händen der Sache über Wege, Mittel und Methoden der gründlichen Nachforschungen zur Sicherstellung des Ankaufs heiliger Stätten, im besonderen des Geländes des Siyáh-Chál, der Wiege der Offenbarung des Begründers des Glaubens, ebenso zur Identifizierung und überführung der Verwandten des Báb und Bahá'u'lláhs in Bahá'í-Friedhöfe. Dies gehört zu den wesentlichen Zielen des Zehnjahresplanes.

Ich hoffe brennend und erflehe heiß für diese epochemachende Konferenz, die das Siegel setzt unter die festliche Begehung des zweiten Bahá'í-Jubiläums, sie möge in einem noch nie dagewesenen Maße durch die Art ihrer Beratungen, durch ihre Festigkeit, ihre Leistungen, ihren Gesichtskreis, ihre Fähigkeiten dazu beitragen, daß die leuchtenden Ziele des Weltkreuzzuges schließlich erreicht werden, des Weltkreuzzuges, der in nicht ferner Zeit in dem Größten Jubiläum zu gipfeln bestimmt ist, das mit der hundertsten Wiederkehr des Tages, an dem Bahá'u'lláh Seinen prophetischen Auftrag auf Sich nahm, verknüpft ist.





+16 #30 14. Oktober 1953

WEITERE ERFOLGE UND EHRUNGEN

Bin überglücklich, mit Abschluß des Heiligen Jahres den versammelten Gläubigen nicht weniger als dreizehn zusätzliche Eintragungen in die Ehrenrolle seit der letzten Botschaft an die Konferenz vor einer Woche melden zu können:

Claire Gung, Süd-Rhodesien
Ursula von Brunn, Friesische Inseln
Familie Richard Nolen, Azoren
Katherine Meyer, Margareten-Inseln
Geraldine Craney, Hebriden
Familie Fawzi Zeinolabedin, Spanisch-Marokko
Manuchir Hizari, Marokko, Internationale Zone
Ein Gläubiger aus Chicago, St. Thorrias-Insel
Ted Cardell, Südwest-Afrika
William Danjon, Andorra
Fred und Jean Allen, Kap-B reton-Inseln
Frederick und Elizabeth Laws, Basutoland
Armin Battah, Rio de Oro.

Die Gesamtzahl der mit den Namen der Eroberer in die Ehrenrolle eingetragenen unerschlossenen Gebiete ist seit Beginn des geistigen Weltkreuzzuges am letzten Ridván auf fünfzig angestiegen. Die Anzahl der Gebiete, die nun in den Kreis des Glaubens mit einbeschlossen sind, ist innerhalb unglaublich kurzer Zeit auf einhundertachtundsiebzig angestiegen; das bedeutet einen Zuwachs von hundert Ländern seit der Begehung der Feier des Ersten Jubiläums vor neun Jahren. Dazu kommen sechzig ins Auge gefaßte, aber noch unerschlossene Gebiete, einschließlich der Ukraine und Albanien. Nur noch acht Pioniere sind nötig: in das Aschanti-Protektorat, in das Betschuanaland, auf den Chagos-Archipel, auf die Kormoren, Marquesas-Inseln, Marshall-Inseln, nach der Spanischen Sahara und auf die Tonga-Inseln, um die Erreichung des vordringlichen Zieles des weltumspannenden geistigen Kreuzzuges, außer den Sozialistischen Republiken und den Satellitenstaaten zu sichern. Der Augenblick des letzten Tages des Jahres, das für immer geheiligt ist im Gedächtnis künftiger Geschlechter, ist gekommen, - des Jahres, das durch seine heiligen Zusammenhänge in dieser zu Ende gehenden, nur noch kleinen Zeitspanne, welche die Vorhut der Armee der Kreuzfahrer vom Siege trennt, verkettet sein soll mit der glorreichsten Phase des großartigsten gemeinsamen geistigen Unternehmens, das eingeleitet wurde durch die organisierten, fest miteinander verbundenen Gemeinden des Größten, über den ganzen Planeten verbreiteten Namens.





+17 #31 11. November 1953

BANNER DER SACHE GOTTES IN EINUNDZWANZIG
BISHER UNERSCHLOSSENEN GEBIETEN AUFGEPFLANZT

Teile den Nationalen Geistigen Räten der Bahá'í-Welt mit, daß in den seit dem Abschluß des Heiligen Jahres vergangenen drei Wochen das Banner der siegreichen Sache Gottes in nicht weniger als einundzwanzig unerschlossenen Gebieten der Erde aufgepflanzt worden ist; damit ist die Gesamtzahl von zweihundert für den Glauben erschlossenen Gebieten erreicht. Das bedeutet seit dem einhundertundneunjährigen Bestehen des Glaubens ein Anwachsen um nahezu sechzig Prozent an Zahl der selbständigen Staaten sowie der in ihrem Bereich liegenden abhängigen Länder im Verlauf von wenig mehr als einem halben Jahr.

In die siebzig unerschlossenen Gebiete, die seit dem Beginn des geistigen Weltkreuzzuges in die sich rasch ausbreitende Bahá'í-Ordnung eingegliedert wurden, sind einundzwanzig amerikanische Staaten, neunzehn in Afrika, neunzehn in Europa und dreizehn in Asien einbeschlossen.

Seit der letzten Ankündigung sind folgende Pioniere in die Ehrenrolle eingetragen worden:

Gerald, Gail und Leeanna Curwin, Bahama-Inseln
Enoch Olinga, Britisch-Kamerun
Malcolm King, Britisch-Guayana
Peggy und George True, Kanarische Inseln
Shirley Warde, Britisch-Honduras
Irving Geary, Kap Breton-Insel
Zunilda Palacios, Chiloe-Insel
Edith Danielson, Cook-Inseln
Himatlal Bhatt, Diu
Elinor und Robert Wolff, Holländisch-Guayana
Eberhard Friedland, Französisch-Guayana
Labib Esphanini, Französisch-Westafrika
Adela und Salvador Tortrio, Juan-Femandez-Inseln
Cladys und Benjamin Weeden, Inseln unter dem Winde
Frances Heller, Macao
Lional Peraji, Mahd
Ola Powlawska, Miquelon und St. Pierre-Insel
Elsie Austin, Nosrat Shayesteh, Jalali Rowhani, Marokko, Internationale Zone
Abbas Muhammad-Ali, Ardekani Hassanzadeh Rafii, Marokko, Internationale Zone
Bertha Dobbins, Neue Hebriden
Opal und Leland Jensen, Reunion
Maria Giocca, Sardinien
Abbas Kamil, Seychellen
Emma Rice und Herr und Frau Bagley, Sizilien
Greta Lamprill und Glad Parke, GesellschaftsInseln
Muhammad Mostafa, Spanisch-Sahara
Lillian Middlemast und Esther M. Evans, Inseln über dem Winde
Herr und Frau McKay, Herr und Frau Fleming und Fräulein Jenssen, Spanisch-Marokko

So bleiben nur zwei Gebiete in Europa, sechs in den amerikanischen Staaten, vierzehn in Afrika und zweiundzwanzig in Asien noch unerschlossen, abgesehen von den Republiken und Satellitenstaaten der Sowjet-Union. Möge das Eröffnungsjahr des zehnjährigen geistigen Kreuzzuges siegreich beendet und im Verlauf der Festlichkeiten am nächsten Ridván geziemend gefeiert werden durch Errichtung eines Ansatzpunktes für den Glauben in jedem der noch verbleibenden vierundvierzig Gebiete und möge dadurch das tatsächliche Erreichen des noch ausstehenden Teils des wichtigsten Zieles des Anfangsstadiums des Zehnjahresplanes gewährleistet werden.









+18 #32 7 Dezember 1953

BAHA'i WELTKREUZZUG IN SEINER WEITE
UNVERGLEICHLICH UND UNERREICHT IN SEINEN MÖGLICHKEITEN

Ich teile den Nationalen Geistigen Räten in Ost und West mit, daß der Bahá'í-Weltkreuzzug, der in seiner Weite unvergleichlich ist und unerreicht in seinen Möglichkeiten in den geistigen Annalen der Menschheit, der angekündigt wurde am Vorabend des Heiligen Jahres und förmlich eingeleitet auf dem Höhepunkt der Festlichkeiten zum Gedenken an die Jahrhundertfeier der Geburt der Sendung des Begründers des Glaubens, voranschreitet und mehr und mehr an Triebkraft gewinnt, sowohl gebietsmäßig wie auch bezüglich seiner Institutionen, und zwar auf jedem Kontinent der Erde wie auch auf den Hauptinseln des Pazifischen, des Atlantischen und des Indischen Ozeans, des Mittelländischen Meeres und der Nordsee.

Die Zahl der Hauptstaaten und der abhängigen Gebiete innerhalb des Bereiches einer gottgegebenen Ordnung beläuft sich nun auf 205. Nicht weniger als 77 Gebiete sind durch die Ritter Bahá'u'lláhs innerhalb eines starken halben Jahres gewonnen worden; das bedeutet zwei Drittel der Gesamtzahl der bisher noch unerschlossenen Gebiete außer den durch die Sowjets kontrollierten Republiken und den Satellitenstaaten, die notwendigerweise im Verlauf des gesamten Jahrzehnts erschlossen werden müssen. Jedes einzelne Gebiet, außer den oben erwähnten Republiken und Satellitenstaaten, ob Insel oder Festland, ist endgültig zugeteilt worden.

Von einem Soll von elf sind acht Fonds im Verlauf des selben Jahres gegründet worden, in denen sich nahezu 200 000 Dollar angesammelt haben, welche die Erwerbung von Land für die zukünftigen Mashriqu'l-Adhkár auf dem Karmel, in Kanada, Panama, Italien, Schweden, im Iraq, in Australien und in Indien ermöglichen.

Die Stunde ist günstig für alle Nationalen Räte, insbesondere den der Vereinigten Staaten, den britischen und den ägyptischen Rat, sich in gebührender Weise mit einzuschalten in die Eröffnung der restlichen drei Fonds, ehe das erste Jahr des Zehnjahresplanes sich seinenn Ende zuneigt, um damit den frühzeitigen Erwerb von Ländereien für die zukünftigen Mashriqu'l-Adhkár in Kairo, Kampala und Johannesburg zu sichern. Ich stifte 3000 Pfund als meine erste Gabe für diesen dreifachen, verdienstvollen Zweck.

Vom Deutschen Nationalen Geistigen Rat sind einleitende Maßnahmen ergriffen worden und in Tihrán sind Pläne eingeleitet worden für die Beschleunigung der Errichtung des dritten und vierten Mashriqu'l-Adhkár der Bahá'í-Welt im Herzen des europäischen und des asiatischen Kontinentes.

Ich rufe die einzelnen Gläubigen auf, ihre Beiträge für die nationalen Bahá'í-Körperschaften so weit als nur irgend möglich zu erhöhen, da diese zur Stunde aufgerufen sind, vereint der Entfaltung der Eröffnungsphase des Zehnjahresplanes einen Auftrieb zu verleihen; seine Erfüllung wird, so Gott will, den triumphalen Abschluß der einleitenden Epoche in der Entfaltung des großen Plans, den der Mittelpunkt des Bündnisses zur systematischen Verbreitung des Glaubens Seines Vaters gefaßt hat, zu sichern. Ich rate, alle Beiträge, ob einzelne oder gemeinsanne, an die ägyptischen, britischen Nationalen Räte oder an den der Vereinigten Staaten zu richten. Diese sind vorläufig verantwortlich für die schließliche Errichtung der Bahá'í-Häuser der Andacht im Norden, im Herzen und im Süden des afrikanischen Kontinentes.





+19 #33 7. Dezember 1953

INSTITUTION DER HÄNDE DER SACHE GOTTES DRITTE ERNENNUNG

Unterrichtet die Nationalen Geistigen Räte von der Erhebung von Jalál Kházih zum Rang einer Hand der Sache.





+20 #33 16. Dezenaber 1953

DAHINSCHWINDENDE SCHAR ALTER BÜNDNISBRECHER

Im Anschluß an die mit dramatischer Geschwindigkeit vor zwei Jahren einander folgenden Schicksalsschläge, die auf die Rädelsführer der rasch dahinschwindenden Schar alter Bündnisbrecher am Weltzentrum des Glaubens herniederfielen, hat Gottes rächende Hand während der vergangenen zwei Monate Avarih, Fareed und Falah in der Wiege des Glaubens, in Nordamrika und in der Türkei niedergestreckt, sie hatten über 30 Jahre lang in verschiedenem Grade ihren Unglauben gegenüber Abdu'l-Bahá an den Tag gelegt. Der erste der Obenerwähnten wird von der Nachwelt verdammt werden als der schamloseste, falscheste und unerbittlichste Abtrünnige in den Annalen des Glaubens. Er trachtete eifrig danach, durch unaufhörliche, zersetzende Angriffe in urkundlich festgelegten, umfangreichen Schriften und in enger Verbindung mit Abdu'1-Bahás traditionellen Feinden den Namen des Glaubens zu beschmutzen und die Grundlagen seiner Institutionen zu verdrehen.

Den zweiten wird die Geschichte als einen der Treulosesten unter den Verwandten der Erklärer des Mittelpunktes des Bündnisses kennzeichnen. Er hat, getrieben von hemmungsloser Eifersucht, Taten begangen, die dem geliebten Meister unbeschreibliche Qualen und Nöte bereitet haben und darin gipfelten, daß er mit Verletzern des Bündnisses von Bahá'u'lláh im Heiligen Land in offene Verbindung trat.

Des dritten wird man hauptsächlich gedenken wegen seiner Überheblichkeit, Hartnäckigkeit und seines unersättlichen Ehrgeizes, der ihn dazu führte, die geistigen und administrativen Vorschriften des Glaubens zu verletzen.

Alle drei aber haben, verblendet durch ihren Eigensinn, gegen Ende ihrer unrühmlichen Laufbahn die Früchte ihrer Widersätzlichkeit ernten und ihren eigenen Verlust ermessen müssen an dem Grade des Fortschritts und der Festigung der triumphierenden administrativen Ordnung, die so herrlich gefeiert wurde im Verlauf der Festlichkeiten des unlängst zu Ende gegangenen Heiligen Jahres.









+21 #34 10. Januar 1954

DOROTHY BAKER,
HAND DER SACHE GOTTES, BEREDTE LEHRMEISTERIN DER SACHE


Unsere Herzen sind bedrückt vom schmerzlichen, verfrühten Tod von Dorothy Baker, der hervorragenden Hand der Sache Gottes und beredten Lehrmeisterin der Sache, der unermüdlichen Stütze der Bahá‹í"Institutionen und mutigen Verfechterin ihrer Gebote. Die Verstorbene hat durch ihre außergewöhnlichen Dienste die Annalen des Geschichtsabschnittes bereichert, welcher zwischen dem Ende des Heroischen Zeitalters und dem Anfang des Gestaltenden Zeitalters der Bahá‹í"Offenbarung liegt.Ich bete in Ergriffenheit um den Fortschritt ihrer Seele im Königreich Abhás. Versichern Sie die Familie meiner zutiefst empfundenen Anteilnahme. Ihre wahrhaft edle Seele wird eine gnadenvolle Krönung erlangen. Ich anempfehle Ihrem Rat die Abhaltung einer Gedenkfeier im Tempel, welche der hohen Stellung der Verstorbenen und deren unvergängliche Dienste würdig ist. Ich erbitte dringend die Durchführung einer Beisetzungsfeier in Italien nach dem Bahá'í"Gesetzt.




+22 #35 8. Februar 1954

AUFRUF FÜR PIONIERE

Die neun Monate, die seit dem Beginn des geistigen weltumspannenden Kreuzzuges vergangen sind, sind Zeuge geworden der Eintragung von Rittern Bahá‹u‹lláhs in nahezu neunzig Gebieten dieser Erde, das bedeutet etwa drei Viertel der Gesamtzahl der Gebiete außerhalb der sowjetischen Einflußzone, die im Verlauf des ganzen Jahrzehnts erschlossen werden sollen; damit wächst die Liste der unabhängigen und abhängigen Staaten, die sich unter das Banner Seines Glaubens gestellt gaben, auf zweihundertunddreizehn an. Alle unabhängigen Staaten und Fürstentümer auf dem europäischen Kontinent, außer den Sowjet"Republiken und den Satelliten, sind erschlossen worden. Alle Gebiete in Nord", Mittel" und Südamerika, außer Labrador, sind erschlossen.Alle Gebiete auf dem asiatischen Kontinent außerhalb des russischen Bereiches sind erschlossen worden, außer Tibet und Bhutan. Alle Inseln im Mittelmeergebiet, alle Inseln in der Nordsee sind erschlossen worden, außer Spitzbergen. Alle afrikanischen selbständigen Staaten, Kolonien, Protektorate und Mandate, außer Togoland, Spanisch"Guinea, Betschuanaland, Swaziland, Gambia und Französisch"Kamerun, sind erschlossen worden. Alle Inseln im Süd" und Nordatlantik, außer St. Helena, St. Thomas, Anticosti und den Falkland"Inseln, sind erschlossen worden. Alle Inseln im Indischen Ozean außer Sokotra, den Kokos"Inseln, den Komoren, den Mentawei"Inseln, den Nikubaren, dem Tschagos"Archipel und den Kuria"Muria"Inseln sind erschlossen worden. Alle Inseln im Nord" und Süd"Pazific sind erschlossen worden, außerhalb den unter Sowjetkontrolle stehenden Gebieten, und außer den Galapagos, Gilbert" und Ellis"Inseln, den Admiralitäts" ,Freiheits" ,Marschallinseln, Brunei"und Portugiesisch Timor.Die himmlischen Heerscharen begrüßen mit Wonne die unerhörte Geschwindigkeit der durch die Bahá‹í"Pionierarbeit in den unerschlossenen Gebieten der Erde errungenen Siege. Dies ermutigt mich, an alle diesbezüglichen Nationalen Räte, wie auch an jeden einzelnen zukünftigen, für die oben erwähnten Gebiete bestimmten Pionier die dringende Bitte zu richten, mit allen ihnen zu Gebot stehenden Mitteln ihre Ankunft an ihren betreffenden Posten zu beschleunigen, bevor die rasch dahinschwindende Periode von drei Monaten dahin ist, die sie noch vom Ende des Eröffnungsjahres des so verheißungsvoll begonnenen Jahrzehntes trennt. Ich rufe fernerhin sämtliche Teilnehmer am Kreuzzug dazu auf, alles daran zu setzen, den Einzug weiterer Pioniere in genannte Gebiete zu gewährleisten und so die Aussichten ihrer Miteinbeziehung in den Bezirk des Glaubens zu vermehren, ehe das rasch herannahende Ridván"Fest gefeiert wird. Ich erbitte mit verdoppelter Hingabe ein noch reicheres Maß von Bahá‹u‹lláhs helfender Gnade, das die bereits gewährten, so sichtbaren Segnungen noch übersteigt, die Seinen ganz ergebenen, weithin verstreuten, vorwärts schreitenden Streitern seit Beginn des Zehnjahresplanes zuteil geworden sind.





+23 #36 19. März 1954

INSTITUTION DER HÄNDE DER SACHE GOTTES VIERTE ERNENNUNG

Ankündige alle Nationalen Geistigen Räten die Erhebung Paul Haneys in den Rang einer Hand der Sache Gottes.





+24 #36 21. März 1954

NAW RUZ BOTSCHAFT

Zu Naw-Rúz, dem bedeutsamen Beginn des zweiten Jahrzehntes des zweiten Bahá'í-Jahrhunderts, teile ich den Nationalen Geistigen Räten der Bahá'í-Welt mit, daß die folgenden Pioniere, die sich über einundzwanzig unerschlossene Gebiete verteilen, seit der vierten regelmäßigen Meldung in die Ehrenrolle eingetragen worden sind:

Ottilie Rhein, Mauritius
Olga hfills, Malta
Feter Lugayula, Aschanti-Protektorat
Virginia Breaks, Karolinen
Dr. Fozdar, Andartranen
Elly Becking, Holländisch-Neuguinea
Andrew und Nina Matthisen, Bahama-Inseln
Karl und Loretta Scherer, Macao
Gulnar Aftabi, Bahiyyih Rowhani, Kaykhosrow Dahmobadi, Diu-Inseln
Jean und Tove Deleuran, Charles Ioas, Balearen
Adib Baghdadi, Husayn Halabi, Hadhramaut
Kenneth und Roberta Christian, Ayneddin und Táhirih Alá'i, Joan Powis, Südrhodesien
Hormoz Zendeh, Marokko Internationale Zone
Howard und Jeanne Menking, Kapverdische Inseln
Elizabeth Bevan, Rhodos
Matthew Bullock, Holländisch-Westindien
Lilian Wyss, Samoa-Inseln
Dulcie Dive, Cook-Inseln
Stanley Bolton jr., Tonga-Inseln
Gretta Jankko, Marquesas-Inseln
Jean Sevin, Tuamotu-Archipel
Alvin und Gertrud Blum, Salomonen
Bemard Gurhke, Kodiak-Insel
John Leonard, Falkland-Inseln
Munir Vakil, Kuria- Muria-Inseln
John und Audrey Robarts, Betschuana-Land
Charles Dayton und Frau, David Schreiber, Inseln über dem Winde
Faiborz Roozbehyan, Gambia
Rahtrat und Iran Muhajer, Mentawei-Inseln
Gertrud Ankersmit, Friesische Inseln
Shamsi Navidi, Monaco
Roy und Elena Femie, Gilbert- und Ellice-Inseln
Qudrat'u'lláh Rowháni, Khodarahm Mojgani, Mahe.

Einundneunzig unerschlossene Gebiete sind seit Beginn des Kreuzzuges dem Glauben zugänglich gemacht worden. Die Gesamtzahl der Gebiete seines Bereichs ist nunmehr auf zweihundertundneunzehn angewachsen. Somit verbleiben noch an unerschlossenen Gebieten, abgesehen von den Sowjetrepubliken und den Satellitenstaaten, fünfundzwanzig.

Ich rufe die zukünftigen Pioniere auf, da sich nunmehr das Eröffnungsjahr des Zehnjahreskreuzzuges rasch seinem Ende nähert, sich schleunigst in die noch unerschlossenen Gebiete Zutritt zu verschaffen und dadurch noch zur Erhöhung der Feierlichkeiten des kommenden Ridván-Festes beizutragen, das denkwürdig geworden ist durch die raschen, herrlichen Siege, die auf dem Felde des Pionierens errungen wurden, und die in den vergangenen elf Jahrzehnten der Bahá'í-Geschichte nicht übertroffen worden waren.





+25 #37 29. März 1954

VERLUST MARION JACK - EIN LEUCHTENDES BEISPIEL FÜR ALLE PIONIERE

Ich betraure den Verlust einer unsterblichen Heldin, Marion Jack, die von Abdu'l-Bahá innig geliebt und tief verehrt worden war, die den Pionieren heutiger und künftiger Geschlechter in Ost und West ein leuchtendes Beispiel gab, in ihrer Standhaftigkeit, Hingabe, Selbstverleugnung und Furchtlosigkeit von niemandem übertroffen, ausgenommen von der unvergleichlichen Martha Root.

Ihre unablässige, hochverdiente Tätigkeit im Laufe nahezu eines halben Jahrhunderts, in Nordamerika wie in Südosteuropa, die ihren Gipfelpunkt im schwärzesten, gefährlichsten Abschnitt des Zweiten Weltkrieges erreichte, ergoß unvergänglichen Glanz über die zeitgenössische Bahá'í-Geschichte. Ihre triumphierende Seele ist nunmehr im Königreich Abhá vereint mit der erlauchten Schar von Mitarbeitern wie Martha Root, Lua Getsinger, May Maxwell, Hyde Dunn, Susan Moody, Keith Ransom-Kehler, Ella Baily und Dorothy Baker, deren sterbliche überreste, so weit über den Erdball verstreut wie Honolulu, Kairo, Buenos Aires, Sydney, Teheran, Isfahan, Tripolis und die Tiefen des Mittelländischen Meeres, die Erhabenheit der Pionierdienste bezeugen, welche die nordamerikanische Bahá'í-Gemeinde im Apostolischen und im Gestaltenden Zeitalter der Bahá'í-Sendung geleistet hat.

Ich empfehle Ihnen, im Zusammenwirken mit dem kanadischen Nationalen Rat und dem Europäischen Lehrausschuß eine würdige Gedenkversammlung im Mashriqu'l-Adhkár anzuberaumen. Ich bin geneigt, zusanumen mit den Nationalen Geistigen Räten von USA und Kanada die Auslagen für ein würdiges Denkmal zu tragen, das, sobald es die Umstände erlauben, auf ihrem Grabe errichtet werden sollte und das dazu bestimmt ist, ewigen Segen einem Lande¹ zu verleihen, das schon zuvor durch seine enge Nachbarschaft zu der heiligen Stadt, in der der Glaube Bahá'u'lláhs verkündet wurde², geehrt worden ist.

Teilen Sie diese Botschaft allen Nationalen Geistigen Räten mit.

¹ Bulgarien ² Adrianopel = Edirne





+26 #38 5. April 1954

ENTFALTUNG DER INSTITUTION DER HÄNDE - HILFSÄMTER

Ich begrüße in den Anfangsjahren des zweiten Abschnittes des Gestaltenden Zeitalters der Bahá'í-Sendung die immer deutlichere Entfaltung der erhabenen Institutionen, die von dem Gründer des Glaubens vorausentworfen, im Testament des Mittelpunktes Seines Bündnisses förmlich begründet und durch die Vorkehrungen eben dieser Willensäußerung mit der Einrichtung der Hüterschaft eng verbunden und dazu bestimmt ist, wenn die Zeit reif geworden, unter der Ägide des Hüters die zwiefache, geheiligte Verantwortung für die Beschützung und die Verbreitung der Sache Bahá'u'lláhs auf sich zu nehmen.

Ich möchte warmen Tribut der Anerkennung den Diensten zollen, die einzeln und gruppenweise von den ernannten Händen im Weltzentrum des Glaubens und in Gebieten jenseits dessen Grenzen geleistet worden sind. Hoch schätze ich ihre Hilfe bei der Errichtung des Grabmals des Báb auf dem Berge Karmel, bei der Festigung der Bande, die uns mit dem neu errichteten Staat Israel verknüpfen, bei der Ausdehnung der Internationalen Besitzungen im Heiligen Lande, bei der Hinleitung der ersten Maßnahmen zur Errichtung des Verwaltungszentrums der Bahá'í-Welt, sowie auch ihre Teilnahme an den vier aufeinanderfolgenden Interkontinentalen Lehrkonferenzen und ihre ausgedehnten Reisen in afrikanischen Gebieten, in Nord-, Mittel- und Südamerika und auf dem europäischen, dem asiatischen und dem australischen Kontinent.

Diese erst neuerdings gebildete Körperschaft, die ihre Mission unter so verheißungsvollen Umständen antrat, ist jetzt im Begriff, in die zweite Phase ihrer Entwicklung einzutreten, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sie die Verbindung zu den Nationalen Geistigen Räten der Bahá'í-Welt festigt zu dem Zwecke, ihnen im Erreichen der Ziele des Zehnjahresplanes Beistand zu leisten. Die Stunde ist reif für die fünfzehn Hände, die außerhalb des Heiligen Landes wohnen, während der Ridván-Zeit, in jedem Erdteil besonders, aus den in dem betreffenden Erdteil wohnenden Bahá'í die Emennung der Hilfsämter vorzunehmen, deren Mitglieder als Bevollmächtigte, Helfer und Berater der Hände tätig sind und in wachsendem Maße zur Förderung all dessen, was dem Zehnjahreskreuzzug dient, ihre Hilfe beisteuern müssen.

Ich rate den Händen des asiatischen, amerikanischen und europäischen Festlandes an, entsprechend in Teheran, Wilmette und Frankfurt zusammenzukommen zum Zwecke der Beratung und Ernennung. Die Hände der Sache auf dem afrikanischen und australischen Festland müssen ihres Amtes dementsprechend in Kampala und Sydney walten.

Die Hilfsämter des armerikanischen, europäischen und afrikanischen Festlandes müssen jedes aus neun Mitgliedern bestehen, die des asiatischen und australischen Festlandes aus sieben beziehungsweise zwei Mitgliedern.

Die Zuweisung von Gebieten auf jedem Kontinent an die Mitglieder der Hilfsämter sowie auch alles, was die Entfaltung der Tätigkeiten der neuernannten Körperschaften unterstützt, ist, wie auch die Art der Zusammenarbeit mit den Nationalen Geistigen Räten in ihren betreffenden Kontinenten, dem Ermessen der Hände überlassen. Alle Ämter müssen den Händen, die mit ihrer Ernennung beauftragt sind, Bericht erstatten und sind ihnen verantwortlich.

Die Hände eines jeden Kontinentes müssen ihrerseits engen Kontakt mit den Nationalen Geistigen Räten ihres betreffenden Kontinentes halten und ihnen das Ergebnis der Ernennungen und den Fortschritt der Tätigkeiten der Ämter berichten.

Ich lege dringend die Gründung von fünf kontinentalen Bahá'í-Fonds ans Herz, welche mit ihrer Weiterentwicklung in wachsendem Maße die Erledigung der den Ämtem zugewiesenen Funktionen erleichtern werden.

Ich überweise 5000 Pfund als meinen ersten Beitrag, der in gleichen Teilen den fünf Kontinenten zugewiesen werden soll.

Ich appelliere an die zwölf Nationalen Geistigen Räte und an alle einzelnen Bahá'í, durch jährliche Zuweisungen im Rahmen der nationalen Budgets und durch einzelne Beiträge die stetige Vermehrung der Fonds zu gewährleisten. Ich rate, die Beiträge an Várqá, Holley, Giachery, Bánáni und Dunn zu überweisen, die entsprechend als Treuhänder des asiatischen, amerikanischen, europäischen, afrikanischen und australischen Fonds walten.

Ich erflehe an der Heiligen Schwelle Segnungen von einem nie gekannten Ausmaß über dieses lebenswichtige und unentbehrliche Organ der noch keimhaften, stetig sich weiter entfaltenden Bahá'í-Verwaltungsordnung, welche das Erstehen der Weltordnung Bahá'u'lláhs ankündigt, die den Weg zur Errichtung des Bahá'í-Weltgemeinwesens bahnen muß, die dazu bestimmt ist, im Laufe der aufeinanderfolgenden Sendungen in den fünftausend Jahrhunderten des Bahá'í-Zyklus ihre Reife zu erreichen.





+27 #39 April 1954

UNTER GÖTTLICHER FÜHRUNG MAJESTÄTISCH SICH AUSBREITENDER GLAUBE

Am Vorabend des diesjährigen Ridvánfestes, das die Eröffnung des zweiten Jahrzehntes des zweiten Bahá'í-Jahrhunderts kennzeichnet und mit dem Abschluß des ersten Jahres des Geistigen Weltkreuzzuges zusammenfällt, begrüße ich mit Gefühlen der Freude und der Bewunderung die herrlichen Taten der heldenhaften Ritterschaft des Herrn der Heerscharen in der Durchführung ihrer erhabenen Mission der geistigen Eroberung des Planeten. Die ersten zwölf Monate dieses Unternehmens, das ein Jahrzehnt lang währt und beispiellos ist an Umfang, Bedeutung und Möglichkeiten in der Geistesgeschichte der Welt und gleichzeitig mit dem Höhepunkt der weltumspannenden Festlichkeiten des denkwürdigen Heiligen Jahres auf dem amerikanischen, europäischen, afrikanischen, asiatischen und australischen Festland eröffnet worden ist, durften das Hissen des Banners des Glaubens Bahá'u'lláhs in nicht weniger als 100 unerschlossenen Gebieten des Erdballs bezeugen. Die Gesamtzahl der neuerdings erschlossenen souveränen Staaten und abhängigen Gebiete, also die weithin über die Erdoberfläche verstreuten Fürstentümmer, Sultanate, Emmirate, Scheichtümer, Protektorate, Mandata und Kronkolonien miteingerechnet, stellt nunmehr, mit Ausnahme der Sowjetrepubliken und Satellitenstaaten, fast 7/8 all der Gebiete dar, die imm Verlaufe des ganzen Jahrzehntes erschlossen werden sollen. Die Nordgrenzen eines unter göttlicher Führung rasch voranschreitenden, majestätisch sich ausbreitenden Glaubens sind, dank dem erstaunlichen, kürzlich durch den Vortrupp der Kreuzfahrer Bahá'u'lláhs errungenen Erfolg, über den Polarkreis hinaus bis zur arktischen Franklin-Bai auf demm 73. Breitegrad vorgetragen worden. Seine südlichen Grenzen haben nunmehr die Falkland-Inseln unweit der Magellan-Straße und damit die südlichste Stadt der Erde erreicht. Andere weitabgelegene Außenposten sind in so entfernten Plätzen errichtet worden wie Sikkim am Fuße des Himalaja, auf den Lofoten im Herzen Nordeuropas, im Fezzan am Nordrand der Wüste Sahara, auf den Andamanen und Seyschellen, den Strafkolonien im Indischen Ozean, in den drei Guayana und den Leprakolonien an der atlantischen Küste, auf den Faroer- und Shetland-Inseln, den sturmgepeitschten, ungastlichen Inselgruppen in der Nordsee, in Hadramaut an den sonnendurchglühten Gestaden der arabischen Halbinsel, auf dem verlassen mitten im südlichen Atlantischen Ozean gelegenen St.Helena und auf den Gilbert-Inseln, den vom Kriege verwüsteten, spärlich besiedelten Atollen inmitten des Pazifischen Ozeans.

Der junge Gottesglaube war in den ersten neun Jahren seines Daseins auf sein Geburtsland und das Nachbargebiet des Iraq begrenzt gewesen, hat im Laufe der 39 Jahre des Wirkens Bahá'u'lláhs 13 weitere Länder erreicht, hatte sich während der 29 Jahre des Waltens Abdu'l-Bahás durch Eröffnung von zusätzlich 20 Ländem ausgedehnt und nunmehr, nach Ablauf von drei Vierteln eines Jahrhunderts, 35 Länder der östlichen und westlichen Halbkugel in seinen Bereich eingeschlossen.

Das folgende Jahrhundert, das den ersten Abschnitt des Gestaltenden Zeitalters der Bahá'í-Sendung darstellt, konnte das Hissen des Banners des Glaubens in über 40 Gebieten des Erdballs bezeugen, wodurch die Zahl der in seinen Bereich fallenden Länder am Vorabend der Hundertjahresfeiern zur Erklärung der Sendung des Báb auf 78 anstieg. Der neunjährige Zeitraum, der das erste von dem zweiten Bahá'í-Jubiläumin trennt, war durch die geistige Eroberung von nicht weniger als 50 Ländem des Erdballs gekennzeichnet, wogegen nunmehr das erste Jahr des Zehnjahresplanes durch die Erschließung von 100 Ländern unsterblich geworden ist; dadurch hat sich die Zahl der unter das Banner der Sache Gottes eingereihten souveränen Staaten und abhängigen Gebiete auf 228 erhöht. Alle Gebiete in Nord-, Mittel- und Südamerika, alle souveränen Staaten und Fürstentümer auf dem europäischen Kontinent mit Ausnahme der Russischen Republiken und ihrer Satelliten, alle Gebiete auf dem asiatischen Festland mit Ausnahme von Tibet, Bhutan und den Sowjetrepubliken, alle Inseln im Mittelländischen Meer, alle Inseln in der Nordsee mit Ausnahme von Spitzbergen, alle afrikanischen Gebiete mit Ausnahmine von Spanisch-Guinea, alle Inseln des nördlichen und südlichen Atlantischen Ozeans, ausgenommen Anticosti und St.Thomas, alle Inseln des Indischen und des Pazifischen Ozeans, ausgenommen die Komoren, Kokos-Inseln, Nikobaren, Hainan, Portugiesisch-Timor, die Tschagos-Inseln, Loyalitäts-Inseln, Marshall-Inseln, Admiralitäts-Inseln und Marianen, sind jetzt in den Kreis einer unwiderstehlich sich entfaltenden, schnell sich befestigenden, weltumspannenden admministrativen Ordnung eingeschlossen.

Die Zahl der Sprachen in Europa, Afrika, Asien und unter den Indianern Amerikas, einschließlich sieben Zweigsprachen, in welche Bahá'í-Schriften übersetzt wurden oder zur Zeit noch übersetzt werden, hat 42 überschritten, dadurch ist deren Gesamtzahl an übersetzungen seit Beginn der Geschichte des Glaubens auf 130 gestiegen.

Der afrikanische Feldzug, der den glänzenden Erfolg des in Lateinamerika begonnenen Unternehmens überstrahlt und den Glanz der auf dem europäischen Festland in den letzten Jahren errungenen Siege und aller früheren gemeinsamen Pionierarbeiten auf dem asiatischen und australischen Kontinent in den Schatten gestellt hat, hat im Verlaufe eines einzigen Jahres die Zahl der seit Einführung des Glaubens in jenem Festlande vor über 80 Jahren erschlossenen Gebiete fast verdoppelt. Die Gesammtzahl der zum Glauben bekehrten Angehörigen der afrikanischen Rasse hat die 600 überschritten. Die Gesamtzahl der afri kanischen Bahá'í-Zentren ist nunmehr auf über 190 gestiegen. Die Gesamtzahl der dem Boden jenes Kontinentes entsprungenen Eingeborenenstämme, die jetzt in dem Glauben vertreten sind, beträgt nunmehr 60.

Ein einziges Gebiet aus der Zahl der 45 schon dem Glauben im afrikanischen Kontinent erschlossenen Gebiete, das inmitten in dessen Herzen liegt und vor wenig mehr als zwei Jahren keinen einzigen Bahá'í besaß, kann jetzt stolz sein auf über 500 farbige Bekehrte, die an mehr als 80 Plätzen wohnen, aus 30 Stämmen kommen und durch 13 örtliche Räte betreut werden, und es kann der baldigen Errichtung von etwa zehn weiteren Räten entgegensehen. Eben dieses Gebiet hat sich außerdem vor der ganzen Bahá'í-Welt dadurch ausgezeichnet, daß es neun Mitglieder aus seiner Muttergemeinde zum Pionieren in Nachbarzentren sowie auch in Gebiete an der Ost- und Westküste des afrikanischen Festlandes entsandt hat. Eine Anzahl der jüngst gewonnenen Gläubigen in einem dieser Gebiete hat es zudem vermmocht, die treue Zuneigung mancher Glieder ihrer Rasse zu gewinnen und hat ihrerseits nicht weniger als drei Nachbargebiete dieses Kontinentes erschließen können.

Mit nicht weniger als 22 Indianerstämmen Amerikas konnten Beziehungen angeknüpft werden, wodurch die Gesamtzahl der Stäme auf der westlichen Halbkugel, die in Kontakt mit uns stehen, auf 34 gestiegen ist. Die ersten Grönländer, die ersten Pygmäen, die ersten Berber, die ersten Fidschi-Insulaner sind als Bahá'í eingetragen worden, wodurch sich die Zahl der Rassen, die in der Bahá'í-Weltgemeinde vertreten sind, auf 35 erhöht hat.

Das Eröffnungsjahr dieses geistigen Weltkreuzzuges hat außerdem an Bedeutung gewonnen durch die Einberufung der Interkontinentalen Lehrkonferenzen, zuerst in Stockholm und später dann in Neu-Delhi, die zusammen mmit den beiden vorangegangenen, im ersten Teil des Heiligen Jahres in Kampala und Wilmette abgehaltenen Konferenzen insgesamt über 3400 Anhänger des Glaubens aus mehr als 80 Ländem der östlichen und westlichen Erdhälfte versammelt haben, welche die Hauptrassen der Menschheit darstellen.

Innerhalb der Grenzen des Heiligen Landes, "des Herzens der Welt und der Qiblih aller Nationen", folgte auf die zu Naw-Rúz des Heiligen Jahres begonnene Errichtung der ersten Grundsteine des Kronenschmucks der Kuppel des Grabmals des Báb Schritt um Schritt in der Ridvánzeit das Anbringen der ersten der 12 000 vergoldeten Ziegel, die dazu bestimmt waren, die 250 qm der Kuppel zu bedecken, und das Aufsetzen des steinernen Spitzentürmchens, das die Vollendung des dreiviertel Millionen Dollar kostenden Unternehmens kennzeichnete und mit der abschließenden Periode des mit dem 100. Jahrestag der Geburt der Sendung Bahá'u'lláhs verknüpften Jahres zusammenfiel. Das Grundstück für den ersten Mashriqu'l-Adhkár des Heiligen Landes ist ausgewählt worden - ein Gelände von annähemd 20 000 qm, auf dem Gipfel des Berges Gottes gelegen, in nächster Nähe des Platzes, der durch Bahá'u'lláhs Fußspuren geheiligt ist, unweit der altehrwürdigen Höhle des Elias und verknüpft mit der Offenbarung des "Tablets vom Karmel", der Urkunde der geistigen und administrativen Weltzentren des Glaubens auf diesem Berge. Ein Fonds von insgesamt 100 000 Dollar ist außerdem von einer der im Heiligen Lande wohnenden Hände der Sache gestiftet worden und Verhandlungen sind mit den israelischen Behörden angeknüpft worden, die auf den sofortigen Ankauf des ausgewählten Grundstückes hinzielen. Ferner wurden Maßnahmen erlassen und kontinentale Bahá'í-Fonds begründet in der Voraussicht auf die bevorstehende Ernennung von fünf Hilfsämtern, jeweils eines in jedem der Kontinente des Erdballs, durch die 15 außerhalb des Heiligen Landes wohnenden Hände. Die Mitglieder dieser Hilfsämter werden als Beauftragte der Hände in den betreffenden Kontinenten tätig sein und die Hände in der wirksamen Durchführung des Zehnjahresplanes unterstützen und beraten und ihnen späterhin in der Durchführung ihrer doppelten, geheiligten Aufgabe, nämlich den Glauben zu schützen und seine Lehrtätigkeit zu fördern, helfen. Die internationalen Bahá'í-Stiftungen, die im Herzen des Berges Karmel und in der Ebene von Akka liegen und sich schon über einen Bereich von über 350 000 qm ausdehnen, sind noch erweitert worden durch den Erwerb von Besitzungen, die auf die Ruhestätten des Größten Heiligen Blattes und des Reinsten Zweiges herabblicken; sie werden, wenn sie den Plätzen auf dem Rücken des Berges Karmel, auf dessen westlichem Ausläufer und in der nächsten Nachbarschaft des in seinem Herzen erbauten Schreines hinzugefügt werden - für deren Erwerb sind Verhandlungen eingeleitet worden - einen Zuwachs von über 30 000 qm für den weiteren Bereich der Bahá'í-Güter, der den Schreinen des Gründers des Glaubens und Seines Heroldes für immer geweiht ist, bilden. Die Verschönerung des Haram-i-Aqdas, des äußeren Heiligtums am Grabmal Bahá'u'lláhs, die schon im Laufe des Heiligen Jahres, das des Jahrhunderts seit der Geburt Seiner prophetischen Sendung gedachte, vollendet war, ist sehr gesteigert worden durch die Anlage formschöner Gärten sowohl auf der nördlichen wie auch der südlichen Seite, die sich über eine Fläche von 10 000 qm ausdehnen, einem würdigen Zugang zu Seinem Anwesen dienen und die Fläche, die sich vor Seinenn heiligen Grabmal ausdehnt, erheblich erweitern. Der Entwurf für das internationale Bahá'í-Archiv, das erste der stattlichen Bauwerke, bestimmt, die Errichtung des Weltverwaltungszentrums des Glaubens auf dem Berge Karmel einzuleiten - die Arche, auf die sich Bahá'u'lláh im Endabschnitt Seines "Tablets vom Karmel" bezieht - ist fertiggestellt und die Pläne und Zeichnungen sind nach Italien weitergeleitet worden, um Angebote für seine Errichtung unmittelbar nach Abschluß der nötigen vorbereitenden Schritte, die im Heiligen Lande für seinen bevorstehenden Bau getan wurden, zu gewährleisten. Die Israel-Zweige des britischen, persischen, kanadischen und australischen Nationalen Geistigen Rates sind gesetzlich begründet, von den israelischen Zivilbehörden als religiöse Gesellschaften förmlich anerkannt und ermächtigt, ohne Einschränkungen den Rechtstitel über Immobilien in jedem beliebigen Teil des Landes im Auftrag ihres Mutterrates zu führen. Beziehungen wurden außerdem angeknüpft zu dem Staatspräsidenten Israels, zu seinem Ministerpräsidenten und zu fünf anderen Kabinettsministern sowie auch zum Präsidenten des Knesset¹; sie gipfelten in der Einrichtung einer besonderen Bahá'í-Abteilung im Religionsministerium und in einer offiziellen Klarstellung durch den Chef dieses Ministeriums vor dem Parlament, worin er den internationalen Bereich des Glaubens und die Bedeutung seines Weltzentrums betonte - dies alles ist eine Reihe von Ereignissen, die den Weg für den während der ersten Tage der Ridvánzeit bevorstehenden offiziellen Besuch des Staatspräsidenten von Israel selbst am Grabmal des Báb auf dem Berge Karmel geebnet haben.

¹ das Parlament Israels


Das Gelände des Siyáh-Chál, jenes pestverseuchten unterirdischen Loches, der Szene der Geburt der prophetischen Sendung Bahá'u'lláhs und der heiligsten Stätte in der Hauptstadt Seines Geburtslandes, ist soeben gekauft worden, damit zugleich auch umliegendes Gelände, was eine Ausgabe von annähernd 400 000 Dollar bedeutet, die von einem persischen Bekenner des Glaubens gespendet worden sind. Verhandlungen wurden eingeleitet für den Erwerb des Geländes der Kerkerhaft des Báb in den Bergen von Adhhirbayján. Den Bahá'í-Frauen, die in der Wiege des Glaubens wohnen, sind volle Rechte gewährt worden, an der Mitgliedschaft sowohl im Nationalen Rat wie auch in den örtlichen Geistigen Räten der Bahá'í teilzuhaben, - wodurch das letzte noch verbliebene Hindernis beseitigt wurde, das dem Genuß der völligen Rechtsgleichheit bei der Handhabung der administrativen Angelegenheiten der persischen Bahá'í-Gemeinde entgegenstand.

Elf Terripelfonds, zusammen ein Betrag von beinahe 1/4 Million Dollar, sind für den Ankauf von Land für künftige Bahá'í-Tempel in der westlichen Erdhälfte und auf dem europäischen, afrikanischen, asiatischen und australischen Kontinent gegründet worden. Dem folgte der Ankauf eines Platzes von vier Acres, der einen ausgedehnten Blick auf den Pazifischen Ozean und den größeren Teil Groß-Sydneys gewährt, und die Auswahl von passendem Gelände außerhalb der Städte Frankfurt und Panama.

Die Einrichtungen nationaler Haziratu'l-Quds im Osten und Westen, die schätzungsweise einen Wert von 1 1/2 Millionen Dollar erreichen, sind vermehrt worden durch den Kauf und die formelle Eröffnung des Haziratu'l-Quds der Bahá'í in Paris, der dazu ausersehen ist, sich zum nationalein administrativen Hauptquartier der französischen Bahá'í-Gemeinde zu entwickeln, und durch die Begründung von Fonds für nationale Haziratu'l-Quds in Anchorage, Alaska, sowie auch in den Hauptstädten Italiens und der Schweiz.

Der erste Abschnitt der Landschaftsgestaltung in dem Gelände um den Muttertempel des Westens ist vollendet worden, was einen Aufwand von über 250 000 Dollar bedeutet; ihm folgte die Anweisung von 22O 000 Dollar durch den Nationalen Geistigen Rat in USA für die Vollendung des gesamten Projektes. Die Art des ersten Nebengebäudes am Mashriqu'l-Adhkár in Wilmette ist durch die Mitglieder eben dieses Rates endgültig bestimmt worden; seine baldige Errichtung im Vorgelände des Muttertempels des Westens ist vorgesehen. Die örtlichen Geistigen Räte von San Diego, Sacramento und Fresno in Kalifornien, von Tucson in Arizona und von Oak Park in Illinois sind gesetzlich eingetragen worden; damit erhöht sich die Zahl der eingetragenen nationalen und örtlichen Bahá'í-Räte in den Vereinigten Staaten von Amerika und in der ganzen Bahá'í-Welt auf 63 beziehungsweise 170. Nationale Bahá'í-Stiftungen sind in Anchorage, Alaska, gegründet worden. Die Bahá'í-Räte von Tucson, Arizona, und von Sacramento, Kalifornien, sind ermächtigt worden, rechtsgültige Eheschließungen durchzuführen. Bahá'í-Feiertage sind anerkannt worden in Los Angeles, Kalifornien, und in Castro Valley, Kalifornien, im Stadtkreis Niles, Michigan, in Seattle, Washington, in Newton, Massachusetts, im Landkreis Prince George, Maryland, in Gleveland, Ohio, in Kenosha, Wisconsin und in Maywood, Illinois.

Die geistige Eroberung von 100 Gebieten der Erde; das stetige Wachstum der keimhaften Weltordnung des Glaubens und die Vervielfachung und Festigung seiner Einrichtungen haben im Verlaufe des Eröffnungsjahres dieses geistigen Weltkreuzzuges ihr Gegenstück in dem nicht weniger aufsehenerregenden Absinken der Verhältnisse der Feinde des Glaubens. Dies ist klar geworden dadurch, wie die Hand der Vorsehung dessen Erzfeind in Persien beseitigt hat, der 30 Jahre lang den Begründer und den Hauptverbreiter des Glaubens wütend angegriffen und unermüdlich Pläne geschmiedet hat, dessen Licht auszulöschen, dessen Namren zu schänden und dessen Einrichtungen zu zertrümmern, und ebenso durch den Tod zweier anderer, die in verschiedenen Graden ihre Undankbarkeit und Untreue dem Mittelpunkt des Bündnisses Bahá'u'lláhs gegenüber bewiesen.

Die Eröffnungsphase dieses gigantischen, von göttlichen Kräften angetriebenen, die Welt umschließenden Kreuzzuges ist triumphierend abgeschlossen worden. Der Erfolg, der das Anfangsstadium in seiner Entfaltung krönt, hat unsere schönsten Erwartungen übertroffen. Das lebenswichtigste und eindruckvollste Ziel des Zehnjahresplanes ist vor dem Ende des ersten Jahres dieses zehnjährigen, erstaunlichen Unternehmens tatsächlich erreicht worden. Die zweite Phase, die nunmehr so günstig eingeleitet ist, muß in allen Gebieten des Planeten, seien sie erschlossen oder nicht, Zeuge eines Aufblühens von Tätigkeiten sein, die an Ausdehnung und Spannkraft die Taten, welche die Grenzen der Sache Gottes so großartig erweitert und ihren Ruf so weithin verkündet haben, noch übertreffen.

Die tatkräftige und systematische Durchführung der über alles wichtigen Lehrarbeit, sowohl in der Heimat wie in der Ferne, die dazu bestimmt ist, die Zahl der anerkannten, aktiven Träger des Glaubens rasch zu erhöhen, die unbedingte Erhaltung des in den ausgedehnten, zahlreichen neuerschlossenen Gebieten der Erde Erreichten, das Behaupten des jetzigen Status der in der Bahá'í-Welt bis heute gegründeten örtlichen Geistigen Räte mit allen verfügbaren Mitteln, die stetige Vervielfachung der einzelnen Zentren, Gruppen und örtlichen Räte zu dem Zwecke, die Aufrichtung der nicht weniger als 48 Nationalen Geistigen Räte in der östlichen und westlichen Erdhälfte zu beschleunigen, der schnelle Abschluß der Verhandlungen zum Ankauf von Grundstücken für die künftigen Bahá'í-Zentren auf dem amerikanischen, europäischen, asiatischen und afrikanischen Kontinent, die Gründung von Fonds zur Errichtung nationaler Haziratu'l-Quds in den Hauptstädten der souveränen Staaten und in den wichtigsten Städten der im Plan besonders erwähnten abhängigen Gebiete, die beschleunigte Erfüllung der in Angriff genommenen Aufgabe, Bahá'í-Schriften in die im gleichen Plan den verschiedenen Nationalen Geistigen Räten zugewiesenen Sprachen zu übersetzen und zu veröffentlichen, der weitergehende Erwerb von heiligen Bahá'í-Stätten im Geburtsland Bahá'u'lláhs, das Aufgreifen von vorbereitender Maßnahmen zur Errichtung der Mashriqu'l-Ad,hkárs von Teheran und Frankfurt, die Errichtung des ersten Nebengebäudes des Mashriqu'l-Adhkárs in Wilmette, die Einweihung von Bahá'í-Stiftungen, die dazu bestimmt sind, den Weg zur Bildung der Nationalen Geistigen Räte zu bahnen, ein frischer Anlauf zur gesetzlichen Eintragung örtlicher Geistiger Räte, die Errichtung von Bahá'í-Veröffentlichungsunternehmen - dies sind die hervorstechenden Hauptziele des Zeitabschnittes, der sich jetzt vor den Augen der Bahá'í-Gemeinden in den fünf Kontinenten des Erdballs entfaltet.

Ich richte meine heiße Bitte an alle auf den zwölf Bahá'í-Jahrestagungen versammelten Abgeordneten, diese Ziele in ihren Herzen zu bedenken, sich aufs neue den Aufgaben zu weihen, die heute den Geist und die vereinigten Hilfsmittel der ganzen Körperschaft der Anhänger des Glaubens erfordern, alle die Gemeinden, die sie vertreten, zu ermuntern, einen würdigen Anteil an der gemeinsamen, gigantischen Anstrengung auf sich zu nehmen, die unbedingt zur Erreichung der genannten Ziele gemacht werden muß, und damit den ununterbrochenen Fortschritt und die schließliche Vollendung des edelsten gemeinsamen Unternehmens zu gewährleisten, das je von den Anhängern des Größten Namens zur Verbreitung und Begründung Seines Glaubens über die ganze Oberfläche des Planeten hin unternommen worden ist.





+28 #44 Mai 1954

STEIGERUNG DER BEMÜHUNGEN ZUR ERREICHUNG DER ZIELE

Begrüße erneute Hingabe der Abgeordneten. Dränge auf Steigerung der Bemühungen zur Erreichung der Ziele. Liebendes Gedenken an den Schreinen.





+29 #45 4. Mai 1954

FROHE BOTSCHAFTEN

Am Morgen nach dem Abschluß der Ridván-Zeit teile ich den Nationalen Geistigen Räten der Bahá'í-Welt weitere frohe Botschaften mit, welche die vor zwei Wochen an die Abgeordneten der Nationaltagungen in Ost und West gerichtete Botschaft ergänzen.

Zwei Parzellen von sechs Morgen und fünf Morgen Land sind in Kampala und in Panama Stadt als Geländestücke für die zukünftigen Tempel im Herzen des afrikanischen Kontinentes und Mittelamerikas gekauft worden.

Die ersten, historischen afrikanischen Geistigen Räte sind in Johannesburg, Brazzaville, Victoria, Topremang, Casablanca, Tanger, Algier, Tripolis und Bukora gebildet worden. Allein in Uganda sind elf zusätzliche Räte gegründet und über 380 weitere Bekehrte in die Listen eingetragen worden, wodurch die Gesamtzahl der weißen und Neger-Gläubigen sich auf über 670 erhöht. Die Zahl der Orte, wo Bahá'í wohnen, beträgt auf der arabischen Halbinsel nunmehr über 15, in Ägypten und dem Sudan über 40, auf den Britischen Inseln über 50, in Australien über 60, in den zehn europäischen Zielländern über 70 in Deutschland und Österreich über 70, in Uganda über 80, in Kanada über 100, in Lateinamerika über 110, auf dem indischen Festlandteil und in Burma über 130, auf dem afrikanischen Kontinent über 190, in Persien über 600 und in den Vereinigten Staaten über 1200, womit die Zahl der über die Erdoberfläche verbreiteten Bahá'í-Orte auf nahezu 2900 ansteigt.

Weitere Fonds für nationale Haziratu'l-Quds sind in zehn Ländem Mittelamerikas gegründet worden.

Die Zahl der für die Blinden in Braille in Englisch, Esperanto, Deutsch und Japanisch übertragenen Bahá'í-Bücher und -Schriften beträgt jetzt insgesamt mehr als 110.

Der Präsident des Staates Israel hat, wie vorgesehen, in Begleitung von Frau Ben Zvi die Schreine am Berge Karmel besucht. Darauf folgte ein Empfang ihnen zu Ehren im Hause von Abdu'l-Bahá. Dies bedeutet den ersten offiziellen Besuch durch das Haupt eines souveränen, unabhängigen Staates an den Gräbem des Märtyrerpropheten des Glaubens und des Mittelpunktes des Bündnisses Bahá'u'lláhs.

Folgende Pioniere sind seit der fünften regelnmäßigen Bekanntgabe weiterhin in die Ehrenrolle eingetragen worden:

Bruce Matthews, Howard Gilliland - Labrador
Olivia Kelsey und Florence Ullrich - Monaco
Joan Powis - Süd-Rhodesien
Sohrab Payman - Baranof-Inseln
Benedikt Eballa - Aschanti-Protektorat
Martin Manga - Nordterritorien des Aschanti-Protektorats
Gayle Woolson, - Galapagos-Inseln
Bula Stewart und John Allen und Frau - Swaziland
Charles Duncan, Harry Clark, John Fozdar - Brunei
David Tanyi - Französisch-Togo
Edward Tabe, Albert Buapiah - Britisch-Togo
Kay Zinky - Magdalenen-Inseln
John und Margery Kellberg - Holländisch-Westindien
Robert Powers jun, und Cynthia Olsen - Marianen
Habib Esfahani - Französisch-Westafrika

Die Ehrenrolle wird nun, nach Ablauf eines Jahres seit dem Beginn des Weltkreuzzuges, abgeschlossen; nicht davon betroffen sind Pioniere, die schon an ihren Bestimmungsort abgereist sind, wie auch solche, die als erste in den wenigen noch übrigen unerschlossenen Gebieten innerhalb und außerhalb der Sowjetrepubliken und Satellitenstaaten ankommen werden.

Die Heerscharen in der Höhe werden immerfort den höchst verdienstvollen Leistungen, die in Zukunft von Freiwilligen erwiesen werden, die sich aufmachen, das historische, so edel durch die Ritter Bahá'u'lláhs in den weit abgelegenen, neu erschlossenen Gebieten begonnene Werk zu verstärken, ihren Beifall zujubeln. Und ebenso wird die Nachwelt mit Bewunderung und Dankbarkeit der ersten Siege gedenken, die im Verlaufe der geistigen Eroberung der Kontinente und Inseln des Erdballs errungen werden durften.





+30 #46 25. Juni 1954

FESTIGUNG DES GLAUBENS IM HERZEN DES EUROPÄISCHEN KONTINENTES

Die Taten der deutschen und österreichischen Bahá'í-Gemeinden seit Beginn des zehnjähriges Weltkreuzzuges der Anhänger des Glaubens von Bahá'u'lláh lassen einen bemerkenswerten Fortschritt im Vormarsch und in der Festigung des Glaubens im Herzen des europäischen Kontinentes erkennen. Die von diesen beiden Gemeinden so tapfer übernommene wichtige und historische Aufgabe ist glänzend begonnen worden und muß im Laufe der Entfaltung des Planes mit immer größerer Wachsamkeit, unentwegter Entschlossenheit, völliger Hingabe, vollkommener Einheit und beispielhafter Standhaftigkeit fortgeführt werden.

Das größte, dringendste und heiligste Unternehmen, das den Geist und die Mittel aller Mitglieder dieser beiden Gemeinden herausfordert - der Ankauf des Geländes für den ersten Mashriqu'l-Adhkár Europas und die prompte Einleitung der Maßnahmen für seinen Bau - erfordert in dieser gegenwärtigen Phase des Kreuzzuges die äußerste Konzentration an Anstrengungen und das erhabenste Opfer von seiten der deutschen und österreichischen Gläubigen - eine Anstrengung und ein Opfer, an welchen ihre Brüder sowohl im Osten wie im Westen freudig teilnehmen werden, als ein Zeichen ihrer Wertschätzung der historischen Bedeutung dieser machtvollen Institution, die, fest gegründet, ihren wohltätigen Einfluß im innersten Herzen dieses Kontinentes ausstrahlen soll.

Der Ankauf des Geländes muß beschleunigt werden, die Wahl eines würdigen Planes für ein so herrliches Gebäude muß mit möglichst geringem Aufschub getroffen werden, und die ersten Schritte der Ausschachtung für die Fundamente müssen mit Sorgfalt, Schnelligkeit und Entschlossenheit getan werden.

Das Erstehen dieses Sinnbildes und Heroldes der Weltordnung Bahá'u'lláhs, wenn auch noch im keimhaften Zustand seiner Entwicklung inmitten der Verwirrung, der Ängste, des Wettstreits und der immer. wiederkehrenden Krisen, die den Niedergang einer sterbenden Zivilisation anzeigen, wird ohne Zweifel dem Vormarsch des Glaubens in allen Kontinenten des Erdkreises einen gewaltigen Antrieb verleihen und mehr als jede andere Tat die Aufmerksamkeit der geistig verarmten, wirtschaftlich darniederliegenden, sozial verwirrten und moralisch richtungslosen Massen eines schmerzlich geprüften Erdteils auf seine entstehenden Einrichtungen lenken.

Gleichgerichtet mit diesen Maßnahmen, die sie wirksam zum Aufstieg und zur Errichtung der Administrativen Ordnung des Glaubens in Deutschland sowie auch in Österreich beitragen sollen, muß durch die gewählten nationalen Vertreter der Bahá'í-Gemeinden in diesen beiden Ländem eine systematische Anstrengung gemacht werden, um so schnell wie möglich die Räte, Gruppen und isolierten Zentren durch eine weiterreichende Verteilung der Gläubigen und durch den Anlauf eines intensiven Lehrfeldzuges, der rasch und beständig die Zahl der aktiven Träger des Glaubens vermehren soll, zu vervielfachen.

Die Pioniere, die sich so tapfer in den noch unerschlossenen, dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in Deutschland und Österreich zugewiesenen Gebieten angesiedelt haben, müssen, wie groß auch inumer das Opfer sei, das so mühsam Errungene behaupten und mit allen in ihrer Macht liegenden Mitteln durch ausgedehnte Lehrarbeit ihre glänzenden und unvergeßlichen Werke festigen.

Während dieser doppelte Vorgang, die Vervielfachung der Bahá'í-Zentren und die Entwic.klung der neu eröffneten Gebiete, beharrlich durchgeführt wird, muß ein nicht minder bemerkenswerter Fortschritt in der Festigung der beiden Gemeinden durch die Einleitung örtlicher Eintragungen gemacht werden, welche den Weg zur Errichtung örtlicher Bahá'í-Stiftungen vorbereiten und dazu dienen werden, die Grundlagen aller örtlichen Bahá'í-Gemeinden zu stärken.

Die Errichtung eines nationalen Haziratu'l-Quds in der Hauptdtadt Österreichs sowie auch nationaler Stiftungen in jenem Lande - Maßnahmen, welche die Bildung eines unabhängigen Nationalen Geistigen Rates ankündigen und damit die Errichtung eines weiteren Pfeilers des Universalen Hauses der Gerechtigkeit im Herzen des europäischen Festlandes - sollten als die Hauptziele dieser zweiten Phase des Zehnjahreskreuzzuges, in die wir jetzt eintreten, betrachtet werden.

Nicht weniger lebenswichtig und dringend ist die Aufgabe, im Laufe dieses zweiten Stadiums der Entfaltung dieses geistigen Weltkreuzzuges ein Bahá'í-Veröffentlichungsunternehmen zu begründen, das im wesentlichen dem schon auf den Britischen Inseln in Tätigkeit getretenen ähnlich ist, und das der übersetzung, Veröffentlichung und Verbreitung von Bahá'í-Schriften in deutscher Sprache einen neuen Antrieb verleiht - eine Aufgabe, welche die über alles wichtige Lehrarbeit sehr beschleunigen, das Ansehen des Glaubens erhöhen und die lebenswichtigen Interessen seiner Einrichtungen fördern wird.

Die Gemeinde der deutschen und österreichischen Gläubigen, die solche bedeutsame Ehren von dem Mittelpunkte des Bündnisses Bahá'u'lláhs einstens erhalten durfte, die im Laufe der abschließenden Jahrzehnte des apostolischen Zeitalters des Glaubens unter Seiner hegenden Betreuung geboren und in ihrer Kindheit gepflegt wurde, die so überaus erfolgreich war bei der Grundlegung ihrer administrativen Ordnung in den Jahren, die unmittelbar auf Sein Hinscheiden folgten, die aus dem Feuer eines harten und lang dauernden Gottesgerichtes nach Abschluß des zweiten Weltkrieges geläutert und gestärkt wieder auftauchte, die ihre Fähigkeit und Elastizität durch die Einleitung und Weiterführung eines sorgsam umrissenen Planes bewies, trotz der Erschöpfung durch einen schrecklichen, martervollen Konflikt, der ihr Leben gefährdete und sie in ihren Grundlagen erschütterte - eine solche Gemeinde ist nun dabei, ihren berechtigten Platz in dem weltumfassenden Kreuzzug, der durch die Anhänger Bahá'u'lláhs begonnen wurde, einzunehmen; sie hat ihren Zehnjahresplan durch die Einweihung ihrer herrlichen Mission in auswärtigen Gebieten glänzend eingeleitet und arbeitet sich nun mit prächtigem Mut, mit Entschlossenheit, Unentwegtheit und Treue in ihren Bemühungen voran, um neue Lorbeeren im Verlaufe dieses zweiten, kürzlich eröffneten Abschnittes der Entfaltung des Planes, dem sie verpflichtet ist, zu gewinnen.

Möge die Schau ihrer Mitglieder ungetrübt bleiben, ihre Entschlossenheit nimmer ermatten, ihr Schritt nimmer straucheln! Mögen sie, wenn dann die Jahre verrinnen, aufs neue die Festigkeit ihres Glaubens, den Adel ihrer Beweggründe, die Erhabenheit ihrer Ergebung, die Ausdauer ihrer Entschlossenheit im Dienste eines Glaubens beweisen, dem sie in der Vergangenheit so treu gedient haben und den sie ohne Zweifel in der Zukunft mit unverringertem Eifer weiterhin fördern werden!





+31 #48 1. Oktober 1954

EINE REIHE VON AUFEINANDERFOLGENDEN SIEGEN

Die Eröffnungsmonate der zweiten Phase des Zehnjahresplanes sind an den amerikanischen, europäischen, afrikanischen, asiatischen und australischen Fronten Zeugen einer Reihe von Siegen gewesen, die miteinander wetteiferten in ihrer Mannigfaltigkeit, Schnelligkeit und Bedeutsammkeit, in den erstaunlichen Anstrengungen und in den prächtigen Taten, die in den ersten zwölf Monaten des Weltkreuzzuges von der machtvollen Schar der wackeren Ritterschaft Bahá'u'lláhs in nahezu 100 über die Erdoberfläche verstreuten unerschlossenen Gebieten vollbracht wurden.

Sieben unerschlossene Gebiete sind seit der Bekanntmachung zu Beginn des Ridvánfestes dem Glauben geöffnet worden. Sie haben die Gesamtzahl der souveränen Staaten und abhängigen Gebiete, die unter das Banner der Sache Gottes eingereiht sind, auf 235 erhöht. Die Zahl der außerhalb des Sowjet-Bereiches liegenden, noch unerschlossenen Gebiete ist jetzt auf acht zusammmengeschrumpft, nämmlich: Spitzbergen, Anticosti, Sao Thomd, Nikobaren, Kokosinsel, Sokotra, Loyalitäts-Inseln und Tschagos-Archipel. Folgende Pioniere sind seit meiner letzten, sechsten periodischen Bekanntmachung in die Ehrenrolle eingetragen worden:

Elizabeth Stamp, St. Helena
Mr, und Mrs. Harold Fitzner, Portugiesisch-Timor
Elise Schreiber, Spanisch-Guinea
Violet Hoehnke, Admiralitäts-Inseln
Shahpoor Rowhani und Ardeshir Faroodi, Bhutan
Mehraban Shaili, Komoren
Marcia Atwater, Marschall-Inseln

Die Anzahl der weithin über die Kontinente und Inseln des Erdballs zerstreuten Bahá'í-Zentren hat nunmehr die Dreitausend-Grenze überschritten. Ein Vertrag ist unterzeichnet worden zum Ankauf eines Platzes von etwa 120 a als Gelände¹ für den ersten Mashriqu'l-Adhkár Europas, auf einer Hochfläche nahe dem Taunus unweit der Stadt Frankfurt gelegen. Ein Besitztum von 30 000 qm, an den Ufem des Tigris gelegen, ist als Gelände für den künftigen Mashriqu'l- Adhkár der heiligen Stadt Baghdád erworben worden. Ein Platz am Stadtrand Neu Delhis ist zum Preise von 100 000 Rupien als Gelände für den Mashriqu'l-Adhkár des indischen Teilkontinentes sichergestellt worden. Für 12 000 Dollar ist in Johannesburg ein Platz als Gelände für den ersten Mashriqu'l-Adhkár Südafrikas gekauft worden. Ein Fünfjahresplan ist in Bahá'u'lláhs Geburtsland eingeleitet worden, dazu bestimmt, zwölf Millionen Toman für die geplante Errichtung des ersten Mashriqu'l-Adhkár in der Wiege des Glaubens aufzubringen.

¹ Durch den Zukauf eines dritten Grundstücks nun über 170 a


Ein Platz für 6000 Dollar ist in der Nähe des Ruheplatzes des Größten Heiligen Blattes gekauft und auf den Namen des neuerrichteten Israel-Zweiges des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í der Britischen Inseln eingetragen worden. Ein Grundstück ist gegenüber dem Muttertempel des Westens erworben worden, um nach Möglichkeit als Gelände für das erste dem Mashriqu'l-Adhkár in Wilmette angeschlossene Gebäude zu dienen. Ein Vertrag ist unterzeichnet worden, der die Eintragung eines Hauses im Wert von 10 000 Dollar in der unmittelbaren Nähe des Grabmals des Báb auf den Namen des kürzlich errichteten Israel-Zweiges des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í in Kanada vorsieht. Die ersten Schritte sind für den Erwerb zweier Plätze unternommen worden, deren einer auf dem Höhenrücken des Berges Karmel liegt, der andere westlich vom Ruheplatz des Báb, und ebenso für die spätere Eintragung dieser Grundstücke auf den Namen der Israel-Zweige der Nationalen Geistigen Räte der Bahá'í in Persien beziehungsweise in Australien und Neuseeland. Ein nationaler Haziratu'l-Quds ist in Kabul gekauft worden, desgleichen einer in Johannesburg.

Die Maßnahmen für den Kauf eines Gebäudes für den nationalen Haziratu'l-Quds in Tunis, das über 18 000 Dollar kostet, werden bald abgeschlossen sein. Fonds, die zusammen über 100 000 Dollar betragen, sind eröffnet worden für den Ankauf ähnlicher Einrichtungen in Anchorage, Asuncion, Auckland, Bahrein, Beirut, Bem, Bogota, Brüssel, Buenos Aires, Caracas, Ciudad Trujillo, Colombo, Guatemala, Havana, Helsinki, Istambul, Jakarta, Johannesburg, Kopenhagen, La Paz, Lima, Lissabon, London, Luxemburg, Madrid, Managua, Mexiko Stadt, Montevideo, Oslo, Panama Stadt, Port-au-Prince, Quito, Rio de Janeiro, Rom, San Josd, Santiago, San Salvador, Stockholm, Suva, Tegucigalpa, den Haag, Tokio und Wien, desgleichen für den Erwerb des Ridván-Gartens in Baghdád, für die Überführung der sterblichen Hülle der Frau des Báb in Shíráz und für den Kauf von Geländestücken, die mit der Verbannung Bahá'u'lláhs nach Istanbul und Adrianopel zusammenhängen. Die Gründung dieser Fonds ist bis zu einem bemerkenswerten Grade als Ergebnis aufeinanderfolgender Stiftungen durch die Hand der Sache Amelia Collins, einer hervorragenden Spenderin für den Glauben und für die Förderung mancher seiner lebenswichtigen Ziele im Zehnjahresplan, ermöglicht worden. Nunmehr sind auch Verhandlungen im Gange, die auf den Erwerb der Festung Chihri'q einschließlich ihres Vorgeländes hinzielen und den Aufwand einer Summe von über 200 000 Toman mit sich bringen. Die ersten einleitenden Dokumente im Zusammenhang mit dem Ankauf von fünf Häusem, die am Fuße des Berges Karmel liegen und an die letzte Terrasse des Schreines von Báb angrenzen, vom Staate Israel für eine Summe von annähernd 60 000 Dollar sind unterzeichnet worden.

Der phänomenale Fortschritt des afrikanischen Feldzuges, gleicherweise in den Bahá'í-Tätigkeitsbereichen des Lehrens wie der Administration, ist weiterhin behauptet worden, am deutlichsten im Herzen dieses Kontinentes, dies geht aus der immer wachsenden Zahl afrikanischer Neubekehrter hervor, die jetzt über 700 beträgt, wovon 380 im Laufe eines einzigen Jahres hinzugekommen sind. Die Zahl der nunmehr über die Fläche dieses Erdteils verbreiteten Zentren beträgt 195. Die Zahl der afrikanischen Stämme, die in eben diesem Erdteil in unserem Glauben vertreten sind, hat 85 erreicht. Die afrikanischen Sprachen, in die Bahá'í-Schriften übersetzt worden sind, zählen jetzt 34, während die Zahl der afrikanischen örtlichen Geistigen Räte auf 50 gestiegen ist.

Ich fühle, die Stunde ist nun reif, um vorbereitende Maßnahmen, die den Weg für die gleichzeitige Errichtung dreier Pfeiler des zukünftigen Universalen Hauses der Gerechtigkeit im Norden, im Süden und mitten im Herzen dieses so lange schlafenden Erdteiles ebnen sollen, zu ergreifen. Zum ersten dieser Pfeiler wird der Nationale Geistige Rat von Mittel- und Ostafrika bestimmt sein, zum zweiten der Nationale Geistige Rat der Bahá'í in Süd- und Westafrika und zum dritten der Nationale Geistige Rat der Bahá'í in Nordwestafrika. Die Verantwortung für die Einberufung der drei epochemachenden Tagungen, die in Kampala, Johannesburg und Tunis abzuhalten sind und das Erstehen dieser drei zentralen Verwaltungseinrichtungen der rasch sich entfaltenden administrativen Ordnung des Glaubens Bahá'u'lláhs im afrikanischen Kontinent vorbereiten sollen, wird dem Britischen Geistigen Rat beziehungsweise demjenigen der Vereinigten Staaten und von Ägypten zukommen.

Der Rechtsbereich des ersten dieser Räte wird Uganda, Tanganjika, Kenia, Belgisch-Kongo, Ruanda-Urundi, Französisch-Äquatorialafrika, Sansibar, die Komoren und die Seschellen umfassen. Derjenige des zweiten wird sich über die Südafrikanische Union, Südwestafrika, Nord-Rhodesien, Süd-Rhodesien, Mozambique, Angola, Betschuanaland, Basutoland, Swaziland, Njassaland, Zululand, Madagaskar, Mauritius, Reunion und St.Helena erstrecken. Derjenige des dritten wird Tunesien, Algerien, Marokko (Internationale Zone), Spanisch-Marokko, Französisch-Marokko, Spanisch-Sahara, Rio de Oro, Spanisch-Guinea, das Aschanti-Protektorat, Französisch-Kamerun, Britisch-Kamerun, das Protektorat der Nordprovinzen, Französisch-Togo, Britisch-Togo, Gambia, Portugiesisch-Guinea, Französisch-Westafrika, die Goldküste, Liberia, Nigerien, Sierra Leone, Madeira, die Kanarischen Inseln, die Kapverdischen Inseln sowie Sao Thorart einschließen.

Abessinien, Libyen, Eritrea, Britisch-, Französisch- und Italienisch-Somaliland sowie Sokotra werden von Ridván eben dieses Jahres an in den Verwaltungsbereich des Ägyptischen Nationalen Geistigen Rates fallen, der von da ab die Bezeichnung "Nationaler Geistiger Rat der Bahá'í in Nordostafrika" tragen wird. Alle afrikanischen Gebiete, die ursprünglich den Nationalen Geistigen Räten der Vereinigten Staaten, Persiens, Ägyptens, Indiens und der Britischen Inseln zugewiesen waren, werden im Laufe des Zehnjahresplanes weiterhin die Vorteile fortgesetzter Unterstützung durch diese Räte genießen, einer Unterstützung, die sie befähigt, einen immer größeren Anteil in den sich beständig ausdehnenden Aufgaben der erstehenden Nationalen Geistigen Räte zu übernehmen.

Nur solche örtliche Geistige Räte, die ordnungsgemäß im Ridván 1955 konstituiert sind, werden berechtigt sein, Delegierte zu diesen vier historischen Tagungen, die im nächstfolgenden Jahre zusammengerufen werden sollen, zu wählen.

Ich rufe die Hand der Sache Musa Banani auf, als mein Vertreter zu handeln auf jeder der drei Tagungen, die in der Begründung dieser drei bedeutungsvollen Institutionen gipfeln sollen. Fernerhin bitte ich die Vorsitzenden der Nationalen Geistigen Räte der Vereinigten Staaten, der Britischen Inseln und Ägyptens, die oben erwähnten Tagungen, die in die betreffenden Verwaltungsbereiche dieser Räte fallen, einzuberufen, und fordere so viele Mitglieder des Afrikanischen Hilfsamtes wie möglich auf, den Sitzungen beizuwohnen und die Beratungen dieser Zusammenkünfte zu unterstützen. Außerdem fühle ich mich an diesem entscheidenden Zeitpunkt bewogen, die dringende Notwendigkeit für alle weiterhin im afrikanischen Kontinent und auch auf den in seiner Nähe gelegenen Inseln - schon 80 an Zahl - errichteten Gruppen zu betonen, jetzt, während der rasch dahinfliehenden Monate, die uns noch vom nächsten Ridván trennen, die kostbare Gelegenheit zu ergreifen und alle Anstrengungen zu machen, um den Gemeindestatus zu erreichen, der ihnen ermöglichen wird, an den Wahlen der geplanten Nationalen Geistigen Räte teilzunehmen und zur Verbreiterung ihrer Grundlagen beizutragen.

Ich appelliere ernstlich an alle Bahá'í-Gemeinden und insbesondere an ihre gewählten nationalen Vertreter in Lateinamerika, Europa, Asien und Australien, sich zusammen anzuspannen und miteinander zu wetteifern, das Beispiel ihrer afrikanischen Schwestergemeinden, die zu den jüngsten in der Bahá'í-Welt zählen, nachzuahmen. Ich bitte sie, durch größeres sich Zerstreuen und durch Steigerung der Lehrtätigkeit der Vervielfachung örtlicher Geistiger Räte in ihren betreffenden Gebieten einen noch nie dagewesenen Auftrieb zu verleihen und dadurch den kraftvollen Vorgang der Bildung Nationaler Geistiger Räte zu beschleunigen, einen Vorgang, der bestimmt ist, die dritte und glänzendste Phase einzuleiten, und der fraglos das edelste Ziel des erstaunlichsten Kreuzzuges, der jemals im Laufe der elf Jahrzehnte der Bahá'í-Geschichte begonnen wurde, darstellt.

übermitteln Sie diese Botschaft den Händen der Sache und den Nationalen Geistigen Räten in der Bahá'í-Welt.





+32 #51 27. November 1954

OHNE BEISPIEL IN DER GEISTESGESCHICHTE DER MENSCHHEIT

Ich begrüße mit dem Gefühl der Dankbarkeit und der Erleichterung am Vorabend des Aufstieges Abdu'l-Bahás die Unterzeichnung eines Vertrages, womit durch den israelitischen Finanzminister auf Empfehlung des Bürgermeisters der Stadt Haifa die sofortige Enteignung eines Platzes von 1300 qm verfügt wurde, welcher der Schwester Fardeds, des berüchtigten Feindes des Zentrums des Bündnisses Bahá'u'lláhs, gehört hatte. Dieser historische Akt bahnt den Weg zur baldigen Aushändigung der Eigentumsurkunde dieses Platzes durch den Staat Israel an die Bahá'í-Gemeinde, die sich gegenwärtig ganz mit der Begründung und Festigung ihres administrativen Weltzentrums im Heiligen Lande befaßt.

Die Rohheit, Gier und Halsstarrigkeit dieser Bündnisbrecherin Bahá'u'lláhs, die durch ihre fortgesetzte Weigerung zu verkaufen und späterhin durch die maßlose Preisforderung anschaulich vor Augen geführt wurden, haben mehr als 30 Jahre lang ein fast unüberwindliches Hindernis für den Erwerb eines Geländes aufgerichtet, das, wenn auch begrenzt, eine zentrale Lage inmitten der ausgedehnten Bahá'í-Domänen im Herzen des heiligen Gottesberges einnimmt, in der Nachbarschaft des Grabmals des Báb liegt, auf das Grab des Größten Heiligen Blattes herabschaut und an die Ruhestätte des Bruders und der Mutter Abdu'l-Bahás grenzt. Es ist durch vorsätzliche Vernachlässigung dazu gekommen, ein Dorn im Auge aller derer zu werden, die sich miteinander durch die so verschönerten Vorgärten eines Mausoleums drängen, das mit Recht als der zweitheiligste Schrein in der Bahá'í-Welt betrachtet wird.

Das Eigentumsrecht über den genannten Platz wird uns nunmehr instandsetzen, das Gelände abzustecken, den Grund auszuschachten und den Bau des Internationalen Bahá'í-Archives zu errichten, der durch die Hand der Sache Mason Remey, Präsident des Internationalen Bahá'í-Rates, entworfen ist. Er wird als bleibende und würdige Aufbewahrungsstätte dienen für die unschätzbaren und zahlreichen Reliquien, die mit den beiden Begründern des Glaubens, mit dem vollendeten Vorbild seiner Lehre und mit seinen Helden, Heiligen und Märtyrern verbunden sind. Dieser Bau stellt eines der Hauptziele des Zehnjahresplanes dar.

Das Erstehen dieses Gebäudes wird seinerseits die Errichtung verschiedener anderer Bauwerke ankündigen, die im Verlaufe aufeinanderfolgender Abschnitte des Gestaltgebenden Zeitalters des Glaubens erstellt werden und als Verwaltungssitze für so göttlich verordnete Einrichtungen dienen werden wie das Hütertum, die Hände der Sache und das Universale Haus der Gerechtigkeit. Diese Bauwerke werden in der Form eines weithin geschwungenen Bogens und in einem harmonischen architektonischen Stil die Ruheplätze des Größten Heiligen Blattes umgeben - das in der Bahá'í-Sendung inmitten aller gleichen Geschlechtes an erster Stelle steht - ihres Bruders, der von Bahá'u'lláh als Lösegeld für die Belebung und Einigung der Welt dahingegeben worden ist, und beider Mutter, die von Ihm als Seine erwählte »Gefährtin in allen Welten Gottes« erklärt worden war. Die schließliche Vollendung dieses erstaunenerregenden Unternehmens wird den Gipfel der Entwicklung einer weltweiten, göttlich verordneten Verwaltungsordnung kennzeichnen, deren Anbeginn sich bis in die letzten Jahre des Heroischen Zeitalters des Glaubens zurückverfolgen läßt.

Dieses ungeheure, unwiderstehliche Geschehnis, das ohne Beispiel in der Geistesgeschichte der Menschheit dasteht und das zeitlich mit zwei nicht minder bedeutsamen Entwicklungsabschnitten zusammenfällt, nämlich mit der Begründung des Geringeren Friedens und mit der Entfaltung der nationalen und örtlichen Bahá'í-Institutionen - das eine außerhalb, das andere innerhalb der Bahá'í-Welt - wird seine Vollendung im Goldenen Zeitalter des Glaubens erreichen durch das Hissen der Fahne des Größten Friedens und durch die Erhöhung des Brennpunktes der die Weltordnung Bahá'u'lláhs bildenden, wirkenden Kräfte in der Fülle seiner Macht und Herrlichkeit.

Die schließliehe Errichtung dieses Sitzes der künftigen Bahá'í-Weltgemeinschaft wird allzugleich das Zeichen sein für die Proklamierung der höchsten Herrschaft des Begründers unseres Glaubens und für das Kommen des Reiches des Vaters, das schon von Jesus Christus wiederholt gepriesen und verheißen worden war.

Diese Weltordnung wird ihrerseits im Laufe der aufeinanderfolgenden Sendungenim Rahmen des Bahá'í-Zyklus ihre edelste Frucht in der Geburt und Blütezeit einer Zivilisation bringen, die göttlich inspiriert, einzigartig in ihren Charakterzügen, weltumfassend in ihrem Ausmaß und von Grund auf geistig in ihrer Wesensart ist, eine Zivilisation, deren Bestimmung es ist, im Zuge ihrer Entfaltung ihren ersten Impuls aus dem Geiste zu empfangen, der gerade die Einrichtungen beseelt, die jetzt in ihrem Keimzustande sich im Mutterleibe des gegenwärtigen Gestaltenden Zeitalters des Glaubens rühren.

Ich empfehle diese Botschaft den Händen der Sache und den Mitgliedern der Nationalen Geistigen Räte in der Bahá'í-Welt mitzuteilen.





+33 #53 April 1955

ANGESPORNT DURCH DREIFACHEN IMPULS

Aus Anlaß des ruhmreichen Abschlusses des zweiten Jahres im Zehnjahresplan und damit der Beendigung der ersten Hälfte der zweiten Phase eines zehn Jahre währenden geistigen Bahá'í-Weltkreuzzuges fordere ich die zu den zwölf Jahrestagungen versammelten Abgebgeordneten, die gleichzeitig während des Ridván-Festes in der ganzen Bahá'í-Welt zusammenkommen, auf, mit mir die vielfältigen Beweise fortschreitender Entfaltung der unabsehbaren Möglichkeiten zu überschauen, mit denen dieses weltumfassende, sich ständig mehr festigende Unternehmen durch den Verfasser der Sendschreiben des Göttlichen Planes schon zur Stunde, da dieser Plan ins Leben gerufen wurde, ausgestattet ward.

In jedem Teil des Erdballs, auf den weit verstreuten Inseln des Mittelmeeres und der Nordsee, des Atlantiks, des Pazifischen und des Indischen Ozeans geht dieser machtvolle Plan voran - ein Plan, zur systematischen Ausführung des vom Mittelpunkt des Bündnisses Bahá'u'lláhs zur Verbreitung des Glaubens Seines Vaters erdachten Vorhabens ersonnen - und gewinnt mit jedem Tag an Stoßkraft, reißt in allen Himmelsstrichen und unter den verschiedensten Völkern und Rassen Hindernisse nieder, verbreitert unwiderstehlich die Reichweite seiner segensreichen Maßnahmen und enthüllt immer zwingendere Beweise der ihm eigenen Stärke, während er auf die geistige Eroberung des ganzen Planeten hinschreitet.

Die Zahl der unberührten Gebiete, die dem Glauben erschlossen wurden, ist seit der Eröffnung und in geradliniger Folge der kraftvollen Durchführung diese s wunderbaren Unternehmens auf 108 erhöht worden; dadurch ist die Zahl der unabhähgigen Staaten und wichtigen Kolonien, die in den Bereich des Glaubens Baha'u'lláhs eingeschlossen wurden, auf 236 angewachsen, von denen über 200 seit dem Hinscheiden des Mittelpunktes Seines Bündnisses unter Sein Banner eingereiht worden sind.

Alle Gebiete innerhalb der Grenzen des amerikanischen, des europäischen, des asiatischen und des afrikanischen Kontinentes, die zehn Nationalen Bahá'í-Räten zugeteilt worden waren, sind, mit Ausnahme der sowjetisch kontrollierten Gebiete, dem Glauben eröffnet worden. Von den 72 Inseln, die elf Nationalen Räten der Bahá'í zugewiesen waren, haben nicht weniger als 64 ihre Tore der Vorhut der Bahá'í-Kreuzfahrer geöffnet. übrig geblieben sind - noch unerschlossen durch den heldenhaften Trupp, der für den Glauben Bahá'u'lláhs zu Felde zieht - Spitzbergen und Antikosti, in der Nordsee beziehungsweise im Nordatlantik gelegen, ferner die Nikobaren, die Kokosinsel und der Aschagos-Archipel im Indischen Ozean, sowie die Freundschaftsinseln, Sachalin und Painan im Stillen Ozean; von diesen Inseln ist eine als Schutzgebiet den Eingeborenen vorbehalten, zwei liegen im Sowjet-Bereich, während vier weitere entweder in private m Besitze stehen oder durch private Gesellschaften kontrolliert werden.

Die nördlichen Grenzen des Glaubens in Europa sind über den Polarkreis hinaus auf 70 Grad Breite vorgeschoben worden, durch die Ansiedlung eines Bahá'í-Pioniers in Reals Kolen, Batsfjord, Finnland. Nur drei Grad unter dem Polarkreis liegt Franklin, das nördlichste Bahá'í-Zentrum, das im Zuge des Eröffnungsjahres im Zehnjahresplan auf dem nordamerikanischen Kontinent errichtet wurde. Darüber hinaus haben sich tüchtige Pioniere zur Verfügung gestellt; sie sind eifrig bemüht, Pläne zu entwerfen, oder haben schon die nötigen Vorbereitungen begonnen, den Berggürtel Tibets zu überschreiten, in die Ukraine - hinter den Eisernen Vorhang - zu gelangen, Einreiseerlaubnis für die wenigen bisher unzugänglichen Eilande im Indischen und im Pazifischen Ozean zu erhalten und tief in die Arktis vorzudringen, bis zu der eisbedeckten Insel Spitzbergen.

Nicht weniger als 40 Rassen sind nunrnehr in der weltweiten Bahá'í-Gemeinde vertreten, die in jüngster Zeit durch die Erklärung von Vertretern der Griechen, der Berber, der Pygmäen, der Somali und der Guanchen bereichert wurde. Die Zahl der Ortschaften, in denen jetzt Bahá'í wohnen, ist über 3200; 1.400 davon liegen in der großen Republik des Westens, mehr als 600 in der Wiege des Glaubens, über 300 auf dem afrikanischen Kontinent, und mehr als je 100 im Dominion Kanada, in Australasien, in Lateinamerika und auf dem indischen Teilkontinent. Allein auf dem afrikanischen Kontinent ist die Zahl der Angehörigen der Negerrasse im Zeitraum von vier Jahren auf über 1300 angestiegen; die Zahl der dem Glauben geöffneten Gebiete bat 58 erreicht. 50 örtliche Geistige Räte sind in Afrika errichtet und in Tätigkeit, und über 90 Volksstämme sind in der sich rasch vergrößernden Bahá'í-Gemeinde vertreten, während die Zahl der afrikanischen Sprachen, in die Bahá'í-Schrifttum übersetzt wurde und wird, die 50 übersteigt.

Die Gesamtzahl der europäischen, afrikanischen, asiatischen und amerikanisch-indianischen Sprachen, in welche Bahá'í-Schrifttum übersetzt wurde und wird, beträgt 167; 55 davon sind in die Vorkehrungen des Zehnjahresplanes eingeschlossen, während in 24 ergänzende Sprachen von dem unermüdlichen Trupp der Pioniere und Neuerklärten in Afrika, Südostasien, auf den Südseeinseln und bei den Antipoden Babá'í- Literatur spontan übersetzt wurde.

Die Zahl der eingetragenen örtlichen und nationalen Geistigen Räte der Bahá'í hat jetzt 140 erreicht; 75 davon sind in den Vereinigten Staaten beheimatet. Neu aufgenommen in diese ständig wachsende Liste wurden die Geistigen Räte von London und Manchester auf den Britischen Inseln, von Ciudad Trujillo in der Dominikanischen Bepublik, von Kutsching in Sarawak (brit.Borneo), von Djakarta in Indonesien, von Helsinki in Finnland und von San Juan auf Pue rto Rico.

Im Heiligen Land, dem Mittelpunkt und Angelpunkt, um den die Einrichtungen einer weltumspannenden Verwaltungsordnung kreisen, wurden Schritte eingeleitet für die Vorbereitung einer Überschau und für die Kodifizierung der Gesetze des Höchstheiligen Buches, des Kitáb-i-Aqdas, des Mutterbuches der Bahá'í-Offenbarung - ein wichtiges Vorspiel zur schließlichen übersetzung und Veröffentlichung seines ganzen Wortlautes. Im Vorgriff auf einleitende Maßnahmen für den letztlichen Bau des Grabmals Bahá'u'lláhs im Herzen des Haram-i-Aqdas, das kürzlich in der Ebene von Akká errichtet worden war, wurde ein Fonds ins Leben gerufen.

Die internationalen Bahá'í-Besitzungen auf dem Berge Karmel wurden erheblich erweitert durch die Unterzeichnung eines Vertrages mit den israelitischen Behörden für den Erwerb eines Platzes von 36.000 qm auf dem vorspringenden Teil des Berges Karmel, der die Höhle des Elias und den Ort überschaut, der durch die Fußstapfen Bahá'u'lláhs geheiligt wurde und im Zusammenhang mit der Offenbarung des Tablets vom Karmel steht. Dieser Platz kostet 108.000 Dollar und soll als Baugrund für den ersten Mashriqull-Adhkár des Heiligen Landes dienen. Die ganze Summe wurde von Amelia Collins, der Hand der Sache und hervorragenden Wohltäterin des Glaubens, gestiftet.

Das weite Gelände um das Grabmal des BAB ist vergrößert worden durch den Ankauf von fünf Häusern, die an die unterste Terrasse Seines Schreines stoßen, von dem Entwicklungsamt des Staates Israel für eine Summe von annähernd 60.000 Dollar, sowie durch den Erwerb eines Grundstückes zum Preise von 6.000 Dollar, das auf den Namen des Israel-Zweiges des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í von Kanada läuft, ein Grundstück von 28.000 Dollar, das auf den Namen des Israel-Zweiges des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í von Persien eingetragen werden soll, und ein 5.000-Dollar-Platz, der dem Israel-Zweig des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í von Australien und Neuseeland zugeschrieben wird. Darüber hinaus werden im Augenblick Schritte für den Kauf verschiedener Besitztümer im Werte von nahezu 140.000 Dollar unternommen, deren Erwerb für die Sicherung des Geländes in der unmittelbaren Nachbarschaft des Grabmals des Báb wie auch für die weitere Ausdehnung des Bogens, auf dem die Gebäude für den Sitz der künftigen Bahá'í-Weltgemeinschaft errichtet werden sollen, von Wichtigkeit ist.

Nachdem das an das Gelände des künftigen Internationalen Bahá'í-Archivs auf dem Berge Karmel angrenzende Grundstück durch den israelitischen Finanzminister auf Empfehlung des Oberbürgermeisters von Haifa enteignet worden ist, der weitgeschwungene Bogen, um den die Gebäude des Weltsitzes der Bahá'í-Verwaltungsordnung errichtet werden sollen, bestimmt, ausgemessen und die Ausschachtung vorbereitet ist, wurde nun in Rom ein Vertrag über 112.000 Dollar unterzeichnet für den Abbruch, das Behauen und Gravieren der Steine und der 52 Säulen des Baues, die zusammen über 900 Tonnen schwer sind und binnen weniger als zwei Jahren ins Heilige Land verschifft werden sollen.

Die Ausgestaltung des ausgedehnten Geländes zwischen dem Grab mal des Báb und den Ruheorten des Größten Heiligen Blattes, des Reinsten Zweiges und ihrer Mutter, das jenes Gebäude umgeben soll, wurde unternommen. Dies trägt in höchstem Maße zur Verschönerung der Umgebung dieser geweihten Stätten im Herzen von Gottes heiligem Berg bei.

In der Wiege des Glaubens war im Verlauf des ersten Jahres im Zehnjahresplan das Gelände des Siyáh-Chál, der Schauplatz der Geburt der Sendung Bahá'u'lláhs und der zweitheiligste Ort in Seinem Geburtslande, gekauft worden. Dieses heilige und historisches Gelände wurde nunmehr von seinem Spender, Habib Sábet, auf den Namen einer der Hände der Sache, die als mein offizieller Vertreter in diesem Lande handelt, überschrieben.

Zu dem Zwecke, 12 Millionen Tuman für den Bau des ersten Mashriqu'l-Adhkár in diesem Land aufzubringen, wurde ein Fünfjahresplan ins Leben gerufen. Der Plan für dieses geschichtliche Bauwerk ist aus einer Reihe von Entwürfen der Bahá'í-Architekten im Osten wie im Westen endgültig ausgewählt worden. Die Wahl fiel dabei auf den Entwurf der Hand der Sache und Vorsitzenden des internationalen Bahá'í-Rates, Mason Remey, - einen Entwurf, der eine Kuppel enthält, die an jene des Heiligen Grabmals des Báb erinnert.

Fernerhin wurde ein Vertrag abgeschlossen als Auftakt für den späteren Erwerb der Festung Chihríq und ihrer Umgebung gegen eine Summe von mehr als 200.000 Tuman.

In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde im Bereich des Muttertempels des Westens ein Grundstück erworben, das als Bauplatz für ein Altersheim und damit für das erste Nebengebäude, das bei diesem heiligsten Bahá'í-Haus der Anbetung erbaut werden soll, dienen wird. Es sind Schritte eingeleitet und Entwürfe genehmigt worden für die Vollendung der Ausgestaltung des Geländes um dieses Bauwerk herum. Der Nationale Bahá'í-Veröffentlichungsausschuß wurde in ein Bahá'í-Verlagsunternehmen, das unter Aufsicht des amerikanischen Nationalen Geistigen Rates arbeitet, umgewandelt. Die Gesamtzahl der amerikanischen Indianerstämme, mit denen Verbindung aufgenommen ist, hat nun mehr die 22 erreicht, während Angehörige der Apachen-, der Tscherokesen-, der Omaha-, der Oneida- und der Sioux-Stämme in der amerikanischen Bahá'í-Gemeinde aufgenommen wurden. In 21 Gebieten, Bundesbezirken und Staaten der amerikanischen Union wurden der Vollzug von Bahá'í-Ehen und in mehr als 25 Ortschaften dieses Landes die Bahá'í-Feiertage von Amts wegen anerkannt.

Das Bauland für nicht weniger als acht der elf Tempelgelände, die nach den Zielen des Zehnjahresplanes erworben werden sollen, wurde mit einem Aufwand von 80.000 Dollar an folgenden Orten angekauft: in der heiligen Stadt Baghdád, an den Ufern des Tigris, die durch die Fußstapfen Bahá'u'lláhs gesegnet sind, im Umfang von 30.000 qm; an den Ufern des Nil in Kairo, dem Mittelpunkt der arabischen und islamischen Welt, im Umfang von 17.000 qm; in Frankfurt, dem Herzen des europäischen Kontinents, im Umfang von 17.000 qm; in Neu-Delhi, der Hauptstadt Indiens, 66.000 qm; in Sydney, dem ältesten Bahá'í-Zentrum auf dem australischen Kontinent, 11.000 qm; in Kampala, im Herzen des Erdteils Afrika, 24.000 qm; in Johannesburg, der zweitgrößten Stadt des afrikanischen Kontinentes, 6.000 qm und in der Stadt Panama, deren Bedeutung von Abdu'l-Bahá in den Sendschreiben des Göttlichen Planes unterstrichen worden war, 20.000 qm.

Nicht weniger als 14 der 49 im Zehnjahresplan vorgesehenen Haziratu'l-Quds, die als Sitz späterer Nationaler Geistiger Räte dienen sollen, sind schon erworben worden, und zwar weitgehend durch die großzügigen Beiträge der Hand der Sache Amelia Collins. Diese Gebäude, die mehr als 200.000 Dollar kosteten, liegen in fünf Kontinenten des Erdballs: in London, Bern und Wien auf dem europäischen Erdteil; in Anchorage, Lima und Panama-Stadt auf dem amerikanischen Erdteil; in Tokio, Istanbul, Kabul, Bahrein und Suva im asiatischen Teil der Erde; in Johannesburg und Tunis auf dem afrikanischen Kontinent sowie in Auckland bei den Antipoden. Darüber hinaus sind Verhandlungen für den Erwerb dreier weiterer Hazi'ratu'l-Quds in den Städten Rom, Djakarta und Colombo im Gange. Fonds, die sich auf 130.000 Dollar belaufen, sind für den alsbaldigen Kauf von 27 weiteren Hazi'ratu'l-Quds in Lateinamerika und Europa sichergestellt worden.

Darüber hinaus stiftete die Hand der Sache Amelia Collins als einen neuen Beweis ihrer Freigebigkeit 50.000 Dollar für den Zweck, in nicht weniger als 50 Ländern auf allen Kontinenten des Erdballs Bahá'í-Besitzungen zu errichten. In Südafrika wurde noch ein weiteres Grundstück gekauft, eine Besitzung auf den Aleuten wurde angeboten und ein Fonds für denselben Zweck in Alaska und Finnland begründet.

Solch ein wundersamer Fortschritt, der so verschiedenartige Unternehmungen umschließt, sich über ein so unermeßliches Gebiet erstreckt, und dies in solch kurzer Zeit und trotz der geringen Zahl der Teilnehmer an diesem weltumspannenden Kreuzzug, trotz der spärlichen Mittel und der Einschränkungen, die ihnen durch Leute auferlegt sind, die ihrer Sache übelwollend gegenüberstehen, durch ihren wachsenden Einfluß beunruhigt oder neidisch sind auf die durchdringende Kraft des Glaubens, den sie verfechten, drängt mich, auf die Eröffnung der dritten Phase des Zehnjahresplanes vorgreifend, die Bildung von 13 Nationalen Geistigen Räten im Ridván 1957 anzukündigen, zusätzlich zu den den Regional-Nationalen Geistigen Räten, die 1956 im Erdteil Afrika zu wählen sind; einige davon werden regional, andere unabhängig sein, einige vorläufig, andere endgültig.

Diese Nationalen Geistigen Räte, die nicht weniger als 42 Territorien vertreten, werden in vier Kontinenten des Erdballs errichtet. Vier werden in Asien ihren Sitz haben: in Japan, in Pakistan, auf der arabischen Halbinsel und in Südostasien; drei in Europa: in Skandinavien und Finnland, in den Benelux-Ländern und auf der Iberischen Halbinsel; fünf in Amerika: der erste umspannt die Republiken Argentinien, Chile, Uruguay, Paraguay und Bolivien, der zweite umschließt die Republiken Brasilion, Peru, Kolumbien, Ekuador und Venezuela, der dritte umspannt Mexiko und die mittelamerikanischen Staaten, der vierte nimmt die Inseln der Großen Antillen, Haiti, Kuba und die Dominikanische Republik auf, und der fünfte ist in Alaska. Schließlich wird ein Nationalrat bei den Antipoden errichtet, im Dominion Neuseeland.

Die Verantwortung für die Einberufung der acht Bahá'í-Tagungen, deren Abgeordnete acht Nationale Geistige Räte in Nord-, Mittel- und Südamerika und in Europa zu wählen haben und die in Anchorage, Panama-Stadt, Portau-Prince, Buenos Aires, Lima, Stockholm, Brüssel und Madrid abzuhalten sind, fällt dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í der Vereinigten Staaten von Amerika anheim; diejenige für die Einberufung der vier Tagungen, deren Abgeordnete vier Nationale Geistige Räte in Asien zu wählen haben und die Tokio, Karatschi, Bahrein und Djakarta abzuhalten sind, den Nationalen Geistigen Räten der Bahá'í in den Vereinigten Staaten, in Persien und in Indien, Pakistan und Burma; und diejenige für die Einberufung der Tagung, deren Abgeordnete den Nationalen Geistigen Rat von Neuseeland zu wählen haben und die in Auckland zu veranstalten ist, dem Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í von Australien und Neuseeland.

Ich rufe die folgenden Hände der Sache auf, als meine Vertreter bei diesen 13 historischen Tagungen auf vier Kontinenten des Erdballs zu handeln, die den Weg ebnen sollen für die Errichtung der Pfeiler, die in verschiedenem Maße das Universale Haus der Gerechtigkeit tragen müssen, die letzte Einheit im Bau der Verwaltungsordnung des Glaubens Bahá'u'lláhs: Valiyu'lláh Várqá und Horace Holley bei den südamerikanischen Tagungen in Buenos Aires beziehungsweise in Lima; Corinne True bei der Tagung auf den Großen Antillen in Port-au-Prince; Zikr'u'lláh Khadim bei der mittelamerikanischen Tagung in Panama; Paul Haney bei der Tagung von Alaska in Anchorage, Hermann Grossmann und Adelbert Mühlschlegel bei der skandinavisch-finnischen Tagung in Stockholm; George Townshend bei der Benelux-Tagung in Brüssel; Ugo Giachery bei der iberischen Tagung in Madrid; Taráz'u'lláh Samandari bei der arabischen Tagung auf Bahrein; Alí-Akbar Furutan bei der südostasiatischen Tagung in Djakarta; Shu'á'u'lláh Alá'í bei der pakistanischen Tagung in Karatschi; Jalál Kházih bei der japanischen Tagung in Tokio; Clara Dunn bei der neuseeländischen Tagung in Auckland.

Darüber hinaus dränge ich so viele als möglich der Hilfsamts-Mitglieder, die durch die vorerwähnten Hände der Sache auf dem amerikanischen, dem europäischen, dem asiatischen und dem australischen Kontinent ernannt worden sind, diesen wichtigen Treffen, bei denen sich nicht weniger als 42 Bahá'í-Gemeinden zusammenfinden, beizuwohnen und durch ihre aktive Mitwirkung den Gesichtskreis der Beratungen der gewählten Abgeordneten zu stärken und auszudehnen.

Ich kann außerdem nicht stark genug betonen, wie lebenswichtig es für alle Bahá'í-Gruppen ist, die über diese 42 Länder verstreut sind, sich zu wappnen und aufs äußerste anzustrengen, um während dieser Zwischenzeit von zwei Jahren den Gemeindestatus zu erreichen und dadurch ihre Teilnahme an der Wahl der Abgeordneten zu diesen bedeutungsvollen Tagungen sicherzustellen und durch diesen Akt zur Ausweitung und Stärkung der Grundlagen dieser geplanten wichtigen Einrichtungen beizutragen, die eine so hervorragende und wesentliche Rolle bei der Einleitung der letzten Phase im schrittweisen Aufbau der Verwaltungsordnung spielen, die sich zwangsläufig allmählich zur Weltordnung Bahá'u'lláhs entfalten muß und zur festgesetzten Stunde der geistigen Weltzivilisation, in der die Nachwelt die schönste Frucht Seiner Offenbarung begrüßen wird, das Leben schenkt.

Zu guter Letzt richte ich bei dieser Gelegenheit meinen Aufruf über die versammelten Abgeordneten an die ganze Körperschaft der Gläubigen, die von jenen vertreten werden, und damit fürwahr an alle Träger des Glaubens Bahá'u'lláhs, wo immer in allen Teilen des Erdballs sie wohnen, zu solch verheißungsvoller Stunde für das Schicksal des Glaubens, die mit einem solch kritischen und gefährlichen Augenblick in den Geschicken der Menschheit zusammenfällt, sich aufzumachen und erneut, während dieses schnell dahinschwindenden letzten Jahres der gegenwärtigen Phase dieses bedeutungsvollen, weltumschließenden Planes, zur Förderung der Nahziele, wie sie in meiner letztjährigen Botschaft zu den Nationaltagungen aufgeführt wurden, beizutragen und dadurch einen würdigen Abschluß der Stufe ihrer unaufhaltsamen Entfaltung zu sichern, die die dritte und glänzendste Phase dieses Planes einleiten soll - eine Phase, von der die triumphale Vollendung des Planes in so weitgehendem Maße abhängen wird.

Es ist in der Tat mein ständiges und glühendes Gebet, daß die Mitglieder dieser festgefügten, lebensstarken, weltumspannenden Gemeinschaft immer kraftvoller werden und von Sieg zu Sieg schreiten mögen, angespornt durch den dreifachen Impuls, der ausging von der Offenbarung des Tablets vom Karmel durch Bahá'u'lláh, des Willens und Testamentes sowie der Sendschreiben des Göttlichen Planes, die vom Mittelpunkt Seines Bündnisses hinterlassen wurden - den drei Urkunden, die drei verschiedene Vorgänge auslösten, deren erster im Heiligen Land für die Entfaltung der Einrichtungen des Glaubens in seinem Weltzentrum wirkt und deren beide andere in der ganzen übrigen Bahá'í-Welt für seine Verbreitung und die Errichtung seiner Verwaltungsordnung arbeiten, immer kraftvoller und siegreicher werden.

Mögen sie durch ihre jetzigen Anstrengungen das Kommen jener glücklichen Vollendung beschleunigen, da die Fesseln, die das Wachstum ihres geliebten Glaubens hemmen, endgültig zerrissen sein werden, da seine Unabhängigkeit öffentlich und allgemein anerkannt sein wird, da er den Thron bestiegen haben und das Szepter geistiger und zeitlicher Macht führen wird, da der Glanz seines Ruhmes die ganze Welt erleuchtet haben und seine Herrschaft auf dem ganzen Planeten errichtet sein wird.





+34 #59 30. April 1955

AFRIKA ALLEIN ÜBER 70 NEUE RÄTE

Teile den Nationalen Geistigen Räten folgende Benachrichtigung mit, welche die kürzlich an die Abgeordneten der Bahá'í-Nationaltagungen gerichtete Botschaft ergänzt.

Die jährlichen Wahlen des zweiten Jahres der zweiten Dekade des zweiten Bahá'í-Jahrhunderts waren durch die Bildung der ersten historischen örtlichen Geistigen Räte in solchen Gemeinden gekennzeichnet, die so verschiedenartig und weitabgelegen sind wie Mekka, die Qiblih der Welt des Islam, Maskat und Er-Rijad, die an der Küste und im Herzen der arabischen Halbinsel liegen, ferner auf den Bahama-Inseln in Britisch-Westindien, auf der Insel Diu, in Kuala Lumpur in Malakka, in Sargodha und Saigon in Südostasien, in Monte Carlo, in Basel, Mongat, Orldans, Marseille, Bergen und Köln in Europa, auf der Insel Rdunion, auf Sansibar, auf den Seschellen und auf Madagaskar im Indischen Ozean, in den heiligen Städten Kazimayn und Najaf, den Bollwerken der schiitischen Orthodoxie im Irak, zusätzlich zu der schon in Karbila errichteten Gruppe, ferner auf Teneriffa und in Las Palmas im Atlantischen Ozean.

Afrika allein kann sich der Gründung von über 70 neuen Räten rühmen, wodurch sich die Gesamtzahl seit Beginn der systematischen, gleichzeitigen Lehrfeldzüge auf dem afrikanischen Kontinent vor vier Jahren auf wohl über 100 erhöht. Uganda im besonderen vollendete die einzigartige, denkwürdige Tat, 17 neue Geistige Räte zu bilden, wodurch die Zahl der Geistigen Räte auf 41 anstieg, die der Plätze auf über 100, die der Gläubigen insgesamt auf nahezu 900.

Die geheiligten Gebeine des kleinen Sohnes des Báb, der im Qayyú m-i-Asmá gepriesen ward, wurden ehrenvoll und feierlich am Jahrestag des Märtyrertodes seines Vaters in Anwesenheit von Pilgern und ansässigen Gläubigen auf den Bahá'í-Friedhof in Shíráz überführt, als einleitender Akt zu der Verbringung der überreste der geliebten und so lange duldenden Gattin des Báb an den gleichen Ort.

Fünf zusätzliche Eintragungen örtlicher Geistiger Räte, einschließlich Suva auf den Fidschi-Inseln sind zu berichten. Ein Pionier hat sich nach der Loyalitäts -Insel eingeschifft, der letzten noch unerschlossenen Insel im Stillen Ozean außerhalb des Bereiches der Sowjets.

Die Verhandlungen über den Ankauf der nationalen Haziras in Colombo und Djakarta nähern sich ihrem Abschluß, Vorbereitende Schritte sind unternommen worden zur Gründung eines Bahá'í-Veröffentlichungsunternehmens in Teheran.

Der Plan für den Muttertempel in der Wiege des Glaubens wurde in Gegenwart von Pilgern und ansässigen Gläubigen, die sich im Haram-i-Aqdas¹ am ersten Ridván-Tage versammelt hatten, enthüllt.

¹ Äußerer heiliger Bezirk am Heiligen Schrein Bahá'u'lláhs





+35 #60 1. Mai 1955

VERSTÄRKUNG DER LEHRARBEIT DRINGEND

Schätze Ihre Botschaft aufs tiefste. Fordere die Abgeordneten dringend auf, alle Gemeinden anzuspornen, höchste Anstrengungen zu unternehmen, im Verlaufe des letzten Jahres der zweiten Phase des Kreuzzuges die Zentren zu vervielfachen und die Räte zu festigen, in den zugeteilten, neueröffneten Gebieten die Lehrarbeit zu verstärken, Räte einzutragen, Stiftungen und das Veröffentlichungsunternehmen zu errichten.

Fordere Sie dringend auf, sich auf die Ausdehnung der Lehrarbeit in Österreich zu konzentrieren, die Vorarbeiten zum Tempelbau zu beschleunigen.
Erflehe überströmende Segnungen.





+36 #60 26. Mai 1955

IN DIESER SCHWEREN STUNDE

In dieser schweren Stunde in der buntgestalteten Geschichte des über hundert Jahre alten, weltunlfassenden, so oft verfolgten und dennoch unbesiegbaren Glaubens fühle ich mich bewogen, die ganze Körperschaft der tapferen Stützen seiner Institutionen, die einzeln und gemeinsam sich der Fortführung des mächtigsten jemals in Gang gebrachten Kreuzzuges seit seinem Anbeginn angelobt haben - sei es, daß sie in ihrer Heimat wohnen oder in übersee, wie bedrückend auch das Regime sei, unter dem sie arbeiten - aufzurufen, aufs neue die vollen Folgerungen und wesentlichen Erfordernisse ihres Dienstes an der Sache von Bahá'u'lláh in Erwägung zu ziehen.

Ich bitte sie, es nicht zuzulassen, daß irgendwelche Wechselfälle, seien sie derzeitig oder zukünftig, ihr Feuer und ihre Begeisterung dämpfen, ihren Zusammenhalt beeinträchtigen, ihre Entschlossenheit schwächen oder sie von ihrem hohen Vorsatz ablenken. Ungebeugt durch Feindseligkeit, das Geschrei ringsum mißachtend, unerschrocken gegenüber den Machenschaften der eingewurzelten, schlauen, altgewohnten Feinde, die durch den Niedergang ihres Schicksals aufgescheucht sind, der so sehr mit dem klaren Augenschein der dynamischen Stärke, der Antriebskraft, dem steigenden Ansehen, der untrennbaren Einheit, den sich vervielfältigenden Institutionen und dem unauslöschlichen Geiste des jungen Gottesglaubens in Gegensatz steht - so ziemt es ihnen, ihre Tatkraft zusammenzufassen, sich auf eine noch höhere Stufe des Opfersinns zu erheben, wachsam alle Formen von Entstellungen zu bekämpfen, Verdächtigungen auszurotten, Befürchtungen zu zerstreuen und böswillige Kritik zum Schweigen zu bringen durch noch zwingendere Beweise treuer Ergebenheit ihren entsprechenden Regierungen gegenüber und das Vertrauen der Zivilbehörden auf ihre Redlichkeit und Aufrichtigkeit zu gewinnen, zu erhalten und zu stärken, das Allumfassende der Ziele und Absichten des Glaubens aufs neue zu betonen, den geistigen Charakter seiner Grundprinzipien zu verkünden und die nichtpolitische Wesensart seiner administrativen Einrichtungen geltend zu machen.

Ich appelliere an die Mitglieder der Gemeinden, die nicht durch Rechtsunfähigkeit und Hemmungen verhindert sind, wie sie ihren weniger bevorzugten Brüdern auferlegt wurden, besonders an jene, die im nordamerikanischen Erdteil, dem anerkannten Bollwerk der administrativen Ordnung des Glaubens, errichtet sind und an jene, die im britischen Commonwealth und Empire wohnen, mögen sie im Herzen, Osten oder Westen des afrikanischen Kontinentes liegen oder über die Antipoden und den Bereich des Pazifischen Ozeans zerstreut sein, sich unverzüglich zu erheben und das Tempo ihrer Tätigkeiten zu beschleunigen und die Taten zu vervielfachen, die vorübergehenden Rückschläge, welche ein stetig fortschreitender, noch nicht seiner Fesseln völlig lediger Glaube erleiden mag, mehr als ausgleichen. Ihnen wird die erhabene Gelegenheit zuteil, so zu handeln, daß sie alle Pläne, welche neidische, fanatische, erbitterte Gegner, die ihrem Fall entgegenwanken, aushegen mögen, gänzlich entmutigen und vereiteln.





+37 #61 3.Juni 1955

ERZBRECHER DES BÜNDNISSES VON BAHA'U'LLAH

Bekanntmache den Nationalen Geistigen Räten, daß Majdiddin, der furchtbarste Gegner Abdu'l-Bahás, der von Ihm als die Verkörperung des Teufels bezeichnet, eine hervorragende Rolle beim Anstiften der Feindseligkeit Abdu'l-Hamids und Jamál Pashas spielte und der Haupthetzer und Erzbrecher des Bündnisses Bahá'u'lláhs war und der über 60 Jahre lang mit teuflischer Schlauheit und Arglist sich bemühte, dessen Grundlagen zu unterwühlen, elend zugrunde ging, vom Schlage getroffen, der seine Glieder und Zunge lähmte. Die Fügung der Vorsehung verlängerte die Zeitspanne seines schändlichen Lebens auf hundert Jahre, so daß er noch imstande war, Zeuge des Verlöschens seiner liebsten Hoffnungen und der mit dramatischer Schnelligkeit geschehenen Auflösung der höllischen Schar zu werden, die er unablässig anstachelte und eifrig dirigierte, und des triumphierenden Fortschritts und des herrlichen Abschlusses des dreißigjährigen Waltens Abdu'l-Bahás, sowie auch der Beweis des Aufstieges und der Begründung der administrativen Ordnung in allen Kontinenten, des Kindes des göttlich verordneten Bündnisses und des Vorboten der weltumspannenden Ordnung.






+38 #62 2.August 1955

MIT DER RIESIGEN UND HEILIGEN VERANTWORTUNG BETRAUT

Die ständige Ausbreitung und Festigung der Tätigkeiten, mit denen die Mitglieder der Bahá'í-Gemeinden in Deutschland und Österreich so ergeben, so vereint und so eifrig beschäftigt sind, haben mein Herz sehr beglückt, meine Bewunderung für sie erhöht und meine Hoffnungen für den siegreichen Abschluß ihrer gesamten Unternehmungen, die im Einvernehmen mit den Verordnungen des Zehnjahresplanes unternommen wurden, verstärkt.

Durch die wichtige Lage, die sie im Herzen des europäischen Kontinentes einnehmen, dazu vom Mittelpunkt des Bündnisses Bahá'u'lláhs für besondere Begünstigungen aus ihren Schwestergemeinden desselben Kontinentes ausersehen, durch die Ernennung aus ihrer Mitgliederschar von zwei Händen der Sache ausgezeichnet, mit der riesigen und heiligen Verantwortung betraut, das erste Haus der Andacht auf europäischem Boden zu errichten, haben sie in der Zeit nach den schweren Prüfungen, die sie so lange und so grausam plagten, solch eine Manneskraft, einen Mut, eine Treue bewiesen, die würdig sind, daß ihnen von ihren Schwestergemeinden, nicht nur in den benachbarten Ländern, sondern auch in der ganzen Bahá'í-Welt nachgeeifert wird. Darum sind diese Zwillingsgemeinden durch ihre gemeinsame Sprache, gemeinsame rassische Wesensarten und Traditionen ausersehen, eine bedeutende und bestimmte Rolle im weltweiten Fortschritt des Glaubens sowohl auf de m europäischen wie auch auf dem asiatischen Kontinent zu spielen, und sie müssen mit unbeugsamer Entschlossenheit, unerschütterlichem Glauben, ungetrübter Sicht und unverminderter Tatkraft auf dem Wege, der sie zur Erfüllung ihres hohen Schicksals führt, weiterhin sich voranarbeiten.

Die ständige Zunahme der Zahl der Anhänger des Glaubens in beiden Ländern und die Vermehrung vereinzelter Zentren, Gruppen und örtlicher Räte ist eine Aufgabe höchster Wichtigkeit, der sie besondere Aufmerksamkeit im letzten Jahr der zweiten Phase dieses weltunlfassenden Kreuzzuges schenken müssen. Ebenso verantwortlich an heiliger Bedeutsamkeit ist die endgültige Erledigung der Streitfrage, die sich im Zusammenhang mit dem Kauf des Grundstückes des künftigen Tempels in der Umgebung Frankfurts ergeben hat, wie auch die Wahl eines Entwurfes, als wesentliche Vorbereitungen für die Aushebung seiner Fundamente und die Errichtung des Gebäudes. Diese beiden Aufgaben verlangen die konzentrierte und andauernde Aufmerksamkeit der erwählten Vertreter dieser beiden Gemeinden, deren Aufgabe es ist, dieses hervorragende Unternehmen zu beschleunigen, das bestimmt ist, einen weitreichenden geistigen Einfluß auf das Schicksal des Glaubens nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auf dem ganzen europäischen Kontinent und sogar weit über seine Grenzen hinaus, auszuüben.

Eine weitere Verpflichtung, die unter keinen Umständen aus den Augen verloren oder vernachlässigt werden darf, ist die Eintragung von endgültig gegründeten örtlichen Räten in diesen beiden aneinandergrenzenden Ländern, ein Verfahren, dás die administrativen Grundlagen des Glaubens bedeutend festigen und sein Ansehen auf dem europäischen Kontinent erhöhen wird.

Das Ergreifen besonderer Maßnahmen durch diese selben erwählten nationalen Vertreter, die bestimmt sind, die Entstehung eines unabhängigen Nationalen Geistigen Rates in Österreich zu beschleunigen, ist noch eine weitere Pflicht, die dringender und ernstlicher Erwägung ihrerseits bedarf, und die, wenn sie würdig ausgeführt wird, einen riesigen Antrieb dem Fortschritt des Glaubens in einem Lande geben wird, das eine so zentrale Lage in Europa einnimmt, so reich an geschichtlicher Vergangenheit ist, und durch die Fußspuren Abdu'l-Bahás gesegnet wurde.

Die prächtige Arbeit, die von deutschen Pionieren in unerschlossenen Ländern im Norden wie auch im Süden Europas geleistet wurde, verspricht Gutes für Leistungen einer ähnlichen Mission in den örtlichen Gebieten, die ebenfalls einen Teil der ihnen zugeteilten Aufgabe im Zehnjahresplan bilden, und muß wachsam beschützt und ständig gestärkt werden, da sie ein Vorspiel jener Siege darstellt, die unbedingt im Laufe künftiger Pläne an den östlichen Grenzen dieses Kontinentes und sogar weiter bis in das Herz Asiens hinein errungen werden müssen.

Auch darf die Gründung des geplanten Bahá'í-Veröffentlichungsunternehmens keinen Aufschub erleiden, da es eines der wesentlichsten Ziele des Kreuzzuges ist, welchen die deutsche Bahá'í-Gemeinde unternommen hat.

Kein Opfer kann als groß genug für die Erreichung dieser leuchtenden Ziele und den Gewinn solcher kostbaren Preise angesehen werden. Die Mitglieder dieser eng miteinander verbundenen Gemeinden müssen sich aufmachen wie nie zuvor und sich für eine noch größere Verausgabung von Energie und einen noch überzeugenderen Aufwand jener Eigenschaften aufraffen, die ihre Verwaltung des Glaubens von Bahá'u'lláh ausgezeichnet haben, und sich vorbereiten, siegreich die dritte Phase des Zehnjahresplanes während der abschließenden Monate dieses gegenwärtigen Jahres anzutreten.

Die tragischen Leiden, die ihre Brüder in Bahá'u'lláhs Heimatland befallen, die einen Rückschlag in den Plänen dieser verfolgten Gemeinde für die Errichtung ihres Muttertempels in Teheran mit sich bringen, müssen Ihren Beschluß verstärken, die Errichtung eines entsprechenden Hauses der Andacht im Herzen Europas zu beschleunigen.

Die Bemühungen ihrer national erwählten Vertreter, wie anstrengend sie in den letzten Monaten auch gewesen sind, müssen verdoppelt, ja verdreifacht werden, um auf diesem besonderen und höchst wichtigen Gebiet die unvermeidliche und beklagenswerte Verzögerung in der Ausführung einer so verdienstvollen, so bedeutenden und historischen Aufgabe auszugleichen.

Ungetrübt durch den Lärm hartnäckiger, machtvoller und heimtückischer Gegner im Geburtsland ihres Glaubens, unverzagt trotz des Widerstandes, welchen die Exponenten religiöser Orthodoxie, wenn auch in geringerem Maße, nun in ihrem eigenen Heimatland zu zeigen beginnen, müssen diese selben erwählten Vertreter vorwärts drängen, entschlossen, jedweden Hindernissen, die auf ihrem Pfade liegen, die Stirn zu bieten und sie schnellstens zu überbrücken.

Ihrer ist eine Verantwortung, die sie in diesem historischen und kritischen Stadium in der Entwicklung ihres kostbaren und geliebten Glaubens weder verringern noch vernachlässigen dürfen. Ihrer ist eine von Gott gegebene Gelegenheit, in dieser ernsten Stunde, durch welche die überwältigende Mehrheit ihrer Brüder schreitet, den unverderblichen Charakter ihres Glaubens, den unbezwinglichen Geist, der sie beseelt, die Erhabenheit der Prinzipien, die ihr Handeln leiten, zu beweisen und dadurch einen dauernden und dringend notwendigen Trost den Opfern der brutalen, weithin verbreiteten und wiederholten Verfolgungen zu spenden, die so viele ihrer Mitgläubigen in der Wiege ihres Glaubens verschlingen.

Daß sie sich ihrer hohen Berufung würdig erweisen mögen, daß sie ihren Mitarbeitern in beiden Hemisphären ein begeisterndes Beispiel an Zahl und Güte ihrer Leistungen geben mögen, darf sie, alle zusammen, der vielerlei Verantwortungen entledigen mögen, die mit dem Plan übernommen sind, der eine so bemerkenswerte Etappe in der Erfüllung der herrlichen Mission darstellt, die Abdu'l-Bahá für sie vorgesehen hat, das ist der Gegenstand meiner unaufhörlichen Gebete, wenn ich an seinem Heiligen Sc.h rein flehe.

Möge sein wachsamer, sein beistehender und immer liebender Geist jeden ihrer Schritte leiten, jede Bemühung, der Sie sich unterziehen, segnen, und jede Hoffnung, die Sie hegen, erfüllen auf Ihren Wegen zu den Siegen, die zu erringen Sie sich entschlossen vorgenomrnen haben.




+39 #64 23.August 1955

DER WELTWEITE WIDERHALL DER VERFOLGUNGEN

Geheimnisvolle Fügungen der immer wachsamen Vorsehung beschleunigen durch Aufruhr und Prüfung den Triumpf Seines unbesiegbaren Glaubens und bestimmten für diese kritische Stunde die plötzliche Verschlimmerung der Lage, der sich die größte Gemeinde der Bahá'í-Welt gegenübergestellt sieht, wie es der heftige Wiederausbruch der Verfolgung bezeugt, die, zeitweilig aussetzend, seit mehr als einem Jahrhundert ihre in Bahá'u'lláhs Heimatland wohnenden Mitglieder befallen hat.

Nach der Beschlagnahme des nationalen Verwaltungszentrums der Gemeinde und der Zerstörung seiner Kuppel, nach der Besetzung ähnlicher Einrichtungen in allen Provinzen, nach der Ächtung des Glaubens durch die Regierungserklärung an den Majlis und nach einer bösartigen Presse- und Radiokampagne, die seine Geschichte fälschte, seine Gründer verleumdete, seine Grundsätze falsch darstellte und seine Ziele und Zwecke verdunkelte, wurde eine Reihe von Greueltaten in rascher Folge weit und breit im ganzen Land gegen Mitglieder einer schwergeprüften Gemeinde verübt.

Das Haus des Báb, der vornehmste Schrein in Iran, wurde zweimal entheiligt und schwer beschädigt, Bahá'u'lláhs Erbanwesen in Takur besetzt, das Haus des Báb dem Erdboden gleichgemacht, Kaufläden und Bauernhöfe geplündert, Ernten verbrannt, Viehstände vernichtet, Leichen in den Friedhöfen ausgegraben und verstümmelt; es wurde in Privathäuser eingebrochen und diese wurden beschädigt und geplündert, Erwachsene verflucht und geschlagen, junge Frauen entführt und gezwungen, Moslim zu heiraten, Kinder verspottet, verunglimpft, geschlagen und von den Schulen verwiesen, Boykotte durch Fleischer und Bäcker auferlegt, ein fünfzehnjähriges Mädchen wurde vergewaltigt, ein elf Monate altes Baby mit Füßen zertrampelt, und auf Gläubige wurde Zwang ausgeübt; ihren Glauben zu widerrufen.

Diese höchst qualvolle Lage droht, sich während des Muharram und Safar noch zu verschlimmern.

In Gegenwirkung auf die barbarischen Handlungen legten über tausend Gruppen und örtliche Räte der Bahá'í-Welt telegraphisch bei den Behörden Berufung ein, und alle Nationalen Räte sandten schriftliche Kundgebungen an den Schah, die Regierung und das Parlarnent, um sich für Gerechtigkeit und Schutz einzusetzen.

Da die schriftlichen Bitten unbeantwortet blieben, wurde durch Vertreter der Internationalen Bahá'í-Gemeinschaft in Genf bei den Vereinten Nationen Berufung eingelegt. Abschriften dieses Appells wurden Vertretern der Mitgliedsnationen im Wirtschafts- und Sozialrat, dem Direktor der Abteilung für Menschenrechte und gewissen Fachorganen der Nicht-Regierungsorganisationen mit Beratungsstatus zugestellt. Außerdem wurde Präsident Eisenhower, der nach Zeitungsmeldungen die Verfolgungen als erster bei einer Pressekonferenz in Washington erwähnte, durch die nationalen Vertreter der amerikanischen Bahá'í-Gemeinde und aller Räte und Gruppen in den Vereinigten Staaten angerufen, sich für ihre unterdrückte Schwestergemeinde einzusetzen.

Was auch die Folgen der gegenwärtigen herzzerbrechenden Ereignisse sein mögen, eine Tatsache tritt deutlich und unbestreitbar hervor: Gottes jugendlicher Glaube, der, durch das Walten eines vierteljahrhundertlangen Geschehens während der ersten Epoche des Gestaltgebenden Zeitalters des Glaubens, mit dem Triebwerk einer göttlich bestimmten Verwaltungsordnung ausgestattet wurde und im Laufe der folgenden Epoche durch die Aufstellung einer Reihe von nationalen Plänen, die im Aufbruch zum Weltkreuzzug ihren Höhepunkt erreichte, die neugeborenen Verwaltungsorgane zur systematischen Verbreitung des Glaubens gebraucht, taucht nun im Gefolge der schweren Prüfung, die die überwältigende Mehrheit der Anhänger des Glaubens erschütterte, schrittweise aus der Finsternis auf.

Der weltweite Widerhall dieses die ganze Nation umfassenden Aufruhrs wird von der Nachwelt als der mächtigste Schall der Trompete Gottes gepriesen werden, der bestimmt ist, durch die Vermittlung seiner ältesten, furchtbarsten, boshaftesten, fanatischsten Gegner unzählige Mengen wie auch die Kanzleien ' und führenden Obrigkeiten des Ostens und des Westens auf das Vorhandensein und die Folgerungen des Glaubens, der durch Seinen Botschafter an diesem Tage verkündet wurde, aufmerksam zu machen. Dieser langersehnte, heißerhoffte Aufstieg, ein in sich lang ausgedehnter Vorgang, wird ganz sicher den Weg zur Befreiung dieses Glaubens von den Fesseln der Orthodoxie in islamischen Ländern bahnen, wie auch zur endgültigen Anerkennung des unabhängigen Charakters der Offenbarung von Bahá'u'lláh in seinem Heimatland.

In Folge der erlittenen schmerzlichen Verluste und der Notwendigkeit, eine weltweite Bahá'í-Solidarität zu beweisen, ist ein "Hilfsfonds für die Verfolgten" eröffnet worden mit dem Zweck, den ausgeplünderten und obdachlosen Opfern sofortige Linderung zu bringen. Ich selber stifte den Wert von achtzehntausend Dollar für diesen edlen Zweck. Gleichwohl wie ich mir der mannigfachen Ansprüche bewußt bin, die an die Anhänger des Glaubens gestellt werden, drängt es mich, sie einzuladen, durch Beiträge teilzunehmen, die durch ihre betreffenden Nationalen Räte zu übermitteln sind.

Außerdem ist, unabgeschreckt durch die Hindernisse, die den Kreuzfahrern Bahá'u'lláhs in den Weg gelegt wurden, der historische Schluß gefaßt worden, den Mutter-Tempel von Afrika in der Stadt Kampala, die in seinem Herzen liegt, zu errichten, und dies bedeutet den höchsten Trost für die Mengen der unterdrückten, tapferen Brüder in der Wiege des Glaubens. Jeder Kontinent der Erde, mit Ausnahme Australiens, wird sich dadurch seines eigenen Mashriqu'l-Adhkár rühmen dürfen und unmittelbaren geistigen Gewinn daraus ziehen. Und außerdem wird damit eine angemessene Anerkennung der wunderbaren Ausdehnung des Glaubens und der erstaunlichen Vermehrung seiner Verwaltungseinrichtungen in allen Teilen dieses Kontinentes gewährt sein, eines Kontinentes, der durchaus ein Haus der Andacht verdient hat, das die vier schon errichteten nationalen Haziratu'l-Quds ergänzt, eines Hauses, in dem der Geist eines unbesiegbaren Glaubens wohnen kann, innerhalb dessen Mauern die afrikanischen Anhänger des Glaubens von Bahá'u'lláh zusammenkommen können, und aus dem die Wechselgesänge der Lobpreisungen, die den Größten Namen verherrlichen, zu den Heerscharen des Abhá-Königreiches emporsteigen können.

übermitteln Sie diese Botschaft an die Hände der Sache und an die Nationalen len Räte.






+40 #66 6.April 1956

»WER IMMER SICH AUFMACHT, UNSERER SACHE ZU DIENEN«

Der triumphale Abschluß des zweiten Abschnittes des globalen Geistigen (Zehn- jahres -) Kreuzzuges, den die Anhänger des Glaubens von Bahá'u'lláh in so vielversprechender Weise aufgenommen haben, veranlaßt mich, den Abgeordneten, die bei der alljährlich in allen Erdteilen einberufenen Bahá'í-National-Tagung anwesend sind, meine Gefühle der Freude, des Stolzes und der Dankbarkeit zu übermitteln, die ein so bedeutsamer Sieg in meinem Herzen erweckt hat.

Das Jahr, das eben zu Ende gegangen ist, ein Jahr, das die Nachwelt als eines der ereignisreichsten und herausforderndsten in den Annalen des Gestaltenden Zeitalters der Bahá'í-Sendung wird ansehen müssen, ist in seinen ersten Monaten überschattet worden von einer plötzlich einsetzenden, höchst bedrohlichen Krise im Geschick dieses Glaubens, einer Krise, die, obwohl sie noch nicht völlig abgeschlossen ist, bereits zu einem bedeutsamen Sieg über die vereinigten Kräfte seiner traditionellen Gegner im Land seiner Geburt geführt hat, die seit nunmehr einem Jahrhundert eifrig versucht haben, seine Grundlagen zu zerstören, seinen Glanz zu trüben und sein Licht auszulöschen. Eine lange schon geschmähte, niedergetretene, schwer geprüfte Gemeinde, welche die überwältigende Mehrheit der Anhänger Bahá'u'lláhs bildet und kürzlich den Unbilden und dem Druck einer heftigen, rohen Verfolgung ausgesetzt ward, die gekennzeichnet war durch heftige Erniedrigungen, Einschüchterungen, Plünderungen, Vertreibungen, Brandstiftungen, Raub und Mord, ist aus einem noch weiteren grauenhaften Erlebnis sieghaft hervorgegangen, einer Prüfungszeit von ungewöhnlicher Härte. Und doch ist ihre Einheit ungebrochen, ihre Zuversicht bestärkt, ihr Ansehen beträchtlich gestiegen; ihr Ruhm ertönt weit und breit in einem nie dagewesenen Maße, ihre administrative Wirksamkeit ist unerschüttert, ihre Besitztümer sind ungeschmälert, und die grimmigen, anmaßenden und wiederholten Drohungen ihrer geschworenen Feinde, sie durch gesetzliche Handhaben zu ächten, ihr Eigentum zu beschlagnahmen, ihre Häuser zu zerstören, ihre Mitglieder einzukerkern und zu verbannen, sie mit Stumpf und Stiel in ihrem Heimatland, dem Land des Gründers ihres Glaubens, auszurotten, sind wirkungslos geblieben.

Gleichzeitig mit diesem wunderbaren, ehrfurchtsgebietenden Zwischenakt der Vorsehung während dieses kritischen Zeitpunktes in der wundersamen Entwicklung und dem unaufhaltsamen Fortschreiten von Gottes jugendlichem Glaubenim Lande seines Entstehens zu den beiden strahlenden Zielen, der völligen Befreiung von den Erschütterungen durch religiöse Orthodoxie und der Anerkennung seitens des Staates, kann eine ebenso bedeutsame Entwicklung während der vergangenen zwölf Monate festgestellt werden; sie ist zu sehen in der fortschreitenden Entfaltung des Zehnjahresplanes über die Grenzen des sturmgeschüttelten Landes hinaus, in seiner Ausbreitung bis in die fernsten Bezirke der Erde, des Zehnjahresplanes, der nun mehr in seine dritte Phase eintritt, die das strahlendste Stadium in seinem Verlauf zu werden verspricht.

Dieses weltumspannende Unternehmen, das vor drei Jahren anläßlich der weltweiten Feiern zum Gedächtnis des Hundertjahrtages der Geburt der Sendung des Begründers unseres Glaubens seinen Anfang nahm, hat in allen Phasen seiner Wirksamkeit über fünf Kontinente und über die Inseln der Meere hin einen raschen Auftrieb genommen und kündet - mögen wir dabei die neuen Gebiete oder die neuen Institutionen betrachten - von einer Lebenskraft, die Erfolge zu verzeichnen hat, wie sie die Erwartungen selbst der optimistischsten seiner Förderer bei weitem übertroffen haben.

Die Zahl der Orte, zu denen das Licht dieses unbesiegbaren Glaubens gedrungen ist und nun seinen sieghaften Glanz über das Antlitz des Planeten ergießt, ist auf nahezu dreitausendsiebenhundert angestiegen; das bedeutet eine Zunahme von fast fünfhundert im Verlauf eines einzigen Jahres. Die Zahl der selbständigen Staaten und der Provinzen innerhalb deren Grenzen, die sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit während des ersten Jahres dieses Weltkreuzzuges vervielfacht hatte, ist nun auf zweihundertsiebenundvierzig angestiegen dank der Ankunft der Ritter Bahá'u'lláhs, Udai Naraim Singh, Frank Wyss und Daniel Haumont in Tibet, auf den Kokos-Inseln und den Loyalitäts-Inseln, desgleichen durch die Erschließung von Laos und Kambodscha und der Inseln Pemba, Fernando Po, Trinidas und Corisco - Gebiete, die nicht einmal in den Zehnjahresplan mit einbezogen waren. Und wie unlängst eingetroffene Nachrichten melden, sind auch einige wenige Gläubige in den Sowjetrepubliken Kazakhstan und Uzbekistan eingetroffen. Die Anzahl der örtlichen Geistigen Räte, die nun weit und breit auf der Bahá'í-Welt ihre Tätigkeit ausüben, übersteigt neunhundert. Jedes einzelne Land, das im Plan im Bereich jeweils eines Kontinentes der Erde eingezeichnet ist, mit Ausnahme des Sowjet-Bereichs, ist nun dem Glauben erschlossen. Alle Inseln, die im Plan vorgesehen sind, über siebzig an der Zahl - Inseln im Stillen, im Atlantischen und im Indischen Ozean, im Mittelmeer und in der Nordsee - sind gleicherweise erschlossen außer den Nikobaren, dem Tschagos-Archipel, Hainan, Sachalin, Spitzbergen und der Anticosti-Insel. Die Zahl der Inseln dieser Erde, zu denen seit Beginn die Botschaft von Bahá'u'lláh getragen worden ist, beläuft sich nun auf neunundachtzig. Allein im Pazifischen Ozean beträgt die Zahl der erschlossenen Gebiete nun über vierzig, während die Zahl der Orte, wo Bahá'í wohnen, einhundertundsiebzig nun übersteigt. Die Zahl der Sprachen, in die Bahá'í-Literatur übersetzt wurde und zur Zeit noch übersetzt wird, hat nun einhundertundneunzig erreicht; davon sind nicht weniger als vierunddreißig als zusätzlich zu denen, die im Plan vorgesehen sind, zu betrachten.

Im Afrikanischen Kontinent und in seinen Nachbarländern, im Atlantischen wie im Indischen Ozean hat die Zahl der erklärten Träger des Glaubens die Dreitausendergrenze überschritten; davon gehören über zweitausendfünfhundert der Negerrasse an. Die Zahl der dem Glauben erschlossenen Gebiete auf diesem rasch erwachenden Kontinent und seinen Nachbarinseln ist auf achtundfünfzig angestiegen, während die Zahl der Orte, wo Bahá'í wohnen, über vierhundert beträgt. Die Zahl der Stämme innerhalb der Bahá'í-Gemeinde beläuft sich nun auf über einhundertundvierzig, die Anzahl der Örtlichen Geistigen Räte, die schon gegrfindet worden sind, beträgt über hundertundzwanzig; und die Zahl der Spra chen, in die Bahá'í-Literatur übersetzt wurde und noch wird, übersteigt fünfzig.

Die Zahl der eingetragenen Räte, örtlicher wie nationaler, in den verschiedenen Erdteilen ist auf einhundertachtundsechzig angewachsen; die zuletzt hinzugekommenen sind der Italienisch-Schweizerische Nationale Geistige Rat und die örtlichen Geistigen Räte von Brüssel, Tokyo, Liverpool, Hamilton, Winnipeg, Quincy, Basel, Zürich, Genf, Heidelberg, Buenos Aires, Saigon, Suva, Malakka und Addis Abeba. Die Zahl der Nationalen Haziratu'l-Quds, der Vorläufer der Nationalen Geistigen Bahá'í-Räte, die in den Hauptstädten und den führenden ,$tädten von Nord-, Zentral- und Süd-Amerika, den Zielländern in Europa, Africa, Asien und Australien und auf verschiedenen Inseln erstanden sind, hat dreiundvierzig erreicht. Dazu kommen die Kosten von über einer halben Million Dollar als umfassender Ersatz für die Beschlagnahme und Besetzung des Nationalen Verwaltungszentrums des Glaubens und die Zerstörung seiner Kuppel durch die Militärbehörden in der persischen Hauptstadt.

Weiterhin ist Land für die Errichtung von zehn Tempeln erworben worden im Wert von nicht weniger als hunderttausend Dollar. Die Unterhandlungen für den Erwerb des einen noch ausstehenden Tempelgeländes, das in der schwedischen Hauptstadt gekauft werden soll, haben indes einen guten Fortgang genommen. In nicht weniger als dreißig von den einundfünfzig Ländern, die im Zehnjahresplan verzeichnet sind, wurden Nationale Bahá'í-Besitztümer, schätzungsweise im Wert von hunderttausend Dollar erworben. Das bedeutsamste von diesen ist das Maxwell-Heim, das mit dem Besuch Abdu'l-Bahás beehrt wurde, als Er in Montreal weilte, das durch die Hand der Sache Amatu'l-Bahá dem Kanadischen Nationalen Geistigen Rat übergeben wurde. Außerdem werden ernsthafte Bemühungen um die Errichtung ähnlicher Besitztümer in den einundzwanzig übrigen Ländern angestrengt.

Im Verfolg der Vollendung und der Annahme des Planes für den ersten Mashriqu'l-Adhkár in der Wiege des Glaubens sind Schritte unternommen worden zur Vorbereitung von nicht weniger als drei weiteren Plänen, einen für den Tempel, der im Herzen des europäischen Kontinentes errichtet werden soll, einen weiteren, der in nächster Zeit auf dem afrikanischen Kontinent errichtet werden soll, und den dritten, der für Australien gedacht ist. Hierdurch wird in jedem der übrigen Kontinente der Weg geebnet für die Errichtung eines Hauses, das der Anbetung des einen wahren Gottes und der Herrlichkeit und Ehre Seines Boten für diesen Tag geweiht sein soll.

Im Heiligen Land, dem Zentrum und Angelpunkt, um den die göttlich verordneten, sich rasch vervielfachenden Institutionen eines weltumspannenden, unaufhaltsam vorwärtsschreitenden Glaubens sich drehen, ist ein zwiefacher, in den letzten Jahren sehr zu beachtender Prozeß dadurch beschleunigt worden, daß die Geschicke der Verletzer des Bündnisses von Bahá'u'lláh einen raschen Abstieg erlitten haben und daß das Aufblühen der Institutionen seines administrativen Welt-Zentrums im Schatten Seines Schreins zutage trat. Es wurde einerseits dadurch beschleunigt, daß der verräterische und boshafte Majdi'd-Dín, der letzte Überlebende der Hauptanstifter der Auflehnung gegen den Willen des Begründers unseres Glaubens, eines Todes unter elenden Umständen starb, und andererseits durch die Grundlegung und Errichtung einiger Säulen, der Fassade und der Nordseite des Internationalen Bahá'í-Archivs, des ersten der Hauptgebäude, die dazu bestimmt sind, den Sitz des auf dem Berg Karmel zu errichtenden Administrativen Bahá'í-Weltzentrums zu bilden. Nicht weniger als dreißig von den zweiundfünfzig Säulen, eine jede über sieben Meter hoch, dieses imposanten und erschütternd schönen Gebäudes sind bereits errichtet worden, während die Hälfte der neunhundert Tonnen für seinen Bau aus Italien angeforderter Steine bereits wohlbehalten im Hafen von Haifa eingetroffen ist. Außerdem ist mit einer Ziegelfabrik in Utrecht ein Abkommen getroffen worden für die Herstellung von über siebentausend grünen Ziegeln im Wert von mehr als fünfzehntausend Dollar. Diese Ziegel sollen das fünfhundert Quadratmeter umfassende Dach des Gebäudes decken.

Gleichzeitig mit diesen Gebäudevorhaben ist nach langwierigen und schwierigen Verhandlungen ein ausgedehntes Gelände, das sich an die Ruhestätte des Größten Heiligen Blattes anschließt, für einhunderttausend Dollar erworben worden. Dadurch soll einerseits der Bereich der internationalen Bahá'í-Besitztümer auf dem Berg Karmel erweitert und gesichert werden, und andererseits der sehr notwendige Raum für die Ausdehnung und Vollendung des weit ausladenden Bogens um den herum die Gebäude der administrativen Bahá'í-Weltordnung errichtet werden sollen, sichergestellt werden. Das neuerdings erworbene Gebiet um den heiligsten Schrein der Bahá'í-Welt und seine hierzu bestimmte Qiblih in der Ebene von Akká ist weiterhin erweitert worden durch den Erwerb eines zerstörten Hauses von der Israelischen Aufbaubehörde. Dieses liegt südlich des Landgutes (Bahji) und ist ein durch den Besuch Abdu'l-Bahás gesegnetes Haus, in dem Er Seine Freunde zu empfangen pflegte; unter diesen waren die ersten westlichen Bahá'í-Pilger, die nach dem Hinscheiden Bahá'u'lláhs in das Heilige Land kamen.

Zu diesen letzten Erwerbungen kommt noch der Ankauf eines anderen Platzes hinzu, der sich in der Nähe des Grabmals des Báb befindet und an das Gebiet grenzt, welches den zukünftigen Sitz der Administrativen Bahá'í-Weltordnung bilden soll. Damit steigt das gesamte Gelände der internationalen Bahá'í-Besitztümer im Heiligen Land auf über vierhunderttausend Quadratmeter an. Weiterhin sind für den Erwerb des Grundstückes des künftigen Mashriqu'l-Adhkár auf dem Berge Karmel erforderlichen Formalitäten erfüllt worden, während die Übertragung der Anteile der unlängst erworbenen Gelände auf die Namen der Israel-Zweige der Vereinigten Staaten, des Britischen, Persischen, Kanadischen und Australischen Nationalen Bahá'í-Rates schleunigst ausgeführt werden wird.

In den Vereinigten Staaten von Amerika, der Heimat der Vorkämpfer einer weltumfassenden Ordnung, ist an die Bahá'í-Gemeinde eine offizielle Einladung des Kirchenrates von San Franzisko ergangen, Vertreter zur Teilnahme an einem Gebets-Gottesdienst der Vereinten Nationen für Frieden und Göttliche Führung zu entsenden. Dieser Einladung ist die Gemeinde freudig nachgekommen. Bei dieser interreligiösen Versammlung, die im Cow-Palast in San Franzisko stattfand, der Geburtsstätte der Urkunde der Vereinten Nationen, waren annähernd sechzehntausend Menschen in Andacht und stillem Gebet vereinigt. Unter ihnen befanden sich führende Männer der Regierung, darunter auch der Staatssekretär der Vereinigten Staaten. Die Stimme des Vertreters der Bahá'í war die erste, die sich erhob und ein von Bahá'u'lláh geoffenbartes Gebet sprach. Danach wurde jeweils ein Gebet von Vertretern des christlichen, mohammedanischen, des jüdischen, des Hindu- und des buddhistischen Glaubens gelesen; alle waren gleicherweise eingeladen, an dieser großartigen, historischen Versammlung teilzunehmen. Ein von Abdu'l-Bahá für Amerika geoffenbartes Gebet wurde durch die gewählten nationalen Vertreter der Gemeinde der Vereinigten Staaten an Präsident Eisenhower überreicht, der seinen Empfang mit warmen Worten in einem eigenhändig signierten Schreiben bestätigte.

Nicht vergessen sei auch in diesem kurzen überblick über die Bahá'í-Siege und -Errungenschaften im Verlauf des zu Ende gehenden Jahres der zweiten Phase des Zehnjahresplanes die Erwähnung der Gründung eines Bahá'í-Veröffentlichungs-Unternehmens in Indien; der Errichtung von über dreißig neuen Zentren und fünfzehn Räten in Indien, Pakistan und Burma; die Erwerbung einiger heiliger Stätten, die durch die Fußstapfen von Bahá'u'lláh in Adrianopel, dem Lande des Mysteriums und des Schauplatzes der Verkündung Seiner Botschaft, gesegnet sind; die Abhaltung der ersten Bahá'í-Sommerschule in Zentral-Afrika, in Kobuka (Uganda), die von etwa hundert Afrikanern und weißen Gläubigen, sowie von Vertretern von nicht weniger als achtundzwanzig Örtlichen Geistigen Räten besucht war; die Einberufung der historischen ersten Allfranzösischen Lehrkonferenz, der ersten Frucht der gemeinsamen Arbeit der Gläubigen von etwa dreißig bereits im ganzen Land gegründeten Zentren; das Bereitstellen eines Platzes für einen künftigen Friedhof für die Mitglieder der Bahá'í-Gemeinde in Tripolis (Libyen) und in der Hauptstadt von Tanganjika; der Erwerb von Land für die Gründung einer Bahá'í-Sommerschule im Iráq; die Ausdehnung der Wählbarkeit in den Ägyptischen Nationalen Geistigen Rat, wie auch der Berechtigung zur Teilnahme als Delegierte an der Bahá'í-Nationaltagung auf die Bahá'í-Frauen in Ägypten; der Ankauf von Gelände auf einer Insel bei Muara Siberut (Mentawai-Inseln) als Ergänzung zum Bahá'í-Besitz in Jakarta, der indonesischen Hauptstadt; das Vorschieben des nördlichen Vorpostens des Glaubens in Alaska bis nach Point Barrowim arktischen Bezirk; die Einleitung von zusätzlichen Planungen zur Förderung des Glaubens auf den Seychellen und im Sudan; und das Eintreffen eines Pioniers auf der Praslin-Insel, die einen Teil der Seychellen-Gruppe bildet.

Auch kann ich mir nicht versagen, in diesem überblick die tatkräftigen und nachahmenswerten Bemühungen zu erwähnen, welche die Bahá'í-Gemeinden der ganzen Welt unternommen haben zum Schutz und zur Befreiung der verfolgten Glieder der persischen Bahá'í-Gemeinde, die einer der schwersten Prüfungen unterworfen worden ist, welche die standhaften Anhänger des Glaubens in den letzten Jahren im Land seiner Geburt zu erdulden hatten. Anläßlich dieses barbarischen Rückfalls in religiöse Verfolgung sind über tausend Botschaften von Bahá'í-Gemeinden teils brieflich, teils telegrapbisch an Seine Majestät den Sháh, an die Regierung, an die Majlis und an den Senat gerichtet worden; auch die breite Öffentlichkeit wurde durch die führenden Zeitungen der Welt aufgerufen, desgleichen durch Proteste von Studenten, Staatsmännern, Regierungsbeamten und bedeutenden Persönlichkeiten wie Pandit Nehru, Eleanor Roosevelt, Professor Gilbert Murray und Professor A. Toynbee. Eine schriftliche Mitteilung, begleitet von einem Memorandum, in dem die Grausamkeiten angeführt werden, die in allen persischen Provinzen begangen wurden, ist in Genf beim Generalsekretär der Vereinten Nationen eingereicht worden. Dieser beauftragte eine Kommission von Beamten der Vereinten Nationen, an deren Spitze der Hoch-Kommissar für Flüchtlinge stand, sich an den persischen Außenminister zu wenden und diesen dringend zu ersuchen, er möge doch von seiner Regierung in Teheran die formale Versicherung erwirken, daß die Rechte der Bahá'í-Minorität in jenem Land geschützt würden. Kopien dieser an die Vereinten Nationen gerichteten Schrift wurden den Vertretern der Mitglied-Nationen des Sozialen und ökonomischen Rates über mittelt; desgleichen dem Vorsitzenden der Liga für Menschenrechte und gewissen besonderen Behörden von nicht politischen Organisationen mit beratendem Status. Weiterhin wurde der amerikanische Präsident durch die nationalen Vertreter der amerikanischen Bahá'í-Gemeinden, sowie durch alle Örtlichen Räte und Gruppen in den Vereinigten Staaten angerufen. Daraufhin ging bei dem amerikanischen Nationalen Geistigen Rat ein höfliches und zusagenden Schreiben vom Staatsdeparte ment in Washington ein, in dem der Empfang dieses Appells bestätigt wurde, während der Vorsitzende der Liga für Menschenrechte seinerseits an den Sekretär des amerikanischen Nationalen Geistigen Rates ein Schreiben richtete, in dem er ihm mitteilte, daß sowohl der Brief wie auch das an ihn gerichtete Bittgesuch an die Kommission für Menschenrechte weitergeleitet werden würde, und daß man Abschriften davon an die Persische Regierung senden wolle. Es wurde weiterhin versichert, daß desgleichen Auszüge davon an die Unterkommission zur Verhütung von Diskriminierung und zum Schutz der Minderheiten gesandt werden würden. Als weitere Maßnahme zur Abhilfeschaffung wurde von der amerikanischen Bahá'í-Gemeinde mit einem Aufwand von vierzigtausend Dollar eine öffentliche Pressekampagne durchgeführt, die der Proklamation der Grundwahrheiten des Glaubens, der Ziele und Absichten seiner Anhänger und der Erschwerungen, welche die überwältigende Mehrheit seiner Anhänger im Land seiner Geburt zu erdulden hatten, besonderen Nachdruck verleihen sollte.

Weiterhin kann ich mich nicht enthalten, in dieser ganz kurzen übersicht die hochbedeutsame Tatsache hervorzuheben, daß in über sechzig Gebieten - das ist mehr als die Hälfte der absoluten Zahl der für den Glauben neu erschlossenen Gebiete - seit der Eröffnung des Geistigen Welt-Kreuzzuges die Zahl derer, die sich der Sache Bahá'u'lláhs verschrieben und sich unter Sein Banner gestellt hat, die ursprünglich vorgesehene und als Minimum für die Erschließung dieser Gebiete betrachtete Zahl noch überschritten worden ist; daß zu einem beträchtlichen Prozentsatz die Mitgliederzahl der Bahá'í bei weitem die Zahl überschritten hat, die zur Gründung von Örtlichen Geistigen Räten erforderlich ist; daß in Gambia dreihundert und auf den Gilbert- und Ellice-Inseln fünfhundert Gläubige sich zu Seiner Fahne bekannt haben, bzw. im Begriff sind, es zu tun; und daß in Uganda allein, das die Siegespalme in Händen hält, die Zahl der erklärten Gläubigen tausend überschritten hat.

Derart herzerwärmende, ergreifende Beispiele von Bahá'í-Bereitschaft und -Unternehmungsgeist, so strahlende Beweise von Bahá'í-Solidarität, Beständigkeit, Mut, Seelenstärke und Aufopferung, die in rascher Folge über ein riesiges Gebiet der Erde hin und angesichts der zunehmenden Opposition von seiten derer, die uns den sich ausdehnenden Ruhm des Glaubens neiden oder den Einfluß seiner alles durchdringenden Macht fürchten, zutage traten, haben über den ersten Abschnitt dieses geistigen Kreuzzuges einen Glanz ausgegossen, den der Lauf der Zeit nie wird auslöschen können. Die dritte Phase dieses denkwürdigen Unternehmens - deren Einsetzen zu dieser Stunde sich ankündigt durch das Entstehen von nicht weniger als drei zusätzlichen Regionalen Bahá'í-Räten auf dem afrikanischen Kontinent, muß auf die Annalen dieses ungeheuren Kreuzzuges ein Licht von solchem Glanz werfen, daß es selbst die Pracht dieses Leuchtens verdunkelt.

Die ruhmreiche und erstaunliche Arbeit, die von Einzelnen wie von der Gesamtheit im Verlauf von drei kurzen Jahren in fünf Erdteilen und auf den Inseln der Meere, sowohl in der Heimat wie im Ausland, in der Lehrarbeit, wie auch auf dem Gebiete der administrativen Bahá'í-Arbeit geleistet worden ist, darf, so wie jetzt das Heer der Kreuzritter Bahá'u'lláhs vorwärts schreitet zu neuen und noch ausgedehnteren Bereichen, um noch größere Höhen zu erklimmen, nie und nimmer gefährdet werden oder gar zurückbleiben oder einen Rückschlag erleiden. Die Errungenschaften, die mit so viel Ausdauer erreicht worden sind, sollten nicht nur eifersüchtig bewahrt, sondern noch ständig erweitert werden. Weit davon entfernt, zuzulassen, daß die langen, hervorragenden bis jetzt erreichten Höchstleistungen irgendwie getrübt würden, müssen wir aufs eifrigste bemüht sein, sie mit jedem dahinschwindenden Tag noch zu veredeln.

Die neuerdings erschlossenen Gebiete dieser Erde dürfen unter keinen Umständen in den Zustand geistiger Verlassenheit, dem sie mit so viel Arbeit vor kurzem erst entrissen worden sind, wieder zurückgleiten. Im Gegenteil, die hocherfreulichen Beweise, die von der Ausdehnung und Festigung des herrlichen, historischen Werkes künden, das in so vielen dieser Gebiete erreicht worden ist, rnüssen schleunigst noch vervielfacht werden.

Die örtlichen Räte, die so emsig und geduldig errichtet worden sind, dürfen unter keinen Umständen der Auflösung anheimfallen, noch irgendwie in ihren Grundfesten gefährdet werden.

Der starke und stetige Prozeß, in dem die zunehmende Zahl der erklärten Träger des Glaubens und die Vervielfachung der isolierten Zentren, Gruppen und örtlichen Räte einbeschlossen ist, muß während dieser ganzen neu begonnenen Phase des Planes merklich beschleunigt werden. Die Eintragung Geistiger Räte muß mit einer Beschleunigung erfolgen, die den Fortschritt, der hinsichtlich dessen während der beiden ersten Phasen des Planes erzielt worden ist, in den Schatten stellt. Die noch unerschlossenen Gebiete dieser Erde außerhalb des sowjetischen Bereiches, die nun auf nur noch vier einsame Inseln beschränkt sind, müssen möglichst unverzüglich für das allüberall sich erstreckende Reich von Bahá'u'lláh gewonnen werden. Damit würde die weitestreichende und ergreifendste aller Unternehmungen, die mit Hilfe der konzentrierten Arbeit Seiner wackeren Anhänger in Angriff genommen worden ist, ihre Krönung finden. Das einzige noch ausstehende Tempel-Gelände, das in der schwedischen Hauptstadt erworben werden soll, muß schleunigst gekauft werden. Die sechs noch aus stehenden Haziratu'l-Quds, einige in Latein-Amerika, andere in Europa, müssen schnellstens errichtet werden.

Die Bahá'í-Besitztümer müssen in den Ländern, die bis jetzt noch nicht der Segnungen dieser göttlich verordneten Institution teilhaftig geworden sind, sogleich gekauft werden. Die Aufgabe der Vervollständigung der übersetzung von Bahá'í-Literatur in die im Plan aufgeführten Sprachen muß mit erneuter Entschiedenheit und Tatkraft durchgeführt werden. Die Bahá'í-Veröffentlichungsunternehmen, die bis jetzt noch nicht gegründet worden sind, müssen bei der frühest möglichen Gelegenheit errichtet werden. Die heilige Verpflichtung, die restlichen wichtigsten historischen Gebäude am Geburtsort des Glaubens zu erwerben, insbesondere die Stätten der Gefangenschaft des Báb und Seines Märtyrertums, muß so schnell wie möglich eingelöst werden. Die jetzt eingeleitete Nachforschung nach der Identität der Ruhestätte des Vaters von Bahá'u'lláh, der Mutter und des Vetters von Báb muß mit größtem Fleiß und größter Umsicht betrieben werden. Der Bau des Mutter-Tempels in Europa, der so lebensnotwendig und schon so lange überfällig ist, muß schleunigst begonnen werden. Die gleichen Bemühungen müssen unverzüglich in Afrika gemacht werden, wo das phänomenale Fortschreiten des Glaubens eine ähnliche Einrichtung dringend erforderlich gemacht hat. Die Errichtung eines Altersheimes, das die Einweihung des ersten Zusatzgebäudes zum Heiligsten Haus der Anbetung Gottes in der Bahá'í-Welt darstellt, muß nun, da das Gelände in der Nähe jenes Tempels erworben worden ist, begonnen und rasch weitergeführt werden. Die Eintragung der neu gebildeten Nationalen Geistigen Räte, sowohl der regionalen wie der selbständigen, muß tunlichst bald nach ihrer Gründung eingeleitet werden und sollte laufend mit der zunehmenden Zahl dieser Räte auf allen Erdteilen ergänzt werden. Vor allem müssen, in einem Ausmaß und mit einem Eifer wie noch nie zuvor, Anstrengungen gernacht werden, um möglichst rasch die Zahl der örtlichen Geistigen Räte in allen Gebieten zu vervielfachen, wo Nationale Geistige Räte, ob unabhängige oder regionale, provisorisch oder für dauernd errichtet werden sollen, um die Grundlagen zu erweitern und zu vertiefen, auf denen diese machtvollen nationalen Institutionen - die Pfeiler des künftigen Universalen Hauses der Gerechtigkeit - ruhen müssen. Besondere Aufmerksamkeit sollte allsogleich sich auf die Vermehrung solcher Einrichtungen konzentrieren in den Gebieten, wo diese Nationalen Geistigen Räte in der nächsten Zukunft errichtet werden sollen, wie in Süd- und Zentralamerika, Arabien, Südostasien, Pakistan, Alaska, Japan, Neuseeland, Skandinavien und Finnland, den Benelux-Ländern, der Iberischen Halbinsel und Frankreich, wie auch in jenen Gebieten, in denen zu einem späteren Zeitpunkt Nationale Räte gegründet werden sollen im Laufe der Entwicklung des gegenwärtigen Abschnittes des Planes; der Zeitpunkt ihrer Gründung wird weitgehend von der Geschwindigkeit abhängen, mit der jene örtlichen Geistigen Räte gebildet werden.

Der geistige Kreuzzug, den die Armee des Herrn der Heerscharen so freudig und zuversichtlich begonnen hat, steht nun mehr an einem wichtigen Wendepunkt in der Geschichte seiner wundervollen Entwicklung. Drei Jahre prachtvoller Heldentaten, vollbracht für die Verbreitung des Lichtes eines unsterblichen und unendlich kostbaren Glaubens und für die Stärkung des Gefüges seiner administrativen Ordnung liegen nun hinter ihm. Ein Geist der Selbstverleugnung und Selbstaufopferung, der so selten ist, daß er nur noch vom Geist der Pioniere eines früheren Zeitalters übertroffen werden kann, hat ständig jeden einzelnen wie auch die Gesamtheit beseelt, jeden der Teilnehmer, gleichviel welchen Ranges, welcher Klasse, welchen Geschlechts und welchen Alters. Ungeheure Geldmittel sind willig und liebevoll aufgebracht worden, um seine systematische und erfolgreiche Durchführung zu sichern. Einige wenige heroische Seelen haben bereits entweder den Kelch des Märtyrertums getrunken oder ihr Leben dahingegeben, oder haben schwere Prüfungen verschiedener Art über sich ergehen lassen müssen im Kampf für den Glauben. Seine Auswirkungen sind so weithin bekannt geworden, daß sie einen nicht unbeträchtlichen Teil der traditionellen furchtbaren Gegner seiner mutigen und aufopfernden Verfechter in Unruhe versetzt haben. Wie dieser Glaube so vorangetragen wurde, sind tatsächlich neue Feinde aufgestanden, die seinen Vormarsch zu hindern suchen und seine Ziele bekämpfen. Mahnende Zeichen können bereits in weit entfernten Gebieten wahrgenommen werden, die das Nahen des Tages ankünden, da Scharen zu seiner Fahne eilen werden in Erfüllung der Voraussagen, die schon lange zuvor durch den erhabenen Führer seiner Streitkräfte gemacht worden sind.

Vor den Augen der Kämpfer, die sich um sein Banner gereiht haben, erstrecken sich Gefilde, die noch zu erforschen und zu festigen sind, in solcher Ausdehnung, daß sie wohl dazu angetan sind, die Augen mancher Seele zu blenden und ihr Herz mit Ehrfurcht zu erfüllen, mancher Seele, die weniger stark ist als jene, die sich aufgemacht haben, sich zu seiner Sache zu bekennen. Die Höhen, die seine Kämpfer erklimmen müssen, sind wahrhaft erschreckend. Der Fallgruben auf ihrem Pfad sind es noch viele. Der Weg, der zum endgültigen und vollständigen Sieg führt, ist gewunden, steinig und eng. Ihrer jedoch ist die ausdrückliche Versicherung, geoffenbart durch die Feder des Höchsten - des Urbewegers der Kräfte, die ausgelöst wurden durch diesen weltumspannenden Kreuzzug -, daß, »Wer immer sich aufmacht, Unserer Sache zu dienen, von Gott siegreich gemacht wird über zehn mal zehntausend Seelen, und sollte er in seiner Liebe zu Mir wachsen, so werden Wir ihn triumphieren lassen über alles, was im Himmel und auf Erden ist.«

Wer sich Seiner Liebe als Rüstung bedient, wer sich fest auf das Schild Seines mächtigen Bündnisses stützt, wer das Streitroß der Standhaftigkeit besteigt, wer die Lanze des Wortes des Herrn der Heerscharen hochhält und sich bedingungslos auf Seine Verheißungen als die beste Ausrüstung für seine Reise verläßt, der möge sein Antlitz jenen Gefilden zuwenden, die noch unerforscht sind, und seine Schritte jenen Zielen zuwenden, die bis jetzt noch unerreicht sind. Der möge gewiß sein, daß Der, Der ihn zu solchen Triumphen geführt hat und ihn solche Reichtümer in Seinem Königräich aufhäufen ließ, fortfahren wird, seine geistige Stufe in einem Maße zu erhöhen, wie es kein sterblicher Geist und kein menschliches Herz zu begreifen ver mag.





+41 #74 21.Juni 1956

AM MORGEN NACH DER NACHT DER ANFECHTUNGEN

Der Fortschritt, der durch die deutsche und österreichische Bahá'í-Gemeinde in den letzten Jahren, besonders seit Beginn des Zehnjahres-Planes, auf den Gebieten des Lehrens und der Administration gemacht wurde, war solcher Art, daß er das Gefühl tiefer und bleibender Dankbarkeit in meinem Herzen erweckt und die Bewunderung der Sahwester-Gemeinden in Ost und West erregt hat.

Vor mehr als einem Jahrzehnt gingen diese Gemeinden aus einer langwährenden Periode der Feindseligkeiten hervor, die dazu diente, die Nationen, denen sie angehören, zu läutern, zu erziehen und geistig zu beleben; sie bewiesen während der betrüblichen Prüfungen, die ihnen auferlegt waren, in weitestem Maße die hervorragenden Eigenschaften ihres Glaubens und die Tiefe ihrer unwandelbaren Ergebenheit der Sache gegenüber, die sie zu der ihren gemacht haben; sie bauten am Morgen nach der Nacht der Anfechtungen die Einrichtungen einer administrativen Ordnung gefestigt wieder auf, die zeitweilig durch die Jahre der Unterdrückung, Leiden und Verwirrungen unterbrochen und verdunkelt war; und zu einem späteren Zeitpunkt wurden sie zu Mitarbeitern am Zehnjahresplan in übereinstimmung mit den Bahá'í-Gemeinden der ganzen Welt - an einem Plan, der dazu bestimmt ist, sie eine Stufe auf dem Weg weiterzuleiten, der sie ihrer hohen Bestimmung zuführt. Die Mitglieder dieser Gemeinden sind nun einzeln und in Gemeinschaft daran gegangen, ihre heiligen und schweren Verpflichtungen zu erfüllen - Verpflichtungen, die sie nicht abwälzen können und denen sie, dessen bin ich sicher, in voller Verantwortung entsprechen werden.

Die dritte Phase des Planes, in die sie nun eingetreten sind, muß eine solche Beschleunigung des Tempos der Bahá'í-Arbeit auf den verschiedenen ihnen zugewiesenen Gebieten erfahren und eine solche Tiefe der Opferbereitschaft gegenüber den übernommenen Aufgaben, daß jegliche Beweise der Tapferkeit, die während der Kindheit des Glaubens in beiden Ländern gezeigt wurden, in den Schatten gestellt werden.

Die noch unerschlossenen Gebiete, die Ihrem Rat im Rahmen des Zehnjahres-Planes zugeteilt sind, müssen sorgfältig überwacht und die in diesem Bereich erzielten Gewinne müssen ständig vergrößert werden, einerseits durch das Aussenden einer größeren Anzahl von Pionieren und andererseits durch die zureichendere Versorgung der materiellen und geistigen Bedürfnisse dieser mutigen Seelen, die gemäß der Natur ihres Dienstes die Vorhut der künftigen Armee Bahá'u'lláhs bilden, die in kommenden Tagen in diesen Gebieten geformt werden muß. Die `Heimatfront` - das Schöpfbecken, das ständig wieder aufgefüllt werden muß, soll die Hilfe, die den Pionieren gegeben wird, letzten Endes zweckentsprechend und wirksam sein - muß der Gegenstand größter Sorgfalt und reiflichster Überlegungen der Mitglieder Ihres Rates sein. Dem kürzlich erzielten beachtenswerten Erfolg der Vermehrung der Zahl von Bahá'í-Räten, Gruppen und Einzelstehenden muß ein entsprechendes Anwachsen der Zahl sich bekennender und aktiver Anhänger des Glaubens folgen, denn dies ist der Fels, auf dem die Stärke und Standfestigkeit der ganzen Gemeinde be ruht.

Das Vorbereitungsstadium, das dazu bestimmt war, das größte Unternehmen in Gang zu setzen, dem die deutsche Bahá'í-Gemeinde gegenübersteht - die Errichtung des Muttertempels von Europa - muß rasch und energisch angepackt werden, besonders im Hinblick auf die endgültige Festlegung des Tempelgrundstückes und die Erteilung der nötigen Genehmigung für die Grundsteinlegung und den Aufbau der Außenmauern.

Eine weitere Angelegenheit von lebenswichtiger Bedeutung, die einen bleibenden Einfluß auf das augenblickliche Geschick der deutschen Bahá'í-Gemeinde ausüben wird, ist die Ausarbeitung von Maßnahmen, um den Glauben in die benachbarten Gebiete zu tragen.

Der Vorgang der Eintragung fest gegründeter örtlicher Geistiger Räte, der bis jetzt bedauerlich langsam war, muß weiteren Ansporn erfahren, um die gesetzlichen Grundlagen des administrativen Aufbaus in diesem Lande und in Österreich zu befestigen.

Die Einrichtung des Nationalfonds, dessen grundlegende Bedeutung nicht genug betont werden kann, muß umfassendere und vollständigere Unterstützung aus den Reihen der Gläubigen erfahren, um zu er möglichen, daß die unmittelbaren materiellen Bedürfnisse der eben geborenen Einrichtungen des Glaubens besser wie seither befriedigt werden, da sie nun so umfangreichen und unausweichlichen Verpflichtungen gegenüberstehen.

Besondere Aufmerksamkeit muß außerdem den lebenswichtigen und dringenden Erfordernissen des Glaubens in Österreich geschenkt werden, wo eine im Entstehen begriffene Gemeinde heroisch kämpft, um ihre unabhängige nationale Bahá'í-Gemeinschaft auf eine sichere Grundlage zu stellen.

Die standhafte deutsche Bahá'í-Gemeinde, die zu den ältesten zählt und sicherlich eine der hervorragendsten Gemeinden in Europa ist, die im Herzen dieses Kontinentes fest verwurzelt ist und eines der führenden Bollwerke des Glaubens innerhalb seiner Grenzen darstellt, die immer wieder durch die ihr vom Mittelpunkt des Bündnisses in unmißverständlicher Sprache in den ersten Jahren ihres Bestehens gegebenen glühenden Versprechungen aufgerichtet wurde, so unendlich gesegnet durch seinen denkwürdigen Besuch in ihrem Heimatland, gefestigt und geläutert in der Schule der Not, die siegreich ihren Gegnern widerstand, die so wirkungslos versuchten, ihren Vormarsch zu hemmen, ihre Hoffnungen zu verdunkeln und ihre Grundlagen zu erschüttern durch eine dreißigjährige Erfahrung in der Bahá'í-Administration vollkommen ausgerüstet - eine solche Gemeinde steht in dieser historischen Stunde geschlossen und hoffnungsvoll am Beginn eines Unternehmens, das, wenn es erfolgreich zu Ende geführt wird, ihr ermöglicht, ein Kapitel von größter Bedeutung in der Entwicklung des Glaubens von Bahá'u'lláh in diesem Lande abzuschließen.

Im Bewußtsein ihrer vielfältigen Verpflichtungen entschlossen, die teuersten von Abdul-Bahá für sie gehegten Hoffnungen zu erfüllen, in klarer Erkenntnis der ihr innewohnenden Stärke und ermutigt durch die zahlreichen und herzerwärmenden Leistungen, muß diese Gemeinde in Verbindung mit ihrer jüngeren Schwester ihre BemÜhungen verdoppeln, um luftigere Höhen zu erklimmen, sich in größere Tiefen der Ergebenheit hineinzuversetzen, ein noch vornehmeres Hedentum zu beweisen, und durch ihre Taten und darüber hinaus durch noch überzeugendere Beweise des ihre Mitglieder belebenden Geistes die Gefühle der Bewunderung steigern, die mich sowie die Gläubigen in anderen Ländern aufgrund ihrer tatkräftigen BemÜhungen und unvergeßlichen Heldentaten im Dienste und für die Sache Bahá'u'lláhs bewegen.

Möge Sein Geist immer auf ihre Herzen strahlen und sie erwärmen. Mögen Seine Gebote immer ihre Schritte lenken, und möge Seine unfehlbare Gnade, die aus dem höchsten Königreich hervorströmt, in solcher Fülle über sie ausgegossen werden, damit sie befähigt werden, in den kommenden Jahren einen ganzen und vollständigen Sieg zu erringen.





+42 #76 Ridván 1957

ZU DIESER GLÜCKLICHEN STUNDE

Zu dieser glücklichen Stunde, die einen weiteren Meilenstein im Fortschritt der göttlich geführten, weltumfassenden, ständig sich festigenden Gemeinde der Nachfolger des Glaubens Bahá'u'lláhs darstellt, fühle ich mich aufs neue dazu gedrängt, mit den von der großen Mehrheit ihrer anerkannten Träger gewählten Vertretern, die anläßlich der vierundzwanzig Bahá'í-Nationaltagungen, die gleichzeitig auf dem amerikanischen, europäischen, asiatischen, afrikanischen und australischen Kontinent abgehalten werden, versammelt sind, die letzten Zeugnisse ihres unaufhaltsamen Vormarsches auf dem für sie von ihrem Gründer und dem ernannten Mittelpunkt Seines Bündnisses festgelegten Pfad zu teilen.

Das eben abgelaufene Jahr, zur Stunde seiner Geburt ausgezeichnet durch die Bildung von drei Regionalen Geistigen Räten am Nordrand, im Herzen und im äußersten Süden des lange im Schlaf befangenen afrikanischen Kontinents und in die dritte Phase eines ein Jahrzehnt andauernden, weltunlfassenden Geistigen Kreuzzuges einführend, hat, wenn wir auf die seinen Ablauf kennzeichnenden Triumphe und Prüfungen zurückblicken, die zwei nebeneinander bestehenden Prozesse der Vereinigung und Auflösung in bemerkenswertem Maße beschleunigt, die jeweils mit dem empordämmernden Glanz von Gottes jugendliche m Glauben und dem dahinschwindenden Prunk der Einrichtungen einer untergehenden Kultur verbunden sind.

Und wirklich, wenn wir über die jüngste Vergangenheit hinweg zurückschauen und in noch so flüchtiger Weise die Wechselfälle betrachten, die eine im mer gequältere Gesellschaft betroffen haben, und uns die Mühsale und Nöte in Erinnerung rufen, denen das Gebäude einer sterbenden Ordnung mehr und mehr unterworfen war, können wir nicht umhin, uns über den scharfen Gegensatz zu wundern, der auf der einen Seite durch die sich häufenden Beweise der folgerichtigen Entfaltung und der ununterbrochenen Vermehrung der Einrichtungen einer administrativen Ordnung besteht, dazu bestimmt, der Vorbote einer Weltzivilisation zu sein, und auf der anderen Seite durch die unheilverkündenden Auswirkungen eines akuten politischen Konflikts, sozialer Unruhen, rassischer Feindseligkeit, Klassenhaß und Irreligiosität, die unmißverständlich den Zerfall und das Dahinschwinden der Institutionen einer hinfälligen Ordnung verkünden.

Auf dem Hintergrund dieser betrüblichen Unruhen - des Aufruhrs und der Drangsal eines sich in Geburtswehen befindlichen Zeitalters - mögen wir die unheilschweren Prophezeiungen wohl erwägen, die der Begründer unseres Glaubens vor ungefähr achtzig Jahren gegeben hatte, sowie die schrecklichen Prognosen, die von Ihm, Der der nichtirrende Ausleger Seiner Lehren ist, gemacht wurden, welche alle den Schatten eines weltweiten Umsturzes von in der Geschichte der Menschheit nie gekannten Ausmaßen und nie gekannter Intensität vorauswarfen.

Der stürmische Umsturz des Gleichgewichts der Welt, das Zittern, das die Glieder der Menschheit befallen wird, die vollständige Umformung der menschlichen Gesellschaft, die Enthüllung der neuen Ordnung, die grundlegenden Veränderungen, die den Aufbau der Regierung beeinflussen, die Schwächung der Tragpfeiler der Religion, das Entstehen von Diktaturen, die Ausbreitung von Tyrannei, der Zerfall der Monarchie, der Niedergang der kirchlichen Einrichtungen, das Anwachsen von Gesetzlosigkeit und Chaos, die Ausdehnung und Festigung linksgerichteter Bewegungen, das Auflodern des unter der Asche glimmenden Rassenhaders, die Entwicklung höllischer Kriegswaffen, das Niederbrennen von Städten, die Verunreinigung der Erdatmosphäre, dies ragt als Zeichen und Omen hervor, die das Gericht entweder ankünden oder begleiten, das - wie Er, Der der Richter und Erlöser der Menschheit ist, verordnete - früher oder später eine Gesellschaft treffen muß, die zum größten Teil und über ein Jahrhundert lang für die Stimme des Boten Gottes in diesen Tagen taube Ohren hatte - ein Unheil, das das Menschengeschlecht von der Schlacke seiner jahrhundertelangen Verderbtheit läutern und seine Bestandteile zu einer festgeknüpften, weltumspannenden Bruderschaft verschmelzen muß - eine Bruderschaft, dazu bestimmt, in der Erfüllung der Zeit in den Rahmen eingefügt zu werden und durch den vergeistigenden Einfluß einer geheimnisvoll sich ausdehnenden und göttlich eingesetzten Ordnung gebessert zu werden, und im Laufe zukünftiger Offenbarungen in einer Zivilisation zu erblühen, wie sie die Menschheit in keinem Abschnitt ihrer Entwicklung je erleben durfte.

Auf gleicher Linie mit diesem Vorrang der fortschreitenden Zerrüttung menschlicher Angelegenheiten, nun sichtbar Bedeutung gewinnend außerhalb des Bereiches des Glaubens von Bahá'u'lláh und die Umwälzungen in Erinnerung zurückrufend, die in weit geringerem Maße ein zerfallendes Reich in den ersten Jahrhunderten des christlichen Zeitalters befielen und die weit weniger augenfällig in ihren Äußerungen waren, verlief der Prozeß der Vereinigung, wie er sich in dem wachsenden Zusammenhalt zeigt, in der Vermehrung und Stärkung der Grundlagen der Institutionen der entstehenden Bahá'í-Weltordnung. Diese trägt dazu bei, unter dem Anstoß der durch einen Geistigen Weltkreuzzug frei gewordenen Kräfte, der seine Legitimation aus »Wille und Testament« von Abdu'l-Bahá herleitet und für den ausdrücklichen Zweck der Ausführung des von Ihm am Abend Seines Lebens Seinen Anhängern hinterlassenen Göttlichen Planes aufgestellt wurde, unbemerkt von einer Generation, die ihren Gott vergessen hat und bereits im Schatten Seiner Heimsuchung steht, langsam doch unaufhaltsam die Arche der menschlichen Errettung zu bauen, die als letzter Hafen einer Gesellschaft verordnet wurde, die hauptsächlich dazu ausersehen ist, von den Wogen des Unrechts und des Übels hinweggeschwemmt zu werden, was ihr eigener Starrsinn hervorgerufen hat.

Das vierte Jahr dieses mit so ungeheuerem Wirkungsvermögen ausgestatteten Geistigen Zehnjahres-Kreuzzuges erlebte in der Wiege des Glaubens und als unmittelbare Folge der angestrengten, einmütigen und ausdauernden BemÜhungen der meisterlichen Erbauer dieser entstehenden Weltordnung, die die Standarte eines unbesiegbaren Glaubens auf dem amerikanischen und europäischen Kontinent aufrechthielten und verstärkt wurden durch das Mitwirken namhafter Männer in Ost und West und besonders durch führende Persönlichkeiten, die hohe Posten in verschiedenen Dienststellen der Vereinten Nationen einnehmen, einen Sieg über die kirchlichen Mächte, die sich gegen ihn zusammengeschlossen hatten, sowie über eine fanatische Bevölkerung, die entschlossen war, ihn mit Stumpf und Stiel auszurotten, ein Triumph, der als einer der glänzendsten unter den im Gestaltenden Zeitalter der Bahá'í-Sendung gewonnenen eingestuft werden muß. Die zahlreichen Besitztümer, die zum größten Teil als Verwaltungssitze des Glaubens dienten und über sämtliche Provinzen dieses schwer geprüften Landes verstreut lagen, - besonders erwähnenswert ist darunter das Haus des Báb in Shíráz, der heiligste Platz in diesem Land und die Geburtsstätte Seiner Offenbarung, der weihevolle Mittelpunkt der Pilgerreisen -, wurden gemäß der Anordnung der Zentralregierung in Teheran den Eigentümern zurückgegeben, trotz des Protestes einer harten und mächtigen Priesterschaft, der Aufwiegelung einer feindlichen Bevölkerung und der dringenden Forderungen einflußreicher Mitglieder der Legislative, den Glauben zu ächten und ihn zu enteignen, seine Literatur zu beschlagnahmen, seine wichtigsten Gebäude bis auf den Grund niederzureißen, seine Hauptverfechter zu deportieren und ihn in den Provinzen auszurotten. Eine feste und streng verbindliche Zusage wurde überdies vom regierenden Magistrat und dem Leiter seines Kabinetts den nationalen Vertretern der Persischen Bahá'í-Gemeinde gegeben, daß ihr nationales Verwaltungszentrum in Teheran zusammen mit der ganzen Einrichtung, den Büchern und Dokumenten, die so weit unbeschädigt in diesem Gebäude aufbewahrt wurden, zurückgegeben wird.

Während ein solch denkwürdiger Sieg von einem verfolgten Glauben im Lande seiner Geburt über die vereinten Kräfte seiner traditionellen Widersacher varzeichnet wurde, haben seine standhaften Bannerträger in beiden Hemnissphären in übereinstimmung mit ihrer feierlichen Verpflichtung, die sie bei der Aufnahme des Zehnjahres-Kreuzzuges eingingen, ihre historische Aufgabe verfolgt, den Kreis auszuweiten und die Institutionen einer schnell heranreifenden Verwaltungsordnung zu festigen.

Die Anzahl der in den Bereich des Glaubens eingeschlossenen Gebiete, die alle souveränen Staaten und hauptsächlichen abhängigen Gebiete des Planeten umfassen, ist nun zufolge dieser ungeheuren Anstrengung auf 251 angestiegen als ein Ergebnis der Erschließung der Anticosti-Insel im Nordatlantischen Ozean durch den `Ritter` Bahá'u'lláhs Mary Zabolotny, der Ankunft eines Pioniers auf der Mafia-Insel vor der Küste von Tanganjika und der kürzlich erhaltenen Nachricht, daß einige Anhänger des Glaubens in den Sowjetrepubliken von Tadschikistan und Kirkistan anwesend sind, wodurch im Zeitraum von vier Jahren die Gesamtzahl der im Verlauf von elf Jahrzehnten der Bahá'í-Geschichte erschlossenen Gebiete fast verdoppelt wurde. Von den 131 im Zehnjahresplan aufgeführten Gebieten bleiben nur Spitzbergen, die Nikobaren und der Tschagos-Archipel, sowie elf Gebiete, die entweder in die Sowjetunion eingegliedert sind oder ihrem Machtbereich angehören, mit Hilfe der unverzagten Kämpfer zu erschließen, die eifrig darauf bedacht sind, die Grenzen zu erweitern und nah und fern den Ruhm des Glaubens von Bahá'u'lláh zu verbreiten. Jedes einzelne der 120 vom Schöpfer des Göttlichen Planes in Seinen denkwürdigen Tablets erwähnten Gebiete ist nun dem Glauben Seines Vaters geöffnet und verkündet die beispielhafte Treue Seiner Anhänger dem sehnlichsten Wunsche gegenüber, den der Mittelpunkt des Bündnisses in diesen Tablets ausdrückte.

Die Gesamtzahl der Orte, an denen sich die Anhänger des Größten Namens nun niedergelassen haben, hat als Ergebnis ihrer beispiellosen Ausbreitung über die ganze Erdoberfläche die Zahl von 4.200 überschritten und stellt einen Zuwachs von nicht weniger als 1000 Zentren im Verlauf der letzten zwei Jahre dar. Von diesen Orten - Brennpunkte des wärmenden und heilenden Lichtes einer allbesiegenden Offenbarung - befinden sich über hundert auf den Südseeinseln, über 110 auf den Britischen Inseln, über 110 in den Zielländern von Eurepa, über 110 in Britisch Nordamerika (Kanada), über 130 in Südamerika, über 130 in Deutschland und Österreich, über 140 auf dem indischen Festland, über 210 im pazifischen Gebiet, über 550 auf dem afrikanischen Kontinent, über 980 in Persien und über 1460 in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Der nördlichste Vorposten des Glaubens wurde nun weit über den Arktischen Polarkreis bis zum 76. Breitegrad hinaus vorgetragen, eine Folge der Ankunft von William Carr, eines kanadischen Gläubigen, in Thule auf Grönland, das drei Grad nördlich der arktischen Franklin-Bucht liegt, dem nördlichsten Zentrum, das bis jetzt in der Bahá'í-Welt errichtet wurde.

Die Zahl der in allen Erdteilen gegründeten örtlichen Geistigen Räte, die die breite und unzerstörbare Grundlage des Gebäudes der entstehenden Ordnung bilden, übersteigt nun eintausend, was eine Zunahme von mehr als hundert innerhalb eines einzigen Jahres darstellt.

Die Zahl der im Bereich des Glaubens liegenden Inseln im Atlantischen, Pazifischen und Indischen Ozean sowie im Mittelmeer und in der Nordsee beträgt nun über hundert, von denen 74 seit Beginn des Geistigen Weltkreuzzuges erschlossen wurden, einschließlich fünf Inseln, die im Atlantischen und Indischen Ozean liegen und nicht unter den Zielen des Zehnjahresplanes aufgeführt wurden.

Die Anzahl der Sprachen, in die die ständig reichhaltiger werdende Literatur des Glaubens übersetzt wurde und wird, ist auf 230 angestiegen, was einen Zuwachs von vierzig Sprachen im Verlauf eines Jahres bedeutet. Fünfundsiebzig dieser Sprachen sind in den 91 im Zehnjahresplan aufgeführten enthalten, während 66 weitere Sprachen zu den ursprünglich im Plan verzeichneten hinzukamen. Kürzlich hatte der Leiter der amerikanischen antarktischen Expedition sieben Bücher aus dieser weit verbreiteten Literatur von einem Anhänger des Glaubens aus Christchurch in Neuseeland für seine Bücherei erhalten, während andere Bücher über den antarktischen Kreis hinaus weiter südlich zum Ausgangslager der Expedition am Mc Murdo-Sund (77. Breitegrad) an den Ufern des Roßmeeres geschickt wurden.

Die Anzahl der eingetragenen Geistigen Räte - örtlich oder national - hat sich in allen Erdteilen auf 195 erhöht, von denen mehr als 90 in den Vereinigten Staaten von Amerika liegen. Besonders zu erwähnen unter den kürzlich eingetragenen Räten sind Bern, Schweiz; Frankfurt, Deutschland; Luxemburg, Luxemburg; Brisbane, Australien; Scarborough, Kanada; Aligarh, Indien; Mastung, Pakistan; Huncayo, Peru; Cochabamba, Bolivien; Colombo, Ceylon; Kuala Lumpur, Malaya; Asmara, Eritrea; Monrovia und Bomi Hills, Liberien; Tuarabu, Gilbert und Ellis -Inseln, Barobai-Amantai, Indonesien; und Simatalu (Saibi), Simatalu (Ulu) und Sipipajet, Mentawai-Inseln.

Von den neunundvierzig im Zehnjahresplan aufgeführten nationalen Haziratu'l-Quds wurden alle bis auf drei bereits errichtet, was eine Ausgabe von über 570.000 Dollar bedeutet, und wodurch der Wert sämtlicher Gebäude, die als nationale Verwaltungszentren des Glaubens in allen Erdteilen dienen, auf über zweieinhalb Millionen Dollar angewachsen ist.

Von den 51 Ländern, in denen in übereinstimmung mit dem erwähnten Plan nationale Bahá'í-Stiftungen im Ablauf eines Jahrzehnts gekauft werden sollen, haben 49 dieses Ziel erreicht unter Aufwendung einer Summe, die auf mehr als 130.000 Dollar geschätzt wird.

Die Anzahl souveräner Staaten, abhängiger Gebiete sowie Territorien, Bundesländer und Staaten der Vereinigten Staaten von Amerika, in denen die Bahá'í-Heiratsurkunde anerkannt wird, beträgt nun über dreißig. Zuletzt kamen Vietnam, Gilbert und Ellis -Inseln, Indonesien und Liberia hinzu. Die Zahl der Länder, Staaten sowie Städte der Vereinigten Staaten, in denen die Erziehungsbehörden die Bahá'í-Feiertage anerkannt haben, überschreitet 45, darunter Israel, die Britischen Inseln, Samoa, Liberia, Tanganjika, die Staaten von Victoria und Süd-Australien.

Es sollte in diesem Zusammenhang noch die offizielle Genehmigung erwähnt werden, die die Behörden des Gefängnisses S.M. Kitalya Farm in Uganda den kürzlich erklärten Bahá'í-Insassen zur Einhaltung dieser Feiertage erteilt haben.

Im Heiligen Land - dem Qiblih einer Weltgemeinde und dem Herzen, von dem die kraftspendenden Ströme eines belebenden Glaubens ständig ausgehen, und dem Sitz und Mittelpunkt, um den die mannigfaltigsten Vorgänge einer göttlich verordneten Verwaltungsordnung kreisen - konnte im Anschluß an die Fertigstellung des Baues des Heiligen Schreines des Báb, ein bemerkenswerter Fortschritt im Aufblühen und der Ausbau dieser Einrichtungen klar festgestellt werden, wodurch das erste Kapitel in der Geschichte der Entwicklung der Zentralinstitutionen eines Weltglaubens abgeschlossen wird. Die letzten 22 Säulen des Internationalen Bahá'í-Archives - des ersten Gebäudes, das die Erstellung des Bahá'í-Weltverwaltungszentrums auf dem Berge Karmel ankündigt, wurden aufgerichtet.

Die letzte Hälfte der neunhundert Tonnen Steine, die in Italien für den Bau bestellt wurden, hat ihren Bestimmungsort erreicht, was die Fertigstellung der Außenwände des Gebäudes ermöglichte, während die zum Decken der fünfhundert Quadratmeter Dachfläche in Utrecht hergestellten vierundvierzig Tonnen glasierter grüner Dachziegel an ihren Ort gebracht wurden. Das Ganze trägt in einem noch nie dagewesenen Maße durch seine Farbfreudigkeit, seinen klassischen Stil und seine anmutigen Proportionen, besonders in Verbindung mit dem stattlichen, goldgekrönten Mausoleum, das sich dahinter erhebt, zu dem sich entfaltenden Ruhm der zentralen Institutionen eines Weltglaubens bei, der sich an das Herz von Gottes heiligem Berge sch miegt.

Gleichzeitig mit dieser eindrucksvollen Entwicklung wurde der Plan erfolgreich durchgeführt, der entworfen wurde für die Ausweitung und Fertigstellung des Bogens, auf welchem die künftigen Gebäude, die das Bahá'í-Weltverwaltungszentrum bilden sollen, errichtet werden. Das verfallene Haus in nächster Nachbarschaft von Bahá'u'lláhs Schrein, das wegen seiner historischen Bedeutung kürzlich vom Planungsamt des Staates Israel erworben wurde, ist wiederhergestellt worden. Weiter wurden mit derselben Behörde Verhandlungen aufgenommen für den Erwerb zweier Landstücke nördlich und südlich des Schreines mit dem Ziel, seine Umgebung gegen die weitere Ausdehnung der neuen Siedlungen zu schützen, die in der Ebene von Akká aus dem Boden schießen. Es wurden auch Schritte unternommen, die Besitzrechte eines zentral gelegenen Grundstückes, das ursprünglich einem Bündnisbrecher gehörte und das an das Internationale Archiv angrenzt, auf den Namen des Israel-Zweiges des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í der Britischen Inseln einzutragen. Ein weiterer Schlag wurde gegen die Reste der unversöhnlichen Feinde Abdu'l-Bahás geführt, die Brecher des Bündnisses Seines Vaters, die noch in unmittelbarer Nachbarschaft des Heiligsten Schreines der Bahá'í-Welt leben, durch den Abbruch einer Reihe zerfallener Schuppen, die ihrer Aufsicht unterstanden, auf Anordnung der städtischen Behörden von Akká. Und schließlich wurde ein Enteignungsbefehl in den amtlichen Bekannt machungen des israelischen Finanzministeriums veröffentlicht, der sich auf im Haram-i-Aqdas befindliche Gebäude bezieht und bezweckt, dieselben Feinde aus dem äußeren Heiligtum des Schreines von Bahá'u'lláh zu vertreiben, nachdem sie bereits das Haus von Bahji nach vierzigjähriger Belegung räumen mußten; diese Anordnung wird, sobald sie durchgeführt ist, nach mehr als fünfundsechzig Jahren die endgültige Säuberung der unmittelbaren Umgebung der Heiligsten Stätte der Bahá'í-Welt bedeuten.

Ich kann allerdings dieses Thema des Fortschritts in der Entwicklung der internationalen Bahá'í-Einrichtungen im Heiligen Land nicht verlassen, ohne auf die ständige Erweiterung und Verschönerung der internationalen Stiftungen des Glaubens in der Ebene von Akká und auf den Abhängen des Berges Karmel besonders hinzuweisen, deren Wert nun fünf Millionen zweihunderttausend Dollar übersteigt, sowie auf den immer stärker anwachsenden Besucherstrom, der sich zu den Bahá'í-Schreinen an beiden Orten drängt, und vor allem auf die Anzahl derer, die das Grab des Báb betreten. Mehr als tausend Besucher wurden während eines einzigen Tages in einem Zeitraum von drei Stunden gezählt.

In den Vereinigten Staaten von Amerika, der Wiege und Festung der keimenden Weltordnung Bahá'u'lláhs, haben die gewählten nationalen Vertreter der amerikanischen Bahá'í-Gemeinde, die als Vertreter der Internationalen Bahá'í-Gemeinschaft fungieren und mit der Verteidigung der Sache ihrer verfolgten Brüder in der Wiege des Glaubens betraut waren, energisch ihre Bemühungen fortgesetzt durch Vorstelligwerden bei Beamten und Dienststellen der Vereinten Nationen in New York und Genf, durch Fühlungnahme mit hochgestellten Persönlichkeiten im amerikanischen Außenministerium und durch Kampagnen in der amerikanischen Presse, die in dem Sieg über die Gegner des Glaubens gipfelten, auf den schon weiter oben hingewiesen wurde.

Die Gestaltung des Tempelgeländes, wie Abdu'l-Bahá es sich vorstellte, einschließlich der Inbetriebnahme der neun Fontänen wurde mit einem Kostenaufwand von zweihundertfünfundzwanzigtausend Dollar fertiggestellt. Die Zahl der Besucher, die seit der Aufnahme öffentlicher Führungen zu den Toren dieses Muttertempels des Westens strömten, der nun in mitten einer so reizvollen Umgebung steht, hat siebenhunderttausend überschritten, und mehr als dreitausend sind im Laufe eines einzigen Tages durch seine Tore eingetreten. Außerdem wurde von den Gemeindebehörden von Wilmette kürzlich die Baugenehmigung für ein Altersheim erteilt, das erste Zweiggebäude des Mashriqu'l-Adhkár.

Der Wert der nationalen und örtlichen Stiftungen, die der Gemeinde gehören oder unter ihrer Kontrolle stehen - einer Gemeinde, deren Mitglieder so spontan und wirkungsvoll die Sache der Verfolgten und Unterdrückten verfochten und in der Vergangenheit so großzügig zu ihrer Unterstützung beigetragen haben, - beträgt nun viereinhalb Millionen Dollar. Die Anzahl der Indianerstämme, mit denen in der westlichen Hemnisphäre Beziehungen angeknüpft wurden - eine Leistung, bei der die Mitglieder dieser Gemeinde eine führende Rolle spielten - beträgt nun mehr als fünfundvierzig. Nicht weniger als achtzehn Indianerstämme sind jetzt in den Bahá'í-Gemeinden dieser Erdhälfte vertreten, vornehmlich infolge der unablässigen Bemühungen der Mitglieder dieser Gemeinde. In achtundzwanzig Territorien, Bundesbezirken und Staaten ist die offizielle Genehmigung für die Durchführung von Bahá'í-Eheschließungen erteilt, während an neununddreißig Orten in diesem Land die Bahá'í-Feiertage offiziell anerkannt sind.

Auf dem afrikanischen Kontinent, der in der Verbreitung des Glaubens und der Festigung seiner neugeschaffenen Einrichtungen eine Dynamik entwickelte, die die Fortschrittsrate jedes anderen Erdteils übertrifft, besonders seit vor einem Jahr drei Regionale Geistige Räte gebildet wurden, beträgt die Zahl der Anhänger des Glaubens einschließlich derer auf den neu erschlossenen Inseln vor der östlichen und westlichen Küste dieses ausgedehnten Erdteils nun weit über dreitausendfünfhundert, davon mehr als dreitausend Neger. Die Zahl der Plätze, an denen die Anhänger Bahá'u'lláhs wohnen, beträgt über fünfhundertfünfzig. Die Zahl der Volksstämme, die in diesen blühenden Gemeinden vertreten sind, hat hundertsiebenundneunzig erreicht. Die Anzahl der Sprachen, in die Bahá't-Schrifttum übersetzt wurde und wird, beträgt über siebzig, während die Zahl der örtlichen Geistigen Räte, die die Grundpfeiler einer festgefügten Ordnung darstellen, sich hundertundfünfzig nähert.

Im pazifischen Bereich, wo die von den Bahá'í vollbrachten Taten versprechen, die Leistungen auf allen anderen Weltmeeren und überhaupt in jedem Erdteil zu überstrahlen - es ist sogar der Wettstreit um die Siegespalme mit dem afrikanischen Kontinent entbrannt - wurden Vorbereitungen getroffen für die Errichtung von nicht weniger als drei der dreizehn Nationalen und Regionalen Geistigen Räte; sie sollen im Laufe der diesjährigen Ridván-Feierlichkeiten gegründet werden. Diese drei Räte, deren Sitz sich in Japan, in Indonesien und im Do minion Neuseeland befinden wird, sind dazu bestimmt, in Gebieten zu arbeiten, in denen die gelbe, die braune und die weiße Rasse vorherrschen und wo die Mehrzahl der Bewohner dem buddhistischen, dem islamischen oder dem christlichen Glauben angehört. In diesem großen und vielversprechenden Gebiet, gesegnet durch die Tätigkeit zweier Hände der Sache Gottes, ist die Anzahl der von Bahá'í bewohnten Plätze, die in den Abschlußjahren des Apostolischen Zeitalters des Glaubens nicht einmal zehn betrug, nun auf über zweihundertzehn angewachsen und über nicht weniger als vierzig Inseln verteilt. Es kann sich schon rühmen, über siebzehnhundert Gläubige allein der braunen Rasse zu haben, über fünfzig örtliche Geistige Räte, fünf nationale Haziratu'l-Qúds, drei Bahá'í-Schulen, einundzwanzig eingetragene örtliche Geistige Räte, vier Staaten, in denen nationale Bahá'í-Stiftungen bestehen, ein Gelände, das für seinen ersten geplanten Mashriqu'l-Adhkár erworben wurde, drei Gebiete, in denen die Bahá'í-Heiratsurkunde anerkannt wird, und drei andere, in denen Bahá'í-Kinder die Bahá'í-Feiertage einhalten dürfen. In nicht weniger als fünfzig Sprachen, die unter der eingeborenen Bevölkerung gebräuchlich sind, wurde Bahá'í-Schrifttum übersetzt. Dieser Bezirk kann weiter stolz darauf sein, die Lehrarbeit auf etwa hundert der vierhundert Inseln ausgedehnt zu haben, die einen der zahlreichen südlichen Archipele bilden.

Die so großartige und vielseitige Liste der Dienste für die Sache Bahá'u'lláhs auf der östlichen und westlichen Halbkugel wurde wesentlich bereichert durch die nun in Angriff genommenen Pläne für die Durchführung eines groß angelegten, dreiteiligen Unternehmens, das dazu bestimmt ist, den Rückschlag, den die schwer geprüfte Gemeinde der Nachfolger Seines Glaubens im Lande Seiner Geburt erlitt, auszugleichen. Es bezweckt die Errichtung der Muttertempel des europäischen, des australischen und des afrikanischen Kontinentes an so weit voneinander entfernten Orten wie Frankfurt, Sydney und Kampala mit einem Kostenaufwand von etwa einer Million Dollar, durch welche die schon gebauten Tempel auf dem asiatischen und dem amerikanischen Kontinent ergänzt werden sollen. Ein Drittel dieses Betrages verspreche ich frohen und dankbaren Herzens zu dieser glücklichen Stunde, eine Summe, die, wenn sie zu den bereits für diesen lobenswerten Zweck gespendeten Geldern in Höhe von hundertvierzigtausend Dollar gezählt wird, - über einhunderttausend davon stammen als großzügige Gabe von der Hand der Sache Amelia Collins - ungefähr die Hälfte des benötigten Gesamtbetrages für die Sicherstellung der Baukosten dieses erstaunlichen, epochemachenden Unternehmens bildet.

Die Entwürfe für diese geheiligten Tempel, die zum Ruhme des Begründers unseres Glaubens errichtet werden und der Verehrung des einen wahren Gottes geweiht sind, wurden im Falle des australischen und des afrikanischen Tempels von der Hand der Sache Mason Remey entworfen, während der Entwurf des deutschen Tempels von dem deutschen Architekten Teuto Rocholl ausgeführt wurde. Alle drei Entwürfe werden zum ersten Male für die versammelten Abgeordneten der dreizehn historischen Bahá'í-Nationaltagungen ausgestellt werden, welche während der Ridván-Feierlichkeiten dieses Jahres erstmalig abgehalten werden. Die Ausschachtungsarbeiten für die Grundmauern des afrikanischen Tempels haben bereits begonnen, während die Pläne und Berechnungen von einer wohlbekannten Firma in Kampala vorbereitet werden. Der Bau des australischen Tempels wurde in die Hände eines zuverlässigen Architekten aus Sydney gelegt, der die Einzelzeichnungen und Berechnungen bis Ridván fertiggestellt haben wird und beabsichtigt, die Erdarbeiten im nächsten Juni zu beginnen und das Gebäude bis März 1959 zu übergeben.

An die Nationalen und örtlichen Geistigen Räte, mehr als Tausend an der Zahl, an die Gruppen sowie an die einzelnen Gläubigen, in welchem Erdteil und auf welcher Insel sie immer im Dienste dieses ruhmreichen Glaubens arbeiten, richte ich den ernsten Aufruf, sich zu erheben, nachdem nun die gewaltige Aufgabe des Kaufes von mehr als vierzig nationalen Haziratu'l-Qúds und der Beschaffung der nationalen Bahá'í-Stiftungen in nahezu fünfzig Ländern zu eine triumphalen Ende gebracht wurde, und zu dieser Stunde, da der weltweite Geistige Kreuzzug gerade ein Drittel des Weges zurückgelegt hat, die gleiche Solidarität, Großzügigkeit, Ausdauer und Aufrichtigkeit zu entfalten, die sie ständig seit dessen Beginn vor vier Jahren gezeigt haben, die den Erfolg einiger der schwierigsten Unternehmen im Rahmen des Zehnjahresplanes sicherstellten und die in den Jahrzehnten vor seiner Eröffnung die Aufgabe der Errichtung der ersten beiden Mashriqu'l-Adhkár der Bahá'í-Welt zu eine m glänzenden Höhepunkt führten.

Besondere Anerkennung verdienen meiner Ansicht nach in dieser übersicht der von den Bahá'í in aller Welt vollbrachten Werke das heroische Korps der Pioniere und vor allem die Schar der Ritter Bahá'u'lláhs, die aufgrund ihres unbezwinglichen Geistes, ihres Mutes, ihrer Standhaftigkeit und Selbstaufopferung im Laufe von vier kurzen Jahren in so vielen bisher unberührten, nun Seinem Glauben erschlossenen Gebieten ein Maß an Erfolg erzielt haben, das die kühnsten Erwartungen weit übersteigt. Dieser Erfolg, der sich sowohl in der zahlenmäßigen Stärke dieser Gebiete widerspiegelt wie auch in Ausmaß und Beständigkeit der Taten dieser Bahá'í-Kreuzfahrer, die für ihre Erschließung und Entwicklung verantwortlich waren, hat in unglaublichem Maße die für sie im Zehnjahresplan gesteckten Ziele übertroffen.

Dem Land Uganda, das am Vorabend des Weltkreuzzuges erschlossen wurde, wo die Anzahl der erklärten Anhänger des Glaubens nun die Elfhundertgrenze überschritten hat und die Zahl der Bahá'í-Zentren einhundertundachtzig übersteigt, den Gilbert- und Ellis-Inseln und Gambia, wo die Anzahl der Gläubigen fünfhundert, beziehungsweise dreihundert erreicht hat, müssen die Mentawai-Inseln zugefügt werden, auf denen die erwachsenen Bahá'í nun über elfhundert zählen; ferner Britisch-Kamerun mit beinahe dreihundert erwachsenen Bahá'í; Mauritius mit über siebzig; Basutoland mit über fünfzig; Ruanda-Urundi und die Seychellen mit jeweils über dreißig; Spanisch-Marokko, die Insel Reunion, Französisch-Kamerun, Britisch-Togoland, Französisch-Togoland, Sikkim, diekanarischen Inseln, Britisch-Guayana, die Kapverdischen Inseln, das Ashanti-Protektorat, Swaziland, Südrhodesien jeweils mit über zwanzig; und Key West, Französisch-Äquatorialafrika, die Cook-Inseln, die Balearen, Französisch-Somaliland, Italienisch-Somaliland, Cypern, Marokko (internationale Zone), die Samoa-Inseln, die Marianen, die Neuen Hebriden, die Salomonen, Portugiesisch-Timor, Betschuanaland, die nördlichen Protektoratsgebiete, die Bahama-Inseln und Bruney (in Brit.-Nordborneo) jeweils mit zehn bis zwanzig.

Es sollte auf diesen Seiten auch der Hinweis auf die überraschend zahlreichen Konferenzen und Lehrtreffen nicht fehlen, die im Laufe der letzten zwölf Monate von den wagemutigen, unermüdlichen und wachsamen Mitgliedern der Bahá'í-Gemeinden in verschiedenen Teilen der Welt veranstaltet wurden und die mannigfaltigen Tätigkeiten ergänzten, die mit so herrlicher Kraft im Laufe der Verfolgung des Zehnjahresplanes fortgeführt wurden. Die bloße Aufzählung dieser Lehrtreffen und Konferenzen mag dazu dienen, ihre Verschiedenartigkeit und Ausdehnung deutlich zu machen und den Ernst aufzuzeigen, mit welchem die Veranstalter und Teiinehmer sich ihrer obersten Pflicht, den Glauben zu verbreiten, unterziehen.

Die erste Südostasiatische Lehrkonferenz in Djakarta, Indonesien; die erste Lehrkonferenz von ganz Taiwan in Tainan; die koreanischen Sommer- und Winterkonferenzen in Kwanju; die Jndochinesische Lehrkonferenz in Saigon; die Japanische nationale Lehrkonferenz in Kioto; die erste Indianer-Lehrkonferenz im Norden von Arizona; die Indianer-Lehrkonferenz in Los Angeles, Kalifornien; die Lehrkonferenz von Alaska in Fairbanks; die Lehrkonferenz von ganz Hawaii in Honolulu; die Westkanadische Sommerkonferenz in Banff; die maritime Lehrkonferenz in Charlottetown, Prinz-Eduard-Insel; die Lehrkonferenz in Beaulac, Kanada; die Französische Lehrkonferenz in Menton-Garavan; die dritte Italienische Lehrkonferenz in Rom; die dritte Schweizer Lehrkonferenz in Basel; die Lehrkonferenz in Romanshorn; die Lehrkonferenz in Neuenburg; die iberische Lehrkonferenz in Barcelona; die erste österreichische Lehrkonferenz in Gosaumüble; die Lehrkonferenz in Frankfurt; die Regionaltagung in Stuttgart; die Lehrkonferenz in Stockholm; die regionalen Lehrkonferenzen der Benelux-Länder in Brüssel und Den Haag; die Nordische Lehrkonferenz in Moss, Norwegen; die Nordwest-Lehrkonferenzen in Liverpool, Blackpool und Manchester; die Midlands-Lehrkonferenz in Birmingham; die Südost-Lehrkonferenzen in London und Reading; die schottischen Lehrkonferenzen in Edinburgh und Glasgow; die Nordirische Lehrkonferenz in Beifcast; die Nordost-Lehrkonferenz in Leeds; die Südwest-Lehrkonferenzen in Portcawl, Torquay und Cardiff; die Lehrkonferenz der nördlichen Britischen Inseln in Lerwick auf den Shetland-Inseln; die südindische Lehrkonferenz in Bangalore; die pakistanische Lehrkonferenz in Karatschi; die Lehrkonferenz des Staates Südaustralien in Adelaide; die regionale Lehrkonferenz von Neu-Süd-Wales in Sydney; das Lehrtreffen nach der australischen Nationaltagung in Sydney; die neuseeländische Lehrkonferenz in Wellington; die neuseeländische regionale Lehrkonferenz in Neu Plymouth; die regionale Lehrkonferenz in Hobart, Tasmanien; die Lehrkonferenz der Kanarischen Inseln in Las Palmas; die erste Lehrkonferenz von Kolumbien in Bogota; die erste regionale Lehrkonferenz von Paraguay in Asuncion; die peruanische Lehrkonferenz in Lima; die erste mexikanische Lehrkonferenz in der Stadt Mexiko; die kubanische Lehrkonferenz in Habana; die Lehrkonferenz von Haiti in Port-au-Prince; die Lehrkonferenz von Honduras in Honduras; die Lehrkonferenz von Guatemala in Guatemala; die dominikanische Lehrkonferenz in Ciudad Trujillo; die Lehrkonferenz von Jamaika in Kingston; die Lehrkonferenz von El Salvador in Santa Ana; die Lehrkonferenz von Nikaragua in Managua; die Lehrkonferenz von Kostarika in San Josd; die Lehrkonferenz von Panama in Panama; das jährliche Studientreffen von Brasilien in Rezende; die Lehrkonferenz von Britisch-Kamerun in Mutengere, sowie eine große Anzahl ähnlicher Lehrkonferenzen und Lehrtreffen überall in den Vereinigten Staaten von Amerika, die für die Einzelerwähnung zu zahlreich sind.

Zu diesen vollbrachten Taten, die höchstes Lob verdienen und an denen in den letzten Jahren eine wachsende Zahl von Förderern des Glaubens Bahá'u'lláhs entweder als Lehrer oder in der Verwaltung Teil haben, kommt eine noch eindrucksvollere Liste von Unternehmungen, die nicht in den Zehnjahresplan einbezogen sind. Unerschrockene Verfechter Seiner Sache, angetrieben von dem unwiderstehlichen Drang, seine Grenzen weiter auszudehnen, seine Besitztümer zu vermehren, seine Grundlagen zu festigen und seinen Ruhm über Berge und Täler erschallen zu lassen, haben seit der Eröffnung des geistigen Weltkreuzzuges diese Unternehmungen in Angriff genommen und in ständig wachsendem Tempo vorangetragen.

Die Mannigfaltigkeit, Verschiedenartigkeit, das Ausmaß und die Bedeutung dieser Unternehmungen haben mich mit Fug veranlaßt, sie für die Nachwelt aufzuzeichnen in einer besonderen Tabelle, welche diese Leistungen in Ergänzung der bereits erfüllten Aufgaben des Zehnjahresplanes graphisch darstellen soll. Allein die Aufzählung dieser Siege, die in schneller Aufeinanderfolge über weite Gebiete hinweg durch die Schar der Kreuzfahrer Bahá'u'lláhs zusätzlich errungen wurden, wird den unauslöschlichen Enthusiasmus so deutlich werden lassen wie die unbeugsame Entschlossenheit und die grenzenlose Hingabe, die Seine Nachfolger bei der Erfüllung ihrer hohen Berufung beseelten.

Die Erschließung der unabhängigen Staaten Laos und Kambodscha und der Inseln Trinidad, Korsika, Fernando-Po, Pemba und Mafia; der Erwerb von Gelände für den Bau der zukünftigen Muttertempel von Argentinien, Brasilien und Libyen; die kürzlich bereitgestellte Summe zum Kauf eines Geländes für die Errichtung des ersten Mashriqu'l-Adhkár der Britischen Inseln; die Inangriffnahme des weitreichenden Zwillingsunternehmens, das in der Errichtung der Mashriquil-Adhkár von Afrika und Australien gipfelt; die Gründung von Bahá'í-Schulen auf den Neuen Hebriden, den Mentawai-Inseln und den Gilbert-und Ellis -Inseln; die Anlage von Bahá'í-Friedhöfen in Libyen, Burma und Tanganjika; die Ausarbeitung von zusätzlichen Planvorhaben durch die neu geschaffenen Regionalen Geistigen Räte in Afrika und durch die Bahá'í-Gemeinden der Seychellen und des Sudan; der Erwerb von Grundstücken für die Bahá'í-Sommerschulen von Ägypten, Irak und Chile; die Errichtung von Bahá'í-Stiftungen auf den Aleuten, in Swasiland, auf den Mentawai-Inseln, in Spanisch-Marokko, Basutoland und Liberien; die Beschaffung von örtlichen Haziratu'l-Qúds in Gambia, auf den Aleuten, in Uganda, Spanisch-Marokko, Britisch-Kamerun, Algerien und Französisch-Marokko; die übersetzung von Bahá'í-Schrifttum in einunddreißig afrikanische, sieben indianische und achtundzwanzig andere Sprachen; der Kauf historischer Bahá'í-Stätten in der Stadt Adrianopel; die Gründung eines indianischen Kulturinstitutes in Chichicastenango, Guatemala; die überführung der sterblichen überreste des jugendlichen Sohnes des Báb von einer Moschee in Shíráz auf den Bahá'í-Friedhof dieser Stadt - diese Taten künden in unmißverständlicher Weise von dem herrlichen Unternehmungsgeist und der dynamischen Kraft des Glaubens, der die Träger der Gottesbotschaft des Neuen Zeitalters beseelt, sowie von ihrer unbeugsamen Entschlossenheit, mit allem, was in ihrer Macht steht, die Grenzen ihrer vorgezeichneten Aufgaben und Pflichten, die sie unter dem Zehnjahresplan übernommen haben, zu überschreiten und auf jedem ihnen offenstehenden Weg und so weithin, als es ihre Verhältnisse erlauben, ihren Anteilim Dienste an der gemeinsamen Aufgabe auszudehnen - einer Aufgabe, die nun mit so vorbildlichem Heldenmut auf der ganzen Erdoberfläche vorwärtsgetrieben wird bis zum weltweiten Triumph der Sache Bahá'u'lláhs und der endgültigen Erlösung der ganzen Menschheit.

Geliebte Freunde, der Eintritt in das zweite Jahr des dritten Abschnittes des zehnjährigen Kreuzzuges, der den Abschluß von etwas mehr als einem Drittel seiner Laufzeit bezeichnet und mit dem Ende eines Zeitraums zusammentrifft, welcher durch die Erreichung so vieler Planziele denkwürdige Bedeutung erlangte, wie auch durch eine Folge von Siegen, die in Gebieten außerhalb seines Rahmens gewonnen wurden; bedeutsam eingeleitet durch die Entstehung von nicht weniger als dreizehn Nationalen und Regionalen Geistigen Räten in vier Kontinenten mit einem Verwaltungsbereich, der mehr als vierzig Gebiete der Erde umschließt, an deren Wahl über dreihundert Abgeordnete von mehr als hundertdreißig örtlichen Gemeinden teilnehmen und bei deren Einsetzung nicht weniger als dreizehn Hände der Sache Gottes den Vorsitz führen werden - der Eintritt in ein so glückverheißendes Jahr muß durch die feierliche Erneuerung der Hingabebereitschaft all derer ausgezeichnet werden, die an diesem großartigen, weltumspannenden Unternehmen teilhaben, und fürwahr der ganzen Gemeinschaft derjenigen, die sich zum Glauben Bahá'u'lláhs bekennen - einer Hingabebereitschaft, die sich im Ablauf dieses Jahres in Taten widerspiegeln wird, deren Glanz die leuchtenden Heldentaten in den Schatten stellt, die seit der Aufnahme des Kreuzzuges, ja seit dem Beginn des gestaltenden Zeitalters der Bahá'í-Offenbarung erzielt wurden.

Der vordringlichsten Aufgabe, den Glauben unter der Vielzahl derer zu lehren, die bewußt oder unbewußt nach de m heilenden Worte Gottes in unseren Tagen dürsten - einer Aufgabe, die Abdu'l-Bahá so sehr am Herzen lag, gleichermaßen geheiligt, grundlegend und dringlich, einer Aufgabe, die jeden einzelnen angeht und aufruft, und die den Grundpfeiler bildet, auf dem die Festigkeit und Beständigkeit der immer zahlreicher werdenden Einrichtungen einer entstehenden Ordnung ruhen müssen - einer solchen Aufgabe muß im Ablauf dieses Jahres der Vorrang über jede andere Bahá'í-Tätigkeit eingeräumt werden.

»Wenn sie sich erheben, Meine Sache zu lehren«, so hat Bahá'u'lláh selbst erklärt und da mit das Geheimnis des Erfolges bei der Verbreitung Seines Glaubens entschleiert, »so müssen sie sich bewegen lassen vom Hauche dessen, der der Unbezwungene ist, und sie müssen Meine Sache auf der ganzen Erde mit der größten Entschlossenheit verbreiten, den Geist ganz auf Ihn gerichtet, das Herz gelöst und unabhängig von allen Dingen, die Seele geheiligt von der Welt und ihren Eitelkeiten. Es geziemt ihnen, als die beste Ausrüstung für ihre Reise das Vertrauen auf Gott zu wählen und sich mit der Liebe ihres Herrn, des Allhöchsten, des Ruhmreichen, zu bekleiden. Wenn sie dies befolgen, so werden ihre Worte auf die Hörer wirken.«

Das historische Werk, das um den Preis so vieler Opfer in mehr als hundert Gebieten der Erde begonnen wurde, muß nicht nur eifersüchtig behütet, sondern auch ständig erweitert und weise gefestigt werden. Entschlossene Bemühungen müssen gemacht werden, um so rasch wie möglich die Wiederbesiedlung der Gebiete sicherzustellen, die die Bahá'í-Pioniere aufzugeben gezwungen waren, sowie die Erschließung der drei jungfräulichen Inseln in der Nordsee und im Indischen Ozean, der sechs Republiken in der Sowjetunion und der fünf im sowjetischen Bereich liegenden Territorien. Besondere Aufmerksamkeit sollte der überaus wichtigen Aufgabe der Verbreitung und Verstärkung der Grundlagen der neu entstandenen Nationalen und Regionalen Geistigen Räte gezollt werden, als einer wesentlichen Voraussetzung für die Bildung weiterer Nationaler Räte, die dazu bestimmt sind, das Gefüge einer ständig wachsenden Verwaltungsordnung zu stützen. Gleichzeitig mit der Beschleunigung des Vorgangs der Einzelbekehrung muß die ebenso dringende Notwendigkeit des Schutzes örtlicher Geistiger Räte vor der Auflösung und die der raschen Vermehrung ihrer Zahl als der wirksamste Weg zur Festigung des organischen Aufbaus der Verwaltungsordnung des Glaubens immer im Auge behalten werden. Über diese lobenswerte Aufgabe hinaus müssen alle Kräfte eingesetzt werden zum Zwecke der Vermehrung der bestehenden Gruppen und Einzelzentren in allen Erdteilen, da mit möglichst frühzeitig das Ziel der fünftausend Bahá'í-Zentren auf der östlichen und westlichen Halbkugel erreicht wird. Die drei noch verbleibenden Haziratu'l-Qúds, die beiden letzten nationalen Stiftungen und das noch verbleibende Tempelgelände müssen trotz der jetzigen Hindernisse und Schwierigkeiten, die sich erhoben haben, schleunigst gekauft werden, während der unerwartete Rückschlag bei der Beschaffung des Tempelgeländes in Frankfurt überwunden werden muß. Die wichtige zweifache Aufgabe der übersetzung und Veröffentlichung von Bahá'í-Schrifttum, die einen so wichtigen Teil des Planes darsteilt, muß fleißig verfolgt und schnellstens zu Ende gebracht werden. Der Bau des Altersheims - eine Einrichtung, welche die Reihe der Nebengebäude des Muttertempels des Westens eröffnet - muß ohne weitere Verzögerung begonnen werden. Dem Vorgang der Eintragung von fest verankerten örtlichen sowie neu gebildeten Nationalen und Regionalen Geistigen Räten muß ein nie dagewesener Aufschwung in allen Erdteilen verliehen werden. Der nicht weniger wichtigen Verpflichtung der Gründung der verbleibenden Bahá'í-Verlage muß ebenfalls entsprochen werden. Größte Anstrengungen müssen gemacht werden, um den unabhängigen Charakter des Bahá'í-Glaubens zu behaupten durch die Erlangung der behördlichen Anerkennung der Bahá'í-Heiratsurkunde und der Bahá'í-Feiertage in so vielen Ländern, Staaten umd Orten wie möglich. Ferner sollte, wie schwer auch die Widerstände sein mögen, keine Mühe gescheut werden, um sicherzustellen, daß die wenigen verbleibenden geschichtlichen Stätten in der Wiege des Glaubens erworben werden und der Nachwelt erhalten bleiben, besonders diejenigen in Adhirbayján, die mit der Einkerkerung und Hinrichtung seines Vorboten zusammenhängen. Das ebenso verdienstvolle Vorhaben, die sterblichen Überreste des Vaters von Bahá'u'lláh, der Mutter und des Vetters des Báb nach dem Bahá'í-Begräbnisplatz in der Nähe des Allerheiligsten Hauses zu überführen, muß von denjenigen, die diese heilige Verpflichtung hauptsächlich tragen, mit ständiger, durch Gebete gestärkter Aufmerksamkeit verfolgt werden. Vor allem müssen nun, nachdem nicht weniger als neun der fünfzehn Republiken, die die Sowjetunion bilden, in den Bereich des Glaubens einbezogen sind, besonders durch die Bahá'í-Gemeinden, die am Rande dieses weiten Gebietes liegen, entschlossene Anstrengungen aufgenommen werden, um einen, sei es auch noch so kleinen, Kern zu bilden in jeder der sechs verbleibenden Republiken, die alle auf dem europäischen Kontinent liegen, sowie auf jeder der zwei Inseln und in jedem der drei Satellitenstaaten, die zur Einflußsphäre der Sowjetunion gehören, wodurch entscheidend zur Erreichung eines der dringendsten Ziele des weltumfassenden Kreuzzuges beigetragen wird.

In Ergänzung dieser vielfältigen und drängenden Obliegenheiten, welche die kühnen Träger dieses umfassenden Kreuzzuges mit so beschränkten Mitteln und trotz ihrer geringen Zahl über einen weiten Teil des Erdballs hinweg erfüllen, und in einem so wirrevollen Zustand der Menschheitsbelange ist es eine nicht weniger lebenswichtige Verpflichtung, durch einen noch augenfälligeren Beweis der weltweiten Verbundenheit und Selbstaufopferung der Bahá'í-Gemeinschaft die Mittel zur Verfügung zu stellen, mit welchen die drei eindrucksvollen Bauwerke auf dem europäischen, afrikanischen und australischen Kontinent ohne jede Verzögerung erbaut und eingeweiht werden können, ein jedes dazu bestimmt, als Heimstätte des innewohnenden Geistes Gottes zu dienen und als ein Zelt der Verehrung Seines für diesen Tag ernannten Boten - Bauwerke, die ihren Teil beitragen werden zu den weltweiten Jahrhundert-Feierlichkeiten, denen das Herz eines jeden Bahá'í unentwegt zustrebt.

Groß sind die Fortschritte, die schon gemacht wurden, und überwältigend die erzielten Erfolge der Träger eines dreifach gesegneten Kreuzzuges - eines Kreuzzuges, so eng verbunden mit den epochemachenden Sendschreiben von Abdu'l-Bahás Göttlichem Plan, der die unter großen Mühen geschaffenen Einrichtungen einer wirkungsvoll arbeitenden, göttlich eingesetzten Verwaltungsordnung als seine Organe benützt und im Vorwärtsdrängen zwei historische Jahrhundertfeiern zum Gedächtnis der Geburt und der Erklärung der Sendung des Begründers unseres Glaubens verbindet. Jedoch sind die Aufgaben, die noch der Erfüllung harren, wahrhaft riesig. Vor allem muß die Heimatfront, die als Grundlage und Schöpfbecken dient für den Nachschub eines stetigen Stromes von Pionieren und Hilfsmitteln an die weitverzweigten Fronten eines ständig sich ausdehnenden Kreuzzuges und die leider in verschiedenen Ländern, die sich durch einen hervorragenden Ruf im Dienste des Glaubens Bahá'u'lláhs auszeichnen, nach und nach schwächer wurde, um jeden Preis und in kürzester Zeit wiederbelebt, verbreitert und gefestigt werden. Mehr denn je muß ihre zahlenmäßige Stärke wachsen; der verfügbare administrative Mechanismus, auf dem die wirksame Erfüllung ihrer Mission beruht, muß unablässig vervollkommnet werden, und - was am wichtigsten ist - ihre geistigen Antriebskräfte müssen verstärkt werden dadurch, daß die einzelnen Bahá'í, die letztlich für jeden Fortschritt verantwortlich sind, die hervorragenden Wahrheiten und grundlegenden Ziele ihres Glaubens tiefer erfassen, sich rückhaltsloser seiner ruhmreichen Sendung hingeben und mit seinem belebenden Geist enger verbunden sind.

Bevor ich zu m Schluß dieser übersicht über die herrlichen Heldentaten komme, die im Laufe so vieler Feldzüge von der heroischen Schar der Kämpfer Bahá'u'lláhs vollbracht wurden, welche sich erhoben in Seinem Namen und durch Seine Hilfe für die Läuterung, die Vereinigung und die Vergeistigung einer moralisch und geistig zusammengebrochenen Gesellschaft, die nun über dem Abgrund der Selbstzerstörung schwebt, rufe ich zu dieser kritischen Stunde im Schicksal der Menschheit die ganze Gemeinschaft meiner geistigen Brüder in allen Teilen der Erde zu erneuter Hingabe an die hohen Ideale der Sache auf, die sie zu der ihren gemacht haben, wie auch an die unverzügliche Erfüllung der Ziele des Kreuzzuges, zu dem sie ausgezogen sind, ob aktiv oder nicht, Mann oder Frau, jung oder alt, reich oder arm, langjährig oder neuerklärte Gläubige - zu einer Hingabe, die an die Gelübde erinnert, welche die ersten Helden des frühen apostolischen Zeitalters, die in der Konferenz von Badasht versammelt und mit Problemen verschiedener, aber doch gleich brennender Natur beschäftigt waren, willig und feierlich eingingen für die Verfolgung der gemeinsamen Aufgabe, die sie vor sich sahen.

Möge dieser Kreuzzug, auf den die bevorzugten Erben und jetzigen Nachfolger der Helden des frühen Zeitalters unseres Glaubens so glückverheißend ausgezogen sind, und der sich nun seiner Halbzeit nähert, eine Ernte erbringen, die seine Verfolger in Erstaunen setzt und die ganze Welt aufhorchen läßt, und aus höchster Quelle ein solches Maß an himmlischer Stärke beziehen, daß der Siegeslauf seiner Vollendung nicht mehr aufgehalten werden kann.







+43 #89 3. Juni 1957

EPOCHEMACHENDER SIEG ÜBER BÜNDNISBRECHER GEWONNEN

Mit Gefühlen tiefer Freude, Frohlocken und Dankbarkeit anzeige am Morgen des fünfundsechzigsten Jahrestages des Aufsteigens von Bahá'u'lláh den außerordentlichen, epochemachenden Sieg, gewonnen über die niedrige Schar der Brecher Seines Bündnisses, die sich im Laufe von über sechs Jahrzehnten im Bereich des Heiligsten Schreines der Bahá'í-Welt verschanzt haben und die durch Akte offenkundiger Feindseligkeit und erfinderische Machenschaften in Verbindung mit äußeren Feinden unter drei aufeinanderfolgenden Regierungen den Zorn des Herrn des Bündnisses selbst hervorriefen, den Fluch der himmlischen Heerscharen sich zuzogen und das Herz Abdu'l-Bahás mit unaussprechlicher Qual füllten.

Der Enteignungsbefehl, von der israelischen Regierung herausgegeben, neulich in der Botschaft zur Nationaltagung erwähnt, das gesamte Eigentum im Haran-i-Aqdas im Besitz der Bündnisbrecher betreffend, kürzlich durch diese Feinde mit Gesuch an den israelischen Obersten Gerichtshof angefochten, nun durch das eben verkündete abschlägige Urteil des gleichen Gerichtes bestätigt, er möglicht den Zivilbehörden, die ursprüngliche Entscheidung in Kraft zu setzen und mit der Ausweisung der nichtswürdigen Reste der einst fürchterlichen Gegner fortzufahren, die innerhalb des Heiligen Landes und außerhalb seiner Grenzen so lange und so unermüdlich arbeiteten, um die Grundfesten des Glaubens zu erschüttern, ihre Treue zu untergraben und eine beständige Spaltung in den Reihen seiner Träger herbeizuführen.

Dieser letzte heftige und demütigendste Schlag kann wohl als der Höhepunkt in der langen Reihe der Niederlagen betrachtet werden, die von diesen gleichen unbarmherzigen Gegnern erlitten wurden und gekennzeichnet sind

durch die Zurückweisung ihrer sinnlosen Forderungen nach dem Ableben von Bahá'u'lláh;

durch die überwältigende Mehrheit Seiner Nachfolger im Osten und Westen;

durch das verächtliche Versagen Abdu'l-Hamids, als auch der berüchtigten Untersuchungskommission, Abdu'l-Bahá nach Fezzan zu verbannen;

durch die schimpfliche Niederlage des türkischen Oberstkommandierenden, des grausamen, prahlerischen Jamál Pascha, die seiner Drohung folgte, den Mittelpunkt des Bündnisses außerhalb des Haupttores der Festungsstadt Akka zu kreuzigen;

durch den Erwerb des Geländes für den Bau des Grabmales des Báb;

durch die Rückgabe der Schlüssel zum Heiligsten Grab und die Anerkennung des Aufsichtsrechtes der Bahá'í-Weltgemeinde seitens der britischen Behörden über die Bahá'í-Schreine;

durch die Errichtung der Internationalen Bahá'í-Stiftungen auf dem Berge Karmel;

durch die Schaffung der Palästina-Zweige der Nationalen Geistigen Räte;

durch die Ausgrabung des Bruders und der Mutter von Abdu'l-Bahá und ihre Wiederbestattung in der Nachbarschaft des Ruheplatzes des Báb;

durch die Ausweisung der gleichen Widersacher aus dem Landhaus von Bahji nach vierzigjähriger Beschlagnahme;

durch den unter qualvollen Umständen erfolgten Tod des Erzbündnisbrechers selbst;

durch die schimpfliche Flucht seiner Anhänger am Vorabend der Wirren, die das Heilige Land in den vergangenen Jahren heimsuchten;

durch das in dramatischer Schnelligkeit aufeinanderfolgende Ableben des gleichen Leutnants, seiner Familie und nächsten Angehörigen;

durch die Intervention der israelischen Regierung, indem sie den Zivilgerichten die Zuständigkeit aberkannte, über den von den Resten derselben Bündnisbrecher vorgebrachten Fall zu urteilen und die anschließende vom Premierminister und Minister für Auswärtige Angelegenheiten erteilte Genehmigung, das zerstörte Gebäude in nächster Nachbarschaft des Grabes von Bahá'u'lláh abzureißen;

schließlich durch das Erlöschen des Lebens des Anstifters der teuflischen Pläne, die während dem Ablauf von drei Jahrzehnten gegen Abdu'l-Bahá gerichtet waren.


Die Durchführung dieser Anordnung wird endlich das äußere Heiligtum des Qiblih der Bahá'í-Welt von der den guten Namen des Glaubens befleckenden Verunreinigung säubern und den Weg ebnen für die Einleitung und Durchführung der vorbereitenden Maßnahmen, die dazu bestimmt sind den Bau des stattlichen, angemessenen Mausoleums, das den heiligsten Staub umgeben wird, den die Erde je in ihrem Schoß empfangcn hat, für zukünftige Jahrzehnte anzukündigen.





+44 #90 4 Juni 1957

TRIUMPHALE VOLLENDUNG EINER ANZAHL VON HISTORISCHEN UNTERNEHMEN

Göttlich ernannte Institution der Hände der Sache, eingesetzt kraft der durch das Testament des Mittelpunktes des Bündnisses verliehenen Ermächtigung mit der doppelten Aufgabe, den Glauben Bahá'u'lláhs zu schützen und zu verbreiten, tritt in neuen Abschnitt des Fortschreitens der Entfaltung ihres heiligen Auftrages ein. Zu der ihr erneut anheimgegebenen Verantwortung, die Nationalen Geistigen Räte der Bahá'í-Welt besonders im Hinblick auf die wirkungsvolle Durchführung des geistigen Weltkreuzzuges zu unterstützen, kommt nun die erste Pflicht, in enger Zusammenarbeit mit den erwähnten Nationalen Räten über die Bahá'í-Weltgemeinde zu wachen und ihren Schutz zu gewährleisten.

Die jüngsten Ereignisse, die triumphale Vollendung einer Anzahl von historischen Unternehmen, wie die Errichtung des Oberbaues des Báb-Grabmales, die Einweihung des Muttertempels des Westens, die weltweiten Feiern des Heiligen Jahres, die Einberufung der vier Interkontinentalen Lehrkonferenzen als Startzeichen des Zehnjahreskreuzzuges, die beispiellose Verbreitung seiner tapferen Verfechter über das Angesicht der ganzen Erde, der außergewöhnliche Fortschritt der afrikanischen und pazifischen Feldzüge, der Aufbau der administrativen Ordnung auf der arabischen Halbinsel im Herzen der islamischen Welt, die Niederlage der mächtigen Gegenspieler in der Wiege des Glaubens, die Errichtung der internationalen Archive als Vorboten der Schaffung des Sitzes der Universalen Administrativen Ordnung im Heiligen Land dienten dazu, die unauslöschliche Feindschaft ihrer moslemischen Gegner zu entflammen und ließ neue Reihen von Gegnern in der christlichen Welt entstehen und veranlaßte innere Feinde, alte und neue Bündnisbrecher, zu erneuten Versuchen, den Vormarsch der Sache Gottes aufzuhalten, ihre Absichten zu verdrehen, ihre administrativen Einrichtungen zu erschüttern, die Begeisterung ihrer Träger zu dämpfen und ihre Treue zu untergraben.

Anzeichen wachsender Feindseligkeit von außen, ständige Machenschaften im Innern, die Schatten schrecklicher Kämpfe vorauswerfend, die dazu bestimmt sind, die Armee des Lichtes gegen die Kräfte der Dunkelheit, weltlich und religiös, antreten zu lassen, in unmißverständlicher Sprache von Abdu'l-Bahá vorausgesagt, bedingen zu dieser entscheidenden Stunde den engeren Zusammenschluß der Hände der fünf Erdteile und der Körperschaften der gewählten Vertreter der nationalen Bahá'í-Gemeinden auf der ganzen Welt zur gemeinsamen Untersuchung der gefährlichen Tätigkeit der inneren Feinde und zur Ergreifung von weisen, wirksamen Maßnahmen, um ihren ruchlosen Plänen entgegenzuarbeiten, die Menge der Gläubigen zu schützen und die Ausbreitung ihres schlechten Einflusses zu unterbinden.

Aufrufe Hände und Nationale Räte, und zwar jeden Kontinent für sich, von jetzt ab direkte Verbindung herzustellen und zu beraten, wann immer durchführbar und so oft wie möglich, von ihren jeweiligen Hilfsämtern und nationalen Ausschüssen zu unterbreitende Berichte auszutauschen, unermüdliche Wachsamkeit zu beweisen und ihre heiligen unausweichlichen Pflichten unentwegt zu verfolgen. Die Sicherheit unseres kostbaren Glaubens, die Erhaltung der geistigen Gesundheit der Bahá'í-Gemeinden, die Lebenskraft des Glaubens ihrer einzelnen Mitglieder, die richtige Funktion seiner mühselig errichteten Institutionen, der Erfolg seiner weltweiten Unternehmungen, die Erfüllung seiner letzten Bestimmung, alles hängt unmittelbar von der entsprechenden Erfüllung der schweren Verantwortung ab, die nun auf den Mitgliedern dieser zwei Institutionen ruht, welche mit dem Universalen Haus der Gerechtigkeit unmittelbar nach der Institution des Hütertums den ersten Platz in der göttlich verordneten administrativen Hierarchie der Weltordnung von Bahá'u'lláh einnehmen.





+45 #91 14. August 1957

DIE LEBENSWICHTIGEN UND UNAUSWEICHLICHEN VERPFLICHTUNGEN

(Brief an die deutsche Bahá'í-Gemeinde)


Das eben verflossene Jahr, in dem sich zwar nicht ganz die für die deutsche Bahá'í-Gemeinde liebevoll gehegten Hoffnungen erfüllten, hat doch gewisse Erfolge auf dem administrativen und Lehrgebiet zu verzeichnen, für die wir aufrichtig dankbar sein dürfen.

Es besteht kein Zweifel, daß die Probleme, Hindernisse und Herausforderungen, denen sich diese wohlerprobte, einer langen Leidenszeit ausgesetzte und rasch reifende Gemeinde gegenübergestellt sah, großes Ausmaß hatten und teilweise solcher Art waren, ihren Geist einzuschüchtern und ihre BemÜhungen zu entmutigen.

Die fortdauernde und äußerst beklagenswerte Teilung der deutschen Nation, die eine fast unübersteigbare Schranke aufrichtet zwischen der großen Mehrheit und der deutschen Anhänger des Glaubens von Bahá'u'lláh und ihren isolierten Brüdern in den Ostgebieten ihres Landes; die zunehmende und weit verbreitete Feindseligkeit, die von mächtigen, der einflußreichsten christlichen Kirche dieses Landes angehörenden Gegnern gezeigt wird - eine Feindseligkeit, die nicht nur anwächst, sondern langsam und unmerklich Beamte in verschiedenen Regierungsstellen des Staates sowie Teile der Presse und in nicht geringem Maß die Öffentlichkeit selbst beeinflußt; das Fortdauern von ideologischen und politischen Schranken, die die Verbindung zwischen den Gläubigen in der Westzone Deutschlands und den Bewohnern jener Gebiete verhindert, die hinter dem Eisernen Vorhang liegen; der tief verwurzelte Konservatismus und die religiöse Strenggläubigkeit der Einwohner der Friesischen Inseln, von Kreta und Griechenland, die noch eine weitere Schranke bilden und ein weiteres Hindernis auf dem Pfad der Pioniere darstellen, die sich der Aufgabe verschrieben haben, das Banner des Glaubens auf jenen Inseln und in jenem historischen Land in Verfolg der Ziele des geistigen Weltkreuzzuges aufzurichten; die Beschränkungen, die ihnen durch ihre begrenzte Anzahl und bescheidenen Hilfsquellen auferlegt sind; die Versuchungen und Ablenkungen, denen sie durch die schnelle Rückkehr zu materiellem Wohlstand ständig und in wachsendem Maße ausgesetzt sind - dies alles steht zweifellos im Widerstreit zur raschen und wirkungsvollen Erfüllung ihrer vielfachen und heiligen Aufgaben.

Jedoch ist es nicht nötig, bei den Prüfungen, Problemen und innewohnenden Schwierigkeiten zu verweilen, denen die Gemeinde der Anhänger Bahá'u'lláhs und in geringerem Maße ihre Schwestergemeinde in Österreich während dieser kritischen Jahre in der Entfaltung des Zehnjahresplanes ausgesetzt sind.

Wie schwer auch ihre Prüfungen und wie entmutigend die jetzige Lage erscheinen mag, so müssen sie sich doch in die Erinnerung zurückrufen, daß der Glaube, dem sie zur Ergebenheit verpflichtet sind, vor nicht allzu langer Zeit weit heftigere Stürme auszuhalten hatte, die, wie es zeitweilig aussah, imstande waren, seine im Entstehen begriffenen Institutionen zu vernichten und auszulöschen. Das neu gepflanzte Bäumchen einer von Gott empfangenen administrativen Ordnung, das seine Wurzeln tief in den deutschen Boden getrieben hatte, beugte sich zeitweise unter dem Wirbelsturm, der mit voller Kraft über es hinwegfegte, und, sobald der Sturm seine Kraft verloren hatte, richtete es sich auf, trieb mit frischer Kraft neue Zweige und Ableger, die nun das ganze Land überschatten und sogar bis ins Herz von Österreich sich ausstrecken.

Das Erlebnis eines so wunderbaren Wiederauflebens nach einer so harten Prüfung sollte allein schon genügen, denjenigen, die ihr ausgesetzt waren, verstärkte Geisteskräfte einzuflößen, sowie auch der nachkommenden Generation, die diesen Ereignissen noch nahe genug steht, um deren unerhörte Gewalt richtig einzuschätzen, - einen Geist, der sie nicht nur befähigt, Angriffen von weit größerem Ausmaße zu widerstehen, sondern sie - jung und alt, Männer und Frauen gleicherweise - antreibt, mit verdoppelten Kräften und noch größerer Hingabe zu kämpfen, um den drängenden und vielfältigen Erfordernissen der jetzigen Stunde zu entsprechen.

Um die Anschuldigungen, die von ihren Gegnern und Kritikern gegen sie und den Glauben, den sie vertreten, erhoben werden, entschieden zurückzuweisen, können sie nichts besseres tun, als zu veranlassen - nein sicherzustellen -, daß ihre zahlenmäßige Stärke weit und breit in ihrem Heimatland schnellstens anwächst; daß Einzelstehende, Gruppen und örtliche Räte in einem nie zuvor dagewesenen Grade sich vermehren; daß jeder fest begründete örtliche Geistige Rat umgehend eingetragen wird; daß die Heiratsurkunde der Bahá'í und ihre Feiertage von den Behörden anerkannt werden; daß die Literatur des Glaubens nicht nur in beispiellosem Maße ins Deutsche, Russische und jene Sprachen übersetzt wird, die in den baltischen Ländern gesprochen werden, sondern auch nah und fern zur Verbreitung gelangt; und vor allem, daß ihr Eifer, was auch immer sie befallen möge, unauslöschlich bleibe, ihr Geist unbezwinglich, ihre Treue unbeugsam und ihre Entschlossenheit zum Enderfolg nicht wankend werde.

Während eifrigste Bemühungen in dieser Richtung von den Scharen der Getreuen aufgeboten werden, sollten nicht weniger energische Schritte unternommen werden, um sicherzustellen, daß den Pionieren in den neu eröffneten und vorher unerschlossenen Gebieten im Norden sowie im Süden angemessene Führung und Unterstützung zuteil wird, die es ihnen ermöglicht, neue Zentren zu bilden und die Grundlagen zu verstärken, die sie so geduldig und hingebungsvoll geschaffen haben. Die Einrichtung des Nationalfonds, so unentbehrlich für die kraftvolle Tätigkeit der sich vermehrenden Institutionen des Glaubens, muß großzügig und systematisch aus den Reihen der Gläubigen gespeist werden, wie groß auch das damit verbundene finanzielle Opfer sein möge, denn nur durch solche Opfer können diese Institutionen ihren größten geistigen Einfluß ausüben und ihren vollen Anteil zur Verbreitung und Festigung des Glaubens beitragen. Ihren Brüdern in der Ostzone, die durch das unglückliche Unvermögen, unter dem sie so lange und so häufig schon gelitten haben, schwer behindert sind, sollte ständige Unterstützung in jeder möglichen Weise gewährt und alle Wege erforscht werden, um zu verhindern, daß die Flamme, die in diesen tapferen, von Sorgen und Ängsten schwer beladenen Herzen brennt, zum Erlöschen kommt.

Die Hilfe, die ihren Brüdern und Mitarbeitern in Österreich geleistet wurde, denen es kürzlich gelang, den Rahmen ihrer segensreichen Tätigkeit zu vergrößern, muß weiter aufrechterhalten und sogar verstärkt werden zum Zwecke der Vermehrung der örtlichen Geistigen Räte, wodurch die Bildung eines unabhängigen Nationalen Geistigen Rates in diesem Land beschleunigt wird, über allem steht das brennende Problem des Geländekaufes und Baues des Muttertempels von Europa, das entschlossen angegriffen und ein für alle Mal endgültig erledigt werden muß. Was immer getan werden muß, sollte beschleunigt durchgeführt werden, denn die Zeit verstreicht schnell, und der Zehnjahreskreuzzug nähert sich rasch und unerbittlich dem Punkt, an dem er in die zweite Hälfte eintritt. Alle Augen in jedem Erdteil der Welt, in dem Bahá'í wohnen, wachen voll Ungeduld und Besorgnis, in Erwartung der baldigen und endgültigen Beilegung der sich hinziehenden Verhandlungen, und sie erhoffen im Gebet, Zeuge der ersten Anzeichen der Errichtung dieses edlen Gebäudes zu werden, dessen Erbauung der größten und einer der ältesten Bahá'í-Gemeinden auf dem europäischen Kontinent anvertraut wurde.

Die verschiedenartigen und sehr beträchtlichen Hindernisse, die die Geisteskräfte und Hilfsquellen dieser lang heimgesuchten, fest begründeten, hoch begabten und viel bewunderten Gemeinde auf den Plan riefen, wurden erwogen und verzeichnet. Die lebenswichtigen und unausweichlichen Verpflichtungen, die sofortiges tatkräftiges Handeln von seiten aller ihrer bevorrechtigten Mitglieder verlangen, wurden aufgeführt und ausreichend betont. Nun, mehr denn je ist der Zeitpunkt zum Handeln erreicht, nachdem praktisch die Hälfte des Zeitraumes verstrichen ist, der für die Ausführung des ein Jahrzehnt dauernden Kreuzzuges zugemessen wurde. Die deutsche Bahá'í-Gemeinde, der führende Stützpunkt des Glaubens auf dem europäischen Festland, darf nicht, ja kann nicht versagen. Alle seine Hilfsquellen, geistige sowie materielle, müssen zu dieser Stunde zusammengerafft werden, um die rasche Erreichung einiger der glorreichsten Ziele eines glorreichen Kreuzzuges sicherzustellen.

Ich wende mich mit der inständigsten und heißen Bitte an ihre Mitglieder und besonders an ihre wachsamen, gewissenhaften und hingebungsvollen gewählten nationalen Vertreter, sich wie ein Mann zu erheben und einen weiteren Abschnitt in der Entfaltung ihrer historischen Sendung zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen.

Möge Er, der durch Seine Kraft diese Gemeinde ins Leben rief, sie im Glauben erzog und Seinen besonderen Segen auf sie herabsandte, ihre jetzigen und zukünftigen BemÜhungen mit einem Sieg krönen, dessen Widerhall über die ganze Bahá'í-Welt erschallt.





+46 #94 Oktober 1957

DER HÜTER KÜNDIGT FÜNF INTERKONTINENTALE KONFERENZEN AN,
ERNENNT ACHT WEITERE HÄNDE DER SACHE UND
BESTIMMT DIE OBERSTEN SACHWALTER DER KEIMENDEN WELTORDNUNG BAHA'U'LLAHS

Am fünften Jahrestag der Eröffnung des denkwürigen Heiligen Jahres, der verbunden ist mit den Hundertjahrfeiern der Geburtsstunde der Sendung Bahá'u'lláhs im Siyáh-Chál von Teheran - ein Jahrestag, der nur einige Monate vor de m Zeitpunkt liegt, an dem der ein Jahrzehnt dauernde weltweite Geistige Kreuzzug, an dem die ganze Gemeinde Seiner Anhänger teilnimmt, seinen Wendepunkt erreicht - fühle ich mich veranlaßt, die Einberufung einer Reihe von Interkontinentalen Konferenzen zu verkünden, fünf an der Zahl, die nacheinander in Kampala/Uganda im Herzen des afrikanischen Kontinentes, in Sydney, dem ältesten auf den Antipoden errichteten Bahá'í-Zentrum, in Chicago, wo der Name Bahá'u'lláhs zum ersten Male in der westlichen Welt öffentlich erwähnt wurde, in Frankfurt, dem Herzen des europäischen Kontinentes, und in Djakarta, der Hauptstadt der indonesischen Republik stattfinden.

Diese historischen Zusammenkünfte, die in mancher Hinsicht an die vier epochemachenden Konferenzen erinnern, die zum Andenken des hundertsten Jahrestages des Beginnes der Bahá'í-Offenbarung gefeiert wurden, sollen jeweils in den Monaten Januar, März, Mai, Juli und September abgehalten werden, und zwar unter der Leitung des Regionalen Geistigen Rates der Bahá'í von Zentral- und Ost-Afrika, des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í von Australien, des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í der Vereinigten Staaten von Amerika, des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í von Deutschland und Österreich und des Regionalen Geistigen Rates der Bahá'í von Süd-Ost-Asien.

Die Vorsitzenden der schon erwähnten Regionalen und Nationalen Geistigen Räte werden diese Konferenzen mit dem fünffachen Ziel einberufen: dem Göttlichen Stifter unseres Glaubens demütige Dankbarkeit zu erweisen, der Seine Anhänger während einer Periode ständig wachsender Angst und inmitten der Verwirrung und Ungewißheit eines kritischen Zeitabschnittes des Schicksals der Menschheit in die Lage versetzte, den Zehnjahresplan ununterbrochen zu verfolgen, der zur Ausführung des von Abdu'l-Bahá niedergelegten Großen Planes ausgearbeitet wurde, um auf eine Serie von außerordentlichen Siegen Rückschau zu halten und sie zu preisen, die in so rascher Folge im Laufe jedes Unternehmens dieses weltumfassenden Kreuzzuges gewonnen wurden; um Mittel und Wege zu beraten, die seinen triumphalen Enderfolg sicherstellen; und um gleichzeitig dem lebenswichtigen Vorgang der persönlichen Hingabe zum Glauben auf der ganzen Welt einen mächtigen Aufschwung zu geben - dem Zweck, der vor allem dem Plan mit all seinen Ausläufern zugrunde liegt - sowie dem Bau und der Fertigstellung der drei Muttertempel, die auf dem europäischen, dem afrikanischen und australischen Kontinent erstellt werden sollen.

Die außerordentlichen Fortschritte, die seit dem Beginn dieses weltumspannenden Kreuzzuges in dem kurzen Zeitraum von weniger als fünf Jahren erzielt wurden, überstrahlen - wenn wir einhalten, um das Ausmaß und die Bedeutung der letzten Entwicklungen zu betrachten - an Zahl und Wert der von seinen Verfechtern vollbrachten Leistungen jedes früher von den Anhängern des Glaubens gemeinsam durchgeführte Unternehmen, zu welcher Zeit und in welchem Erdteil es auch gewesen sein möge seit dem Abschluß der einleitenden und turbulentesten Epoche des Heroischen Zeitalters der Bahá'í-Offenbarung.

Das Anwachsen der Anzahl von Bahá'í-Zentren - der Brennpunkte und Stützen der Bahá'í-Lehrarbeit und Administration - auf der ganzen Welt von fünfundzwanzighundert auf fünfundvierzighundert, der Anzahl von Ländern, sowohl selbständige Nationen wie abhängige Staaten betreffend, die in den Bereich des Glaubens eingeschlossen wurden, von einhundertachtundzwanzig auf zweihundertvierundfünfzig, und der Anzahl der Nationalen und Regionalen Geistigen Räte der Bahá'í- Vorläufer des Universalen Hauses der Gerechtigkeit - von zwölf auf sechsundzwanzig; die bedeutende Vermehrung von Örtlichen Geistigen Räten der Bahá'í in allen fünf Erdteilen, die die Grundlage der entstehenden administrativen Ordnung bilden und deren Anzahl nun die Tausendgrenze überschritten hat; das Aufpflanzen des Banners des Glaubens auf mehr als siebzig Inseln im Pazifischen, Atlantischen und Indischen Ozean, wie auch im Mittelmeer und in der Nordsee; die Errichtung des nördlichsten Außenpostens in der Arktis im fernen Thule auf Grönland, die Erbauung und Fertigstellung des Internationalen Bahá'í-Archives im Heiligen Land selbst mit einem Kostenaufwand von mehr als einer Million Mark, das in seiner Vollkommenheit die Entstehung des Sitzes der keimenden Weltordnung von Bahá'u'lláh an den Hängen des Berges Karmel ankündigt und auf das Quiblih der Bahá'í-Welt schaut; die Vergrößerung des Umfanges der internationalen Bahá'í-Stiftungen in den Schwesterstädten Akka und Haifa, die das Weltzentrum des Bahá'í-Glaubens darstellen, und deren jetziger Wert nun auf über zweiundzwanzig Millionen Mark geschätzt werden kann; die entsprechende Vermehrung der Nationalen Bahá'í-Stiftungen in der Großen Republik des Westens - dem Stützpunkt der Bahá'í-Administration - deren Wert sich schnell der zwanzig Millionen Mark-Grenze nähert und des Bahá'í-Vermögens in der Wiege des Glaubens, das vorsichtig geschätzt über zwanzig Millionen Mark beträgt; der Erwerb von nicht weniger als achtundvierzig nationalen Haziratu'l-Qúds - die Zentralen Verwaltungszentren der Bahá'í-Gemeinden, die in den selbständigen Nationen und hauptsächlichsten abhängigen Staaten der Erde errichtet wurden - mit einem Kostenaufwand von mehr als zwei Millionen Mark; die Begründung von Nationalen Bahá'í-Stiftungen in nicht weniger als fünfzig Metropolen und Hauptstädten der fünf Erdteile, deren Preis auf mindestens eine halbe Million Mark geschätzt werden kann; der Beginn des Baues der Muttertempel von Afrika und Australien, sowie der Kauf von elf Tempelgeländen für etwa eine Million Mark; die Eintragung von über neunzig Nationalen und örtlichen Geistigen Räten, womit die Gesamtzahl der eingetragenen Räte auf der ganzen Welt auf über zweihundert ansteigt; die Übersetzung von Bahá'í-Literatur in einhundertachtundvierzig Sprachen, von denen nicht weniger als zweiundsiebzig über der in den Bestimmungen des Zehnjahresplanes verlangten Zahl liegen, wodurch die Gesamtsumme der Sprachen auf zweihundertsiebenunddreißig gebracht wird; sowie eine Reihe von zusätzlic.hen Leistungen, die zu zahlreich sind, um aufgeführt zu werden, und die die Ziele dieses Planes ergänzen im Zusammenhang mit der Besiedlung der unerschlossenen Gebiete, der Beschaffung von Tempelgeländen, der Eröffnung von Bahá'í-Schulen, der Begründung von örtlichen Bahá'í-Stiftungen, der Errichtung von örtlichen Haziratu'l -Qúds, der Ausarbeitung von Hilfsplänen, der Inangriffnahme eines Bahá'í-Verlagsunternehmens, des Kaufes von Heiligen Stätten der Bahá'í und von Grundstücken für Bahá'í-Friedhhöfe und Bahá'í-Sommerschulen - all dies kann von einem wohlmeinenden Beobachter in keinem anderen Licht gesehen werden, als dem des Offenbarwerdens eines bedeutenden Fortschrittes, der in seinen Merkmalen so mannigfaltig wie weitreichend in seiner Tragweite ist.

Ein so wunderbarer Fortschritt, der ein so weites Gebiet umfaßt und in so kurzer Zeit von einer so kleinen Schar von heroischen Seelen erreicht wurde, verdient wohl und bedingt auch an diesem Wendepunkt eines jahrzehntelangen Kreuzzuges ausgezeichnet zu werden durch die Ankündigung eines weiteren Schrittes in der fortschreitenden Entfaltung einer der hauptsächlichsten und lebenswichtigsten Einrichtungen, die von Bahá'u'lláh verordnet und von Abdu'l-Bahá in »Wille und Testament« bestätigt wurde, eines Schrittes, der die Ernennung einer weiteren Gruppe von Händen der Sache Gottes betrifft und durch welche die Gesamtzahl der Obersten Sachwalter der keimenden Weltgemeinschaft Bahá'u'lláhs, die von der nie irrenden Feder des Mittelpunktes Seines Bündnisses mit der zweifachen Aufgabe betraut wurden, über die Sicherheit des Glaubens Seines Vaters zu wachen und für seine Verbreitung zu bürgen, auf dreimal neun erhöht wird.

Die acht, die nun zu diesem herrlichen Rang erhoben wurden, sind:

Enoch Olinga, William Sears und John Robarts in West - und Südafrika;
Hasan Balyuzi und John Ferraby auf den Britischen Inseln;
Collis Faetherstone und Rahmatu'lláh Muhájir im Pazifischen Raum und
Abdu'l Quásim' Faizi auf der Arabischen Halbinsel

eine Gruppe, die aus vier Kontinenten der Welt ausgewählt wurde und die Familie »Afnan« sowie auch die schwarze und weiße Rasse vertritt und deren Mitglieder aus christlichem, moslemischem, jüdischem und heidnischem Bereich stammen.

Diese jüngste Vermehrung der Schar der hohen Offiziere einer rasch sich entfaltenden administrativen Weltordnung, die eine Erweiterung der erhabenen Institution der Hände der Sache Gottes mit sich bringt, bedingt - im Hinblick auf ihre kürzliche Übernahme der heiligen Verantwortung als Beschützer des Glaubens - die Ernennung eines zusätzlichen Hilfsamtes durch die Hände, getrennt für jeden Kontinent, das zahlen mäßig dem bestehenden gleichkommt und dem die ausdrückliche Pflicht auferlegt wird, über die Sicherheit des Glaubens zu wachen und dadurch die Tätigkeit des ursprünglichen Amtes zu ergänzen, dessen Aufgabe es von nun an ist, sich ausschließlich mit der Durchführung des Zehnjahresplanes zu befassen.

Die Hände der Sache, ob sie schon früher oder erst kürzlich ernannt wurden, besonders diejenigen, die mit der Konferenz eng verbunden sind, die auf dem durch sie vertretenen Kontinent abgehalten wird, sowie die Mitglieder ihrer Hilfsämter und Vertreter der Regionalen und Nationalen Geistigen Räte, die vordringlich mit der Eröffnung der unerschlossenen Gebiete in dem Erdteil sich befassen, zu dem sie gehören und der Inseln, die in der Nachbarschaft dieses Kontinentes liegen, sowie alle Gläubigen, woimmer ihr Wohnort sich befinden möge, sind zu diesen fünf Interkontinentalen Konferenzen eingeladen.

Zur Kampala-Konferenz sollte jeweils ein Vertreter des nordamerikanischen, britischen, persischen, nordost-afrikanischen, indischen und irakischen Nationalen Geistigen Rates als offizieller Teilnehmer entsandt werden; zur Chicago-Konferenz jeweils ein Vertreter des nordamerikanischen, kanadischen und der südamerikanischen Nationalen Geistigen Räte; zur Frankfurt-Konferenz jeweils ein Vertreter der britischen, deutschen, italo-schweizerischen und nordamerikanischen Nationalen Geistigen Rates; und zur Djakarta-Konferenz jeweils ein Vertreter des nordamerikanischen, kanadischen, persischen, indischen, australischen und irakischen Nationalen Geistigen Rates.

Alle anderen Mitglieder dieser Räte sowie Mitglieder von neu errichteten Nationalen und Regionalen Geistigen Räten sind herzlich eingeladen, an den fünf aufeinanderfolgenden Konferenzen teilzunehmen.

Die folgenden fünf Hände, die in ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Internationalen Bahá'í-Rates eng mit dem Aufbau und der Entwicklung der Einrichtungen des Glaubens in seinem Weltzentrum verbunden sind, wurden dazu ausersehen, als meine besonderen Abgesandten an dieser zweiten Serie von Interkontinentalen Konferenzen teilzunehmen:

Amatu'l-Bahá Rúhiyyih begleitet von Lutfu'lláh Hakím, Mitglied des Internationalen Rates, an der Kampala-Konferenz; Mason Remey an der Sydney-Konferenz; Ugo Giachery an der Chicago-Konferenz; Amelia Collins an der Frankfurt-Konferenz und Leroy Ioas an der Djakarta-Konferenz.

Drei von ihnen, und zwar denjenigen, die der Kampala- der Sydney- und der Frankfurt -Konferenz beiwohnen, werde ich eine Handvoll der gesegneten Erde vom innersten Schrein Bahá'u'lláhs mitgeben, sowie eine Locke Seines kostbaren Haares und eine Widergabe Seines Portraits, die sie den bei den Konferenzen versammelten Freunden zeigen werden. Zwei von diesen Abgesandten werden beauftragt, in meinem Namen die gesegnete Erde in den Grundmauern der zwei Tempel niederzulegen, die auf dem afrikanischen und australischen Kontinent errichtet werden, während die anderen geheiligten Geschenke von diesen Abgesandten dem Regionalen Rat von Zentral- und Ostafrika und dem australischen und deutschen Nationalen Geistigen Rat zur Aufbewahrung übergeben werden. Ein viertes Bild von Bahá'u'lláh wird meinem Abgesandten, Leroy Ioas, anvertraut, um es bei der Djakarta Konferenz zu zeigen und dann zur Aufbewahrung ins Heilige Land zurückbringen, während Ugo Giachery, der mich bei der Chicago-Konferenz vertritt, die Aufgabe zugewiesen wird, die Portraits von Bahá'u'lláh und vom Báb, die bereits dem Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten übergeben wurden, zu zeigen.

Die Abhaltung dieser zweiten Serie von Interkontinentalen Konferenzen, die die Hälfte des Weges des größten für die Verbreitung des Glaubens von Bahá'u'll.£h in der östlichen und westlichen Hemnisphäre jemals unternommenen Kreuzzuges bezeichnen, verkündet die Eröffnung des vierten Abschnittes des Zehnjahresplanes.

Der erste Abschnitt, der die zwölf Anfangsmonate dieses gewaltigen Unternehmens umfaßt, wird für immer mit dem Hinaustragen der Botschaft Bahá'u'lláhs in nicht weniger als hundert Länder der Erde verbunden sein.

Der zweite Abschnitt, der doppelt so lange dauerte wie der erste, war Zeuge des Erwerbes einer beachtenswert großen Anzahl von nationalen Haziratu'1-Qúds und der Errichtung nationaler Bahá'í-Stiftungen in zahlreichen Ländern, welche durch das Fortschreiten der administrativen Festigung die auffallende Ausbreitung der Einflußsphäre des Glaubens im Laufe des ersten Abschnittes des Glaubens ergänzten.

Der dritte Abschnitt, der die gleiche Dauer hatte wie der vorhergehende, wurde durch die beachtliche Vermehrung der Bahá'í-Zentren denkwürdig gemacht sowie durch die Bildung von nicht weniger als sechzehn Regionalen und Nationalen Geistigen Räten.

Der vierte Abschnitt, dessen Beginn sich nun nähert, muß unsterblich gemacht werden einerseits durch eine noch nie dagewesene Vermehrung der Anzahl von ergebenen Anhängern des Glaubens in allen Erdteilen der Welt, von jeder Rasse, Landstrich, Abstammung und Farbe und von jeder Schicht der heutigen Gesellschaft, verbunden mit dem entsprechenden Anwachsen der Zahl der Bahá'í-Zentren und andererseits durch den schnellen Fortschritt in der Errichtung der Muttertempel von Afrika und Australien sowie durch die Einleitung der Erbauung des ersten Mashriqu'l-Adhkár von Europa.

Der Abschnitt, in den die tapferen Verfechter eines Kreuzzuges, der mit so ungeheuren Möglichkeiten ausgestattet ist, gerade eintreten, muß, während dieser göttlich vorwärts getriebene, höchst wohltätige und geheimnisvoll sich entfaltende Unternehmen schnell seinen Wendepunkt überschreitet und sich dem Schlußabschnitt seiner weltweiten Vorhaben nähert, sowohl auf dem Gebiet der Lehrtätigkeit als auch auf dem Gebiet der Administration Zeuge sein des Aufbrechens einer Begeisterung und einer Hingabe, vor der jede sowohl einzeln als auch gemeinsam im Verlauf irgendeines der drei vorhergehenden Abschnitte erzielte Leistung verblassen wird, und zwar als Ergebnis des Einflusses, den die Beratungen und Entschließungen der Teilnehmer dieser bevorstehenden Konferenzen hoffentlich auf die nahe Zukunft dieses Krezzuges haben werden.

Ich rufe jede einzelne Hand der Sache Gottes auf, ob früher oder jetzt ernannt, sowie die gesamte Gemeinschaft der Gläubigen, die an diesem Kreuzzug teilnehmen, und speziell deren gewählte Vertreter, die Mitglieder der verschiedenen Regionalen und Nationalen Geistigen Räte in Ost und West und mit besonderer Eindringlichkeit diejenigen, die das Vorrecht genießen, diese geschichtemachenden Konferenzen einzuberufen und durchzuführen, sich schleunigst aufzumachen und gemäß ihrem Range, ihrer Fähigkeit, ihrem Amte und ihren Hilfsquellen sich während der kurzen Zeitspanne entsprechend vorzubereiten, die sie von der Eröffnung der ersten dieser fünf Konferenzen trennt, den Anforderungen Genüge zu leisten, die Gelegenheit dieser vielversprechenden Stunde zu ergreifen und durch die überwältigende Entfaltung der Eigenschaften, die eine würdige Nachfolge im Glauben Bahá'u'lláhs auszeichnen, den alles umfassenden und überall widerhallenden Sieg dieser Konferenzen sicherzustellen, die der Verherrlichung Seines Namens gewidmet und ausdrücklich zu dem Zweck einberufen sind, den Vormarsch der Einrichtungen Seiner welterlösenden Ordnung voranzutreiben und die Errichtung Seines Königreiches in den Herzen der Menschen zu beschleunigen.

Laßt uns Gott bitten, daß in diesen Tagen weltumfassender Trübsal, da die dunklen Kräfte der Natur, des Hasses, der Empörung, Anarchie und Reaktion den wirklichen Bestand der menschlichen Gesellschaft bedrohen, da die köstlichsten Früchte der Zivilisation ernsten und unvergleichlichen Prüfungen unterzogen werden, wir alle tiefer denn je erkennen mögen, daß wir, obwohl nur eine bloße Handvoll inmitten der kochenden Massen der Welt, an diesem Tag die erwählten Werkzeuge von Gottes Gnade sind, daß unser Auftrag hochdringlich und wesentlich für das Schicksal der Menschheit ist und wir, gestärkt durch diesen Gedanken, uns erheben, um Gottes heiliges Vorhaben für das Menschengeschlecht zu vollenden.













ANHANG

+47 #99 28. Juli 1954

Die amerikanischen Bahá'i in der Zeit der Weltgefahr

Eine Botschaft des Hüters zum Weltkreuzzug


Liebe und geschätzte Mitarbeiter,

die amerikanische Bahá'í-Gemeinde befindet sich in diesem Jahr - dem Eröffnungsjahr des zweiten Abschnittes des Geistigen Weltkreuzzuges, an dem sie tätigen Anteil hat - an der Schwelle des siebten Jahrzehntes ihres Bestehens. Beim Eintritt in das zweite Jahrzehnt des zweiten Bahá'í-Jahrhunderts schaut sie auf sechzig Jahre zurück, die mit Ereignissen angefüllt sind und das Zeichen von Heldentaten tragen, die so aufwühlend und folgenschwer waren, daß sie in den Annalen keiner anderen nationalen Bahá'í-Gemeinde übertroffen werden, mit der einzigen Ausnahme ihrer verehrungswürdigen Brudergemeinde in Bahá'u'lláhs Geburtsland.

+48:1

Hauptvollstrecker des Göttlichen Planes

Als die ersten, die auf den Ruf des Neuen Tages in der westlichen Welt hörten, für viele Jahre der einzige Vorkämpfer für das aufs neue verkündigte Bündnis Bahá'u'lláhs, gemeinsam mit der in nächster Nachbarschaft wohnenden kleinen Gruppe kanadischer Gläubiger, an erster Stelle stehend mit ihrem entscheidenden Beitrag zur Schaffung des Rahmens, zum Aufbau des Gefüges, zur Ausweitung der Grenzen und zur Festigung der Einrichtungen der neugeborenen Weltordnung, des Kindes des erwähnten Bündnisses und Vorläufers einer noch im Schoße der Zukunft ruhenden Weltzivilisation, von der Feder des Mittelpunktes des Bündnisses für eine einzigartige und unvergängliche Gabe ausersehen - nämlich zum ersten Beschützer und Hauptvollstrecker von Abdu'l-Bahás Göttlichem Plan - zweifach geehrt während Seines ausgedehnten Besuches an den Ufern ihres Heimatlandes durch die Auszeichnung, die Erden beiden führenden Zentren der Gemeinde zuteil werden ließ, dem einen als Stätte der Grundsteinlegung zum heiligsten Hause der Anbetung in der Bahá'í-Welt und dem anderen als Schauplatz der Verkündigung des Bündnisses Seines Vaters, als siegreicher Verfechter von zwei aufeinanderfolgenden historischen Plänen, die von ihren gewählten Vertretern zur Verbreitung des Glaubens kühn entworfen waren, hat sie (die amerikanische Gemeinde) in ihrem Geburtslande, im Dominion Kanada, in Mittel- und Südamerika gewirkt und ist für die Errichtung ihres eigenen Andachtshauses, des Muttertempels des Westens, eingetreten. Hervorragend in ihrer Rolle als Verfechter des Glaubens, als Stütze der unterdrückten und lange Zeit verfolgten Brudergemeinden auf dem asiatischen und afrikanischen Kontinent und als Verfasser der nationalen Bahá'í-Satzung, die die Ausführungsbestimmungen zur Regelung der inneren Angelegenheiten der Mitglieder der Bahá'í-Gemeinde enthält, unvergleichlich in der ganzen Bahá'í-Welt als treibende Kraft, die dazu führte, daß ein wesentlicher Teil der mehr als zweihundert selbständigen Staaten und wichtigsten Kolonien des Erdballs dem Glauben Bahá'u'lláhs erschlossen wurde, selbst ihrer über hundert Jahre alten Brudergemeinde in der Wiege des Glaubens an Anzahl und Verschiedenheit der abgelegenen Zentren, Gruppen und Geistigen Räte überlegen, hat sie sich über das ganze Gebiet der Staaten von einer Küste zur anderen und von Alaska bis Mexiko festzusetzen vermocht. Beachtenswert in der kurzfristigen Beschaffung und klugen Verwendung von Geldmitteln, die oft eine Selbstverleugnung voraussetzten, die an die Aufopferung der Vorboten des Apostolischen Zeitalters des Glaubens erinnert, das einzige Ziel vor Augen, den Glauben systematisch zu verbreiten, hat sie sich gelobt, Diener der Sache zu sein, ihr Ansehen zu fördern, ihre Verwaltungseinrichtungen zu vermehren und zu verbessern, ihre Literatur zu bereichern, ihre Gebäude zu errichten, ihre vielfachen Vorhaben in Angriff zu nehmen, den Bedürftigen unter den Mitgliedern ihrer Brudergemeinden zu Hilfe zu kommen und die Gefahren abzuwehren, denen sie von Zeit zu Zeit durch die Böswilligkeit ihrer Feinde ausgesetzt war - mit dem Ruhm eines solchen Zeugnisses erhabener Dienstbereitschaft kann es sich die amerikanische Bahá'í-Gemeinde wohl erlauben, voll Gleichmut und Vertrauen in die nächste Zukunft zu blicken, die ernste Mahnungen, vielfältige Probleme, Gefahren, Prüfungen und Anfechtungen enthält.

Denn darüber kann kein Zweifel bestehen, daß die gesamte Gemeinde einen äußerst kritischen Augenblick in ihrer Geschichte erreicht hat, angesichts der Begrenzung ihrer zahlenmäßigen Stärke und der Beschränkung ihrer mageren Hilfsquellen im Vergleich mit der Weite des Gebietes, das sich vor ihr erstreckt, und mit den ungeheuren Anstrengungen, die von ihr verlangt werden, sowie mit der Verwicklung der Probleme, die sie zu lösen hat.

+48:2

Amerika macht eine Krise durch

Das Land, dem diese Gemeinde angehört, macht außerdem eine Krise durch, die in geistiger, moralischer, sozialer und politischer Hinsicht äußerst ernst ist - von einer Ernsthaftigkeit, die von oberflächlichen Betrachtern leicht unterschätzt wird - und das ist gefährlich.

Der ständige und besorgniserregende Zerfall der moralischen Anschauungen ist durch das erschreckende Anwachsen von Verbrechen gekennzeichnet, durch die politische Korruption in immer größerem Ausmaße und in immer höheren Kreisen, durch die Auflösung der heiligen Bande der Ehe, durch das maßlose Verlangen nach Vergnügen und Zerstreuungen und durch das deutlich fortschreitende Nachlassen der elterlichen Kontrolle. Dies ist zweifellos die Erscheinung des eintretenden Zerfalls, die überaus beunruhigt und alarmiert, und sie ist im Schicksal der gesamten Nation klar ersichtlich.

Parallel damit läuft der krasse Materialismus, der in alle Lebensbereiche eingedrungen ist und ein Übel darstellt, das die Nation und mit ihr alle diejenigen, die zum kapitalistilchen System gehören, wenn auch in geringerem Maße, mit dem Staat und seinen Satelliten teilen, welche als verschworene Feinde dieses Systems angesehen werden. Dieser Materialismus legt dem weltlichen Wohlergehen übermäßigen und ständig wachsenden Wert bei und vergißt darüber die geistigen Dinge vollständig, auf denen allein eine sichere und stabile menschliche GesellSchaft aufgebaut werden kann. Derselbe krebsartige Materialismus, der ursprünglich in Europa geboren, dann auf dem amerikanischen Kontinent bis zum Übermaß weitergetrieben wurde, der die asiatischen Völker vergiftet und seine unheilverkündenden Fühler nach den Grenzen Afrikas ausgestreckt hat, ist von Bahá'u'lláh in Seinen Schriften mit eindeutigen und leidenschaftlichen Worten angeprangert worden. Er verglich ihn mit einer alles verzehrenden Flamme und sah in ihm die Hauptursache der Beschleunigung der schrecklichen Prüfungen und welterschütternden Krisen, die notwendigerweise die Vernichtung von Städten, die Ausbreitung von Terror und Bestürzung in den Herzen der Menschen nach sich ziehen müssen. Einen Vorgeschmack der Zerstörungen, die dieses verzehrende Flammenmeer über die Welt bringen wird, die Städte der Nationen dem Boden gleichmachend, die an diesem tragischen, alles verschlingenden Kampf beteiligt sind - den hat uns in der Tat schon der letzte Weltkrieg gegeben. Er drückte dem zweiten Abschnitt der weltweiten Verwüstungen seinen Stempel auf - Verwüstungen, die die Menschheit leider unausweichlich erleben mußte, weil sie ihres Gottes vergaß und die klaren Warnungen, die von Seinen auserwählten Gesandten für diese Tage gegeben wurden, außer acht ließ. Es ist derselbe alles durchdringende, verderbliche Materialismus, gegen den der Mittelpunkt des Bündnisses Bahá'u'lláhs Seine Stimme in leidenschaftlicher Eindringlichkeit vom Rednerpult und vom Podium aus erhob bei Seinen Ansprachen an die gedankenlose Menge, die sich am Morgen nach Seinem Besuche in Europa und Amerika plötzlich in einen Wirbelsturm hineingerissen fand, der in seinen Ausmaßen und in seiner Stärke etwas in der Weltgeschichte nie Dagewesenes darstellte.

Zugleich mit diesem unheilbringenden Niedergang der Moral und dem ständig wachsenden Gewicht, das dem materiellen Erfolg und Wohlergehen der Menschheit beigelegt wird, bedeckt sich der politische Horizont immer mehr mit Wolken, wie die ständig wachsende Kluft beweist, die die Vorkämpfer der zwei sich entgegengesetzten Gedankenschulen trennt, die, so abweichend ihre Ideologien auch sind, alle beide von den Bannerträgern des Glaubens Bahá'u'lláhs verurteilt werden müssen wegen ihrer materialistischen Philosophie und wegen der Vernachlässigung der geistigen Werte und unvergänglichen Wahrheiten, auf denen allein letztenendes eine beständig gedeihende Zivilisation aufgebaut werden kann. Die Vermehrung, die Vielfalt und die wachsende Zerstörungskraft der Waffen, zu denen beide Seiten in diesem allgemeinen Wettstreit, in einen Strudel von Angst, Argwohn und Haß verfangen, immer schneller beitragen, der Ausbruch von zwei aufeinanderfolgenden blutigen Konflikten, die das amerikanische Volk noch tiefer in die Angelegenheiten einer verstörten Welt hineinzogen und einen beträchtlichen Verlust an Gut und Blut verursachten, den Staatshaushalt anschwellen ließen und die Entwertung des Geldes nach sich zogen, die Verwirrung, die Unentschlossenheit und das Mißtrauen, die sich in die Haltung der europäischen und asiatischen Völker Amerika gegenüber eingeschlichen haben, der überwältigende Kräftezuwachs, der dem Erzfeinde des Systems zufließt, das von der amerikanischen Union infolge der Neugruppierung der Mächte auf dem asiatischen Kontinent und besonders im Fernen Osten verteidigt wird - all dies hat in den letzten Jahren einen großen Teil zur Verschlechterung der Lage beigetragen, die, wenn sie sich nicht grundlegend bessert, dazu führen wird, die amerikanische Nation in eine Katastrophe von noch nie geahnten Ausmaßen und unvorhergesehenen Folgen für die soziale Struktur, den Lebensstandard und die Weltanschauung des amerikanischen Volkes und seiner Regierung zu verwickeln.

Nicht weniger ernst zu nehmen ist der Druck und die Anspannung, die sich auf die Struktur der amerikanischen Gesellschaft auswirken, hervorgerufen durch die grundsätzliche und ständige Vernachlässigung - seitens der Regierenden und der Regierten gleichermaßen - der unausweichlichen und dringenden Aufgabe, die durch Abdu'l-Bahá des öfteren anschaulich durch die Aufdeckung der Hauptschwächen der sozialen Struktur des Landes dargestellt und betont wurde: nämlich, mit Hilfe einer umwälzenden Änderung der Anschauungen und Haltung des weißen Durchschnittsamerikaners gegenüber seinen schwarzen Mitbürgern eine Situation, so lange es noch Zeit ist, zu bessern, die, wenn man sie weitertreiben läßt, nach den Worten von Abdu'l-Bahá die Ursache dafür sein wird, daß in den Straßen der amerikanischen Städte Blut fließen wird. Dadurch wird sich die Verwüstung noch steigern, die durch furchtbare, von oben abgeworfene Vernichtungswaffen, angehäuft von einem erbarmungslosen, wachsamen, mächtigen und hartnäckigen Feinde, über diese Städte gebracht wird.

Die amerikanische Nation, von der die Gemeinde des Größten Namens bis jetzt nur einen unwesentlichen und unendlich kleinen Teil bildet, schwebt in der Tat, von welcher Seite aus man ihre nächste Zukunft auch betrachten mag, in ernster Gefahr. Den drohenden Leiden und Trübsalen kann sie teilweise entgehen, aber sie sind größtenteils unvermeidlich und von Gott gesandt, denn durch ihren Einfluß wird eine Regierung und ein Land, die sich zäh an eine zum Aussterben verurteilte Doktrin der absoluten Souveränität klammern und ein politisches System aufrechterhalten, das offensichtlich im Widerspruch zu den Bedürfnissen einer Welt steht, die schon nachbarlich zusammengerückt ist und nach Einigkeit schreit, von ihrer unzeitgemäßen Weltanschauung geläutert werden, um bereit zu sein, eine von Abdu'l-Bahá vorausgesagte hervorragende Rolle zu spielen bei der Aufpflanzung des Banners des Geringeren Friedens, bei der Vereinigung der Mensc:hbeit und bei der Schaffung einer Weltbundesregierung auf diesem Planeten. Diese schlimmen Notzeiten werden nicht nur das amerikanische Volk mit seinen Brudervölkern in beiden Hemnisphären fest verschmelzen, sie werden es auch durch ihre reinigende Wirkung gründlich von den angesammelten Schlacken befreien, die aus tief verwurzelten rassischen Vorurteilen, überhandnehmendem Materialismus, weitverbreiteter Gottlosigkeit und moralischer Laxheit zusammengesetzt sind und eine Haltung hervorriefen, die bisher das amerikanische Volk daran gehindert hat, seine ihm von Abdu'l-Bahás unfehlbarer Feder vorbestimmte Rolle der geistigen Weltführerschaft zu spielen, eine Rolle, die es durch Arbeit und Mühen zu erfüllen bestimmt ist.

+48:3

Die amerikanischen Bahá'í stehen am Kreuzwege

Die amerikanische Bahá'í-Gemeinde, dazu ausersehen, als Sauerteig die Gesamtheit geheimnisvoll und trächtig zu durchdringen, kann an dieser kritischen Wegscheide im Schicksal einer ringenden, gefahrbedrohten und geistig sterbenskranken Nation nicht hoffen, den Prüfungen, denen sich die Nation gegenübergestellt sieht, zu entgehen, noch kann sie andererseits den Anspruch erheben, von den übeln, die ihren Charakter beflecken, völlig unberührt zu sein.

In einer so kritischen Zeitspanne und zu einer so gebieterischen Stunde sind die Mitglieder der Bahá'í-Gemeinde, die von Abdu'l-Bahá mit einer Vorrangstellung bekleidet wurden, die durch Vernachlässigung und Teilnahmslosigkeit ihre Lebensstärke und Antriebskraft einbüßen kann, mit einer Aufgabe betraut und einer Verantwortung gegenübergestellt, die ihnen ein geistiger Weltkreuzzug - das dritte und größte gemeinsame Unternehmen, das in der amerikanischen Bahá'í-Geschichte in Angriff genommen wird - vor den Augen ihrer bewundernden und erwartungsvollen Brudergemeinden in der ganzen Welt auferlegt hat. Sie stehen nun am Kreuzwege und können nicht einen Augenblick ausruhen und zögern, welchen Weg sie einschlagen wollen, oder sich ein Absinken von der erreichten hohen Stufe erlauben, auf der sie sich sechs Jahrzehnte lang unbeirrbar gehalten haben. Nein, wenn diese Vorrangstellung gefestigt und weiter ausgebaut werden soll, ist nicht nur von seiten einiger weniger Auserkorener die Hingabe an jeden einzelnen Punkt des Zehnjahresplanes, dem sie sich jetzt verpflichtet haben, unerläßlich; auch das Spenden von Kapital ist das Gebot der Stunde und darf keinen Aufschub mehr erleiden, ein Spenden, an denn sich nicht nur diejenigen mit bescheidenen Mitteln, sondern gerade die Reichsten und Woblhabendsten in einern Maße beteiligen sollten, das ein wirkliches Opfer bedeutet, zu dem Zwecke, die Erreichung der Ziele und Absichten des Planes in seinenn jetzigen Entwicklungsstadium zu gewährleisten.

Die gewaltigen und lobenswerten Anstrengungen, die von einer beträchtlichen Anzahl von Pionieren im Verlauf der Eröffnungsphase des welturnspannenden Kreuzzuges in den unerschlossenen Gebieten der Erde gemacht wurden, müssen, wenn diese Vorrangstellung unvermindert gewahrt bleiben soll, gesteigert, verdoppelt, nein verdreifacht werden und sollen sich nicht nur auf fremde Gebiete erstreiken, wo die Erfolge, die während der letzten zwölf Monate so mühselelig erarbeitet wurden, sorgfältig zu halten sind. Diese Anstrengungen müssen siich auch auf die amerikanische Union in ihrer ganzen Länge und Breite erstrecken und besonders auf die Zielstadte, wo bislang die Arbeit zum Stillstand kam und die in dem jetzt begonnenen Jabr der Schauplatz der ausgezeichnetsten Taten werden sollen, welche die Heimatfront je gesehen hat. Eine wahre Auswanderung aus den großen Staaten an der atlantischen wie auch der pazifischen Küste und im Herzen des Landes, in denen sich eine beträchtliche Anzahl von Gläubigen imm Laufe der Jahre zusammengefunden hat und wo infolge des Tempos und der Ablenkungen des städtischen Lebens der Fortschritt des Glaubens aufgehalten wurde, muß den Beginn dieser ganz besonders angespannten und gebieterischen Phase des Kreuzzuges an der Heimatfront ankündigen. Die Führung muß mit Bestimmtbeit und Nachdruck von den zwei im Brennpunkt der Bahá'í-Arbeit liegenden Zentren übernommen werden, die zu den ältesten Städten in der amerikanischen Union gehören und die ehrenvollste Stellung unter ihnen einnehmen, die eine als die Mutterstadt des nordamerikanischen Kontinentes und die andere, weil sie von Abdu'l-Bahá die »Stadt des Bündnisses« genannt wurde. In der Tat ist die Forderung der Stunde so ernst und die politische Lage des Landes so kritisch, daß, wenn fünfzehn erwachsene Bahá'í in jeder dieser Städte, über denen ungeahnte Gefahren schweb, die lassen werden, dies als völlig ausreichend für den Fortbestand ihrer örtlichen Geistigen Räte gehalten werden kann.

+48:4

Aufgaben des Weitkreuzzuges

Während dieser lebenswichtige Prozeß der Vermehrung der abgelegenen Bahá'í-Zentren, Gruppen und Geistigen Räte durch das rasche und beispiellose Umsiedeln der Gläubigen beschleunigt wird und als Ergebnis der Inangriffnahme tatkraftiger Lehrarbeit seitens einzelner Bahá'í und seitens der administrativen Einrichtungen vorwärtsgetrieben wird, muß der Eintragung der völlig flügge gewordenen Geistigen Räte - ein Vorgang, der in den letzten Jahren sehr vernachlässigt wurde - von den gewählten nationalen Vertretern sofortige Aufmerksamkeit geschenkt werden, um damit die Grundlagen der örtlichen Bahá'í-Gemeinden zu stärken und den Weg zu ebnen für die Errichtung von örtlichen Bahá'í-Stiftungen in nicht zu ferner Zukunft.

Die Eröffnung des ersten Nebengebäudes des Mashriqu'l-Adhkár, des ersten Gliedes, das geschmiedet werden soll mit der Bestimmung, die Gemeinde des GrÖßten Namens mit der allgemeinen Öffentlichkeit enger zu verbinden, einer Öffentlichkeit, die voll Erwartung ist, Zeuge zu sein der ersten Beweise des direkten Bahá'í-Dienstes für die Menschheit als Ergänzung des Bahá'í-Gottesdienstes, ist eine weitere Aufgabe, die gewissenhaft begonnen und im Laufe des Zweiten Abschnittes dieses Zehnjahresplanes erfüllt werden muß. Der Abschluß dieses Projektes soll mit der Beendigung der Arbeiten an den Gartenanlagen, die den Tempel umgeben, zusammenfallen, womit ein doppeltes Ziel erreicht wird, das einen weiteren Schritt in der Verwirklichung der von Abdu'l-Bahá gehegten und oft zum Ausdruck gebrachten Hoffnungen für dieses heiligste Haus der Anbetung in der Bahá'í-Welt kennzeichnet.

Noch eine Aufgabe von äußerster Dringlichkeit und großer geistiger Bedeutung ist die Auswahl und der Ankauf des Geländes für den Mashriqu'l-Adhkár in Schweden sowie auch die Bereitstellung von ausreichenden Geldmitteln im Laufe der nächsten zwei Jahre, mit welchen nationale Haziratu'l-Qúds, wenn auch in noch so bescheidener Form, in Anchorage, Alaska, in Panama Stadt und in der Hauptstadt von Peru, ferner in Suva, in Tokio und in Johannesburg errichtet werden und dem italienisch-schweizerischen Nationalen Geistigen Rat, der stolzen Tochter der amerikanischen Bahá'í-Gemeinde, finanzielle Unterstützung zur Erstellung ähnlicher Bahá'í-Zentren in den Hauptstädten Italiens und der Schweiz gewährt werden können.

Nicht weniger bedeutungsvoll, obwohl geringere Kosten damit verbunden sind, ist die Gründung von dem Glauben gewidmeten Stiftungen in den oben erwähnten Städten in der Erwartung, daß unabhängige Nationale Geistige Räte in jeder dieser Städte zu einem späteren Zeitpunkt in der Ausführung dieses erstaunlichen Planes gebildet werden.

Die übersetzung und Veröffentlichung von Bahá'í-Literatur in den europäischen und amerikanisch-indianischen Sprachen, die dem amerikanischen Rat und seinem Europäischen Lehrausschuß im Rahmen des Zehnjahresplanes übertragen wurden, stellen einen weiteren Programmpunkt im zweiten Abschnitt dieses Weltkreuzzuges dar, eine Aufgabe, die entschlossen angegriffen und raschestens zum Abschluß gebracht werden muß, um eine verstärkte Lehrarbeit zu erleichtern, die dann später mit der Absicht geleistet werden soll, eine beträchtliche Anzahl der völkischen Minderheiten in Europa und Amerika zum Glauben Bahá'u'lláhs zu bekehren.

Mit den überaus wichtigen Lehrvorhaben in Frankreich und Finnland, dazu bestimmt, die Grundlage der noch in den Kinderschuhen steckenden administrativen Ordnung in beiden Ländern zu erweitern und die Ausläufer des Glaubens bis in die größeren Städte und Metropolen vorzutragen, wurde eine Verantwortung übernommen, der als unerläßliche Vorstufe zur Schaffung eines unabhängigen Nationalen Rates in jedem dieser Länder unverzüglich entsprochen werden sollte.

Schließlich ist der Aufbau eines Bahá'í-Veröffentlichungsunternehmens, im wesentlichen ähnlich der Einrichtung, wie sie bereits auf den britischen Inseln besteht, welches den anderen Nationalen Räten im Osten und im Westen als Beispiel dienen soll, eine Angelegenheit, der im Verlauf des zweiten Abschnittes des Planes unverzüglich ernste Aufmerksamkeit geschenkt werden muß und die ausgiebige und rasche Besprechungen mit den gewählten nationalen Vertretern der britischen Bahá'í-Gemeinde bedingt.

Des weiteren muß ein systematischer Feldzug mit der Bestimmung, den Glauben durch Presse und Radio den breiten Massen zu verkünden, gestartet und mit Wachsamkeit, Ausdauer und Kraft in Gang gehalten werden.

Die amerikanische Bahá'í-Gemeinde - die meisterlichen Erbauer einer Ordnung, welche die Nachwelt als Vorläufer einer Zivilisation preisen wird, die als die schönste Frucht der von Bahá'u'lláh verkündeten Offenbarung anzusehen ist, die bedeutendsten Treuhänder eines Planes, den zukünftige Geschlechter als eines der beiden größten vom Mittelpunkt des Bündnisses hinterlassenen Vermächtnisse begeistert aufnehmen werden, die Streiter in der Vorhut eines Kreuzzuges, den die Geschichte als bemerkenswertestes in der modernen Zeit in Angriff genommenes geistiges Unternehmen anerkennen wird, von denselben Ängsten und Gefahren heimgesucht, von denen sich die Nation, der sie angehören, in noch nie dagewesenem Ausmaße umgeben und beeinflußt sieht - solch eine Gemeinde erfährt zu dieser Stunde die Wucht eines Appells, der in den sechzig Jahren ihres Bestehens einzigartig ist.

+48:5

Ein Ruf an jeden einzelnen Bahá'í

In ihrem meteorenhaften Aufstieg hat sie ihr Geschick weit in die Höhe getragen; ihre heldenhaften Taten haben sich so mannigfach vermehrt; ihr Geist ist in Notzeiten gewachsen und hat sich hoch emporgeschwungen; sie haben bei vielen Anlässen den Beifall ihrer Brudergemeinden über beide Hemnisphären hinweg in einem solchen Maße geerntet und deren Bewunderung erregt, daß sie nicht dulden können, daß in dieser kritischen Stunde ihres Schicksals diese einmalige Gelegenheit ihren Händen entgleitet und dieser unschätzbare Vorzug unwiederbringlich verwirkt wird.

Dieser so ernste, so eindringliche und doch so ruhmreiche Aufruf trifft zweifellos in erster Linie den einzelnen Gläubigen, auf dem letztenendes das Schicksal der ganzen Gemeinde ruht. Er ist es, der Kette und Schuß darstellt, von denen Qualität und Aussehen des fertigen Geweb,s abhängen. Er ist es, der als eines der zahllosen Glieder in der mächtigen Kette handelt, die nun den ganzen Erdball umspannt. Er ist es, der als einer in der Masse der Bausteine dient, welche das Gefüge des administrativen Gebäudes stützen und seine Dauerhaftigkeit sichern, wenn es jetzt über alle Teile der Welt ausgespannt wird. Ohne seine Mithilfe, die gleichzeitig von ganzem Herzen und in großzügigster Weise ununterbrochen geleistet werden soll, ist jede Maßnahme, die von der als nationale Vertretung durch seine eigene Gemeinde eingesetzten Körperschaft angenommen wurde, und jeder von ihr ausgearbeitete Plan zum Scheitern verurteilt. Sogar das Weltzentrum des Glaubens ist gelähmt in seinem Handeln, wenn diese Unterstützung aus den Reihen und Gliedern der Gemeinde ihm versagt bleibt. Der Verfasser des Göttlichen Planes Selbst ist in Seinen Absichten gehindert, wenn die richtigen Werkzeuge zur Ausführung Seiner Vorhaben fehlen. Auch wird die stärkende Kraft von Bahá'u'lláh Selbst, dem Begründer des Glaubens, jedem Bahá'í entzogen, der auf die Dauer versagt, sich zu erheben und seinen Teil der Arbeit zu übernehmen.

Die administrativen Organe einer von Gott empfangenen Verwaltungsordnung, die nun schließlich errichtet und relativ vollendet ist, bedürfen dringend jedes einzelnen Gläubigen, der sich hervortun und sie in unbeirrbarer Entschlossenheit, mit ruhigem Vertrauen und beispielhafter Hingabe nutzbar machen soll. Das Herz des Hüters wird erfüllt mit größter Freude, und sein Geist erhält neuen Aufschwung, wenn er Beweise sieht, die das Eingehen des einzelnen auf die ihm zugeteilte Aufgabe bezeugen. Die unsichtbaren Heerscharen, die Glied an Glied stehen und darauf warten, von dem Königreich dort oben den vollen Kelch ihrer himmlischen Kräfte über jeden Teilnehmer an diesem unvergleichlichen Kreuzzug auszugießen, sind machtlos, solange, bis jeder nur mögliche Kreuzfahrer für sich selbst entscheidet und in seinem Entschluß beharrt, sich auf das Feld des Dienstes zu begeb, die reit, sein ganzes Selbst der Sache zu opfern, für die zu kämpfen er aufgerufen wurde.

+48:6

Appell zur Hingabe

Es ist deshalb unerläßlich für jeden einzelnen amerikanischen Gläubigen und besonders für die wohlhabenden, unabhängigen und verwöhnten unter ihnen, die von der Jagd nach materiellen Gütern besessen sind, hervorzutreten und ihre Mittel, ihre Zeit und selbst ihr Leben einer Sache hinzugeb, didie von solcher Erhabenheit ist, daß kein menschliches Auge je ihren Glanz auch nur im entferntesten wahrnehmen kann. Laßt sie zu dem Entschlusse kommen, sofort und ohne Zögern ihren Anteil entsprechend ihren Verhältnissen auf dem Altar der Bahá'í-Opfergaben niederzulegen, damit nicht plötzlich unvorhergesehenes Unheil ihnen einen beträchtlichen Teil ihrer angehäuften irdischen Habe raube.

Wenn je, dann ist es jetzt Zeit, den Pfad zu betreten, auf dem die Vorboten des Neuen Tages in früheren Zeiten so herrlich vorangerückt sind. Nun ist die Stunde gekommen, im Geist und im Buchstaben den heißen, von Abdu'l-Bahá so ergreifend ausgesprochenen Wunsch zu erfüllen: Er sehnte sich danach, wie es auf den Tafeln des Göttlichen Planes niedergelegt ist, »auszuziehen, und sei es zu Fuß und in größter Armut«, um über »Städte, Dörfer, Berge, Wüsten und Meere« hin den Ruf erschallen zu lassen: `Yá Bahá'u'l-Abhá!`«

Dann und nur dann können die Mitglieder dieser Gemeinde das Erscheinen des Tages beschleunigen, an dem, wie es von Seiner Feder geschrieben steht, »göttliche Erleuchtung von ihrem Land zu allen Völkern der Erde hinausströmen wird«. Dann und nur dann werden sie sicher auf dem Throne eines ewigwährenden Reiches verweilen.

Daß die Mitglieder dieser Gemeinde, beider Geschlechter und jeden Alters, jeder Rasse und jeder Herkunft, wie begrenzt ihre Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnisse auch sein mögen, sich wie ein Mann erheben und die von Gott verliehene Gelegenheit mit beiden Händen ergreifen mögen, die ihnen nur durch die Verkündigung einer all-liebenden, ewig wachsamen und erhaltenden Vorsehung geboten wird, und dadurch einen gewaltigen Aufschwung den Triebkräften geben, die das Wirken in diesem neu begonnenen, unaussprechlich kraftgeladenen, weltumspannenden Kreuzzuge geheimnisvoll lenken, ist einer der heißesten Wünsche, die ein liebendes, sehnsuchtsvolles Herz an diesem Wendepunkt des Schicksals des Glaubens Bahá'u'lláhs auf dem amerikanischen Kontinent für sie hegen kann.

Ihr treuer Bruder, 28. Juli 1954

Shoghi




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SHOGHI EFFENDI HÜTERBOTSCHAFTEN AN DIE BAHA'I-WELT



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