Read: Botschaften und Briefe 1963 - 1972


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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
Botschaften und Briefe
des Jahres 1963 1
22. April 1963
Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 2
30. April 1963
Erste ErklŠrung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 2
7. Mai 1963
Botschaft an die Nationaltagungen 1963 4
16. Juni 1963
VorlŠufiger Sitz des Universalen Hauses der Gerechtigkeit;
Neue Regelungen fŸr die Pilger 7
25. August 1963
Das Haus der Andacht in `Ishq‡b‡d 8
6. Oktober 1963
Das HŸtertum 9
Oktober 1963
Der zweite weltumspannende Plan 9
5. November 1963
Hundertjahrfeier der Ankunft Bah‡'u'll‡hs in Adrianopel 13
18. Dezember 1963
Weltweite Aufgaben - erhšhte Opferbereitschaft 14
Botschaften und Briefe
des Jahres 1964 17
April 1964
Der Neunjahresplan 18
April 1964
Ridv‡n-Botschaft an die Bah‡'’ in Deutschland 21
Juli 1964
Einweihung des Hauses der Andacht in Langenhain 22
13. Juli 1964
Lehrarbeit in der Breite 24
September 1964
Universelle Teilnahme 27
November 1964
Entwicklung der Institution der HŠnde der Sache Gottes 28
Botschaften und Briefe
des Jahres 1965 31
9. MŠrz 1965
Die unangreifbare Grundlage der Sache Gottes 32
Ridv‡n 1965
Der majestŠtische Proze§ gewinnt an Schwungkraft 39
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
2
11. November 1965
Die Heiligen StŠtten in Bahj’ 45
11. Dezember 1965
Pionieraufruf 46
Botschaften und Briefe
des Jahres 1966 47
28. Januar 1966
Einhaltung der Bah‡'’-Feiertage 48
Ridv‡n 1966
RŸsten fŸr die dritte Phase des Neunjahresplanes 49
27. Mai 1966
HŸtertum und Universales Haus der Gerechtigkeit 55
5. Juni 1966
Pioniererfordernisse in neu erschlossenen Gebieten 61
10. Juni 1966
An die Bah‡'’-Jugend in jedem Land 63
1. September 1966
Drei weitere Nationale RŠte bis Ridv‡n 1967 zu bilden 66
Botschaften und Briefe
des Jahres 1967 67
7. MŠrz 1967
Lebenswichtige Aufgaben im Bah‡'’-Weltzentrum 68
Ridv‡n 1967
Weltweite Proklamation in neuer Dimension 69
25. Juni 1967
EinhundertfŸnfzigster Jahrestag der Geburt Bah‡'u'll‡hs 78
2. Juli 1967
Wesen und Zweck der Proklamation 78
Oktober 1967
Die Stunde ist da 80
15. Oktober 1967
Beginn der dritten Phase im Neunjahresplan 81
17. Oktober 1967
Internationale Bah‡'’-Gemeinde 82
33. Oktober 1967
Das herausragende Ziel des Lehrens 82
12. November 1967
Erste Ozeanische Konferenz in Palermo 83
8. Dezember 1967
Die Beziehung der Bah‡'’ zur Politik 83
Botschaften und Briefe
des Jahres 1968 89
22. April 1968
3
NeugewŠhltes Universales Haus der Gerechtigkeit 90
9. Mai 1968
Botschaft an die Nationaltagungen 1968 90
21. Juni 1968
Errichtung Kontinentaler BeraterŠmter 90
24. Juni 1968
ErlŠuterungen zum Telegramm Ÿber die Errichtung
der Kontinentalen BeraterŠmter 91
9. Juli 1968
Hinscheiden der Hand der Sache Hermann Grossmann 94
12. August 1968
Hinscheiden von Dr. Lutfu'll‡h Hak’m 94
August 1968
Botschaft an die Palermo-Konferenz 94
14. August 1968
Vertiefung der neuen GlŠubigen vorrangig 97
4. September 1968
Hinscheiden der Hand der Sache Gottes Tar‡.zu'll‡h Samandar’ 98
8. September 1968 - Ergebnisse der Palermo-Konferenz 98
Botschaften und Briefe
des Jahres 1969 101
April 1969
Ridv‡n-Botschaft 1969 102
26. Mai 1969
Richtlinien zur Selbstverteidigung 105
10. Juli 1969
Neuernennungen in Kontinentale BeraterŠmter 106
11. August 1969
Bildung eines zusŠtzlichen Nationalen Geistigen Rates an Ridv‡n 1970 106
26. September 1969
Sommerschul-LehrplŠne 106
1. Oktober 1969
Berater- und Hilfsamt 107
16. November 1969
Universelle Teilnahme und gemeinsames Gebet 110
18. November 1969
Erwerb eines GrundstŸcks in Bahj’ 111
7. Dezember 1969
HŸtertum und Universales Haus der Gerechtigkeit 112
Botschaften und Briefe
des Jahres 1970 117
28. Januar 1970
Verteilung von BroschŸren 118
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
4
8. Februar 1970
Nichteinmischung in politische Angelegenheiten 118
18. Februar 1970
Beratender Status beim Wirtschafts- und Sozialrat
der Vereinten Nationen erworben 122
6. MŠrz 1970
Der Geist der Bah‡'’-Beratung 122
25. MŠrz 1970
Der Reinste Zweig 123
April 1970
Ridv‡n-Botschaft 124
August 1970
Botschaft an die Konferenzen von Bolivien und Mauritius
im August 1970 125
12. August 1970
Bildung von sieben Nationalen Geistigen RŠten
an Ridv‡n 1971 127
29. November 1970
An alle Pioniere 127
29. Dezember 1970
Schwere Krise des Internationalen Bah‡'’-Fonds 129
Botschaften und Briefe
des Jahres 1971 131
4. Januar 1971
Hinscheiden der Hand der Sache Gottes Agnes Alexander 132
11. Januar 1971 Der Fortschritt des Glaubens in Deutschland 132
Januar 1971
Botschaft an die Konferenz in Monrovia 136
Januar 1971
Botschaft an die Ozeanische Konferenz
der SŸdchinesischen See in Singapur 137
1. Februar 1971
Teilnahme von HŠnden der Sache Gottes an ersten Nationaltagungen 138
11. Februar 1971
Bildung neun weiterer Nationaler Geistiger RŠte zu Ridv‡n 1972 138
23. Februar 1971
Warnung vor Mi§brauch mit Aufnahmen der Stimme `Abdu'l-Bah‡s 139
29. MŠrz 1971
An die Konferenz der europŠischen Bah‡'’-Jugend in Namur 140
April 1971
Ridv‡n-Botschaft 140
Mai 1971
Botschaft an die Karibische Konferenz 143
5
Mai 1971
Botschaft an die Ozeanische Konferenz im SŸdpazifik 144
12. Juli 1971
Gedenkfeiern zum fŸnfzigsten Jahrestag
des Hinscheidens `Abdu'l-Bah‡s 145
16. Juli 1971
An die Konferenz der europŠischen Jugend in Fiesch 146
September 1971
Botschaft an die Ozeanische Konferenz im Nordpazifik 147
September 1971
Botschaft an die Nordatlantische Konferenz in Reykjavik 148
5. September 1971
Hinscheiden der Hand der Sache Gottes Mœs‡ Ban‡ni 150
7. Dezember 1971
Bildung von dreizehn neuen Nationalen Geistigen RŠten
zu Ridv‡n 1972 150
19. Dezember 1971
GrundstŸcke am Weltzentrum weiterentwickelt 150
Botschaften und Briefe
des Jahres 1972 153
14. Februar 1972
Bekanntgabe, da§ die Anzahl der Zentren das Ziel
des Neunjahresplanes Ÿberschritten hat 154
19. MŠrz 1972
Einweihung des Mashriqu'l-Adhk‡r in Panama 154
April 1972
Ridv‡n-Botschaft 155
24. April 1972
ErlŠuterungen Ÿber die Beziehungen zwischen den HŠnden der Sache und den Kon-
tinentalen BeraterŠmtern 157
28. Mai 1972
Bildung von šrtlichen Geistigen RŠten im letzten Jahr
des Neunjahresplanes 160
7. Juni 1972
AnkŸndigung der Entscheidung zum Bau
des Sitzes des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 160
13. Juli 1972
Ermahnung, die letzte Spur von Vorurteil zu tilgen 161
30. Juli 1972
Die Stufe der šrtlichen Geistigen RŠte 162
19. September 1972
Opfertod dreier iranischer Bah‡'’-Studenten auf den Philippinen 163
18. Oktober 1972
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
6
Geistige Krise der deutschen Bah‡'’-Gemeinde 165
26. November 1972
Nachricht Ÿber die Annahme der Verfassung
des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 165
1
Botschaften und Briefe
des Jahres 1963
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
2
22. April 1963
Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
Aus Anla§ (der) weltweiten Feierlichkeiten (des) grš§ten JubilŠums, (mit dem wir des)
hundertsten Jahrestages (der) Besteigung (des) Thrones der Herrschaft (durch)
Bah‡'u'll‡h (mit von) Dank fŸr Seinen unfehlbaren Schutz (und Seine) Ÿberreichen Gna-
dengaben Ÿbervollen Herzen gedenken, verkŸnden (wir den) Freunden (in) Ost und West
(die) Wahl (der) hšchsten gesetzgebenden Kšrperschaft, (die) von Ihm in Seinem Hei-
ligsten Buch bestimmt (wurde), (und) der unfehlbare FŸhrung verhei§en (ist). (Die) Mit-
glieder (des) ersten historischen Hauses (der) Gerechtigkeit, (die) ordnungsgemŠ§ von
(den) aus den sechsundfŸnfzig Nationalen (Geistigen) RŠten (bestehenden) Delegierten
gewŠhlt (wurden), sind Charles Wolcott, Ali Nakhjavani, Borrah Kavelin, Ian Semple,
Lutfullah Hakim, David Hofman, Hugh Chance, Amoz Gibson, Hushmand Fatheazam.
Zur Jubelfeier (der) gesamten Bah‡'’-Welt (Ÿber die) siegreiche Vollendung (des) einzig-
artigen (Zehnjahres-) Kreuzzuges (des) geliebten HŸters kommt nun (die) demŸtige Dan-
kesschuld (und) tiefste Dankbarkeit (der) GlŠubigen Bah‡'u'll‡hs hinzu fŸr (die)
Errichtung (des) Universalen Hauses (der) Gerechtigkeit, (dieser) erhabenen Kšrper-
schaft, der alle GlŠubigen (sich) zuwenden mŸssen, deren Bestimmung (es) ist, (die) Ent-
faltung Seiner keimhaften Weltordnung zu fŸhren durch (die) administrativen
Institutionen, (wie sie) von Bah‡'u'll‡h bestimmt, von `Abdu'l-Bah‡ dargelegt, von
Shoghi Effendi tatkrŠftig errichtet (wurden), und den zeitigen Anbruch (des) Goldenen
Zeitalters (des) Glaubens sicherzustellen, in dem das Wort Gottes (die) Erde erfŸllen wird
wie das Wasser den Ozean.
Die HŠnde der Sache Gottes
30. April 1963
Erste ErklŠrung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
Verlesen am 30. April 1963 wŠhrend des Weltkongresses
ãAller Lobpreis sei Dir, o mein Gott, der Du der Quell bist aller Herrlichkeit und MajestŠt,
der Grš§e und Ehre, der SouverŠnitŠt und Herrschaft, der Erhabenheit und Gnade, der
Ehrfurcht und der Kraft. Du lŠssest, wen Du willst, dem Grš§ten Meere nŠherkommen,
und schenkest, wem Du magst, die Ehre, Deinen urewigen Namen zu erkennen. Niemand
von allen, die im Himmel und auf Erden sind, kann dem Walten Deines unumschrŠnkten
Willens widerstehen. Seit aller Ewigkeit herrschtest Du Ÿber die ganze Schšpfung und Du
wirst immerdar Ÿber alles Erschaffene herrschen. Es gibt keinen Gott au§er Dir, dem All-
mŠchtigen, dem Erhabensten, dem Allgewaltigen, dem Allweisen.Ò
Geliebte Freunde, bei diesem strahlenden Anla§, der Feier des Grš§ten JubilŠums,
bringen wir Bah‡'u'll‡h fŸr die Gnade, die Er den Freunden auf der ganzen Welt so reich-
30. April 1963 Erste ErklŠrung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
3
lich erwiesen hat, unseren innigsten Dank dar. Dieser historische Augenblick beinhaltet
gleichzeitig die ErfŸllung der prophetischen Worte Daniels, den hundertsten Jahrestag
der ErklŠrung des Verhei§enen aller Zeiten, das Ende des ersten Abschnitts des zur Ver-
breitung des Glaubens Gottes in aller Welt von `Abdu'l-Bah‡ geschaffenen Gšttlichen
Planes und den erfolgreichen Abschlu§ des weltumfassenden (Zehnjahres-) Kreuzzuges
unseres geliebten HŸters, der seinen Geliebten Ÿberall die Mšglichkeit bot, diese wunder-
volle Ernte des Sieges in seinem Namen der Gesegneten Schšnheit zu FŸ§en zu legen.
Dieses Grš§te JubilŠum ist der kršnende Sieg im Lebenswerk von Shoghi Effendi, dem
HŸter der Sache Gottes. Er war es, und nur er allein, der die verborgenen FŠhigkeiten der
weit verstreuten, zahlenmŠ§ig kleinen und bei weitem noch nicht organisierten Bah‡'’-
Gemeinde, die im Heroischen Zeitalter des Glaubens ins Leben getreten war, entwickelte.
Er war es, der den gro§artigen Entwurf von Gottes heiliger Sache enthŸllte, der die gro§en
LehrplŠne, die schon von `Abdu'l-Bah‡ umrissen worden waren, in Gang brachte, der die
Institutionen des Weltzentrums einrichtete und dessen Besitzungen in gro§em Ma§e aus-
dehnte und den Bau der Tempel in Amerika, Afrika, Australasien und Europa verwirk-
lichte, die Verwaltungsordnung der Sache auf der ganzen Welt entwickelte und die Arche
des Glaubens auf ihren rechten Kurs brachte. Er ernannte die HŠnde der Sache Gottes.
Die GesŠnge der Freude und Dankbarkeit, der Liebe und Verehrung, die wir nun vor
dem Thron Bah‡'u'll‡hs anstimmen, wŠren ungenŸgend, und die Feiern dieses Grš§ten
JubilŠums, das wir - wie von unserem geliebten HŸter verhei§en - hier begehen, wŠren
beeintrŠchtigt, wenn wir nicht gerade jetzt den HŠnden der Sache Gottes Tribut zollten.
Denn sie teilen sich mit ihrem geliebten Befehlshaber, der sie erhob und ernannte, in den
Sieg. Sie hielten das Schiff auf seinem Kurs und brachten es sicher in den Hafen. Das Uni-
versale Haus der Gerechtigkeit bekundet bei dieser gro§artigen Gelegenheit voller Stolz
und Liebe seine tiefe Bewunderung fŸr das heroische Werk, das sie vollbracht haben. Wir
wollen nicht bei den schrecklichen Gefahren verweilen, denen sich der junge Glaube ge-
genŸbersah, als er plštzlich unseres geliebten Shoghi Effendi beraubt war. Wir wollen
stattdessen von ganzem Herzen in Liebe und Dankbarkeit der wahrhaften Opfer, der MŸ-
he, Selbstdisziplin und hervorragenden Sachwalterschaft der HŠnde der Sache Gottes ge-
denken. Wir kšnnen keine angemesseneren Worte finden, um unserer WertschŠtzung fŸr
diese geliebten, tapferen Seelen Ausdruck zu verleihen, als die Worte Bah‡'u'll‡hs selbst:
ãLicht und Herrlichkeit, Gru§ und Lobpreis seien auf den HŠnden Seiner Sache, durch die
das Licht langen Erduldens sichtbar und die VerkŸndung der Allmacht Gottes, des Kraft-
vollen, des MŠchtigen, des UnabhŠngigen, bewiesen wurde, und durch die das Meer der
Gnade wogte und der Windhauch der Gunst Gottes, des Herrn der Menschheit, wehte."
Die Mitglieder des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, die sich zur Zeit der Wahl
alle in Haifa befanden, konnten die heiligen Schreine Bah‡'u'll‡hs, des B‡b und `Abdu'l-
Bah‡s besuchen, wo sie sich an der Heiligen Schwelle demŸtig niederwarfen und um
Kraft und UnterstŸtzung flehten fŸr die gewaltige Aufgabe, die vor ihnen liegt. SpŠter be-
zeugten sie in London an der RuhestŠtte Shoghi Effendis, des gesegneten und verehrten
Zweiges vom Baume der Heiligkeit, ihre Hochachtung.
Sobald es dem Haus der Gerechtigkeit mšglich ist, seine Arbeit aufzunehmen und sei-
ne KrŠfte zu entfalten, wird es den Stand der Sache Gottes sorgfŠltig untersuchen und den
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Freunden berichten. In dieser Stunde fordern wir alle GlŠubigen auf, energisch die Mšg-
lichkeiten zu nutzen, die sich durch den Weltkreuzzug aufgetan haben. Festigung und
Vertiefung mŸssen Hand in Hand gehen mit einer beharrlichen Ausdehnung der Lehrar-
beit, so da§ der Vormarsch des Glaubens im Hinblick auf zukŸnftige PlŠne unvermindert
anhŠlt.
Da nun die Aufmerksamkeit der Welt sich mehr und mehr auf die Sache Gottes rich-
tet, mŸssen die Freunde ihre KrŠfte zusammennehmen und ihre Institutionen vorbereiten,
damit sie den Blicken der Umwelt, seien sie freundlich oder feindlich, interessiert oder
gleichgŸltig, standhalten kšnnen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit gr٤t Sie nun alle liebevoll und voller Freude
und bittet Sie, inbrŸnstig fŸr seine rasche Entwicklung und die geistige StŠrkung seiner
Mitglieder zu beten.
7. Mai 1963
Botschaft an die Nationaltagungen 1963
Geliebte Freunde,
die wunderbaren Geschehnisse, die sich wŠhrend der zwšlf Ridv‡n-Tage und unmittelbar
danach ereignet haben, bezeugen die Grš§e der Sache Gottes und erfŸllen das Herz eines
jeden Bah‡'’ bis zum Rande mit Freude und Dankbarkeit. Es geschah im Gehorsam ge-
genŸber den Befehlen des Herrn der Heerscharen selbst, da§ die gewŠhlten Vertreter der
sechsundfŸnfzig nationalen und regionalen Gemeinden der Bah‡'’-Welt aufgerufen wur-
den, im Schatten von Gottes heiligem Berge und im Hause des Mittelpunktes Seines
BŸndnisses die Mitglieder des Universalen Hauses der Gerechtigkeit zu wŠhlen. Der HŸ-
ter der Sache Gottes war es, das Zeichen Gottes auf Erden, der Sonnenaufgang gšttlicher
FŸhrung, der mehr als sechstausend Bah‡'’ aus allen Teilen der Welt nach London zusam-
menrief, um dort das Grš§te JubilŠum festlich zu begehen.
Das erste dieser historischen Geschehnisse war durch Ereignisse im Weltzentrum des
Glaubens geistig und administrativ au§ergewšhnlich bedeutungsvoll. Die tŠglichen Be-
suche gro§er Gruppen von GlŠubigen verschiedenartigster Herkunft an den geheiligten
Schreinen der heiligen ZwillingsstŠdte; das Stattfinden der Ersten Internationalen Bah‡'’-
Tagung und die erfolgreiche ErfŸllung ihrer Hauptaufgabe; die Feier des Ridv‡n-Festes
durch etwa dreihundert GlŠubige auf dem GelŠnde des .Haram-i-Aqdas im Beisein der
HŠnde der Sache Gottes - all dieses sind einmalige Ereignisse von ungeheurer Bedeutung
in der Geschichte unseres geliebten Glaubens.
Die Feier des Grš§ten JubilŠums in London mu§ an anderer Stelle beschrieben wer-
den. Es genŸgt zu sagen, da§ dieses grš§te, jemals an einem Orte abgehaltene Bah‡'’-
Treffen von einem GlŸcksgefŸhl durchdrungen war, wie es nur durch die Ausstrahlungen
des Abh‡-Kšnigreiches bewirkt worden sein kann. Der †berblick Ÿber den Fortschritt der
Sache; das Vorstellen der GlŠubigen aus den neuen Rassen und LŠndern der Welt, die
7. Mai 1963 Botschaft an die Nationaltagungen 1963
5
wŠhrend des Zehnjahres-Kreuzzuges des geliebten HŸters fŸr den Glauben erschlossen
wurden; die Ritter Bah‡'u'll‡hs, jene tapferen Seelen, die das Banner Bah‡'u'll‡hs in die
unerschlossenen und oftmals unwirtlichen Regionen der Erde trugen; der immer wieder
spontan hervorbrechende Gesang ãAll‡h'u'Abh‡"; die zwanglosen ZusammenkŸnfte; die
nicht enden wollenden BegrŸ§ungen unter Streitern Bah‡'u'll‡hs, die einander nur vom
Namen und aus dem Dienste gekannt hatten; die Jugendtreffen; das beispiellose Echo in
Presse, Rundfunk und Fernsehen; der tŠgliche Besucherstrom zur RuhestŠtte des gelieb-
ten HŸters; die strahlenden Gesichter und das erhšhte Bewu§tsein der wahren und wirk-
lichen Bruderschaft der Menschheit innerhalb des Kšnigreiches des Ewigen Vaters - dies
alles gehšrt zu den hervorstechenden Merkmalen dieses erhabenen Ereignisses, des krš-
nenden Sieges von Shoghi Effendis Lebenswerk.
Dank an die HŠnde der Sache:
Das Universale Haus der Gerechtigkeit mšchte an dieser Stelle den Dank noch einmal
bestŠtigen, den es den HŠnden der Sache Gottes auf dem Weltkongre§ auszusprechen sich
gedrŠngt fŸhlte, diesen kostbaren Seelen, die Sache im Namen von Shoghi Effendi sicher
zum Siege gefŸhrt haben. Auch mšchten wir der hingebungsvollen Arbeit der Hilfsamt-
smitglieder gedenken, ebenso der Dienste der Ritter Bah‡'u'll‡hs, des Heeres der Pioniere,
der Mitglieder der Nationalen und Regionalen Geistigen RŠte, der Dienste, Gebete und
Opfer der GlŠubigen Ÿberall, die vereint miteinander so herrliche Gnaden- und Gunstbe-
weise Bah‡'u'll‡hs bewirkt haben.
In mehreren im Heiligen Land und in London abgehaltenen Sitzungen ist es dem Uni-
versalen Haus der Gerechtigkeit mšglich gewesen, seine Arbeit aufzunehmen und seine
endgŸltige Niederlassung in Haifa vorzubereiten. Das Universale Haus der Gerechtigkeit
hat keine GeschŠftstrŠger, und daher werden von jetzt an seine Mitteilungen an die
Bah‡'’-Welt mit ãUNIVERSAL HOUSE OF JUSTICEÒ (Universales Haus der Gerech-
tigkeit) Ÿber einem geprŠgten Siegel unterzeichnet sein.
Die Sache Gottes, die auf dem Meere von `Abdu'l-Bah‡s Gšttlichem Plan ihre Fahrt
angetreten hatte, hat unter der gro§artigen Leitung des geliebten HŸters eine Verbreitung
auf der ganzen Welt gefunden und eine Dynamik erreicht, die sie jetzt im zweiten Ab-
schnitt ihrer welterlšsenden Mission, der zweiten Epoche des Gšttlichen Planes, vorwŠrt-
stragen mu§.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit prŸft jetzt in enger Beratung mit den HŠnden
der Sache Gottes das weite Feld der Bah‡'’-TŠtigkeiten und deren Zunahme, um fŸr die
ganze Bah‡'’-Gemeinde einen ausgearbeiteten Plan zur weiteren Ausbreitung vorzuberei-
ten, der zu Ridv‡n 1964 in Gang gesetzt werden soll. Doch gibt es einige Punkte, die so-
fort erledigt werden mŸssen.
Unmittelbar anstehende Aufgaben:
Die Festigung der erreichten Ziele und der neuen Gemeinden der Bah‡'i-Welt ist eine
dringende, unmittelbare Aufgabe, die vor den sechsundfŸnfzig Nationalen Geistigen RŠ-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
6
ten liegt, und zugleich eine wesentliche Voraussetzung fŸr die Inangriffnahme der neuen
PlŠne. Die Pioniere mŸssen auf ihren Posten bleiben, alle šrtlichen Geistigen RŠte durch
eine feste Verankerung des Gemeindelebens der Bah‡'’ und ein aktives Lehrprogramm
gestŠrkt werden. Diejenigen Nationalen Geistigen RŠte, die auf einer schwachen Grund-
lage von šrtlichen Geistigen RŠten ruhen, mŸssen sich sehr darum bemŸhen, da§ diese
Grundlage bis Ridv‡n 1964 erweitert wird. Die Pioniere, die in Konsolidierungsgebiete
gehen wollen, und jene Pioniere, die danach streben, neue Gebiete zu erschlie§en, sollen
sich Ÿber ihre Nationalen Geistigen RŠte melden.
Das gro§e Werk der Lehrarbeit mu§ vorangetragen werden, nicht nur dort, wo die
Massengewinnung einsetzt, sondern Ÿberall. Die am Ende des Kreuzzugs erreichte hohe
IntensitŠt der Lehrarbeit darf jetzt nicht nachlassen; sie mu§ im Gegenteil noch verstŠrkt
werden, da die Freunde Ÿberall jener grenzenlosen geistigen KrŠfte teilhaftig werden, die
durch die Feier des Grš§ten JubilŠums und das Hervortreten des Universalen Hauses der
Gerechtigkeit frei geworden sind.
Der Zehnjahres-Kreuzzug war Zeuge der Vollendung des Rohbaues des Muttertem-
pels von Europa. Jetzt ist es ein dringend erforderlich, die Innenausstattung ohne Verzš-
gerung fertigzustellen, die Installationsarbeiten auszufŸhren, Zufahrtswege anzulegen, die
GartensŠlen zu gestalten und das Torhaus zu bauen. Diese Arbeiten werden insgesamt
nicht weniger als 210 000,- Dollar kosten, bei Verzšgerungen jedoch noch erheblich mehr.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit ruft die Nationalen Geistigen RŠte auf, betrŠchtli-
che Mittel fŸr die sofortige Fertigstellung dieses Vorhabens zur VerfŸgung zu stellen.
Ziele fŸr den bevorstehenden Plan:
Der Plan, der nŠchstes Ridv‡n in Angriff genommen und dessen Einzelheiten im Lau-
fe des kommenden Jahres verkŸndet werden sollen, wird unter anderem folgende Punkte
enthalten: Ausdehnung und Verschšnerung der Stiftungen am Weltzentrum; Textver-
gleich der Schriften von Bah‡'u'll‡h , `Abdu'l-Bah‡ und Shoghi Effendi; stŠndige VerstŠr-
kung der Bande der Bah‡'’-Welt zu den Vereinten Nationen; Bildung vieler weiterer
Nationaler Geistiger RŠte, sowohl durch Teilung bereits bestehender Regionaler Geisti-
ger RŠte als auch durch Schaffung neuer Bah‡'’-Gemeinden, zusammen mit dem Erwerb
nationaler Haziratu'l-Quds, TempelgelŠnde und nationaler Stiftungen; die Erschlie§ung
neuer Gebiete fŸr den Glauben; ins einzelne gehende PlŠne fŸr die Nationalen Geistigen
RŠte, welche in einigen Gegenden Festigungsziele, in anderen Gebieten die Vervielfa-
chung von Bah‡'’-Institutionen und Schulen, in wieder anderen eine starke Bereicherung
der Bah‡'’-Literatur betreffen, aber insgesamt ein enormes Anwachsen der Bah‡'’ und die
Veranstaltung ozeanischer und interkontinentaler Konferenzen umfassen werden.
Diese Ausdehnung und Entwicklung des Glaubens wird vom Bah‡'’-Fonds abhŠngig
sein. Das Universale Haus der Gerechtigkeit ruft jeden GlŠubigen auf, seine Aufmerk-
samkeit dieser lebensnotwendigen und dringlichen Angelegenheit zuzuwenden, und bit-
tet die Nationalen Geistigen RŠte, insbesondere auf den Grundsatz der universellen
Teilnahme zu achten, so da§ jeder einzelne AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs seine Gabe - ob klein
oder gro§ - darbringt und sich somit hinter die Arbeit fŸr die Sache stellt, wo auch immer
16. Juni 1963 VorlŠufiger Sitz des Universalen Hauses der Gerechtigkeit; Neue Regelungen fŸr
7
diese geleistet wird. Wir hoffen, da§ ein stŠndiger Strom von BeitrŠgen fŸr den Interna-
tionalen Fonds die Mšglichkeit geben wird, genŸgend gro§e RŸcklagen fŸr das Anlaufen
des neuen Planes im Jahre 1964 zu sammeln.
Geliebte Freunde, wir treten jetzt in die zweite Epoche des Gšttlichen Planes ein, Ÿber
jeden Vergleich gesegnet, getragen von der Welle der Siege, die unser geliebter HŸter uns
beschert hat. Die Sache Gottes ist jetzt fest in der Welt verwurzelt. Darum vorwŠrts, vol-
ler Vertrauen in die Macht und den Schutz des Herrn der Heerscharen, der durch Sturm
und Not, MŸhe und Jubel sich seine ergebenen AnhŠnger dienstbar machen wird, um ei-
ner verzweifelnden Menschheit die lebenspendenden Wasser Seiner herrlichen Offenba-
rung zu bringen.
16. Juni 1963
VorlŠufiger Sitz des Universalen Hauses der Gerechtigkeit;
Neue Regelungen fŸr die Pilger
Das Universale Haus der Gerechtigkeit war tief bewegt durch die vielen Botschaften der
Liebe, der Ergebenheit und gespannter Erwartungen, die von Nationaltagungen und Na-
tionalen Geistigen RŠten eingetroffen sind und zu Ÿberaus gro§en Hoffnungen berechti-
gen.
Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Institutionen am Weltzentrum hat das Uni-
versale Haus der Gerechtigkeit zwei BeschlŸsse gefa§t. Da die bisherigen ArbeitsrŠume
des Internationalen Bah‡'’-Rates in der Haparsim-Stra§e Nr. 10 fŸr die viel umfangrei-
cheren Arbeiten, die auf das Universale Haus der Gerechtigkeit jetzt zukommen, nicht
mehr ausreichen, wurde beschlossen, dieses gesamte GebŠude (das bisher als Pilgerhaus
des Westens bekannt war) als vorlŠufigen Sitz des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
zu Ÿbernehmen.
Durch diesen Beschlu§ wurde es notwendig, fŸr die Pilger aus dem Westen ein neues
EmpfangsgebŠude zu bestimmen, woraus sich unmittelbar die zweite Entscheidung er-
gab. Nach sorgsamer AbwŠgung der verschiedenen Mšglichkeiten hat das Universale
Haus der Gerechtigkeit beschlossen, da§ der Zeitpunkt fŸr den von unserem geliebten
HŸter vorhergesehenen bedeutsamen Schritt gekommen ist, alle Pilger an ein und dersel-
ben Stelle unterzubringen. Durch geringfŸgige VerŠnderungen wurde eine Mšglichkeit
gefunden, alle Pilger in dem frŸheren Pilgerhaus des Ostens und den angrenzenden Ge-
bŠuden aufzunehmen, ohne ihre Anzahl beschrŠnken zu mŸssen. Wir haben demzufolge
an den Bah‡'’-GŠrten am Berg Karmel ein einheitliches Pilgerhaus eingerichtet. Die
Freunde mšgen vormerken, da§ sie sich bei der Ankunft dorthin begeben sollen.
Alle Freunde, deren Pilgerreisen fŸr 1963-64 bestŠtigt wurden, werden also hier er-
wartet. FŸr die Zeit nach Dezember 1963 sind noch PilgerplŠtze frei, dagegen nur noch
ganz vereinzelte fŸr die Zeit davor.
Wir haben die im Heiligen Land ansŠssigen HŠnde der Sache gebeten, weiterhin das
Programm fŸr die Pilger wŠhrend ihres hiesigen Aufenthaltes zu betreuen. Die Briefe, in
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
8
denen um die Pilgerreise nachgesucht wird, sind jedoch an das Universale Haus der Ge-
rechtigkeit zu richten.
25. August 1963
Das Haus der Andacht in `Ishq‡b‡d
Liebe Bah‡'’-Freunde, die ganze Bah‡'’-Welt wird tief bekŸmmert sein, wenn sie die
Nachricht von dem traurigen Schicksal des Mashriqu'l-Adhk‡r in `Ishq‡b‡d erhŠlt, des
ersten Tempels, der zum Ruhme Bah‡'u'll‡hs errichtet wurde. Wegen seines baufŠlligen
Zustandes, der durch Erdbeben verursacht wurde, ist das ganze GebŠude eingerissen und
das GelŠnde eingeebnet worden.
Die Errichtung dieses GebŠudes - des einzigen Bauwerks seiner Art, das noch zu Leb-
zeiten `Abdu'l-Bah‡s ausgefŸhrt und fertiggestellt wurde - war nach den Worten des ge-
liebten HŸters ãein unvergŠngliches Zeugnis fŸr die Inbrunst und Selbstaufopferung der
GlŠubigen im OstenÒ.
ãDieses UnternehmenÒ, schrieb der HŸter weiter, ãdarf nicht nur als das erste gro§e
Projekt eingestuft werden, das durch die gemeinsamen BemŸhungen Seiner AnhŠnger im
Heroischen Zeitalter Seines Glaubens in Gang kam, sondern als einer der hervorragends-
ten und dauerhaftesten Erfolge in der Geschichte des ersten Bah‡'’-Jahrhunderts.Ò
Das Bah‡'’-Zentrum in `Ishq‡b‡d wurde in den Tagen Bah‡'u'll‡hs gegrŸndet. Schon
zu Seinen Lebzeiten hatten die Freunde in jener Gemeinde vorbereitende Schritte unter-
nommen, um in †bereinstimmung mit den Vorschriften des Grš§ten Heiligen Buches ei-
nen Mashriqu'l-Adhk‡r zu erbauen.
Jedoch mu§te das Vorhaben bis 1902 zurŸckgestellt werden, bis zu dem Zeitpunkt,
da `Abdu'l-Bah‡ nach Ablauf des ersten Jahrzehnts Seiner Amtszeit die Bauma§nahmen
einleitete, die Freunde im Osten zu Spenden fŸr die ErfŸllung dieses Zieles aufrief und
persšnlich in jedem Baustadium Ermutigung und Anweisungen fŸr die weitere Entwick-
lung gab. Der Vetter des B‡b, der verehrungswŸrdige .H‡j’ M’rz‡ Mu.hammad-Taq’, der
Vak’lu'd-Dawlih, gab sein ganzes Vermšgen fŸr dieses verdienstvolle Unternehmen da-
hin, verlegte seinen Wohnsitz in jene Stadt und Ÿberwachte persšnlich den Bau.
Die Grundsteinlegung fŸr dieses GebŠude - welcher der Vertreter des Zaren, der Ge-
neralgouverneur von Turkestan, beiwohnte - und die einleitenden Ma§nahmen zum Bau
dieses ersten Hauses der Andacht der Bah‡'’-Welt begeisterten die Freunde in Amerika,
die aus dem Wunsch heraus, die Tiefe ihres Glaubens zu erweisen, `Abdu'l-Bah‡ schon
1903 um die Erlaubnis baten, den ersten Mashriqu'l-Adhk‡r des Westens errichten zu dŸr-
fen.
Au§er dem Tempel selbst wurden zwei Schulen - eine Knaben- und eine MŠdchen-
schule - sowie ein Pilgerhaus gebaut. Die šrtliche Gemeinde und die TŠtigkeit der Freun-
de in den Provinzen von Turkestan dehnten sich aus und nahmen weiter zu bis zum Jahr
1928, als das Gesetz Ÿber die Enteignung von religišsen GebŠuden auf diesen Tempel
Anwendung fand. Doch wurden mit der Bah‡'’-Gemeinde zwei PachtvertrŠge Ÿber je-
6. Oktober 1963 Das HŸtertum
9
weils 5 Jahre abgeschlossen, die es den Bah‡'’ erlaubten, das GebŠude weiterhin als Haus
der Andacht zu benutzen. 1938 wurde der Tempel vollstŠndig enteignet und in eine
Kunstgalerie umgewandelt.
Heftige Erdbeben erschŸtterten im Jahre 1948 die ganze Stadt und verursachten Zer-
stšrung und Zerfall. Das GebŠude wurde schwer beschŠdigt, wobei nur der zentrale
Rundbau einigerma§en erhalten blieb. Durch heftige RegenfŠlle wurde das GebŠude von
Jahr zu Jahr baufŠlliger, so da§ es zu einer Bedrohung fŸr die Sicherheit umliegender
HŠuser wurde. Da beschlossen die Behšrden, den ganzen noch verbliebenen Bau abzu-
rei§en und den Boden einzuebnen.
Aus einem vor kurzem eingetroffenen zuverlŠssigen Bericht geht hervor, da§ auch
wir - wŠre der Tempel uns in diesem Stadium zurŸckgegeben worden - keine andere Wahl
gehabt hŠtten, als das GebŠude selbst abzurei§en.
Bitte geben Sie diese Nachrichten den Freunden weiter. Wir wŸnschen aber nicht, da§
Nationale RŠte, šrtliche RŠte oder einzelne GlŠubige irgendwelche Schritte unternehmen.
6. Oktober 1963
Das HŸtertum
Wir mšchten Ihnen den Text der folgenden Entschlie§ung mitteilen:
ãNach sorgfŠltigem Studium der Heiligen Texte im Geiste des Gebetes zur Frage der Er-
nennung des Nachfolgers fŸr Shoghi Effendi als HŸter der Sache Gottes und nach ausge-
dehnter Beratung, die die Ansichten der HŠnde der Sache Gottes im Heiligen Land mit
berŸcksichtigte, stellt das Universale Haus der Gerechtigkeit fest, da§ es keinen Weg gibt,
einen zweiten HŸter zur Nachfolge von Shoghi Effendi zu ernennen oder ein Gesetz zu
erlassen, das eine solche Ernennung ermšglicht.Ò
Bitte teilen Sie diese Botschaft den Freunden in Ihrem Bereich mit.
Oktober 1963
Der zweite weltumspannende Plan
Als der Zehnjahresplan sich vor sechs Jahren seiner Mitte nŠherte, fand sich die Bah‡'’-
Welt plštzlich der fŸhrenden Hand ihres geliebten HŸters beraubt. Die Pein, die damals
unsere Herzen ergriff, war weit entfernt davon, den Fortschritt der Sache zu lŠhmen, son-
dern stŠrkte unseren Entschlu§ und feuerte unseren Eifer an, die Aufgaben zu erfŸllen, die
Gott uns durch Seinen ErwŠhlten Ast auferlegt hatte. Die erhabene Institution der HŠnde
der Sache Gottes, die er erst kurz zuvor in †bereinstimmung mit den Anweisungen des
Willens des Meisters gebildet hatte, hielt das Volk dieser Sache treu auf dem Pfade fest,
der uns von der Feder gšttlicher FŸhrung aufgezeigt worden war, und trug uns nicht nur
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
10
zur siegreichen Beendigung jenes Kreuzzuges, sondern auch zum Hšhepunkt der Errich-
tung des Rahmens der Weltordnung Bah‡'u'll‡hs.
Im MŠrz 1930 schrieb Shoghi Effendi, da§ Bah‡'u'll‡h und `Abdu'l-Bah‡ ãin eindeu-
tiger und eindringlicher Sprache die Zwillingsinstitutionen des Hauses der Gerechtigkeit
und des HŸtertums als ihre erwŠhlten Nachfolger eingesetzt und ihnen die Aufgabe Ÿber-
tragenÒ hatten, ãdie GrundsŠtze anzuwenden, die Gesetze zu verkŸnden, die Institutionen
zu schŸtzen, den Glauben bŸndnistreu und vernunftgemŠ§ den Erfordernissen einer fort-
schreitenden Gesellschaft anzupassen und das unverbrŸchliche Erbe zu vollenden, das die
Stifter dieses Glaubens der Welt hinterlassen haben.Ò Nach langen Beratungen im Geiste
des Gebetes ist das Haus der Gerechtigkeit, wie den Freunden schon mitgeteilt wurde, zu
dem Schlu§ gekommen, da§ es keinen Weg gibt, um ein Gesetz fŸr einen zweiten HŸter
zur Nachfolge von Shoghi Effendi zu erlassen. Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat
deshalb in demŸtigem Gehorsam gegenŸber dem Willen Gottes und gestŠrkt durch tŠgli-
che Gebete an den Heiligen Schreinen damit begonnen, die schweren, ihm auferlegten
Aufgaben anzugehen. Nach den Worten des geliebten HŸters wird es ãdie Angelegenhei-
ten dieses Glaubens in der ganzen Welt fŸhren, organisieren und vereinigenÒ; es wird ãdie
gesamte Lage erneut Ÿberdenken und den Grundsatz niederlegen, der die Angelegenhei-
ten der Sache leiten soll, solange dies ratsam erscheint.Ò
Das BŸndnis Bah‡'u'll‡hs:
Das BŸndnis Bah‡'u'll‡hs ist ungebrochen, seine allumfassende Kraft unverletzt. Die
beiden einzigartigen Merkmale, die es von allen religišsen BŸndnissen der Vergangen-
heit unterscheiden, bestehen unverŠndert und sind voll wirksam. Das offenbarte Wort in
seiner ursprŸnglichen Reinheit, weiter ausgefŸhrt in den von Gott geleiteten Auslegungen
`Abdu'l-Bah‡s und Shoghi Effendis, besteht unwandelbar, unverfŠlscht durch von Men-
schen konstruierte Glaubensbekenntnisse oder Dogmen, unhaltbare SchlŸsse oder unbe-
fugte Auslegungen. Der Kanal gšttlicher FŸhrung, der die Mšglichkeit zur Anpassung in
allen Angelegenheiten der Menschheit vorsieht, bleibt durch jene Institution gešffnet, die
von Bah‡'u'll‡h begrŸndet und von Ihm mit hšchster AutoritŠt und unfehlbarer FŸhrung
ausgestattet wurde und von der der Meister schrieb: ãAn diese Kšrperschaft mu§ alles
verwiesen werden.Ò Wie klar ist die Wahrheit der Feststellung Bah‡'u'll‡hs: ãDie Hand
der Allmacht hat Seine Offenbarung auf einen unverletzlichen, dauerhaften Grund ge-
stellt. StŸrme menschlichen Streites vermšgen ihre Grundfeste nicht zu schwŠchen, noch
werden die wirklichkeitsfremden Ideen der Menschen ihrem Aufbau schaden kšnnen.Ò
Verantwortlichkeit der Institutionen:
Da das Gewicht der Sache Gottes in den vor uns liegenden Jahren fŸr die Menschen
nach und nach immer deutlicher zu erkennen sein wird, tragen alle ihre Institutionen eine
gro§e Verantwortung, Ÿber ihre Sicherheit zu wachen. Die Institution der HŠnde der Sa-
che Gottes, der in den heiligen Texten die ausdrŸckliche Pflicht auferlegt ist, den Glauben
zu schŸtzen und zu verbreiten, hat einer besonders lebenswichtigen Verantwortung zu ge-
Oktober 1963 Der zweite weltumspannende Plan
11
nŸgen. In ihrer Eigenschaft als BeschŸtzer des Glaubens werden die HŠnde weiterhin ver-
anlassen, BŸndnisbrecher auszusto§en und diejenigen wieder aufzunehmen, die
aufrichtig bereuen, allerdings vorbehaltlich der Zustimmung des Universalen Hauses der
Gerechtigkeit in jedem einzelnen Falle. In AusŸbung ihres Amtes der Verbreitung des
Glaubens werden die HŠnde der Sache die Nationalen Geistigen RŠte in ihrer Arbeit an-
spornen, sie beraten und ihnen beistehen, wie sie es zu Lebzeiten unseres geliebten
Shoghi Effendi getan haben; sie werden dabei von den Hilfsamtsmitgliedern unterstŸtzt,
die weiterhin die Aufgaben wahrnehmen, die er ihnen zugewiesen hat.
Wir stehen nun an der Schwelle des zweiten Abschnitts des Gšttlichen Planes von
`Abdu'l-Bah‡. Die Au§enposten des Glaubens sind in die entferntesten Winkel der Erde
vorgeschoben, und wir sind bereits Zeuge davon geworden, da§ der vom Meister selbst
verhei§ene Zustrom zum Glauben in Gruppen begonnen hat. Die Fundamente fŸr das Kš-
nigreich sind fest verankert, und das GerŸst ist errichtet. Die Freunde mŸssen nun das Er-
reichte festigen, ihre Institutionen schŸtzen und die Všlker und Gleichgesinnten der Welt
in der Arche versammeln, welche die Hand Gottes erbaut hat.
Zweite weltumspannende Unternehmung:
Am nŠchsten Ridv‡n-Fest wird das zweite jener weltumspannenden Unternehmen in
Angriff genommen, die dazu bestimmt sind, im Laufe der Zeit jeder Menschenseele das
Wort Gottes zu bringen. Die BannertrŠger dieses Neunjahresplanes sind die HŠnde der
Sache Gottes. Die Verantwortung fŸr die Organisation der Arbeit liegt auf den Schultern
der Nationalen Geistigen RŠte, der GenerŠle der Heerscharen des Lichtes, die unter der
FŸhrung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit stehen.
Als ersten Schritt zur Eršffnung dieses gro§en Unternehmens kŸndigen wir mit Freu-
de die Bildung von neunzehn Nationalen Geistigen RŠten zum nŠchsten Ridv‡n-Fest an.
Im Zuge dieser Neubildungen werden sechs der bestehenden Regionalen Nationalen
Geistigen RŠte aufgelšst, wodurch die Gesamtzahl dieser Pfeiler des Universalen Hauses
der Gerechtigkeit auf neunundsechzig ansteigt. Die Nationalen und Regionalen Geistigen
RŠte, die nun gebildet werden mŸssen, sind:
1. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Nordwestafrika, mit Sitz in Tunis; fŸr Tu-
nesien, Algerien, Marokko, Spanisch-Sahara, Rio de Oro, Mauretanien, die Kanari-
schen Inseln und Madeira.
2 Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Westafrika, mit Sitz in Monrovia; fŸr Li-
beria, Senegal, Gambia, Portugiesisch-Guinea, Guinea, Sierra Leone, Mali, Obervol-
ta, ElfenbeinkŸste und Kap-Verdische Inseln.
3. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von West-Zentralafrika, mit Sitz in Viktoria;
fŸr Kamerun, Spanisch-Guinea, Sankt-Thomas-Inseln, Fernando-Po-Inseln, Corisco-
Inseln, Nigeria, Niger, Dahomey, Togo und Ghana.
4. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Uganda und Zentralafrika, mit Sitz in
Kampala; fŸr Uganda, Ruanda, Burundi, die Republik Kongo (frŸher belgisch), die
Kongo-Republik (frŸher franzšsisch), die Zentralafrikanische Republik, Gabun und
Tschad.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
12
5. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Kenia, mit Sitz in Nairobi.
6. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Tanganjika und Sansibar, mit Sitz in Dar-
es-Salam; fŸr Tanganjika, Sansibar, Mafia-Inseln und Pemba-Insel.
7. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von SŸd-Zentralafrika, mit Sitz in Salisbury;
fŸr Niassaland, Nordrhodesien, SŸdrhodesien und Betschuanaland.
8. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von SŸd- und Westafrika, mit Sitz in Johannes-
burg; fŸr Angola, SŸdwestafrika, SŸdafrika, Zululand, Swasiland, Basutoland, Mo-
sambik und St. Helena.
9. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ im Indischen Ozean, mit Sitz in Port-Louis; fŸr
Mauritius, die Malagasy-Republik, die Insel RŽunion, die Seychellen, die Komoren
und den Tschagos-Archipel.
10. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Hawaii, mit Sitz in Honolulu.
11. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ im SŸdpazifischen Ozean, mit Sitz in Suva; fŸr
die Gilbert- und Ellis-Inseln, Nauru, Fidschi, Samoa, Tonga und Cook-Inseln.
12. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ im SŸdwest-Pazifik, mit Sitz in Honiara; fŸr
die Salomon-Inseln, die Neuen Hebriden, Neu-Kaledonien und die Loyalty-Inseln.
13. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Nordostasien, mit Sitz in Tokio; fŸr Japan,
Formosa, Hongkong und Macao.
14. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Korea, mit Sitz in Seoul.
15. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Malaysia, mit Sitz in Kuala Lumpur; fŸr
Malaya, Singapur, Brunei, Sabah und Sarawak.
16. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Indonesien, mit Sitz in Djakarta; fŸr Indo-
nesien, die Mentawai-Inseln, Portugiesisch-Timor und West-Irian.
17. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Vietnam, mit Sitz in Saigon (die Bah‡'’ von
Kambodscha gehšren ebenfalls zu seinem Rechtsbereich).
18. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Thailand, mit Sitz in Bangkok (die Bah‡'’
von Laos gehšren ebenfalls zu seinem Rechtsbereich).
19. Der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ der Philippinen, mit Sitz in Manila.
Die Einzelziele des Planes, der neunundsechzig nationale PlŠne mit umfassen wird,
mŸssen noch bekanntgegeben werden; sie mŸssen jedoch solcher Art sein, da§ sie das
Weltzentrum des Glaubens und die Arbeit seiner Institutionen weiter ausbauen; die dem
Glauben bereits erschlossenen Gebiete festigen; Gottes heilende Botschaft zahlreichen
weiteren Všlkern und Gebieten der Welt bringen, einschlie§lich aller noch unerschlosse-
nen Gebiete des Zehnjahresplanes und all der noch verbleibenden unabhŠngigen Staaten
des Planeten; und die weltweite VerkŸndigung des Glaubens erreichen, um das Hundert-
jŠhrige JubilŠum der VerkŸndigung Bah‡'u'll‡hs an die Kšnige und Herrscher (1867-
1868) hervorzuheben.
Im FrŸhjahr 1968 wird die nŠchste Wahl fŸr das Universale Haus der Gerechtigkeit
stattfinden.
5. November 1963 Hundertjahrfeier der Ankunft Bah‡'u'll‡hs in Adrianopel
13
Dritte Epoche des Gestaltenden Zeitalters:
Geliebte Freunde, die Sache Gottes, die seit ihrem Entstehen Schutz und Nahrung
durch Gottes Sendboten, durch den Mittelpunkt des BŸndnisses und Sein Zeichen auf Er-
den gefunden hat, tritt jetzt in eine neue Epoche ein, die dritte des Gestaltenden Zeitalters.
Sie mu§ nun rasch wachsen, mu§ ihren geistigen Zusammenhalt und ihre administrativen
FŠhigkeiten steigern, ihre Einrichtungen entwickeln und ihren Einflu§ auf alle Schichten
der Gesellschaft ausdehnen. Wir, ihre Mitglieder, mŸssen durch stŠndiges Studium des
lebenspendenden Wortes und durch hingebungsvollen Dienst unser geistiges Wahrneh-
mungsvermšgen vertiefen und der Welt eine reife, verantwortungsbewu§te, grundlegend
gesicherte und glŸckliche Lebensgestaltung vorzeigen, die weit von den Leidenschaften,
Vorurteilen und Zerstreuungen der heutigen Gesellschaft entfernt ist. Indem wir uns nur
auf Gott verlassen, kšnnen wir Seine Sache fšrdern und Sein Kšnigreich auf Erden er-
richten. Nur so kšnnen wir unsere Liebe fŸr diejenigen beweisen, die diesen Neuen Tag
haben anbrechen lassen. Nur so kšnnen wir die Wahrheit ihres gšttlichen Auftrages dar-
tun und zeigen, wie gŸltig ihr Opfer war.
5. November 1963
Hundertjahrfeier der Ankunft Bah‡'u'll‡hs in Adrianopel
Vor hundert Jahren hat zum ersten Mal in der geschriebenen Geschichte eine Manifesta-
tion Gottes den Fu§ auf den europŠischen Kontinent gesetzt und damit einen Zeitab-
schnitt von fŸnf Jahren eingeleitet, dessen Bedeutung jedes andere Geschehnis in der
ereignisvollen Geschichte der tatkrŠftigen Všlker dieses fruchtbaren Kontinents in den
Schatten stellt. Dieser Zeitabschnitt, vom HŸter als ãdas grimmigste, unheilvollste und
doch ruhmreichste Kapitel in der Geschichte des ersten Bah‡'i-JahrhundertsÒ bezeichnet,
war eine Periode, in der ãsich unsagbare Entbehrungen und noch nie dagewesene PrŸfun-
gen mit den erhabensten geistigen Siegen mischten...Ò ãDas Tagesgestirn des Wirkens
Bah‡'u'll‡hs erreichte eben den Zenith. Die folgenschwersten Jahre des heroischen Zeit-
alters Seiner Sendung waren gekommen.Ò
Die Machenschaften und die HeimtŸcke M’rz‡ Ya.hy‡s, die zur Auflšsung der letzten
Bande mit seinem Bruder fŸhrten; die Intrigen der Feinde des Glaubens in Regierungs-
kreisen; Bah‡'u'll‡hs VerkŸndigung Seiner Sendung an die Kšnige und Herrscher der
Welt; die Ausgie§ung der Offenbarung wŠhrend dieses Zeitabschnitts, als Sendschreiben
offenbart, die ãeine fŸhrende Stellung unter allen Schriften des Stifters der Bah‡'’-Religi-
on einnehmenÒ; - all dies ist in Gott geht vorŸber aufgezeichnet und sollte von jedem stu-
diert werden, der ein VerstŠndnis der welterschŸtternden Bedeutung jener fŸnf Jahre
gewinnen mšchte.
Es ist nur angemessen, wenn die Všlker des Erdteils, auf dessen Boden sich diese Er-
eignisse abgespielt haben, den hundertsten Jahrestag eines so folgenreichen Zeitabschnit-
tes zum Anla§ besonderer Freude und erneuerter Hingabe nehmen.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
14
Wir rufen deshalb alle Nationalen Geistigen RŠte von Europa auf, den hundertsten
Jahrestag des Eintreffens Bah‡'u'll‡hs in Adrianopel dadurch zu begehen, da§ am 12. De-
zember 1963 ZusammenkŸnfte in den šrtlichen Gemeinden ihrer LŠnder stattfinden, um
Gott Dank und Lobpreis darzubringen und die europŠischen Bah‡'’-Gemeinden dem
Dienste fŸr Bah‡'u'll‡h und Seine Sache neu zu weihen.
Die Erinnerung an die Ereignisse vor einem Jahrhundert mu§ fŸr die Bah‡'’ Europas
ein Ansporn sein, ihre Kenntnis der Lehren der Bah‡'’-Religion und ihrer Geschichte zu
vertiefen, das immer brennendere Verlangen in sich zu tragen, den Glauben zu lehren,
sich immer mehr von den Verlockungen und den falschen Wertma§stŠben einer materiell
blŸhenden, aber geistig zerfallenden Zivilisation zu lšsen und die schon errungenen, his-
torischen Siege sowie das Ausma§ des Dienstes, das sie bereits erreicht haben, noch bei
weitem zu Ÿbertreffen.
18. Dezember 1963
Weltweite Aufgaben - erhšhte Opferbereitschaft
Mit Riesenschritten nŠhern wir uns der Inangriffnahme des Neunjahresplanes. Das Uni-
versale Haus der Gerechtigkeit hŠlt die Zeit fŸr gekommen, den Bah‡'’ aller LŠnder die
drŠngenden Aufgaben der Fonds auf allen Ebenen - lokal, national, kontinental und inter-
national - vor Augen zu fŸhren.
Die stŠndige Ausbreitung des Glaubens und die wachsende Vielfalt der TŠtigkeiten
der Bah‡'’-Gemeinden stellen jeden GlŠubigen immer mehr vor die Notwendigkeit, ge-
wissenhaft Ÿber seine Verantwortung nachzudenken und so viel und regelmŠ§ig zu spen-
den, wie er oder sie es vermag. Das Spenden fŸr den Fonds ist ein Dienst, den jeder
GlŠubige, ob arm oder reich, leisten kann; denn es ist eine geistige Verantwortlichkeit,
bei der es nicht auf den gespendeten Betrag ankommt. Die geistigen BestŠtigungen flie-
§en hier aus dem Ausma§ des Opfers, das der Spender bringt, aus der Liebe, mit der er
seine Spende gibt, und aus der Einheit aller Freunde in diesem Dienst. So schrieb der ge-
liebte HŸter im August 1957: ãAlle mŸssen sich beteiligen, wie bescheiden ihre Mittel
auch sind. Vom Grade der Selbstaufopferung, mit welcher diese einzelnen BeitrŠge ge-
leistet werden, hŠngen die Wirksamkeit und der geistige Einflu§ unmittelbar ab, den die
im Entstehen begriffenen Verwaltungseinrichtungen, die durch die Macht Bah‡'u'll‡hs
und gemŠ§ dem Plan des Mittelpunktes Seines BŸndnisses ins Leben gerufen wurden,
ausŸben werden.Ò
Zu diesem Zeitpunkt kommt es nicht nur auf das Verantwortungsbewu§tsein des ein-
zelnen an, fŸr die Sache zu spenden, sondern auch darauf, welchen Zwecken der Fonds
zugefŸhrt und in welchen Regionen er ausgegeben wird.
Die gegenwŠrtige stŸrmische Ausbreitung des Glaubens spielt sich Ÿberwiegend in
Regionen tiefster Armut ab, wo die Freunde trotz grš§ter Opfer einfach nicht die Mittel
aufbringen, um die Arbeit fortzufŸhren. Genau diese Regionen sind aber die fruchtbarsten
fŸr das Lehren der Sache, und eine Geldsumme, die hier ausgegeben wird, erbringt den
18. Dezember 1963 Weltweite Aufgaben - erhšhte Opferbereitschaft
15
zehnfachen, ja den hundertfachen Ertrag von dem, was in anderen Teilen der Welt mšg-
lich wŠre. Trotzdem mu§te das Universale Haus der Gerechtigkeit in den vergangenen
Monaten eine Reihe von Hilferufen aus solchen Regionen abschlŠgig beantworten, weil
einfach nicht genŸgend Mittel im internationalen Fonds bereitstanden.
Es mu§ deshalb das Ziel jeder šrtlichen und nationalen Gemeinde werden, sich nicht
nur selbst zu tragen, sondern ihre Geldmittel so weise und so wirtschaftlich einzusetzen,
da§ sie auch den internationalen Bah‡'’-Fonds in nennenswertem Ma§e unterstŸtzen kann
und somit das Haus der Gerechtigkeit in die Lage versetzt, die Arbeit in ergiebigen, je-
doch verarmten Regionen zu fšrdern, neuen Nationalen RŠten bei der Aufnahme ihrer Ar-
beit zu helfen, grš§ere internationale Vorhaben des Neunjahresplanes, wie zum Beispiel
ozeanische Konferenzen, finanziell zu unterstŸtzen sowie die Aufgabe, die Umgebung
der Heiligen Schreine im Weltzentrum zu verschšnern, fortzufŸhren.
Au§erdem sollten die Freunde, als einzelne wie auch innerhalb ihrer Gemeinde, die
lebenswichtigen kontinentalen Fonds nicht vergessen, aus denen sich die Arbeit der HŠn-
de der Sache Gottes und ihrer HilfsŠmter speist. Diese vom HŸter so hingebungsvoll ge-
pflegte gšttliche Institution, die in der Geschichte des Glaubens bereits eine einzigartige
Rolle gespielt hat, ist dazu bestimmt, in den vor uns liegenden Jahren immer wichtigere
Dienste zu leisten.
Inmitten einer durch KŠmpfe zerrissenen, durch den Materialismus geschwŠchten Zi-
vilisation baut das Volk Bah‡s eine neue Welt auf. Wir sehen zu diesem Zeitpunkt Gele-
genheiten und Verantwortlichkeiten von ungeheurer Tragweite und gro§er Dringlichkeit
vor uns. Jeder GlŠubige fasse tief in seinem Herzen den Entschlu§, sich von den flŸchti-
gen Verlockungen der Gesellschaft um ihn herum nicht irrefŸhren noch sich in ihre Feh-
den und kurzlebigen VergnŸgungen hineinziehen zu lassen, sondern vielmehr alles, was
er kann, von der alten Welt auf die neue zu Ÿbertragen, die das Traumbild seiner Sehn-
sucht ist und die Frucht seiner BemŸhungen sein wird.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Botschaften und Briefe
des Jahres 1964
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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April 1964
Der Neunjahresplan
Der durch gšttliche Macht angetriebene, von unserem geliebten HŸter in solch ehrfurcht-
gebietenden Worten beschriebene Proze§, der vor sechstausend Jahren mit dem AufdŠm-
mern des Adamitischen Zyklus begann und dazu bestimmt ist, auf der ãStufeã zu gipfeln,
ãauf der das Licht von Gottes triumphierendem Glauben, in all seiner Macht und Herr-
lichkeit erstrahlend, den ganzen Planeten durchfluten und umhŸllen wirdÒ, tritt jetzt in
seine zehnte und letzte Phase ein.
Der Zehnjahres-Kreuzzug, der erst vor kurzem mit einem leuchtenden Sieg und voll
Jubel beendet wurde, bildete den gesamten neunten Teil dieses Prozesses. Er war Zeuge,
wie die Sache Gottes in einer einzigen, gewaltigen, zehn Jahre langen Kraftanstrengung
sich bis zu dem Punkt entfaltete, an dem weltweit die Grundlagen der Verwaltungsord-
nung gelegt waren, so da§ der Weg jetzt frei ist fŸr das Erwachen der Massen, das den
kŸnftigen Fortschritt des Glaubens kennzeichnen mu§.
In dieser Offenbarung war es von Anfang an der dringlichste Aufruf des Wortes Got-
tes - zuerst vom B‡b, dann von Bah‡'u'll‡h erhoben - , die Sache zu lehren. `Abdu'l-Bah‡
hat, wie Er selbst sagt, ãSeine Tage und NŠchte damit verbracht, den Glauben zu verkŸn-
den und die Všlker zum Dienst zu rufen.Ò Shoghi Effendi erfŸllte den ihm auferlegten
heiligen Auftrag, die administrative Ordnung des Glaubens zu errichten, die schon in den
Heiligen Schriften vorgezeichnet war; er schmiedete sie zu einem Lehrinstrument, um
durch eine Folge von nationalen, internationalen und weltumspannenden PlŠnen den ge-
samten Gšttlichen Plan `Abdu'l-Bah‡s auszufŸhren, und er sah fŸr den ãunendlich lan-
genÒ zehnten Teil des schon erwŠhnten Prozesses mit aller Deutlichkeit eine Folge von
PlŠnen voraus, die das Universale Haus der Gerechtigkeit in Gang setzen werde und die
ãaufeinanderfolgende Zeitabschnitte des Gestaltenden und des Goldenen Zeitalters des
Glaubens umfassenÒ werden.
Der erste dieser PlŠne liegt jetzt vor uns. Er beginnt an Ridv‡n 1964, wŠhrend die Er-
innerungen an die ruhmreiche Hundertjahrfeier von 1963 noch in unseren Herzen leben-
dig sind, und er mu§ wŠhrend seiner neunjŠhrigen Dauer eine gewaltige Ausdehnung der
Sache Gottes und die universelle Teilnahme aller GlŠubigen am Leben dieser Sache mit
sich bringen.
Aufgaben am Weltzentrum:
¥ Die Aufgaben des Planes am Weltzentrum umfassen:
¥ die Veršffentlichung einer Synopse und Kodifikation des Kit‡b-i-Aqdas, des Heiligs-
ten Buches;
¥ die Ausarbeitung der Verfassung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit;
¥ die Entwicklung der Institution der HŠnde der Sache Gottes in gemeinsamer Beratung
mit der Kšrperschaft der HŠnde der Sache, wobei es um die kŸnftige Wahrnehmung
der ihr zugewiesenen Aufgaben des Schutzes und der Verbreitung geht;
April 1964 Der Neunjahresplan
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¥ fortgesetzte Textvergleiche und Klassifizierung der Heiligen Bah‡'’-Schriften sowie
der Schriften Shoghi Effendis;
¥ fortgesetztes BemŸhen um die Befreiung des Glaubens von den Fesseln religišser Or-
thodoxie und seine Anerkennung als unabhŠngige Religion;
¥ die Anfertigung eines Planes fŸr die angemessene Gestaltung und Verschšnerung des
gesamten Bah‡'’-Grundbesitzes, der die Heiligen Schreine umgibt;
¥ die Erweiterung der schon vorhandenen GŠrten auf dem Berge Karmel;
¥ die Entwicklung der Beziehungen zwischen der Bah‡'’-Gemeinde und den Vereinten
Nationen;
¥ die Abhaltung von Ozeanischen und Interkontinentalen Konferenzen;
¥ das Koordinieren weltweiter PlŠne, um in den Jahren 1967/68 die Jahrhundertfeier
von Bah‡'u'll‡hs Aufruf an die Kšnige und Herrscher der Welt zu begehen, dessen
Mittelpunkt Seine Offenbarung der Sœriy-i-Mulœk (Sendschreiben an die Kšnige) in
Adrianopel war.
¥ Aufgaben fŸr die Weltgemeinde:
¥ In der Weltgemeinde umfa§t der Plan:
¥ die Eršffnung von 70 unerschlossenen und die Wiedererschlie§ung von 24 weiteren
Territorien;
¥ die Erhšhung der Anzahl von Nationalen Geistigen RŠten - der Pfeiler, die das Uni-
versale Haus der Gerechtigkeit tragen - auf 108, das Neunfache der Anzahl, die 1953
zu dem ersten historischen Welt-Kreuzzug aufbrach;
¥ die Vermehrung der šrtlichen Geistigen RŠte in allen LŠndern und auf allen Inseln der
Welt auf Ÿber 13 700, von denen mindestens 1 700 eingetragen sein mŸssen;
¥ die Erhšhung der Anzahl von Orten, in denen Bah‡'’ wohnen, auf mehr als 54 000;
¥ die Errichtung von zwei weiteren Mashriqu'l-Adhk‡rs, einem in Asien und einem in
Lateinamerika;
¥ der Erwerb von 32 Lehrinstituten, 52 Nationalen .Ha.ziratu'l-Quds, 54 nationalen
Stiftungen und GrundstŸcken fŸr 62 weitere Tempel;
¥ eine gro§e Ausweitung der Anerkennung der Bah‡'’-Feiertage und Bah‡'’-Trauungs-
urkunden durch die Zivilbehšrden;
¥ die †bersetzung von Literatur in 133 weitere Sprachen und ihre weitere Bereicherung
in den Hauptsprachen, in die schon Ÿbersetzt worden ist;
¥ die GrŸndung von vier neuen Bah‡'’-Verlagen und
¥ ein starkes Anwachsen der Finanzen des Glaubens.
Die Rolle des einzelnen GlŠubigen:
Die gesunde Entwicklung der Sache erfordert es, da§ parallel zu dieser gro§en Aus-
dehnung jeder GlŠubige sich mit ganzer Hingabe bemŸht, die Sache zu lehren, das Bah‡'’-
Leben zu fŸhren, fŸr den Fonds zu spenden und vor allem in ausdauerndem BemŸhen die
Bedeutung der Offenbarung Bah‡'u'll‡hs allmŠhlich besser zu verstehen. Wie unser ge-
liebter HŸter sagte: ãEines, und nur eines wird unfehlbar und mit Gewi§heit den unzwei-
felhaften Sieg dieser Heiligen Sache sichern, nŠmlich das Ausma§, in dem unser
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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persšnliches, inneres Leben und unsere privaten Neigungen vielfŠltig die Herrlichkeit der
von Bah‡'u'll‡h verkŸndeten ewigen Prinzipien widerspiegeln.Ò
Zwillingsziele des Neunjahresplanes:
Ausdehnung und universelle Teilnahme sind die Hauptziele dieser Eršffnungsphase
der zweiten Epoche des Gšttlichen Planes, und alle Einzelziele, die den 69 nationalen Ge-
meinden zugewiesen werden, sind BeitrŠge, diese Hauptziele zu erreichen. Das Verfah-
ren bei der Zusammenarbeit zwischen Nationalen Geistigen RŠten, das schon vom
geliebten HŸter eingeleitet wurde, wird im Verlaufe dieses Planes auf mehr als 200 be-
sondere Vorhaben angewendet werden; damit wird dieses Verfahren weiter gestŠrkt, das
in kŸnftigen Stadien des Gestaltenden Zeitalters sehr wohl eine gro§e Bedeutung erlan-
gen kann.
Nochmals, geliebte Freunde, begeben wir uns aufs Schlachtfeld, jedoch mit einem
unvergleichlich grš§eren Aufgebot als bei unserem Auszug zum Welt-Kreuzzug 1953.
Zu der kleinen Streitmacht von damals 12 Nationalen RŠten, die jetzt erfahrene KŠmpfer
sind, haben sich 57 neue Legionen hinzugesellt, jede unter der Befehlsgewalt eines Nati-
onalen Geistigen Rates, jede dazu bestimmt, zum Veteranen dieses und zukŸnftiger Feld-
zŸge zu werden. Der damalige Kreuzzug begann mit kaum mehr als 600 šrtlichen
Geistigen RŠten, von denen sich die meisten in Persien, Nordamerika und Europa befan-
den; jetzt umfassen die Heimatfronten nahezu 4600 šrtliche Geistige RŠte, die Ÿber die
Kontinente und Inseln der Welt verstreut sind. Wir beginnen diesen Plan mit ungeheurer
Schwungkraft, die sich zum Beispiel darin zeigt, da§ seit letztem Ridv‡n Ÿber 4000 neue
Zentren und 13 Nationale Geistige RŠte hinzugekommen sind und da§ in mehreren LŠn-
dern der von `Abdu'l-Bah‡ vorausgesagte und von Ihm so gespannt erwartete Zustrom zur
Sache Gottes in Gruppen begonnen hat.
Die BannertrŠger dieses Neunjahresplanes sind jene gleichen gšttlich ernannten, ge-
prŸften und siegreichen Seelen, die das Banner des Welt-Kreuzzugs getragen haben, die
HŠnde der Sache Gottes, deren Rat und Stellungnahme bei der Ausarbeitung dieses Neun-
jahresplanes unschŠtzbar waren. Mit UnterstŸtzung ihrer ãBeauftragten, Helfer und Be-
raterÒ, der Hilfsamtsmitglieder, werden sie die Heerscharen Gottes anfeuern und
beschirmen, sie durch jede Anfechtung hindurchfŸhren bis an die Grenze der vorhande-
nen Reserven und diejenigen Gemeinden unterstŸtzen, die mit schwierigem oder steini-
gem GelŠnde zu kŠmpfen haben, so da§ 1973 die Feierlichkeiten zum hundertsten
Jahrestag der Offenbarung des Heiligsten Buches von einer siegreichen, festgegrŸndeten,
organisch vereinten Weltgemeinde wŸrdig begangen werden kšnnen, die sich dem Diens-
te Gottes und dem endlichen Triumph Seiner Sache verschrieben hat.
So mšge jede der 69 Gemeinden ihre Aufgaben in Angriff nehmen, sogleich darŸber
beraten, wie sie in der zugewiesenen Zeitspanne am besten erfŸllt werden kšnnen, ihre
Truppe von Pionieren aufstellen, sich unermŸdlicher Arbeit weihen und sich aufmachen
zur ErfŸllung ihrer Mission. Jetzt ist die goldene Gelegenheit da. Denn trotz aller ErschŸt-
terungen, die der Eigensinn eines gottlosen und materialistischen Zeitalters in der Welt
noch heraufbeschwšren mag, und trotz der schmerzhaften Auswirkungen, die das Aufrol-
April 1964 Ridv‡n-Botschaft an die Bah‡'’ in Deutschland
21
len der gegenwŠrtigen Ordnung auf die PlŠne und Bestrebungen der Gemeinde des Grš§-
ten Namens noch haben kann, mŸssen wir die Gelegenheiten der Stunde ergreifen und im
Vertrauen darauf voranschreiten, da§ alle Dinge in Seinem mŠchtigen Griff liegen und
da§, wenn wir nur unsere Rolle spielen, der vollstŠndige und bedingungslose Sieg unaus-
weichlich uns gehšren wird.
April 1964
Ridv‡n-Botschaft an die Bah‡'’ in Deutschland
Auf der deutschen Bah‡'’-Gemeinde - die gesegnet ist durch den zweimaligen Besuch
`Abdu'l-Bah‡s, ausgezeichnet durch die Errichtung des Muttertempels von Europa auf ih-
rem Boden, begŸnstigt durch ihre Lage im Herzen des europŠischen Kontinents - ruhen
schwerwiegende Verantwortungen. Sie mu§ das Licht des Gottesglaubens durch ganz
Europa ausstrahlen, ganz besonders aber in šstlicher Richtung: nach den Staaten Osteu-
ropas, ins Baltikum, zu den BalkanlŠndern und bis ins Herz von Ru§land.
Durch die im Zehnjahresfeldzug errungenen Siege sind die KrŠfte und Mšglichkeiten
Ihrer Gemeinde ganz erheblich vergrš§ert worden. Jetzt, da die gesamte Bah‡'’-Welt zur
zweiten gro§en, weltumspannenden Unternehmung aufbricht, rufen wir die GlŠubigen in
Deutschland auf, sich entschlossen, voll Hingabe und Energie in die Arbeit zu stŸrzen und
die vor ihnen liegenden Aufgaben anzupacken. Die Herausforderung ist gro§, und auf
dem Weg lauern viele Hindernisse; aber gšttliche UnterstŸtzung ist all jenen zugesichert,
die sich im Dienst der Sache Gottes erheben und ihr Vertrauen mutig auf Ihn setzen.
Auf der nŠchsten Stufe Ihrer historischen Sendung haben Sie folgende Aufgaben zu
erfŸllen:
¥ Albanien, die Moldaurepublik, RumŠnien und Wei§ru§land eršffnen;
¥ Lettland und Litauen eršffnen, unterstŸtzt durch den Nationalen Geistigen Rat von
Schweden;
¥ die Kykladen eršffnen, unterstŸtzt durch den Nationalen Geistigen Rat der Britischen
Inseln;
¥ die Ostfriesischen Inseln eršffnen und dort mindestens eine Gruppe bilden;
¥ auf Kreta mindestens eine Gruppe bilden, unterstŸtzt durch den Nationalen Geistigen
Rat der Britischen Inseln;
¥ die Anzahl der šrtlichen Geistigen RŠte in Griechenland auf zwei und die Anzahl der
Zentren auf mindestens drei erhšhen;
¥ in Bulgarien, Polen und der Russischen Sowjetrepublik je einen šrtlichen Geistigen
Rat bilden, falls es die UmstŠnde erlauben - in dem zuletzt erwŠhnten Territorium mit
UnterstŸtzung durch den Nationalen Geistigen Rat von Finnland;
¥ den Anteil der deutschstŠmmigen GlŠubigen in der deutschen Bah‡'’-Gemeinde er-
heblich vergrš§ern;
¥ die Anzahl der Zentren auf fŸnfhundert erhšhen;
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
22
¥ die Anzahl der šrtlichen Geistigen RŠte auf dreiundsechzig erhšhen, darunter ein
Geistiger Rat auf den Nordfriesischen Inseln;
¥ die Lehrarbeit auf Trier ausdehnen, unterstŸtzt durch den Nationalen Geistigen Rat
von Luxemburg;
¥ die Anzahl der eingetragenen šrtlichen Geistigen RŠte auf drei§ig erhšhen;
¥ die amtliche Anerkennung der Bah‡'’-Feiertage und der Bah‡'’-Trauungsurkunde
durch die Behšrden erreichen;
¥ Bah‡'’-Literatur ins Wei§russische Ÿbertragen und veršffentlichen;
¥ die auf griechisch vorliegende Bah‡'’-Literatur erweitern;
¥ die deutsche Bah‡'’-Literatur erweitern, unterstŸtzt durch die Nationalen Geistigen
RŠte von …sterreich, Luxemburg und der Schweiz.
¥ Auf dem Gebiet internationaler Zusammenarbeit ist die deutsche Bah‡'’-Gemeinde
aufgerufen, den folgenden Gemeinden UnterstŸtzung zu gewŠhren:
¥ dem Nationalen Geistigen Rat von Finnland bei der Eršffnung Estlands;
¥ dem Nationalen Geistigen Rat von …sterreich bei der Bildung je eines šrtlichen Geis-
tigen Rates in der Tschechoslowakei, Ungarn und Jugoswlawien, wenn es die Um-
stŠnde erlauben;
¥ den Nationalen Geistigen RŠten von …sterreich und Luxemburg bei der Verfolgung
ihrer Lehrvorhaben;
¥ dem Nationalen Geistigen Rat des Indischen Ozeans beim Erwerb eines Tempelge-
lŠndes in oder in der NŠhe von Saint Pierre auf der Insel RŽunion;
¥ dem Nationalen Geistigen Rat von Westafrika beim Erwerb eines TempelgelŠndes in
oder in der NŠhe von Abidjan, ElfenbeinkŸste;
¥ dem Nationalen Geistigen Rat von West-Zentralafrika beim Erwerb eines nationalen
.Ha.z’ratu'l-Quds in Kotonu, Dahome.
Mšge der AllmŠchtige Sie in Ihren †berlegungen leiten und jedem Schritt, den Sie
im Dienste Seiner Sache tun, Seine Ÿberreichen BestŠtigungen gewŠhren.
Juli 1964
Einweihung des Hauses der Andacht in Langenhain
Wir sind soeben Zeuge der Einweihung des Muttertempels von Europa geworden - eines
Bauwerks von unerme§licher Bedeutung und von ungeahnten Mšglichkeiten fŸr die Aus-
breitung des Lichtes des Glaubens Gottes auf diesem Kontinent. Von unserem geliebten
HŸter zu Beginn des Zehnjahres-Kreuzzuges als eines der bedeutendsten Ziele vorgege-
ben, ist dieses Haus der Andacht in den Schlu§jahren dieses Kreuzzuges als Frucht lan-
ger, ausdauernder BemŸhungen angesichts hartnŠckiger WiderstŠnde und dank der
aufopfernden Spenden der GlŠubigen aus allen Teilen der Welt als Siegeszeichen errich-
tet worden. Indem es nunmehr in den Eršffnungsmonaten des Neunjahresplanes seiner
Bestimmung Ÿbergeben wurde, bildet es ein eindrucksvolles Bindeglied zwischen diesen
Juli 1964 Einweihung des Hauses der Andacht in Langenhain
23
beiden gro§en KreuzzŸgen und stellt erneut das organische Wachstum der Sache unter
Beweis: Die in einem Zeitabschnitt gemachten Anstrengungen tragen im folgenden
Frucht, und dadurch wiederum erwachsen der Bah‡'’-Gemeinde neue und grš§ere KrŠfte,
um noch bedeutsamere Siege zu erringen.
Sie sind jetzt zu dieser Konferenz zusammengekommen, um Ÿber Mittel und Wege
zu beraten, wie die Ihnen gesetzten Ziele erreicht werden kšnnen. Jeder GlŠubige sollte,
wenn er die verschiedenen Aufgaben im einzelnen durchdenkt, die vier obersten Zielset-
zungen immer im Auge behalten:
¥ die Botschaft Bah‡'u'll‡hs mu§ in alle Schichten der Gesellschaft getragen werden,
nicht nur in die Gro§- und KleinstŠdte, sondern auch in die Dšrfer und lŠndlichen Be-
zirke, in denen der Virus des Materialismus bisher geringen Einflu§ auf das Leben der
Menschen hatte;
¥ es sind dringend weise und wohlŸberlegte Schritte zu unternehmen, um den Glauben
in alle LŠnder Osteuropas zu tragen, in denen er bisher noch nicht Fu§ gefa§t hat;
¥ die heldenhafte Schar der Pioniere auf den Inseln des Mittelmeeres und der Nordsee
mu§ nachhaltig verstŠrkt werden; denn diese Inseln werden bei der Erweckung des
ganzen Kontinents eine entscheidende Rolle spielen; auch mŸssen die Aufgaben, die
Sie auf anderen Kontinenten und Meeren erfŸllen sollen, energisch angepackt werden;
¥ die Zusammenarbeit zwischen den nationalen Gemeinden sowie zwischen den Nati-
onalen Geistigen RŠten und den HŠnden der Sache Gottes mu§ weiter gepflegt wer-
den, denn sie hat bereits entscheidend zur TŠtigkeit der Gemeinden auf Ihrem
Kontinent beigetragen und ist fŸr die weitere Entwicklung des Glaubens unabdingbar.
Jeder europŠische Bah‡'’ mšge vor allem unablŠssig vor Augen haben, da§ wir gerade
jetzt die fŸnf Jahre durchleben, in denen es genau ein Jahrhundert her ist, da§ Bah‡'u'll‡h
auf europŠischem Boden weilte. Mšge sich jeder entschlie§en, seine Kenntnisse im Glau-
ben so zu vertiefen und das Ma§ seiner Selbstaufopferung und seiner Hingabe fŸr die Sa-
che Gottes so zu steigern, da§ er seine Rolle beim Aufbau einer Gemeinschaft spielen
kann, die sich einer so erhabenen Gnadengabe wŸrdig erweist und zu einem Leuchtfeuer
wird fŸr die Všlker dieser furchtumbrandeten Welt.
1953 schrieb Shoghi Effendi, der Erdteil Europa sei ãzu dieser kritischen Stunde - an
diesem gro§en Wendepunkt seiner Geschicke - endlich in die Phase eingetreten, die mit
Recht als die Eršffnungsphase einer gro§en geistigen Erneuerung angesprochen werden
darf und alle Voraussetzungen in sich trŠgt, alle frŸheren Zeitabschnitte seiner Geistesge-
schichte in den Schatten zu stellen.Ò Wer das Vorrecht hatte, Augenzeuge der au§eror-
dentlichen StŠrkung und Festigung der Sache in Europa im Verlaufe der letzten elf Jahre
zu sein, der wei§ um die geistigen Kraft- und Leistungsreserven, die sich dort aufgebaut
haben, und um die daraus entspringende Wandlung des Lebens der europŠischen Bah‡'’-
Gemeinde. Mšge die Fertigstellung und Einweihung des Hauses der Andacht das Signal
sein fŸr die Freisetzung dieses geistigen Potentials, mšgen dadurch auf dem europŠischen
Festland und auf den Inseln vor seinen KŸsten beschleunigt Seelen gewonnen werden,
den Ereignissen vergleichbar, die in anderen Kontinenten des Erdballs mit so erstaunli-
cher Plštzlichkeit zutage getreten sind.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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13. Juli 1964
Lehrarbeit in der Breite
Wenn die Mehrzahl der Menschen erweckt wird und den Glauben Gottes annimmt, wird
ein neuer Proze§ in Gang gesetzt, und es beginnt das Wachstum einer neuen Kultur. Be-
trachten wir nur die Entstehung des Christentums und des Islam. Diese Massen sind die
einfachen Menschen, die zwar in ihren eigenen Traditionen wurzeln, aber doch fŸr das
neue Wort Gottes empfŠnglich sind; wenn sie sich ihm erschlie§en, Ÿbt es einen solchen
Einflu§ auf sie aus, da§ sie alle verwandeln kšnnen, die mit ihnen in BerŸhrung kommen.
Gottes Ma§stŠbe sind nicht die der Menschen. Nach menschlichen Ma§stŠben ermi§t
sich der Wert und die Grš§e einer Sache daraus, da§ sie von ausgezeichneten, bekannten
und hochgestellten Persšnlichkeiten angenommen wird. Aber Bah‡'u'll‡h sagt: ãDer An-
ruf und die Botschaft, die Wir brachten, hatten nie die Absicht, nur ein Land oder ein Volk
zu erreichen oder nur ihm zugute zu kommen. Die Menschheit mu§ in ihrer Gesamtheit
an dem festhalten, was ihr offenbart und verliehen wurde.Ò Oder wiederum: ãEr hat jede
Seele mit der FŠhigkeit ausgestattet, die Zeichen Gottes zu erkennen. Wie hŠtte Er sonst
Sein Zeugnis fŸr die Menschen erfŸllen kšnnen, so ihr zu jenen gehšrt, die Seine Sache
in ihrem Herzen bewegen.Ò In LŠndern, wo die Lehrarbeit in der Breite erfolgreich war,
haben die Bah‡'’ Zeit und BemŸhungen im gleichen Ma§e auf lŠndliche Gegenden ver-
wandt, wie sie es vorher in StŠdten und Gro§stŠdten getan hatten. Die Ergebnisse zeigen,
wie unklug es ist, sich nur auf einen Teil der Bevšlkerung zu konzentrieren. Deshalb soll-
te jeder Nationale Rat seine Hilfsquellen so auswŠgen und seine BemŸhungen so abstim-
men, da§ der Glaube Gottes nicht nur denjenigen gebracht wird, die leicht erreichbar sind,
sondern allen Teilen der Bevšlkerung, wie weit entfernt sie auch wohnen.
Die einfachen Menschen der Welt - und sie bilden die gro§e Mehrheit der Bevšlke-
rung - haben das gleiche Recht wie die anderen, die Sache Gottes kennenzulernen. Wenn
die Freunde das Wort Gottes lehren, mŸssen sie darauf achten, die Botschaft in derselben
Schlichtheit weiterzugeben, wie sie in unseren Lehren verkŸndet wird. Sie mŸssen allen,
mit denen sie zusammenkommen, echte und gšttliche Liebe erweisen. Das Herz einer un-
gebildeten Seele ist Šu§erst empfindsam; jede Spur von Vorurteil von seiten des Pioniers
oder Lehrers wird sofort erfŸhlt.
Wenn die Freunde in der Breite lehren, sollten sie Vorsicht walten lassen und nicht
die sozialen und humanitŠren Seiten des Glaubens herausstreichen, um auf diese Weise
neue Bah‡'’ zu gewinnen. ErfahrungsgemŠ§ stellen sich viele Schwierigkeiten ein, wenn
Menschen, denen wir die Lehre bringen, gleichzeitig soziale Einrichtungen wie Schulen,
Krankenstationen, HospitŠler oder auch nur Kleidung und Nahrung von uns angeboten
bekommen. Das Hauptmotiv sollte immer die Antwort des Menschen auf Gottes Bot-
schaft und die Anerkennung Seines Boten sein. Wer sich als Bah‡'’ erklŠrt, sollte von der
Schšnheit der Lehren ergriffen und von der Liebe Bah‡'u'll‡hs angerŸhrt sein. Die Neu-
erklŠrten brauchen nicht die ganze Geschichte und alle Beweise, Gebote und Prinzipien
des Glaubens zu kennen; aber in der Zeit, in der ihre ErklŠrung reift, mu§ nicht nur der
Funke des Glaubens zu ihnen Ÿberspringen, sondern sie mŸssen einige Grundinformatio-
13. Juli 1964 Lehrarbeit in der Breite
25
nen Ÿber die Zentralgestalten des Glaubens erhalten sowie Ÿber das Bestehen von Gebo-
ten, denen sie folgen, und einer Administration, der sie gehorchen mŸssen.
Nach der ErklŠrung dŸrfen die neuen GlŠubigen nicht sich selbst Ÿberlassen bleiben.
Durch Korrespondenz und Besuche, durch Treffen und Vertiefungsklassen mŸssen die
Freunde geduldige StŠrkung und liebevolle Hilfe erfahren, um sich zur vollen Bah‡'’-Rei-
fe zu entwickeln. Der geliebte HŸter hat Ÿber die Aufgaben von Bah‡'’-RŠten bei der Hilfe
fŸr neuerklŠrte GlŠubige folgendes geschrieben: ã... sollten sich die Mitglieder jedes Ra-
tes bemŸhen, den NeuerklŠrten nach seiner Aufnahme in die Bah‡'’-Gemeinde mit Ge-
duld, Liebe, Takt und Weisheit zur Bah‡'’-Reife zu entwickeln und ihn nach und nach
dahin zu bringen, da§ er alles, was in den Lehren verordnet ist, rŸckhaltlos akzeptiert.Ò
Ausdehnung und Festigung: dies sind die Zwillingsprozesse, die Hand in Hand gehen
mŸssen. Die Freunde dŸrfen nicht um der Festigung willen die Ausdehnung vernachlŠs-
sigen. Durch die Vertiefung der NeuerklŠrten werden ungeheure AntriebskrŠfte freige-
setzt, die zu weiterer Ausdehnung fŸhren. Andererseits erzeugt der Zustrom neuer
GlŠubiger einen neuen Geist innerhalb der Gemeinde; auch sorgt er fŸr weitere Mithelfer,
die wiederum die Festigungsarbeit unterstŸtzen.
Wir mšchten Ihnen einige der Methoden zur Kenntnis bringen, die Nationale Geistige
RŠte auf verschiedenen Kontinenten anwenden und die sich als wirkungsvoll in der Brei-
ten-Lehrarbeit erwiesen haben, und fŸgen daher eine Aufstellung bei. Vielleicht eignen
sich einige dieser Methoden auch fŸr Ihren Bereich; Sie selbst werden vielleicht zusŠtz-
lich eigene Methoden entwickeln.
Wir beten instŠndig, da§ alle Nationalen und šrtlichen Geistigen RŠte mit UnterstŸt-
zung der GlŠubigen bei der Erreichung dieses herrlichen Zieles einen grandiosen Erfolg
erringen werden.
Lehrarbeit in der Breite: Anhang
1. Der neue Bah‡'’ erhŠlt sofort Post. Mancherorts besteht dieses Material aus - meist
farbig - gedruckten Karten, die ein Bah‡'’-Thema oder ein Prinzip darstellen. Dadurch
wei§ der neue Freund, da§ seine ErklŠrung angenommen wurde, und er erhŠlt das Ge-
fŸhl, da§ er nunmehr der neuen Gemeinde angehšrt.
2. Es werden Vertiefungsklassen von etwa zweiwšchiger Dauer abgehalten. Zur Er-
leichterung der Teilnahme und zur Verringerung der Kosten werden eine Anzahl von
Orten in einer Zone zusammengefa§t, in der die Vertiefungsklasse stattfindet. Die
Teilnehmer an der Vertiefung werden gewšhnlich ausgewŠhlt; dadurch wird erreicht,
da§ die befŠhigteren Freunde teilnehmen und der Unterricht erleichtert wird. Wenn
es sich erweist, da§ die Teilnehmer die Kosten fŸr Anreise, Verpflegung und Unter-
kunft nicht aufbringen kšnnen, werden diese Ÿbernommen. Der Stoffplan wird zuvor
zusammengestellt; der Unterrichtsstoff wird in einfacher Sprache dargeboten und in
die Landessprache Ÿbersetzt. Nach Beendigung des Kurses werden die befŠhigteren
Teilnehmer herausgesucht und erhalten - falls sie zustimmen - den Auftrag, fŸr eine
begrenzte Zeit ein Lehrprojekt durchzufŸhren. Auch langfristige Projekte dieser Art
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
26
haben sich hier und da als nŸtzlich erwiesen. Diese Projekte werden im allgemeinen
sorgfŠltig geplant im Hinblick auf Dauer, zu besuchende Orte und Lehrstoff. Kšnnen
die Reiselehrer die Kosten nicht selbst aufbringen, dann werden die fŸr ein bestimm-
tes, zeitlich begrenztes Projekt anfallenden Reise- und Unterhaltskosten aus dem
Fonds bestritten.
3. KŸrzere Vertiefungsklassen werden in Form von langen Wochenendseminaren
durchgefŸhrt.
4. Diese Veranstaltungen - Vertiefungsklassen und Seminare - werden so oft wie mšg-
lich wiederholt, und zwar unabhŠngig davon, ob ein Lehrinstitut erworben werden
konnte oder nicht. Steht ein solches Institut nicht zur VerfŸgung, so finden diese Klas-
sen und Konferenzen normalerweise in Wohnungen von Bah‡'’ oder in angemieteten
RŠumen statt, zum Beispiel im Klassenzimmer einer Schule. Um die Verkšstigung
und Unterbringung der Teilnehmer zu erleichtern, werden sie manchmal gebeten, Be-
steck, BettwŠsche usw. mitzubringen.
5. Wo Dšrfer besucht werden, trifft sich der Reiselehrer mit der šrtlichen Gemeinde und
vermittelt den Freunden grundlegendes Bah‡'’-Wissen Ÿber das Leben als Bah‡'’, die
Wichtigkeit des Lehrens, Gebet, Fasten, Neunzehntagefeste, Bah‡'’-Wahlen, Spen-
den und so weiter. Das Thema Spenden ist von grš§ter Wichtigkeit, damit die neuen
Bah‡'’ sich schnell als verantwortliche Gemeindemitglieder fŸhlen. Jeder Nationale
Geistige Rat mu§ Mittel und Wege finden, um die Bereitschaft zum Spenden - ob
Geld- oder Sachspenden - anzuregen, den Freunden das Spenden leichtzumachen und
den Spendern ordnungsgemŠ§e Quittungen auszustellen.
Dies sind nur VorschlŠge aus der bisherigen Praxis, die Ihnen vielleicht bei Ihren Be-
mŸhungen helfen kšnnen, die geistig ausgehungerten Massen in Ihrem Bereich zu lehren
und zu vertiefen.
Bei der DurchfŸhrung eines so au§erordentlich gro§en geistigen Feldzuges unter den
Massen kann es durchaus EnttŠuschungen geben. Wir stellen ganz kurz einige Beispiele
vor, von denen wir Kenntnis erhalten haben:
a) Manchmal stellen die Pioniere oder Reiselehrer fest, da§ die neuen Bah‡'’ von ihrer
Religion nicht so begeistert sind, wie erwartet, oder da§ sie sich nicht an den Standard
des Bah‡'’-Lebens halten. Vielleicht entdecken sie auch, da§ die NeuerklŠrten sich
von ihrer neuen Religionszugehšrigkeit materielle Vorteile erhoffen. Wir sollten uns
immer bewu§t sein, da§ die allmŠhliche HinfŸhrung des GlŠubigen zur vollen geisti-
gen Reife ein langsamer Proze§ ist, der liebevolle Erziehung und Geduld erfordert.
b) Manche LehrausschŸsse legen in ihrem Eifer, Ergebnisse zu erzielen, zuviel Gewicht
auf eine gro§e Zahl von NeuerklŠrungen und vernachlŠssigen dabei die QualitŠt des
Lehrens.
c) Manche Reiselehrer unterlassen es vielleicht, ihre Kontaktpersonen sorgfŠltig zu leh-
ren, in dem Bestreben, die Ergebnisse ihres Dienens vorzuweisen; in einigen wenigen
FŠllen, wenn sie - was Gott verhŸte - unaufrichtig sind, geben sie vielleicht sogar fal-
sche Berichte ab.
September 1964 Universelle Teilnahme
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Solche UnregelmŠ§igkeiten hat es gegeben und kann es auch wieder geben, doch dŸr-
fen sie nicht zur Quelle der Entmutigung werden. Durch die Aussendung eines Lehrteams
in ein Gebiet oder durch die Entsendung anderer Reiselehrer in periodischen AbstŠnden
und durch Schriftverkehr und Berichte kšnnen solche Situationen entdeckt und schnell
bereinigt werden. Die Administration des Glaubens mu§ immer auf TuchfŸhlung mit der
Lehrarbeit bleiben.
September 1964
Universelle Teilnahme
In unserer Botschaft vom April 1964, in der wir den Neunjahresplan bekanntgaben, stell-
ten wir zwei Hauptziele dieses Planes heraus, nŠmlich ã... eine gewaltige Ausdehnung der
Sache Gottes und die universelle Teilnahme aller GlŠubigen am Leben dieser SacheÒ.
Die Begeisterung und Energie, mit der sich die GlŠubigen unter der hingebungsvollen
FŸhrung ihrer Nationalen Geistigen RŠte weltweit erhoben haben, um sich der Herausfor-
derung des Planes zu stellen, ist ein gutes Vorzeichen fŸr die riesige Ausdehnung, die der
Plan verlangt. Wir bitten Sie nun, Ihre KrŠfte und Gedanken mit gleicher Begeisterung
auf die Erfordernisse der universellen Teilnahme zu lenken.
In derselben Botschaft erlŠuterten wir die Bedeutung der universellen Teilnahme: ã...
da§ ... jeder GlŠubige sich mit ganzer Hingabe bemŸht, die Sache zu lehren, das Bah‡'’-
Leben zu fŸhren, fŸr den Fonds zu spenden und vor allem in ausdauerndem BemŸhen die
Bedeutung der Offenbarung Bah‡'u'll‡hs allmŠhlich besser zu verstehen. Wie unser ge-
liebter HŸter sagte: ,Eines, und nur eines wird unfehlbar und mit Gewi§heit den unzwei-
felhaften Sieg dieser heiligen Sache sichern, nŠmlich das Ausma§, in dem unser
persšnliches, inneres Leben und unsere privaten Neigungen vielfŠltig die Herrlichkeit der
von Bah‡'u'll‡h verkŸndeten ewigen Prinzipien widerspiegeln.`Ò
ãBetrachte die Welt als einen menschlichen KšrperÒ, schrieb Bah‡'u'll‡h an Kšnigin
Viktoria. Sicherlich kšnnen wir die Bah‡'’-Welt, die Heerscharen Gottes, in gleicher Wei-
se betrachten. Im menschlichen Kšrper hat jede Zelle, jedes Organ, jeder Nerv seine ganz
bestimmte Aufgabe. Wenn sie alle ihre Funktion erfŸllen, ist der Kšrper gesund, krŠftig,
voll Energie und bereit fŸr alle Anforderungen, die an ihn gestellt werden. Keine Zelle,
und sei sie noch so bescheiden, lebt vom Kšrper getrennt, weder in Bezug auf ihren
Dienst fŸr den Kšrper noch in Bezug auf das, was sie von ihm erhŠlt. Dies gilt fŸr den
Kšrper der Menschheit, in dem Gott ãjedes, auch das geringste Wesen mit FŠhigkeiten
und Begabungen ausgestattet hatÒ, und es gilt vor allem fŸr den Kšrper der Bah‡'’-Welt-
gemeinde, denn dieser Kšrper ist bereits ein Organismus, vereint in seinen Bestrebungen,
verbunden in seinen Methoden, auf der Suche nach Beistand und BestŠtigung aus dersel-
ben Quelle und erleuchtet von dem bewu§ten Erfassen seiner Einheit. Deshalb ist in die-
sem organischen, gšttlich gefŸhrten, gesegneten und erleuchteten Kšrper die Teilnahme
jedes einzelnen GlŠubigen von Šu§erster Wichtigkeit; sie ist eine Quelle der Macht und
der Lebenskraft, die uns bisher noch unbekannt ist. Denn wie ausgedehnt und tiefgreifend
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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die Teilnahme an der glorreichen Arbeit fŸr die Sache auch schon gewesen ist - wer woll-
te behaupten, da§ jede(r) einzelne GlŠubige bereits seine oder ihre vollste Befriedigung
im Leben der Sache gefunden habe? Die Bah‡'’-Weltgemeinde, die wie ein gesunder neu-
er Kšrper heranwŠchst, entwickelt, indem sie zur Reife drŠngt, neue Zellen, neue Organe,
neue Funktionen und KrŠfte, bis schlie§lich jede Seele, die fŸr die Sache Gottes lebt, von
dieser Sache Gesundheit, innere Sicherheit und die Ÿberreichen Gnadengaben
Bah‡'u'll‡hs erhŠlt, die durch Seine gšttlich niedergelegte Ordnung ausstršmen.
ZusŠtzlich zum Lehren der Sache kann jeder GlŠubige beten. Jeder GlŠubige kann
sich bemŸhen, sein ãpersšnliches, inneres LebenÒ und seine ãprivaten Neigungen vielfŠl-
tig die Herrlichkeit der von Bah‡'u'll‡h verkŸndeten ewigen Prinzipien widerspiegelnÒ zu
lassen. Jeder GlŠubige kann fŸr den Fonds spenden. Nicht alle GlŠubigen kšnnen šffent-
liche VortrŠge halten, nicht alle sind aufgerufen, in administrativen Institutionen zu die-
nen. Aber alle kšnnen beten, ihren eigenen geistigen Kampf austragen und fŸr den Fonds
spenden. Wenn jeder GlŠubige diese heiligen Pflichten erfŸllt, werden wir Ÿber den Zu-
wachs an Kraft erstaunt sein, der sich dem ganzen Kšrper mitteilt und der seinerseits wei-
teres Wachstum und die Ausgie§ung grš§erer SegensfŸlle auf uns alle hervorruft.
Das wahre Geheimnis der universellen Teilnahme liegt in dem vom Meister oft geŠu-
§erten Wunsch, die Freunde mšchten einander lieben, einander stŠndig ermutigen, zu-
sammen arbeiten, wie eine Seele in einem Kšrper sein und, indem sie das tun, ein echter,
organischer, gesunder Kšrper werden, der vom Geist erleuchtet und belebt ist. In einem
solchen Kšrper werden alle Teile geistige Gesundheit und Lebenskraft vom Organismus
selbst erhalten, und die vollkommensten BlŸten und FrŸchte werden heranreifen.
An den heiligen Schreinen bringen wir unausgesetzt unsere Gebete fŸr das GlŸck und
den Erfolg der Freunde in aller Welt dar.
November 1964
Entwicklung der Institution der HŠnde der Sache Gottes
Das Weltzentrum unseres Glaubens war wieder einmal Schauplatz historischer Ereignis-
se, die die unmittelbare DurchfŸhrung des Neunjahresplanes wie auch die zukŸnftige Ent-
wicklung der Weltordnung Bah‡'u'll‡hs nachhaltig beeinflussen werden.
Der Anla§ war die vierzehntŠgige Zusammenkunft der HŠnde der Sache Gottes im
Heiligen Land, um ihre entscheidenden Verpflichtungen, insbesondere als die BannertrŠ-
ger des Neunjahresplanes, zu beraten.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit nutzte diese Gelegenheit nicht nur, um den
Rat, die Ansicht und die Meinung der HŠnde zum Fortschritt des Neunjahresplanes zu er-
halten, sondern auch, um sie Ÿber das hochwichtige Ziel um Rat zu fragen, das Ridv‡n
1964 bekanntgegeben wurde und unter den Zielen des Weltzentrums aufgefŸhrt ist: ãEnt-
wicklung der Institution der HŠnde der Sache Gottes in gemeinsamer Beratung mit der
Kšrperschaft der HŠnde der Sache, wobei es um die kŸnftige Wahrnehmung der ihr zu-
gewiesenen Aufgaben des Schutzes und der Verbreitung geht.Ò
November 1964 Entwicklung der Institution der HŠnde der Sache Gottes
29
Offensichtlich mu§te dieses bedeutsame Ziel erlŠutert werden im Hinblick auf die so
au§erordentlich wichtige Lehrarbeit und die Entwicklung der Bah‡'’-Weltordnung, denn
die ErlŠuterung dieses Zieles berŸhrt das VerhŠltnis der HŠnde der Sache Gottes zu allen
anderen Institutionen des Glaubens.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat dieser Angelegenheit folglich grš§te Auf-
merksamkeit geschenkt und hat, nachdem es die Heiligen Texte studiert und die Ansich-
ten der HŠnde der Sache selbst gehšrt hat, folgende Entscheidungen getroffen:
¥ Es gibt keine Mšglichkeit, HŠnde der Sache Gottes zu ernennen oder ein Gesetz zu
erlassen, das eine Ernennung von HŠnden der Sache ermšglichen wŸrde.
¥ Die Verantwortung fŸr Entscheidungen allgemeiner Art, die die Institution der HŠnde
der Sache betreffen, die frŸher vom geliebten HŸter wahrgenommen wurde, fŠllt nun
auf das Universale Haus der Gerechtigkeit als der hšchsten und zentralen Institution
des Glaubens, der sich alle zuwenden mŸssen.
¥ Mit gro§er Freude kšnnen wir Ihnen nun die einleitenden Ma§nahmen mitteilen, die
ergriffen wurden, um das Ziel zu erreichen.
¥ Die Verteilung der HŠnde auf die einzelnen Kontinente bleibt unverŠndert; um jedoch
die Arbeit zu beschleunigen, werden die Kontinente Asien und die westliche Hemis-
phŠre fŸr die laufende Arbeit der HŠnde in Zonen eingeteilt, wobei eine oder mehrere
HŠnde fŸr jede Zone verantwortlich sind. Asien wird aus zwei Zonen bestehen: der
Mittlere Osten, der mit Pakistan angefangen alle LŠnder westwŠrts umfa§t und dazu
den asiatischen Teil der UdSSR; sowie SŸd- und Ostasien, das den Ÿbrigen Teil des
Kontinents umfa§t. Die westliche HemisphŠre wird aus drei Zonen bestehen: Norda-
merika, Mittelamerika (einschlie§lich Mexiko) und die Antillen; und SŸdamerika.
Die Hawaii-Inseln werden zu Australasien gerechnet, wie es bereits in der letzten sta-
tistischen Zusammenfassung geschehen ist.
Zahl der Hilfsamtsmitglieder erhšht:
Die Zahl der Hilfsamtsmitglieder fŸr die Verbreitung des Glaubens wird in allen Kon-
tinenten erhšht werden; damit steigt die Gesamtzahl der Hilfsamtsmitglieder in Afrika
von 18 auf 27, in Asien von 14 auf 36, in Australasien von 4 auf 9, in Europa von 18 auf
27 und in der westlichen HemisphŠre von 18 auf 36.
Die HŠnde der Sache in jedem Kontinent sind aufgerufen, ein oder mehrere Hilfsamt-
smitglieder zu ernennen, die mit Exekutivaufgaben betraut und im Namen und fŸr die be-
treffende Hand tŠtig werden sollen, so da§ sie sie bei der DurchfŸhrung ihrer Arbeit
unterstŸtzen.
Der erhabene Rang und die besonderen Aufgaben der HŠnde der Sache Gottes brin-
gen es mit sich, da§ es fŸr sie nicht angemessen ist, in eine administrative Institution ge-
wŠhlt oder ernannt zu werden, oder als Delegierte zur Nationaltagung gewŠhlt zu werden.
Desweiteren ist es ihr Wunsch und auch der Wunsch des Universalen Hauses der Gerech-
tigkeit, da§ sie frei sein sollen, ihre ganze Energie auf die entscheidend wichtigen Pflich-
ten zu richten, die ihnen in den Heiligen Schriften zugewiesen wurden. Es kann nicht
genug betont werden, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen den HŠnden der
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
30
Sache und den Nationalen Geistigen RŠten ist. Zu diesem Thema ergeht eine besondere
Mitteilung an die Nationalen Geistigen RŠte, durch die Richtlinien aus frŸheren Briefen
ergŠnzt werden.
Wir mšchten vorwegnehmen, da§ zu Ridv‡n 1965 bekanntgegeben werden sollen:
PlŠne fŸr Ozeanische und Interkontinentale Konferenzen; ein Gesamtplan fŸr eine welt-
weite VerkŸndigung des Glaubens im Jahr 1967/68, einhundert Jahre nach der Offenba-
rung der Sœriy-i-Mulœk; dies wird eine Zusammenarbeit der Nationalen und šrtlichen
Geistigen RŠte auf der ganzen Welt mit sich bringen; schlie§lich die Ausschreibung eines
Wettbewerbs fŸr den Entwurf des Mashriqu'l-Adhk‡r von Panama.
¥ Das Lehren der breiten Masse ist die grš§te Herausforderung, vor der die AnhŠnger
Bah‡'u'll‡hs jetzt stehen. Es gibt keine wichtigere Arbeit als die, Seine Botschaft mit
grš§ter Schnelligkeit den verwirrten und durstigen Všlkern einer geistig schmachten-
den Welt zu Ÿberbringen. Wenn jetzt die HŠnde, gestŠrkt durch eine weiterreichende
und wirksamere Organisation ihrer Arbeit, zu ihren einzelnen Kontinenten zurŸck-
kehren, dann haben wir das feste Vertrauen, da§ die ganze Bah‡'’-Welt mit immer
wachsender Begeisterung und immer grš§erem Erfolg die Lehrarbeit vorantreiben,
den Strom von Pionieren verstŠrken, in immer steigendem Ma§e die Arbeit des Glau-
bens finanziell unterstŸtzen und ganz schnell die Liste der bereits erfŸllten Ziele er-
weitern wird.
31
Botschaften und Briefe
des Jahres 1965
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
32
9. MŠrz 1965
Die unangreifbare Grundlage der Sache Gottes
(Der folgende Brief, in dem Fragen Ÿber das Universale Haus der Gerechtigkeit beant-
wortet wurden, war an einen Nationalen Geistigen Rat gerichtet. Er wurde zur Unterrich-
tung der Bah‡'’ in aller Welt zur Veršffentlichung freigegeben.)
Wir freuen uns, da§ Sie Fragen, die bei einigen GlŠubigen Verwirrung gestiftet ha-
ben, zu unserer Kenntnis brachten. Es ist weitaus besser, da§ solche Fragen offen und frei
gestellt werden, als da§ sie die Herzen ergebener GlŠubiger belasten, ohne geŠu§ert zu
werden. Wenn man erst einmal bestimmte Grundprinzipien der Offenbarung Bah‡'u'll‡hs
verstanden hat, sind Ungewi§heiten dieser Art schnell beseitigt. Das soll nicht hei§en, die
Sache Gottes enthalte nichts Geheimnisvolles. In der Tat gibt es Geheimnisse, aber sie
sind nicht von der Art, da§ sie den Glauben ins Wanken bringen kšnnten, wenn erst ein-
mal die wesentlichen Lehren der Sache und die unleugbaren Tatsachen einer gegebenen
Situation klar geworden sind.
Die von verschiedenen GlŠubigen aufgeworfenen Fragen gliedern sich in drei Grup-
pen. Im Mittelpunkt der ersten Gruppe stehen folgende Fragen: Warum wurden Schritte
fŸr die Wahl eines Universalen Hauses der Gerechtigkeit eingeleitet, obwohl man im vo-
raus wu§te, da§ es keinen HŸter mehr geben werde? War die Zeit reif fŸr dieses Vorge-
hen? HŠtte nicht der Internationale Bah‡'’-Rat die Arbeit weiterfŸhren kšnnen?
Die Grundlage der Wahl:
Zur Zeit des Todes unseres geliebten Shoghi Effendi war es nach den UmstŠnden und
den ausdrŸcklichen Erfordernissen der Heiligen Schriften offenkundig, da§ es ihm un-
mšglich gewesen war, gemŠ§ den Bestimmungen des Willens und Testaments `Abdu'l-
Bah‡s einen Nachfolger zu ernennen. Diese Situation, in der der HŸter starb, ohne in der
Lage zu sein, einen Nachfolger zu bestellen, warf eine in Dunkel gehŸllte Frage auf, die
vom ausdrŸcklichen Heiligen Text nicht behandelt ist und demnach dem Universalen
Haus der Gerechtigkeit zu unterbreiten war. Die Freunde sollten klar verstehen, da§ vor
der Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit keine Kenntnis darŸber bestand, da§
es keinen HŸter mehr geben werde. Es konnte kein solches Vorherwissen geben, einerlei,
welche Meinung einzelne GlŠubige Ÿber die Frage haben mochten. Weder die HŠnde der
Sache Gottes, noch der Internationale Bah‡'’-Rat, noch irgendeine andere bestehende
Kšrperschaft waren in der Lage, eine Entscheidung Ÿber diese Angelegenheit von Ÿber-
ragender Bedeutung zu fŠllen. Nur das Haus der Gerechtigkeit hatte die AutoritŠt, darŸber
zu befinden. Dies war einer der dringenden GrŸnde dafŸr, die Wahl des Universalen Hau-
ses der Gerechtigkeit so bald wie mšglich anzusetzen.
Nach dem Hinscheiden Shoghi Effendis wurde die internationale Verwaltung des
Glaubens von den HŠnden der Sache Gottes fortgefŸhrt, die dabei das volle EinverstŠnd-
nis und die Treuebekundung der Nationalen Geistigen RŠte und der Gesamtheit der GlŠu-
bigen hatten. Dies geschah im Einklang mit der vom HŸter fŸr die HŠnde der Sache
9. MŠrz 1965 Die unangreifbare Grundlage der Sache Gottes
33
festgelegten Bestimmung, die ãHauptsachwalter des keimhaften Weltgemeinwesens
Bah‡'u'll‡hsÒ zu sein.
Von Anbeginn der †bernahme dieses Verwahreramtes fŸr die Sache Gottes an waren
sich die HŠnde bewu§t, da§ - nachdem sie keine Gewi§heit der gšttlichen FŸhrung hatten,
wie sie dem HŸter und dem Universalen Haus der Gerechtigkeit unanfechtbar zugesichert
ist - der einzige sichere Kurs fŸr sie war, mit unbeirrbarer Standhaftigkeit den Anweisun-
gen und Richtlinien Shoghi Effendis zu folgen. Die ganze Religionsgeschichte verzeich-
net keinen vergleichbaren Bericht Ÿber eine derart strikte Selbstdisziplin, solch absolute
LoyalitŠt und eine so vollstŠndige Selbstverleugnung seitens der FŸhrer einer Religion,
die sich plštzlich ihres gšttlich inspirierten Oberhauptes beraubt sahen. Die Dankes-
schuld, welche die Menschheit auf Generationen, nein Zeitalter hinaus dieser Handvoll
leidgeprŸfter, standhafter, heroischer Seelen abzutragen hat, lŠ§t sich nicht abschŠtzen.
Der HŸter hatte der Bah‡'’-Welt ausdrŸckliche und ins einzelne gehende PlŠne fŸr den
Zeitraum bis Ridv‡n 1963, also bis zum Ende des Zehnjahres-Kreuzzuges gegeben. Von
diesem Zeitpunkt an war weitere gšttliche FŸhrung notwendig, sollte der Glaube nicht in
Gefahr geraten. Dies war der zweite dringende Grund fŸr die Einberufung der Wahlver-
sammlung fŸr das Universale Haus der Gerechtigkeit. Die Richtigkeit des Zeitpunktes
wurde ferner bestŠtigt durch Stellen in Shoghi Effendis Briefen, wonach auf den Zehn-
jahres-Kreuzzug andere PlŠne unter der Leitung des Universalen Hauses der Gerechtig-
keit folgen sollten. Eine dieser Quellen ist der folgende Abschnitt aus einem Brief an den
Nationalen Geistigen Rat der Britischen Inseln vom 25. Februar 1951 Ÿber dessen Zwei-
jahresplan, der dem Zehnjahres-Kreuzzug unmittelbar voranging:
ãVom Erfolg dieses Unternehmens, das beispiellos in seinen Ausma§en, einzigartig
in seinem Charakter und unerme§lich in seinen geistigen Mšglichkeiten ist, mu§ in einer
spŠteren Periode des Gestaltenden Zeitalters unseres Glaubens die Inangriffnahme von
Vorhaben abhŠngen, welche in ihrem Umfang alle Nationalen RŠte der ganzen Bah‡'’-
Welt umfassen - Vorhaben, die ihrerseits wieder den Auftakt zur Inangriffnahme welt-
weiter Unternehmungen bilden, welche in zukŸnftigen Abschnitten dieses gleichen Zeit-
alters vom Universalen Haus der Gerechtigkeit aufgegriffen werden, das die Einheit
dieser Nationalen RŠte symbolisieren und ihre TŠtigkeiten aufeinander abstimmen und
vereinheitlichen wird.Ò
Nachdem die HŠnde sechs Jahre lang die Sache Gottes geleitet hatten, riefen sie in
absolutem Glauben an die Heiligen Schriften die GlŠubigen auf, das Universale Haus der
Gerechtigkeit zu wŠhlen, und gingen sogar so weit, zu bitten, da§ sie selbst nicht gewŠhlt
werden sollten. Der einzige traurige Fall, da§ jemand den Verlockungen der Macht un-
terlag, war der bemitleidenswerte Versuch Charles Mason Remeys, das HŸtertum an sich
zu rei§en.
Die folgenden AuszŸge aus einem Sendschreiben `Abdu'l-Bah‡s legen klar und deut-
lich die GrundsŠtze dar, mit denen die Freunde bereits aus dem Willen und Testament des
Meisters und aus zahlreichen Briefen Shoghi Effendis vertraut sind, und erlŠutern die
Grundlage fŸr die Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit. Dieses Sendschreiben
wurde vom geliebten HŸter selbst in den ersten Jahren seines Amtes zum Umlauf unter
den Freunden nach Persien gesandt:
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
34
ã... denn `Abdu'l-Bah‡ befindet sich in einem Sturm von Gefahren und verabscheut
Meinungsverschiedenheiten grenzenlos... Preis sei Gott, es gibt keine GrŸnde fŸr Ver-
schiedenheiten.Ò (Pers./Arab. Sendschreiben von Abdu'l-Bah‡, Band III, p.499)
ãDer B‡b, der Erhabene, ist der Morgen der Wahrheit, dessen Licht mit seinem Glanz
durch alle Regionen strahlt. Auch ist Er der Vorbote des Grš§ten Lichtes, der Sonne Ab-
h‡. Die Gesegnete Schšnheit ist der Verhei§ene der heiligen BŸcher der Vergangenheit,
die Offenbarung der Quelle des Lichtes, das auf dem Berg Sinai erstrahlte, dessen Feuer
inmitten des Brennenden Busches erglŸhte. Wir sind, einer und alle, Diener an Ihrer
Schwelle und stehen als bescheidene TorwŠchter an Ihrer TŸr.Ò (Pers./Arab. Sendschrei-
ben von Abdu'l-Bah‡, Band III, p.499)
ãWas ich zum Ausdruck bringen will, ist, da§ vor Ablauf von tausend Jahren nie-
mand das Recht hat, ein einziges Wort zu Šu§ern, nicht einmal, die Stufe des HŸtertums
in Anspruch zu nehmen. Das Heiligste Buch ist das Buch, dem sich alle Všlker zuzu-
wenden haben; in ihm wurden die Gesetze Gottes offenbart. Gesetze, die in dem Buch
nicht erwŠhnt sind, sollten dem Universalen Haus der Gerechtigkeit zur Entscheidung
unterbreitet werden. Es wird keine GrŸnde fŸr Meinungsverschiedenheiten geben...
HŸtet euch, hŸtet euch, damit nicht irgendwer eine Spaltung schaffe oder Aufruhr ver-
ursache. Sollte es Verschiedenheiten in der Auffassung geben, so wird das Oberste
Haus der Gerechtigkeit unverzŸglich die Frage lšsen. Was immer seine Entscheidung
- durch Stimmenmehrheit - sein wird, wird tatsŠchlich die Wahrheit sein; denn jenes
Haus steht unter dem Schutz, unter der nie irrenden FŸhrung und FŸrsorge des einen
wahren Herrn. Er wird es vor Irrtum behŸten und wird es beschŸtzen unter den Schwin-
gen Seiner Heiligkeit und Unfehlbarkeit. Wer sich ihm widersetzt, ist ausgesto§en und
zŠhlt letztlich zu den Unterlegenen.Ò (Pers./Arab. Sendschreiben von Abdu'l-Bah‡,
Band III, p.500)
ãDas Oberste Haus der Gerechtigkeit ist nach dem System zu wŠhlen, das bei der
Wahl der Parlamente Europas befolgt wird. Und wŸrden die LŠnder gefŸhrt, wŸrden die
HŠuser der Gerechtigkeit der verschiedenen LŠnder das Oberste Haus der Gerechtigkeit
wŠhlen.Ò (Pers./Arab. Sendschreiben von Abdu'l-Bah‡, Band III, p.500)
ãWann immer alle Geliebten Gottes in jedem Land ihre Abgeordneten benennen, die-
se ihrerseits ihre Vertreter wŠhlen und diese Vertreter hinwiederum eine Kšrperschaft
wŠhlen, ist diese Kšrperschaft als das Oberste Haus der Gerechtigkeit anzusehen.Ò (Pers./
Arab. Sendschreiben von Abdu'l-Bah‡, Band III, p.501)
ãDie Errichtung dieses Hauses ist nicht vom †bertritt aller Nationen der Welt zum
Glauben abhŠngig. Wenn zum Beispiel die VerhŠltnisse gŸnstig wŠren und keine Unru-
hen entstŸnden, wŸrden die Freunde in Persien ihre Vertreter wŠhlen, und genauso wŸr-
den die Freunde in Amerika, in Indien und anderen Gebieten ihre Vertreter wŠhlen, und
diese wŸrden ein Haus der Gerechtigkeit wŠhlen. Dieses Haus der Gerechtigkeit wŠre das
Oberste Haus der Gerechtigkeit. Das ist alles.Ò (Pers./Arab. Sendschreiben von Abdu'l-
Bah‡, Band III, p.501)
Die Freunde sollten sich vergegenwŠrtigen, da§ nichts in den Texten darauf hinweist,
da§ die Wahlversammlung fŸr das Universale Haus der Gerechtigkeit nur vom HŸter ein-
berufen werden kšnnte. Im Gegenteil, `Abdu'l-Bah‡ fa§te diese Einberufung zu Seinen
9. MŠrz 1965 Die unangreifbare Grundlage der Sache Gottes
35
eigenen Lebzeiten ins Auge. Zu einer Zeit, die vom HŸter als ãdie dunkelsten Augenbli-
cke Seines (des Meisters) LebensÒ beschrieben wurde, ãunter dem Regime `Abdu'l-
.Ham’ds, als Ihm bevorstand, in die unwirtlichsten Gegenden Nordafrikas verschleppt zu
werdenÒ, und als sogar Sein Leben bedroht war, schrieb `Abdu'l-Bah‡ an .H‡j’ M’rz‡
Taq’ Afn‡n, den Vetter des B‡b und eigentlichen Erbauer des Tempels von `Ishq‡b‡d,
und befahl ihm, fŸr die Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit Sorge zu tragen,
falls die Drohungen gegen den Meister verwirklicht wŸrden. Auch der zweite Teil des
Testaments `Abdu'l-Bah‡s trŠgt einer derartigen Situation Rechnung und sollte von den
Freunden studiert werden.
Die Unfehlbarkeit:
Der zweite Problemkreis, der einige Freunde beunruhigt, betrifft die Frage der Un-
fehlbarkeit des Universalen Hauses der Gerechtigkeit und seine FunktionsfŠhigkeit ohne
die Gegenwart des HŸters. Eine besondere Schwierigkeit ist beim VerstŠndnis der folgen-
den ErklŠrung des geliebten HŸters aufgetreten:
ãAbgesondert von der Institution des HŸtertums wŠre die Weltordnung Bah‡'u'll‡hs
verstŸmmelt und dauernd des Grundsatzes der Erblichkeit beraubt, der, wie `Abdu'l-Bah‡
schreibt, unverŠndert durch das Gesetz Gottes hochgehalten worden ist. `In allen gšttli-
chen Sendungen', so erklŠrt Er in einem an einen AnhŠnger des Glaubens in Persien ge-
richteten Sendschreiben, `ist dem Šltesten Sohne eine au§erordentliche Auszeichnung
zuteil geworden. Sogar die Stufe der Prophetenschaft ist das Recht seiner Erstgeburt ge-
wesen.' Ohne eine solche Einrichtung wŸrde die Ganzheit des Glaubens gefŠhrdet; die
Rei§festigkeit seines Gewebes wŠre schwer bedroht. Sein Ansehen litte, die Mittel fŸr ei-
nen weiten ununterbrochenen Ausblick auf eine Reihe von Generationen fehlten všllig,
und die notwendige FŸhrung bei der Festlegung des Gesetzgebungsbereichs seiner ge-
wŠhlten Vertreter wŠre dahin.Ò (WOB S.212f)
Die Freunde, die zum gegenwŠrtigen Zeitpunkt ein klareres VerstŠndnis dieser Text-
stellen erstreben, mšgen sie im Lichte der vielen anderen Texte betrachten, die sich mit
demselben Gegenstand befassen, zum Beispiel die folgenden, aus den Briefen Shoghi Ef-
fendis ausgewŠhlten Zitate:
ãSie haben auch in eindeutiger und eindringlicher Sprache die Zwillingsinstitutio-
nen des Hauses der Gerechtigkeit und des HŸtertums als ihre erwŠhlten Nachfolger ein-
gesetzt und ihnen die Aufgabe Ÿbertragen, die GrundsŠtze anzuwenden, die Gesetze zu
verkŸnden, die Institutionen zu schŸtzen, den Glauben bŸndnistreu und vernunftgemŠ§
den Erfordernissen einer fortschreitenden Gesellschaft anzupassen und das unverbrŸch-
liche Erbe zu vollenden, das die Stifter dieses Glaubens der Welt hinterlassen haben.Ò
(WOB S.38)
ãJeder GlŠubige mu§ auch voll begreifen, da§ die Institution des HŸtertums die Ge-
walten, die Bah‡'u'll‡h dem Universalen Haus der Gerechtigkeit im Kit‡b-i-Aqdas ver-
liehen und die `Abdu'l-Bah‡ wiederholt und feierlich in Seinem Testament bestŠtigt hat,
unter keinen UmstŠnden aufhebt oder sie im geringsten schmŠlert. Das HŸtertum stellt
auf keinen Fall einen Widerspruch zu dem Testament und den Schriften Bah‡'u'll‡hs
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
36
dar, noch hebt es irgendeine Seiner offenbarten Weisungen auf. Es steigert das Ansehen
jener erhabenen Ratsversammlung, festigt ihren hšchsten Rang, sichert ihre Einheit,
wahrt die BestŠndigkeit ihrer BemŸhungen, ohne sich im mindesten einen Versto§ ge-
gen die Unverletzlichkeit ihres klar bestimmten Rechtsbereichs anzuma§en. Wir stehen
einer derart gewaltigen Urkunde wirklich noch zu nahe, um fŸr uns selbst ein volles
VerstŠndnis aller in ihr verborgenen WirkkrŠfte beanspruchen oder behaupten zu kšn-
nen, wir hŠtten die mannigfachen Geheimnisse begriffen, die sie ohne Zweifel enthŠlt.Ò
(WOB S.22f)
ãAus diesen Darlegungen wird unzweifelhaft klar und deutlich, da§ der HŸter des
Glaubens zum Ausleger des Wortes gemacht und dem Universalen Haus der Gerechtig-
keit die Gesetzgebungsgewalt fŸr die GegenstŠnde verliehen worden ist, die nicht aus-
drŸcklich in den Lehren offenbart sind. Die Auslegung durch den HŸter ist innerhalb
seines Bereiches ebenso autoritativ und bindend wie die Entscheidungen des Internatio-
nalen Hauses der Gerechtigkeit, dessen ausschlie§liches Recht und Privileg es ist, Ÿber
solche Gesetze und Anordnungen zu befinden und letztgŸltig zu entscheiden, die
Bah‡'u'll‡h nicht ausdrŸcklich offenbart hat. Keine von beiden Institutionen kann und
wird je in das geweihte und festgelegte Gebiet der anderen Ÿbergreifen, keine von ihnen
versuchen, die besondere, unbestrittene Amtsgewalt zu schmŠlern, mit der beide von Gott
her ausgestattet wurden.Ò (WOB S.215)
ãJede Ÿbt innerhalb der ihr gesetzten Grenzen ihre Gewalt, AutoritŠt, Rechte und Vor-
rechte aus, und diese stehen weder in Widerspruch zueinander, noch schmŠlern sie im ge-
ringsten die Stellung, welche jede dieser Institutionen einnimmt.Ò (WOB S.212)
ãObwohl der HŸter des Glaubens zum stŠndigen Haupt einer so erhabenen Kšrper-
schaft gemacht worden ist, kann er doch nie, und wŠre es nur vorŸbergehend, das Recht
ausschlie§licher Gesetzgebung beanspruchen. Er kann die Entscheidung der Mehrheit
seiner Mitglieder nicht umsto§en...Ò (WOB S.215)
Vor allem anderen mšgen die Herzen der Freunde durch die folgenden Worte
Bah‡'u'll‡hs Gewi§heit erfahren:
ãDie Hand der Allmacht hat Seine Offenbarung auf einen unverletzlichen, dauerhaf-
ten Grund gestellt. StŸrme menschlichen Streites vermšgen ihre Grundfesten nicht zu
schwŠchen, noch werden die wunderlichen Ideen der Menschen ihrem Aufbau schaden
kšnnen.Ò (WOB S.165)
und gleicherma§en durch die Worte Abdu'l-Bah‡s:
ãWahrlich, Gott tut, was Er will. Nichts kann Sein BŸndnis zunichte machen. Nichts
kann Seine Gnade und Gunst aufhalten oder Seiner Sache widerstehen. Er tut durch Sei-
nen Willen, was Ihm beliebt, und Er ist mŠchtig Ÿber alle Dinge!Ò (TAB III p.598)
Die Freunde sollten sich bewu§t machen, da§ das Universale Haus der Gerechtigkeit
mit umfassender GrŸndlichkeit sowohl die Heiligen Texte wie auch die Schriften Shoghi
Effendis Ÿber den jeweiligen Gegenstand studiert, ehe es in irgendeiner Frage gesetzgebe-
risch tŠtig wird. Die Auslegungen, die unser geliebter HŸter aufgezeichnet hat, behandeln
einen ausgedehnten Themenkreis und sind in gleicher Weise bindend wie der Text selbst.
Es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen den Auslegungen des HŸters und
den Klarstellungen des Hauses der Gerechtigkeit in AusŸbung seiner Aufgabe, ãŸber alle
9. MŠrz 1965 Die unangreifbare Grundlage der Sache Gottes
37
Probleme zu beraten, die zu Meinungsunterschieden gefŸhrt haben, ferner Ÿber Fragen,
die noch im Dunkeln liegen und Angelegenheiten, die nicht ausdrŸcklich im Buche ver-
zeichnet sind.Ò Der HŸter enthŸllt, was der Heilige Text bedeutet; seine Auslegung ist
eine Feststellung der Wahrheit, die unabŠnderlich ist. Dem Universalen Haus der Gerech-
tigkeit ist nach den Worten des HŸters ãdas ausschlie§liche Recht der Gesetzgebung in
Dingen, die nicht ausdrŸcklich in den Bah‡'’-Schriften offenbart sind, verliehen worden.Ò
Seine Verlautbarungen, die durch das Haus der Gerechtigkeit selbst geŠndert oder wieder
aufgehoben werden kšnnen, dienen dazu, das Gesetz Gottes zu ergŠnzen und anzuwen-
den. Wenngleich nicht mit der Aufgabe der Auslegung betraut, ist das Haus der Gerech-
tigkeit in der Lage, alles Notwendige zu tun, um die Weltordnung Bah‡'u'll‡hs auf dieser
Erde zu errichten. Die Einheit der Lehre wird durch die vorhandenen authentischen Hei-
ligen Texte und durch die umfangreichen Auslegungen von `Abdu'l-Bah‡ und Shoghi Ef-
fendi aufrechterhalten; hinzukommt das unbedingte Verbot fŸr jedermann, ãautoritativeÒ
oder ãinspirierteÒ Auslegungen vorzubringen oder sich die Funktion des HŸters anzuma-
§en. Die Einheit der Verwaltungsordnung ist durch die AutoritŠt des Universalen Hauses
der Gerechtigkeit gewŠhrleistet.
ãSo lautetÒ - nach den Worten Shoghi Effendis - ãunverŠnderlich `Abdu'l-Bah‡s
offenbartes Wort. So weit geht die AnpassungsfŠhigkeit, die die TŠtigkeit Seiner er-
nannten Diener kennzeichnet. Die UnverŠnderlichkeit wahrt die IdentitŠt Seines Glau-
bens und schŸtzt die Unversehrtheit Seines Gesetzes. Die AnpassungsfŠhigkeit
ermšglicht diesem Glauben, sich wie ein lebendiger Organismus auszudehnen und auf
die BedŸrfnisse und Erfordernisse einer ewig sich wandelnden Gesellschaft einzustel-
len.Ò (WOB S.43f)
Jeder wahre GlŠubige mu§, um sein VerstŠndnis fŸr die Sache Bah‡'u'll‡hs zu vertie-
fen, zweierlei mitbringen: den unbedingten Glauben an die unfehlbare Wirksamkeit Sei-
ner Botschaft und Seines BŸndnisses und die demŸtige Einsicht, da§ in dieser Generation
kein Mensch beanspruchen kann, er habe Seine Sache in ihrem ganzen Ausma§ erkannt
oder die vielfŠltigen Geheimnisse und WirkkrŠfte, die sie birgt, begriffen. Shoghi Effen-
dis Worte sind hierfŸr ein beredtes Zeugnis:
ãWie unerme§lich ist die Offenbarung Bah‡'u'll‡hs! Wie gro§ ist das Ausma§ Seiner
Segnungen fŸr die Menschheit an diesem Tage! Und doch, wie armselig, wie unzurei-
chend ist unser VerstŠndnis ihrer Bedeutung und ihrer Herrlichkeit. Unser Geschlecht
steht einer so gewaltigen Offenbarung zu nahe, um die unendlichen Mšglichkeiten Seines
Glaubens, den einmaligen Charakter Seiner Sache, die geheimnisvollen FŸgungen Seiner
Vorsehung voll zu wŸrdigen.Ò (WOB S.45)
ãIn Seinem Willen und Testament ruft unser geliebter Meister uns auf, sie (die neue
Weltordnung Bah‡'u'll‡hs) nicht nur vorbehaltlos anzunehmen, sondern ihre Vortrefflich-
keit zugleich der ganzen Welt zu enthŸllen. Der Versuch, so kurze Zeit nach ihrer BegrŸn-
dung ihren vollen Wert abzuschŠtzen oder ihren genauen Sinn zu begreifen, wŠre von
unserer Seite voreilig und vermessen. Wir mŸssen auf die Zeit und auf die FŸhrung durch
Gottes Universales Haus der Gerechtigkeit vertrauen, um ein klareres und volleres Ver-
stŠndnis ihrer Bestimmungen und Auswirkungen zu gewinnen.Ò (Brief vom 23. Februar
1924, Bah‡'’ Administration, p.62)
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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ãWas die Ordnung und Leitung der geistigen Angelegenheiten der Freunde angeht,
ist nunmehr die Festigung der Geistigen RŠte in jedem Zentrum besonders wichtig, weil
auf dieser starken und unerschŸtterlichen Grundlage in den kommenden Tagen Gottes
Oberstes Haus der Gerechtigkeit errichtet und fest gegrŸndet werden wird. Wenn dieses
grš§te Bauwerk auf derart unumstš§lichen Grundmauern erstellt wird, werden Gottes
Absicht und Weisheit, Seine allumfassenden Wahrheiten, die Geheimnisse und die Wirk-
lichkeit des Reiches Gottes, wie sie die mystische Offenbarung Bah‡'u'll‡hs im Willen
und Testament `Abdu'l-Bah‡s verwahrt hat, Schritt fŸr Schritt enthŸllt und offenkundig
werden.Ò (Brief in Persisch vom 19. Dezember 1922)
ErklŠrungen wie diese zeigen, da§ die volle Bedeutung des Testaments `Abdu'l-
Bah‡s wie auch das VerstŠndnis fŸr die tieferen ZusammenhŠnge der Weltordnung, die
durch dieses bedeutsame Dokument eingeleitet wird, nur nach und nach den Augen der
Menschen offenbar werden kšnnen und erst, nachdem das Universale Haus der Gerech-
tigkeit ins Leben gerufen wurde. Die Freunde sind aufgerufen, der Zeit zu vertrauen und
die FŸhrung durch das Universale Haus der Gerechtigkeit abzuwarten, das, wenn es die
UmstŠnde erfordern, Verlautbarungen veršffentlichen wird, mit denen in Dunkel gehŸllte
Angelegenheiten entschieden und geklŠrt werden.
Die Vollmacht zum Ausschlu§:
Die dritte Gruppe von Fragen, die von den Freunden gestellt werden, betrifft Einzel-
heiten der AmtsfŸhrung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit in Abwesenheit des
HŸters, insbesondere die Frage des Ausschlusses von Mitgliedern des Hauses der Gerech-
tigkeit. Derartige Fragen werden in der Verfassung des Hauses der Gerechtigkeit geklŠrt
werden, deren Formulierung ein Ziel des Neunjahresplanes ist. In der Zwischenzeit wer-
den die Freunde davon unterrichtet, da§ wenn ein Mitglied eine ãfŸr das Gemeinwohl
schŠdliche SŸndeÒ begeht, es durch Mehrheitsbeschlu§ des Hauses selbst von der Mit-
gliedschaft im Hause der Gerechtigkeit ausgeschlossen werden kann. Sollte ein Mitglied,
was Gott verhŸten wolle, sich des BŸndnisbruches schuldig machen, wŸrde die Angele-
genheit von den HŠnden der Sache Gottes untersucht werden, und der BŸndnisbrecher
wŸrde auf Beschlu§ der HŠnde der Sache Gottes im Heiligen Land, vorbehaltlich der Zu-
stimmung des Hauses der Gerechtigkeit, ausgesto§en, wie dies im Falle jedes anderen
GlŠubigen geschŠhe. Der Beschlu§ der HŠnde in einem derartigen Fall wŸrde der Bah‡'’-
Welt vom Universalen Haus der Gerechtigkeit verkŸndet.
Wir sind sicher, da§ die Zweifel und Besorgnisse der Freunde ganz ausgerŠumt wer-
den, wenn Sie ihnen diesen Brief bekanntgeben und ihre Aufmerksamkeit auf die darin
zitierten Stellen aus den Heiligen Texten und den Schriften des HŸters gelenkt wird. Sie
werden dann ihre ganzen BemŸhungen der Verbreitung der Botschaft Bah‡'u'll‡hs wid-
men kšnnen in ruhigem Vertrauen darauf, da§ die Macht Seines BŸndnisses jedwede PrŸ-
fung Ÿberwindet, die eine unerforschliche Vorsehung auf dieses BŸndnis
herniedersendet, um damit seine FŠhigkeit unter Beweis zu stellen, eine in Geburtswehen
liegende Welt zu erlšsen und das Banner des Reiches Gottes auf Erden aufzurichten.
Ridv‡n 1965 Der majestŠtische Proze§ gewinnt an Schwungkraft
39
Ridv‡n 1965
Der majestŠtische Proze§ gewinnt an Schwungkraft
Die Siege im ersten Jahr:
¥ Die Flut der Siege, welche die Bah‡'’-Weltgemeinde zu den Feiern des Grš§ten Jubi-
lŠums trug, steigt weiter an.
¥ Ein unaufhšrlicher Strom gšttlicher BestŠtigung fŠllt wie Regen auf unsere BemŸ-
hungen; dies zeigt sich deutlich in den vielen bemerkenswerten Leistungen, die in den
wenigen kurzen Monaten seit dem Beginn des Neunjahresplanes erbracht wurden.
Der augenfŠlligste Beweis ist, da§ die Anzahl der Zentren, an denen Bah‡'’ wohnen,
von fŸnfzehntausendeinhundertachtundsechzig zu Ridv‡n 1964 auf nunmehr einund-
zwanzigtausendundsechs angestiegen ist - ein Wachstum von beinahe sechstausend
in einem Jahr. Ebenso bemerkenswert ist der Fortschritt der Lehrarbeit in Indien, wo
die Zahl der GlŠubigen nun einhundertvierzigtausend Ÿberschreitet - ein Anwachsen
um mehr als drei§igtausend seit Ridv‡n 1964. Pioniere ziehen in die wenigen verblei-
benden Gebiete der Erde, die noch nicht vom Licht der neuen Offenbarung Gottes er-
leuchtet sind; ãdas starke AnwachsenÒ der Sache, zu dem bei Beginn des Planes
aufgerufen wurde, scheint in Gang zu kommen, und in einem Land nach dem anderen
werden die Institutionen und Stiftungen des Glaubens beharrlich auf fester Grundlage
aufgebaut.
¥ Die dem Weltzentrum zugewiesenen Ziele sind in den verstrichenen zwšlf Monaten
aktiv angegangen worden. Grundlegende Entscheidungen und Schritte, um das Ziel
der ãEntwicklung der Institution der HŠnde der Sache Gottes im Hinblick auf die
kŸnftige Wahrnehmung der ihre zugewiesenen Aufgaben des Schutzes und der Ver-
breitungÒ zu verwirklichen, wurden den Freunden bereits mitgeteilt. Die schon bisher
mit Ehren und Verdiensten Ÿberreich ausgestatteten Mitglieder dieser erhabenen Kšr-
perschaft, die BannertrŠger des Neunjahresplanes wie auch schon des Zehnjahres-
Kreuzzuges des geliebten HŸters, haben sich nach ihrer Zusammenkunft im letzten
Oktober im Heiligen Land mit erneuter und beispielloser Kraft aufgemacht, um die
Freunde anzufeuern, sich der hšchsten Herausforderung zum Lehren der Sache zu
stellen, und um den administrativen Organen Rat und Hilfe zu geben und den gšttli-
chen Wohlgeruch und die Liebe Gottes in der ganzen Welt zu verbreiten. Die Erhš-
hung der Zahl der Hilfsamtsmitglieder und die neuen Vorkehrungen fŸr die
Organisation ihrer Arbeit werden, wie wir zuversichtlich erwarten, die geliebten HŠn-
de in die Lage versetzen, ihren wichtigen Dienst noch wirkungsvoller zu leisten, und
sie werden mehr Zeit finden, um zu reisen und zu lehren.
¥ Eine vorlŠufige Bestandsaufnahme der Voraussetzungen fŸr den Bau des ersten Hau-
ses der Andacht von Lateinamerika - eines der zwei GebŠude, die wŠhrend des Planes
errichtet werden sollen - wurde bereits gemacht, und wir laden nun Bah‡'’- und Nicht-
Bah‡'’-Architekten ein, EntwŸrfe fŸr den Tempel von Panama einzureichen. Die Aus-
schreibungsbedingungen sowie Einzelvorschriften fŸr das GebŠude kšnnen vom Na-
tionalen Geistigen Rat von Panama angefordert werden, dessen Entwurfswahl der
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
40
endgŸltigen Zustimmung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit unterliegt. Wir
hoffen, da§ dieses heilige Haus der Andacht - das an einem Standort entsteht, dem
vom Meister wie auch vom HŸter solch besondere Bedeutung beigemessen wurde -
schnell vollendet wird, damit das Leuchtfeuer seiner geistigen Ausstrahlung den gan-
zen amerikanischen Kontinent erhellen kann.
Die folgenden neuen Gebiete wurden wŠhrend der vergangenen zwšlf Monate dem Glau-
ben erschlossen:
¥ auf dem afrikanischen Kontinent Gabun, Ifni, Mali, Mauretanien, die Rodrigues-Insel
und Obervolta;
¥ auf dem amerikanischen Kontinent die Aruba-Insel, die Cozumel-Insel, Guadeloupe,
die Las-Mujeres-Insel, die Prince-of-Wales-Insel und St. Vincent;
¥ auf dem asiatischen Kontinent die Ryukyu-Inseln; auf dem australasiatischen Konti-
nent die Linien-Inseln;
¥ und auf dem europŠischen Kontinent die Insel Wight sowie die ost- und westfriesi-
schen Inseln.
Die folgenden Gebiete wurden wieder erschlossen:
¥ auf dem afrikanischen Kontinent die Mafia-Insel;
¥ auf dem amerikanischen Kontinent Antigua, Franzšsisch-Guyana und Martinique;
auf dem asiatischen Kontinent West-Irian und
¥ auf dem australasiatischen Kontinent die AdmiralitŠts-Inseln.
Nationale .Ha.z’ratu'l-Quds wurden an neun Orten, den Sitzen Nationaler Geistiger RŠte,
erworben, und GrundstŸcke fŸr den Bau solcher Zentren wurden an zwei weiteren Orten
angekauft. Sechs Nationale Geistige RŠte wurden eingetragen, und der Glaube wurde in
Kambodscha anerkannt, einem Land, das wŠhrend des Neunjahresplanes seinen eigenen
Nationalen Geistigen Rat bilden wird. Nationale Stiftungen wurden in acht LŠndern er-
worben; sechs Lehrinstitute wurden errichtet und Land fŸr sechs weitere wurde gekauft;
ein Bah‡'’-Verlag fŸr die Herausgabe von Literatur in franzšsischer Sprache wurde in
BrŸssel gegrŸndet; die Bah‡'’-Feiertage wurden in drei Gebieten anerkannt; Bah‡'’-Lite-
ratur wurde in folgenden elf neuen Sprachen veršffentlicht: Ibibio-Efik auf dem afrikani-
schen Kontinent; Aguacateca, Athebaskisch, Cari–a und Motilon-Yukpa auf dem
amerikanischen Kontinent; Kenyah, Melanau und Temiar auf dem asiatischen Kontinent;
und Ghari, Marschallesisch und Motua in Australasien. Der Fortschritt der Sache auf Bor-
neo ermšglicht die ErfŸllung eines zusŠtzlichen Zieles zum Plan, nŠmlich die Errichtung
des Nationalen Geistigen Rates der Bah‡'’ von Brunei zu Ridv‡n 1966.
Zwei Eigenschaften der Bah‡'’-Weltgemeinde:
Mit dem Verstreichen des ersten Jahres des Planes werden zwei Eigenschaften der
Bah‡'’-Weltgemeinde immer deutlicher. Die erste betrifft die Weltgemeinde selbst: es ist
die FŠhigkeit, alle ihr zugewiesenen fest umrissenen Ziele zu erfŸllen, wie z.B. der Er-
Ridv‡n 1965 Der majestŠtische Proze§ gewinnt an Schwungkraft
41
werb von .Ha.z’ratu'l-Quds, TempelgelŠnden, Stiftungen oder die Eintragung von Geisti-
gen RŠten; solche sachlichen und hšchst wichtigen Ziele, durch die die Sache in der Welt
sichtbar wird und in ihrer rechtlichen und sozialen Stellung in Erscheinung tritt, werden
jetzt von der Verwaltungsordnung Zug um Zug erreicht. Dabei ist auch die Tatsache zu
beachten, da§ Ziele dieser Art grš§tenteils durch Zusammenarbeit von RŠten verwirklicht
wurden - eine internationale Zusammenarbeit, die fŸr die Entwicklung der Weltordnung
lebenswichtig ist.
Die zweite Eigenschaft, die nach dem Verstreichen des ersten Jahres des Planes klar
hervortritt, betrifft die Beziehung der Sache zur Menschheit. Beinahe weltweit herrscht
das GefŸhl eines bevorstehenden Durchbruches zur Gewinnung von GlŠubigen auf breiter
Basis. Berichte der HŠnde der Sache und der Hilfsamtsmitglieder sprechen stŠndig davon;
viele Nationale Geistige RŠte glauben, da§ sie das Ufer dieses Meeres erreicht haben. Und
tatsŠchlich gibt es den Zulauf zur Sache in Gruppen in einigen Gebieten schon seit einer
Reihe von Jahren. Aber noch Grš§eres steht uns bevor. Das Lehren des Glaubens mu§ ein
weltumfachendes Feuer entzŸnden, in dessen Licht die Sache und die Welt - die Haupt-
personen in dem grš§ten Drama der Weltgeschichte - hell erleuchtet werden. Die Vorse-
hung trŠgt uns diesem Hšhepunkt zu; wir mŸssen uns mit Heldenmut gŸrten.
Entsendung von vierhundertsechzig Pionieren:
Vier herausfordernde, sofortige Aufgaben stehen vor uns. Die erste ist, wŠhrend des
kommenden Jahres nicht weniger als vierhundertundsechzig Pioniere aufzustellen und
auszuschicken, die die vierundfŸnfzig verbleibenden, noch unerschlossenen Gebiete des
Planes eršffnen, die achtzehn unbesetzten Gebiete wieder besiedeln, Gegenden stŠrken,
wo die Anzahl und der Zusammenschlu§ der Bah‡'’-Gemeinden zur Zeit nicht ausrei-
chend sind, um wirksame LehrplŠne in Angriff zu nehmen, und die Arbeit in den Gegen-
den der MassenlehrtŠtigkeit unterstŸtzen und ausweiten. Jeder GlŠubige, ob - mit dem
geliebten HŸter zu sprechen - ã... im aktiven Dienst oder nicht, von einem oder dem an-
deren Geschlecht, jung oder alt, reich oder arm, altgedient oder neuerklŠrt...Ò, sollte Ÿber
diese Herausforderung tief nachdenken.
Um die Pionieranstrengungen der Freunde und die †bersiedlung auf ihre Posten wŠh-
rend der nŠchsten zwšlf Monate zu unterstŸtzen, geben wir die Bildung von fŸnf Konti-
nentalen PionierausschŸssen bekannt, nŠmlich: der Pionierausschu§ fŸr Afrika, ernannt
vom Nationalen Geistigen Rat der Britischen Inseln; Pionierausschu§ fŸr Nord- und SŸ-
damerika, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ der Vereinigten Staaten; Pi-
onierausschu§ fŸr Asien, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Persien;
Pionierausschu§ fŸr Australasien, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in
Australien; Pionierausschu§ fŸr Europa, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der
Bah‡'’ in Deutschland.
Diese AusschŸsse werden in keiner Weise in die Verantwortlichkeit anderer Pionier-
ausschŸsse eingreifen oder in die der Nationalen Geistigen RŠte, die mit der Lehrarbeit
beauftragt sind und unter deren Jurisdiktion sie arbeiten werden. Sie werden gebildet, um
die Arbeit dieser nationalen Kšrperschaften zu erleichtern und zu unterstŸtzen, indem sie
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
42
fŸr wirksamen Austausch wichtiger Informationen auf kontinentaler und interkontinenta-
ler Ebene sorgen und bei der Weiterleitung von Pionierangeboten sowie der Ansiedlung
der Pioniere auf ihrem Posten mithelfen.
Eine gewissenhafte SchŠtzung der fŸr jedes Gebiet - einschlie§lich der oben erwŠhn-
ten zweiundsiebzig Gebiete - in den nŠchsten zwšlf Monaten benštigten Pioniere wurde
gemacht; das Ergebnis ist der Ruf nach vierhunderteinundsechzig Pionieren: sechsund-
achtzig fŸr Afrika, sechsundneunzig fŸr Nord- und SŸdamerika, einhunderteinundneun-
zig fŸr Asien, neunundzwanzig fŸr Australasien und neunundfŸnfzig fŸr Europa. Jeder
Nationale Geistige Rat wurde nach seinem Bedarf an Pionieren befragt, und dieser Bedarf
wurde allen Nationalen Geistigen RŠten mitgeteilt, ebenso den fŸnf Kontinentalen Pio-
nierausschŸssen, die durch die Nationalen Geistigen RŠte stŠndig Ÿber die Fortschritte auf
dem laufenden gehalten werden. Die Freunde werden deshalb dringend gebeten, sich um
Auskunft Ÿber benštigte Pioniere und Ÿber die ZustŠndigkeit ihrer eigenen sowie aller an-
deren Gemeinden an ihren Nationalen Geistigen Rat zu wenden.
Zum ersten Mal in der Bah‡'’-Geschichte wurde am Weltzentrum ein Internationaler
Beistandsfonds unter der Verwaltung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit einge-
richtet. Daraus sollen zusŠtzliche Hilfsmittel speziellen Pioniervorhaben zur VerfŸgung
gestellt werden, wenn andere Gelder nicht vorhanden sind. An alle Freunde, und beson-
ders an diejenigen, die dem Pionieraufruf nicht nachkommen kšnnen, ergeht die Bitte,
diesen Fonds zu unterstŸtzen im Bewu§tsein des Gebotes Bah‡'u'll‡hs: ãSammelt euere
KrŠfte fŸr die Verbreitung des Glaubens Gottes. Wer immer einer so hohen Berufung
wŸrdig ist, der mache sich auf, den Glauben zu fšrdern. Wer dies nicht vermag, der hat
die Pflicht, jemanden zu bestimmen, der statt seiner diese Offenbarung verkŸndet, deren
Gewalt die Grundmauern der mŠchtigsten Bauten beben macht, jeden Berg zu Staub zer-
malmt und jede Seele bestŸrzt.Ò (€L 96/3)
Ein rasches Anwachsen der Mitgliederzahl und der Institutionen:
Die zweite Herausforderung, der wir uns gegenŸber sehen, ist, die IntensitŠt der Lehr-
arbeit in einem noch nie erreichten Grade zu steigern, um jene ãgewaltige AusweitungÒ
zu verwirklichen, die im Plan gefordert wird. Universelle Teilnahme und stŠndiges TŠtig-
sein werden dieses Ziel erreichen lassen. Jeder GlŠubige mu§ seine Arbeit tun und ist
dazu auch in der Lage, denn jede Seele trifft andere Seelen, und Bah‡'u'll‡h hat uns ver-
hei§en: ãWer sich erhebt, um unserer Sache beizustehen, den wird Gott siegreich werden
lassen...Ò. Die Verwirrung der Welt wird nicht geringer, sondern sie steigert sich mit je-
dem vergehenden Tage, und MŠnner wie Frauen verlieren den Glauben in die menschli-
chen Heilmittel. Endlich dŠmmert die Erkenntnis auf, da§ ães keinen Ort gibt, wohin man
fliehen kšnnteÒ, au§er Gott. Nun bietet sich die goldene Gelegenheit; die Menschen sind
gewillt und vielerorts begierig, der gšttlichen Heilsbotschaft zu lauschen.
Die dritte Herausforderung gilt dem mšglichst schnellen Erwerb aller noch verblei-
benden Nationalen .Ha.z’ratu'l-Quds, TempelgelŠnde, nationalen Stiftungen und Lehrin-
stitute, die der Plan verlangt. Die umgehende AusfŸhrung dieser Vorhaben wird zu einem
spŠteren Zeitpunkt gewaltige Ausgaben ersparen und den Glauben mit Eigentum von
Ridv‡n 1965 Der majestŠtische Proze§ gewinnt an Schwungkraft
43
wachsendem Wert ausstatten. Diese ersten, grundlegenden BesitztŸmer sind Keimzellen
fŸr mŠchtige Institutionen in der Zukunft; doch es obliegt dieser Generation, sie zu ihrem
eigenen Schutz und als ihr Geschenk an die Nachwelt zu erwerben. Wir rufen die Natio-
nalen Geistigen RŠte auf, denen eine Verantwortung auf diesem Gebiet Ÿbertragen wurde,
ihr hšchste PrioritŠt einzurŠumen. Eine weitere, aber ebenso wesentliche †berlegung ist,
da§ die Erreichung dieses Zieles in den frŸhen Jahren des Planes die Energien und Hilfs-
krŠfte der wachsenden Weltgemeinde in den spŠteren Stadien freisetzen wird fŸr den kon-
zentrierten, entschlossenen, unerbittlichen Kampf um gro§e Siege, deren Grundlage jetzt
gelegt wird.
Einhundertjahrfeier der VerkŸndigung an die Kšnige im Jahre 1867:
Die vierte Herausforderung ist die Vorbereitung und Planung einer angemessenen
Feier des hundertsten Jahrestages der VerkŸndigung Bah‡'u'll‡hs im September/Oktober
1867 an die Kšnige und Herrscher der Welt auf nationaler und šrtlicher Ebene. Diese Fei-
ern werden den Auftakt bilden zu einem wohlvorbereiteten, von allen getragenen Pro-
gramm zur VerkŸndigung der Botschaft Bah‡'u'll‡hs an die Mehrheit der Menschen
wŠhrend der restlichen Zeit des Neunjahresplanes.
Ein RŸckblick auf die historische VerkŸndigung Bah‡'u'll‡hs, wie sie von Shoghi Ef-
fendi in Gott geht vorŸber beschrieben ist, zeigt, da§ ihr ãAuftakt gegen Ende der Ver-
bannung Bah‡'u'll‡hs nach Adrianopel erklangÒ und da§ sie sechs Jahre spŠter ãwŠhrend
der ersten Jahre Seiner Einkerkerung in der GefŠngnisfestung von `Akk‡ ihren Abschlu§
fandÒ. Dieser ãAuftaktÒ waren die mŠchtigen und ehrfurchtgebietenden Worte, die von
Ihm gemeinsam an die Kšnige und Herrscher in der Sœriy-i-Mulœk gerichtet wurden,
ãdem folgenschwersten Tablet, das von Bah‡'u'll‡h geoffenbart wurdeÒ. Es wurde wŠh-
rend der Monate September und Oktober 1867 niedergeschrieben, und ihm folgten ãun-
zŠhlige Sendschreiben ..., in denen die Folgerungen Seines neu erhobenen Anspruches
voll dargelegt wurdenÒ. ãKšnige und Kaiser, einzeln und gemeinsam; die obersten Be-
amten der Republiken des amerikanischen Kontinents; Minister und Gesandte; der Papst
selbst; der Stellvertreter des Propheten des Islam; der fŸrstliche BevollmŠchtigte des Kš-
nigreichs des verborgenen Imam; die Monarchen der Christenheit, ihre Patriarchen, Erz-
bischšfe, Bischšfe, Priester und Mšnche; die anerkannten FŸhrer der sunnitischen und
schiitischen geistlichen Orden; die Hohen Priester der zoroastrischen Religion; die Philo-
sophen, die kirchlichen FŸhrer, die Weisen und die Einwohner Konstantinopels - jenes
stolzen Sitzes des Sultanats und Kalifats; die Gesamtheit der sich bekennenden AnhŠnger
der zoroastrischen, jŸdischen, christlichen und muslimischen Religion; das Volk des
Bay‡n; die Weisen der Welt, ihre Schriftsteller, ihre Dichter, ihre Mystiker, ihre Kaufleu-
te, die gewŠhlten Vertreter ihrer Všlker; Seine eigenen LandsleuteÒ: sie alle wurden ãun-
mittelbar in den Kreis der Ermahnungen, der Warnungen, der Aufrufe, der ErklŠrungen
und der Voraussagen einbezogen, die das Leitthema seiner denkwŸrdigen Aufforderung
an die FŸhrer der Menschheit darstellen...Ò ãSo einzigartig und erstaunlich diese VerkŸn-
digung war, so war sie doch nur das Vorspiel zu einer noch mŠchtigeren Offenbarung der
schšpferischen Kraft ihres Urhebers, einer VerkŸndigung, die als die au§erordentlichste
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
44
Tat Seiner Amtszeit eingestuft werden mag - die VerkŸndigung des Kit‡b-i-Aqdas.Ò In
diesem, dem heiligsten Buch, das 1873 offenbart wurde, verkŸndigt Bah‡'u'll‡h den Herr-
schern der Erde in ihrer Gesamtheit nicht nur ein weiteres Mal, da§ ãEr, der Kšnig der
Kšnige, erschienen istÒ, sondern Er spricht regierende Herrscher einzeln beim Namen an
und verkŸndet den ãStaatsoberhŠuptern Amerikas und den PrŠsidenten der amerikani-
schen RepublikenÒ, da§ ãder Verhei§ene nun da istÒ. So sah die VerkŸndigung
Bah‡'u'll‡hs an die Menschheit aus. Er selbst bezeugte: ãNiemals seit dem Bestehen der
Welt wurde die Botschaft so offen dargelegt.Ò
Die Feierlichkeiten zu dieser schicksalsschweren Jahrhundertfeier werden damit be-
ginnen, da§ im September 1967 am Neunzehntagefest Mash’yyat (Wille) einige dazu aus-
ersehene Vertreter der Bah‡'’-Welt die StŠtte des Hauses in Adrianopel besuchen werden,
wo die historische Sœriy-i-Mulœk offenbart wurde.
Unmittelbar im Anschlu§ an diesen freudigen und weihevollen Akt werden im Monat
Oktober gleichzeitig sechs Interkontinentale Konferenzen in Panama City, Wilmette,
Sydney, Kampala, Frankfurt und Neu-Delhi abgehalten. Gastgeber der Konferenz wird
jeweils der Nationale Geistige Rat sein, in dessen Gebiet sie stattfindet; er wird auch die
Konferenz einberufen. Das Universale Haus der Gerechtigkeit wird bei diesen Konferen-
zen durch die folgenden HŠnde der Sache Gottes vertreten sein: in Panama City durch
`Amatu'l-Bah‡ Rœ.h’yyih Kh‡num, die bei dieser Gelegenheit den Grundstein fŸr den
Tempel legen wird; in Wilmette durch Leroy Ioas; in Sydney durch Ugo Giachery; in
Kampala durch `Al’ Akbar Furœtan; in Frankfurt durch Paul Haney; in Neu-Delhi durch
Abu'l-Q‡sim Faiz’.
Alle Nationalen Geistigen RŠte sind aufgerufen, auf nationaler und šrtlicher Ebene
angemessene Gedenkveranstaltungen zu Beginn des Zeitraumes der Jahrhundertfeier in
den Monaten September/Oktober 1967 und zwischen den soeben erwŠhnten Konferenzen
und Ridv‡n 1968 vorzubereiten, dem Zeitpunkt, an dem die zweite Internationale Tagung
fŸr die Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit im Weltzentrum abgehalten wird.
Die erfolgreiche DurchfŸhrung all dieser Vorhaben wird den Mšglichkeiten der
Bah‡'’-Weltgemeinde entsprechend eine angemessene GedŠchtnisfeier zur Erinnerung an
das heilige Ereignis sein, an das sie anknŸpfen.
Zeit der Proklamation:
Diese sechs Konferenzen werden ebenso wie das geschichtliche Ereignis, dessen hun-
dertsten Jahrestag sie feiern, den ãAuftaktÒ bilden zu einem Zeitabschnitt der VerkŸndi-
gung der Sache Gottes, der sich durch die verbleibenden Jahre des Neunjahresplanes bis
1973 zum hundertsten Jahrestag der Offenbarung des Kit‡b-i-Aqdas erstrecken und das
hei§e, von Einfallsreichtum getragene BemŸhen aller Nationalen und šrtlichen Geistigen
RŠte der Welt erfordern wird.
Die internationale BŸhne wird Zeuge von Ozeanischen Konferenzen sein, wie von
Shoghi Effendi vorausgesagt. Die erste dieser Konferenzen wird im August 1968 auf ei-
ner Insel im Mittelmeer stattfinden zur Erinnerung an die Reise Bah‡'u'll‡hs einhundert
Jahre zuvor Ÿber dieses gleiche Meer von Gallipoli in der TŸrkei zum Grš§ten GefŠngnis
11. November 1965 Die Heiligen StŠtten in Bahj’
45
in `Akk‡. In den anschlie§enden Jahren des Neunjahresplanes werden weitere Konferen-
zen im Atlantischen Ozean, in der Karibischen See, dem Pazifischen Ozean und Indi-
schen Ozean abgehalten werden.
Indem wir alle Nationalen Geistigen RŠte aufrufen, jetzt schon die Bildung eines na-
tionalen Ausschusses fŸr die VerkŸndigung der Sache ins Auge zu fassen, der mit der
Ausarbeitung von wirksamen, den Gegebenheiten entsprechenden PlŠnen fŸr die VerkŸn-
digung des Glaubens wŠhrend des gesamten Zeitabschnittes der Jahrhundertfeier beauf-
tragt wird, kšnnen wir nichts besseres tun, als die Aufmerksamkeit auf den folgenden
Absatz in einem Brief unseres geliebten HŸters in Verbindung mit den Gedenkfeiern zum
hundertsten Jahrestag der Geburt des Bah‡'’-Zeitalters zu lenken:
ãEin beispielloser, sorgfŠltig ausgearbeiteter, wirksam abgestimmter Feldzug auf na-
tionaler Ebene, der die VerkŸndigung der Botschaft Bah‡'u'll‡hs durch Ansprachen, Zei-
tungsartikel und Radiosendungen zum Ziele hat, sollte unverzŸglich in Angriff
genommen und tatkrŠftig durchgefŸhrt werden. Die UniversalitŠt des Glaubens, seine
Ziele und Absichten, Episoden aus seiner dramatischen Geschichte, Zeugnisse seiner ver-
wandelnden Kraft sowie der Charakter und die unterscheidenden Merkmale seiner Welt-
ordnung sollten betont und der Allgemeinheit erlŠutert werden, besonders auch der Sache
wohlgesinnten bedeutenden Freunden und FŸhrern; diese sollten angesprochen und ein-
geladen werden, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. VortrŠge, Konferenzen, Essen,
Sonderveršffentlichungen sollten im vertretbaren Rahmen und entsprechend den Mitteln,
die den GlŠubigen zur VerfŸgung stehen, die Natur dieses freudigen Festes verkŸnden.Ò
Der majestŠtische Proze§ gewinnt an Schwungkraft:
Der majestŠtische Proze§, der von unserem geliebten HŸter 1953 in Gang gesetzt
wurde, als er die weit verstreute, unbedeutende Bah‡'’-Weltgemeinde aufrief, jenen ers-
ten glorreichen, weltumfassenden Kreuzzug in Angriff zu nehmen, gewinnt an Schwung-
kraft, und die Nachwelt mag mit ehrfŸrchtigem Staunen zur Kenntnis nehmen, wie
inmitten einer in GegensŠtze, Feindschaften und Zerrissenheit verstrickten Welt ein so
kleiner Bruchteil der Menschheit die Entwicklung des Baumusters und der Sehnen und
StrŠnge der Weltordnung eingeleitet hat. Diese von gšttlicher Kraft getriebene, seit lan-
gem verhei§ene Entwicklung mu§ ihren historischen Lauf nehmen bis zu ihrer schlie§li-
chen Vollendung im Ruhm und der Herrlichkeit der Weltordnung Bah‡'u'll‡hs, des
Kšnigreiches Gottes auf Erden.
11. November 1965
Die Heiligen StŠtten in Bahji?
VerkŸnden Bah‡'’-Welt (die) Entfernung aus (dem) unmittelbaren Vorhof (des) Hei-
ligen Schreines Bah‡'u'll‡hs (der) †berreste (von) .Diya'u'll‡h, (dem) jŸngeren Bruder
M’rz‡ Mu.hammad-Al’s, (der) sein Komplize in (dessen) BemŸhungen (war), (die)
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
46
Grundlagen (des) BŸndnisses Gottes bald nach (dem) Hinscheiden Bah‡'u'll‡hs (zu) un-
tergraben. Dieser letzte Schritt bei (dem) Vorgang (der) Reinigung (der) Heiligen Inter-
nationalen Stiftungen (des) Glaubens in Bahj’ (von der) einstigen Befleckung wurde
(durch die) Vorsehung Gottes auf Wunsch (der) Familie (der) alten BŸndnisbrecher un-
ternommen - ein Vorgang, dessen erster Abschnitt durch `Abdu'l-Bah‡ erfŸllt (wurde),
der (in den) frŸhen Jahren (der) Amtszeit (des) geliebten HŸters Beschleunigung gewann
durch (die) RŠumung (des) Landhauses, (seinen) Hšhepunkt erreichte in (der) SŠuberung
(des) Haram-i-Aqdas und nun beendigt (wurde) durch (die) Reinigung (des) inneren Hei-
ligtums (des) weihevollsten Schreines (der) Qiblih (der) Bah‡'’-Welt. Damit (wird die)
einmal vorzunehmende Erbauung (eines) angemessenen Grabmales vorangekŸndigt, wie
(sie vom) geliebten Zeichen Gottes auf Erden vorhergesehen (wurde).
11. Dezember 1965
Pionieraufruf
Geben allen GlŠubigen (voll) Freude (die) Antwort (der) Bah‡'’-Welt (auf den in der) Rid-
v‡n-Botschaft ergangenen Pionieraufruf bekannt, (der fŸr das) laufende Jahr vierhundert-
sechzig Pioniere erfordert. Bisher (sind) dreiundneunzig Posten besetzt, darunter
fŸnfzehn neu erschlossene Gebiete: St. Andres-Insel, Providencia-Insel, Marmara-Insel,
Tschad, Niger, Cayman-Inseln, Turks- und Caicos-Inseln, Ischia, Gotland, Halbinsel
Alaska, Barbuda, St. Kitts/Nevis, Innere Hebriden, Bornholm (und) Capri. FŸnfunddrei-
§ig zusŠtzliche (Pioniere) besiedelten dieselben Zielgebiete. Weitere einhundertsieben-
undsechzig (haben sich) erhoben und (sind) dabei, (ihr Zielgebiet) zu besiedeln.
Insgesamt zweihundertfŸnfundneunzig Seelen (haben den) Ruf erwidert. Weitere zwei-
hundert GlŠubige (werden in den) nŠchsten vier schnell verstreichenden Monaten benš-
tigt, (um die) verbleibenden Ziele (zu) erfŸllen. (Da das) Schicksal (des) Pionierplanes
(auf dem) Spiel steht, beten (wir) inbrŸnstig (an den) heiligen Schreinen, (da§ die) erfor-
derliche Anzahl heldenhafter Seelen sich erhebe, (um die) Herausforderung (dieser) kri-
tischen Stunde anzunehmen. DrŠngen (die Nationalen Geistigen) RŠte, (die) Geldmittel
benštigen, (um die) zugewiesenen Aufgaben auszufŸhren, (sich) unverzŸglich (an den)
Internationalen Hilfsfonds (zu) wenden. (Es ist) unerlŠ§lich, alle (an) Ridv‡n bekanntge-
gebenen Gebiete (zu) besetzen, mit Ausnahme derer, (deren Besiedelung von) gŸnstigen
UmstŠnden abhŠngt. Bisher unbesiedelte und wiederzueršffnende Gebiete (haben) Vor-
rang. (Wir sind) zuversichtlich, (da§ der) Geist (der) Hingabe (der) Freunde (an diesen)
herrlichen Glauben (einen) glŠnzenden Sieg (bei) diesem vorrangigen Ziel sicherstellen
(wird), (das fŸr den) Neunjahresplan so lebenswichtig (ist).
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Botschaften und Briefe
des Jahres 1966
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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28. Januar 1966
Einhaltung der Bah‡'’-Feiertage
Von Zeit zu Zeit tauchen Fragen bezŸglich der Anwendung des Gesetzes aus dem Kit‡b-
i-Aqdas Ÿber die Einhaltung der Bah‡'’-Feiertage auf. Wie Sie wissen, ist die Anerken-
nung der Bah‡'’-Feiertage in mindestens fŸnfundneunzig LŠndern der Welt ein wichtiges
und hšchst bedeutungsvolles Ziel des Neunjahresplanes und steht in direktem Zusam-
menhang mit der Anerkennung des Glaubens Bah‡'u'll‡hs durch die staatlichen Behšrden
als einer unabhŠngigen Religion, die ihre eigenen Rechte und Vorrechte genie§t.
Die Erreichung dieses Zieles wird erleichtert und erfolgversprechender, wenn die
Freunde, angetrieben von ihrer eigenen Erkenntnis der Bedeutung der Gesetze
Bah‡'u'll‡hs, diesen gehorchen. Zur Anleitung der GlŠubigen wiederholen wir die Anwei-
sungen des geliebten HŸters:
ãEr mšchte auch die Tatsache betonen, da§ nach unseren Bah‡'’-Gesetzen die Arbeit
an unseren neun Feiertagen verboten ist. GlŠubige, die selbstŠndige GeschŠftsleute oder
Ladenbesitzer sind, sollten an diesen Tagen nicht arbeiten. Wer im Staatsdienst steht,
sollte sich darum bemŸhen, aus religišsen GrŸnden von der Arbeit befreit zu werden;
auch alle anderen GlŠubigen, wo auch immer sie arbeiten, sollten sich ebenso verhalten.
Wenn die Regierung oder ein anderer Arbeitgeber sich weigern, ihnen diese Tage frei zu
geben, brauchen sie nicht ihre Anstellung aufzugeben, aber sie sollten sich voll und ganz
dafŸr einsetzen, da§ der unabhŠngige Status ihres Glaubens anerkannt und ihr Recht, ihre
eigenen religišsen Feiertage zu begehen, bestŠtigt wird.Ò (Aus einem Brief im Auftrage
des HŸters vom 7. Juli 1947 an den amerikanischen Nationalen Geistigen Rat; Bah‡'’
News, Nr. 198 p.3)
"Diese Unterscheidung zwischen Einrichtungen und Betrieben, die unter voller, und
solchen, die unter teilweiser Bah‡'’-Leitung stehen, ist von grundlegender Wichtigkeit.
Einrichtungen, die ausschlie§lich von Bah‡'’ betrieben werden, sind aus offensichtlichen
GrŸnden verpflichtet, alle Gesetze und Bestimmungen des Glaubens zu beachten, beson-
ders auch die, deren Einhaltung eine Gewissensfrage ist. Es gibt Ÿberhaupt keinen Grund
und keine Rechtfertigung dafŸr, anders zu handeln... Der Punkt, an den dabei immer ge-
dacht werden sollte, ist, da§ es sich bei dieser Frage um eine Gewissensangelegenheit
handelt, die als solche fŸr alle GlŠubigen verbindlich ist." (Aus einem Brief im Auftrag
des HŸters an den amerikanischen Nationalen Geistigen Rat vom 2. Oktober 1935; Bah‡'’
News Nr. 97 p.9)
DarŸber hinaus sollten Schritte unternommen werden, um die Befreiung der Bah‡'’-
Kinder vom Schulunterricht an Bah‡'’-Feiertagen aus religišsen GrŸnden zu erreichen,
wo immer mšglich. Der HŸter hat gesagt:
"Zu den Kindern: Ein Bah‡'’ ist mit fŸnfzehn Jahren volljŠhrig, was das Einhalten der
Gesetze des Aqdas betrifft - Gebet, Fasten etc. Aber Kinder unter fŸnfzehn Jahren sollten
natŸrlich auch die Bah‡'’-Feiertage beachten und nicht zur Schule gehen, wenn es sich an
diesen neun Tagen einrichten lŠ§t." (Aus einem Brief im Auftrag des HŸters an den ame-
rikanischen Nationalen Geistigen Rat vom 25. Oktober 1947)
Ridv‡n 1966 RŸsten fŸr die dritte Phase des Neunjahresplanes
49
Die Nationalen Geistigen RŠte sollten diese Frage eingehend behandeln und Mittel
und Wege finden, um die Aufmerksamkeit der GlŠubigen in ihrem Bereich auf diese Sa-
che zu lenken, damit alle GlŠubigen aufgrund ihres Gewissens diese Gesetze hochhalten
und befolgen.
Ridv‡n 1966
RŸsten fŸr die dritte Phase des Neunjahresplanes
Der fŸnfzigste Jahrestag der Offenbarung der ersten Sendschreiben zum Gšttlichen Plan
durch `Abdu'l-Bah‡ im MŠrz und April 1916 ist Zeuge des Abschlusses einer Pionierleis-
tung, die in den Annalen der Sache ohne Beispiel dasteht. Vor einem Jahr wurde der Ruf
nach vierhunderteinundsechzig Pionieren erhoben, die innerhalb von zwšlf Monaten ihr
Heim verlassen und sich auf dem ganzen Erdball verstreuen sollten, um die Grundlagen
der Weltgemeinde Bah‡'u'll‡hs zu verbreitern und zu stŠrken. Es besteht berechtigte
Hoffnung, da§ mit Ausnahme von vierunddrei§ig Posten, deren Besetzung von der Gunst
der UmstŠnde abhŠngig ist, alle Pionierziele an Ridv‡n erfŸllt sein werden oder ihre Be-
setzung durch feste Zusagen gesichert ist. Die Dankbarkeit und Bewunderung der ganzen
Bah‡'’-Welt wendet sich dieser edlen Schar von hingebungsvollen GlŠubigen zu, die den
Aufruf so herrlich beantwortet haben. Diese Pioniere, die zu den festgesetzten Zielen auf-
gebrochen sind, wurden durch weitere fŸnfundvierzig GlŠubige verstŠrkt, die sich in den
Zielgebieten niedergelassen haben; neunundsechzig zusŠtzliche Freunde haben ihre Hei-
mat verlassen, um in sechsundzwanzig weiteren, dem Glauben bereits erschlossenen LŠn-
dern ihren Wohnsitz zu nehmen. Alles zusammengefa§t haben sich im Verlaufe eines
Jahres fŸnfhundertundfŸnf Bah‡'’ erhoben, um au§erhalb ihres Heimatlandes zu pionie-
ren: die grš§te Anzahl, die dies jemals in der ganzen Geschichte des Glaubens in einem
einzigen Jahr vollbracht hat.
Dies ist ein weithin hallender Sieg, und im Lichte der Aussage des Meisters im ersten
Sendschreiben zum Gšttlichen Plan - "Es ist oft vorgekommen, da§ eine begnadete Seele
die Quelle der FŸhrung einer Nation wurde" - ist es auch ein wundervolles Vorzeichen fŸr
die Zukunft. Das unmittelbare Ergebnis ist die Erschlie§ung von vierundzwanzig neuen
und die Wiederbesiedelung von vier anderen Gebieten fŸr den Glauben sowie die Festigung
dreiundneunzig weiterer Gebiete. Die neuerschlossenen Gebiete sind: Tschad und Niger in
Afrika; die Halbinsel Alaska, Barbuda, die Cayman-Inseln, die Chiloe-Insel, die Providen-
cia-Insel, das Quintana-Roo-Gebiet, Saba, die San-Andres-Insel, St. Eustatius, St. Kitts-
Nevis, die St. Lawrence-Insel, Feuerland, sowie die Turks- und Caicos-Inseln in Nord- und
SŸdamerika; die Lakkadiven-Inseln und die Marmara-Insel in Asien; die Niue-Insel in Aus-
tralasien; sowie Bornholm, Capri, Elba, Gotland, Innere Hebriden und Ischia in Europa.
Die wiederbesiedelten Gebiete sind: die Corisco-Insel und Spanisch-Guinea in Afrika
sowie die Malediven und die Nikobaren in Asien.
Wie zum letzten Ridv‡n-Fest angekŸndigt, wird dieses Jahr die erste Nationaltagung
der Bah‡'’ von Brunei wŠhrend des zweiten Wochenendes der Ridv‡n-Zeit abgehalten,
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
50
wobei der erste Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ von Brunei gewŠhlt wird. Die Hand der
Sache Collis Featherstone wird das Weltzentrum des Glaubens bei diesem historischen
Ereignis vertreten.
Neun neue Nationale Geistige RŠte zu Ridv‡n 1967:
Ein weiteres Ergebnis der BestŠtigungen, mit denen die gewaltigen Lehranstrengun-
gen der letzten zwei Jahre belohnt wurden, ist der nun vom Universalen Haus ausgehende
Aufruf zur Bildung der folgenden neun Nationalen Geistigen RŠte an Ridv‡n 1967: In Af-
rika: der Nationale Geistige Rat von Algerien und Tunesien mit Sitz in Algier; der Nati-
onale Geistige Rat der Republik Kamerun mit Sitz in Victoria, dem auch Spanisch-
Guinea, Fernando Poo, Corisco sowie So TomŽ und die Principe-Inseln zugeordnet sind;
der Nationale Geistige Rat von Swasiland, Mosambik und Basutoland mit Sitz in Mbaba-
ne; der Nationale Geistige Rat von Sambia mit Sitz in Lusaka. In Amerika: der Nationale
Geistige Rat der Inseln Ÿber und unter dem Winde (Leeward- und Windward-Inseln) und
der Jungferninseln mit Sitz in Charlotte-Amalie. In Asien: der Nationale Geistige Rat von
Kambodscha mit Sitz in Phnom Penh; der Nationale Geistige Rat von Ost- und SŸdara-
bien mit Sitz in Bahrein; der Nationale Geistige Rat von Taiwan mit Sitz in Taipeh. In
Australasien: der Nationale Geistige Rat der Gilbert- und Ellice-Inseln mit Sitz in Tara-
wa. Diese neun Nationalen Geistigen RŠte, die zusammen mit dem neuen Nationalen
Geistigen Rat von Brunei zehn zusŠtzliche Pfeiler des Universalen Hauses der Gerechtig-
keit bilden, lassen die Zahl der Nationalen Geistigen RŠte, die an Ridv‡n 1968 der zwei-
ten Internationalen Tagung fŸr die Wahl dieser Institution beiwohnen werden, auf
neunundsiebzig anwachsen.
Dieses bedeutungsvolle Jahr darf nicht vorŸbergehen, ohne da§ die unermŸdlichen
und hingebungsvollen Dienste der geliebten HŠnde der Sache, der BannertrŠger des
Neunjahresplanes, erwŠhnt werden sowie die fŠhige UnterstŸtzung, die ihnen durch ihre
HilfsŠmter zuteil wurde. Die Sonderaufgaben, die sie im Auftrag des Universalen Hauses
der Gerechtigkeit durchgefŸhrt haben, die von ihnen unternommenen Lehrreisen, die von
ihnen organisierten Konferenzen, ihre stŠndige Arbeit am Weltzentrum und vor allem
ihre unermŸdliche Ermutigung der Freunde und ihre Wachsamkeit Ÿber das Wohlergehen
der Sache Gottes waren eine Auszeichnung fŸr die Arbeit der gesamten Gemeinde und
gaben ihr wirksame Leitung. Der Schmerz um den Verlust, den sie durch das Hinscheiden
der Hand der Sache Leroy Ioas erlitten, wird von der ganzen Bah‡'’-Welt geteilt.
Dreifache Zielsetzung der internationalen Konferenzen:
Die glŠnzenden Leistungen auf dem Gebiet des Pionierens und Lehrens und die be-
geisterte Aufmerksamkeit, mit der die PlŠne fŸr eine wŸrdevolle Gestaltung der Einhun-
dertjahrfeier der VerkŸndigung von Bah‡'u'll‡hs Botschaft an die Kšnige und Herrscher
der Welt entwickelt werden, haben den ersten Abschnitt des Neunjahresplanes mit Erfolg
gekršnt und den Weg fŸr den zweiten Abschnitt geebnet, der eine Phase der Vorbereitung
und RŸstung der Bah‡'’-Welt fŸr den dritten Abschnitt darstellen mu§. Der dritte Ab-
Ridv‡n 1966 RŸsten fŸr die dritte Phase des Neunjahresplanes
51
schnitt beginnt im Oktober 1967 mit den sechs Interkontinentalen Konferenzen, die den
"Auftakt" bilden zu einer Phase der VerkŸndigung der Sache Gottes, die sich Ÿber die
restlichen Jahre des Neunjahresplanes bis zur Jahrhundertfeier der Offenbarung des
Kit‡b-i-Aqdas im Jahre 1973 erstrecken wird. Diese Konferenzen haben eine dreifache
Zielsetzung: den hundertsten Jahrestag des Beginns von Bah‡'u'll‡hs eigener VerkŸndi-
gung Seiner Botschaft zu feiern, die gšttliche Botschaft zu verkŸndigen und die Aufgaben
der restlichen Jahre des Neunjahresplanes beratend zu eršrtern.
Die Aufgaben des zweiten Abschnitts des Neunjahresplanes
Jetzt, da die Bah‡'’-Welt den zweiten Abschnitt des Planes beginnt, hat sie fŸnf klar
umrissene Aufgaben vor sich:
1. Die restlichen Pioniere auf ihre Posten zu bringen und weitere dorthin zu entsenden,
wo sie benštigt werden.
2. Eingehende Vorbereitung auf den dritten Abschnitt des Planes durch die Entwicklung
neuer Lehrprojekte und -methoden und den Ausbau der verschiedenen Bah‡'’-Fonds
auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene.
3. Die beschleunigte Herausgabe von Bah‡'’-Literatur, besonders die †bersetzung und
Veršffentlichung in Sprachen, in denen bis jetzt nichts vorliegt oder der Bestand un-
genŸgend ist.
4. Erwerb der restlichen nationalen .Ha.z’ratu'l-Quds, TempelgelŠnde, nationalen Stif-
tungen und Lehrinstitute, die der Plan verlangt, bevor die fortschreitende Inflation,
von der jetzt fast die ganze Welt erfa§t ist, den Ankauf dieser BesitztŸmer finanziell
allzu stark belastet.
5. Ausbau des Tempelfonds von Panama. Das Universale Haus der Gerechtigkeit eršff-
net diesen Fonds mit einer Spende von $ 25 000,- und ruft nun die GlŠubigen und
Bah‡'’-Gemeinden auf, ihn freigebig und fortlaufend zu speisen, bis die Mittel fŸr die
Fertigstellung dieses historischen GebŠudes gesichert sind. Die Spenden sollen direkt
an den Nationalen Geistigen Rat von Panama geschickt werden. †ber fŸnfzig Bau-
entwŸrfe sind eingegangen, und das Haus der Gerechtigkeit prŸft derzeit die Empfeh-
lungen des Nationalen Rates. Die getroffene Wahl wird bekanntgegeben werden, und
die Freunde werden Ÿber den Fortschritt dieses hšchst bedeutungsvollen und begeis-
ternden Vorhabens stŠndig auf dem laufenden gehalten.
Eine Herausforderung fŸr jeden GlŠubigen und jede Institution:
Jeder einzelne AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs wie auch die Institutionen des Glaubens auf šrt-
licher, nationaler, kontinentaler und Weltebene mŸssen sich jetzt der Herausforderung
stellen, die IntensitŠt der Lehrarbeit in noch nie gekanntem Ausma§ zu steigern, um die
im Plan geforderte gewaltige Ausdehnung zu verwirklichen. FŸr alle GlŠubigen, die in
LŠndern leben, wo sie ihren Glauben ungehindert lehren kšnnen, wiegt diese Herausfor-
derung noch schwerer angesichts der UnterdrŸckungen, denen der Glaube an anderen Or-
ten ausgesetzt ist. In Persien werden den GlŠubigen ihre Grundrechte verweigert, und der
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
52
Glaube ist noch weitgehend verboten. Im `Ir‡q wurden das nationale und ein šrtliches
.Ha.z’ratu'l-Quds beschlagnahmt, und die TŠtigkeit der Freunde wurde stark einge-
schrŠnkt. In €gypten sind die Bah‡'’-BesitztŸmer noch immer beschlagnahmt, und erst
kŸrzlich kamen mehrere Freunde fŸr einige Zeit ins GefŠngnis; jetzt warten sie auf ihren
Proze§. Eine neue UnterdrŸckungswelle ist in Indonesien ausgebrochen, wo das nationale
.Ha.z’ratu'l-Quds beschlagnahmt und die planmŠ§ige Arbeit der GlŠubigen verboten wur-
de. Andernorts wiederum haben die GlŠubigen unter BeschrŠnkungen und †berwachung
zu leiden. Doch in allen FŠllen sind die Freunde standhaft und erwarten zuversichtlich
ihre rechtliche Gleichstellung und den schlie§lichen Sieg der Sache.
FŸr die šrtlichen und nationalen Verwaltungsinstitutionen des Glaubens besteht die
Herausforderung darin, die Lehrarbeit durch systematische PlŠne zu organisieren und vo-
ranzutreiben. ZusŠtzlich zu den regelmŠ§igen Heimkreisen bei den Freunden, zu den šf-
fentlichen Veranstaltungen, EmpfŠngen und Konferenzen, Wochenend-, Sommer- und
Winterschulen, Jugendkonferenzen und Jugendprogrammen - die derzeit allesamt so tat-
krŠftig verfolgt werden - sollte ein ununterbrochener Strom von Reiselehrern einsetzen,
die jeden Ort besuchen. Die durch ein solches Verfahren entfesselten KrŠfte hat
Bah‡'u'll‡h mit folgenden Worten verherrlicht:
"Schon allein das Reisen von Ort zu Ort, wenn es um der Sache Gottes willen ge-
schieht, hat von jeher seinen Einflu§ auf die Welt ausgeŸbt und kann dies auch jetzt tun.
In den BŸchern der Vergangenheit ist die Rangstufe derjenigen verzeichnet und nieder-
geschrieben, die in die Ferne oder in die nŠhere Umgebung gereist sind, um den Dienern
Gottes FŸhrung zu geben."
Und `Abdu'l-Bah‡ sagt in den Sendschreiben zum Gšttlichen Plan:
"StŠndig mŸssen Lehrer in alle Teile des Kontinents reisen, nein, vielmehr in alle Tei-
le der Welt ..."
Hierzu mŸssen jetzt, wŠhrend der Vorbereitungsphase, PlŠne aufgestellt und entwi-
ckelt werden, so da§ sie zu Beginn des Abschnittes der VerkŸndigung voll einsetzbar
sind; von da ab mŸssen sie dann bis zum Ende des Planes unnachgiebig verfolgt werden.
Ruf nach Reiselehrern:
Das Universale Haus der Gerechtigkeit mi§t dem Grundsatz des Reiselehrens eine
solche Wichtigkeit bei, da§ es beschlossen hat, ihn auch international anzuwenden, und
nun nach GlŠubigen ruft, die in diesem Bereich ihre Dienste zur VerfŸgung stellen. Durch
ihre Besuche in anderen LŠndern werden diese Freunde der VerkŸndigung und dem Leh-
ren des Glaubens in allen Erdteilen mŠchtigen Auftrieb geben. Es steht zu hoffen, da§ sol-
che Projekte selbst finanziert werden kšnnen, da der Internationale Beistandsfonds noch
weiter fŸr die Pionierarbeit benštigt wird. Trotzdem wird das Haus der Gerechtigkeit An-
trŠge auf UnterstŸtzung aus dem Beistandsfonds prŸfen, wenn einem Projekt besonderer
Wert fŸr den Glauben beigemessen wird und der betreffende GlŠubige oder die Nationa-
len RŠte, denen das Projekt zugute kommt, nicht dafŸr aufkommen kšnnen. Angebote fŸr
eine ReiselehrtŠtigkeit von beliebiger Dauer sind an den eigenen Nationalen Geistigen
Rat oder an die Kontinentalen PionierausschŸsse zu richten, denen die zusŠtzliche Auf-
Ridv‡n 1966 RŸsten fŸr die dritte Phase des Neunjahresplanes
53
gabe Ÿbertragen wurde, die Nationalen RŠte bei der DurchfŸhrung und gegenseitigen Ab-
stimmung dieses neuen Unternehmens zu unterstŸtzen. Mšgen diejenigen, die sich
erheben, an des Meisters Gebot denken: "reisen wie `Abdu'l-Bah‡, ... geheiligt und frei
von jeder Bindung und in Šu§erster Loslšsung."
Ausdehnung und Festigung mŸssen Hand in Hand gehen:
Mit dieser umfassenden, geordneten, stŠndig wachsenden Lehranstrengung mu§ die
Festigungsarbeit als gleichrangig Hand in Hand gehen. Diese beiden TŠtigkeiten sind tat-
sŠchlich als untrennbare Bestandteile der Ausbreitung des Glaubens zu betrachten. Na-
tŸrlich kommt die Lehrarbeit zuerst; wŸrde sie jedoch alleine betrieben, ohne Festigung
oder Vertiefung, so bliebe die Gemeinde unvorbereitet zur Aufnahme der Massen, die
frŸher oder spŠter fŸr die lebenspendende Botschaft der Sache empfŠnglich sein werden.
Die Anleitung unseres geliebten HŸters in dieser lebenswichtigen Angelegenheit ist wie
immer klar und unmi§verstŠndlich: "Jeder Vorsto§ in neue Gebiete, jede Vermehrung der
Bah‡'’-Institutionen mu§ von einem tieferen Eintreiben der Wurzeln begleitet sein, die
das geistige Leben der Gemeinde erhalten und ihre gesunde Entwicklung gewŠhrleisten.
Diese lebenswichtige, stŠndig vor uns stehende Notwendigkeit darf zu keiner Zeit au§er
acht gelassen, sie darf unter keinen UmstŠnden vernachlŠssigt oder der nicht minder le-
benswichtigen und dringenden Aufgabe, die Šu§ere Ausdehnung der Bah‡'’-Verwal-
tungsinstitutionen sicherzustellen, untergeordnet werden." Von jetzt ab mu§ die Bah‡'’-
Gemeinde das richtige Gleichgewicht zwischen diesen zwei wesentlichen Seiten ihrer
Entwicklung halten, da wir in das Zeitalter der Massengewinnung eintreten. Die Festi-
gung darf sich nicht nur auf die Errichtung von Bah‡'’-Verwaltungsinstitutionen erstre-
cken; sie umfa§t ebenso eine wirkliche Vertiefung in den grundlegenden Wahrheiten der
Sache und ihren geistigen GrundsŠtzen, ein VerstŠndnis ihrer Hauptabsicht der Errich-
tung der Einheit der Menschheit, eine Unterweisung in ihren Verhaltensnormen in allen
Bereichen des privaten und šffentlichen Lebens sowie in der speziellen FŸhrung des
Bah‡'’-Lebens bei Dingen wie tŠgliches Gebet, Kindererziehung, Einhaltung der Gesetze
zur Bah‡'’-Eheschlie§ung, Enthaltung von Politik, Pflicht zum Spenden fŸr den Fonds,
Bedeutung des Neunzehntagefestes sowie die Gelegenheit, sich eine fundierte Kenntnis
der Bah‡'’-Administration, wie sie derzeit gehandhabt wird, zu verschaffen.
Die dringende Notwendigkeit eines verstŠrkten Spendenstromes:
Der Vormarsch des Glaubens verlangt einen gro§en Zuwachs an Spenden fŸr die ver-
schiedenen Fonds, ja er ist davon abhŠngig. Alle dem Weltzentrum des Glaubens zuge-
teilten Ziele, besonders aber diejenigen, welche die Erschlie§ung und Verschšnerung des
die Heiligen Schreine umgebenden Besitzes und die Ausdehnung der GŠrten auf dem
Berg Karmel betreffen, sind mit hohen Ausgaben verbunden. Weitere Summen erfordert
der Bau der beiden im Plan vorgesehenen Tempel, und der weltweite Feldzug des Lehrens
und der Festigung, der jetzt noch verstŠrkt werden soll, mu§ von einem stark angewach-
senen, ununterbrochenen Zuflu§ von Geldmitteln getragen werden. Der Internationale
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
54
Beistandsfonds mu§ aufrechterhalten und vergrš§ert werden, nicht nur fŸr den weiteren
Pionierbedarf, sondern auch um das Reiselehrerprogramm zu unterstŸtzen und zu entwi-
ckeln, zu dem nun aufgerufen wurde. Nachdem es nur denjenigen, die ihre Anerkennung
Bah‡'u'll‡hs šffentlich erklŠrt haben, erlaubt ist, finanziell zur Errichtung Seiner Weltord-
nung beizutragen, versteht es sich von selbst, da§ mehr, viel mehr von den wenigen ver-
langt wird, die heute dieses Vorrecht besitzen. Unsere Verantwortung auf diesem Gebiet
ist sehr gro§: sie ist der Gnade ebenbŸrtig, TrŠger des Namens Gottes an diesem Tage zu
sein.
Die Herausforderung an den einzelnen Bah‡'’ auf jedem Gebiet des Dienstes, doch
vor allem beim Lehren der Sache Gottes, hšrt nie auf. Mit jeder neuen TrŸbsal, die die
Menschheit heimsucht, tritt unsere unausweichliche Pflicht deutlicher in Erscheinung;
auch sollten wir nie vergessen, da§, wenn wir diese Pflicht vernachlŠssigen, - in den Wor-
ten Shoghi Effendis - "andere aufgerufen werden, unsere Aufgabe zu erfŸllen, sich der
schreienden Not dieser gequŠlten Welt anzunehmen." Es hat durchaus den Anschein, da§
wir jetzt in einen Zeitabschnitt der lange ersehnten Ausdehnung unseres geliebten Glau-
bens eintreten. Der Menschheit wachsender Hunger nach geistiger Wahrheit ist unsere
Gelegenheit. WŠhrend wir die Hand nach dieser Gelegenheit ausstrecken, sollten wir Ÿber
die folgenden Worte Bah‡'u'll‡hs nachdenken:
"Euer Verhalten eurem Nachbarn gegenŸber sollte so sein, da§ es klar die Zeichen des
einen wahren Gottes offenbart, denn ihr seid die ersten unter den Menschen, die durch
Seinen Geist wiedererschaffen wurden, die ersten, die Ihn anbeten und das Knie vor Ihm
beugen, die ersten, die Seinen Thron der Herrlichkeit umkreisen."
Je tiefer die Menschheit in den Zustand hineintreibt, von dem Bah‡'u'll‡h schrieb, da§
es "nicht ziemlich und passend wŠre, ihn jetzt zu enthŸllen", desto mehr mŸssen die GlŠu-
bigen als zuversichtliche, klar bestimmte und von Grund auf glŸckliche Wesen hervortre-
ten, die einer Norm folgen, welche in direktem Gegensatz zu der niedrigen und
amoralischen Verhaltensweise der modernen Gesellschaft steht und damit die Quelle ih-
rer Ehre, StŠrke und Reife ist. Gerade dieser ausgeprŠgte Unterschied zwischen der StŠr-
ke, Einheit und Disziplin der Bah‡'’-Gemeinde einerseits und der wachsenden
Verwirrung, Verzweiflung und dem fieberhaften Tempo einer dem Untergang geweihten
Gesellschaft andererseits wird in den vor uns liegenden stŸrmischen Jahren die Augen der
Menschheit auf das Heiligtum des welterlšsenden Glaubens Bah‡'u'll‡hs lenken.
Der bestŠndige Fortschritt der Sache Gottes ist eine Quelle der Freude fŸr uns alle und
ein Ansto§ zu weiterem Handeln. Aber nicht zu gewšhnlichem Handeln! Zu heroischen
Taten ist nun aufgerufen, wie sie nur von gšttlich gestŸtzten, losgelšsten Seelen voll-
bracht werden kšnnen. `Abdu'l-Bah‡, der Gebieter der Heerscharen des Herrn, hat in ei-
nem der Sendschreiben zum Gšttlichen Plan diesen Ruf ausgesto§en: "O, wie sehne ich
mich danach, diese Gegenden zu durchreisen, wenn nštig, sogar zu Fu§ und in tiefster Ar-
mut die StŠdte, die Dšrfer, die Berge, die WŸsten und die Meere zu durchqueren, mit
hšchster Stimme den Ruf `Y‡ Bah‡'u'l-Abh‡' zu erheben und die gšttlichen Lehren zu
verbreiten. Dies aber kann ich nicht tun. Wie tief beklage ich dies." Und er schlo§ mit die-
sem herzbewegenden Ausruf: "Wenn es Gott gefŠllt, werdet ihr es vielleicht vollbringen."
27. Mai 1966 HŸtertum und Universales Haus der Gerechtigkeit
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27. Mai 1966
HŸtertum und Universales Haus der Gerechtigkeit
(AuszŸge aus einem Brief, den das Universale Haus der Gerechtigkeit als Antwort auf die
Fragen eines einzelnen GlŠubigen Ÿber die Beziehung zwischen dem HŸtertum und dem
Universalen Haus der Gerechtigkeit geschrieben hat)
... Sie Šu§ern Zweifel Ÿber den Zeitpunkt der Wahl des Universalen Hauses der Ge-
rechtigkeit im Hinblick auf die €u§erung des HŸters: "... wenn gŸnstige UmstŠnde gege-
ben sind, unter denen die Bah‡'’ Persiens und der angrenzenden LŠnder unter sowjetischer
Herrschaft in der Lage sein werden, ihre nationalen Vertreter zu wŠhlen, ... wird das ein-
zig noch bestehende Hindernis auf dem Weg einer endgŸltigen Bildung des Internationa-
len Hauses der Gerechtigkeit beseitigt sein." Am 19. April 1947 lie§ der HŸter eine
Anfrage eines GlŠubigen zu dieser Stelle durch seinen SekretŠr wie folgt beantworten:
"Zu der Zeit, als er von Ru§land sprach, gab es dort Bah‡'’; aber nun hat die Gemeinde
praktisch aufgehšrt zu bestehen. Deshalb kann die Bildung des Internationalen Hauses
der Gerechtigkeit nicht von einem russischen Nationalen Geistigen Rat abhŠngen, son-
dern andere starke Nationale Geistige RŠte mŸssen gebildet werden, bevor es errichtet
werden kann."
Sie deuten die Mšglichkeit an, da§ um der Sache willen gewisse Informationen, die
die Nachfolge Shoghi Effendis betreffen, den GlŠubigen vorenthalten werden. Wir versi-
chern Ihnen, da§ nichts - gar nichts den Freunden aus irgendeinem Grunde vorenthalten
wird. Es gibt Ÿberhaupt keinen Zweifel daran, da§ Shoghi Effendi nach dem Willen und
Testament `Abdu'l-Bah‡s selbst mit der AutoritŠt ausgestattet war, seinen Nachfolger zu
ernennen; aber er hatte keine Kinder, und alle Ÿberlebenden Agh.s‡n hatten das BŸndnis
gebrochen. Damit ist es, wie die HŠnde der Sache im Jahre 1957 feststellten, klar, da§ es
niemanden gab, den er im Einklang mit den Bestimmungen des Letzten Willens hŠtte er-
nennen kšnnen. Eine Ernennung au§erhalb der klaren und ausdrŸcklichen Bestimmungen
vom Willen und Testament des Meisters vorzunehmen, wŠre augenscheinlich fŸr den HŸ-
ter, den gšttlich ernannten BannertrŠger und Verteidiger des BŸndnisses, eine unmšgli-
che und undenkbare Handlungsweise gewesen. †berdies hat, wie Sie ja wissen, eben
dieser Letzte Wille ein klares Verfahren zur BestŠtigung der durch den HŸter ausgespro-
chenen Ernennung seines Nachfolgers vorgesehen. Die neun HŠnde, die von der Kšrper-
schaft der HŠnde zu wŠhlen waren, mu§ten ihre Zustimmung zu der Wahl des HŸters in
geheimer Abstimmung geben. Im Jahre 1957 verkŸndete die ganze Kšrperschaft der
HŠnde, nachdem sie die Angelegenheit eingehend untersucht hatte, da§ Shoghi Effendi
weder einen Nachfolger ernannt noch einen Letzten Willen hinterlassen hatte. Dies ist do-
kumentarisch niedergelegt und festgehalten.
Die Tatsache, da§ Shoghi Effendi keinen Letzten Willen hinterlie§, kann nicht als Be-
weis eines Ungehorsams gegenŸber Bah‡'u'll‡h gedeutet werden - wir sollten vielmehr
anerkennen, da§ gerade in diesem seinem Schweigen eine Weisheit liegt und ein Zeichen
seiner unfehlbaren FŸhrung. Wir sollten tief Ÿber die Schriften, die wir haben, nachden-
ken und die vielfŠltigen Bedeutungen, die sie enthalten, zu verstehen suchen. Vergessen
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
56
Sie die Aussage Shoghi Effendis nicht, da§ zwei Dinge fŸr ein besseres VerstŠndnis der
Weltordnung Bah‡'u'll‡hs nštig wŠren: das Verstreichen der Zeit und die FŸhrung des
Universalen Hauses der Gerechtigkeit.
Die Unfehlbarkeit des Universalen Hauses der Gerechtigkeit in seinem Bereich:
Die Unfehlbarkeit des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, die innerhalb des ihm
zugeordneten Bereiches gilt, ist nicht davon abhŠngig gemacht, da§ der HŸter der Sache
zu seinen Mitgliedern zŠhlt. WŠhrend auf dem Gebiet der Auslegung die €u§erungen des
HŸters immer bindend sind, ist es bei einer Teilnahme des HŸters an der Gesetzgebung
stets die Entscheidung des Hauses selbst, die den Ausschlag geben mu§. Dies wird durch
die Worte des HŸters erhŠrtet: "Die Auslegung durch den HŸter ist innerhalb seines Be-
reiches ebenso autoritativ und bindend wie die Erlasse des Internationalen Hauses der Ge-
rechtigkeit, dessen ausschlie§liches Recht und Vorrecht es ist, Ÿber solche Gesetze und
Verordnungen zu befinden und letztgŸltig zu entscheiden, die Bah‡'u'll‡h nicht ausdrŸck-
lich offenbart hat. Keine von beiden Institutionen kann und wird je in das geweihte und
festgelegte Gebiet der anderen Ÿbergreifen, keine von ihnen versuchen, die besondere und
unbestrittene Amtsgewalt zu schmŠlern, mit der beide von Gott her ausgestattet wurden.
Obwohl der HŸter des Glaubens zum stŠndigen Haupt einer so erhabenen Kšrper-
schaft gemacht worden ist, kann er doch nie, und wŠre es nur vorŸbergehend, das Recht
ausschlie§licher Gesetzgebung beanspruchen. Er kann die Entscheidung der Mehrheit
seiner Mitglieder nicht umsto§en, ist jedoch verpflichtet, bei jeder Gesetzesvorlage auf
einer nochmaligen Behandlung durch sie zu bestehen, wenn sie nach seinem Gewissen
dem Sinn der offenbarten €u§erungen Bah‡'u'll‡hs widerspricht und von deren Geiste ab-
weicht."
Aber einmal ganz abgesehen von seiner Aufgabe als Mitglied und geheiligtes Ober-
haupt des Universalen Hauses der Gerechtigkeit auf Lebenszeit, hatte der HŸter aus sei-
nem ureigensten Wirkungskreis heraus das Recht und die Pflicht, "den Bereich der
gesetzgeberischen TŠtigkeit" des Universalen Hauses der Gerechtigkeit "zu bestimmen".
Mit anderen Worten, er hatte die AutoritŠt festzustellen, ob eine Angelegenheit schon in
den Heiligen Schriften behandelt war oder nicht und ob es deshalb in der Befugnis des
Universalen Hauses der Gerechtigkeit stand, Ÿber sie gesetzlich zu befinden. Keine ande-
re Person au§er dem HŸter besitzt das Recht und die AutoritŠt, solche ErklŠrungen abzu-
geben. Daher erhebt sich die Frage: Ist in Abwesenheit des HŸters das Universale Haus
der Gerechtigkeit in Gefahr, seinen eigenen Wirkungskreis zu Ÿberschreiten und somit in
Irrtum zu verfallen? Hierzu mŸssen wir drei Dinge berŸcksichtigen: Erstens hat Shoghi
Effendi wŠhrend der sechsunddrei§ig Jahre seines HŸtertums bereits mit zahllosen ErklŠ-
rungen die durch `Abdu'l-Bah‡ und Bah‡'u'll‡h selbst gegebenen ergŠnzt. Wie den Freun-
den schon mitgeteilt wurde, unternimmt das Universale Haus der Gerechtigkeit vor jedem
Akt der Gesetzgebung ein sorgfŠltiges Studium der Schriften und Auslegungen zum je-
weiligen Thema. Zweitens hat das Universale Haus der Gerechtigkeit, selbst der gšttli-
chen FŸhrung versichert, die Abwesenheit des HŸters sehr wohl vor Augen und wird sich
mit allen Fragen der Gesetzgebung nur dann befassen, wenn der Geltungsbereich seiner
27. Mai 1966 HŸtertum und Universales Haus der Gerechtigkeit
57
Rechtshoheit sicher ist, ein Bereich, den der HŸter Ÿberzeugend als "klar umgrenzt" be-
zeichnet hat. Drittens dŸrfen wir nicht die schriftliche Aussage des HŸters Ÿber diese zwei
Institutionen vergessen: "Keine von beiden kann und wird je in den unantastbaren und
festgelegten Bereich der anderen Ÿbergreifen."
Vom Universalen Haus der Gerechtigkeit erlassene Gesetze sind erleuchtet und
geistig:
†ber die Notwendigkeit, aus den Schriften Schlu§folgerungen abzuleiten als Hilfe-
stellung beim Abfassen der Gesetzesbestimmungen des Hauses der Gerechtigkeit, haben
wir den folgenden Text aus der Feder `Abdu'l-Bah‡s:
"Alles Wesentliche, das die Grundlage des gšttlichen Gesetzes ausmacht, ist eindeu-
tig im heiligen Text festgelegt, aber ergŠnzende Gesetze bleiben dem Haus der Gerech-
tigkeit Ÿberlassen. Die Weisheit dieser Anordnung liegt im Wandel der Zeiten; denn
VerŠnderung ist eine notwendige Eigenschaft und ein wesentliches Merkmal dieser Welt
von Zeit und Raum. Dementsprechend wird das Haus der Gerechtigkeit handeln.
Man darf sich nicht vorstellen, da§ das Haus der Gerechtigkeit irgendeine Entschei-
dung nach seiner eigenen Auffassung und Meinung trifft. Gott bewahre! Das hšchste
Haus der Gerechtigkeit wird durch die Erleuchtung und BestŠtigung des Heiligen Geistes
seine Entscheidungen treffen und Gesetze erlassen, denn es steht in der sicheren Obhut
und unter dem Schutz und Schirm der Ewigen Schšnheit, und Gehorsam gegenŸber sei-
nen BeschlŸssen ist eine wesentliche Pflicht und Schuldigkeit und eine bindende Ver-
pflichtung, aus der es fŸr niemand eine Ausflucht gibt.
Sprich, o Volk: Wahrlich, das Hšchste Haus der Gerechtigkeit steht unter den
Schwingen eures Herrn, des Mitleidvollen, des Allbarmherzigen, das hei§t, unter Seinem
Schutz, Seiner FŸrsorge und Seinem Obdach; denn Er hat den standhaften GlŠubigen be-
fohlen, dieser gesegneten, geheiligten und alles meisternden Kšrperschaft zu gehorchen,
deren gšttlich verordnete Herrschaft dem Himmlischen Kšnigreich entstammt und deren
Gesetze erleuchtet und geistig sind.
Darin liegt, kurz gesagt, die Weisheit, die Gesetze der Gesellschaft dem Haus der Ge-
rechtigkeit zu Ÿbertragen. Auch im Isl‡m war nicht jedes Gesetz ausdrŸcklich offenbart;
nein, nicht der zehnte Teil eines Zehntels fand sich im Text; obwohl alles Wesentliche
genau festgelegt war, gab es zweifellos Tausende von Gesetzen, deren Einzelheiten offen
blieben. Diese wurden von den Theologen spŠterer Generationen nach den GrundsŠtzen
der isl‡mischen Rechtsprechung ausgearbeitet, und einzelne Theologen leiteten vom ur-
sprŸnglich offenbarten Gesetz sich widersprechende Folgerungen ab. Dennoch erlangten
sie alle Geltung. Heute ist dieses Ableitungsverfahren das Recht der Kšrperschaft des
Hauses der Gerechtigkeit, und die SchlŸsse und Folgerungen einzelner Gelehrter erlan-
gen nur dann Gesetzeskraft, wenn das Haus der Gerechtigkeit ihnen zustimmt. Der klare
Unterschied ist, da§ aus der Entscheidung durch die Kšrperschaft des Hauses der Gerech-
tigkeit, dessen Mitglieder von der weltweiten Bah‡'’-Gemeinde gewŠhlt und ihr bekannt
sind, keine Konflikte entstehen werden; die Entscheidungen einzelner Theologen und Ge-
lehrter fŸhren dagegen unweigerlich zu Konflikten und enden in Schismen, Spaltung und
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
58
Zersplitterung. Die Einheit der Welt wŸrde zerstšrt, die Einheit des Glaubens verschwŠn-
de, und das GebŠude des Glaubens Gottes wŸrde erschŸttert."
Es sichert den Fortbestand der Amtsgewalt, die aus der Quelle unseres Glaubens
flie§t:
In der Ordnung Bah‡'u'll‡hs gibt es Aufgaben, die bestimmten Institutionen vorbehal-
ten bleiben, und andere, die gemeinsam sind, auch wenn sie mehr im Aufgabenbereich
der einen oder anderen Institution liegen. So haben zum Beispiel die HŠnde der Sache die
besondere Aufgabe des Schutzes und der Verbreitung als ihren ureigensten Aufgabenbe-
reich, aber gleichwohl ist es auch die Pflicht des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
und der Geistigen RŠte, die Sache zu schŸtzen und zu lehren - ja, das Lehren ist eine hei-
lige Verpflichtung, die Bah‡'u'll‡h jedem GlŠubigen auferlegt hat. Genauso gilt: Obwohl
das Recht der Auslegung nach dem Meister ausschlie§lich dem HŸter verliehen wurde
und obwohl die Gesetzgebung ausschlie§lich dem Universalen Haus der Gerechtigkeit
Ÿbertragen ist, "ergŠnzen sich" nach Shoghi Effendis Worten diese beiden Institutionen
"in ihrem Zweck und Ziel". "Ihr gemeinsames, grundlegendes Ziel ist, den Fortbestand
jener gšttlich verordneten Amtsgewalt zu sichern, die aus der Quelle unseres Glaubens
flie§t, die Einheit seiner AnhŠnger zu wahren und seine Lehren unversehrt und anpas-
sungsfŠhig zu erhalten." Zwar kann das Universale Haus der Gerechtigkeit keine Aufgabe
Ÿbernehmen, die ausschlie§lich dem HŸter zukam, doch mu§ es fortfahren, dem gemein-
samen Zweck zu entsprechen, den es mit dem HŸtertum teilt.
Wie Sie mit vielen Zitaten verdeutlichen, hat Shoghi Effendi wiederholt die Untrenn-
barkeit dieser beiden Institutionen betont. Ganz offensichtlich fa§te er dabei ihr Zusam-
menwirken ins Auge; doch hieraus kann nicht logisch gefolgert werden, da§ die eine
Institution ohne die andere funktionsunfŠhig wŠre. WŠhrend der gesamten sechsunddrei-
§ig Jahre seines HŸtertums wirkte Shoghi Effendi ohne das Universale Haus der Gerech-
tigkeit. Nun mu§ das Universale Haus der Gerechtigkeit sein Amt ohne den HŸter
ausŸben, aber das Prinzip der Untrennbarkeit bleibt bestehen. Nur weil es keinen leben-
den HŸter gibt, verliert das HŸtertum weder seine Bedeutung noch seine Stellung in der
Ordnung Bah‡'u'll‡hs. Wir mŸssen uns vor zwei Extremen hŸten: Das eine wŠre die Be-
hauptung, da§, weil es keinen HŸter gibt, alles, was Ÿber das HŸtertum und seine Stellung
in der Bah‡'’-Weltordnung geschrieben wurde, jetzt toter Buchstabe und ohne Bedeutung
ist; das andere wŠre, von der Bedeutung des HŸtertums so ŸberwŠltigt zu sein, da§ man
die Kraft des BŸndnisses unterschŠtzt oder in Versuchung gerŠt, an den klaren Texten he-
rumzudeuteln, um auf irgendeine Weise einen "HŸter" zu finden.
Dies ist Gottes Sache - ihr Licht wird uns fŸhren:
Der Dienst an der Sache Gottes erfordert unbedingte Treue und Lauterkeit und uner-
schŸtterlichen Glauben an Ihn. Nichts Gutes, sondern nur Bšses kann entstehen, wenn wir
die Verantwortung fŸr die Zukunft der Sache Gottes selbst in die Hand nehmen und ver-
suchen, sie auf Wege zu drŠngen, wo wir sie haben wollen, ohne die klaren Texte und un-
27. Mai 1966 HŸtertum und Universales Haus der Gerechtigkeit
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sere eigenen BeschrŠnkungen zu beachten. Es ist Seine Sache. Er hat versprochen, da§
ihr Licht nicht versiegen wird. Unsere Aufgabe ist, mit aller ZŠhigkeit am offenbarten
Wort und an den Institutionen, die Er zur Erhaltung Seines BŸndnisses geschaffen hat,
festzuhalten.
Gerade hierbei mŸssen die GlŠubigen erkennen, wie entscheidend wichtig geistige
Redlichkeit und Demut sind. In frŸheren Sendungen sind viele IrrtŸmer entstanden, weil
die GlŠubigen, die Gottes Offenbarung angenommen hatten, allzusehr darauf bedacht wa-
ren, die gšttliche Botschaft mit dem Ma§stab ihres begrenzten VerstŠndnisses zu messen;
LehrsŠtze festzulegen, wo Festlegungen au§erhalb ihrer Macht standen; Geheimnisse zu
deuten, die nur die Weisheit und Erfahrung eines spŠteren Zeitalters verstŠndlich machen
konnte; zu behaupten, da§ etwas wahr sei, weil es wŸnschenswert und notwendig schien.
Solche Kompromisse mit der ewigen Wahrheit, solchen intellektuellen Stolz mŸssen wir
strengstens meiden.
Wenn einige Verlautbarungen des Universalen Hauses der Gerechtigkeit nicht sehr
ausfŸhrlich sind, sollten die Freunde einsehen, da§ dahinter keine Geheimnistuerei steckt,
sondern die Entschlossenheit dieser Kšrperschaft, sich jeder Auslegung der Lehren zu
enthalten und die Richtigkeit der Aussage des HŸters zu bewahren: "ReligionsfŸhrer,
Vertreter politischer Theorien, Leiter menschlicher Institutionen ... brauchen Ÿber die Na-
tur, den Ursprung oder die GŸltigkeit der Institutionen, die die AnhŠnger des Glaubens in
der ganzen Welt aufbauen, keinerlei Zweifel oder BefŸrchtungen zu haben; denn diese In-
stitutionen sind in den Lehren selbst tief verankert, unverfŠlscht und ungetrŸbt durch un-
befugte Eingriffe oder unerlaubte Auslegungen Seines Wortes."
Unterscheidung zwischen der bevollmŠchtigten Auslegung der Schriften und dem
VerstŠndnis des einzelnen:
In unserem Glauben wird eine klare Unterscheidung gemacht zwischen der bevoll-
mŠchtigten Auslegung und dem VerstŠndnis, zu dem der einzelne durch das Studium der
Lehren selbst gelangt. Die erstere ist dem HŸter vorbehalten; doch soll das zweite, wie uns
der HŸter selbst sagt, auf keinen Fall unterdrŸckt werden. Eine individuelle Auslegung
gilt nŠmlich als Frucht der menschlichen Verstandeskraft und als fšrderlich fŸr ein besse-
res VerstŠndnis der Lehren - vorausgesetzt, da§ keine Streitigkeiten oder Auseinanderset-
zungen unter den Freunden entstehen und der einzelne selbst wei§ und auch zum
Ausdruck bringt, da§ das, was er sagt, seine eigenen Ansichten sind. Individuelle Ausle-
gungen Šndern sich stŠndig, je mehr das VerstŠndnis der Lehren zunimmt. Hierzu schrieb
Shoghi Effendi: "Sich in der Sache zu vertiefen hei§t, die Schriften Bah‡'u'll‡hs und des
Meisters so grŸndlich zu lesen, da§ man in der Lage ist, sie in reiner Form anderen wei-
terzugeben. Es gibt viele, die eine oberflŠchliche Vorstellung von dem haben, was die Sa-
che eigentlich vertritt. Sie stellen sie deshalb in Verbindung mit ihrem eigenen
Gedankengut dar. Da die Sache Gottes noch in ihrem Anfangsstadium ist, mŸssen wir
sorgfŠltig darauf achten, da§ wir nicht diesem Irrtum verfallen und der Bewegung, die wir
so sehr verehren, schaden. Dem Studium der Sache ist keine Grenze gesetzt. Je mehr wir
die Schriften lesen, desto mehr Wahrheiten kšnnen wir in ihnen finden und desto mehr
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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werden wir feststellen, da§ unsere frŸheren Begriffe falsch waren." Individuelle Einsich-
ten kšnnen also erleuchtend und hilfreich sein; sie kšnnen aber auch in die Irre fŸhren.
Deshalb mŸssen die Freunde lernen, den Ansichten anderer zuzuhšren, ohne sich allzutief
beeindrucken oder gar in ihrem Glauben beirren zu lassen; ebenso mŸssen sie lernen, ihrer
eigenen Meinung Ausdruck zu geben, ohne sie ihren Mit-Bah‡'’ aufzwingen zu wollen.
Die Sache Gottes ist organisch; sie wŠchst und entwickelt sich wie ein lebendes We-
sen. Immer wieder hat sie Krisen erlebt, die die GlŠubigen verwirrt haben; aber jedes Mal
hat die Sache - angetrieben durch Gottes unwandelbaren Ratschlu§ - diese Krise Ÿber-
wunden und eine hšhere Stufe erreicht.
Jeder mu§ sich dem Heiligsten Buche zuwenden:
Wie wenig wir auch das mit Shoghi Effendis Hinscheiden verbundene Geheimnis und
seine Bedeutungen verstehen mšgen - das feste Seil, an das sich alle mit absoluter Gewi§-
heit anklammern mŸssen, ist das BŸndnis. Die eindringliche und kraftvolle Sprache von
`Abdu'l-Bah‡s Wille und Testament ist heute ebenso wie zur Zeit Seines Hinscheidens
der sichere Hort fŸr die Sache: "Jeder mu§ sich nach dem Heiligsten Buche richten, und
was darin nicht ausdrŸcklich ErwŠhnung findet, ist an das Universale Haus der Gerech-
tigkeit zu verweisen. Was diese Kšrperschaft einstimmig oder mit Stimmenmehrheit ent-
scheidet, ist die wirkliche Wahrheit und Gottes eigener Wille. Wer davon abgeht, ist
wahrlich von denen, die Uneinigkeit lieben, Bosheit gezeigt und sich vom Herrn des
BŸndnisses abgekehrt haben." Und an anderer Stelle: "Alle mŸssen FŸhrung suchen und
sich dem Mittelpunkt der Sache und dem Haus der Gerechtigkeit zuwenden. Und wer sich
woandershin wendet, ist fŸrwahr in schmerzlichem Irrtum."
Das Universale Haus der Gerechtigkeit, von dem der HŸter sagte, da§ es von der
Nachwelt als die "letzte ZufluchtsstŠtte einer wankenden Zivilisation" angesehen wŸrde,
ist jetzt in Abwesenheit des HŸters die einzige unfehlbar gefŸhrte Institution auf der
Welt, der sich alle zuwenden mŸssen. Auf ihm lastet die Verantwortung, Einheit und
Fortschritt der Sache Gottes in †bereinstimmung mit dem offenbarten Wort zu sichern.
Es gibt Aussagen des Meisters und des HŸters, die besagen, da§ das Universale Haus der
Gerechtigkeit neben seiner Stellung als hšchste gesetzgebende Kšrperschaft des Glau-
bens auch die Kšrperschaft ist, der sich alle zuwenden mŸssen, der "Gipfel" der Bah‡'’-
Verwaltungsordnung und "das oberste Organ des Bah‡'’-Gemeinwesens". Der HŸter hat
in seinen Schriften die grundlegenden Aufgaben bezeichnet, die dem Universalen Haus
der Gerechtigkeit zufallen; darunter die Ausarbeitung kŸnftiger weltweiter LehrplŠne,
die administrative Leitung des Glaubens und die FŸhrung, Organisation und Vereinheit-
lichung der Angelegenheiten der Sache auf der ganzen Welt. Au§erdem macht der HŸter
in Gott geht vorŸber folgende Aussage: "Das Kit‡b-i-Aqdas ... Ÿberliefert der Nachwelt
nicht nur die Grundgesetze und Verordnungen, auf denen der Bau Seiner kŸnftigen
Weltordnung ruhen mu§, sondern ŸbertrŠgt darŸberhinaus Seinem Nachfolger die Auf-
gabe der Auslegung und bestimmt die notwendigen Einrichtungen, die allein die Unver-
sehrtheit und Einheit Seines Glaubens gewŠhrleisten kšnnen." Er hat auch in Die
Sendung Bah‡'u'll‡hs geschrieben, da§ die Mitglieder des Universalen Hauses der Ge-
5. Juni 1966 Pioniererfordernisse in neu erschlossenen Gebieten
61
rechtigkeit "und nicht die Gesamtheit ihrer unmittelbaren oder mittelbaren WŠhler zu
EmpfŠngern der gšttlichen FŸhrung" werden, "die fŸr diese Offenbarung Herzblut und
eigentlicher Schutz zugleich ist".
Wie das Universale Haus der Gerechtigkeit bereits angekŸndigt hat, kann es weder
Gesetze erlassen, um die Ernennung eines Nachfolgers fŸr Shoghi Effendi zu ermšgli-
chen, noch um die Ernennung von weiteren HŠnden der Sache zuzulassen; aber es mu§
alles tun, was in seiner Macht steht, um die DurchfŸhrung all jener Aufgaben zu sichern,
die es mit diesen zwei mŠchtigen Institutionen teilt. Es mu§ Vorsorge treffen, um auch in
Zukunft die Aufgaben des Schutzes und der Verbreitung zu erfŸllen, die die Verwaltungs-
institutionen mit dem HŸtertum und den HŠnden der Sache teilen; es mu§ in Abwesenheit
des HŸters das "Huqœqu'll‡h" entgegennehmen und seiner Verwendung zufŸhren, in
†bereinstimmung mit der folgenden €u§erung Abdu'l-Bah‡s: "VerfŸgungen Ÿber das
Huqœq, ganz oder teilweise, sind gestattet, sollten aber mit Erlaubnis der zustŠndigen In-
stitution der Sache geschehen, der sich alle zuwenden mŸssen." Es mu§ in seiner Satzung
Vorkehrungen fŸr die Entfernung eines seiner Mitglieder treffen, das eine SŸnde begeht,
die "das Allgemeinwohl schŠdigt". Vor allem mu§ es, im vollen Glauben an Bah‡'u'll‡h,
Seine Sache verkŸnden und Sein Gesetz zur Geltung bringen, damit der Grš§te Friede auf
dieser Welt fest begrŸndet und die Grundlagen des Reiches Gottes auf Erden vollendet
werden.
5. Juni 1966
Pioniererfordernisse in neu erschlossenen Gebieten
Der im letzten Jahr errungene ŸberwŠltigende historische Erfolg auf dem Feld des Pionie-
rens steht in der Geschichte unseres Glaubens ohne Beispiel da. Er sollte uns indessen
nicht die Augen davor verschlie§en, da§ die verbleibenden, noch immer unbesetzten LŸ-
cken ausgefŸllt werden mŸssen und da§ es ein stŠndiges Erfordernis ist, die bereits er-
schlossenen Gebiete durch gut geplante Vertiefungsprogramme weiter zu festigen.
Auf diesem besonderen Feld der Bah‡'’-Arbeit erwarten uns folgende Aufgaben:
1. Wie schon in der Ridv‡n-Botschaft dargelegt, mu§ die im Ziel des letzten Jahres ver-
langte Mindestanzahl von Pionieren noch voll erreicht werden. Alle Nationalen RŠte,
die fŸr die Bereitstellung von Pionieren zustŠndig sind, erhielten kŸrzlich einen Brief
mit dem Aufruf, so schnell wie mšglich Pioniere fŸr die wenigen verbleibenden Ter-
ritorien aufzustellen, fŸr die noch keine Pionierzusagen vorliegen, diese Pioniere
dann auf den Weg zu schicken und die noch laufenden Projekte zŸgig abzuschlie§en.
2. Die Pioniere, die schon auf ihrem Posten sind oder ihn derzeit besetzen, mŸssen - be-
sonders wenn es sich um bisher unerschlossene Gebiete handelt - všllig darŸber ins
Bild gesetzt werden, da§ sie sich nicht nur auf einen kurzen Aufenthalt in ihrem Ziel-
gebiet einrichten sollen. Es geht nicht einfach darum, ein Territorium oder eine Insel
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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als eršffnet zu erklŠren oder anzugeben, das Gebiet habe einen oder mehrere Pioniere
erhalten. Dies gilt auch in den FŠllen, wo im Lande selbst neue GlŠubige gefunden
wurden. Die eindeutige Grundabsicht ist, den Glauben Gottes sicher und fest in den
Herzen der Einheimischen zu verankern und sicherzustellen, da§ die gšttlich verord-
neten Institutionen verstanden und Ÿbernommen werden und da§ sie funktionieren.
Das Ausharren der Pioniere auf ihrem Posten - auch unter grš§ten Opfern - ist ein Akt
des ergebenen Dienstes, und unsere Lehren versichern uns, da§ dieser Dienst seinen
sicheren Lohn in beiden Welten empfangen wird. Die mahnenden Aufrufe, die uns
der HŸter dazu gegeben hat, sind zu zahlreich, um hier zitiert zu werden; sie belegen
ausfŸhrlich, wie lebenswichtig das Verfolgen dieser klaren Linie ist.
3. Die Pioniere, die sich neu ansiedeln, und auch die fŸr die Administration des Glau-
bens in den jeweiligen Gebieten zustŠndigen Nationalen Geistigen RŠte sollten im-
mer daran denken, da§ die Verborgenheit, in der sich die Arbeit des Pioniers oder der
ortsansŠssigen Bah‡'’ Ÿberall dort vollzieht, wo die Errichtung des Glaubens noch in
den Anfangsstadien steckt, einen Schutz des Glaubens darstellt. Es sollte mit Geduld,
TaktgefŸhl und Weisheit vorgegangen werden. Die Freunde sollten erst dann mit ih-
rem Glauben an die …ffentlichkeit treten, wenn sie sehen, da§ mehr und mehr aufnah-
mebereite Seelen und Herzen vom Glauben berŸhrt werden und auf den gšttlichen
Ruf antworten.
4. Die im letzten Jahr gemachten Zahlenangaben Ÿber GlŠubige, die sich in Zielgebieten
niederlassen sollten, waren Mindestanforderungen, und daher mŸssen die Nationalen
Geistigen RŠte sorgfŠltig den tatsŠchlichen Bedarf in den ihnen unterstellten Zielter-
ritorien veranschlagen. Wenn im einen oder anderen dieser Gebiete mehr Pioniere be-
nštigt werden, sollte dem Haus der Gerechtigkeit sogleich umfassend berichtet
werden. Bitte schlagen Sie dabei die Anzahl der erforderlichen Pioniere vor und ge-
ben Sie auch deren bevorzugte NationalitŠt an.
5. Die praktische Seite dieser Pionierprojekte ist fŸr das Gelingen entscheidend. Die fi-
nanziellen Verpflichtungen, die mit den Zielen des letzten Jahres Ÿbernommen wur-
den, sind nicht damit zu Ende, da§ der Pionier seinen Posten besetzt hat. Diese
Verantwortung bleibt so lange weiter bestehen, bis das Ziel auf Dauer erreicht und ab-
gesichert ist. Wo immer ein Nationaler Rat dieser ihm zugewiesenen Verantwortung
nicht nachkommen kann, sollte er beim Universalen Haus der Gerechtigkeit sofort ei-
nen Antrag auf UnterstŸtzung aus dem Internationalen Hilfsfonds stellen.
Wir versichern Sie unserer Gebete an den Heiligen Schreinen, da§ die Freunde in je-
dem Land sich Ÿber ihre šrtlichen und persšnlichen Probleme erheben, da§ sie die Be-
dŸrfnisse der Sache Gottes an diesem kritischen Punkt ihrer unausweichlichen
Weiterentwicklung erkennen und da§ sie in všlliger Selbstverleugnung und aufrichtiger
Hingabe an Seine unendlich kostbare Sache ihren eigenen Anteil des Dienstes und der
UnterstŸtzung auf dem Altar des Opfers darbringen.
10. Juni 1966 An die Bah‡'’-Jugend in jedem Land
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10. Juni 1966
An die Bah‡'’-Jugend in jedem Land
In einem Land nach dem anderen treiben die Leistungen der Bah‡'’-Jugend die Arbeit des
Neunjahrplanes immer weiter voran und rufen die Bewunderung ihrer MitglŠubigen her-
vor. Vom ersten Beginn des Bah‡'’-Zeitalters an spielte die Jugend eine gro§e Rolle in der
VerkŸndigung der Offenbarung Gottes. Der B‡b war erst fŸnfundzwanzig Jahre alt, als
Er Seine Sendung offenbarte, wŠhrend viele Buchstaben des Lebendigen noch jŸnger wa-
ren. Der Meister wurde als sehr junger Mann dazu berufen, im `Ir‡q und in der TŸrkei im
Dienste Seines Vaters schwere Verantwortungen auf sich zu nehmen, und Sein Bruder,
der Reinste Zweig, gab im Alter von zweiundzwanzig Jahren sein Leben im Grš§ten Ge-
fŠngnis Gott hin, damit die Diener Gottes "belebt und die Erdenbewohner geeint werden".
Shoghi Effendi war Student in Oxford, als er auf den Thron seines HŸtertums berufen
wurde, und viele der Ritter Bah‡'u'll‡hs, die wŠhrend des Zehnjahrplans unvergŠnglichen
Ruhm erlangten, waren junge Menschen. Deshalb sollte man nicht meinen, da§ die Ju-
gend ein reiferes Alter abwarten mŸ§te, um der Sache Gottes unschŠtzbare Dienste erwei-
sen zu kšnnen.
Zeit der Entscheidung
FŸr jeden Menschen, ob er Bah‡'’ ist oder nicht, sind es die Jugendjahre, in der er viele
Entscheidungen trifft, die den Lauf seines Lebens bestimmen. In diesen Jahren wird er
wahrscheinlich seinen Beruf wŠhlen, seine Ausbildung vervollstŠndigen, seinen Lebens-
unterhalt zu verdienen beginnen. Er wird heiraten und eine eigene Familie grŸnden. Das
Wichtigste von allem in diesem Zeitraum ist, da§ das Herz auf ernster Suche ist und da§
die geistigen Werte erlangt werden, die des Menschen zukŸnftiges Verhalten bestimmen.
Diese UmstŠnde bieten der Bah‡'’-Jugend grš§te Mšglichkeiten, grš§te Herausforderun-
gen und grš§te PrŸfungen - Mšglichkeiten, die Lehren ihres Glaubens wahrhaft zu erfas-
sen und sie ihren Zeitgenossen weiterzugeben, Herausforderungen, die Not der Welt zu
Ÿberwinden und ihrer und den folgenden Generationen FŸhrung zu geben, und PrŸfun-
gen, die sie befŠhigen, in ihrem Leben ein Beispiel fŸr das hohe moralische in den Bah‡'’-
Schriften niedergelegte Richtma§ zu sein. TatsŠchlich schreibt der HŸter, da§ es die
Bah‡'’-Jugend ist, "die so entscheidend zur StŠrke, zur Reinheit und zur treibenden Kraft
des Bah‡'’-Gemeindelebens beitragen kann und da§ von ihr die zukŸnftigen Gestaltung
ihres Geschickes und die vollkommene Entfaltung der inneren KrŠfte abhŠngt, mit denen
sie Gott ausgestattet hat."
Kritische Phase des †bergangs
Die jetzt zwischen fŸnfzehn und drei§ig Jahre alt sind, sehen sich einer besonderen
Herausforderung gegenŸber und kšnnen eine Gelegenheit ergreifen, die in der der
menschlichen Geschichte einzigartig ist. WŠhrend des Zehnjahrplans, des neunten
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Teils jenes majestŠtischen Vorganges, der von unserem geliebten HŸter so lebhaft be-
schrieben wurde, verbreitete sich die Gemeinde des Grš§ten Namens mit Windeseile
Ÿber die grš§ten LŠnder und Inseln der Welt aus, vermehrte vielfach die Zahl an Men-
schen und Hilfsquellen, sah den Anfang davon, da§ Scharen von Menschen in die Sa-
che Gottes eintraten, und vervollstŠndigte den Bau der Verwaltungsordnung
Bah‡'u'll‡hs. Jetzt, da sie fest in der Welt errichtet ist, tritt die Sache Gottes in den An-
fangsjahren des zehnten Teils desselben Vorganges wahrnehmbar aus der Dunkelheit
hervor, die sie grš§tenteils seit Beginn verhŸllte, und erhebt sich, um die veralteten
Auffassungen einer verdorbenen Gesellschaft anzuprangern und die Lšsung fŸr die
qualvollen Probleme einer zerrŸtteten Menschheit zu verkŸnden. FŸr die jetzt jungen
Menschen wird sich wŠhrend ihres Lebens die Lage der Welt und der Platz der Bah‡'’-
Religion darin unerme§lich Šndern, denn wir treten in einen sehr kritischen Abschnitt
dieser †bergangszeit ein.
Drei Bereiche des Dienens fŸr die Jugend
Drei gro§e Aufgabengebiete liegen vor den jungen Bah‡'’, in denen sie gleichzeitig
das GeprŠge der menschlichen Gesellschaft erneuern wie auch sich selbst fŸr die Arbeit,
die sie in ihrem spŠteren Leben ausfŸhren kšnnen, vorbereiten werden.
Erstens ist die Grundlage all ihrer anderen Leistungen das Studium der Lehren, die
Vergeistigung ihres Lebens und die Charakterbildung in †bereinstimmung mit dem
Richtma§ Bah‡'u'll‡hs. Da um uns herum die moralischen Ma§stŠbe der Menschen zu-
sammenbrechen und zugrunde gehen, gleich, ob es sich um die jahrhundertealten Kultu-
ren des Ostens, die jŸngeren Kulturen des Christentums und des Isl‡ms oder der sich
rasch verŠndernden Stammesgemeinschaften der Welt handelt, mŸssen die Bah‡'’ zuneh-
mend als Eckpfeiler der Rechtschaffenheit und Geduld hervortreten. Das Leben eines
Bah‡'’ ist durch Wahrhaftigkeit und Anstand gekennzeichnet; er wird sich rechtschaffen
unter seinen Mitmenschen bewegen, von keinem abhŠngig au§er von Gott, jedoch der
ganzen Menschheit in Liebe und BrŸderlichkeit verbunden; er wird sich všllig lšsen von
den lockeren Ma§stŠben, den dekadenten Anschauungen, dem unsinnigen Experimentie-
ren, der Verzweiflung der heutigen Gesellschaft und wird seiner Umwelt mit offenem,
freundlichem Gesicht begegnen, ein Leuchtfeuer und ein Hafen fŸr alle, die seiner Cha-
rakterstŠrke und Seelengewi§heit nacheifern.
Das zweite Aufgabengebiet, aufs engste mit dem ersten verbunden, ist das Lehren des
Glaubens besonders ihrer Mitjugendlichen, unter denen einige der offensten, suchenden
Seelen der Welt sind. Da die Jugendlichen noch nicht alle Verantwortungen fŸr eine Fa-
milie, ein lang bestehendes Heim oder einen Beruf tragen, kšnnen sie viel leichter wŠh-
len, wo sie leben und studieren oder arbeiten mšchten. In der ganzen Welt reisen die
jungen Leute hierhin und dorthin, suchen VergnŸgungen, Bildung und Erfahrungen. Die
Bah‡'’-Jugend, die Gottes Wort fŸr diesen Tag als unvergleichlichen Schatz in sich trŠgt,
kann diese Beweglichkeit in den Dienst der Menschheit stellen, sie kann ihren Aufent-
haltsort, ihr Reisegebiet und die Art ihrer Arbeit mit dem Ziel vor Augen bestimmen, wie
sie dem Glauben am besten dienen kann.
10. Juni 1966 An die Bah‡'’-Jugend in jedem Land
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Der dritte Aufgabenbereich ist die Vorbereitung der Jugend auf ihr spŠteres Leben.
Ein Bah‡'’ ist verpflichtet, seine Kinder zu erziehen; ebenso ist es die Pflicht der Kinder,
Wissen Ÿber Kunst und Wissenschaften zu erlangen und ein Gewerbe oder einen Beruf
zu erlernen, womit sie ihrerseits ihren Lebensunterhalt verdienen und fŸr ihre Familie sor-
gen kšnnen. FŸr einen Bah‡'’-Jugendlichen ist dies an sich schon Gottesdienst, ein Dienst,
der au§erdem mit der Verbreitung des Glaubens und oft mit Pionieren verbunden werden
kann. Die Bah‡'’-Gemeinde braucht MŠnner und Frauen mit vielen Kenntnissen und FŠ-
higkeiten, denn in dem Ma§e, wie sie wŠchst, wird auch ihr TŠtigkeitsbereich im Gesell-
schaftsleben sich weiten und vielfŠltiger werden. Daher soll die Bah‡'’-Jugend die beste
Art und Weise erkennen, wie sie ihre angeborenen FŠhigkeiten im Dienst der Menschheit
und der Sache Gottes einsetzen und entwickeln kann, ob als Bauer, Lehrer, Arzt, Hand-
werker, Musiker oder in irgendeinem der zahllosen, ihnen offenstehenden Berufszweige.
Die Grundlage aller Gelehrsamkeit
In der Schule oder auf der UniversitŠt wird sich der Bah‡'’-Jugendliche oft in der un-
gewšhnlichen und etwas verwirrenden Lage befinden, tiefere Einsicht in eine Sache zu
haben als seine Lehrer. Die Lehren Bah‡'u'll‡hs werfen auf so viele Seiten des menschli-
chen Lebens und Wissens ein Licht, da§ ein Bah‡'’ frŸher als die meisten lernen mu§, das
ihm gebotene Wissen zu prŸfen und nicht blind hinzunehmen. Ein Bah‡'’ hat den Vorteil,
die gšttliche Offenbarung fŸr dieses Zeitalter zu kennen, die wie ein Scheinwerfer so vie-
le Probleme erhellt, die moderne Denker verwirren. Er soll deshalb die FŠhigkeit entwi-
ckeln, von allen um ihn herum zu lernen, seinen Lehrern mit angemessener
Bescheidenheit gegenŸberzutreten, dabei aber stets das, was er hšrt, zu den Bah‡'’-Lehren
in Beziehung zu setzen, denn sie werden ihm ermšglichen, den Weizen von der Spreu
menschlichen Irrtums zu trennen.
Die Aufgaben der Jugendlichen in der Gemeinde
Gleichzeitig mit dem Reifen des inneren Lebens durch Gebet, Meditation, Dienst und
Studium der Lehren, hat die Bah‡'’-Jugend Gelegenheit, die Arbeitsweise der Ordnung
Bah‡'u'll‡hs praktisch zu erlernen. Durch Teilnahme an Konferenzen und Sommerschu-
len sowie an Neunzehntagefesten und durch Mitarbeit in AusschŸssen kann die Bah‡'’-
Jugend die wunderbare FŠhigkeit zur Bah‡'’-Beratung erwerben, wodurch sie neue Wege
zur menschlicher Zusammenarbeit plant. Beratung ist nicht einfach zu erlernen, denn sie
erfordert die Bezwingung aller Selbstsucht und wilden Leidenschaft, die Pflege der Of-
fenheit und Gedankenfreiheit ebenso wie Hšflichkeit, geistige Aufgeschlossenheit und
rŸckhaltlose Annahme eines Mehrheitsbeschlusses. Auf diesem Gebiet kann die Bah‡'’-
Jugend die Wirksamkeit, die Kraft, den Zugang zur Einheit, die aus wahrer Beratung ent-
stehen, beweisen und im Gegensatz dazu die Nutzlosigkeit von Parteiungen, Lobbyismus,
Debatten, Geheimdiplomatie und einseitiger Handlungsweise, wodurch die heutigen Ver-
hŠltnisse gekennzeichnet sind, aufzeigen. Die Jugend nimmt auch am Leben der ganzen
Bah‡'’-Gemeinde teil und fšrdert eine Gesellschaft, in der alle Generationen, die Šltere
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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und die mittlere, Jugendliche und Kinder, vollkommen integriert sind und ein organisches
Ganzes bilden. Auch indem sie sich weigern, der Feindschaft und dem Mi§trauen unter
den Generationen, welche die moderne Gesellschaft bestŸrzen und verwirren, Raum zu
geben, werden sie die heilende und lebenspendende Kraft ihrer Religion beweisen.
Welche Schritte jetzt zu bedenken sind
Das dritte Jahr des Neunjahrplans hat eben begonnen. Die Jugend hat schon eine le-
benswichtige Rolle bei der Gewinnung seiner Ziele gespielt. Wir rufen sie nun mit gro§er
Liebe und hšchsten Hoffnungen, sie unserer inbrŸnstigen Gebete versichernd, auf, ein-
zeln und in Beratung, wo auch immer sie leben und wie ihre VerhŠltnisse auch sein mš-
gen, die Schritte zu erwŠgen, die sie jetzt tun sollten, um ihr VerstŠndnis der gšttlichen
Botschaft zu vertiefen, ihren Charakter nach dem Vorbild des Meisters zu bilden, jene FŠ-
higkeiten, Gewerbe und Berufe zu erlernen, mit deren Hilfe sie am besten Gott und den
Menschen dienen, ihren Dienst fŸr die Sache Bah‡'u'll‡hs zu steigern und ihre Botschaft
fŸr die Sucher unter ihren Zeitgenossen auszustrahlen.
1. September 1966
Drei weitere Nationale RŠte bis Ridv‡n 1967 zu bilden
KŸndigen voll Freude (die) Bildung zusŠtzlicher neuer Nationaler RŠte (von) Belize (mit)
Sitz Belize, (von) Laos (mit) Sitz Vientiane, (von) Sikkim (mit) Sitz Gangtok zu Ridv‡n
1967 an. Rufen (die) Nationalen RŠte (von) Guatemala, Thailand bzw. Indien auf, (die)
ersten Nationaltagungen (zur) Wahl (der) Nationalen RŠte einzuberufen. (Der) Rat (von)
Sikkim (ist ein) zusŠtzlicher Sieg (im) Neunjahresplan. (Die) verŠnderte Lage (in) Kam-
bodscha verlangt (die) ZurŸckstellung (der) Bildung (des) Nationalen Rates (in) jenem
Land. Zuwachs (der) oben genannten Nationalen RŠte erhšht (die) Anzahl weltweit auf
einundachtzig, deren Mitglieder (an der) zweiten Internationalen Tagung teilnehmen
werden. Bringen Dankgebete (an) Bah‡'u'll‡h dar; erbitten gšttliche BestŠtigungen (fŸr
die) Ausdehnung (und) Festigung dieser Territorien, (um die) feste Grundlegung (der)
kŸnftigen Pfeiler (des) Universalen Hauses der Gerechtigkeit sicherzustellen.
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Botschaften und Briefe
des Jahres 1967
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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7. MŠrz 1967
Lebenswichtige Aufgaben im Bah‡'’-Weltzentrum
Mit dem Fortschreiten des Neunjahresplanes ist fŸr die Bah‡'’-Welt jetzt die Zeit gekommen,
um grš§ere Anstrengungen fŸr die Entwicklung des Glaubens am Weltzentrum zu machen.
Beinahe alle zugŠnglichen, bisher unerschlossenen Gebiete des Planes sind nun er-
schlossen, und in der ganzen Welt sind Ausgangspunkte fŸr die zukŸnftige Ausdehnung
des Glaubens geschaffen worden; ein Programm fortschreitender Festigung wird Hand in
Hand mit der stŠndigen Ausbreitung verfolgt; die PlŠne fŸr die Erbauung des Panama-
Tempels sind weit gediehen; die .Ha.z’ratu'l-Quds, TempelgelŠnde und Stiftungen, die
nach dem Plan erforderlich sind, werden nacheinander beschafft; zu Ende der nŠchsten
Ridv‡n-Zeit werden 81 der bis 1973 benštigten 108 Nationalen Geistigen RŠte gebildet
sein, und die Eršffnung der Proklamationszeit naht schnell heran.
Seitdem das Universale Haus der Gerechtigkeit 1963 ins Leben gerufen wurde, war
sein Hauptanliegen am Weltzentrum, sich auf das Allernotwendigste zu beschrŠnken: Re-
paraturarbeiten an den Heiligen StŠtten, Einrichtung von BŸrorŠumen, Neuorganisierung
der Unterbringung von Pilgern, Zusammenstellen eines Mitarbeiterstabes, Entwicklung
eines Wohnungsprogramms fŸr die HŠnde der Sache mit ihren Familien, die Mitglieder
des Hauses der Gerechtigkeit mit ihren Familien und alle anderen GlŠubigen, die am
Weltzentrum Dienst tun; Ausarbeitung von PlŠnen fŸr die Erweiterung der GŠrten und
Einleitung der ersten Schritte fŸr die AusfŸhrung dieser PlŠne; Zusammenstellung und
karteimŠ§ige Erfassung der Heiligen Texte und der Briefe Shoghi Effendis; Pflege der
Beziehungen zur Regierung des Staates Israel und zu den Vereinten Nationen.
Wir haben uns bemŸht, die zunehmende Belastung, die diese wichtigen Ma§nahmen
fŸr den Internationalen Fonds bedeuteten, so klein wie mšglich zu halten, so da§ in den
Anfangsabschnitten des Planes der Hauptteil der verfŸgbaren Mittel fŸr die Lehrarbeit auf
der ganzen Welt eingesetzt werden konnte.
Wir mŸssen jetzt jedoch einige gro§e Vorhaben in Angriff nehmen, die fŸr den kŸnf-
tigen Fortschritt der Sache von entscheidender Bedeutung sind. Umfangreiche Verschš-
nerungen des geheiligten GelŠndes, das die Heiligen Schreine in Bahj’ und Haifa umgibt,
sowie des GelŠndes des zukŸnftigen Mashriqu'l-Adhk‡r auf dem Berge Karmel stehen
jetzt an, einmal um ihrer selbst willen, zum andern aber auch fŸr den Schutz dieser Ge-
lŠnde, die sich innerhalb der Grenzen von rasch wachsenden StŠdten befinden. Die Ein-
ordnung und Kodifizierung der Heiligen Texte mu§ dringend fortgesetzt werden; die
Vorkehrungen fŸr Pilgerreisen mŸssen wahrscheinlich stark erweitert werden, um der
stŠndig wachsenden Zahl von Anmeldungen aus Ost und West gerecht zu werden. Die In-
terkontinentalen Konferenzen und die Internationale Tagung mŸssen ausgerichtet und fi-
nanziert werden, und die Hilfseinrichtungen des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
mŸssen sich allmŠhlich entfalten kšnnen, damit die stŠndig wachsende und immer viel-
fŠltigere Arbeit am Weltzentrum des Glaubens weiterhin wirksam abgewickelt werden
kann. DarŸberhinaus mu§ die lebenswichtige UnterstŸtzung, die der Arbeit der HŠnde der
Sache und der Nationalen Geistigen RŠte gegeben wird, beibehalten werden.
Ridv‡n 1967 Weltweite Proklamation in neuer Dimension
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Die Mindesterfordernisse des Budgets des Internationalen Fonds haben sich seit 1963
nahezu verdoppelt, und wenn wir in die Lage kommen sollen, diese zusŠtzlichen Ent-
wicklungsaufgaben zu unternehmen, wird ein weit grš§erer Spendenflu§ benštigt, als er
jetzt zur VerfŸgung steht.
Wir rufen jeden Nationalen Geistigen Rat auf, jetzt Ÿber den Betrag nachzudenken,
den er als Spende fŸr den Internationalen Fonds in seinem Budget fŸr das kommende Jahr
ausweisen kann. In einigen FŠllen wird dies bedeuten, da§ die bisherigen Spenden ver-
doppelt, verdreifacht oder noch stŠrker gesteigert werden mŸssen. Bitte schreiben Sie, so-
bald Ihr Beschlu§ gefa§t ist, jedoch nicht spŠter als zum 21. April, und teilen Sie uns den
geschŠtzten Betrag Ihrer Zuweisung mit.
Dies ist eine Angelegenheit von lebenswichtiger Bedeutung, und wir werden an den
Heiligen Schreinen dafŸr beten, da§ die Freunde Ÿberall auf der Welt mit ganzem Herzen
diesem Aufruf Folge leisten werden.
Ridv‡n 1967
Weltweite Proklamation in neuer Dimension
Zum Abschlu§ des dritten Jahres des Neunjahresplanes bestŠtigen wir mit dankbarem
Herzen die Zeichen gšttlicher Gnade, mit denen Bah‡'u'll‡h Ÿberall die hingebungsvollen
BemŸhungen Seiner Diener unfehlbar unterstŸtzt und zum Ziele fŸhrt, und ohne Zšgern
geben wir unserem Vertrauen Ausdruck, da§ die Gemeinde des Grš§ten Namens durch
ihre Entschlossenheit und opferbereite Anstrengung den vollkommenen Sieg herbeifŸh-
ren kann und wird.
Im letzten Jahr wurde zur Bildung von elf neuen Nationalen Geistigen RŠten an Rid-
v‡n 1967 aufgerufen. Alle werden in dieser Ridv‡n-Zeit gewŠhlt werden. Wir hei§en mit
gro§er Freude die folgenden Nationalen Geistigen RŠte willkommen: Algerien und Tu-
nesien mit Sitz in Algier; Republik Kamerun mit Sitz in Victoria; Swasiland, Lesotho und
Mosambik mit Sitz in Mbabane; Sambia mit Sitz in Lusaka; Belize mit Sitz in Belize; In-
seln unter und Ÿber dem Winde und Jungfern-Inseln mit Sitz in Charlotte-Amalie; Ost-
und SŸdarabien mit Sitz in Bahrein; Laos mit Sitz in Vientiane; Sikkim mit Sitz in Gang-
tok; Taiwan mit Sitz in Taipeh; Gilbert- und Ellice-Inseln mit Sitz in Tarawa. Das Welt-
zentrum des Glaubens wird bei jeder dieser Nationaltagungen durch eine Hand der Sache
Gottes vertreten sein, die eine Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit Ÿber-
bringt, in der die neue Nationale Gemeinde willkommen gehei§en wird und ihren Anteil
an den Zielen des Neunjahresplanes zugewiesen bekommt.
Sichtbare Erfolge auf der ganzen Welt
An diesem Ridv‡n-Fest werden einundachtzig der 108 Nationalen Geistigen RŠte und
mehr als sechstausend der 13 737 šrtlichen Geistigen RŠte, die bis 1973 errichtet werden
mŸssen, gebildet sein; von den erforderlichen 54 102 Bah‡'’-Zentren sind 28 217 erreicht;
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
70
fŸnfzehn der fŸnfundsechzig geforderten Nationalen Eintragungen wurden erzielt; sieb-
zehn der zweiundfŸnfzig Nationalen .Ha.z’ratu'l-Quds, sieben der zweiundsechzig Tem-
pelgelŠnde, dreizehn der vierundfŸnfzig Nationalen Stiftungen, vierzehn der
zweiunddrei§ig Lehrinstitute wurden erworben; von den 973 im Plan geforderten šrtli-
chen Eintragungen wurden 123 erfŸllt; von den erworbenen šrtlichen .Ha.z’ratu'l-Quds
befinden sich vierundzwanzig in Indien, siebzehn in Kenia, neun in Uganda, zwei in SŸd-
afrika, zwei in der TŸrkei und eine Anzahl im Kongo (Kinshasa); Land fŸr acht weitere
wurde in Kenia gekauft, Land fŸr vier in Kamerun, fŸr zwei in Pakistan und fŸr eines in
Mauritius; in acht LŠndern wurden šrtliche Stiftungen zusŠtzlich zu den im Plan gefor-
derten erworben.
Island, Korea, Liberia, Luxemburg und Rhodesien anerkennen nun die Bah‡'’-Hei-
ratsurkunde; die Dominikanische Republik, Guayana, Hawaii, Island, Italien, Kenia und
Luxemburg anerkennen die Bah‡'’-Feiertage. In Liberia wurde eine Sommerschule er-
richtet, eine weitere - Ÿber die Erfordernisse des Planes hinaus - in Kanada; Land fŸr wei-
tere Sommerschulen wurde in Argentinien, €thiopien und Samoa gekauft. Die Liste der
Sprachen, in denen Bah‡'’-Literatur zur VerfŸgung steht, wurde um fŸnfundzwanzig neue
erweitert, wodurch die Gesamtzahl auf 397 angewachsen ist. Die Anzahl der dem Glau-
ben erschlossenen Gebiete hat 311 erreicht, einschlie§lich der kŸrzlich neu erschlossenen
Gebiete ChiloŽ-Archipel, Bonaire, Phoenix-Inseln und St. Martin sowie zweier Gebiete,
die zusŠtzlich zum Plan erschlossen wurden: der Melville-Insel in Australasien und
Montserrat von den Inseln Ÿber dem Winde.
Nach immer wieder vereitelten BemŸhungen ist es dem Nationalen Geistigen Rat von
Persien jetzt doch gelungen, in den Besitz der historischen Festung von Chihr’q zu kom-
men, jener unwirtlichen, einsamen Zitadelle, welche die letzte irdische Heimstatt des Ge-
segneten B‡b war und von der aus Er zu Seinem MŠrtyrertod nach Tabr’z gefŸhrt wurde.
Die Verwirklichung der schon lange gesuchten Anerkennung des Glaubens in Italien be-
deutet einen wunderbaren Sieg, der nicht nur zur Eintragung des Nationalen Geistigen
Rates, sondern auch aller šrtlichen Geistigen RŠte in Italien gefŸhrt und es ermšglicht hat,
da§ dort ein Bah‡'’-Verlag gegrŸndet werden kann. In Island wurde der Glaube als eine
der islŠndischen Religionen anerkannt. Dies bedeutet nicht nur die Eintragung des šrtli-
chen Geistigen Rates von Reykjavik, sondern ermšglicht es dem Vorsitzenden dieses
Geistigen Rates, Bah‡'’-Trauungen und Bah‡'’-Beerdigungen durchzufŸhren; au§erdem
befreit es den Glauben von bestimmten Steuern, erlaubt die Einhaltung von Bah‡'’-Feier-
tagen und ebnet den Weg fŸr die Eintragung des Nationalen Geistigen Rates jenes Lan-
des, wenn er einst gebildet sein wird. Die volle Anzahl von šrtlichen Geistigen RŠten,
Gruppen und Zentren, die im Plan gefordert werden, wurde in dreiundfŸnfzig Gebieten
und Inseln unter der Leitung von sechsundzwanzig Nationalen Geistigen RŠten bereits er-
reicht; fŸnf Gebiete haben die erforderliche Anzahl von šrtlichen Geistigen RŠten gebil-
det, und sieben haben die festgelegte Zahl von Zentren errichtet.
Seit vor einem Jahr der Aufruf dazu erging, wurden Ÿber alle fŸnf Kontinente hin in-
ternationale Lehrreisen unternommen unter Einschlu§ fast aller nationalen Gemeinden.
Achtundsiebzig Reisevorhaben wurden in Europa durchgefŸhrt, dreiundvierzig in Ame-
rika, siebenundzwanzig in Asien, fŸnfundzwanzig in Australasien, so da§ sich unter Ein-
Ridv‡n 1967 Weltweite Proklamation in neuer Dimension
71
rechnung der Lehrreisen in Afrika eine Gesamtzahl von etwa zweihundert ergibt. Es
besteht gro§e Hoffnung, da§ diese anspornende TŠtigkeit, die dem Herzen des geliebten
Meisters so teuer war, bestŠndig weiter ausgebaut wird.
Ein unaufhaltsamer geistiger Kraftstrom
Der Erhaltung und Festigung all dieser sichtbaren Erfolge dient eine ununterbrochene
Lehr- und VerwaltungstŠtigkeit auf der ganzen Welt, eine nie endende Bewegung inner-
halb der Bah‡'’-Gemeinde - vergleichbar dem unaufhšrlichen Anbranden der Meereswel-
len - , die die eigentliche Ursache ihres Wachstums darstellt. Nationale und šrtliche
Geistige RŠte suchen nach Lšsungen fŸr schwierige Probleme, entwerfen neue PlŠne,
nehmen die Verantwortung fŸr eine zahlen- und bewu§tseinsmŠ§ig wachsende Gemeinde
auf sich; AusschŸsse bemŸhen sich, die gesetzten Ziele zu erfŸllen; die Bah‡'’-Jugend be-
findet sich in eifriger, hingebungsvoller TŠtigkeit; einzelne Bah‡'’ und ganze Familien
setzen ihre BemŸhungen fŸr die Sache ein, um die Botschaft weiterzugeben oder Heim-
kreise abzuhalten - all dieser stŠndig erbrachte Dienst zieht die BestŠtigungen
Bah‡'u'll‡hs auf sich, und je mehr er von Gebeten und intensiver Einsatzbereitschaft be-
gleitet wird, je mehr er sich auch ausdehnt, desto stŠrker wird der geistige Kraftstrom, der
aus diesem Dienen in die Welt einflie§t, dem keine Macht auf Erden widerstehen kann
und der schlie§lich den vollstŠndigen Sieg der Sache bringen wird. Diese organische Le-
bendigkeit des Glaubens ist am Weltzentrum deutlich zu spŸren, und wir wŸnschen jedem
GlŠubigen, da§ er an dem Auftrieb teilhat, den sie verleiht.
Aufgaben am Weltzentrum
Im Weltzentrum des Glaubens wurde die Kodifizierung des Kit‡b-i-Aqdas und die
Vergleichung anderer wesentlicher Texte fortgesetzt. Die Ÿberaus wichtige Aufgabe der
Ausarbeitung der Verfassung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit ist weit vorange-
schritten. Die Anlage und Erweiterung der GŠrten, die die Heiligen Schreine in Haifa und
Bahj’ umgeben, nehmen ihren Fortgang. Die Veršffentlichung von The Bah‡'’ World,
Band XIII, wurde in die Wege geleitet; das Buch umfa§t die neun Jahre von 1954 bis
1963, also beinahe den gesamten Abschnitt des Zehnjahres-Kreuzzuges, und enthŠlt ei-
nen ausfŸhrlichen Artikel Ÿber den geliebten HŸter von `Amatu'l-Bah‡ Rœ.h’yyih Kh‡-
num. Der planvolle Ausbau der Beziehungen zu den Vereinten Nationen wird tatkrŠftig
verfolgt. Eine wichtige zusŠtzliche Leistung bedeutet die Errichtung eines Internationalen
Bah‡'’-Bild- und Tonarchivs, dessen Aufgabe es ist, allen Nationalen Geistigen RŠten
Lehr- und Vertiefungsmaterial zur VerfŸgung zu stellen sowie Bild- und Tonberichte auf-
zubewahren und karteimŠ§ig zu erfassen.
Der Dienst der HŠnde der Sache
Die Dienste der geliebten HŠnde der Sache haben wŠhrend des ganzen Jahres ein un-
erschšpfliches Licht ausgestrahlt. Die stŠndige Ermutigung, die sie den Nationalen Geis-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
72
tigen RŠten und den GlŠubigen auf der ganzen Welt gegeben haben, die Ziele des Planes
zu verfolgen und ein tieferes VerstŠndnis fŸr die wahre Bedeutung der Offenbarung
Bah‡'u'll‡hs zu gewinnen, trŠgt nicht wenig zum Fortschritt des Planes bei und mu§ eine
dauerhafte Wirkung auf die Entwicklung der Bah‡'’-Gemeinde ausŸben. Diese wenigen
tapferen, hingebungsvollen GlŠubigen, deren Platz in der Geschichte aufgrund ihrer Er-
nennung zu diesem hohen Amt fŸr immer gesichert ist, sind wirklich ein kostbares Erbe,
das uns von unserem geliebten HŸter hinterlassen wurde, und im Lauf der Jahre kommen
zu der Ehrerbietung und Achtung, die ihnen aufgrund ihres erhabenen Ranges zustehen,
immer mehr die Liebe und die Bewunderung der Freunde hinzu, die sie durch ihre uner-
mŸdlichen Dienste hervorrufen.
Aufgrund besonderer Erfordernisse wurden beim Einsatz der HŠnde in diesem Jahr
zwei VerŠnderungen vorgenommen: Hand der Sache John Robarts kehrte in die westliche
HemisphŠre zurŸck und nimmt einen besonderen Auftrag in seinem Geburtsland Kanada
wahr, und Hand der Sache William Sears ging wieder nach Afrika. Au§erdem geben wir
mit Freude bekannt, da§ Hand der Sache .Tar‡zu'll‡h Samandar’, dessen Augen durch den
Anblick Bah‡'u'll‡hs gesegnet wurden, das Universale Haus der Gerechtigkeit bei der In-
terkontinentalen Konferenz in Chicago anstelle der verstorbenen Hand der Sache Leroy
Ioas vertreten wird.
Das Haus der Andacht in Panama
Auf internationaler Ebene hat das gro§e Projekt des Tempels von Panama mit der
Auswahl eines Entwurfs begonnen, der von dem englischen Architekten Peter Tillotson
stammt. Herr Robert McLaughlin, ehemaliges Mitglied des Nationalen Geistigen Rates
der Vereinigten Staaten und emeritierter Dekan der Akademie fŸr Architektur an der
Princeton-UniversitŠt, der auch im technischen Beratungsausschu§ fŸr den Innenausbau
des Muttertempels des Westens in Wilmette mitgearbeitet hat, wurde zum architektoni-
schen Berater des Universalen Hauses der Gerechtigkeit bei der Erbauung des Tempels
ernannt. Er und Herr Tillotson haben das BaugelŠnde gemeinsam aufgesucht und arbeiten
in enger Gemeinschaft zusammen. Bilder und Zeichnungen des neuen Tempels werden
in KŸrze veršffentlicht, und die Freunde werden Ÿber die Fortschritte beim Bau dieses
Hauses der Andacht auf dem laufenden gehalten, das "zwischen den zwei gro§en Ozea-
nen liegt", einem Ort, der - wie `Abdu'l-Bah‡ andeutete - in Zukunft gro§e Bedeutung er-
langen wird und von wo aus die einmal angenommenen Lehren "den Osten und den
Westen, den Norden und den SŸden vereinigen werden".
Noch immer dringender Bedarf an Pionieren
Die segensreichen Auswirkungen der gro§artigen Pionierleistung aus dem zweiten
Jahr des Planes werden jetzt mehr und mehr fŸhlbar, aber trotzdem sind Pioniere noch
dringend vonnšten, und sie werden auch weiterhin in allen Teilen der Welt gebraucht,
nicht nur fŸr die Festigung und Entwicklung des Glaubens in den neu gewonnenen Ge-
bieten, sondern auch fŸr die Gebiete, die wŠhrend der Eršffnungsjahre des Planes wieder
Ridv‡n 1967 Weltweite Proklamation in neuer Dimension
73
eršffnet wurden. Der unmittelbare Bedarf umfa§t 209 Pioniere fŸr siebenundachtzig LŠn-
der und Territorien, die auf der beiliegenden Liste aufgefŸhrt sind, und der Aufruf gilt nun
der schnellen ErfŸllung dieser Aufgabe. Der Einsatz auf diesem hšchst verdienstvollen
Gebiet steht jedem GlŠubigen offen, und alle, die diesem besonderen Aufruf folgen wol-
len, werden gebeten, die Liste der LŠnder und Territorien durchzusehen und sich bei ih-
rem Nationalen Rat zu melden. NŠhere Einzelheiten Ÿber die Erfordernisse in jedem Land
sind den zustŠndigen Nationalen Geistigen RŠten und den PionierausschŸssen zuge-
schickt worden.
Eine starke Heimatfront - die Grundlage fŸr die Ausbreitung
Der stŠndige Bedarf an Pionieren und ebenso die herannahende weltweite Proklama-
tionszeit machen es unerlŠ§lich, auf jedem Kontinent den Heimatfronten besondere Auf-
merksamkeit zu widmen, denn aus ihnen kommen die Mitarbeiter und die administrative
Erfahrung, sie sind die solide Grundlage, von der die ganze Ausbreitung sowohl im Hei-
matland wie im Ausland ihren Ausgang nimmt. An der Heimatfront steht der grš§te Zu-
wachs an Geistigen RŠten, Gruppen und neuen GlŠubigen an, und diese Aufgabe mu§
tatkrŠftig verfolgt werden. Einige Nationale Geistige RŠte haben diese wichtigen Ziele in
Abschnitte unterteilt, wovon in jedem Jahr eine bestimmte Anzahl erfŸllt werden soll,
wodurch eine geplante und anpassungsfŠhige Inangriffnahme der Gesamterfordernisse
gewŠhrleistet wird. Solch ein systematisches, entschlossenes Angehen der Ziele an der
Heimatfront ist sehr empfehlenswert.
Der Bah‡'’-Fonds - unsere Ehre und unsere Herausforderung
Die drŠngenden, stŠndig wachsenden BedŸrfnisse des Bah‡'’-Fonds werden hiermit
allen GlŠubigen ins Bewu§tsein gerufen. Gro§e Vorhaben sind bereits in der AusfŸhrung
begriffen und stehen noch vor uns, die reiche Geldmittel zu ihrer Verwirklichung benšti-
gen. Das Haus der Andacht in Panama - der erste der beiden im Neunjahresplan zu errich-
tenden Bauten; die Verschšnerung und der Ausbau des Weltzentrums selbst mit einer
notwendigen und unvermeidlichen Erweiterung, um den wachsenden BedŸrfnissen des
Glaubens zu entsprechen; die UnterstŸtzung der lebenswichtigen Lehrprogramme in vie-
len Teilen der Welt; die Errichtung und Entwicklung neuer Nationaler Geistiger RŠte - all
dies bedarf dringend der UnterstŸtzung der Freunde von Ÿberall her durch anhaltendes,
aufopferndes Spenden. In dem Ma§e, wie die Inflation sich Ÿber die ganze Welt ausbrei-
tet, wird das von ihr bedingte Anwachsen der Lebenshaltungskosten, zumindest in den
wohlhabenderen LŠndern, durch entsprechend steigende Einkommen ausgeglichen. Die
Ausgaben des Bah‡'’-Fonds werden durch diesen inflationŠren Zustand unweigerlich hart
betroffen, was nur durch Spenden - sowohl grš§erer BetrŠge als auch von einer grš§eren
Zahl von Spendern - ausgeglichen werden kann. Das Haus der Gerechtigkeit ist der An-
sicht, da§ die finanziellen BedŸrfnisse der Sache durch universelle Beteiligung beim Ge-
ben gedeckt werden sollten, und fordert deshalb die Nationalen und šrtlichen RŠte
eindringlich auf, dieses Ziel kraftvoll und ideenreich zu verfolgen, wobei den Freunden
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
74
die Bitte des geliebten HŸters an alle GlŠubige ins GedŠchtnis gerufen wird, "da§ jeder
ohne Zšgern gemŠ§ seinen VerhŠltnissen seinen Anteil auf dem Altar des Bah‡'’-Opfers
niederlegen sollte". Die Tatsache, da§ nur wir Bah‡'’ fŸr die Sache spenden dŸrfen, ist un-
sere Ehre ebenso wie unsere Herausforderung.
Beginn der weltweiten VerkŸndigung
Indem wir uns dem dritten Abschnitt des Neunjahresplanes nŠhern, eršffnet sich vor
uns der Ausblick auf unerhšrte Mšglichkeiten, die das Herz jedes Ÿberzeugten AnhŠngers
Bah‡'u'll‡hs hšher schlagen lassen. †ber ein Jahrhundert lang haben wir uns abgemŸht,
den Glauben zu lehren; heldenhafte Opfer, hingebungsvolle Dienste, ungeheure Anstren-
gungen wurden erbracht, um Au§enposten des Glaubens in den wichtigsten LŠndern, Ter-
ritorien und Inseln dieses Erdballs zu errichten und das Rahmenwerk der administrativen
Ordnung rund um den Planeten aufzubauen. Doch bleibt der Glaube Bah‡'u'll‡hs der
Mehrzahl der Menschen bis jetzt noch immer unbekannt. Nun endlich, endlich wird die
weltweite Gemeinde des Grš§ten Namens aufgerufen, auf dem ganzen Erdball jeder
Schicht der menschlichen Gesellschaft in einem anhaltenden, intensiven Feldzug die hei-
lende Botschaft zu verkŸnden, da§ der Verhei§ene erschienen ist und da§ Zweck und Ab-
sicht Seiner Offenbarung das Wohlergehen und die Einheit der Menschheit sind. Dieser
Feldzug, der sich Ÿber eine lange Zeit erstrecken wird, der im kommenden Oktober zur
Erinnerung an die hundertjŠhrige Wiederkehr des von Bah‡'u'll‡h gegebenen "Auftaktes"
Seiner VerkŸndigung beginnen und in den verbleibenden Jahren des Neunjahresplanes an
Antriebskraft gewinnen wird, kann sehr wohl die Speerspitze fŸr andere PlŠne werden, zu
denen nacheinander aufgerufen wird, bis die Menschheit ihren Erlšser und Herrn erkannt
und dankbar angenommen hat.
Vor hundert Jahren wandte sich Bah‡'u'll‡h selbst an die Kšnige, Regenten, Religi-
onsfŸhrer und Všlker der Welt. Das Universale Haus der Gerechtigkeit empfindet es als
seine heilige Pflicht, die Aufmerksamkeit der FŸhrer der heutigen Welt auf jene Botschaft
zu lenken. Es wird ihnen deshalb den wesentlichen Inhalt der VerkŸndigung Bah‡'u'll‡hs
in Buchform Ÿberreichen. Das Buch trŠgt den Titel Die VerkŸndigung Bah‡'u'll‡hs, und
eine Sonderausgabe wird den OberhŠuptern der Staaten wŠhrend der Eršffnung der Pro-
klamationszeit zugeleitet werden. Eine allgemeine Ausgabe wird den Freunden in Eng-
lisch, Franzšsisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch zur VerfŸgung gestellt.
Die HŠnde der Sache Gottes `Amatu'l-Bah‡ Rœ.h’yyih Kh‡num, Ugo Giachery,
.Tar‡zu'll‡h Samandar’, `Al’-Akbar Furœtan, Paul Haney, `Abœ'l-Q‡sim Faiz’, die das
Universale Haus der Gerechtigkeit bei den Interkontinentalen Konferenzen im Oktober
in Panama, Sydney, Chicago, Kampala, Frankfurt und Neu-Delhi vertreten, werden im
September ein paar Tage vor dem Neunzehntagefest Mash’yyat (Wille) im Weltzentrum
zusammenkommen. Die Mitglieder des Universalen Hauses der Gerechtigkeit werden
sich mit diesen HŠnden im Gebet am Schrein Bah‡'u'll‡hs in Bahj’ vereinen und dann mit
ihnen gemeinsam im Landhaus beraten. Von jenem heiligen Ort aus werden diese HŠnde
der Sache im Namen der gesamten Bah‡'’-Welt eine besondere Pilgerreise nach Adriano-
pel machen, wo die Sœriy-i-Mulœk offenbart wurde. Einhundert Jahre nach dem histori-
Ridv‡n 1967 Weltweite Proklamation in neuer Dimension
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schen Ereignis, dessen zu gedenken ihr Ziel ist, werden sie am 27. September im Hause
Bah‡'u'll‡hs zu Gebet und Meditation zusammenkommen, wŠhrend gleichzeitig die Mit-
glieder des Universalen Hauses der Gerechtigkeit im Heiligsten Schrein in Bahj’ zur glei-
chen Gedenkandacht zusammentreten und fŸr den Erfolg der Konferenzen und der
Proklamationsprogramme beten werden. Die gesamte Bah‡'’-Welt wird in der Zeit zwi-
schen den Konferenzen und Ridv‡n 1968 der hundertjŠhrigen Wiederkehr der Eršffnung
jenes wundervollen Zeitabschnittes in der Menschheitsgeschichte gedenken, als die Wol-
ken der gšttlichen Gnade ihre SchŠtze in verschwenderischer FŸlle Ÿber die Menschen er-
gossen und die Tore des Kšnigreiches weit aufgesto§en wurden, um jedem, der Augen
hatte, zu sehen, einen neuen Himmel und eine neue Erde zu enthŸllen sowie das neue Je-
rusalem, das von Gott herniedergekommen ist.
Die Interkontinentalen Konferenzen
Gleich nach dem Mash’yyat-Fest werden die HŠnde der Sache von Adrianopel aus zu
ihren Konferenzen reisen, jede mit dem kostbaren Schatz einer Fotografie der Gesegneten
Schšnheit, und es wird das Vorrecht der Konferenzteilnehmer sein, diese Fotografie zu
sehen. Diese hochverdienten HŠnde werden im eigenen Namen zu der Konferenz spre-
chen, an der sie teilnehmen, und jeder Konferenz eine Botschaft des Universalen Hauses
der Gerechtigkeit als dessen Vertreter Ÿberbringen.
Diese sechs Konferenzen, die zum Gedenken an den Beginn von Bah‡'u'll‡hs eigener
VerkŸndigung einberufen wurden und eine Zeit der VerkŸndigung Seiner Botschaft
durch die Gesamtheit Seiner AnhŠnger einleiten, werden ganz ohne Zweifel wieder ein-
mal den Geist der Freude bezeugen, der solche ZusammenkŸnfte der Freunde belebt; sie
werden sie in ihrer Entschlossenheit bestŠrken, jede denkbare Ma§nahme oder Mšglich-
keit zu ergreifen, um den gšttlichen Ruf erschallen zu lassen. Geehrt durch die Anwesen-
heit von HŠnden der Sache, werden diese Konferenzen - Brennpunkte der Liebe und
Gebete der Freunde allŸberall, Magnete, die jene geistigen KrŠfte anziehen, welche allein
ihre Arbeit bestŠtigen kšnnen - so steht es vertrauensvoll zu hoffen, mŠchtige Quellen der
Einheit, geistiger Beschwingtheit und realistischer Planung sein. An die Nationalen Geis-
tigen RŠte ergeht der Ruf, dafŸr Sorge zu tragen, da§ sie bei der auf ihrem Kontinent statt-
findenden Konferenz vertreten sind, damit sie ihre PlŠne fŸr die Proklamation mit
anderen Nationalen Geistigen RŠten austauschen und mit ihnen die noch verbleibenden
Ziele des Neunjahresplanes besprechen kšnnen.
All denjenigen Freunden in so vielen LŠndern, die in unterschiedlichem Ma§e unter
BeschrŠnkungen und UnterdrŸckung zu leiden haben, so da§ šffentliche Gedenkveran-
staltungen und anschlie§ende Proklamationsprogramme entweder ganz unmšglich sind
oder doch stark beeintrŠchtigt werden, senden wir eine besondere Botschaft der Liebe und
Zuversicht. Ihnen Ÿbermitteln wir die Liebe und Bewunderung ihrer MitglŠubigen, die
aus Dankbarkeit fŸr ihre grš§ere Freiheit fest entschlossen sind, zur VerkŸndigung der
gšttlichen Botschaft solche Fanfarenstš§e erklingen zu lassen, da§ damit sehr wohl der
Weg zur Befreiung des ganzen Glaubens bereitet werden kann.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Proklamation und Lehren gehen Hand in Hand
Weltweite VerkŸndigung - das unbekannte Meer, auf das wir uns bald hinauswagen
mŸssen - wird unserer Arbeit eine neue Dimension hinzufŸgen, die nach und nach den
Zwillingsvorgang der Ausbreitung und Festigung ergŠnzen und weiter verstŠrken wird.
Diese neue Struktur des Lehrens, die sich schon so bald nach Vollendung des Gesamtrah-
mens der Verwaltungsordnung herausschŠlt, kann zum Werkzeug fŸr die Verbesserung
der lebenswichtigen Festigungsarbeit werden und au§erdem die in einhundert Jahren -
und ganz besonders seit dem Aufruf des geliebten HŸters zu systematischem, planvollem
Vorgehen - gewonnene Lehrerfahrung noch mehr zur Geltung bringen. Deshalb mu§ in
allen LŠndern, in denen wir die Freiheit haben, unsere Religion in die …ffentlichkeit zu
tragen, diese Aufgabe ein Teil unserer regulŠren Arbeit werden; sie mu§ im Budget be-
rŸcksichtigt sein, nationalen und šrtlichen AusschŸssen zugewiesen werden, damit sie
sich bemŸhen, sie zu erfŸllen und vor allem mit den laufenden Programmen zur Errei-
chung der Ziele des Neunjahresplanes abstimmen. Jede BemŸhung zur Proklamation mu§
lehrmŠ§ig unterstŸtzt werden, besonders auf šrtlicher Ebene, wo šffentliche AnkŸndi-
gungen auf solche BemŸhungen abgestimmt sein sollten. Diese Abstimmung ist von ent-
scheidender Bedeutung, denn nichts wŠre enttŠuschender, als da§ Tausende vom Glauben
hšren und dann nicht wissen, wo sie nŠhere Auskunft erhalten kšnnen.
Die Natur der Vertiefung
Der geliebte HŸter schrieb: "Danach zu streben, ein besseres VerstŠndnis der Bedeu-
tung der ŸberwŠltigenden Offenbarung Bah‡'u'll‡hs zu gewinnen, bleibt, und das ist mei-
ne unerschŸtterliche †berzeugung, die oberste Verpflichtung und der Zweck der
bestŠndigen BemŸhungen jedes einzelnen ihrer treuen AnhŠnger" - eine Feststellung,
welche die Verpflichtung zur Vertiefung in der Sache jedem GlŠubigen fest auferlegt.
Deshalb mšchten wir hier eher zur Natur der Vertiefung Stellung nehmen als zu der Fra-
ge, ob ihre FortfŸhrung wŸnschenswert sei.
Eine ins einzelne gehende, genaue Kenntnis des derzeitigen Aufbaues der Bah‡'’-Ad-
ministration oder der Satzungen von Nationalen und šrtlichen Geistigen RŠten oder der
zahlreichen und vielfŠltigen Anwendungsmšglichkeiten des Bah‡'’-Gesetzes unter den
verschiedenartigen UmstŠnden, die hier und dort auf der Welt herrschen, ist zwar durch-
aus wertvoll, doch kann sie nicht als die Art von Kenntnis angesehen werden, die mit Ver-
tiefung in erster Linie gemeint ist. Worum es geht, ist vielmehr ein klareres Erfassen der
Absicht Gottes fŸr den Menschen, vor allem Seiner unmittelbaren Absicht, wie sie von
Bah‡'u'll‡h offenbart und aufgezeigt wurde - eine Absicht, die mit den gelŠufigen Vor-
stellungen von menschlichem GlŸck und Wohlergehen Ÿberhaupt nichts gemein hat. Wir
sollten stŠndig auf der Hut sein, damit nicht das Geglitzer und Geflimmer einer im †ber-
flu§ lebenden Gesellschaft uns dazu verfŸhrt anzunehmen, da§ oberflŠchliche Ausrich-
tung auf die moderne Welt, wie sie von humanitŠren Bewegungen ertrŠumt oder als
Politik erleuchteter Staatskunst šffentlich verkŸndet wird - wie zum Beispiel, da§ alle
Mitglieder der menschlichen Rasse in den Genu§ eines hohen Lebensstandards, bester
Ridv‡n 1967 Weltweite Proklamation in neuer Dimension
77
Erziehung, medizinischer Betreuung und technischen Knowhows kommen - schon an
sich den herrlichen Auftrag Bah‡'u'll‡hs erfŸllen. Weit gefehlt! Dies sind alles Dinge, die
uns zufallen werden, wenn wir erst das Kšnigreich Gottes suchen, die aber nicht von sich
aus erklŠren, warum der B‡b Sein Leben gab, warum Bah‡'u'll‡h solche Leiden auf sich
nahm, wie sie nie jemand vor Ihm ertragen hat, warum der Meister und nach Ihm der HŸ-
ter ihre PrŸfungen und TrŸbsale mit solch Ÿbermenschlicher Kraft Ÿberwanden. Weit tie-
fer und grundlegender war ihre Schau, die bis zum tiefsten Sinn des menschlichen Lebens
vordrang. Dies wird am deutlichsten, wenn wir den Freunden einige der Aussagen Shoghi
Effendis vor Augen fŸhren, die er in seiner gestochen scharfen Abhandlung Das Ziel: die
neue Weltordnung formuliert hat. Er schreibt: "Der Grundsatz der Einheit der Menschheit
... verlangt eine organische, strukturelle VerŠnderung der heutigen Gesellschaft, eine Ver-
Šnderung, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat." Indem er von den "epochemachenden
UmwŠlzungen, die die grš§ten Marksteine in der Geschichte der menschlichen Zivilisa-
tion darstellen", spricht, fŸhrt er aus, da§ "... sie, im richtigen VerhŠltnis betrachtet, nicht
anders denn als untergeordnete AnpassungsvorgŠnge zu sehen sind und nur als Vorspiel
zu der unvorstellbar herrlichen Verwandlung grš§ten Ausma§es, die die Menschheit in
diesem Zeitalter notwendigerweise durchmachen mu§." In einer spŠteren Schrift sagt er
Ÿber die kŸnftige Zivilisation, die von Bah‡'u'll‡h errichtet wird, da§ sie ausgestattet ist
"... mit einer LebensfŸlle, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat oder sich bisher Ÿber-
haupt vorstellen kann."
Geliebte Freunde, dies ist das Thema, das wir bei unseren BemŸhungen, uns in der
Sache zu vertiefen, verfolgen mŸssen. Was ist die Absicht Bah‡'u'll‡hs fŸr die Mensch-
heit? Zu welchem Endzweck unterwarf Er sich den erschreckenden Grausamkeiten und
schimpflichen Behandlungen, die auf Ihn gehŠuft wurden? Was meint Er mit "einer neuen
Menschenrasse"? Welches sind die tiefgreifenden Umgestaltungen, die Er herbeifŸhren
wird? Die Antworten finden sich in den Heiligen Schriften unseres Glaubens und in ihren
Auslegungen durch `Abdu'l-Bah‡ und unseren geliebten HŸter. Mšgen die Freunde sich
in dieses Meer versenken, mšgen sie regelmŠ§ig Studienabende fŸr dessen stŠndige Be-
trachtung abhalten, und mšgen sie zur StŠrkung ihrer BemŸhungen gewissenhaft das tŠg-
liche Gebet und das tŠgliche Lesen des Wortes Gottes beachten, das Bah‡'u'll‡h allen
Bah‡'’ vorgeschrieben hat.
Die gebieterische Notwendigkeit, sich in der Sache zu vertiefen
Dieses hingebungsvolle BemŸhen der Freunde, sich in der Sache zu vertiefen, wird
jetzt mit dem Herannahen des Proklamationsprogramms zur gebieterischen Notwendig-
keit. Je mehr dieses Programm seine Wirkung zeigt, desto stŠrker wird sich die Aufmerk-
samkeit auf den Anspruch Bah‡'u'll‡hs richten und desto mehr mu§ mit Widerstand
gerechnet werden. "Wie gro§, wie Ÿberaus gro§ ist diese Sache!" schrieb der Meister,
"Wie heftig wird der Angriff aller Všlker und Geschlechter der Erde. Bald wird nah und
fern das Geschrei der Massen in ganz Afrika, ganz Amerika, der Kampfruf der EuropŠer
und der TŸrken, das Murren Indiens und Chinas zu hšren sein. Wie ein Mann und mit all
ihrer Macht werden sie sich erheben, um Seiner Sache zu widerstehen. Dann werden die
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
78
Ritter des Herrn mit dem Beistand Seiner Gnade aus der Hšhe, gestŠhlt im Glauben, un-
terstŸtzt durch die Macht der Erkenntnis und verstŠrkt durch die Legionen des BŸndnis-
ses, sich erheben und die Wahrheit des Verses offenbaren: `Sehet die Verwirrung, die die
Scharen der Besiegten befallen hat!`"
Eingedenk der zahllosen €u§erungen gšttlicher Liebe, die sich in unseren Schriften
finden, und im Bewu§tsein der au§erordentlichen Natur der Krise, der sich die Mensch-
heit gegenŸbergestellt sieht, rufen wir die Freunde auf, sich der Grš§e dessen, was an die-
sem Tage von uns erwartet wird, ganz neu bewu§t zu werden. Wir rufen in die Erinnerung
zurŸck, da§ die Gesegnete Schšnheit Bah‡'u'll‡h, wie auch Sein "Ÿber alles Geliebter" vor
Ihm und `Abdu'l-Bah‡ nach Ihm, Ihre Leiden in dieser Welt auf sich nahmen, damit die
Menschheit von materiellen Fesseln befreit werde und "wahre Freiheit erlange", "blŸhen
und gedeihen mšge", "dauernde Freude erfahre und von GlŸckseligkeit erfŸllt werde",
und wir beten darum, da§ die Anstrengungen der Freunde das Mittel sein mšgen, durch
das diese Herrlichkeit und dieses GlŸck sich schnell erfŸllen.
25. Juni 1967
EinhundertfŸnfzigster Jahrestag der Geburt Bah‡'u'll‡hs
Am 12. November 1967 jŠhrt sich zum einhundertfŸnfzigsten Mal Bah‡'u'll‡hs Geburts-
tag. Wir rufen die ganze Bah‡'’-Welt zu freudevoller Feier auf, wie sie einem fŸr die Zu-
kunft der Menschheit so folgenschweren Ereignis angemessen ist.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit fŸhlt, da§ das zeitliche Zusammentreffen die-
ses gro§en Anlasses mit dem Beginn der Proklamationsphase eine wundervolle Gelegen-
heit darstellt, die …ffentlichkeit auf die geistige wie auch die soziale Bedeutung der Sache
hinzuweisen. Nicht nur die Botschaft als solche, sondern die historische Tatsache einer
neuen Gottesoffenbarung sollte herausgestellt werden, mit allen Auswirkungen fŸr eine
neue Weltkultur, die sich daraus ergeben.
Die Freunde sollten nicht zšgern, die Nicht-Bah‡'’-…ffentlichkeit zu ihren Feiern und
Feierstunden einzuladen, auch wenn diese den Charakter einer Andacht haben; so man-
cher wird vielleicht von den Gebeten und dem Ausdruck der Dankbarkeit, die die Freunde
zeigen, angezogen werden, ebenso von dem erhabenen Ton der Texte aus den Bah‡'’-
Schriften.
2. Juli 1967
Wesen und Zweck der Proklamation
In etwas Ÿber drei Monaten wird die Periode weltweiter Proklamation des Glaubens mit
den sechs Interkontinentalen Konferenzen eršffnet, die zur Feier der einhundertjŠhrigen
Wiederkehr der Offenbarung des Sendbriefs an die Kšnige einberufen wurden. Die Kon-
2. Juli 1967 Wesen und Zweck der Proklamation
79
ferenzen werden den Vertretern der Nationalen Geistigen RŠte Gelegenheit geben, Ÿber
die Proklamation, die die verbleibenden fŸnfeinhalb Jahre des Planes ausfŸllen wird, Ge-
danken auszutauschen und PlŠne zu koordinieren.
Die belebende Wirkung dieses Gedankenaustausches wird weltweit zu einem enorm
gesteigerten Schwung fŸhren; weil aber viele Projekte schon vor diesem Datum ausgear-
beitet werden mŸssen, glauben wir, da§ einige zusŠtzliche Anmerkungen Ÿber Natur und
Zweck der Proklamation jetzt von Nutzen sein werden.
Die Proklamation umfa§t eine ganze Reihe von Ma§nahmen, von denen das Auftre-
ten in der …ffentlichkeit nur eine ist. Das Universale Haus der Gerechtigkeit selbst wird
den StaatsoberhŠuptern aller Nationen die Botschaft Bah‡'u'll‡hs Ÿbermitteln. DarŸber-
hinaus jedoch ist es eine der wichtigsten Pflichten jedes Nationalen Geistigen Rates, die
geistigen FŸhrer und bedeutende MŠnner und Frauen in seinem Land mit den grundlegen-
den Zielen, der Geschichte, dem gegenwŠrtigen Stand und den Leistungen des Glaubens
bekanntzumachen. Ein solches Unternehmen mu§ mit Šu§erster Weisheit, mit FeingefŸhl
und WŸrde durchgefŸhrt werden. Die mit solchen Kontakten verbundene …ffentlichkeits-
arbeit mu§ sehr sorgfŠltig bedacht werden; sie kann unter UmstŠnden auch unklug oder
unhšflich ausfallen. Dies ist natŸrlich ein Programm auf lange Sicht, denn solche Dinge
kšnnen nicht ŸberstŸrzt werden, aber sie erfordern stŠndige Aufmerksamkeit.
Zur Proklamation gehšrt andererseits auch ein System von Lehrprojekten, die darauf
abzielen, jede Gesellschaftsschicht zu erreichen. Diese Projekte mŸssen mit Weisheit und
gro§em Flei§ durchgefŸhrt werden und alle verfŸgbaren Mittel ausnutzen.
Die …ffentlichkeitsarbeit selbst mu§ gut geplant, wŸrdig und hšflich sein. So man-
cher auffŠllige Werbefeldzug mag zu Anfang sehr viel Aufmerksamkeit auf die Sache
lenken, kšnnte aber letztlich Abneigung hervorrufen, die zu beheben dann sehr mŸhsam
wŠre. Der Standard der WŸrde und Hšflichkeit, den uns der geliebte HŸter gesetzt hat,
sollte immer aufrecht erhalten werden, besonders bei Musikdarbietungen und Theater-
auffŸhrungen; Fotografien des Meisters sollten nicht im †berma§ benŸtzt werden. Das
hei§t nicht, da§ zum Beispiel die TŠtigkeit der Jugend gehemmt werden sollte; man
kann begeistert sein, ohne dabei respektlos zu sein oder die WŸrde des Glaubens zu un-
tergraben.
In jedem Land sind die VerhŠltnisse wieder anders, deshalb mu§ die geeignete Form
der …ffentlichkeitsarbeit fŸr jedes Land vom jeweiligen Nationalen Geistigen Rat selbst
bestimmt werden. Die Nationalen Geistigen RŠte brauchen Programme, die andere LŠn-
der entwickelt haben, nicht zu Ÿbernehmen oder nachzuahmen.
Bei jeder Art von …ffentlichkeitsarbeit ist die Nacharbeit Šu§erst wichtig. Proklama-
tion, Ausbreitung und Festigung sind TŠtigkeiten, die sich gegenseitig unterstŸtzen und
daher sorgfŠltig aufeinander abgestimmt sein mŸssen. Mancherorts mag es wŸnschens-
wert sein, einen Lehrfeldzug mit …ffentlichkeitsarbeit einzuleiten - anderswo ist es wei-
ser, zuerst eine feste šrtliche Gemeinde zu bilden, bevor man den Glauben šffentlich
bekanntmacht oder mit wichtigen Persšnlichkeiten Kontakt aufnimmt. Auch hier ist
Weisheit am Platze.
Wir haben mit Freude die Begeisterung begrŸ§t, mit der die Bah‡'’-Gemeinde sich
auf die vor uns liegenden herausfordernden Monate und Jahre vorbereitet, und sehen
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
80
mit gro§er Erwartung diesen Tagen entgegen, die nun nur wenige Monate von uns ent-
fernt sind und einen so verhei§ungsvollen Abschnitt in der Ausbreitung von Gottes
Wort einleiten werden.
Oktober 1967
Die Stunde ist da
Botschaft an die sechs Interkontinentalen Konferenzen
Heute, da einhundert Jahre vergangen sind, seit in Adrianopel die VerkŸndigung
Bah‡'u'll‡hs an die Herrscher, OberhŠupter und Všlker der Welt ihren Anfang nahm, er-
innern wir uns mit tiefer Bewegung der VerhŠltnisse, in denen sich der Glaube Gottes zu
jener Zeit befand. In einem Land, das von Ihm als "Land des Geheimnisses" bezeichnet
worden ist, hatte sich der TrŠger der Offenbarung Gottes erhoben, um diesen Glauben ge-
mŠ§ seinem gšttlich bestimmten Schicksal eine Stufe weiterzubringen.
Im Innern wurde die junge Sache Gottes von einer Krise geschŸttelt, aus deren Dunkel
die majestŠtische Gestalt Bah‡'u'll‡hs, des sichtbaren Mittelpunktes und Hauptes eines neu
begrŸndeten Glaubens, heraustrat. Die ersten Pilgerreisen zu Seinem Wohnsitz wurden
unternommen, die †berfŸhrung der sterblichen Reste des B‡b kam einen Schritt weiter,
und vor allem gab es die ersten Hinweise auf die kŸnftige Stellung `Abdu'l-Bah‡s als Mit-
telpunkt des BŸndnisses und auf die Offenbarung der neuen Gesetze fŸr den Neuen Tag.
Nach au§en wurde die volle Bedeutung der neuen Offenbarung von keinem geringeren
als ihrem Gšttlichen TrŠger verkŸndet, Seine AnhŠnger begannen sich offen zum Grš§ten
Namen zu bekennen, der unabhŠngige Charakter des Glaubens wurde herausgestellt, und
seine furchtlosen Vertreter griffen zur Feder, um seinen reinen Namen zu verteidigen.
Heute, einhundert Jahre spŠter, mŸssen die Freunde, die bei den sechs Interkontinen-
talen Konferenzen versammelt sind, um der Ereignisse in der Vergangenheit zu geden-
ken, und die das Vorrecht haben, das Bildnis ihres Geliebten zu sehen, die dringenden
BedŸrfnisse der Sache im jetzigen Zeitpunkt beraten.
Mit dem Eintritt der Bah‡'’-Welt in den dritten Abschnitt des Neunjahresplanes sind
wir aufgerufen, die gšttliche Botschaft erneut den StaatsoberhŠuptern und allen Men-
schen der Welt zu verkŸnden; zu helfen, da§ der Glaube Gottes aus der Unbekanntheit
auf das Feld šffentlicher Beachtung hinaustritt; durch standhafte Anwendung seiner
Gesetze seinen unabhŠngigen Auftrag darzulegen und uns gegen die Angriffe zu wapp-
nen, die sich mit Notwendigkeit gegen seinen siegreichen Vormarsch richten werden.
Von unseren Anstrengungen hŠngt weitgehend das Schicksal der Menschheit ab. Die
Frist von einhundert Jahren ist abgelaufen; der Kampf zwischen den KrŠften der Dun-
kelheit - das hei§t der niederen Natur des Menschen - und der aufgehenden Sonne der
gšttlichen Lehren, die den Menschen zu seiner wahren Stufe emporheben, wird von Tag
zu Tag erbitterter.
Der Feldzug anlŠ§lich des hundertsten Jahrestages ist vom Universalen Haus der Ge-
rechtigkeit damit eršffnet worden, da§ 140 StaatsoberhŠuptern eine Zusammenstellung
15. Oktober 1967 Beginn der dritten Phase im Neunjahresplan
81
von Bah‡'u'll‡hs eigener VerkŸndigung Ÿberreicht worden ist. Jetzt mŸssen die Freunde
die Botschaft der Ÿbrigen Menschheit bringen. Die Stunde ist da, und die Mšglichkeiten
sind unbegrenzt. Wir sind weder allein noch hilflos. Getragen von unserer Liebe zuein-
ander und gestŠrkt durch die Verwaltungsordnung - die unser geliebter HŸter mit so un-
endlicher MŸhe errichtet hat - , vermag die Armee des Lichtes Siege zu erringen, die das
Staunen der Nachwelt hervorrufen werden.
Wir beten an den Heiligen Schreinen, da§ diese Interkontinentalen Konferenzen zu
Zentren geistiger Erleuchtung werden, da§ sie die Freunde begeistern und ermutigen wer-
den, ihre Anstrengungen bei der weiteren Ausbreitung und Festigung des Glaubens Got-
tes zu verdoppeln, sich zur ErfŸllung der noch verbleibenden Pionierziele zu erheben,
Lehrreisen zu unternehmen und aus ihrem Vermšgen freigebig fŸr die verschiedenen
Fonds zu spenden, insbesondere fŸr das lebenswichtige Vorhaben der Errichtung des
Hauses der Andacht in Panama, zu dem `Amatu'l-Bah‡ Rœ.h’yyih Kh‡num wŠhrend die-
ser Konferenzen den Grundstein legen wird.
Die Menschheit tritt jetzt in das dunkelste Gravitationszentrum dieses †bergangszeit-
alters ein; doch unser Weg ist klar: die Erreichung der gesteckten Ziele und die VerkŸn-
digung der heilenden Botschaft Bah‡'u'll‡hs. Es ist unsere inbrŸnstige Hoffnung, da§ sich
auf diesen Konferenzen tapfere GlŠubige mit hochherzigem Entschlu§ und in liebendem
Dienst erheben werden, um die erfolgreiche und frŸhzeitige ErfŸllung der vor uns liegen-
den heiligen Aufgaben sicherzustellen.
15. Oktober 1967
Beginn der dritten Phase im Neunjahresplan
(Mit) Herzen erfŸllt (von) tiefster Dankbarkeit geben (wir die) Eršffnung (des) dritten Ab-
schnittes (des) Neunjahresplanes bekannt (durch die) erfolgreiche DurchfŸhrung (der)
sechs Interkontinentalen Konferenzen, (an denen) 9 200 GlŠubige teilnahmen einschlie§-
lich beinahe aller HŠnde (der) Sache, (einer) gro§en Anzahl Hilfsamtsmitglieder, Vertreter
fast aller Nationaler RŠte (in der) Bah‡'’-Welt (aus) Ÿber 140 Gebieten sowie Scharen von
asiatischen, afrikanischen (und) indianischen StŠmmen. UnschŠtzbares Vorrecht (wurde
den) Anwesenden zuteil (durch das) Anschauen (des) Bildnisses (der) Schšnheit Abh‡.
(Der) Geist (des) Heiligen Landes und (von) Adrianopel (wurde durch die) sechs auser-
wŠhlten Vertreter (des) Universalen Hauses Ÿbermittelt. Erste †berreichungen (des) Ver-
kŸndigungsbuches (im) Namen (des) Hauses (der) Gerechtigkeit fanden vor und wŠhrend
(der) Konferenzen statt. Ergebnisreiche Beratungen (Ÿber) Proklamation (und) Erreichung
(der) verbleibenden Ziele (des) Planes abgehalten. (Die) Verbundenheit (der) Bah‡'’-Welt
(wurde) weiter dargetan (durch das) gut ausgedachte Projekt (des) telefonischen Gru§aus-
tausches (zwischen) allen sechs Konferenzen. Geistige WirkkrŠfte (dieser) neuen Phase
verstŠrkt (durch die) offizielle Grundsteinlegung (zum) Muttertempel (von) Lateinamerika
(durch) `Amatu'l-Bah‡. †ber 230 Meldungen gingen (bei) Konferenzen ein, (sich den)
Reihen (der) tapferen Pioniere (der) Sache anzuschlie§en. Erheben HŠnde flehentlich (zu)
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
82
Bah‡'u'll‡h, (den) Freunden (in) jedem Land (ein) frisches Ausma§ himmlischer Kraft (zu)
verleihen, (um) sie (zu) befŠhigen, mit (einer) weiteren Sicht (und) unverminderter Ent-
schlossenheit (die) vor (uns) stehenden glorreichen Ziele (zu) verfolgen, bis dieser neue
Abschnitt (der) Proklamation seinen Anteil (an dem) gšttlich vorangetriebenen Vorgang
(der) Errichtung (des) Kšnigreiches Gottes (in den) Herzen (der) Menschen geleistet hat.
17. Oktober 1967
Internationale Bah‡'’-Gemeinde
(Am) Morgen (der) sechs Interkontinentalen Konferenzen (zur) Eršffnung (der) Prokla-
mationszeit geben (wir der) Bah‡'’-Welt wichtigen Schritt (in der) Entwicklung (der) Be-
ziehungen (zu den) Vereinten Nationen bekannt durch (die) †bernahme durch (das)
Universale Haus der Gerechtigkeit (der) Obliegenheiten (mit Bezug auf die) Vertretung
(der) Internationalen Bah‡'’-Gemeinde (in ihrer) Eigenschaft (als) nichtstaatliche Organi-
sation der Vereinten Nationen. Bei dieser Gelegenheit drŸcken (wir dem) Nationalen Rat
(der) Vereinigten Staaten und Mildred Mottahedeh (unsere) dankbare (und) liebevolle
WŸrdigung (fŸr) viele Jahre unermŸdlicher, hingebungsvoller (und) erfolgreicher Diens-
te als Vertreter bzw. Beobachter (aus).
33. Oktober 1967
Das herausragende Ziel des Lehrens
Wir haben kŸrzlich all den Nationalen Geistigen RŠten, die mit der Massengewinnung zu
tun haben, die beigefŸgten AuszŸge1aus den Schriften von Bah‡'u'll‡h und `Abdu'l-Bah‡
sowie aus Briefen von Shoghi Effendi Ÿbersandt. Wir sind der Ansicht, da§ sie auch fŸr
alle anderen Nationalen Geistigen RŠte sehr hilfreich sein werden.
Das Ÿberragende Ziel der Lehrarbeit zur jetzigen Zeit ist, die Botschaft Bah‡'u'll‡hs
in jede Schicht der menschlichen Gesellschaft und in alle Lebenskreise hineinzutragen.
Oft kommt eine begierige Antwort auf die Lehren aus ganz unerwarteter Richtung, und
jeder Widerhall dieser Art sollte rasch aufgegriffen werden, denn der Erfolg auf frucht-
barem Boden erregt das Interesse derer, die zunŠchst achtlos blieben.
Nicht jeder wird mit der gleichen Art der Darbietung anzusprechen sein; die Methode
der EinfŸhrung und ErlŠuterung mu§ sich vielmehr nach den Anschauungen und Interes-
sen des Hšrers richten. Wenn die EinfŸhrung so angelegt ist, da§ sie jedermann anspre-
chen soll, wird sie in der Regel das Mittelfeld anziehen, wŠhrend die beiden Extreme
unberŸhrt bleiben. Keine MŸhe darf gescheut werden, um sicherzustellen, da§ das heilen-
de Wort Gottes die Reichen und die Armen erreicht, die Gebildeten und die Analphabe-
1. abgedruckt in Wellspring of Guidance, Wilmette 1969, S. 125-129
12. November 1967 Erste Ozeanische Konferenz in Palermo
83
ten, die Alten und die Jungen, den Frommen und den Gottesleugner, den Bewohner
entlegener Bergregionen und Inseln, den Einwohner brodelnder StŠdte, den GeschŠfts-
mann im Vorortbereich, den Arbeiter in den Elendsquartieren, den Angehšrigen eines
Nomadenvolkes, den Bauern, den UniversitŠtsstudenten - alle mŸssen gewissenhaft in die
LehrplŠne der Bah‡'’-Gemeinde einbezogen werden.
Obgleich PlŠne sorgfŠltig ausgearbeitet und alle erforderlichen Ma§nahmen zur Fšr-
derung dieser Arbeit ergriffen werden mŸssen, sollte Ihr Rat nie zulassen, da§ solche PlŠ-
ne die leuchtende Wahrheit Ÿberschatten, die in den beigefŸgten Zitaten niedergelegt ist:
da§ es die Reinheit des Herzens, die Loslšsung, Aufrichtigkeit, Hingabe und Liebe des
Lehrers sind, die gšttliche BestŠtigungen anziehen und ihn - mag er noch so unkundig in
den Wissenschaften dieser Welt sein - befŠhigen, die Herzen seiner Mitmenschen fŸr die
Sache Gottes zu gewinnen.
12. November 1967
Erste Ozeanische Konferenz in Palermo
(Bei) Gelegenheit (des) einhundertfŸnfzigsten Geburtstages (der) Gesegneten Schšnheit
betrachten wir mit Herzen (voll) Ÿberflie§ender Dankbarkeit (die) unschŠtzbaren Gna-
dengaben, (die uns) Gott durch Seine Hšchste Manifestation zuteil werden lie§ (zur) Si-
cherstellung (der) ErfŸllung (des) glorreichen lang verhei§enen Kšnigreiches, (das sich)
nun (im) Mutterleib (eines in) Wehen (befindlichen) Zeitalters entwickelt (und) bestimmt
(ist), (der) Menschheit Frieden (und) ungeahntes GlŸck (zu) bescheren. Geben (die) Ein-
berufung (der) ersten Ozeanischen Konferenz (der) Bah‡'’-Welt (vom) dreiundzwanzigs-
ten bis fŸnfundzwanzigsten August 1968 (in) Palermo/Sizilien bekannt (im) Herzen (des)
Meeres, (das von) Gottes Manifestation (vor einem) Jahrhundert Ÿberquert (wurde) vor
(Seiner) Einkerkerung (im) Grš§ten GefŠngnis. Zweifacher Zweck (der) Konferenz (ist),
(die) folgenschwere ErfŸllung (der) uralten Verhei§ungen (des) Triumphes (von) Gottes
Boten Ÿber jedes schwere Unheil (zu) bedenken und PlŠne (zur) Verbreitung (der) Sache
(auf den) Inseln (des) Mittelmeeres (sowie in dessen) angrenzenden LŠndern (zu) beraten.
(Die) Teilnehmer (sind) sofort nach (der) Konferenz (ins) Heilige Land eingeladen, (um
der) Gedenkfeier (der) Ankunft (des) Herrn (der) Heerscharen (an) diesen Heiligen Ufern
beizuwohnen (und) sich (an der) Schwelle Seines Schreines erneut (der) DurchfŸhrung
(der vor uns) liegenden glorreichen Aufgaben (zu) verschreiben.
8. Dezember 1967
Die Beziehung der Bah‡'’ zur Politik
(AuszŸge aus einem Brief an einen GlŠubigen, der einige Fragen bezŸglich der Bezie-
hung der Bah‡'’ zu den derzeitigen gesellschaftlichen und politischen KrŠften stellte)
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
84
... Wir versuchen gern, einige der Fragen zu klŠren, die Ihnen bei den Beziehungen der
Bah‡'’ zur Politik problematisch vorkommen. Es handelt sich hier um eine besonders be-
deutsame Angelegenheit, gerade heutzutage, wo die allgemeine Weltlage so verworren
ist. Eine unŸberlegte Handlung oder €u§erung eines Bah‡'’ in irgendeinem Land kšnnte
dort oder anderswo zu schweren RŸckschlŠgen fŸr den Glauben, ja zum Verlust von Men-
schenleben unter den MitglŠubigen fŸhren.
Insgesamt sollte die Haltung eines Bah‡'’ gegenŸber den Problemen, den Leiden und
der Verwirrung seiner Mitmenschen im Lichte der Zielsetzung Gottes fŸr die Menschheit
unserer Zeit und der AblŠufe, die Er zur Erreichung dieser Ziele in Gang gesetzt hat, ge-
sehen werden.
Als Bah‡'u'll‡h im 19. Jahrhundert Seine Botschaft an die Welt verkŸndete, machte
Er zur GenŸge klar, da§ der erste, unumgŠngliche Schritt auf dem Weg zu Frieden und
Fortschritt der Menschheit ihre Vereinigung sei. "Die Wohlfahrt der Menschheit", sagte
Er, "ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, wenn nicht und bevor nicht ihre Ein-
heit fest begrŸndet ist." (WOB S.296)
Bis auf den heutigen Tag kšnnen Sie jedoch feststellen, da§ die meisten Menschen
einen entgegengesetzten Standpunkt einnehmen: Sie halten die Einheit fŸr ein letztes, fast
unerreichbares Ziel und konzentrieren sich darauf, zunŠchst alle anderen Leiden der
Menschheit zu heilen. Wenn sie nur wŸ§ten, da§ alle diese anderen Leiden nur verschie-
denartige Symptome und Nebenwirkungen der grundlegenden Krankheit - der Uneinig-
keit - sind!
Bah‡'u'll‡h hat darŸberhinaus erklŠrt, da§ die Wiederbelebung der Menschheit und
die Heilung aller ihrer Gebrechen nur durch das Mittel Seines Glaubens erreicht werden
kann. "Die Lebenskraft des Glaubens der Menschen an Gott stirbt aus in allen Landen.
Nur Seine heilende Arznei kann sie jemals wiederherstellen. Der Rost der Gottlosigkeit
fri§t sich in das Triebwerk der menschlichen Gesellschaft. Was au§er dem Heiltrank Sei-
ner machtvollen Offenbarung kann sie reinigen und neu beleben?" (€L Kap.99)
"Was der Herr als hšchstes Mittel und mŠchtigstes Werkzeug fŸr die Heilung der gan-
zen Welt verordnet hat, ist die Vereinigung aller ihrer Všlker in einer allumfassenden Sa-
che, einem gemeinsamen Glauben. Dies kann nicht anders erreicht werden als durch die
Macht eines befŠhigten, allgewaltigen und erleuchteten Arztes. Wahrlich, dies ist die
Wahrheit, und alles andere ist nichts als Irrtum." (€L Kap.120)
Die UnfŠhigkeit der Staatskunst
€hnlich schrieb der geliebte HŸter: "Ob wir die Menschheit im Lichte der persšnli-
chen LebensfŸhrung oder der Beziehungen zwischen den organisierten Gemeinschaften
und Nationen betrachten, sie ist leider zu weit abgeirrt, hat einen zu tiefen Niedergang er-
litten, als da§ sie allein durch die unbeholfenen Anstrengungen selbst der besten unter ih-
ren anerkannten Herrschern und StaatsmŠnnern - wie uneigennŸtzig ihre BeweggrŸnde,
wie wohlabgestimmt ihr Handeln, wie rŸckhaltlos ihr Eifer und ihre Hingabe an ihre Sa-
che auch seien - erlšst werden kšnnte. Kein Plan, den die Berechnungen hšchster Staats-
kunst noch ersŠnnen, kein LehrgebŠude, das die hervorragendsten Vertreter der
8. Dezember 1967 Die Beziehung der Bah‡'’ zur Politik
85
Wirtschaftstheorie noch errichteten, kein Grundsatz, den der glŸhendste Moralist noch
aufimpfen wollte, kšnnen letzten Endes ausreichende Grundlagen bieten, auf die die Zu-
kunft einer verwirrten Welt gebaut werden kann." (WOB S.56)
"Kein Aufruf zu gegenseitiger Duldsamkeit, den die Weltweisen erheben, wie zwin-
gend und nachdrŸcklich er auch sein mag, kann die Leidenschaften dieser Welt beruhigen
oder ihr helfen, ihre Lebenskraft zurŸckzugewinnen. Auch hat kein rein organisatorischer
Gesamtplan internationaler Zusammenarbeit, auf welchem Gebiet menschlichen Wirkens
er sich immer bewegt, wie geistreich er erdacht und wie umfassend er auch aufgefa§t
wird, den gewŸnschten Erfolg, wenn es darum geht, die Grundursache des †bels zu be-
seitigen, das die heutige Gesellschaft so hart aus dem Gleichgewicht geworfen hat. Ja, ich
wage zu behaupten, da§ nicht einmal das Ersinnen eines OrdnungsgefŸges, wie es fŸr die
politische und wirtschaftliche Vereinigung der Menschheit erforderlich ist - eine Grund-
forderung, die in letzter Zeit immer stŠrker vertreten wird - , da§ nicht einmal dieser Vor-
gang aus sich selbst heraus das Heilmittel gegen das Gift bieten kšnnte, welches stŠndig
die Kraftreserven der entwickelten Všlker und Nationen auszehrt. Was sonst, so kšnnen
wir getrost fragen, als die vorbehaltlose Annahme des gšttlichen Programms, das
Bah‡'u'll‡h vor bereits sechzig Jahren (um 1870) mit solcher Macht und Schlichtheit ver-
kŸndet hat, eines Programms, das in seinen WesenszŸgen Gottes Plan fŸr die Vereinigung
der Menschheit in diesem Zeitalter zum Ausdruck bringt, kann in Verbindung mit der un-
Ÿberwindlichen Gewi§heit der sicheren Wirkung aller seiner Vorkehrungen schlie§lich
den KrŠften innerer Auflšsung widerstehen, die sich, wenn ihnen kein Einhalt geboten
wird, immer tiefer in das Mark einer verzweifelten Gesellschaft hineinfressen?" (WOB
S.56f)
Zwei gro§e Prozesse laufen ab
Shoghi Effendi erklŠrt uns, da§ zwei gro§e Prozesse in der Welt ablaufen: zum einen
der gro§e Plan Gottes, der sich, stŸrmisch voranschreitend, durch die Menschheit als
Ganzes verwirklicht, die Barrieren gegen die Welteinheit niederrei§t und die menschliche
Gesellschaft im Feuer des Leides und der Erfahrung zu einem geeinten Organismus
schmiedet. Dieser Proze§ wird in der von Gott bestimmten Zeit den Geringeren Frieden,
die politische Vereinigung der Welt, herbeifŸhren. Die Menschheit zu diesem Zeitpunkt
ist einem geeinten, aber leblosen Organismus vergleichbar. Der zweite Vorgang, der die-
sem geeinten Organismus Leben einhaucht, wahre Einheit und Geistigkeit schafft und im
Grš§ten Frieden seinen Hšhepunkt erreicht, ist die Aufgabe der Bah‡'’, die sich mit ge-
nauen Weisungen und unter fortgesetzter gšttlicher FŸhrung bewu§t bemŸhen, die Struk-
turen des Reiches Gottes auf Erden zu errichten, ihre Mitmenschen dazu aufzurufen und
ihnen auf diese Weise ewiges Leben zu verleihen.
Der Ablauf des Grš§eren Planes Gottes vollzieht sich auf geheimnisvollen Wegen,
die Er allein zu fŸhren wei§; aber der Kleinere Plan, den Er uns als unsere Rolle in seinem
gro§en Programm fŸr die Erlšsung der Menschheit zur AusfŸhrung anvertraut hat, ist klar
umschrieben. Dieser Arbeit mŸssen wir unsere ganze Energie widmen; denn es gibt sonst
niemanden, der sie fŸr uns tut. So lebensnotwendig ist diese Aufgabe der Bah‡'’, da§
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
86
Bah‡'u'll‡h schrieb: "O Freunde! VernachlŠssigt die Tugenden nicht, die euch verliehen
wurden, noch versŠumt eure hohe Bestimmung. La§t eure MŸhe nicht an den leeren Ein-
bildungen scheitern, die manche Herzen ersonnen haben. Ihr seid die Sterne am Himmel
des Verstehens, der frische Wind, der bei Tagesanbruch weht, das ruhigflie§ende Wasser,
von dem das wahre Leben aller Menschen abhŠngt, die Buchstaben auf Seiner heiligen
Schriftrolle. BemŸht euch in inniger Eintracht und im Geiste vollkommener Verbunden-
heit, da§ ihr fŠhig werdet, das zu vollbringen, was diesem Tage Gottes gemŠ§ ist." (€L
Kap.96)
Die allerwichtigsten Aufgaben
Weil die Liebe zu den Mitmenschen und der Schmerz Ÿber ihre traurige Lage zum Le-
bensinhalt jedes wahren Bah‡'’ gehšren, drŠngt es uns fortgesetzt zu tun, was wir nur kšn-
nen, um ihnen zu helfen. Es ist Šu§erst wichtig, da§ wir uns so verhalten, wann immer
sich die Gelegenheit dazu bietet; denn unsere Taten mŸssen dasselbe zum Ausdruck brin-
gen, was unsere Worte besagen. Aber dieses Mitleid fŸr unseren NŠchsten darf uns nicht
dazu verleiten, unsere Energien in Wege zu lenken, die zu nichts fŸhren und uns die wich-
tigste und grundlegendste Arbeit vernachlŠssigen lassen. Es gibt Hunderttausende von
WohltŠtern der Menschheit, die ihr Leben ganz fŸr Hilfswerke und karitative Zwecke ein-
setzen, aber es gibt erbŠrmlich wenige, die jene Arbeit tun, die Gott vor allem anderen
getan haben will: die geistige Erweckung und Wiederbelebung der Menschheit.
Oft ist es unser fehlgeleitetes Empfinden, wir kšnnten unseren Mitmenschen durch
irgendwelche TŠtigkeiten au§erhalb unserer Glaubensgemeinschaft besser helfen, das
uns Bah‡'’ dazu verfŸhrt, der Politik nachzugehen. Dies ist eine gefŠhrliche SelbsttŠu-
schung, wie es Shoghi Effendi durch seinen SekretŠr zum Ausdruck brachte: "Wir Bah‡'’
mŸssen uns mit der Tatsache abfinden, da§ sich die Gesellschaft so rasch zersetzt, da§
Moralbegriffe, die noch vor einem halben Jahrhundert klar dastanden, heute hoffnungslos
verwirrt und, was noch schlimmer ist, mit widerstreitenden politischen Interessen všllig
vermengt sind. Deshalb mŸssen die Bah‡'’ ihre ganze Kraft in die KanŠle des Aufbaus der
Bah‡'’-Gemeinschaft und ihrer Verwaltungsordnung lenken. Auf keine andere Weise
kšnnen sie die Welt gegenwŠrtig verŠndern oder ihr helfen. Wenn sie sich in die Streit-
fragen einmischen, in denen sich die Regierungen der Welt bekŠmpfen, sind sie verloren;
aber wenn sie das Bah‡'’-Modell aufbauen, kšnnen sie es als ein Heilmittel darreichen,
wenn alles andere versagt hat." (Bah‡'’ News/USA, Nr.241, MŠrz 1951, p.14)
"... Wir mŸssen unser Bah‡'’-System aufbauen und den unvollkommenen Systemen
dieser Welt ihren Lauf lassen. Wir kšnnen sie nicht Šndern, indem wir uns hineinverwi-
ckeln; ganz im Gegenteil, sie wŸrden uns vernichten." (Bah‡'’ News/USA, Nr.215, Januar
1949, p.1)
Weitere und ausfŸhrlichere €u§erungen des HŸters zum gleichen Thema finden sich
in Principles of Bah‡'’ Administration 1963 p.24 und p.29-32. Sicherlich sind Ihnen diese
€u§erungen schon bekannt.
Der SchlŸssel zum wahren VerstŠndnis dieser GrundsŠtze scheint uns in den folgen-
den Worten Bah‡'u'll‡hs zu liegen: "O Volk Gottes! Befa§t euch nicht rastlos mit eueren
8. Dezember 1967 Die Beziehung der Bah‡'’ zur Politik
87
eigenen Belangen! La§t euere Gedanken fest auf das gerichtet sein, was das GlŸck der
Menschheit wiederherstellen und der Menschen Herzen und Seelen heiligen wird. Am
besten kann dies durch reine und heilige Taten, durch ein Leben der Tugend und durch
edles Betragen vollbracht werden. Mutiges Handeln wird den Sieg dieser Sache sichern,
und eine geheiligte Wesensart wird ihre Macht stŠrken. Halte dich an die Rechtschaffen-
heit, o Volk Bah‡s! Dies, wahrlich, ist das Gebot, das euch dieser UnterdrŸckte gegeben
hat, und die erlesene Wahl Seines unumschrŠnkten Willens fŸr jeden von euch." (€L
Kap.43)
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
88
89
Botschaften und Briefe
des Jahres 1968
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
90
22. April 1968
NeugewŠhltes Universales Haus der Gerechtigkeit
Geben der Bah‡'’-Welt die neugewŠhlten Mitglieder des Universalen Hauses der Gerech-
tigkeit bekannt: Amoz Gibson, Al’ Nakhjav‡n’, Hushmand Fat.h-i-A`.zam, Ian Semple,
Charles Wolcott, David Hofman, H. Borrah Kavelin, Hugh Chance, David Ruhe.
9. Mai 1968
Botschaft an die Nationaltagungen 1968
In freudigem Gedenken des hingebungsvollen Geistes (und der) reifen Beratungen (bei
der) Zweiten Internationalen Tagung preisen (wir die) gŸnstige Gelegenheit, (die)
GlŠubigen (bei der) Nationaltagung, kurz vor (dem) herausfordernden Scheitelpunkt
(des) Neunjahresplanes, anzuspornen, alle BemŸhungen (auf die) Erreichung jedes
(noch) verbleibenden Zieles (zu) richten und gleichzeitig (die) weltweite VerkŸndi-
gung (der) gšttlichen Botschaft auszudehnen (und zu) beschleunigen. Rufen alle Bah‡'’
in Šu§erster Liebe zum opferbereiten Einsatz (aller) Energien (und) Hilfsquellen (fŸr
den) Fortschritt (der) erlšsenden Ordnung Bah‡'u'll‡hs auf, (dem) einzigen Zufluchts-
ort (fŸr die) irregeleiteten (und) achtlosen Millionen. (Das) Weltzentrum (des) Glau-
bens (ist) Schauplatz anhaltender Beratungen (im) Geiste (des) Gebetes mit
versammelten HŠnden (der) Sache (Ÿber) Planziele einschlie§lich grundlegender Frage
(der) Entwicklung (der) Institution (der) HŠnde hinsichtlich (der) VerlŠngerung (ihrer)
gšttlich verordneten Aufgaben (des) Schutzes (und der) Verbreitung (in die) Zukunft.
Flehen stŠndig (an) Heiligen Schreinen (zum) Herrn (der) Heerscharen, (Er mšge die)
hingebungsvollen glŸhend Liebenden reich belohnen (mit einem) vollstŠndigen glor-
reichen Sieg.
21. Juni 1968
Errichtung Kontinentaler BeraterŠmter
Erfreut, wichtige Entscheidung (Ÿber die) Errichtung (von) elf Kontinentalen BeraterŠm-
tern (zum) Schutz (und zur) Verbreitung (des) Glaubens bekanntzugeben, (und zwar) je-
weils drei fŸr Afrika, Amerika (und) Asien (sowie) jeweils eines fŸr Australasien (und)
Europa. Dieser bedeutsame Schritt nach Beratung mit (den) HŠnden (der) Sache Gottes
sichert (die) kŸnftige FortfŸhrung (der) ihrer Institution zugeteilten Aufgaben. (Den)
Kontinentalen €mtern (ist) in enger Zusammenarbeit (mit den) HŠnden (der) Sache (die)
Verantwortung (fŸr die) Leitung (der) HilfsŠmter (und) Beratung (mit den) Nationalen
Geistigen RŠten anvertraut. (Die) HŠnde (der) Sache Gottes werden kŸnftig (ihre) inter-
24. Juni 1968 ErlŠuterungen zum Telegramm Ÿber die Errichtung der Kontinentalen BeraterŠmter
91
kontinentalen Dienste ausdehnen (durch die) †bernahme (der) weltweiten Rolle (des)
Schutzes (und der) Verbreitung (des) Glaubens. (Die) Mitglieder (des) Hilfsamtes werden
(den) Kontinentalen BeraterŠmtern berichten (und) verantwortlich sein. (Die) HŠnde
(der) Sache im Heiligen Land werden zusŠtzlich zu (ihrem) Verbindungsdienst zwischen
Universalem Haus (der) Gerechtigkeit und Kontinentalen BeraterŠmtern (bei der) zu-
kŸnftigen Errichtung (eines) Internationalen Lehrzentrums (im) Heiligen Land mitwir-
ken, (das in den) Schriften (des) geliebten HŸters vorangekŸndigt ist. Einzelheiten (der)
neuen Entwicklung werden brieflich mitgeteilt. Erflehen instŠndig gšttliche BestŠtigun-
gen (fŸr) weiteren Schritt (in der) unaufhaltsamen Entfaltung (der) mŠchtigen Verwal-
tungsordnung Bah‡'u'll‡hs.
24. Juni 1968
ErlŠuterungen zum Telegramm Ÿber die Errichtung
der Kontinentalen BeraterŠmter
Die majestŠtische Entfaltung des welterlšsenden administrativen Systems von
Bah‡'u'll‡h ist gekennzeichnet durch die aufeinanderfolgende Errichtung der verschiede-
nen Institutionen und Organe, die das Rahmenwerk dieser gšttlich geschaffenen Ord-
nung darstellen. So wurde mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Erscheinen der
ersten Nationalen Geistigen RŠte der Bah‡'’-Welt die Institution der HŠnde der Sache
Gottes formell geschaffen, indem der geliebte HŸter in †bereinstimmung mit den Ver-
ordnungen aus Wille und Testament von `Abdu'l-Bah‡, das erste Kontingent dieser
hochgestellten AmtstrŠger des Glaubens ernannte. Nach dem Hinscheiden des HŸters
der Sache Gottes fiel es dem Haus der Gerechtigkeit zu, einen Weg innerhalb der Ver-
waltungsordnung zu finden, um "die Institution der HŠnde der Sache im Hinblick auf die
VerlŠngerung der ihr zugeteilten Aufgaben des Schutzes und der Verbreitung in die Zu-
kunft hinein" zu entwickeln. Dies wurde eines der Ziele des Neunjahresplanes. In den
vergangenen vier Jahren wurde dieser Frage sehr viel Nachdenken und ein eingehendes
Studium gewidmet, und die Texte wurden gesammelt und durchgesehen. WŠhrend der
letzten zwei Monate war dieses Ziel, wie schon in unserem Telegramm an die National-
tagungen bekanntgegeben, Gegenstand anhaltender Beratungen im Geiste des Gebetes
zwischen dem Universalen Haus der Gerechtigkeit und den HŠnden der Sache Gottes.
Durch all dies wurde der Rahmen klar erkennbar, in dem dieses Ziel zu erreichen war.
Es ergab sich folgendes:
¥ Das Universale Haus der Gerechtigkeit sieht keinen Weg, auf dem weitere HŠnde der
Sache Gottes ernannt werden kšnnten.
¥ Die Abwesenheit des HŸters des Glaubens brachte eine všllig neue Beziehung zwi-
schen dem Universalen Haus der Gerechtigkeit und den HŠnden der Sache Gottes mit
sich und forderte vom Universalen Haus der Gerechtigkeit die allmŠhliche Entfaltung
der Art und Weise, in welcher die HŠnde der Sache ihre gšttlich verfŸgten Aufgaben
des Schutzes und der Verbreitung ausfŸhren konnten.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
92
¥ Wie auch immer eine neue Entwicklung oder neu zu schaffende Institution auszuse-
hen hatte, sollte sie jedenfalls mšglichst bald wirksam werden, um die Arbeit der
HŠnde der Sache zu verstŠrken und zu ergŠnzen und um gleichzeitig die Gelegenheit
voll nutzen zu kšnnen, da§ wir die HŠnde selbst noch zur VerfŸgung haben, um bei
der Einleitung und Steuerung der neuen Verfahrensweisen zu helfen.
¥ Die neue Institution - wie immer sie beschaffen sein mag - mu§ im Einklang mit den
GrundsŠtzen wachsen und wirken, die auch das Wirken der Institution der HŠnde der
Sache Gottes leiten.
¥ Im Lichte dieser †berlegungen beschlo§ das Universale Haus der Gerechtigkeit, wie
vor kurzem telegrafisch bekanntgegeben, die Errichtung von Kontinentalen Berater-
Šmtern fŸr den Schutz und die Verbreitung des Glaubens. Zu ihren Pflichten werden
die Leitung der HilfsŠmter in ihren jeweiligen Gebieten, die Beratung und Zusam-
menarbeit mit Nationalen Geistigen RŠten und die Unterrichtung der HŠnde der Sa-
che sowie des Universalen Hauses der Gerechtigkeit Ÿber die Lage des Glaubens in
ihren Gebieten gehšren.
¥ ZunŠchst wurden elf BeraterŠmter ernannt, je eines fŸr die folgenden Gebiete: Nord-
westafrika, Zentral- und Ostafrika, SŸdafrika, Nordamerika, Zentralamerika, SŸda-
merika, Westasien, SŸdostasien, Nordostasien, Australasien und Europa.
¥ Die Mitglieder dieser BeraterŠmter werden fŸr eine Amtsperiode oder Perioden die-
nen, deren Zeitdauer noch festgelegt und zu einem spŠteren Zeitpunkt bekanntgege-
ben wird. WŠhrend sie in dieser Eigenschaft tŠtig sind, stehen sie nicht fŸr die Wahl
in nationale oder šrtliche Verwaltungsinstitutionen zur VerfŸgung. Ein Mitglied je-
des Kontinentalen Berateramtes wurde als TreuhŠnder fŸr den Kontinentalfonds in
seinem Gebiet eingesetzt.
¥ Die HilfsŠmter fŸr den Schutz und die Verbreitung werden kŸnftighin den Kontinen-
talen BeraterŠmtern Bericht erstatten, welche die Mitglieder der HilfsŠmter ernennen
oder ersetzen, wie es die UmstŠnde erforderlich machen. In der Anfangsphase werden
diese Ernennungen oder Ersetzungen, wo sie notwendig werden, nach Beratung mit
der Hand oder den HŠnden erfolgen, die bisher fŸr den betreffenden Kontinent oder
die Zone zustŠndig waren.
¥ Die HŠnde der Sache Gottes haben das Vorrecht und die Verpflichtung, mit den Kon-
tinentalen BeraterŠmtern und Nationalen Geistigen RŠten jede Angelegenheit zu be-
raten, die nach ihrer Ansicht das Interesse des Glaubens berŸhrt. Die HŠnde im
Heiligen Land werden als Bindeglied zwischen dem Universalen Haus der Gerechtig-
keit und den Kontinentalen BeraterŠmtern tŠtig sein und darŸber hinaus das Univer-
sale Haus der Gerechtigkeit dabei unterstŸtzen, zu gegebenem Zeitpunkt ein
Internationales Lehrzentrum im Heiligen Land aufzubauen, wie es in den Schriften
des HŸters vorhergesehen ist.
¥ Die HŠnde der Sache Gottes sind eines der kostbarsten GŸter, welche die Bah‡'’-Welt
besitzt. Nachdem sie jetzt von der Betreuung der HilfsŠmter befreit sind, werden sie
ihre KrŠfte auf das vorrangige Erfordernis des allgemeinen Schutzes und der Verbrei-
tung konzentrieren kšnnen und auf die "Erhaltung der geistigen Gesundheit der
Bah‡'’-Gemeinden" und die "Lebenskraft des Glaubens" der Bah‡'’ in der ganzen
24. Juni 1968 ErlŠuterungen zum Telegramm Ÿber die Errichtung der Kontinentalen BeraterŠmter
93
Welt. Das Haus der Gerechtigkeit wird sich an sie wenden, um Sonderaufgaben in
seinem Namen durchzufŸhren, bei Bah‡'’-AnlŠssen und anderen Gelegenheiten als
seine Vertreter aufzutreten und um es Ÿber das Wohlergehen der Sache auf dem lau-
fenden zu halten. WŠhrend die HŠnde der Sache sich natŸrlich vorwiegend um die
Angelegenheiten des Glaubens in dem Gebiet kŸmmern, in dem sie ihren Wohnsitz
haben, werden sie in zunehmendem Ma§e weltweittŠtig sein, und dies wird ungemein
dazu beitragen, da§ die geistige Inspiration, die durch sie - die Hauptsachwalter des
keimhaften Weltgemeinwesens Bah‡'u'll‡hs - weitergeleitet wird, die ganze Bah‡'’-
Welt durchdringt.
Mit freudigem Herzen geben wir diese weitere Entfaltung der Verwaltungsordnung
Bah‡'u'll‡hs bekannt und verbinden unsere Gebete mit denen der Freunde Ÿberall in Ost
und West, da§ Bah‡'u'll‡h fortfahren mšge, Seine BestŠtigungen auf die BemŸhungen
Seiner Diener zur Sicherung und Fšrderung Seines Glaubens herabstršmen zu lassen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit gibt im folgenden die Namen derer bekannt,
die in die ersten Kontinentalen BeraterŠmter berufen wurden:
¥ Nordwestafrika: Husayn Ardik‡n’ (Rechner des Kontinental-Fonds), Mu.hammad
Kebdani, William Maxwell.
¥ Zentral- und Ostafrika: Oloro Epyeru, Kolonario Oule, Isobel Sabri, Mihd’ Saman-
dar’, `Az’s Yazd’ (Rechner des Kontinental-Fonds).
¥ SŸdafrika: Seewoosumbur-Jeehoba Appa, Shid‡n Fath-i-A`zam (Rechner des Konti-
nental-Fonds), Bah’yyih Ford.
¥ Nordamerika: Lloyd Gardiner, Florence Mayberry, Edna True (Rechner des Konti-
nental-Fonds).
¥ Mittelamerika: Carmen de Burafato, Artemus Lamb, Alfred Osborne (Rechner des
Kontinental-Fonds)
¥ SŸdamerika: Athos Costas, Hooper Dunbar (Rechner des Kontinental-Fonds), Do-
nald Witzel.
¥ Westasien: Mas’.h Farhang’, Mas`œd Khams’, H‡d’ Ra.hm‡n’ (Rechner des Konti-
nental-Fonds), Manœchihr Salm‡npœr, Sankaran-Nair Vasudevan.
¥ SŸdostasien: Yan Kee Leong, Khud‡ra.hm Paym‡n (Rechner des Kontinental-
Fonds), Chellie Sundram.
¥ Nordostasien: Rœhu'll‡h Mumt‡z’ (Rechner des Kontinental-Fonds), Vicente Sama-
niego.
¥ Australasien: Suhayl `Al‡'’, Howard Harwood, Thelma Perks (Rechner des Kontinen-
tal-Fonds).
¥ Europa: Erik Blumenthal, Dorothy Ferraby (Rechner des Kontinental-Fonds), Louis
HŽnuzet.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
94
9. Juli 1968
Hinscheiden der Hand der Sache Hermann Grossmann
(Mit) tiefem Bedauern geben (wir das) Hinscheiden (der) Hand der Sache Hermann
Grossmann bekannt. (Vom) geliebten HŸter Ÿberaus bewundert, beraubt sein schmerzli-
cher Verlust (die) Gemeinschaft (der) HŠnde der Sache (eines) hervorragenden Mitarbei-
ters und (die) Bah‡'’-Weltgemeinde (eines) standhaften FŸrsprechers (und) Fšrderers
(des) Glaubens. Seine mutige Treue wŠhrend (der) herausfordernden Jahre (der) PrŸfun-
gen (und) Verfolgungen (in) Deutschland (und seine) hervorragenden Dienste (in) SŸda-
merika (sind in den) Annalen des Glaubens verewigt. (Wir) laden alle Nationalen
Geistigen RŠte ein, Gedenkversammlungen abzuhalten, (die) seines erhabenen Ranges
(und seiner) beispielhaften Dienste wŸrdig sind. (Wir) bitten diejenigen, (die die) Mutter-
tempel betreuen, Gedenkandachten (vor einem) Auditorium auszurichten.
12. August 1968
Hinscheiden von Dr. Lutfu'll‡h Hak’m
Geben voll Trauer (das) Hinscheiden (von) Lu.tfu'll‡h .Hak’m, dem hingebungsvollen
Diener (der) Sache Gottes, bekannt. (Die) Sondermissionen, (mit denen) er betraut wurde,
(das) volle Vertrauen, (das der) Meister und (der) HŸter in ihn setzten, seine enge Verbin-
dung zu frŸhen hervorragenden GlŠubigen (in) Ost (und) West, darunter seine Zusam-
menarbeit (mit Dr.) Esslemont, seine Dienste (in) Persien, (auf den) Britischen Inseln
(und im) Heiligen Land, seine Mitgliedschaft - durch Ernennung und Wahl - im Interna-
tionalen Bah‡'’-Rat, seine Wahl (zum) Universalen Haus der Gerechtigkeit werden fŸr
immer (in den) unsterblichen Annalen (des) Glaubens Bah‡'u'll‡hs festgehalten sein. Tei-
len (den) GlŠubigen mit, (da§) angemessene Gedenkversammlungen (in) allen Zentren
abgehalten werden. †bermitteln allen seinen Familienmitgliedern (unser) liebevolles
MitgefŸhl (und) versichern (sie unserer) Gebete (fŸr den) Fortschritt seiner strahlenden
Seele (im) Abh‡-Reich.
Angesichts von Dr. .Hak’ms langem, hingebungsvollem Dienst fŸr den Glauben wer-
den die anderen Nationalen Geistigen RŠte gebeten, Gedenkversammlungen abzuhalten.
Besondere Gedenkandachten sollen in den vier Muttertempeln der Bah‡'’-Welt stattfinden.
August 1968
Botschaft an die Palermo-Konferenz
Das Ereignis, dessen wir bei dieser ersten Ozeanischen Bah‡'’-Konferenz gedenken, ist
einzigartig. Weder der Auszug Abrahams von Ur in Chaldaea nach der Gegend von Alep-
August 1968 Botschaft an die Palermo-Konferenz
95
po, noch die Reise Mose zum Gelobten Land, noch die Flucht Marias und Josefs mit dem
Jesuskind nach €gypten und auch nicht die Hedschra Mu.hammads kšnnen den Ver-
gleich aushalten mit der Reise, die Gottes Hšchste Manifestation vor nunmehr einhundert
Jahren zur See von Gallipoli nach dem Grš§ten GefŠngnis unternahm. Bah‡'u'll‡hs Reise
war Ihm von den zwei Despoten aufgezwungen worden, die als Seine Hauptgegner den
entschlossenen Versuch machten, Seine Sache ein fŸr allemal auszurotten. Der Befehl zu
Seiner vierten Verbannung kam, als die Flut Seiner prophetischen €u§erungen gewaltig
wogte. Die VerkŸndigung Seiner Botschaft an die Menschheit hatte begonnen; die Sonne
Seiner Erhabenheit hatte ihren Zenit erreicht, und aus der Hingabe Seiner AnhŠnger, der
WertschŠtzung der Bevšlkerung sowie der Achtung seitens der Regierungsbeamten und
der Vertreter fremder MŠchte geht klar hervor, da§ Seine hohe Stufe offenbar geworden
war. Zu diesem Zeitpunkt erreichte Ihn der Befehl zu Seiner endgŸltigen Verbannung
nach einem weit entfernten, finsteren und verpesteten Au§enposten des untergehenden
tŸrkischen Weltreiches.
Bah‡'u'll‡h erkannte besser als Seine kšniglichen Verfolger das Ausma§ der Krise, in
der Er sich befand, und alle die Mšglichkeiten des Unheils, die sie barg. In einer GefŠng-
niszelle eingeschlossen, ohne Zugang zu all denen, an die Er Seine Botschaft richten
mu§te, abgeschnitten von Seinen AnhŠngern mit Ausnahme einer Handvoll, die Ihn be-
gleiten sollten, mit denen Er aber auch nicht zusammenkommen durfte - unter solchen
UmstŠnden war es nach irdischen Ma§stŠben klar, da§ das Schiff Seiner Sache kentern,
Seine Mission scheitern und sterben mu§te.
Aber es war der Herr der Heerscharen, mit dem sie es zu tun hatten. In voller Kenntnis
der Leiden, die vor Ihm lagen, war Sein einziger Gedanke, Seinen AnhŠngern Vertrauen
und Kraft einzuflš§en. Er richtete an sie sofort erhabene Sendschreiben mit der Versiche-
rung, da§ die Macht Seiner Sache alle WiderstŠnde Ÿberwinden wŸrde. "Sollten sie ver-
suchen, ihr Licht auf dem Kontinent zu verbergen", ist eine Seiner kraftvollen
€u§erungen zu diesem Thema, "wird sie sicher ihr Haupt inmitten des Ozeans erheben
und ihre Stimme mit der VerkŸndigung erschallen lassen: `Ich bin der Lebensspender der
Welt!'" Alle PrŸfungen, die Menschen auf Ihn hŠufen konnten, wurden vom Felsen Sei-
nes unwandelbaren Willens wie der Gischt des Meeres zurŸckgeworfen. Seine geduldige
Hinnahme der Beleidigungen der Menschen, Seine SeelenstŠrke, Sein gšttlicher Geist
verwandelten die dŸsteren KlŠnge des Schreckens in einen Jubelchor des Triumphes. Auf
dem Tiefpunkt Seines irdischen Schicksals erhob Er die Standarte des Sieges Ÿber der Ge-
fŠngnisstadt und ergo§ Ÿber die Menschheit den heilenden Balsam Seiner Gesetze und
Gebote, die in Seinem Heiligsten Buche offenbart sind. "Bis in unsere Zeit", so bemerkt
`Abdu'l-Bah‡, "hat sich etwas Derartiges noch nie begeben."
Wenn wir Ÿber dieses ehrfurchtgebietende, Ÿberirdische Geschehen im Herzen nach-
denken, gewinnen wir vielleicht ein klareres VerstŠndnis unserer eigenen Zeit, einen ver-
trauensvolleren Ausblick auf ihr Entwicklungsziel und ein tieferes VerstŠndnis der Rolle,
die zu spielen wir aufgerufen sind. Da§ die Menschheit ohne Hilfe durch die Offenbarung
Gottes nicht imstande ist, die gewaltsame ErschŸtterung und Spaltung zu heilen, die den
ganzen Erdball erfa§t hat, ist eine Wahrheit, die wiederholt in unseren Schriften bestŠtigt
wird. Die alte Ordnung kann nicht wiederhergestellt werden; sie wird vor unseren Augen
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
96
aufgerollt. Der sittliche Verfall und die Verwirrung, die die menschliche Gesellschaft
heimsuchen, mŸssen ihren Lauf nehmen; wir kšnnen sie weder aufhalten noch abwenden.
Unsere Aufgabe ist es, die Ordnung Bah‡'u'll‡hs aufzubauen. Unbeirrt von den ver-
zweifelten Notma§nahmen derer, die alles daransetzen, mit politischen, wirtschaftli-
chen, sozialen oder Bildungsprogrammen den Sturm zu stillen, der alles menschliche
Leben aufwŸhlt, wollen wir zielbewu§t und hingebungsvoll all unsere KrŠfte konzent-
rieren, Sein gšttliches System aufrichten und im Schutze Seiner uneinnehmbaren Feste,
sicher vor den Pfeilen des Zweifels, Art und Weise des Bah‡'’-Lebens demonstrieren.
Jede Bah‡'’-Gemeinde, wo immer sie besteht, ob gro§ oder klein, mu§ sich durch ihren
stetigen, in sich ruhenden Geist der Sicherheit und des Glaubens auszeichnen, durch ih-
ren hohen Ma§stab fŸr Geradheit und Rechtlichkeit, ihr všlliges Freisein von Vorurtei-
len jeder Art, durch den Geist der Liebe unter ihren Mitgliedern und das festgefŸgte
Geflecht ihres Gemeindelebens. Der ins Auge fallende Unterschied zwischen all diesem
und der heutigen Gesellschaft wird notwendigerweise das Interesse der geistig aufge-
schlosseneren Menschen erregen, und je mehr die Dunkelheit der Welt zunimmt, desto
heller wird das Licht des Bah‡'’-Lebens leuchten, bis sein Strahlen endlich die ent-
tŠuschten Massen anziehen mu§ und sie veranla§t, den Hafen des BŸndnisses von
Bah‡'u'll‡h anzulaufen, der allein ihnen Frieden, Gerechtigkeit und ein geordnetes Le-
ben bringen kann.
Das gro§e Meer, in dem Sie jetzt auf einer der Hauptinseln versammelt sind - in des-
sen Hinterland und auf dessen Inseln die jŸdische, die christliche und die islamische Kul-
tur erblŸhten - , ist ein angemessener Schauplatz fŸr die erste Ozeanische Bah‡'’-
Konferenz. Vor zwei Jahrtausenden haben die JŸnger Christi in dieser Arena solche Taten
des Heldentums und der Selbstaufopferung vollbracht, da§ ihrer noch heute gedacht wird
und sie fŸr alle Zeiten in den Annalen Seiner Sache aufgezeichnet sind. Tausend Jahre
spŠter haben die LŠnder an den sŸdlichen und westlichen Gestaden dieses Meeres die
Herrlichkeit des Goldenen Zeitalters des Isl‡m erblickt.
Am Tage des Verhei§enen hat dieses Meer durch seine Verbindung mit dem Heroi-
schen und Gestaltenden Zeitalter Seiner Sache ewigen Ruhm gewonnen. Auf seinen Wel-
len hat es den Kšnig der Herrlichkeit selbst getragen; der Mittelpunkt Seines BŸndnisses
Ÿberquerte es mehrmals im Verlauf Seiner epochemachenden Reisen nach dem Westen,
bei denen Er durch Seine Anwesenheit in europŠischen und afrikanischen LŠndern unaus-
lšschliche Spuren hinterlie§; das Zeichen Gottes auf Erden reiste hŠufig auf ihm. In sei-
nen Tiefen ruhen die sterblichen †berreste der Hand der Sache Gottes Dorothy Baker,
und ringsum auf seinen Ufern liegt der Staub der Apostel, MŠrtyrer und Pioniere. Sechs-
undvierzig Ritter Bah‡'u'll‡hs sind mit sieben Inseln und fŸnf Randgebieten dieses Mee-
res verbunden. Durch solche und andere Ereignisse wurden die MittelmeerlŠnder - von
alters her die Heimat der Kulturen - mit einer geistigen Wirkkraft ausgestattet, mit der sie
die Erstarrung jener einst gro§artigen, aber nun dem Untergang geweihten sozialen Ord-
nungen lšsen und erneut das Licht gšttlicher FŸhrung ausstrahlen kšnnen.
Durch hingebungsvolle, heldenhafte, opferbereite Taten wurde wŠhrend der Amtszeit
des geliebten HŸters der Glaube Bah‡'u'll‡hs in diesem Gebiet fest errichtet. Acht SŠulen
des Universalen Hauses der Gerechtigkeit wurden aufgestellt, die Vorhut einer noch grš-
14. August 1968 Vertiefung der neuen GlŠubigen vorrangig
97
§eren Anzahl, die jetzt und im Verlauf zukŸnftiger PlŠne erstehen mu§ und, wie von
Shoghi Effendi vorhergesehen, auch Nationale Geistige RŠte auf den Hauptinseln dieses
historischen Meeres umfassen wird.
Die zeitliche Festlegung solcher erregenden Entwicklungen hŠngt vom Ausgang des
Neunjahresplanes ab. Am Scheitelpunkt dieses Planes, an dem wir uns jetzt befinden,
sind zwar schon gro§e Strecken zurŸckgelegt worden, aber mehr als die HŠlfte der Ziele
mu§ noch gewonnen werden. Die grš§te LŸcke klafft bei der Eršffnung neuer Zentren,
an denen Bah‡'’ leben, und bei der Bildung von šrtlichen Geistigen RŠten, die wiederum
unvermeidliche Auswirkungen auf die Errichtung Nationaler Geistiger RŠte hat. Eine ge-
waltige Steigerung des Lehrens - wirkungsvollen Lehrens - ist notwendig, um den RŸck-
stand aufzuholen. Pioniere werden benštigt, Lehrer mŸssen auf Reisen gehen, finanzielle
Mittel mŸssen zur VerfŸgung stehen. Wir hoffen, da§ bei dieser Konferenz durch Ihre Be-
geisterung, Ihre Gebete und Ihren Geist der Hingabe eine gro§e geistige Antriebskraft
entsteht, durch die die gewaltige Schwungkraft weiter verstŠrkt wird, die wŠhrend der
nŠchsten vier Jahre in fortgesetzter, stetiger Steigerung die Gemeinde des Grš§ten Na-
mens zum ŸberwŠltigenden Sieg im Jahr 1973 hintragen mu§.
Liebe Freunde, in wenigen Tagen wird die Jahrhundertfeier der Ankunft Bah‡'u'll‡hs
im Heiligen Land stattfinden. Die Herzen und Gedanken der gesamten Bah‡'’-Welt wer-
den sich zum Heiligsten Schrein wenden, wo diejenigen, welche das Vorrecht haben, die-
ser GedŠchtnisfeier beizuwohnen, den heiligen Ort umschreiten und ihre Gebete zum
Herrn des Zeitalters emporsteigen lassen. Mšgen sie ihrer MitglŠubigen zu Hause geden-
ken und aus der Tiefe ihrer Seele fŸr die Freunde Gottes Ÿberall solche Segensstršme und
Gnadengaben erflehen, da§ sie sich wie ein Mann erheben und ihre Liebe fŸr Ihn, der fŸr
sie gelitten hat, durch solche Taten des Opfers und der Hingabe beweisen, da§ sie alle Ta-
ten der Vergangenheit Ÿberstrahlen und jedes Hindernis auf dem Vormarsch der Sache
Gottes hinwegfegen.
14. August 1968
Vertiefung der neuen GlŠubigen vorrangig
Grš§ten Vorrang hat die Pflicht, das geistige Leben Ihrer neugewonnenen Mitstreiter zu
vertiefen; denn das Geschick der ganzen Gemeinde hŠngt vom einzelnen GlŠubigen ab.
Ohne die uneingeschrŠnkte UnterstŸtzung jedes einzelnen Freundes sind alle Unterneh-
mungen zum Scheitern verurteilt, auch wenn sie noch so gut geplant waren. Die einzelnen
GlŠubigen sind es, die die unter so gro§en Opfern errichteten Geistigen RŠte und Zentren
aufrechterhalten mŸssen. Sie mŸssen, vom Feuer der Liebe Bah‡'u'll‡hs entflammt, vor-
anschreiten und das Fundament administrativer TŠtigkeit weiter vergrš§ern, indem sie
neue RŠte bilden und das Banner Bah‡'u'll‡hs an neuen Orten aufpflanzen; sie mŸssen auf
den Ruf antworten und sich erheben, in die entlegenen Au§enposten des Glaubens reisen
und die Grenzen weiter hinausschieben, und sie mŸssen dank Ihrer weisen, liebevollen
Anleitung Ihre Mitstreiter werden in der ErfŸllung Ihrer gottgegebenen Sendung.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
98
4. September 1968
Hinscheiden der Hand der Sache Gottes Tar‡.zu'll‡h Samandari?
Mit kummervollem Herzen verkŸnden (wir das) Hinscheiden (der) Hand (der) Sache
Gottes, (des) Schutzschilds Seines Glaubens, (unseres) innigst geliebten .Tar‡.zu'll‡h
Samandar’ (im) dreiundneunzigsten Jahr seines Lebens am Tag nach der Hundertjahrfei-
er (der) Ankunft Bah‡'u'll‡hs (im) Heiligen Land. Treu bis zum letzten Atemzug (den)
Anweisungen seines Herrn, seines Meisters (und) seines HŸters, setzte er (seinen) selbst-
losen, ergebenen Dienst unvermindert fort, bis er wŠhrend (einer) kŸrzlichen Lehrreise
erkrankte. Ohne RŸcksicht (auf die) Erkrankung reiste er (ins) Heilige Land, (um an der)
Hundertjahrfeier teilzunehmen. Immer (im) GedŠchtnis (und im) Herzen (der) GlŠubi-
gen (in) Ost (und) West, deren LŠnder er mit (der) Botschaft seines Herrn bereiste, deren
Gemeinden er in Treue diente, wird dieser kostbare Zeuge (des) Heroischen Zeitalters,
der (die) Gegenwart (der) Gesegneten Schšnheit (im) Jahr Seines Hinscheidens erreich-
te, jetzt (am) Fu§ (des) Berges Gottes (zur) Ruhe gelegt unter (einem) Andrang (von)
GlŠubigen, (die sich in der) NŠhe (der) Stelle versammelt (haben, wo) Bah‡'u'll‡h erst-
mals dieses gesegnete Ufer betrat. Bitten alle Nationalen RŠte, Gedenkandachten abzu-
halten, auch (in den) vier Muttertempeln (der) Bah‡'’-Welt, angemessen (dem)
lebenslangen, hingebungsvollen, beispielhaften Dienst (fŸr den) Herrn der Heerscharen
durch einen Mann, (dem vom) Mittelpunkt des BŸndnisses (ein) liebevolles Willkom-
men (in der) Gegenwart Bah‡'u'll‡hs (im) Abh‡-Reich zugesichert wurde. †bermitteln
(den) Mitgliedern seiner hervorragenden Familie (unser) liebevolles MitgefŸhl (und)
versichern (sie unserer) Gebete.
8. September 1968 - Ergebnisse der Palermo-Konferenz
Zum Abschlu§ der ruhmreichen Konferenz in Palermo erlebten wir das Aufflammen tat-
krŠftiger Begeisterung von entschlossenen und ergebenen GlŠubigen, die sich verbŸrgt
haben, ihren Teil zur Erreichung der verbleibenden Ziele des Neunjahresplanes beizutra-
gen. Es wurden Ÿber hundertfŸnfundzwanzig Pionierangebote und Ÿber hundert Angebo-
te von Reiselehrern gemacht. DarŸber hinaus hat es einen gro§en Spendenflu§ zur
materiellen UnterstŸtzung der Lehrprojekte gegeben. HŠtte die gesamte Bah‡'’-Welt an
der Mittelmeerkonferenz teilnehmen kšnnen, dann wŸrden zweifellos alle Ziele schnell
erreicht.
Im Gedanken daran mšchten wir den Freunden, die die Konferenz nicht besuchen
konnten und die sicherlich durch Berichte und durch den persšnlichen Kontakt mit Kon-
ferenzteilnehmern die dort geweckte Begeisterung spŸren werden, deutlich zum Bewu§t-
sein bringen, da§ alle GlŠubigen das Vorrecht des Pionierens, der Mitwirkung am
Reiselehrprogramm und der Beteiligung an den Spenden fŸr den Fonds haben.
Bei der Konferenz haben wir bekanntgegeben, da§ der Internationale Hilfsfonds, der
bisher der UnterstŸtzung von Pionieren und Reiselehrern im internationalen Bereich
8. September 1968 - Ergebnisse der Palermo-Konferenz
99
diente, von jetzt an auch fŸr derartige Projekte auf nationaler Ebene in Gebieten bereit-
steht, wo die Ziele des Neunjahresplanes nur mit solcher UnterstŸtzung zu erreichen sind.
Es beschŠftigt uns, da§ jetzt, kurz vor der Halbzeit des Planes, immer noch 6 997 šrtliche
Geistige RŠte (76 % des Zieles) gebildet und Ÿber 22 800 neue Zentren (59 % des Zieles)
erschlossen werden mŸssen. Es liegt auf der Hand, da§ noch viele Hunderte von Pionie-
ren und Reiselehrern benštigt werden, viele davon im eigenen Land.
Wer nicht pionieren oder als Reiselehrer arbeiten kann, wird sich durch BeitrŠge zum
Internationalen Hilfsfonds beteiligen wollen. Bah‡'u'll‡h hat uns eingeschŠrft: "Sammelt
euere KrŠfte fŸr die Verbreitung des Glaubens Gottes. Wer immer einer so hohen Beru-
fung wŸrdig ist, der mache sich auf, den Glauben zu fšrdern. Wer dies nicht vermag, hat
die Pflicht, jemanden zu bestimmen, der statt seiner diese Offenbarung verkŸndet. ..."
(€L 96/3) Mšgen die Bah‡'’ der Welt sich im wahren Geist universeller Teilnahme ver-
einen und alle Siege erringen, solange es noch Zeit ist. Mšge jeder seine Verantwortung
im vollen Ma§e wahrnehmen, damit alle am Ende des Planes an den Lorbeeren teilhaben.
Wir beten inbrŸnstig, da§ dieser einhundertste Jahrestag der letzten Verbannung
Bah‡'u'll‡hs einen bedeutsamen Wendepunkt in den Geschicken des Neunjahresplanes
darstellen mšge.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
100
101
Botschaften und Briefe
des Jahres 1969
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
102
April 1969
Ridv‡n-Botschaft 1969
Der bestŠndige Fortschritt der Sache Gottes steht im krassen Gegensatz zu der chroni-
schen Unruhe, die die menschliche Gesellschaft heimsucht - ein Gegensatz, den die Er-
eignisse des letzten Jahres innerhalb wie au§erhalb des Glaubens nur noch vertieft haben.
Inmitten des Zerfalls der alten Ordnung hat die Sache Gottes ihren erhabenen Weg wei-
terverfolgt, hat ihre TŠtigkeiten und ihren Einflu§ ausgedehnt und ihre Verwaltungsord-
nung weiter entwickelt.
Den Auftakt des Jahres bildete die Zweite Internationale Tagung zur Wahl des Uni-
versalen Hauses der Gerechtigkeit im Heiligen Land, gefolgt von bemerkenswerten
AktivitŠten in der Sache. Die bedeutendste und weitestreichende Entwicklung war
zweifellos die Ernennung der elf Kontinentalen BeraterŠmter, womit das Ziel des
Neunjahresplanes erfŸllt wurde, das die Entwicklung der Institution der HŠnde der Sa-
che Gottes - eine VerlŠngerung der ihr zugeteilten Aufgaben des Schutzes und der Ver-
breitung in die Zukunft hinein - vorsah. Dieser Schritt, nach eingehender Beratung mit
den HŠnden der Sache unternommen, hat die TŠtigkeit dieser Institution wesentlich ge-
stŠrkt und es den einzelnen HŠnden zugleich ermšglicht, den Rahmen ihres Dienstes
Ÿber die kontinentalen Grenzen hinaus zu erweitern. Dadurch werden den Freunden die
Liebe, die Weisheit und der Geist der Hingabe, die diese vom HŸter Ernannten besee-
len, weltweit zuteil. Wir mšchten an dieser Stelle die beispielhafte Weise lobend her-
vorheben, in der die Berater unter der FŸhrung der HŠnde ihre hohen Pflichten
aufgegriffen haben.
Im August gedachte die erste in Palermo abgehaltene Ozeanische Bah‡'’-Konferenz
der Reise Bah‡'u'll‡hs Ÿber das Mittelmeer auf Seinem Weg zum Grš§ten GefŠngnis.
Teilnehmer dieser Konferenz besuchten unmittelbar anschlie§end die Qiblih ihres Glau-
bens, um am Schrein des Stifters ihre Ehrfurcht zu bezeugen und um der lange vorherge-
sagten Ankunft des Herrn der Heerscharen an den KŸsten des Heiligen Landes im vollen
Bewu§tsein ihrer geistigen Bedeutung zu gedenken. Diese Zusammenkunft von Ÿber
zweitausend GlŠubigen stand in einem unbeschreiblich krassen Gegensatz zur damaligen
Ankunft Bah‡'u'll‡hs vor einhundert Jahren, - zurŸckgewiesen von den Herrschern dieser
Erde, verhšhnt von den Leuten am Ort. So gro§ ist die bezwingende Kraft Seiner Bot-
schaft, so die unbesiegbare Macht des Kšnigs der Kšnige!
Diese selbe Botschaft wird nun von Seinen AnhŠngern von einem Ende der Welt zum
anderen verkŸndet. Schon einhundertzweiundzwanzig StaatsoberhŠuptern wurde die
Sonderausgabe des Buches Die VerkŸndigung Bah‡'u'll‡hs Ÿberreicht, und Tausende von
Beamten und fŸhrenden Persšnlichkeiten erhielten weitere Exemplare.
Bah‡'’-Gemeinden in der ganzen Welt haben die Tatsache, da§ die Vereinten Natio-
nen das Jahr 1968 zum Jahr der Menschenrechte erklŠrten, voll genutzt und nicht nur die
Bande zwischen der Internationalen Bah‡'’-Gemeinde und den Vereinten Nationen ge-
stŠrkt, sondern gleichzeitig den Glauben und seine heilende Botschaft verkŸndet. Ein
Land nach dem anderen hat erstmals Berichte Ÿber die Sache in den modernen Massen-
April 1969 Ridv‡n-Botschaft 1969
103
medien gehšrt. Dieser Ruf an die Všlker der Welt verstŠrkt sich von Tag zu Tag und mu§
fortgesetzt werden bis zur Beendigung des Planes und darŸber hinaus, so da§ jede Gesell-
schaftsschicht erfa§t wird.
Als Ansto§ und Hilfe fŸr diese lebenswichtige Arbeit sowie zur Fšrderung aller Ziele
des Planes geben wir hiermit eine Serie von acht Ozeanischen und Kontinentalen Konfe-
renzen bekannt, die zwischen August 1970 und September 1971 durchgefŸhrt werden,
und zwar wie folgt: La Paz/Bolivien und Rose Hill/Mauritius im August 1970, Monrovia/
Liberia und Djakarta/Indonesien im Januar 1971; Suva/Fidschi und Kingston/Jamaika im
Mai 1971; Sapporo/Japan und Reykjavik/Island im September 1971.
Ein †berblick Ÿber die Entwicklung des Neunjahresplanes lŠ§t erkennen, da§ gro§e
Fortschritte beim Erwerb von .Ha.z’ratu'l-Quds, TempelgelŠnden und Lehrinstituten, bei
der †bersetzung von Bah‡'’-Literatur in weitere Sprachen und bei der Eintragung von
šrtlichen und Nationalen Geistigen RŠten gemacht wurden. Das BaugelŠnde fŸr den Pa-
nama-Tempel wurde fŸr die Errichtung des GebŠudes vorbereitet, mit der begonnen
wird, sobald die endgŸltigen PlŠne und anderen Einzelheiten sowie die Bauvergabe ge-
nehmigt sind.
Als Ergebnis der beschleunigten Ausdehnung und Festigung, die ihren Anfang nahm
und die, wenn beibehalten und unterstŸtzt, eine Hochflut siegreicher Errungenschaften
hervorbringen wird, verkŸnden wir mit gro§er Freude die Bildung von zwšlf weiteren
Nationalen Geistigen RŠten. Zwei davon werden an Ridv‡n 1969 gebildet: der Nationale
Geistige Rat der Bah‡'’ von Rwanda-Burundi mit Sitz in Bujumbura und der Nationale
Geistige Rat der Bah‡'’ von Papua-Neuguinea mit Sitz Lae; zehn weitere an Ridv‡n 1970,
davon sechs in Afrika, nŠmlich die Nationalen Geistigen RŠte der Bah‡'’ der Kongo-Re-
publik (Kinshasa); von Ghana; Dahomey, Togo und Niger; Malawi; Botswana; sowie von
Gambia, Senegal, Portugiesisch-Guinea und den Kapverdischen Inseln; einer auf dem
amerikanischen Kontinent, nŠmlich der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ der Guayanas;
einer in Asien: der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ des Nahen Ostens; und zwei in Aus-
tralasien: die Nationalen Geistigen RŠte der Bah‡'’ von Tonga und den Cook-Inseln sowie
von Samoa. Damit steigt die Zahl der Nationalen Geistigen RŠte an Ridv‡n 1970 auf drei-
undneunzig.
In †bereinstimmung mit dem weltweiten Wachstum der Sache entwickelt sich auch
das Weltzentrum schnell. Die Pilger sind, wie der geliebte HŸter sagte, das Lebensblut
dieses Weltzentrums, und es war schon lange unsere gro§e Hoffnung und unser Wunsch,
allen den Segen einer Pilgerreise zum Heiligen Land gewŠhren zu kšnnen, die dazu in der
Lage sind. Es erfŸllt uns deshalb mit gro§er Freude, da§ wir nun die Mšglichkeit haben,
das Tor der Pilgerreise fŸr eine viel grš§ere Anzahl von GlŠubigen zu šffnen. Ab Oktober
dieses Jahres wird die Grš§e jeder Gruppe von Freunden, die eingeladen wird, vervier-
facht werden, und die Anzahl der jŠhrlichen Gruppen wird ebenfalls erhšht werden, so
da§ jedes Jahr beinahe sechsmal so viel Pilger wie jetzt die Mšglichkeit haben werden,
an den Schreinen der Zentralgestalten ihres Glaubens zu beten, die durch die Fu§spuren,
Leiden und Triumphe Bah‡'u'll‡hs und `Abdu'l-Bah‡s gesegneten Orte zu besuchen und
in der Stille dieser heiligen Vorhšfe zu meditieren, die mit so viel Sorgfalt von unserem
geliebten HŸter verschšnt wurden.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
104
Der grš§ere Zustrom von Pilgern wird die geistige Entwicklung der Bah‡'’-Weltge-
meinde stark fšrdern, die nun nach fŸnf Jahren anstrengender Arbeit und mit dem Lorbeer
hervorragender Siege gekršnt in den vierten Abschnitt des Neunjahresplanes eintritt.
Die grš§ten, die dringendsten Notwendigkeiten in diesem Abschnitt des Planes sind
ein schnelles Anwachsen der Anzahl der GlŠubigen und ein gro§er Schritt vorwŠrts bei
der Erschlie§ung zusŠtzlicher Zentren wie auch bei der Bildung von gut fundierten šrtli-
chen Geistigen RŠten, wie im Plan vorgesehen. Diese weltweite TŠtigkeit, Wahrzeichen
des vierten Abschnittes des Planes und Antwort auf die gewaltigen Mšglichkeiten, wel-
che sich durch den gegenwŠrtigen Zustand der Menschheit bieten, wird betrŠchtlich ver-
stŠrkt durch die Fortsetzung der Proklamation, ist die wesentliche Grundlage fŸr die
Errichtung der restlichen Nationalen Geistigen RŠte und wird in zunehmendem Ma§e
Zeuge der gŸnstigen Auswirkungen des internationalen Reiselehrens und der Zusammen-
arbeit zwischen den RŠten sein. Vor allem bedarf es eines aufopferungsvollen Spenden-
flusses von seiten der Freunde zur Speisung der Fonds des Glaubens, und schlie§lich
einer gewaltigen Schar von Pionieren.
Im zweiten Jahr des Planes vollbrachte die Bah‡'’-Welt ihre grš§te Heldentat in ge-
plantem Pionieren, als sich eine Gesamtzahl von fŸnfhundertundfŸnf GlŠubigen erhob,
um sich in den noch unerschlossenen und schwach besetzten Gebieten der Erde nieder-
zulassen. Diese herrliche Leistung mu§ nun Ÿbertroffen werden. Der Aufruf ergeht an
siebenhundertdreiunddrei§ig GlŠubige, ihr Heim zu verlassen und sich in den Gebieten
des Erdballs anzusiedeln, die dringend der PionierunterstŸtzung bedŸrfen oder dem Glau-
ben noch nicht erschlossen sind. Diese hingebungsvollen GlŠubigen, die sich ohne Zš-
gern erheben sollten, werden im vierten Abschnitt des Planes gebraucht, um sich in 184
genau bezeichneten Gebieten in allen Teilen der Welt niederzulassen: 48 in Afrika, 40 in
beiden Amerikas, 40 in Asien, 18 in Australasien und 38 in Europa. Obgleich die Verant-
wortung dafŸr in erster Linie denjenigen nationalen Bah‡'’-Gemeinden Ÿbertragen wurde,
die am ehesten Pioniere zur VerfŸgung stellen kšnnen, sollten doch alle in ihrem Herzen
bedenken, ob nicht vielleicht auch sie diesem Aufruf Folge leisten kšnnen, entweder in-
dem sie selbst gehen oder, wie es Bah‡'u'll‡h geboten hat, diejenigen unterstŸtzen, die an
ihrer Stelle gehen kšnnen. Weitere Einzelheiten werden den Nationalen Geistigen RŠten
zugesandt, um sicherzustellen, da§ diese lebenswichtige Aufstellung von Bah‡'’-Streitern
so schnell wie mšglich erfolgt.
Geliebte Freunde! Der Neunjahresplan ist gut vorangeschritten, unsere Arbeit wird
durch die nie endenden Segnungen Bah‡'u'll‡hs bestŠtigt, und der gesamten Bah‡'’-Welt-
gemeinde obliegt es jetzt, den vollstŠndigen Sieg zu erringen. Jene glŸckhafte Vollen-
dung, welche sich bereits schwach sichtbar am Horizont abzeichnet, kann nur durch harte
Arbeit, realistische Planung, opferbereite Taten, VerstŠrkung der Lehrarbeit und vor al-
lem durch das stŠndige BemŸhen jedes einzelnen Bah‡'’ erreicht werden, sein inneres Le-
ben jenem herrlichen Ideal anzupassen, das von Bah‡'u'll‡h fŸr die Menschheit aufgestellt
und von `Abdu'l-Bah‡ vorgelebt wurde. Betrachten wir das gšttliche Beispiel, das der
Meister uns gegeben hat, so wird uns klar, da§ Sein Leben und Seine Taten nicht einem
Modell der ZweckmŠ§igkeit entsprachen, sondern der unvermeidliche und spontane Aus-
druck Seines innersten Selbstes waren. Auch wir sollen nach Seinem Beispiel nur in dem
26. Mai 1969 Richtlinien zur Selbstverteidigung
105
Ma§e handeln, wie unsere innere Gesinnung, die durch die Erziehung des Gebetes und
der praktischen Lehrarbeit wŠchst und reift, zum Urquell unserer Haltung und unserer
Handlungen wird. Dies wird die Absicht Gottes erfŸllen helfen, den Triumph Seines
Glaubens sicherstellen und uns befŠhigen, den jetzigen Lauf der Sache mit einer gewal-
tigen Antriebsenergie zu versehen, deren Kraft die Gemeinde des Grš§ten Namens zu ei-
nem herrlichen Sieg im Jahre 1973 fŸhren wird und darŸber hinaus zu den fŸr uns noch
unfa§lichen Gestaden des Grš§ten Friedens.
26. Mai 1969
Richtlinien zur Selbstverteidigung
Wir haben Ihren (NGR Kanada) Brief vom 11. April in Betracht gezogen, in dem Sie nach
den Lehren des Glaubens Ÿber Selbstverteidigung fragen und um FŸhrung bitten bezŸg-
lich des Verhaltens des einzelnen angesichts wachsender bŸrgerlicher Unruhe in den
StŠdten Nordamerikas.
Aus den Ihnen bereits zugŠnglichen Texten geht klar hervor, da§ Bah‡'u'll‡h erklŠrt
hat, da§ es besser ist, auf dem Pfade Gottes getštet zu werden denn zu tšten und da§ or-
ganisierte religišse Angriffe gegen die Bah‡'’ nie in irgendeine Form von Krieg ausarten
dŸrfen, da dies in unseren Schriften streng verboten ist.
In einem bisher nicht Ÿbersetzten Sendschreiben von `Abdu'l-Bah‡ wird jedoch dar-
auf hingewiesen, da§ ein Bah‡'’ bei einem RaubŸberfall oder einem Angriff von Stra§en-
rŠubern sich ihnen nicht ausliefern, sondern versuchen sollte, sofern es die UmstŠnde
erlauben, sich zu verteidigen, und spŠter sollte er dann eine Klage bei den Regierungsstel-
len einbringen. In einem Brief, der im Auftrag des HŸters geschrieben wurde, fŸhrt auch
er aus, da§ ein Bah‡'’ im Notfall berechtigt ist, sein Leben zu verteidigen, wenn keine
rechtmŠ§ige Gewalt erreichbar ist, an die er sich wenden kšnnte. In einem anderen Brief
hat der HŸter weiter ausgefŸhrt, da§ der †berfall eines verantwortungslosen Angreifers
auf einen Bah‡'’ von diesem abgewehrt werden sollte, da er unter derartigen UmstŠnden
berechtigt ist, sein Leben zu schŸtzen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit mšchte zum gegenwŠrtigen Zeitpunkt nicht
Ÿber die oben angefŸhrten Richtlinien hinausgehen. Diese Frage ist grundsŠtzlich eine
Gewissensangelegenheit, und der betroffene Bah‡'’ mu§ im Einzelfall nach seinem Ur-
teilsvermšgen entscheiden, wann er mit der Selbstverteidigung aufhšrt, damit sein Ver-
halten nicht in Vergeltungsma§nahmen ausartet.
NatŸrlich finden die oben angefŸhrten GrundsŠtze auch in den FŠllen Anwendung, in
denen ein Bah‡'’ in eine Situation von BŸrgerunruhen hineingeraten sollte. Wir haben je-
doch den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten angewiesen, da§ es unter den
gegenwŠrtigen UmstŠnden in diesem Land vorzuziehen ist, da§ die Bah‡'’ fŸr ihren eige-
nen Schutz oder den Schutz ihrer Familien weder Waffen kaufen noch besitzen.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
106
10. Juli 1969
Neuernennungen in Kontinentale BeraterŠmter
Mit gro§er Freude kŸndigen wir unseren Beschlu§ an, die Gesamtzahl der Mitglieder der
Kontinentalen BeraterŠmter fŸr den Schutz und die Verbreitung des Glaubens auf acht-
unddrei§ig zu erhšhen. Dies geschieht durch die Erweiterung des Kontinentalen Berater-
amtes fŸr Nordostasien um Herrn John McHenry III und des Kontinentalen Berateramtes
fŸr SŸdamerika um Herrn Mas`œd Khams’; dadurch erhšht sich die Mitgliederzahl dieser
BeraterŠmter auf drei bzw. vier.
Au§erdem geben wir freudig die Ernennung von Frau Shirin Boman in das Kontinen-
tale Berateramt fŸr Westasien bekannt, wo sie eine freie Stelle ausfŸllen wird.
Die hingebungsvollen BemŸhungen aller elf Kontinentalen BeraterŠmter im ersten
Jahr ihres Dienstes fŸr den Glauben Bah‡'u'll‡hs waren beispielhaft und Ÿberaus rŸh-
menswert. Wir sind zutiefst von Dank erfŸllt fŸr die Treue, die Standhaftigkeit und Hin-
gabe, mit der alle Mitglieder tŠtig geworden sind, um die lebenswichtige Arbeit der
HŠnde der Sache Gottes zu verstŠrken.
11. August 1969
Bildung eines zusŠtzlichen Nationalen Geistigen Rates an Ridv‡n 1970
In der kurzen Zeitspanne, die seit unserer AnkŸndigung der Bildung von sechs neuen Na-
tionalen Geistigen RŠten in Afrika zum kommenden Ridv‡n-Fest verstrichen ist, veran-
la§t uns die Kette von Siegen, die durch die gro§artigen BemŸhungen der ergebenen
Freunde ermšglicht wurden, die Bildung eines siebenten Nationalen Geistigen Rates in
Afrika zu Ridv‡n 1970 bekanntzugeben. Der neue Nationale Geistige Rat fŸr Kongo
(Brazzaville), Tschad, die Zentralafrikanische Republik und Gabun wird seinen Sitz in
Bangui haben. Dadurch besitzt Uganda dann einen eigenen Nationalen Geistigen Rat.
Bitte geben Sie diese frohe Nachricht an die GlŠubigen weiter. Wir wissen, da§ die
Freunde auf der ganzen Welt mit uns um die fortgesetzte, ununterbrochene Verfolgung
und die schnelle ErfŸllung der Ziele flehen, die letzten Endes im Triumph der Sache
Bah‡'u'll‡hs gipfeln werden.
26. September 1969
Sommerschul-LehrplŠne
Die Berichte, die wir in diesem Jahr von den Sommerschulen in Europa erhielten, lassen
erkennen, da§ einige unangemessen viel Zeit auf philosophische und esoterische Themen
verwandten und der Bah‡'’-Glaube und seine Lehren unzureichend hervorgehoben wurden.
1. Oktober 1969 Berater- und Hilfsamt
107
Wie der geliebte HŸter betonte, ist es ein Hauptzweck der Bah‡'’-Sommerschulen, das
Wissen der Freunde Ÿber die Geschichte und die Lehren des Glaubens zu vertiefen, so da§
sie bessere Lehrer werden. In diesem Zusammenhang betonte er das Studium des Isl‡m
und des Qur'‡n, damit die Freunde ein Hintergrundwissen bekommen, das sie fŸr ihr Stu-
dium der Bah‡'’-Schriften brauchen. Er bat auch dringend, sich mit dem Studium der
Prinzipien der Bah‡'’-Verwaltungs- und Gesellschaftsordnung zu befassen.
Des weiteren sagte er, da§ die Sommerschulen wichtige AnlŠsse werden mŸssen, um
die Botschaft zu lehren. Einem GlŠubigen schrieb er:
"Durch das tŠgliche Zusammensein mit den Freunden werden Nicht-Bah‡'’ erkennen,
wie die Sache als eine aktive, lebendige Gemeinde funktioniert, die sich ganz dem Dienst
am Besten und Hšchsten in der Welt geweiht hat. Der Unterricht wird sie mit den Grund-
sŠtzen, auf denen die neue Weltordnung ruht, vertraut machen, und die Teilnahme am ge-
selligen Zusammensein der GlŠubigen wird sie erkennen lassen, wie eben diese
GrundsŠtze in die Tat umgesetzt werden."
Es wird darum gebeten, da§ die Nationalen RŠte im Lichte dieser wichtigen Grund-
sŠtze die LehrplŠne der Sommer- und Winterschulen prŸfen. Zu diesem Zeitpunkt, da es
als vordringlich gilt, den Neunjahresplan bis zum endgŸltigen Sieg zu verfolgen, ist es Šu-
§erst wichtig, da§ wŠhrend des Unterrichts Gelegenheit ist, den GlŠubigen die Notwen-
digkeit des Pionierens und Lehrens vor Augen zu fŸhren.
Wir beten darum, da§ die Sommerschulen in zunehmendem Ma§e die Freunde wirk-
samer heranbilden, so da§ sie ihrerseits KanŠle werden fŸr die Verbreitung der gšttlichen
DŸfte.
1. Oktober 1969
Berater- und Hilfsamt
Es sind eine Reihe von Fragen aufgekommen, die die Arbeit der Berater und der Hilf-
samtsmitglieder betreffen, und es wurde der Vorschlag gemacht, den Hilfsamtsmitglie-
dern zu gestatten, regelmŠ§ig mit Nationalen Geistigen RŠten und nationalen
AusschŸssen zusammenzuarbeiten. Wir haben erneut die verschiedenen damit verbunde-
nen UmstŠnde sorgfŠltig erwogen und kamen zu dem Beschlu§, da§ solche direkten Be-
ratungen eher eine Ausnahme als die Regel sein sollten.
Es liegt in der Verantwortung der Geistigen RŠte, unterstŸtzt von ihren AusschŸssen,
die Lehrarbeit zu organisieren und zu leiten, und dabei mŸssen sie selbstverstŠndlich auch
alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Freunde anzuspornen und zu begeistern. Da je-
doch die RŠte und AusschŸsse durch die Administration der Lehrarbeit wie auch mit allen
anderen Aufgaben des Bah‡'’-Gemeindelebens belastet sind, liegt es auf der Hand, da§
sie unmšglich so viel Zeit aufbringen kšnnen, wie sie es gerne mšchten, um die GlŠubi-
gen anzuregen.
AutoritŠt und Leitung gehen von den RŠten aus, wŠhrend die Kraft, die Aufgaben zu
erfŸllen, in erster Linie bei der Gesamtheit der GlŠubigen liegt. Es ist die vordringliche
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
108
Aufgabe der HilfsŠmter, bei der Erweckung und Freisetzung dieser Kraft mitzuhelfen.
Dies ist eine lebenswichtige TŠtigkeit, und wenn die HilfsŠmter ihr im vollen Umfang ge-
recht werden wollen, dŸrfen sie nicht in die administrative Arbeit hineingezogen werden.
Wenn z.B. Hilfsamtsmitglieder die GlŠubigen zum Pionieren anregen, sollte jeder GlŠu-
bige, der den Wunsch dazu Šu§ert, an den zustŠndigen Ausschu§ verwiesen werden, der
dann das Vorhaben in die Wege leiten wird. Berater und Hilfsamtsmitglieder sollten nicht
selbst Pionierprojekte oder Lehrreisen organisieren. Daraus wird klar, da§ die HilfsŠmter
aufs engste mit der Gemeindebasis zusammenarbeiten mŸssen: mit den einzelnen GlŠu-
bigen, den Gruppen und den šrtlichen Geistigen RŠten; diese sollen sie beraten, anregen
und ihnen beistehen. Die Berater sind verantwortlich dafŸr, die Nationalen Geistigen RŠte
anzuregen, zu beraten und zu unterstŸtzen; aber auch sie arbeiten mit Einzelnen, Gruppen
und šrtlichen Geistigen RŠten.
NatŸrlich hat ein Berater immer die Mšglichkeit, ein Hilfsamtsmitglied abzuordnen,
um zu einem bestimmten Zweck mit einem Nationalen Geistigen Rat zusammenzutref-
fen, aber das sollte nicht zur festen Gepflogenheit werden. Genauso kann es fŸr ein Hilf-
samtsmitglied angezeigt sein - falls der Nationale Geistige Rat einverstanden ist -
gelegentlich mit einem nationalen Ausschu§ zusammenzukommen, um die Lage in dem
Gebiet zu klŠren und einen intensiven Informations- und Gedankenaustausch vorzuneh-
men. Aber auch das sollte nicht zur Regel werden; denn sonst bestŸnde die gro§e Gefahr,
da§ das richtige Funktionieren dieser beiden Institutionen behindert und damit die grund-
sŠtzlich erforderliche Zusammenarbeit zwischen den Kontinentalen BeraterŠmtern und
den Nationalen Geistigen RŠten beeintrŠchtigt und untergraben wŸrde. Es wŸrde die
KrŠfte und die Zeit der Hilfsamtsmitglieder verzetteln, wenn sie in die Administration der
Lehrarbeit verwickelt wŸrden. Es kšnnte dazu fŸhren, da§ das Hilfsamtsmitglied allmŠh-
lich die Leitung des nationalen Ausschusses Ÿbernimmt und somit die Funktion des Na-
tionalen Geistigen Rates an sich zieht, oder da§ es lediglich zu einem Reiselehrer wird,
der auf Anweisung des Ausschusses oder des Nationalen Rates hierhin und dorthin ge-
schickt wird.
Es ist natŸrlich lebensnotwendig, da§ Informationen vollstŠndig und umgehend aus-
getauscht werden, wie es in der Zusammenstellung Ÿber die Arbeit der Hilfsamtsmitglie-
der vom 25. MŠrz 1969 erklŠrt wurde. Die Art und Weise, wie dies sichergestellt werden
kann, sollte von den Beratern und den Nationalen Geistigen RŠten ausgearbeitet werden;
die Methoden kšnnen von Gebiet zu Gebiet verschieden sein.
Berichte und Empfehlungen fŸr die praktische Arbeit sind jedoch etwas ganz anderes.
Hilfsamtsmitglieder sollten solche Berichte und Empfehlungen an die Berater schicken
und nicht direkt an die Nationalen RŠte oder nationalen AusschŸsse. Es kann sein, da§ die
Berater die Empfehlung zurŸckweisen oder abŠndern; oder falls sie sie annehmen und an
den Nationalen Geistigen Rat weiterleiten, entscheidet sich vielleicht dieser fŸr eine Ab-
lehnung. WŸrde ein Hilfsamtsmitglied seine Empfehlungen direkt an einen nationalen
Ausschu§ richten, dann wŸrden die Kenntnisse und Erfahrungen aus einem weiteren Be-
reich als dem, den das Hilfsamtsmitglied Ÿberblicken kann, nicht genutzt und gingen da-
mit praktisch verloren, und die AutoritŠt der Berater wie auch des Nationalen Rates wŸrde
durchkreuzt und untergraben.
1. Oktober 1969 Berater- und Hilfsamt
109
Ebenso gilt: Ein Hilfsamtsmitglied kann natŸrlich von den Nationalen RŠten und na-
tionalen AusschŸssen Informationen erhalten - und es sollte dies auch - , aber seine wich-
tigste Informationsquelle Ÿber die Gemeinde mu§ sein eigener direkter Kontakt mit
šrtlichen Geistigen RŠten, Gruppen und einzelnen GlŠubigen sein. Auf diese Weise ha-
ben die Berater und die Nationalen Geistigen RŠte den Vorteil zweier unabhŠngiger In-
formationsquellen Ÿber die Gemeinde: einerseits durch die Hilfsamtsmitglieder und
andererseits durch die nationalen AusschŸsse.
Manchmal mi§verstehen die RŠte, was mit der Aussage gemeint ist, da§ Berater und
Hilfsamtsmitglieder mit der Lehrarbeit betraut sind und nicht mit der Administration.
Es wird so aufgefa§t, da§ sie keine RatschlŠge in administrativen Angelegenheiten ge-
ben dŸrften. Das ist vollkommen falsch. Eines der Dinge, das die Berater und Hilfsamt-
smitglieder beobachten und worŸber sie berichten sollen, ist die richtige Arbeit der
administrativen Einrichtungen. Wenn wir sagen, da§ sie nichts mit der Verwaltung zu
tun haben, dann hei§t das einfach, da§ sie nicht verwalten. Sie leiten oder organisieren
nicht die Lehrarbeit, und sie entscheiden auch nicht bei persšnlichen Streitigkeiten oder
persšnlichen Problemen. All dies fŠllt in den Verantwortungsbereich der Geistigen RŠ-
te. Aber wenn ein Hilfsamtsmitglied findet, da§ ein šrtlicher Geistiger Rat falsch arbei-
tet, sollte es seine Aufmerksamkeit auf die entsprechenden Texte lenken; ebenso sollte
ein Hilfsamtsmitglied, wenn es in seiner Arbeit mit der Gemeinde bemerkt, da§ die
Lehrarbeit durch mangelnde LeistungsfŠhigkeit nationaler AusschŸsse aufgehalten
wird, dies den Beratern im einzelnen berichten, die dann entscheiden werden, ob sie es
dem betreffenden Nationalen Geistigen Rat weiterleiten wollen. Gleicherma§en sollen
die Berater, wenn sie finden, da§ ein Nationaler Geistiger Rat nicht richtig arbeitet,
nicht zšgern, darŸber mit dem Nationalen Geistigen Rat in einer freien, liebevollen Art
zu beraten.
Die Geistigen RŠte sind es, die die Arbeit planen und leiten; aber diese PlŠne sollten
den Beratern und den Hilfsamtsmitgliedern wohlbekannt sein, denn einer der Wege, auf
denen sie den RŠten helfen kšnnen, ist, die GlŠubigen stŠndig zu ermutigen, die PlŠne
der RŠte zu unterstŸtzen. Wenn ein Nationaler Geistiger Rat ein Ziel als vordringlich in
einem Jahr beschlossen hat, sollten die Hilfsamtsmitglieder dies bei all ihren Zusam-
menkŸnften mit den GlŠubigen im Auge behalten; sie sollten deren Aufmerksamkeit auf
die PlŠne des Nationalen Rates lenken und sie zu begeisterter UnterstŸtzung der PlŠne
anregen.
In jedem kontinentalen Bereich ist den Beratern ein gro§er Spielraum fŸr die Durch-
fŸhrung ihrer Arbeit gegeben. Ebenso sollten sie jedem Hilfsamtsmitglied grš§tmšgliche
Handlungsfreiheit in dem ihm zugeteilten Gebiet einrŠumen. Die Berater sollten zwar re-
gelmŠ§ig die Arbeit der Hilfsamtsmitglieder leiten, doch sollte diesen klar sein, da§ sie
nicht auf Anweisung zu warten brauchen; es liegt in der Natur ihrer Arbeit, da§ sie sich
stŠndig dafŸr einsetzen entsprechend ihrem eigenen besten Urteilsvermšgen, auch wenn
ihnen keine bestimmten Aufgaben aufgetragen sind. Vor allem sollten die Hilfsamtsmit-
glieder eine warme, liebevolle Verbindung zwischen sich selbst und den GlŠubigen in ih-
rem Gebiet herstellen, so da§ sich die šrtlichen Geistigen RŠte spontan um Rat und
Beistand an sie wenden.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
110
Wir versichern Sie alle unserer innigen Gebete in den Heiligen Schreinen um den Se-
gen Bah‡'u'll‡hs fŸr die anstrengenden und so Ÿberaus wertvollen Dienste, die Sie mit sol-
cher Hingabe auf Seinem Pfad darbringen.
16. November 1969
Universelle Teilnahme und gemeinsames Gebet
In dem sich verschlechternden Zustand der Welt, voll der Qual des Krieges, der Gewalt
und der plštzlichen Entwurzelung alteingesessener Institutionen, kann man die ErfŸllung
der Voraussagen Bah‡'u'll‡hs erkennen und die oft wiederholten Warnungen des Meisters
und des geliebten HŸters vor dem unausweichlichen Schicksal eines beklagenswert feh-
lerhaften Gesellschaftssystems, einer nicht erleuchteten FŸhrerschaft und einer rebelli-
schen und unglŠubigen Menschheit. Regierungen und Všlker der entwickelten wie auch
der sich entwickelnden Nationen, und andere menschliche Einrichtungen, weltliche und
religišse, die sich selbst au§erstande sehen, dem Zug der katastrophalen Tagesereignisse
entgegenzusteuern, stehen verwirrt und ŸberwŠltigt da vor der Grš§e und Verflechtung
der Probleme, mit denen sie konfrontiert sind.
In dieser schicksalhaften Stunde der menschlichen Geschichte genŸgt es scheinbar
vielen - leider - , abseits zu stehen und ihre HŠnde in Verzweiflung zu ringen oder aber in
das Durcheinander des Geschreis und der Proteste einzustimmen. Es werden laute Vor-
wŸrfe erhoben, aber keine Lšsung fŸr die Leiden und TrŸbsale unserer Zeit angeboten.
Dennoch erkennt eine immer grš§ere Zahl von nachdenklichen und aufrichtigen
MŠnnern und Frauen im LŠrm von Streit, Wehklagen und Zerstšrung, die jetzt ein so rie-
siges Ausma§ annehmen, den Beweis gšttlicher Strafe, und indem sie sich Gott zuwen-
den, werden sie immer empfŠnglicher fŸr Sein Wort. Zweifellos dienen die
gegenwŠrtigen ZustŠnde, obgleich tragisch und schrecklich in ihren unmittelbaren Aus-
wirkungen, dazu, die Unentbehrlichkeit der Lehren Bah‡'u'll‡hs fŸr die Nšte unserer Zeit
in den Brennpunkt zu rŸcken, und zweifellos werden sie viele Gelegenheiten bieten, zahl-
lose wartende Seelen zu erreichen, die nach gšttlicher FŸhrung hungern und dŸrsten.
Diese Gelegenheiten mŸssen wir ergreifen, bevor es zu spŠt ist. Jetzt kommt es darauf
an, da§ alle GlŠubigen sich der Unmittelbarkeit der Herausforderung bewu§t werden, so
da§ ein jeder seinen Teil der Verantwortung fŸr die Verbreitung der Lehren bei der gan-
zen Menschheit Ÿbernimmt. Universelle Teilnahme, ein hervorstechendes Ziel des Neun-
jahresplanes, mu§ in jedem Kontinent, in jedem Land und auf jeder Insel der Erde
durchgesetzt werden. Jeder Bah‡'’, wie bescheiden oder unbeholfen er sein mag, mu§ eif-
rig bedacht sein, seine Rolle als TrŠger der gšttlichen Botschaft zu erfŸllen. In der Tat,
wie kann ein wahrer GlŠubiger stumm bleiben, wŠhrend um uns herum Menschen angst-
voll nach dem Kommen von Wahrheit, Liebe und Einheit in dieser Welt rufen?
Wir wissen alle, wie oft der Meister und der geliebte HŸter die Freunde aufgerufen
haben, sich bewu§t darum zu bemŸhen, liebevoller, einiger, einsatzbereiter und mehr er-
fŸllt vom Gebet denn je zuvor zu werden, um die AtmosphŠre der derzeitigen Gesell-
18. November 1969 Erwerb eines GrundstŸcks in Bahj’
111
schaft zu verŠndern, die ohne Liebe, uneinig, unbekŸmmert um richtig und falsch und
achtlos Gott gegenŸber ist. "Wenn wir die wachsende Dunkelheit in der heutigen Welt se-
hen", schrieb der SekretŠr des HŸters auf dessen Gehei§, "kšnnen wir klar erkennen, da§
kein Friede und geistiger Fortschritt in der Zukunft sein kšnnen, sofern nicht die Bot-
schaft Bah‡'u'll‡hs die Herzen der Menschen erreicht und sie verwandelt."
Der Neunjahresplan ist die derzeitige Stufe in der Erreichung dieses hšchsten Zieles.
Jetzt ist es fŸr jeden Bah‡'’ eine Pflicht, sich selbst individuelle Lehrziele zu setzen. Die
Ermahnung `Abdu'l-Bah‡s, jedes Jahr mindestens eine neue Seele dem Glauben zuzufŸh-
ren, und der dringende Rat Shoghi Effendis, jeden Bah‡'’-Monat einen Heimkreis bei sich
abzuhalten, sind Beispiele fŸr individuelle Ziele. Viele haben die FŠhigkeit, noch viel
mehr zu tun, doch wird schon dies allein den endgŸltigen und vollstŠndigen Sieg des Pla-
nes sichern.
Wir rufen die Freunde auf, sich am Neunzehntagefest "Sult‡n" mit uns im Gebet zu
verbinden, so da§ wir alle so von Eifer, Mut und Begeisterung erfa§t werden, da§ von
diesem Tage an bis zum Ende des Neunjahresplanes nichts in der Lage sein wird, dem
siegreichen Vormarsch der AnhŠnger des Grš§ten Namens zu widerstehen. Mšgen un-
sere BemŸhungen sich des Segens und der BestŠtigung durch Bah‡'u'll‡h wŸrdig er-
weisen!
18. November 1969
Erwerb eines GrundstŸcks in Bahji?
Nach Jahren langwieriger Verhandlungen mit GeschŠftstrŠgern der israelischen Regie-
rung in Jerusalem und Haifa konnte ein wichtiges, an Bahj’ angrenzendes GrundstŸck er-
worben werden, auf dem auch das Teehaus des Meisters liegt. Am 17. November sandten
wir an den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten folgendes Telegramm:
"Dankbaren Herzens verkŸnden wir (den) erfolgreichen Abschlu§ (der) offiziellen
Verhandlungen, (die) vor fast zwei Jahrzehnten vom geliebten HŸter mit den israelischen
Staatsbehšrden aufgenommen wurden. (Sie) fŸhrten zum Eigentum (an dem) entschei-
dend wichtigen GrundstŸck um `Abdu'l-Bah‡s Teehaus (in) unmittelbarer Nachbarschaft
(zum) Heiligsten Schrein (des) Stifters (des) Glaubens. (Der) Erwerb (dieses) hei§begehr-
ten LandstŸckes (zur) Erweiterung (der) GŠrten (in) Bahj’ (wurde) erleichtert durch
Tausch (gegen ein) GrundstŸck, (das) vor etwa sechsunddrei§ig Jahren vom ergebenen
Diener (der) Sache .H‡j’ `Al’ Yazd’ dem Heiligen Schrein Bah‡'u'll‡hs zugeeignet(wur-
de)."
Der erfolgreiche Abschlu§ dieser Verhandlungen, die noch zu Lebzeiten des gelieb-
ten HŸters aufgenommen wurden, ist dadurch ermšglicht worden, da§ die Regierung im
gleichwertigen Tausch ein StiftungsgrundstŸck entgegennahm, das der verstorbene .H‡j’
`Al’ Yazd’ 1933 dem Glauben geschenkt hatte. Die Bedeutung dieses besonderen Grund-
stŸckes, das diese verehrungswŸrdige Seele gestiftet hat, erhellt beim Lesen des folgen-
den Auszugs aus dem Gedenkartikel Ÿber ihn in Bd. IX von The Bah‡'’ World:
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
112
"Seiner wird fŸr alle Zeiten gedacht werden, unter anderem als BegrŸnder von Bah‡'’-
Stiftungen in der NŠhe von `Akk‡ durch Schenkung eines LandstŸckes, das dem Heiligen
Schrein Bah‡'u'll‡hs in Bahj’ geweiht ist. ..."
Es ist eine glŸhende Huldigung an das Andenken dieses ergebenen Dieners der Ge-
segneten Schšnheit, da§ sein Geschenk eine so wichtige Rolle beim Erwerb dieser wert-
vollen zusŠtzlichen Sicherung des Heiligsten Schreines spielen durfte.
7. Dezember 1969
HŸtertum und Universales Haus der Gerechtigkeit
Brief an einen jungen GlŠubigen
Ihr vor kurzem eingegangener Brief, in dem Sie uns die Fragen mitteilen, die einige
Jugendliche beim Studium der Sendung Bah‡'u'll‡hs beschŠftigt haben, wurde sorgfŠltig
erwogen. Wir mšchten nicht nur zu der besonderen Stelle, die Sie erwŠhnen, sondern
noch zu einer Šhnlichen des gleichen Werkes Stellung nehmen, weil beide Stellen fŸr die
Beziehung zwischen HŸtertum und Universalem Haus der Gerechtigkeit von Bedeutung
sind.
Die erste Stelle betrifft die Pflicht des HŸters, darauf zu bestehen, da§ jedes Gesetz,
das nach seiner EinschŠtzung im Widerspruch zum Sinn der Heiligen Schriften steht und
von deren Geist abweicht, von den Ÿbrigen Mitgliedern des Universalen Hauses der Ge-
rechtigkeit noch einmal beraten wird. Die zweite Stelle betrifft die Unfehlbarkeit des Uni-
versalen Hauses der Gerechtigkeit ohne den HŸter, nŠmlich Shoghi Effendis Aussage,
da§ "ohne eine solche Einrichtung (das HŸtertum) ... die notwendige FŸhrung bei der Be-
stimmung des gesetzgeberischen TŠtigkeitsbereiches seiner gewŠhlten Vertreter všllig
weggenommen wŠre."
Sie deuten an, da§ einige der Jugendlichen vor einem RŠtsel standen, wie sie die erste
dieser beiden Stellen mit Aussagen vereinbaren kšnnen wie z.B. derjenigen im Willen
und Testament von `Abdu'l-Bah‡, die bekrŠftigt, da§ das Universale Haus der Gerechtig-
keit "von jedem Irrtum befreit" ist.
Ebenso wie Das Testament von `Abdu'l-Bah‡ in keiner Hinsicht im Widerspruch zum
Kit‡b-i-Aqdas steht, sondern in des HŸters Worten "die VerfŸgungen des Aqdas bestŠtigt,
ergŠnzt und in Beziehung zueinander bringt", so widersprechen die Schriften des HŸters
weder dem offenbarten Wort noch den Auslegungen des Meisters. Wenn man bestrebt ist,
die Schriften zu verstehen, mu§ man sich daher zuerst vergegenwŠrtigen, da§ es in ihnen
keinen wirklichen Widerspruch gibt und auch nicht geben kann, und in diesem Licht kšn-
nen wir vertrauensvoll die Einheit der in ihnen enthaltenen Bedeutung suchen.
Der HŸter und das Universale Haus der Gerechtigkeit haben gewisse Pflichten und
Aufgaben gemeinsam; aber darŸber hinaus wirkt jeder innerhalb eines gesonderten und
bestimmten Bereiches. Wie Shoghi Effendi erklŠrte: "... es ist zweifellos klar und deutlich
dargelegt, da§ der HŸter des Glaubens zum Ausleger des Wortes ernannt worden ist, und
da§ das Universale Haus der Gerechtigkeit mit der Funktion der Gesetzgebung - in Fra-
7. Dezember 1969 HŸtertum und Universales Haus der Gerechtigkeit
113
gen, die nicht ausdrŸcklich in den Lehren offenbart sind - ausgestattet wurde. Die Ausle-
gung des HŸters, die innerhalb seines eigenen Bereiches wirksam ist, ist ebenso
autoritativ und bindend wie die gesetzlichen VerfŸgungen des Universalen Hauses der
Gerechtigkeit, dessen ausschlie§liches Recht und Vorrecht es ist, Ÿber solche Gesetze zu
befinden und rechtskrŠftig zu entscheiden, die Bah‡'u'll‡h nicht ausdrŸcklich offenbart
hat." Weiterhin versichert er: "Keiner kann in das heilige und verbriefte Gebiet des ande-
ren Ÿbergreifen, noch wird er es jemals tun. Keiner wird die besondere und unbestrittene
AutoritŠt zu schmŠlern suchen, mit der beide von Gott ausgestattet wurden." Es ist un-
mšglich sich vorzustellen, da§ zwei Mittelpunkte der AutoritŠt, die, wie der Meister er-
klŠrte, "beide unter dem Schutz und Schirm der Schšnheit Abh‡, unter der Obhut und
unfehlbaren FŸhrung Seiner Heiligkeit, des Erhabenen stehen", miteinander in Konflikt
geraten kšnnten, weil beide Werkzeuge derselben gšttlichen FŸhrung sind.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit wurde au§er seiner Funktion als Gesetzgeber
mit den allgemeineren Aufgaben des Schutzes und der Verwaltung der Sache betraut so-
wie mit der Lšsung unklarer Fragen und der Entscheidung Ÿber Angelegenheiten, die zu
Meinungsverschiedenheiten gefŸhrt haben. Nirgends ist erklŠrt, da§ die Unfehlbarkeit
des Universalen Hauses der Gerechtigkeit kraft der Mitgliedschaft des HŸters oder durch
seine Anwesenheit bei dieser Kšrperschaft besteht. In der Tat haben sowohl `Abdu'l-
Bah‡ in Seinem Testament wie auch Shoghi Effendi in seiner Sendung Bah‡'u'll‡hs aus-
drŸcklich erklŠrt, da§ die gewŠhlten Mitglieder des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
in Beratung EmpfŠnger der unfehlbaren gšttlichen FŸhrung sind. Weiterhin versichert der
HŸter selbst in Die Weltordnung Bah‡'u'll‡hs: "Es mu§ auch von jedem GlŠubigen klar
verstanden werden, da§ die Institution des HŸtertums unter keinen UmstŠnden die Befug-
nisse aufhebt oder im geringsten Grad beeintrŠchtigt, die dem Universalen Haus der Ge-
rechtigkeit von Bah‡'u'll‡h im Kit‡b-i-Aqdas gewŠhrt wurden und die von `Abdu'l-Bah‡
wiederholt und feierlich in Seinem Testament bestŠtigt worden sind. Sie steht in keiner
Weise im Widerspruch zu dem Willen und den Schriften Bah‡'u'll‡hs, noch macht sie ir-
gendeine Seiner offenbarten Anweisungen ungŸltig."
WŠhrend die besondere Verantwortung des HŸters in der Auslegung des Wortes liegt,
ist er auch mit all den Befugnissen und Vorrechten ausgestattet, die fŸr die AusŸbung sei-
ner Funktion als HŸter der Sache, als ihr Oberhaupt und oberster BeschŸtzer, notwendig
sind. Er wurde ferner zum unabsetzbaren Oberhaupt und zum Mitglied auf Lebenszeit der
obersten gesetzgebenden Kšrperschaft des Glaubens gemacht. In seiner Eigenschaft als
Oberhaupt des Universalen Hauses der Gerechtigkeit und als Mitglied dieser Kšrper-
schaft nimmt der HŸter am Gesetzgebungsverfahren teil. Wenn die folgende Stelle, die
Anla§ zu Ihrer Frage gab, auf diese letztere Verbindung bezogen wird, dann werden Sie
sehen, da§ es keinen Widerspruch zwischen diesem und anderen Texten gibt. "Obwohl
der HŸter des Glaubens zum stŠndigen Haupt einer so erhabenen Kšrperschaft gemacht
worden ist, kann er doch nie, auch nicht zeitweilig, das Recht ausschlie§licher Gesetzge-
bung beanspruchen. Er kann die Entscheidung der Mehrheit der Ÿbrigen Mitglieder nicht
umsto§en, ist jedoch verpflichtet, auf einer nochmaligen Beratung jedes Gesetzes durch
das Universale Haus der Gerechtigkeit zu bestehen, das nach seinem Gewissen den durch
Bah‡'u'll‡h offenbarten €u§erungen widerspricht und von deren Geist abweicht."
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
114
Obwohl der HŸter in seinem VerhŠltnis zu den anderen Mitgliedern des Universalen
Hauses der Gerechtigkeit die Entscheidung der Mehrheit nicht umsto§en kann, ist es un-
denkbar, da§ die anderen Mitglieder irgendeinen Einwand unbeachtet lassen, den er bei
der Beratung vorbringt, oder da§ sie Gesetze verabschieden, die dem widersprechen, was
er als mit dem Geist der Sache im Einklang stehend bezeichnet hat. Schlie§lich ist es die
rechtskrŠftige letzte Entscheidung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, der Unfehl-
barkeit zugesichert ist, nicht aber irgendeine Ansicht, die im Laufe des Gesetzgebungs-
vorganges geŠu§ert wurde.
Daraus wird klar, da§ es keinen Widerspruch gibt zwischen den ErklŠrungen des
Meisters in bezug auf die dem Universalen Haus der Gerechtigkeit verliehene unfehlbare
gšttliche FŸhrung und der zuvor erwŠhnten Stelle aus der Sendung Bah‡'u'll‡hs.
Vielleicht hilft es den Freunden, diese Beziehung zu verstehen, wenn sie erfahren,
wie das Universale Haus der Gerechtigkeit bei der Gesetzgebung vorgeht. Zuerst beob-
achtet es selbstverstŠndlich die grš§te Sorgfalt beim Studium der Heiligen Texte und der
Auslegungen des HŸters; desgleichen erwŠgt es sorgfŠltig die Ansichten aller Mitglieder.
Nach langer Beratung wird dazu Ÿbergegangen, einen Entwurf abzufassen. WŠhrend die-
ses Vorganges kann es sein, da§ die ganze Angelegenheit nochmals neu durchdacht wird.
Dies kann dazu fŸhren, da§ die endgŸltige Entscheidung erheblich anders aussieht als der
zunŠchst befŸrwortete Beschlu§, oder da§ man sich sogar entschlie§t, zu diesem Zeit-
punkt Ÿberhaupt kein Gesetz in der betreffenden Angelegenheit zu erlassen. Man kann
sich vorstellen, wieviel Aufmerksamkeit den Ansichten des HŸters geschenkt wŸrde,
wenn er lebte.
Was den zweiten Abschnitt betrifft, mŸssen wir wiederum an dem Grundsatz festhal-
ten, da§ sich die Lehren nicht selber widersprechen.
ZukŸnftige HŸter sind offensichtlich in Betracht gezogen worden, und in den Schrif-
ten wird auf sie hingewiesen; aber nirgends gibt es ein Versprechen oder eine Garantie,
da§ sich die Linie der HŸter fŸr immer fortsetzen wŸrde. Im Gegenteil, es gibt deutliche
Anzeichen, da§ die Linie unterbrochen werden kšnnte. Doch dessen ungeachtet weisen
die Schriften wiederholt und mit Nachdruck auf die Unzerstšrbarkeit des BŸndnisses und
auf die Unwandelbarkeit von Gottes Absicht fŸr diesen Tag hin.
Eine der bemerkenswertesten Stellen, die die Mšglichkeit eines solchen Bruches in
der Linie der HŸter in Betracht zieht, findet sich im Kit‡b-i-Aqdas selbst:
"Die der Barmherzigkeit geweihten Gaben kehren zu Gott zurŸck, dem Offenbarer der
Zeichen. Niemand hat das Recht, Hand an sie zu legen ohne Einwilligung des DŠmme-
rungsortes der Offenbarung. Nach Ihm liegt die Entscheidung bei den Aghs‡n (€sten), und
nach ihnen bei dem Haus der Gerechtigkeit - sollte es bis dahin in der Welt errichtet sein
- , so da§ sie diese Gaben zum Wohl der StŠtten, die in dieser Sache einen erhabenen Rang
erhalten, verwenden mšgen und fŸr das, was ihnen von Gott, dem AllmŠchtigen, dem All-
gewaltigen, befohlen wurde. Anderenfalls sollten die Gaben an die Diener Bah‡s Ÿberwie-
sen werden, die nicht ohne Seine Einwilligung sprechen und die ein Urteil nur in
†bereinstimmung mit dem fŠllen, was Gott in diesem Tablet verfŸgt hat, - an sie, die Ver-
fechter des Sieges zwischen Himmel und Erde - , damit sie diese Gaben fŸr das verwenden,
was im Heiligen Buch von Gott, dem MŠchtigen, dem Freigebigen, bestimmt wurde."
7. Dezember 1969 HŸtertum und Universales Haus der Gerechtigkeit
115
Das Hinscheiden Shoghi Effendis im Jahre 1957 fŸhrte eben diese Situation herbei,
fŸr die an dieser Stelle Vorsorge getroffen wurde, weil die Linie der Aghs‡n endete, bevor
das Universale Haus der Gerechtigkeit gewŠhlt worden war. Obwohl - wie wir gesehen
haben - Vorkehrungen fŸr den Fall getroffen wurden, da§ die Linie der Aghs‡n eines Ta-
ges enden wŸrde, dŸrfen wir niemals den schweren Verlust unterschŠtzen, den der Glaube
erlitten hat. Gottes Absicht fŸr die Menschheit bleibt jedoch trotz allem unverŠndert, und
das mŠchtige BŸndnis Bah‡'u'll‡hs bleibt unbezwinglich. Hat nicht Bah‡'u'll‡h mit Be-
stimmtheit erklŠrt: "Die Hand der Allmacht hat Seine Offenbarung auf einen unangreif-
baren, dauerhaften Grund gestellt"; und `Abdu'l-Bah‡ bestŠtigt: "Wahrlich, Gott bewirkt,
was Ihm gefŠllt. Nichts kann Sein BŸndnis aufheben; nichts kann Seine Gunst hemmen
noch Seiner Sache Widerstand leisten!" "Alles ist dem Verfall unterworfen; aber das
BŸndnis Deines Herrn wird fortfahren, alle Gebiete zu durchdringen." "Die PrŸfungen je-
der Sendung stehen in direktem VerhŠltnis zu der Grš§e der Sache, und da nie zuvor ein
so deutliches BŸndnis, niedergeschrieben von der Hšchsten Feder, eingegangen wurde,
sind die PrŸfungen dementsprechend schwer ... Dieser Aufruhr der †bertreter ist nichts
weiter als der Schaum des Ozeans; ... dieser Schaum des Ozeans wird nicht von Dauer
sein und wird bald verschwinden und vergehen, aber der Ozean des BŸndnisses wird ewig
wogen und tosen." Und Shoghi Effendi hat eindeutig erklŠrt: "Das Fundament, auf dem
diese administrative Ordnung steht, ist Gottes unwandelbare Absicht fŸr die Menschheit
an diesem Tage." "... Dieser unschŠtzbare Edelstein gšttlicher Offenbarung, jetzt noch in
seinem keimhaften Zustand, wird sich unter dem Schutz Seines Gesetzes entfalten und
wird vorwŠrtsdrŠngen, ungeteilt und ungeschwŠcht, bis er die ganze Menschheit umfa§t."
In der Bah‡'’-Religion sind zwei ma§gebliche Instanzen eingesetzt, denen sich die
GlŠubigen zuwenden mŸssen; denn der Ausleger des Wortes ist in Wirklichkeit eine Er-
weiterung der einen Instanz, die das Wort selbst ist. Das Buch ist die Aufzeichnung der
€u§erungen Bah‡'u'll‡hs, wŠhrend der von Gott inspirierte Ausleger das fortdauernde
Sprachrohr dieses Buches ist; nur er allein kann den Sinn des Buches verbindlich erklŠ-
ren. Die eine Instanz ist somit das Buch und sein Ausleger; die andere ist das Universale
Haus der Gerechtigkeit, das unter der FŸhrung Gottes Ÿber alles entscheidet, was nicht
ausdrŸcklich im Buch offenbart ist. Diese Zweiheit der Instanzen und ihr VerhŠltnis zu-
einander tritt in jedem Stadium der Entfaltung der Sache zutage. Im Kit‡b-i-Aqdas trŠgt
Bah‡'u'll‡h den GlŠubigen auf, sich nach Seinem Hinscheiden dem Buch zuzuwenden
und "Ihm, Den Gott gewollt hat, Der dieser AltehrwŸrdigen Wurzel entsprungen ist". Im
Kit‡b-i-Ahd (dem Buch von Bah‡'u'll‡hs Bund) macht Er klar, da§ dieser Hinweis sich
auf `Abdu'l-Bah‡ bezieht. Im Aqdas bestimmt Bah‡'u'll‡h auch die Institution des Uni-
versalen Hauses der Gerechtigkeit und verleiht ihm die Vollmachten, die es braucht, um
die ihm zugewiesenen Aufgaben zu erfŸllen. Der Meister setzt in Seinem Testament aus-
drŸcklich das HŸtertum ein, das, wie Shoghi Effendi erklŠrt, klar in den Versen des Kit‡b-
i-Aqdas vorausgesehen war; Er bestŠtigt die AutoritŠt des Universalen Hauses der Ge-
rechtigkeit und gibt weitere ErlŠuterungen dazu, und Er verweist die GlŠubigen wieder-
um auf das Buch: "Nach dem Heiligsten Buch mu§ sich jeder richten, und alles, was nicht
ausdrŸcklich darin erwŠhnt ist, mu§ an das Universale Haus der Gerechtigkeit verwiesen
werden"; und ganz am Ende des Testaments sagt Er: "Alle mŸssen FŸhrung suchen und
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
116
sich dem Mittelpunkt der Sache und dem Haus der Gerechtigkeit zuwenden; und wer sich
irgend etwas anderem zuwendet, befindet sich wahrlich in einem schmerzlichen Irrtum."
Da sich die Gesetzgebungsgewalt des Universalen Hauses der Gerechtigkeit auf alle
Angelegenheiten erstreckt, die nicht ausdrŸcklich im Heiligen Text offenbart sind, ist es
klar, da§ das Buch selbst die hšchste AutoritŠt ist und den Wirkungsbereich des Hauses
der Gerechtigkeit eingrenzt. Ebenso mu§ auch der Ausleger des Buches die AutoritŠt ha-
ben, den Bereich der gesetzgebenden TŠtigkeit der gewŠhlten Vertreter der Sache abzu-
grenzen. Die Schriften des HŸters und der Rat, den er wŠhrend der sechsunddrei§ig Jahre
seines HŸtertums erteilt hat, zeigen die Art und Weise, in welcher er diese Funktion in
bezug auf das Universale Haus der Gerechtigkeit sowie auf die Nationalen und šrtlichen
Geistigen RŠte ausgeŸbt hat.
Die Tatsache, da§ der HŸter die AutoritŠt hat, den Bereich der gesetzgebenden TŠtig-
keit des Universalen Hauses der Gerechtigkeit abzugrenzen, kann nicht zu der Schlu§fol-
gerung fŸhren, da§ das Universale Haus der Gerechtigkeit ohne solche FŸhrung Ÿber die
Grenzen seiner eigenen AutoritŠt hinausgehen kšnnte; eine solche Folgerung stŸnde im
Widerspruch zu all den anderen Texten, die auf seine Unfehlbarkeit hinweisen, und be-
sonders zu der vom HŸter selbst gegebenen klaren Versicherung, da§ das Universale
Haus der Gerechtigkeit niemals das heilige und festgesetzte Gebiet des HŸters verletzen
kann oder wird. Es sollte aber auch bedacht werden, da§ Nationale und šrtliche Geistige
RŠte zwar gšttliche FŸhrung erhalten kšnnen, wenn sie in der Art und in dem Geist bera-
ten, wie `Abdu'l-Bah‡ es beschreibt, da§ sie aber an den ausdrŸcklichen Garantien der
Unfehlbarkeit, die dem Universalen Haus der Gerechtigkeit verliehen wurden, nicht teil-
haben. Jeder, der die Sache genau studiert, kann erkennen, mit welcher Sorgfalt der HŸter
nach dem Hinscheiden `Abdu'l-Bah‡s diese gewŠhlten Vertreter der GlŠubigen bei der
mŸhevollen Errichtung der Verwaltungsordnung und bei der Abfassung der šrtlichen und
Nationalen Bah‡'’-Satzungen gefŸhrt hat.
Wir hoffen, da§ diese ErlŠuterungen den Freunden helfen werden, diese Beziehungen
klarer zu verstehen, aber wir mŸssen alle bedenken, da§ wir dem Anfangsstadium des von
Bah‡'u'll‡h festgesetzten Systems zu nahe sind, um všllig imstande zu sein, seine Mšg-
lichkeiten oder die gegenseitigen Beziehungen seiner Bestandteile zu erfassen. In diesem
Sinne schrieb Shoghi Effendis SekretŠr am 25. MŠrz 1930 in seinem Auftrag an einen ein-
zelnen GlŠubigen: "Der Inhalt des Willens des Meisters ist viel zu gewaltig, als da§ die
gegenwŠrtige Generation ihn verstehen kšnnte. Es bedarf mindestens ein Jahrhundert
praktischer AusfŸhrung, ehe die in ihm verborgenen SchŠtze der Weisheit enthŸllt wer-
den kšnnen..."
117
Botschaften und Briefe
des Jahres 1970
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
118
28. Januar 1970
Verteilung von BroschŸren
Wir haben Ihren Brief vom 6. November 1969 bezŸglich der Verteilung von FlugblŠttern
oder EinfŸhrungsbriefen Ÿber private BriefkŠsten erhalten.
Dies ist eine Angelegenheit, die gro§er Behutsamkeit seitens Ihres Rates bedarf. Fol-
gende GrundsŠtze sind dabei zu berŸcksichtigen:
1. Die WŸrde des Glaubens. Diese sollte bei allen Bah‡'’-TŠtigkeiten sorgfŠltig gewahrt
werden, und aus dem folgenden Zitat geht klar hervor, da§ der HŸter das Austragen
von FlugblŠttern von TŸr zu TŸr als nicht mit der WŸrde des Glaubens vereinbar an-
sah: "Er meint, da§ die Verteilung von FlugblŠttern von TŸr zu TŸr ... unwŸrdig ist
und einen schlechten Eindruck vom Glauben vermitteln kšnnte. Zweifellos sind es
der Eifer und die Ergebenheit der Freunde, die sie auf diesen Vorschlag gebracht ha-
ben; aber er glaubt nicht, da§ solche Methoden den wahren Interessen der Sache die-
nen..."
2. Bah‡'u'll‡hs Gebot, wie es in den Verborgenen Worten niedergelegt ist: "Die Weisen
unter den Menschen sind die, welche nicht reden, ehe sie einen Hšrer finden..." Es ist
ein wichtiger Punkt, da§ die LehrtŠtigkeit nie einen Eingriff in die PrivatsphŠre eines
Menschen bedeuten darf und da§ sie die Lehren niemals einem unwilligen Hšrer auf-
zwingen sollte. Dies trifft besonders auf das Verteilen von FlugblŠttern oder anderem
Material von TŸr zu TŸr zu, bei der vorgesehen ist, da§ der Verteiler tatsŠchlich an
die TŸr klopft, um dem Wohnungsinhaber das Material zu Ÿbergeben.
Wenn die oben genannten Punkte beachtet werden, besteht jedoch kein Einwand ge-
gen die Versendung oder Verteilung von einfŸhrenden Rundbriefen oder Einladungen an
bestimmte Gruppen oder Teile der Bevšlkerung.
8. Februar 1970
Nichteinmischung in politische Angelegenheiten
Brief an Nationale Geistige RŠte in Afrika
Jahrhundertelang verblieb der afrikanische Kontinent, oder vielmehr der gro§e, sŸdlich
der Sahara gelegene Teil Afrikas, verhŠltnismŠ§ig abgeschieden von der Ÿbrigen Welt,
ungestšrt und kaum berŸhrt von den bewegten Konflikten der Nationen im Norden und
Osten. Nun aber, da die afrikanischen Všlker in den Hauptstrom internationaler Interes-
sen geraten, werden sie - die Bah‡'u'll‡h mit der schwarzen Pupille des Auges verglich,
aus der "das Licht des Geistes hervorstrahlt" - von der berauschenden Begeisterung der
eben erst gefundenen UnabhŠngigkeit Ÿberschwemmt; sie sind zwischen den widerstrei-
tenden KrŠften unterschiedlicher politischer EinflŸsse hin- und hergerissen, ihre Sicht ist
getrŸbt durch den Nebel des Materialismus und den Staub nationalistischer Leidenschaf-
ten und uralter Stammesfehden.
8. Februar 1970 Nichteinmischung in politische Angelegenheiten
119
Inmitten des Sturmes und der Anspannung der um sie her gefŸhrten Schlachten
selbstsŸchtiger Interessen stehen die AnhŠnger des Grš§ten Namens, den Blick auf die
aufgehende Sonne der Heiligen Sache Gottes gerichtet, die Herzen durch ein Band wah-
rer Einheit mit allen Menschenkindern verschmolzen, die Stimmen erhoben in einem
weltumfassenden Loblied auf die Herrlichkeit Gottes und die Einheit der Menschheit.
Sie rufen ihren Mitmenschen zu, alle Zwistigkeiten zu vergessen und aufzugeben und
sich mit ihnen in Gehorsam und Dienst vor Gottes heiligem Gebot fŸr diesen Tag zu
vereinen.
Das Heer der Sache, das auf Gehei§ des Herrn vorrŸckt, um der Menschen Herzen zu
erobern, kann niemals besiegt werden; wohl aber kann sein VorrŸcken verlangsamt wer-
den durch Unwissenheit und unweise Handlungen seiner Helfer. Wir schreiben Ihnen die-
sen Brief, um gewisse Punkte klŠren zu helfen, die in der Vergangenheit einigen
GlŠubigen den Blick getrŸbt haben, so da§ Fehlurteile gefŠllt wurden, die das Voran-
schreiten des Glaubens in solchen LŠndern gehemmt haben.
Einer dieser Punkte, und bei weitem der wichtigste, ist mangelndes VerstŠndnis fŸr
den tieferen Sinn des Bah‡'’-Grundsatzes der Nichteinmischung in politische Angelegen-
heiten. Wir kšnnen sehen, da§ `Abdu'l-Bah‡ und Shoghi Effendi uns klare und Ÿberzeu-
gende GrŸnde fŸr die Aufrechterhaltung dieses Grundsatzes gegeben haben. Diese
GrŸnde sind nachstehend zusammengefa§t, damit die Freunde sie studieren und sich da-
rin vertiefen kšnnen. Wir hoffen, da§ diese Betrachtungen den Freunden nicht nur helfen
werden, die heiligen Lehren in diesem Punkt auf intelligente Weise und in strahlender Er-
gebenheit zu befolgen, sondern da§ sie sie auch befŠhigen werden, den Bah‡'’-Standpunkt
all jenen zu erklŠren, die dessen Weisheit und Nutzen in Frage stellen:
Die Religion Gottes ist heute fŸr die Menschheit die einzige Quelle der Rettung. Die
wahre Ursache der Leiden der Menschen ist ihre Uneinigkeit. Mag der Mechanismus, den
die FŸhrer der Všlker fŸr die politische Einheit der Welt ersonnen haben, auch noch so
vollkommen sein - , er bietet doch nicht das Gegenmittel zu dem Gift, das an der Lebens-
kraft der heutigen Gesellschaft zehrt. Einzig die Religion Gottes vermag dieses Leiden zu
heilen. Es gibt viele, die der Menschheit wohlwollen und ihre BemŸhungen notlindernden
und karitativen Hilfswerken und der materiellen Wohlfahrt der Menschen widmen; aber
nur Bah‡'’ kšnnen jenes Werk tun, das Gott am meisten durch uns getan haben will. Wenn
wir uns dem Werk fŸr den Glauben hingeben, leisten wir das, was die grš§te Hilfe und
einzige Zuflucht einer bedŸrftigen, gespaltenen Welt bedeutet.
Die Bah‡'’-Gemeinschaft ist eine weltweite Organisation, die wahren, allumfassen-
den Frieden auf Erden zu errichten trachtet. BetŠtigt sich ein Bah‡'’ fŸr eine politische
Partei, um eine andere zu bekŠmpfen, so ist dies eine Verneinung der innersten Essenz
des Glaubens. Mitgliedschaft in irgendeiner politischen Partei bedeutet daher zwangslŠu-
fig die Verwerfung einiger oder aller GrundsŠtze des Friedens und der Einheit, die
Bah‡'u'll‡h verkŸndet hat. `Abdu'l-Bah‡ hat gesagt: "Unsere Partei ist die Partei Gottes;
einer anderen gehšren wir nicht an."
BestŸnde ein Bah‡'’ auf seinem Recht, eine bestimmte politische Partei zu fšrdern, so
dŸrfte er dasselbe Recht anderen GlŠubigen nicht absprechen. Dies wŸrde bedeuten, da§
in den Reihen des Glaubens - dessen wichtigste Sendung es ist, alle Menschen als eine
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
120
gro§e Familie unter dem Banner Gottes zu einen - Bah‡'’ gegeneinander stŸnden. Wo
bliebe dann das Vorbild der Einheit und Harmonie, das die Welt ersehnt?
Verwickelten sich - was Gott verhŸten mšge - die Institutionen des Glaubens in Po-
litik, so fŠnden die Bah‡'’, da§ sie Gegnerschaft anstatt Liebe hervorriefen. NŠhmen sie
in dem einen Land eine bestimmte Stellung ein, dann wŠre die unausbleibliche Folge, da§
die Menschen in einem anderen Land ihre Ansichten Ÿber die Ziele und Absichten des
Glaubens Šndern wŸrden. Durch Einmischung in politischen Disput wŠren die Bah‡'’ ver-
loren und vernichtet, anstatt durch ihre Hilfe die Welt zu Šndern. Die Weltlage ist so ver-
worren, und einstmals klare moralische Begriffe sind so mit selbstsŸchtigen und
widerstreitenden Parteilichkeiten vermischt, da§ nur ein Weg der beste ist, auf dem die
Bah‡'’ den edelsten Interessen ihres Landes und zugleich dem Anliegen wahrer Rettung
der Welt dienen kšnnen: indem sie ihre politischen Bestrebungen und Bindungen aufge-
ben und voll und aus ganzem Herzen den gšttlichen Plan Bah‡'u'll‡hs unterstŸtzen.
Der Glaube steht den wahren Interessen der Nationen nicht entgegen, und er nimmt
gegen keine Partei oder Fraktion Stellung. Er hŠlt sich fernab von allen Streitigkeiten
und reicht weit darŸber hinaus; seine AnhŠnger verpflichtet er zu Treue gegenŸber der
Regierung und zu Vaterlandsliebe im Rahmen des VernŸnftigen. Diese Liebe zu ihrem
Lande zeigen die Bah‡'’, indem sie ihr tŠgliches Schaffen dem Wohl ihres Landes wid-
men oder im Verwaltungswesen der Regierung tŠtig sind, anstatt durch Parteipolitik
oder in diplomatischem oder politischem Dienst zu wirken. Es ist dem Bah‡'’ gestattet
- ja er wird sogar dazu angeregt - , mit allen Gesellschaftsschichten Umgang zu pflegen:
mit den hšchsten AutoritŠten und fŸhrenden Persšnlichkeiten ebenso wie mit den ein-
fachen Menschen. Sie alle soll er mit dem Glauben bekanntmachen; doch soll er es hier-
bei streng vermeiden, mit politischer AnhŠngerschaft oder mit Parteiprogrammen
identifiziert zu werden, oder selbst (durch sein Verhalten) den Glauben damit zu iden-
tifizieren.
So wichtig ist dieses Prinzip der politischen Nichteinmischung, welches das Handeln
und Reden der Bah‡'’ in jedem Lande bestimmen mu§, da§ Shoghi Effendi geschrieben
hat, es kšnnten "weder die Beschuldigungen, die die Unwissenden und Bšswilligen ge-
gen sie (die Bah‡'’) vorzubringen sich verleiten lassen, noch die Verlockungen von Lohn
und Ehrung" die wahren GlŠubigen jemals dazu bewegen, von diesem Pfade abzuwei-
chen, und ihre Worte und Taten mŸ§ten verkŸnden, da§ die Diener Bah‡'u'll‡hs "durch
keinen selbstsŸchtigen Ehrgeiz getrieben sind, da§ sie weder nach Macht dŸrsten noch die
Welle der Unbeliebtheit, des Mi§trauens oder der Kritik scheuen, die ihr starkes Festhal-
ten an ihren Wertma§en erregen kann."
"Mag unsere Aufgabe noch so schwierig und heikel sein", schreibt der HŸter weiter,
"so wird doch die stŸtzende Kraft Bah‡'u'll‡hs und seiner gšttlichen FŸhrung uns gewi§
beistehen, wenn wir standhaft auf Seinem Pfade bleiben und danach streben, Seine Ge-
setze unversehrt aufrechtzuerhalten. Das Licht Seiner erlšsenden Gnade, das keine irdi-
sche Macht verdunkeln kann, wird unseren Weg erhellen, wenn wir nur standhaft bleiben;
es wird uns scheinen, wŠhrend wir inmitten der Schlingen und Fallgruben einer aufge-
wŸhlten Zeit unseren Kurs steuern, und wird uns befŠhigen, unsere Pflichten so zu erfŸl-
len, da§ es der Verherrlichung und Ehre Seines gesegneten Namens dient."
8. Februar 1970 Nichteinmischung in politische Angelegenheiten
121
Der zweite Punkt, der den afrikanischen Freunden in dieser Zeit Schwierigkeiten be-
reitet, ist das Stammeswesen. Als Bah‡'’ sind sie davon Ÿberzeugt, da§ die Menschheit
ein Ganzes ist und als eine Einheit angesehen werden mu§; dennoch sind sie als Angehš-
rige ihres jeweiligen Stammes der Erwartung ihrer StammesbrŸder - die nicht Bah‡'’ sind
- ausgesetzt, ihre oberste LoyalitŠt ihrem Stamm zu schenken und dessen Interessen sogar
kŠmpferisch zu vertreten. Obendrein leben diese Freunde nur allzu oft in einer AtmosphŠ-
re des Mi§trauens, der Furcht und des Hasses gegen die Angehšrigen anderer StŠmme.
Das Verhalten eines Bah‡'’ in einer derartigen Lage geht klar aus den Schriften her-
vor. Als Bah‡'’ stehen wir zu unserem Stamm, wie wir zu unserer Familie und auf hšherer
Ebene zu unserer Nation stehen, doch lassen wir es nicht zu, da§ dieses Zugehšrigkeits-
gefŸhl in Widerspruch gerŠt zu unserer hšheren LoyalitŠt gegenŸber der Menschheit. Wie
der HŸter deutlich gesagt hat, werden die AnhŠnger des Glaubens "nicht zšgern, alle Ein-
zelinteressen, seien diese persšnlicher, regionaler oder nationaler Natur, den Ÿbergeord-
neten Interessen der gesamten Menschheit unterzuordnen, da sie sehr wohl wissen, da§
in einer Welt voneinander abhŠngiger Všlker und Nationen der Nutzen eines Teiles am
besten Ÿber den Nutzen fŸr das Ganze erzielt werden kann und da§ keiner der Teile Dau-
erhaftes erreichen kann, wenn die allgemeinen Interessen der Gesamtheit vernachlŠssigt
werden."
Zur weiteren Erhellung dieses Themas schrieb der HŸter: "Der belebende Sinn des
weltweiten Gesetzes Bah‡'u'll‡hs darf keine BefŸrchtungen hervorrufen. ... Es Ÿbersieht
weder die Verschiedenheiten der všlkischen Herkunft, des Klimas, der Geschichte, Spra-
che und †berlieferung, des Denkens und der Gewohnheit, die die Všlker und LŠnder der
Welt unterschiedlich gestalten, noch versucht es, sie auszumerzen. Es ruft nach grš§erer
Treue, stŠrkerem BemŸhen als irgendein anderes, das je die Menschenwelt beseelt hat. Es
besteht auf der Unterordnung nationaler Regungen und Belange unter die zwingenden
AnsprŸche einer geeinten Welt. Es verwirft einerseits die Ÿbersteigerte Zentralisation und
entsagt zum andern allen Versuchen der Gleichmacherei. Seine Losung ist Einheit in der
Mannigfaltigkeit..."
In diesen Zeiten zunehmender Spannungen unter den StŠmmen Afrikas sollen die
Freunde wachsam sein, damit nicht die leiseste Spur von Vorurteil oder Ha§ unter ihnen
aufkommt - was Gott verhŸten mšge. Vielmehr sollen sie bestrebt sein, noch mehr Ver-
treter der verschiedenen StŠmme in jedem Land fŸr den Glauben zu gewinnen, und ihren
Landsleuten zeigen, was das Wort Gottes bewirken kann, indem sie alle Vorurteile všllig
ablegen und jene Liebe zeigen, die die Bah‡'’ fŸreinander und fŸr alle ihre Mitmenschen
empfinden. So werden sie den prŸfenden Blicken der FŸhrer und Herrscher dieser LŠnder
ein leuchtendes Beispiel einer geeinten Gemeinde bieten, die harmonisch und in voller
Eintracht zusammenarbeitet und damit eine erfŸllbare Hoffnung und ein nachahmenswer-
tes Vorbild verkšrpert.
MinoritŠtenstŠmme benachteiligen hei§t den Geist beleidigen, der dem Glauben
Bah‡'u'll‡hs innewohnt. Wir als Diener der heiligen Religion Gottes haben die Pflicht, die
gerechten Interessen einer jeden Minderheit innerhalb der Bah‡'’-Gemeinschaft zu schŸt-
zen. Ja, in der Verwaltung unserer Bah‡'’-Angelegenheiten genie§en Vertreter von Min-
derheitsgruppen nicht nur die gleichen Rechte und Vorrechte, sondern sie werden sogar
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
122
begŸnstigt und erhalten Vorrang. Die Bah‡'’ sollten darŸber wachen, da§ sie diesen hohen
Ma§stab nie verlassen, auch dann nicht, wenn sie durch den Gang der Ereignisse oder
durch die šffentliche Meinung unter Druck geraten.
Die in den Schriften dargelegten GrundsŠtze sind klar; Fragen ergeben sich meist
dann, wenn diese GrundsŠtze angewandt werden sollen. Bei allen Unklarheiten Ÿber das
richtige Vorgehen sollen die GlŠubigen ihren Nationalen Geistigen Rat befragen, der die
Freunde nach gewissenhafter Beurteilung aufs beste beraten wird.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hofft und betet, da§ die Nationalen Geistigen
RŠte in Afrika in voller Zusammenarbeit mit den Kontinentalen BeraterŠmtern und den
HilfsŠmtern ihres Bereiches der Herde Gottes in diesem gro§en Erdteil liebevolle Hirten
sein werden, da§ sie die Freunde vor den sie umringenden bšsen EinflŸssen schŸtzen, sie
auf dem wahren und richtigen Pfade fŸhren und ihnen dabei helfen, ein immer tieferes
VerstŠndnis, eine gefestigtere †berzeugung und eine innigere Liebe fŸr die Sache zu er-
langen, die zu fšrdern und der zu dienen sie mit solcher Hingabe bestrebt sind.
18. Februar 1970
Beratender Status beim Wirtschafts- und Sozialrat
der Vereinten Nationen erworben
Freudig teilen (wir der) Bah‡'’-Welt (die) Erlangung (des) beratenden Status (beim) Wirt-
schafts- und Sozialrat (der) Vereinten Nationen mit, durch die (eine) lang gehegte Hoff-
nung (des) geliebten HŸters und (ein) Ziel (des) Weltzentrums (im) Neunjahresplan
erfŸllt (wird). (Die) dauernden beharrlichen BemŸhungen (der) akkreditierten Vertreter
(der) Internationalen Bah‡'’-Gemeinde (in) mehr als zwanzig Jahren (und die) hinge-
bungsvolle UnterstŸtzung (der) Bah‡'’-Gemeinden (auf der) ganzen Welt (wurden)
schlie§lich belohnt. (Dieser) bedeutsame Erfolg trŠgt (zu) Ansehen, Einflu§ (und) Aner-
kennung (des) immer fortschreitenden Glaubens Bah‡'u'll‡hs bei. (Wir) beten (in) Dank-
barkeit (an den) Heiligen Schreinen.
6. MŠrz 1970
Der Geist der Bah‡'’-Beratung
Uns liegt Ihr (NGR Kanada) Brief vom 14. Januar 1970 vor, in dem Sie Fragen Ÿber das
Vorgehen bei der Beschlu§fassung in Geistigen RŠten stellen.
Es ist wichtig zu erkennen, da§ sich der Geist der Bah‡'’-Beratung deutlich von dem
in Nicht-Bah‡'’-Kšrperschaften Ÿblichen Verfahren der Beschlu§fassung unterscheidet.
Das Ideal der Bah‡'’-Beratung ist, zu einem einstimmigen Beschlu§ zu gelangen.
Wenn dies nicht mšglich ist, mu§ abgestimmt werden. Mit den Worten des geliebten HŸ-
ters: "... Wenn sie aufgefordert werden, zu einem bestimmten Beschlu§ zu kommen, soll-
25. MŠrz 1970 Der Reinste Zweig
123
ten sie sich nach leidenschaftsloser, sorgsamer und aufrichtiger Beratung Gott im Gebet
zuwenden und mit Ernsthaftigkeit, †berzeugung und Mut ihre Stimme abgeben und sich
der Stimme der Mehrheit fŸgen, die, wie wir vom Meister wissen, die Stimme der Wahr-
heit ist, gegen die kein Einwand erhoben und die immer von ganzem Herzen unterstŸtzt
werden sollte."
Sobald ein Beschlu§ gefa§t ist, ist er der Beschlu§ des ganzen Rates und nicht blo§
derjenigen Mitglieder, die mit der Mehrheit gestimmt haben.
Wenn eine Angelegenheit zur Abstimmung vorgeschlagen wird, kann es sein, da§ ein
Mitglied des Rates das GefŸhl hat, es mŸ§ten noch zusŠtzliche Fakten oder Gesichtspunk-
te geklŠrt werden, bevor es sich entschlie§en und wohlŸberlegt Ÿber den Vorschlag ab-
stimmen kann. Das Mitglied soll dieses GefŸhl zur Sprache bringen, und der Rat hat dann
zu entscheiden, ob vor der Abstimmung noch mehr beraten werden sollte oder nicht.
Wenn beschlossen wurde, Ÿber einen Vorschlag abzustimmen, ist lediglich festzustel-
len, wieviele Mitglieder dafŸr sind; ist es die Mehrheit der Anwesenden, so ist der Antrag
angenommen; ist es die Minderheit, so ist der Antrag abgelehnt.
Die ganze Frage der "Stimmenthaltung" taucht somit bei der Bah‡'’-Abstimmung gar
nicht auf. Ein Mitglied, das nicht fŸr einen Vorschlag stimmt, hat de facto dagegen ge-
stimmt, auch wenn es selbst meint, es sei nicht in der Lage gewesen, sich in dieser Sache
zu entscheiden.
25. MŠrz 1970
Der Reinste Zweig
Zum hundertsten Gedenktag des MŠrtyrertodes des Reinsten Zweiges, der auf den 23.
Juni 1970 fŠllt, rufen wir alle Bah‡'’ in der Welt auf, sich im Gebet fŸr "die Erneuerung
der Welt und die Vereinigung ihrer Všlker" zu vereinen.
WŠhrend jener Tage vor hundert Jahren erduldete Bah‡'u'll‡h Seine Einkerkerung in
der Kaserne von `Akk‡. Zu den Drangsalen, die Ihn niederdrŸckten, kam noch der tšdli-
che Unfall, der Seinem jŸngeren Sohn zustie§, Seinem GefŠhrten und Gehilfen M’rz‡
Mihd’, dem Reinsten Zweig, der im Sterben Seinen Vater darum bat, da§ sein Leben "als
ein Lšsegeld fŸr diejenigen Seiner Geliebten" angenommen werde, "die sich danach
sehnten, in Seine Gegenwart zu gelangen, die diese jedoch nicht erreichen konnten." In
einem Tablet, in jener kummerbeladenen Stunde offenbart, klagt Bah‡'u'll‡h, da§ "dies
der Tag ist, an dem er, der aus dem Lichte Bah‡s gezeugt war, den MŠrtyrertod erlitt, als
er durch die HŠnde seiner Feinde gefangen lag." Doch bringt Er klar zum Ausdruck, da§
das Ableben des jungen Mannes eine weit tiefere Bedeutung hat als die, da§ Er dessen
schlichte Bitte annimmt. Er erklŠrt: "Du bist wahrlich Gottes Unterpfand und Sein Schatz
in diesem Lande. Binnen kurzem wird Gott durch dich Seinen Wunsch kundtun." In ei-
nem Gebet, das Er fŸr Seinen Sohn offenbarte, verkŸndet Er den dieser Tragšdie inne-
wohnenden Sinn: "O mein Herr! Ich habe dahingegeben, was Du mir verliehen hattest,
auf da§ Deine Diener erquickt und alle, die auf Erden wohnen, vereint werden." Damit
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
124
wurde einem jungen Menschen von vollkommener Ergebenheit, der solch hohe Schšn-
heit des Denkens und všllige Hingabe bewies, eine einzigartige Stufe in der Sache Gottes
verliehen.
In ihrem Gedenken an das Leid Bah‡'u'll‡hs Ÿber den Verlust Seines geliebten Sohnes
und in WŸrdigung eines hšchst bedeutsamen Ereignisses im Glauben Ÿberlassen wir es
den RŠten, ob sie besondere GebetszusammenkŸnfte abhalten wollen. Im Heiligen Land
wird im Weltzentrum auf dem Berg Karmel eine Feierstunde am Grabe von M’rz‡ Mihd’
stattfinden, bei der seines reinen Beispieles und Opfers fŸr die gesamte Menschheit durch
die Worte seines ruhmreichen Vaters gedacht wird.
April 1970
Ridv‡n-Botschaft
(Die) Bah‡'’ Weltgemeinde, (die nun in das) siebte Jahr (des) Neunjahresplanes eintritt,
hat (ihre) FŠhigkeit reichlich bewiesen, Hšhen (der) Hingabe (und des) Opfers (zu) er-
klimmen (und) erstaunliche Siege (zu) erringen (fŸr den) welterlšsenden, welterrettenden
(und) weltvereinenden Glauben. Zu diesem Ridv‡n-Fest entbieten (wir) elf neuen Natio-
nalen Geistigen RŠten, (die) nun gebildet (werden), (ein) herzliches Willkommen: sieben
in Afrika, einem in Amerika, einem in Asien (und) zwei in Australasien, (womit die) Zahl
(der das) Universale Haus (der) Gerechtigkeit tragenden Pfeiler vierundneunzig erreicht
(hat). (Wir) fŸhlen uns (dazu) bewegt, (den) HŠnden (der) Sache Gottes liebevolle Aner-
kennung auszusprechen (fŸr ihre) gro§artigen Dienste, (die) Flammenspuren (des) Leh-
rens (auf der) OberflŠche des Erdballes (hinterlie§en) (durch die) Ermutigung (und)
Beratung (der) RŠte (und) Freunde aller Kontinente.
Zur wirksamen VerstŠrkung dieser hochherzigen TŠtigkeit durch (die) fŠhigen, hin-
gebungsvollen Kontinentalen BeraterŠmter (und) ihre HilfsŠmter (und im) Zusammen-
hang mit (den) wachsenden BedŸrfnissen und (der) Ausdehnung (der) Weltgemeinde
geben (wir die) Erweiterung (dieser) lebenswichtigen Institution bekannt durch (die) Er-
nennung (von) drei zusŠtzlichen Beratern - Iraj Ayman (fŸr) Westasien, Anneliese Bopp
(und) Betty Reed (fŸr) Europa - und (die) ErmŠchtigung, fŸnfundvierzig zusŠtzliche Hilf-
samtsmitglieder (zu) ernennen: neun (fŸr) Afrika, sechzehn (fŸr) Asien, zwei (fŸr) Aus-
tralasien (und) achtzehn (fŸr die) westliche HemisphŠre. Rufen (zur) Errichtung (von)
vier Nationalen Geistigen RŠten (an) Ridv‡n 1971 auf: Lesotho (mit) Sitz (in) Maseru;
ElfenbeinkŸste, Mali und Obervolta (mit) Sitz (in) Abidjan; Trinidad und Tobago (mit)
Sitz (in) Port of Spain; Salomon-Inseln (mit) Sitz (in) Honiara.
(Der) Neunjahresplan (wird) bereits gekennzeichnet (durch) gro§e Leistungen (beim)
Pionieren, (bei der) Proklamation, (der) Anerkennung (des) Glaubens, (dem) Aufbruch
(der) Jugend, (dem) Erwerb (von) BesitztŸmern, (dem) Baubeginn (des) Panama-Tem-
pels (und bei der) Entwicklung (des) Weltzentrums. Dringende, unmittelbare (und) le-
benswichtige Notwendigkeit (ist es, die) Aufmerksamkeit (auf die) Vermehrung (der)
Anzahl (der) Zentren, (der) šrtlichen Geistigen RŠte (und der) GlŠubigen (zu) konzent-
August 1970 Botschaft an die Konferenzen von Bolivien und Mauritius im August 1970
125
rieren (und die) verbleibenden Pionierposten (zu) besetzen. Letzter Ridv‡n-Aufruf ver-
langte 733 Pioniere (als) Mindesterfordernis. 479 benannte Posten (sind noch zu)
besetzen. (Der) Gesamtsieg bedingt mehr Pioniere, mehr Geldmittel (und) mehr neue
GlŠubige. HŠnde (der) Sache, Berater, HilfsŠmter, Nationale (und) šrtliche Geistige RŠte
(sowie) jeder einzelne AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs (sind zu) Šu§erster Anstrengung (in den)
verbleibenden Jahren (des) Neunjahresplanes aufgerufen. (Der) Vollzug dieses Schrittes
(in des) Meisters Gšttlichem Plan wird (die) Gemeinde (mit der) FŠhigkeit (und den) ad-
ministrativen Einrichtungen versehen, (um den) nŠchsten Abschnitt (in der) Verwirkli-
chung (der) hšchsten Absicht (der) Offenbarung Bah‡'u'll‡hs (zu) bewŠltigen, - (der)
Vereinigung (der) Menschheit (und der) Errichtung (des) lange verhei§enen Kšnigrei-
ches Gottes auf Erden. Versichern Sie hei§er, liebevoller Gebete (an den) Heiligen
Schreinen.
August 1970
Botschaft an die Konferenzen von Bolivien und Mauritius
im August 1970
In freudiger Erwartung richten sich unsere Herzen auf die Zwillingskonferenzen, die jetzt
auf der SŸdhalbkugel stattfinden. Die Tatsache, da§ sie so kurz nach dem weltweit began-
genen hundertsten Gedenktag an den MŠrtyrertod des Reinsten Zweiges zusammentreten,
erinnert uns daran, da§ sich der Glaube Gottes stets durch Opfer und hingebungsvolles
Dienen verbreitet und gefestigt hat. Gerade diese beiden Konferenzen bezeugen die
schšpferische Kraft, die Fruchtbarkeit und die Anrufung gšttlicher BestŠtigungen, die das
Ergebnis aufopferungsvollen Dienstes fŸr die Sache Gottes sind. Obwohl Bolivien und
Mauritius in den Sendschreiben zum Gšttlichen Plan beide ausdrŸcklich genannt werden,
war die Sache Gottes noch vor fŸnfunddrei§ig Jahren in beiden Gebieten so gut wie un-
bekannt; heute aber werden wir Zeuge dieser historischen Konferenzen.
Es braucht nicht zu verwundern, da§ SŸdamerika - dessen Herrscher und PrŠsidenten
Bah‡'u'll‡h im Kit‡b-i-Aqdas angesprochen hat und von dessen GlŠubigen aus Eingebo-
renenstŠmmen der Meister in den erwŠhnten Sendschreiben sagt: "... Wenn diese Indianer
gleicherma§en erzogen und gefŸhrt werden, dann werden die gšttlichen Lehren sie zwei-
fellos durch so erleuchten, da§ die ganze Erde dadurch erleuchtet wird" - (da§ SŸdameri-
ka) auf so viele glŸhende Seelen in Nordamerika, die auf diesem vielversprechenden Feld
arbeiten wollen, eine magnetische Anziehungskraft ausgeŸbt hat. Eine Schar heldenhafter
Pioniere hat mit der Botschaft Bah‡'u'll‡hs langsam seine ausgedehnten StaatsflŠchen,
seine Dschungel und Gebirge durchzogen. Ihnen folgten andere, die unter den systemati-
schen KreuzzŸgen von zwei SiebenjahresplŠnen und dem Zehnjahresplan des geliebten
HŸters antraten, und alle zusammen wurden sie zu geistigen Eroberern dieses Kontinents.
Die lateinamerikanischen Gemeinden, die als Ergebnis dieser Pionieranstrengungen ent-
standen, wurden vom geliebten HŸter als "Mitarbeiter im Vollzug" des Gšttlichen Planes
`Abdu'l-Bah‡s bezeichnet. May Maxwell, eine der gro§en Heldinnen des Glaubens, er-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
126
rang in Buenos Aires die hei§ersehnte Krone des MŠrtyrertums; Panama wurde zum Ort
des sechsten Mashriqu'l-Adhk‡r der Bah‡'’-Welt; und jetzt ist La Paz in Bolivien der
Schauplatz dieser Kontinentalen Konferenz.
Der Indische Ozean - dessen letzte Wellen an die KŸsten der Wiege unseres Glaubens
schlagen; auf dessen Wassern der Gšttliche B‡b auf Seiner Pilgerreise nach Mekka, dem
Herzen des Isl‡m, segelte, wo Er Seine Sendung offen verkŸndete; dessen mŠchtiger Sub-
kontinent und Namengeber die Heimat und das zugewiesene Lehrgebiet des neunten
Buchstaben des Lebendigen war; dessen gro§e Inseln von `Abdu'l-Bah‡ im zweiten Send-
schreiben zum Gšttlichen Plan einzeln genannt wurden - war fast ein Jahrhundert lang
jungfrŠuliches Gebiet fŸr das Wort Gottes und eine Herausforderung fŸr die VerkŸndi-
gung Seines Glaubens. Dieser Herausforderung stellte sich ein halbes Hundert von Rit-
tern Bah‡'u'll‡hs, die den Aufruf des geliebten HŸters beantworteten und ihre Heimat
verlie§en, um sich von ganzem Herzen der BegrŸndung des Glaubens in diesem Teil der
Welt zu weihen. Sie richteten das Banner Bah‡'u'll‡hs auf seinen Atollen, gro§en Inseln
und den angrenzenden KŸstenstaaten auf. Jetzt wurde im Herzen dieses gewaltigen Oze-
ans die Insel Mauritius - deren Name im Heroischen Zeitalter des Glaubens in die Bah‡'’-
Geschichte einging, weil von dort zwei Jahre vor dem Eintreffen `Abdu'l-Bah‡s in Ame-
rika eine Spende zum Erwerb eines GelŠndes fŸr den Muttertempel des Westens kam -
zum Schauplatz dieser Ozeanischen Konferenz erwŠhlt.
In diesem Ozean und auf diesem Kontinent sind nicht nur die Institutionen des Glau-
bens errichtet worden, sondern der Geist des Neuen Tages, aufstrahlend schon zur ersten
MorgendŠmmerung mit dem Licht der Gnadengaben Bah‡'u'll‡hs an die Menschheit, tritt
in der Mannigfaltigkeit der Teilnehmer, in der Bruderschaft zwischen einstmals Fremden
- ja Feinden - und vor allem in den erhabenen Zielen, fŸr die ihr euch versammelt habt,
deutlich zutage.
Euer Ziel ist die Erlšsung der Menschheit von ihrer Gottlosigkeit, Unwissenheit, Ver-
wirrung und ihren Konfliktherden. Ihr werdet Erfolg haben - wie eure VorgŠnger Erfolg
hatten - durch Opfer fŸr die Sache Gottes. Die Taten und die Dienste, die jetzt von euch
zu erbringen sind, werden in der Zukunft leuchten, genauso wie die Taten eurer geistigen
Vorfahren heute leuchten und fŸr alle Zeiten fortfahren werden, in den Annalen der Sache
zu leuchten.
Wir teilen mit euch die geistige Hochstimmung dieser Konferenzen und versichern
euch unserer unablŠssigen, glŸhenden Gebete, da§ eure Beratungen Ÿber die Ziele des
Glaubens in eurem Bereich und die geistige Bruderschaft, an der ihr teilhabt, in unmittel-
bare, entschlossene PlŠne mŸnden werden, die euch zugewiesenen Aufgaben noch vor
dem schnell herannahenden Ende des Neunjahresplanes zu vollenden. Dieser Plan ist die
derzeitige Stufe in dem Gšttlichen Plan des Meisters, und sein erfolgreicher Abschlu§
mu§ das Vorspiel sein zu jenen grš§eren Siegen, wenn als Frucht eurer MŸhen die gštt-
lichen Ausgie§ungen ein gewaltiges Heer strahlender und ergebener Diener Bah‡'u'll‡hs
erwecken werden, die Sein Kšnigreich in dieser Welt aufrichten.
12. August 1970 Bildung von sieben Nationalen Geistigen RŠten an Ridv‡n 1971
127
12. August 1970
Bildung von sieben Nationalen Geistigen RŠten
an Ridv‡n 1971
An die HŠnde der Sache Rœ.h’yyih Kh‡num und William Sears, die das Universale Haus
der Gerechtigkeit bei den Konferenzen in Bolivien und Mauritius vertreten, wurde soeben
folgendes Telegramm aufgegeben:
Bitte verkŸnden Sie (den) Konferenzteilnehmern (die) freudige Nachricht (Ÿber den)
Beschlu§ (zur) Einberufung (von) drei weiteren Nationaltagungen (zum) nŠchsten Rid-
v‡n: Sudan, Tschad und Kongo-Brazzaville, Gabun. (Damit) erhšht sich (die Zahl der)
neuen Nationalen Geistigen RŠte, (die) am Ende des siebten Jahres (des) Neunjahrespla-
nes gebildet (werden), auf sieben. Beten inbrŸnstig (an den) Heiligen Schreinen, da§ die
(Zahl der) nationalen Gemeinden (der) Bah‡'’-Welt zum nŠchsten Ridv‡n einhunderteins
erreicht; erflehen VerstŠrkung (der) Bande, die sie vereinen, grš§ere Hingabe (an die) he-
rausfordernden Aufgaben, (die) noch vor ihnen (liegen), breitere Teilnahme aller RŠnge
(der) GlŠubigen. Teilen (den) Wortlaut (des) Telegramms allen Nationalen Geistigen RŠ-
ten mit.
29. November 1970
An alle Pioniere
Der Geist der Selbstaufopferung und der Ergebenheit, der so viele AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs
dazu bewegte, ihr Heim zu verlassen, an ferne und nahe Zielorte in fremden LŠndern und
in der Heimat zu gehen, um das Banner des Glaubens zu hissen und die gšttlichen Lehren
in fast allen bewohnten Gegenden des Erdballs zu verkŸnden, erhebt unser Herz und er-
regt unseren tiefen Stolz und unsere Bewunderung. Wir treten nun in die herausfordernds-
te und entscheidende Endphase des Neunjahresplanes ein, die in der freudigen
Jahrhundertfeier der Offenbarung des Heiligsten Buches Bah‡'u'll‡hs, des Kit‡b-i-Aqdas,
gipfeln wird. Welch grš§ere Gabe kšnnen wir in diesem historischen Augenblick unse-
rem Geliebten zu FŸ§en legen als die VerkŸndigung des Sieges in Seinem Namen!
In tiefer WŸrdigung der entscheidenden Rolle, die die Pioniere beim siegreichen Vor-
marsch der Armee des Lichtes spielen, regt sich in uns der Wunsch, ihre Herzen zu erqui-
cken, ihren Geist zu erheben und ihre Lenden zu stŠrken durch den bewegenden Appell,
der aus der Feder `Abdu'l-Bah‡s flo§:
"... O wie sehne ich mich danach, diese Gegenden zu durchreisen, wenn nštig, sogar
zu Fu§, und in tiefster Armut die StŠdte, die Dšrfer, die Berge, die WŸsten und die Meere
zu durchqueren, mit hšchster Stimme den Ruf `Y‡ Bah‡'u'l-Abh‡!` zu erheben und die
gšttlichen Lehren zu verbreiten! Dies aber kann ich nicht tun. Wie tief beklage ich dies!
Wenn es Gott gefŠllt, werdet ihr es vielleicht vollbringen...",
und durch die folgenden wegweisenden Worte unseres geliebten HŸters:
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
128
"Ihre Pflicht ist es in dieser gegenwŠrtigen Stunde, wie ungŸnstig und wenigverspre-
chend die jetzigen Aussichten auch scheinen mšgen, vertrauensvoll und ohne Schonung
in tŠglichem BemŸhen weiterzuarbeiten, mit ungetrŸbter Sicht, wachsam, der Erhaben-
heit ihrer Berufung und der zukŸnftigen Herrlichkeit ihrer Sendung gewi§, unbeeindruckt
von den niedrigen Bestrebungen und den Versuchungen der Umgebung, in der sie leben,
ihr €u§erstes hergebend, und sowohl einzeln als auch mit vereinten KrŠften ihren Beitrag
zu leisten, um das Kommen des Tages zu beschleunigen, an welchem ihr geliebter Glaube
endlich das volle Ausma§ seiner KrŠfte enthŸllt und sich zu neuen Hšhen der Macht, des
Ruhmes und der Herrlichkeit erheben wird, wie es von der Vorsehung bestimmt ist."
"Wenn die Freunde in einem dieser Zielgebiete isoliert sind und feststellen, da§ sie in
ihrer Lehrarbeit nicht vorankommen und da§ sie grš§tenteils in einem ungastlichen Kli-
ma leben, ist es fŸr sie sehr schwer, richtig zu wŸrdigen, da§ sie eine Kraft fŸr das Gute
darstellen, da§ sie wie ein Leuchtturm Bah‡'u'll‡hs sind, der an einem strategischen Punkt
leuchtet und seine Strahlen hinaus ins Dunkel schickt. Aus diesem Grunde bittet er
(Shoghi Effendi) diese Pioniere so unablŠssig, ihre Posten nicht zu verlassen."
"Wie gewaltig die Aufgabe auch sein mag, wie unŸberwindlich die Hindernisse auch
scheinen, die ihrer DurchfŸhrung im Wege stehen, und wie begrenzt die Mittel, die FŠ-
higkeit und die Zahl jener sein mag, die dazu berufen sind, ihre ErfŸllung sicherzustellen:
vermšge der gšttlichen Macht, die sie durchdringt, wird sie ganz sicher zur rechten Zeit
erfolgreich bewŠltigt werden. Gottes erlšsende Gnade, die durch die kleine und doch so
unsagbar wundervolle Schar seiner glŠubigen Diener stršmt, wird wie in frŸheren Zeiten
allmŠhlich die Welt durchdringen und dem Bewu§tsein der Všlker und Nationen glei-
cherma§en die Erkenntnis einflš§en, da§ nur das gšttliche Allheilmittel, das Er selbst
verordnet hat, die Leiden heilen kann, die jetzt die gesamte Menschheit so furchtbar
heimsuchen. Gibt es darum ein hšheres Vorrecht, als das Instrument zu sein, der Kanal
fŸr die Vermittlung solch gšttlicher Gnade? La§t uns nun Mut fassen und treu unseren
Auftrag fortfŸhren und stets sicher sein, da§ der verhei§ene Tag des Sieges, den
Bah‡'u'll‡h als Zeichen fŸr das Goldene Zeitalter Seiner Sache vorausgesagt hat, fŸr uns
anbrechen wird und fŸr eine Welt, die sich bis jetzt der gšttlichen Kraft Seiner Botschaft
noch nicht bewu§t ist."
Und schlie§lich schreibt die Feder der Herrlichkeit selbst:
"Die ihr Land verlassen haben, um Unsere Sache zu lehren, wird der Geist des Glau-
bens durch seine Macht stŠrken. Eine Schar Unserer erwŠhlten Engel wird mit ihnen ge-
hen, wie Er, der AllmŠchtige, der Allweise, es ihnen gebietet. Wie gro§ ist der Segen, der
den erwartet, der die Ehre erringt, dem AllmŠchtigen zu dienen! Bei Meinem Leben! Kei-
ne Tat, wie gro§ sie auch sei, ist mit dieser vergleichbar, au§er solchen Taten, die Gott,
der Allmachtvolle, der MŠchtigste, verordnet hat. Ein solcher Dienst ist wahrlich der
FŸrst aller guten Taten und die Zierde allen edlen Handelns. So ist es von Ihm, dem
hšchsten Offenbarer, dem AltehrwŸrdigen der Tage, verordnet."
Jedem einzelnen von Ihnen senden wir unsere Liebe und die Versicherung, da§ wir
fŸr Sie in den Heiligen Schreinen beten.
29. Dezember 1970 Schwere Krise des Internationalen Bah‡'’-Fonds
129
29. Dezember 1970
Schwere Krise des Internationalen Bah‡'’-Fonds
Wir haben einen kritischen Punkt im Fortgang des Neunjahresplanes erreicht. In vielen
LŠndern dŸrsten und verlangen unzŠhlige Menschen danach, die Botschaft Bah‡'u'll‡hs
anzunehmen. In anderen LŠndern, die materiell fortgeschritten aber geistig zurŸckgeblie-
ben sind, ist eine gro§e Anstrengung notwendig, um die Menschen zum Licht dieses Neu-
en Tages zu erwecken. Die vor kurzem in vielen LŠndern gebildeten Nationalen Geistigen
RŠte sind damit beschŠftigt, .Ha.z’ratu'l-Quds, TempelgelŠnde, Nationale Stiftungen und
Lehrinstitute zu erwerben, die fŸr die angemessene Entwicklung der Verwaltungsord-
nung und fŸr die Vertiefung der GlŠubigen im Bah‡'’-Wissen so notwendig sind, und im
Herzen der westlichen HemisphŠre benštigt der Mashriqu'l-Adhk‡r von Panama mehrere
hunderttausend Dollar zu seiner Fertigstellung. Um diese vielen notwendigen Aufgaben
erfŸllen zu kšnnen, werden die Hilfsquellen der Sache bis zum €u§ersten beansprucht.
In diesem kritischen Augenblick, da die AktivitŠt der GlŠubigen und die Ausgaben
der Fonds sich steigern sollten - denn nur so kšnnen wir die Gelegenheiten ergreifen, die
sich uns bieten - , sieht sich der Internationale Bah‡'’-Fonds durch einen starken RŸck-
gang der BeitrŠge in eine ernsthafte Krise versetzt. Zweifellos sind dafŸr unter anderem
auch weltweite wirtschaftliche Schwierigkeiten verantwortlich; doch wir vertrauen dar-
auf, da§ die GlŠubigen in aller Welt auf diese Herausforderung antworten und jedes Opfer
bringen werden, um sicherzustellen, da§ die Arbeit der Sache Gottes unbehindert voran-
schreitet.
Von 1963 an, als es 56 Nationale Geistige RŠte gab, bis zum heutigen Zeitpunkt, wo
wir 94 haben (bald werden es 101 sein), hat sich die Arbeit der Sache sowohl auf dem
Gebiet des Lehrens wie auch im Weltzentrum so rasch ausgedehnt, da§ das Universale
Haus der Gerechtigkeit das internationale Jahresbudget der Sache um mehr als das Vier-
fache erhšhen mu§te. In diesem Jahr werden achtundfŸnfzig Prozent des Internationalen
Fonds fŸr Vorhaben au§erhalb des Heiligen Landes verwendet, so fŸr die UnterstŸtzung
von Nationalen Geistigen RŠten (56 von ihnen erhalten einen gro§en Teil, wenn nicht ihr
gesamtes Budget vom Weltzentrum), fŸr BeitrŠge zur Arbeit der HŠnde der Sache und fŸr
die Kontinentalen BeraterŠmter, fŸr die Verteidigung der Sache in LŠndern, wo sie ver-
folgt wird, und fŸr unsere ausgedehnten TŠtigkeiten bei den Vereinten Nationen.
Um der augenblicklichen Situation zu begegnen, mu§ das Universale Haus der Ge-
rechtigkeit die Ausgaben des Internationalen Bah‡'’-Fonds drastisch einschrŠnken, bis
der Zustrom der BeitrŠge wieder einsetzt. WŠhrend die Arbeiten am Internationalen Ar-
chiv-GebŠude vollendet werden konnten, die notwendig waren, um die kostbaren Send-
schreiben und ErinnerungsstŸcke vor der hohen Feuchtigkeit und der immer stŠrker
verschmutzten Luft der Stadt Haifa zu schŸtzen, mu§ten die PlŠne zur weiteren Vergrš-
§erung der GŠrten in Bahj’ und zur Erweiterung der Terrassen unterhalb des Schreins des
B‡b sowie zusŠtzliche Ausbauvorhaben an den Verwaltungseinrichtungen des Weltzent-
rums zurŸckgestellt werden. Au§erdem sind wir gegen unseren Willen gezwungen, die
nŠchsten zwei Vierteljahreszuwendungen fŸr Nationale Geistige RŠte um zehn Prozent
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
130
zu kŸrzen, und wir rufen diese RŠte jetzt auf, dem Rechnung zu tragen und ihre eigenen
Ausgaben einzuschrŠnken.
Dies kšnnen jedoch nur vorŸbergehende Ma§nahmen sein, um die augenblickliche
Notlage zu mildern. Was wir jetzt wirklich brauchen - in einer Zeit, in der die Menschheit
die Botschaft Bah‡'u'll‡hs so dringend benštigt - , ist nicht die Verringerung der AktivitŠt
der Freunde, sondern die universelle Teilnahme aller GlŠubigen an der Arbeit der Sache.
ZahlenmŠ§ig Ÿbertreffen die armen GlŠubigen die reichen bei weitem, und diese
Mehrheit wird schnell weiter anwachsen in dem Ma§e, wie die Massen-Lehrarbeit sich
ausweitet. Obgleich daher die Arbeit in den Gebieten des Massen-Lehrens weiterhin
durch die BeitrŠge der Freunde in den WohlstandslŠndern unterstŸtzt wird und diese
GlŠubigen fŸr die unmittelbare Zukunft die HauptstŸtze des Internationalen Fonds sein
mŸssen, wird es fŸr die Freunde in den Massen-Lehrgebieten doch immer dringender,
ihre eigenen TŠtigkeiten in immer grš§erem Ausma§ selbst zu finanzieren. Das RŸckgrat
des Fonds mŸssen die regelmŠ§igen BeitrŠge eines jeden GlŠubigen sein. Auch wenn sol-
che BeitrŠge wegen der Armut der Spender klein sind, so wird doch eine Vielzahl kleiner
BetrŠge einen mŠchtigen Strom bilden, der die Arbeit der Sache vorantragen kann. Mehr
noch - die Einigkeit der Freunde im Opfer wird die BestŠtigungen der Gesegneten Schšn-
heit auf sie lenken.
Die universelle Teilnahme der GlŠubigen auf allen Gebieten des Glaubens - in ihren
BeitrŠgen zum Fonds, im Lehren, in der Vertiefung, im Leben als Bah‡'’, in der Verwal-
tung der Gemeindeangelegenheiten und vor allem im gebeterfŸllten Leben der Hingabe
an Gott - wird die Bah‡'’-Gemeinde mit solcher Kraft ausstatten, da§ sie die MŠchte geis-
tiger Zersetzung, die die Nicht-Bah‡'’-Welt in einen Abgrund stŸrzen, Ÿberwinden und zu
einem Meer der Einheit werden kann, das die OberflŠche des Planeten bedecken wird.
Wir bitten jeden einzelnen von Ihnen, Ÿber diese Dinge tief nachzudenken und sich
mit uns im inbrŸnstigen Gebet zu vereinen, da§ diese augenblickliche Krise sich als eine
PrŸfung durch die gšttliche Vorsehung erweisen mšge, welche die Gemeinde des Grš§-
ten Namens zu neuen Hšhen der Hingabe und zu siegreichen Taten anspornen wird.
131
Botschaften und Briefe
des Jahres 1971
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
132
4. Januar 1971
Hinscheiden der Hand der Sache Gottes Agnes Alexander
An NGR Hawaii
Bedauern tief Ableben (der) erleuchteten Seele, Hand (der) Sache Agnes Alexander,
langjŠhriger Pfeiler (der) Sache (im) Fernen Osten (und die) erste, (die den) Glauben (zu
den) Hawaii-Inseln brachte. Ihr langes, einsatzbereites, beispielhaftes Leben (im) Dienst
(und in der) Hingabe (an die) Sache Gottes (hat der) Mittelpunkt (des) BŸndnisses vor-
ausgesehen, (als Er) sie auswŠhlte, (die) unauslšschliche Ehre (mit) May Maxwell (zu)
teilen, (in den) Tablets (zum) Gšttlichen Plan erwŠhnt (zu sein). Ihre unbegrenzte, unauf-
hšrliche Verfolgung (der) Lehrarbeit (im) Gehorsam (gegenŸber dem) Befehl
Bah‡'u'll‡hs, (den) Ermahnungen (des) Meisters (und den) Anleitungen (des) geliebten
HŸters (bildet ein) leuchtendes Beispiel (fŸr) alle AnhŠnger (des) Glaubens. Ihr Hinschei-
den trennt (uns von) einem weiteren Verbindungsglied (zum) Heroischen Zeitalter. Ver-
sichern Familie (und) Freunde inniger Gebete (am) Heiligsten Schrein (fŸr den)
Fortschritt (ihrer) strahlenden Seele. Bitten alle Nationalen Geistigen RŠte, GedŠchtnis-
versammlungen durchzufŸhren, und die zustŠndigen RŠte, Andachten (in den) Mutter-
tempeln abzuhalten.
11. Januar 1971 Der Fortschritt des Glaubens in Deutschland
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland
Liebe Bah‡'’- Freunde,
der langsame Fortschritt des Glaubens in Deutschland mu§ fŸr Ihren Rat ein Anla§
gro§er Sorge sein, und wir sind sicher, da§ Sie viele Stunden des Nachdenkens und der
Beratung diesem Problem widmen. Wir nahmen mit gro§er Befriedigung von den Schrit-
ten Kenntnis, welche Ihr Rat in Ihrer Zusammenkunft am 10. und 11. Oktober eingeleitet
hat, um die Erreichung der Ziele fŸr die Bildung šrtlicher RŠte in Deutschland tatkrŠftig
und ermutigend zu verfolgen. Wir freuen uns auch auf Zeugnisse vieler weitreichender
fruchtbarer Ergebnisse der Besuche der HŠnde der Sache `Al’ Akbar Furœtan und John
Robarts in Ihrer Gemeinde. Die weithin bekannt gewordenen Tourneen der europŠischen
"Dawnbreakers" und von FrŠulein Linda Marshall dŸrften den Freunden ebenfalls viele
neue Mšglichkeiten zur Verbreitung des Glaubens vor Augen gefŸhrt haben.
Der Fortschritt der Sache hŠngt von vielen Faktoren ab. Einer davon ist natŸrlich die
AufnahmefŠhigkeit der Menschen, welche die Botschaft hšren. Diesen Faktor zu Šndern,
liegt weitgehend au§erhalb der FŠhigkeit der Bah‡'’. Das ermutigende Zeichen ist jedoch,
da§ weithin in der ganzen Welt, insbesondere unter jungen Menschen, die geistige Auf-
nahmebereitschaft neuerdings in starkem Ma§e wŠchst und noch weiter zunimmt. Es gibt
keinen Grund, zu glauben, da§ Deutschland von dieser weltweiten Erscheinung ausge-
schlossen sein sollte. Dennoch wollen wir besonders auf die Faktoren hinweisen, die ein
11. Januar 1971 Der Fortschritt des Glaubens in Deutschland
133
unmittelbares Ergebnis der AktivitŠten der Bah‡'’ darstellen; denn wenn die Bah‡'’ nur ih-
ren Anteil leisten - wie wenig erfolgversprechend die Aussicht auch scheinen mag - , kann
Bah‡'u'll‡h TŸren šffnen und Bedingungen Šndern auf eine Weise, die unser Begreifen
weit Ÿbersteigt.
Vier Dinge sind es, die - wenn die deutsche Bah‡'’-Gemeinde sie in die Tat umsetzt -
den Fortschritt der Sache in diesem Land und auf dem ganzen europŠischen Kontinent
von Grund auf Šndern kšnnten; denn diese Gemeinde, "die von `Abdu'l-Bah‡ so sehr ge-
liebt wurde", ist, wie der HŸter bezeugt hat, "dazu bestimmt - wie Er voraussagte - , das
Licht der geheiligten Offenbarung Gottes nicht nur im Herzen Europas, sondern Ÿber die-
sen ganzen ... geistig ausgehungerten Kontinent zu verbreiten."
Die Macht Bah‡'u'll‡hs
Das erste ist eine grš§ere VergegenwŠrtigung der Macht Bah‡'u'll‡hs, die Anstren-
gungen derer, die Ihm dienen, zu stŠrken, sowie Seiner Verhei§ung, dies zu tun, und der
Machtlosigkeit aller unserer Taten ohne diesen gšttlichen Beistand. Jede EinschŠtzung ei-
ner Situation ist všllig irrefŸhrend, wenn sie nicht diese hšchste Macht in Betracht zieht;
sind sich die Bah‡'’ hingegen ihrer AbhŠngigkeit von Ihm stŠndig bewu§t, dann werden
sie befŠhigt, kŸhne PlŠne zu entwerfen und diese auch angesichts unŸberwindlich schei-
nender Hindernisse vertrauensvoll zu vollenden.
Erreichung der Ziele von Šu§erster Dringlichkeit
AusgerŸstet mit diesem Bewu§tsein sollten sich dann die GlŠubigen der Gewinnung
der Ziele des Neunjahresplanes mit dem Geiste zuwenden, der sie erreichen wird. Dieser
Plan ist eine Stufe in der Entfaltung des Gšttlichen Planes `Abdu'l-Bah‡s. Die Erreichung
seiner Ziele ist von Šu§erster Dringlichkeit und Wichtigkeit, weil die AnhŠnger
Bah‡'u'll‡hs einen Wettlauf mit der Zeit austragen. Die Menschheit ist im Begriff, in einen
Abgrund des Verderbens zu stŸrzen, beschleunigt durch ihre eigene Torheit. Je lŠnger wir
Bah‡'’ in der ErfŸllung der Aufgaben, die Gott uns gestellt hat, zšgern, desto grš§er wird
das Leiden unserer Mitmenschen. Allerorten beginnen die Menschen schon jetzt zu sagen:
"Wir haben gewartet und uns nach dieser Botschaft gesehnt. Warum habt ihr so lange ge-
braucht, zu uns zu kommen?" Die GlŠubigen sollten die Ziele ins Auge fassen und erken-
nen, da§ diese dazu bestimmt sind, gewonnen zu werden. Sie sollten entscheiden, was dazu
erforderlich ist, und dann - mag die Aussicht auf Erfolg auch noch so hoffnungslos scheinen
- entschlossen darangehen, alles Notwendige zu tun, im Vertrauen darauf, da§ Bah‡'u'll‡h
sie mit Seinen Heerscharen stŠrken und die Tore des Sieges vor ihnen šffnen wird.
Pionierbewu§tsein
Der dritte Punkt ist ein rein praktischer Schritt, auf welchen der geliebte HŸter selbst
die deutsche Bah‡'’-Gemeinde in anschaulicher Form hingewiesen hat. Mit Brief vom 30.
Oktober 1951 schrieb sein SekretŠr in seinem Auftrag an Ihren Rat:
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
134
"Das weitaus Wichtigste ist jetzt, da in der deutschen Bah‡'’-Gemeinde grš§ere Ei-
nigkeit zustande gekommen ist, die Freunde pionierbewu§t zu machen: Sie mŸssen ler-
nen, sich hinaus zu wagen, ihr Vertrauen in Gott zu setzen und in neue StŠdte und an neue
Orte zu gehen, um dort die Sache einzufŸhren. Dies wird eine gŠnzlich neue Phase in der
Geschichte der Sache in Deutschland kennzeichnen und den Bah‡'’ ein GefŸhl des Sieges
und des Selbstwertes geben, wie sie es nie zuvor gehabt haben. Wenn sie sehen, wie sie
nach Jahren der Verfolgung, des Krieges, der Besatzung, des finanziellen Chaos und der
Unsicherheit ihr .Ha.z’ra gebaut und ihr nationales Verwaltungszentrum dorthin verlegt
haben, dann mŸssen sie verwundert Ÿber ihren Sieg und unendlich stolz sein. Haben sie
jemals gedacht, da§ so etwas geschehen kšnnte? Mit dem gleichen Glauben und der glei-
chen Entschlossenheit sollen sie sich jetzt erheben, um neue RŠte und Gruppen aufzubau-
en. Sie werden sehen, da§ sie Erfolg haben, so wie sie mit ihrem Haz’ra Erfolg hatten."
Seitdem ist die deutsche Gemeinde gewachsen, sie hat einen blŸhenden Verlag ge-
grŸndet und damit die Literatur der Sache in der deutschen Sprache sehr viel besser zu-
gŠnglich gemacht, sie ist der Gastgeber fŸr gro§e Internationale Konferenzen gewesen,
hat den Muttertempel Europas im Herzen dieses Kontinents errichtet und ihr nationales
Verwaltungszentrum in den Umkreis dieses Tempels verlegt - wobei sie fŸr jenes
.Ha.z’ratu'l-Quds, das ihre erste gro§e Leistung nach dem Krieg gewesen war, eine Sum-
me einlšste, die die kŸhnsten TrŠume seiner Erbauer weit Ÿberstieg.
Der Geist des Pionierens ist jedoch noch unterentwickelt. Die deutschen GlŠubigen
mŸssen sich jetzt erheben, um dem Ruf des HŸters zu folgen, unbeirrt durch die Probleme
und Gefahren; sie mŸssen "ihr Vertrauen in Gott setzen" und auf die Zusicherung des HŸ-
ters bauen: "Sie werden sehen, da§ sie Erfolg haben." Dieser eine Schritt wird mit unfehl-
barer Sicherheit, wie der HŸter ausfŸhrt, "eine gŠnzlich neue Phase in der Geschichte der
Sache in Deutschland kennzeichnen". "Auf diese Weise", schrieb er am 14.8.1957, "wer-
den die Angelegenheiten des Glaubens die Segnungen Bah‡'u'll‡hs anziehen, und die
GlŠubigen werden von Ihm dafŸr belohnt werden, da§ sie ihre Pflicht erfŸllen und die He-
rausforderung der jetzigen Stunde annehmen."
Diese ersten drei Punkte sind eng miteinander verbunden: Das feste Vertrauen auf
Bah‡'u'll‡h wird die Freunde befŠhigen, zu pionieren, das Bewu§twerden des dringenden
Charakters der Ziele wird sie inspirieren, so zu handeln, und sie bei der Wahl ihres Pio-
nierortes leiten. Das Opfer, das sie erbringen, indem sie sich erheben, um ihr Heim zu ver-
lassen, wird auf sie die gšttlichen BestŠtigungen herabrufen und durch lebendige
Erfahrung ihre Liebe zu Gott, ihr Bewu§twerden Seiner allgegenwŠrtigen FŸrsorge und
ihr Vertrauen auf Ihn in jeder Lage ihres Lebens vertiefen.
Methoden des Lehrens
Bei dem vierten Schritt geht es um die Methoden des Lehrens. Durch sie kann die
Verbreitung der Sache in Deutschland neu belebt werden. Wir stehen unter dem Ein-
druck, da§ die deutschen Bah‡'’ in ihren šffentlichen VortrŠgen, bei ihren Sommerschu-
len und Tagungen und selbst beim persšnlichen Lehren sich viel zu stark darauf
konzentrieren, die Sache unter dem intellektuellen, philosophischen und wissenschaftli-
11. Januar 1971 Der Fortschritt des Glaubens in Deutschland
135
chen Blickwinkel zu beleuchten. Selbst wenn sie Christen lehren, scheint dabei der theo-
retische, theologische Gesichtspunkt am meisten betont zu werden. Wir sagen nicht, da§
dieser Gesichtspunkt der Lehrarbeit vernachlŠssigt werden sollte. Er ist in der Tat wich-
tig, besonders in Deutschland. Aber er sollte durch andere AnsŠtze und Verfahren, die
Menschen anderer Denkrichtung ansprechen, ergŠnzt und ausgeglichen werden. Der Ge-
nius des deutschen Volkes ist nicht nur philosophisch und wissenschaftlich, sondern auch
in hohem Ma§e poetisch, tief geistig und sehr idealistisch. Ihr Rat sollte viele verschiede-
ne Wege der Darstellung des Glaubens in Betracht ziehen und zu diesen ermutigen. Nicht
nur seine Wahrheit, sondern auch seine Freude, die Einheit der Freunde, der Geist der
Liebe und des Dienens, der Vergebung und der Menschlichkeit sollte zum Ausdruck ge-
bracht werden. Viele dieser Punkte lassen sich besser vorzeigen als beschreiben. Die Ju-
gend soll es sich zum besonderen Ziel machen, die Nicht-Bah‡'’-Jugend um sie herum
anzusprechen und sie anzuziehen. Alle GlŠubigen mšgen sich vor Augen halten, da§ je-
mand, der intellektuell vom Glauben angesprochen wurde, diesem nur in seltenen FŠllen
wirklich beitritt, sofern nicht auch sein Herz angesprochen wird; ist dagegen jemand im
Herzen von Bah‡'u'll‡h ergriffen, dann wird er sich sofort zu Seinem Dienst erheben und
dann auch seine verstandesmŠ§igen Probleme lšsen, indem er der Sache dient, die er
liebt.
Wir glauben, da§ grš§ere SpontaneitŠt, grš§ere WŠrme und persšnlicher, informeller
Kontakt, unterstŸtzt durch herzliche Gastfreundschaft, die Lehrarbeit in Deutschland un-
gemein verstŠrken wird.
Ihr Rat sollte auch Wege ausfindig machen, wie die verschiedenen Schichten der
deutschen Gesellschaft erreicht werden kšnnen, die Armen und Ungebildeten in den
Slums der gro§en StŠdte, die Landwirte und Bauern in den Ebenen des Nordens und den
Bergen des SŸdens, die Jugend in den Schulen und an den UniversitŠten, die in der Indus-
trie tŠtige Jugend ebenso wie die steigende Zahl derjenigen Jugendlichen, die sich Ÿber
die moderne Gesellschaft keine Illusionen mehr machen und sich gegen diese Gesell-
schaft auflehnen. In all diesen Bereichen finden sich viele Menschen, die fŸr die Bot-
schaft Bah‡'u'll‡hs vorbereitet sind und auf sie warten.
Es ist unser hei§es Gebet, da§ die Freunde in Deutschland mit ganzem Herzen auf
diese Nšte antworten und die Gelegenheiten ergreifen werden und da§ jedes Ziel des Pla-
nes in diesem Land schnell erreicht wird. Denn mit Šu§erster Dringlichkeit mu§ die Hei-
matfront stark gefestigt werden und krŠftig wachsen, damit die deutsche Bah‡'’-
Gemeinde die nŠchste Phase der Entfaltung ihrer hohen Bestimmung in Angriff nehmen
kann, einer Bestimmung, die die deutschen AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs dazu aufruft, "die Fa-
ckeltrŠger des Lichtes gšttlicher FŸhrung fŸr die NachbarlŠnder auf diesem Kontinent"
zu sein und "sich in den Osten und SŸden Europas und Ÿber diese Gebiete hinaus in das
Herz von Nordasien bis zum Chinesischen Meer zu verbreiten."
Bitte geben Sie den GlŠubigen in Deutschland sofort von diesem Brief Kenntnis, denn
Bah‡'u'll‡h hat die Verantwortung, Seine Sache zu lehren, auf die Schultern jedes einzel-
nen Bah‡'’ gelegt.
Mšge der AllmŠchtige die Beratungen Ihres Rates inspirieren und die Herzen der
Freunde beleben, damit sie bereitwillig und voll Eifer dem Ruf folgen, den Sie zum jet-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
136
zigen Zeitpunkt - einem Wendepunkt in den Annalen der Sache in diesem Land - an sie
richten werden.
Mit tiefster Bah‡'’-Liebe Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Januar 1971
Botschaft an die Konferenz in Monrovia
Es ist ein Zeichen von allergrš§ter Bedeutung und ein augenfŠlliger Beweis fŸr die Seg-
nungen, die Gott an diesem Tag fŸr die Všlker des afrikanischen Kontinents bestimmt
hat, da§ schon so bald nach der Inangriffnahme organisierter Lehrprojekte auf diesem
Kontinent eine weitverzweigte, zahlenmŠ§ig starke, vielfŠltige und geeinte Bah‡'’-Ge-
meinde entstanden ist.
Die gro§en Siege in Afrika, die das Herz des HŸters in dessen letzten Lebensjahren
mit solcher Freude erfŸllten, waren die Frucht der selbstaufopfernden Hingabe von einer
Handvoll Pionieren, die langsam durch die ersten eingeborenen GlŠubigen eine erste Hil-
festellung erfuhren und die sich alle unter der liebevollen Obhut der Hand der Sache Mœs‡
Ban‡n’ abmŸhten. Ihren Anstrengungen ist es zu verdanken, da§ ein immer grš§er wer-
dendes Heer afrikanischer Lehrer, Arbeitern in der Verwaltung, Pionieren und tapferen
Fšrderern des Glaubens herangewachsen ist, dessen Hauptaufgabe nun darin liegt, dem
ganzen afrikanischen Kontinent die Segnungen zu bringen, die das Wort Gottes verleiht
- Segnungen der Erleuchtung, des Eifers, der Hingabe und letzten Endes der wahren Zi-
vilisation der Weltordnung Bah‡'u'll‡hs.
Viele der Šrgsten Mi§stŠnde, von denen die Menschheit jetzt heimgesucht wird, er-
scheinen in besonders krasser Form auf dem afrikanischen Kontinent; Vorurteile der Ras-
se, des Stammes und der Religion, Uneinigkeit der Nationen, die Gei§el politischer
Parteienbildung, Armut und mangelhafte Bildung sind ins Auge springende Beispiele
hierfŸr. Bei der Heilung dieser Krankheiten und der Linderung ihrer allerschlimmsten
Auswirkungen haben die Bah‡'’ eine gro§e Rolle zu spielen - vielleicht noch grš§er als
sie meinen. Durch ihre strahlende Einheit, ihre "hellen, leuchtenden" Gesichter, ihre
Selbstdisziplin bei der eifrigen Befolgung aller Anforderungen der Bah‡'’-Gesetze, ihre
Enthaltung von der Politik, ihr anhaltendes Studium und ihre stŠndige VerkŸndigung der
Grš§ten Botschaft werden sie das Herannahen jenes ruhmreichen Tages beschleunigen,
an dem die ganze Menschheit ihre wahre Bruderschaft erkennen und sich im Sonnenlicht
der Liebe Gottes und Seines Segens baden wird.
Da§ die afrikanischen GlŠubigen alle Voraussetzungen mitbringen, beim Aufbau des
Reiches Gottes auf Erden ihren vollen Beitrag zu leisten, haben sie durch ihre natŸrlichen
FŠhigkeiten und ihre Taten, die wir gerade jetzt vor uns sehen, schon zur GenŸge bewie-
sen. Eine afrikanische Hand der Sache Gottes, die sich soeben auf einer glŠnzenden, tri-
umphalen Lehrreise um die Welt befindet, afrikanische Berater und Hilfsamtsmitglieder,
Mitglieder von Nationalen und šrtlichen Geistigen RŠten und ein stetig zunehmendes
Heer von GlŠubigen legen Zeugnis ab fŸr die Kraft und die unerme§liche FŠhigkeit dieses
Januar 1971 Botschaft an die Ozeanische Konferenz der SŸdchinesischen See in Singapur
137
hochgesegneten Kontinents, seinem Herrn am gro§en Tag Seines Erscheinens dienstbar
zu sein. Es ist die Sehnsucht unserer Herzen, da§ die afrikanischen GlŠubigen, die der HŸ-
ter des Glaubens so ins Herz geschlossen hatte, sich der vor ihnen liegenden Herausfor-
derung stellen und durch ihre hingebungsvollen und selbsaufopfernden Taten die
Dankbarkeit und das Wohlwollen der ganzen Menschheit auf sich ziehen werden.
Mšge diese Konferenz zu einer Sonne werden, von der die Strahlen geistiger Energie
und Eingebung in alle Teile dieses gro§en Kontinents ausstrahlen und die Freunde auf
den Gebieten des Lehrens und des Pionierens so zur Tat beflŸgelt werden, da§ sie schnell
alle Aufgaben erfŸllen, die ihnen durch den Neunjahresplan gestellt sind.
Unsere Gedanken und Gebete begleiten Sie.
Januar 1971
Botschaft an die Ozeanische Konferenz
der SŸdchinesischen See in Singapur
Der gro§artige Fortschritt, den die Bah‡'’-Gemeinden SŸdostasiens bei der ErfŸllung der
ihnen im Neunjahresplan zugewiesenen Aufgaben erzielt haben, erfŸllt unsere Herzen
mit Dankbarkeit vor Gott und erregt unsere grš§te Bewunderung fŸr die FŠhigkeiten und
die hingebungsvollen Dienste der Freunde in all diesen ausgedehnten und so verschieden-
artigen LŠndern. Ihre Anstrengungen sind tatsŠchlich mit so reichen gšttlichen BestŠti-
gungen belohnt worden, da§ wir von der FŠhigkeit dieser Gemeinden Ÿberzeugt sind, die
gesetzten Ziele weit zu Ÿbertreffen und die Eršffnungsphase des nŠchsten Abschnitts ih-
rer Entwicklung einzuleiten, nŠmlich eine ungeheure Steigerung beim Aufbau der Sache
Gottes unter den Millionenvšlkern auf den Inseln und in den KŸstenlŠndern dieser weit
ausgedehnten Region unserer Erde.
SŸdostasien - dessen begabte, flei§ige Všlker zu den AnhŠngern von vier gro§en
Weltreligionen gehšren, in allen Epochen Zivilisationen und Kulturen hervorgebracht ha-
ben, die die hšchsten Errungenschaften der Menschheit zum Ausdruck brachten, und
nunmehr zusammen mit der ganzen Ÿbrigen Welt den auflšsenden, umwŠlzenden, Ein-
flu§ "dieser grš§ten, dieser neuen Weltordnung, ... dieses einzigartigen, dieses wunder-
samen Systems, desgleichen kein sterbliches Auge je gesehen hat", erleben - SŸdostasien
liegt offen und aufnahmebereit fŸr das Wort Gottes da, bereit, in seinem fruchtbaren Bo-
den ein weiteres Mal diesen wirkkrŠftigen Samen zu nŠhren und in der ihm eigenen, cha-
rakteristischen Weise als untrennbaren Bestandteil der Weltkultur die Institutionen, die
Struktur und das strahlende GebŠude der Weltordnung Bah‡'u'll‡hs hervorzubringen.
Wir rufen die GlŠubigen in dieser verhei§ungsvollen Weltgegend, die freudig erregt
sind von der Flut herannahender Siege, zur FŸhrung eines dreiteiligen Feldzugs auf: Der
Hauptstrang der TŠtigkeiten richtet sich auf die sofortige Ausweitung des Glaubens Ÿber
die Ziele des Neunjahresplanes hinaus. ZusŠtzlich sind Sie aufgerufen, einen Stamm von
Reiselehrern aufzustellen, die vor allem anderen sŠmtliche Gemeinden und Gruppen in
dem ganzen Bereich besuchen, um sie zu vertiefen und das Bah‡'’-Leben dort zu festigen,
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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somit die errungenen Siege zu sichern und das Fundament fŸr die kŸnftige Entwicklung
zu stŠrken. Gleichzeitig mu§ sich schlie§lich eine Anzahl von chinesisch sprechenden
GlŠubigen erheben und als Pioniere und Reiselehrer in allen LŠndern SŸdostasiens viele
Angehšrige des begabten chinesischen Volkes zum Glauben Bah‡'u'll‡hs und zum Dienst
an diesem Glauben hinziehen.
In Anerkennung Ihrer jetzt erbrachten Leistungen und in vollem Vertrauen auf Ihre
Entschlossenheit und FŠhigkeit, weiterhin die gšttlichen BestŠtigungen Bah‡'u'll‡hs auf
sich zu ziehen, geben wir Ihnen ŸberglŸcklich als zusŠtzliches Ziel des Neunjahresplanes
die Bildung des Nationalen Geistigen Rates von Singapur zu Ridv‡n 1972 bekannt, als
zusŠtzlichen StŸtzpfeiler fŸr das Universale Haus der Gerechtigkeit und als neue Bastion
des Glaubens an diesem so lebenswichtigen Brennpunkt menschlicher GeschŠftigkeit.
Wir beten darum, da§ Ihre Beratungen eine neue Welle der Begeisterung hervorrufen,
die Bande der Liebe zwischen den vielen und vielgestaltigen nationalen Gemeinden Ihrer
Region immer tiefer verankern und zu praktischen PlŠnen fŸr die DurchfŸhrung der ge-
nannten Aufgaben hinfŸhren werden.
Wir senden Ihnen allen unsere liebevollsten Gr٤e und erwarten sehnlichst den Be-
richt von Ihrer Konferenz.
1. Februar 1971
Teilnahme von HŠnden der Sache Gottes an ersten Nationaltagungen
Bitte veršffentlichen (Sie (NGR U.S.A.) in den) Bah‡'’ News (die) folgende glŸckliche
AnkŸndigung. (Die) folgenden HŠnde (der) Sache werden (am) kommenden Ridv‡n (das)
Universale Haus (der) Gerechtigkeit (bei) ersten Nationaltagungen vertreten: `Amatu'l-
Bah‡ Rœ.h’yyih Kh‡num (in) ElfenbeinkŸste, Obervolta, Mali; Dhikr'u'll‡h Khadem (in)
Trinidad Tobago; Adelbert MŸhlschlegel (in) Lesotho; `Al’ Mu.hammad Varq‡ (in) Kon-
go-Brazzaville, Gabun; Enoch Olinga (in) Sudan, Tschad; Collis Featherstone (in) Salo-
mon-Inseln, SŸdwest-Pazifik. (Wir sind) zuversichtlich, (da§ die) Anwesenheit (und)
Teilnahme dieser BannertrŠger (des) Neunjahresplanes (an den) historischen ersten Nati-
onaltagungen (die) gšttlichen Segnungen anziehen (und den) neuen nationalen Gemein-
den helfen wird, (ihre) heiligen Verantwortlichkeiten in geziemender Weise (zu)
Ÿbernehmen.
11. Februar 1971
Bildung neun weiterer Nationaler Geistiger RŠte zu Ridv‡n 1972
Hocherfreut, allen Freunden (die) Bildung (von) neun zusŠtzlichen Nationalen Geistigen
RŠten an Ridv‡n 1972 anzukŸndigen, (wodurch die) Gesamtzahl (der) Pfeiler (des) Uni-
versalen Hauses (der) Gerechtigkeit auf einhundertzehn erhšht (wird). Drei in Afrika: Re-
23. Februar 1971 Warnung vor Mi§brauch mit Aufnahmen der Stimme `Abdu'l-Bah‡s
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publik Madagaskar, RŽunion (und) Seychellen; drei in Asien: Ostpakistan, Nepal,
Singapur; einer in Australasien: Nordwest-Pazifik mit Guam, Karolinen, Marianen, Mar-
shall-Inseln; zwei in Europa: Island und Republik Irland. Vier davon - Seychellen, Ost-
pakistan, Singapur, Nord-West-Pazifik - bilden zusŠtzliche Ziele (des) Neunjahresplanes.
Bitten (fŸr) all diese Gebiete vorgesehene Pioniere, (ihre) Posten ohne Verzšgerung ein-
zunehmen. Rufen zustŠndige Gemeinden auf, sich zu rŸsten, hšchstes BemŸhen (in den)
schnell vorbeifliegenden Wochen bis kommendes Ridv‡n einzusetzen, (um) mšglichst
viele RŠte (zu) bilden (und) damit die Grundlagen (der) vorgesehenen nationalen Institu-
tionen (zu) verbreitern (und zu) stŠrken. Flehen (an den) Heiligen Schreinen, (da§ die)
AnhŠnger (des) Grš§ten Namens (die) einzigartige Gelegenheit (der) jetzigen Stunde er-
greifen mšgen und keine Anstrengungen scheuen, bis (die) Ziele (des) Planes všllig er-
fŸllt sind, (und da§ sie) damit auf sich selbst und ihre Gemeinden unschŠtzbaren Segen
(der) AltehrwŸrdige Schšnheit herabziehen.
23. Februar 1971
Warnung vor Mi§brauch mit Aufnahmen der Stimme `Abdu'l-Bah‡s
Die TonbandgerŠte und Kassettenrecorder, die jetzt auf den MŠrkten in aller Welt in rei-
cher Auswahl angeboten werden, haben uns neue TŸren gešffnet, und den Freunden ste-
hen in fast allen LŠndern neue Methoden zur Verbreitung von Bah‡'’-Materialien zur
VerfŸgung. Das Universale Haus der Gerechtigkeit hofft, da§ die Aufzeichnung von
Bah‡'’-Ansprachen und anderen auditiven Darbietungen und ihre ausgiebige Nutzung
durch Bah‡'’ und Nicht-Bah‡'’ sich Ÿberall als machtvolles neues Hilfsmittel fŸr die Lehr-
arbeit und fŸr die Vertiefung erweist. In einem Punkt ist jedoch Šu§erste Vorsicht gebo-
ten, nŠmlich bei der Verwendung von Aufzeichnungen der Stimme `Abdu'l-Bah‡s.
Der HŸter hat den Freunden im Hinblick auf diese Aufnahme eingeschŠrft, "sich zu
beschrŠnken und Vorsicht walten zu lassen." "Nach meiner Ansicht," fŸgte er hinzu,
"sollte sie nur bei besonderen AnlŠssen verwendet und mit grš§ter Ehrerbietung angehšrt
werden. Ich bin Ÿberzeugt, da§ ein hŠufiger und unterschiedsloser Gebrauch eines der
kostbarsten ErinnerungsstŸcke unseres dahingegangenen Meisters mit der WŸrde der Sa-
che nicht vereinbar wŠre."
Bitte teilen Sie den Freunden den Inhalt dieses Schreibens in angemessener Form mit.
Wir sind zuversichtlich, da§ die Freunde die Mahnung des HŸters genauestens befolgen
und die Grenzen der Hšflichkeit und MŠ§igung beim Gebrauch dieses kostbaren Erinne-
rungsstŸckes, das uns der Mittelpunkt des BŸndnisses Gottes so liebevoll hinterlassen hat,
nicht Ÿberschreiten werden.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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29. MŠrz 1971
An die Konferenz der europŠischen Bah‡'’-Jugend in Namur
Der in den letzten Jahren stark angewachsene Umfang und Wirkungsgrad des Dienstes,
den die Bah‡'’-Jugend in Europa leistet, hat uns sehr ermutigt und unsere Hoffnung auf
den Fortschritt der Sache Gottes auf diesem Kontinent sehr verstŠrkt. Der zweijŠhrige Ju-
gendfeldzug, den Sie jetzt beginnen, birgt so gro§e Mšglichkeiten, die Ziele des Neun-
jahresplanes zu erreichen, da§ wir ihm grš§te Wichtigkeit beimessen.
Ihnen, die Sie auf den Ruf des Kontinentalen Berateramtes hin jetzt in Namur versam-
melt sind, ist es auferlegt, in dem vom Berateramt und den Nationalen Geistigen RŠten
schon abgesteckten Gesamtrahmen die nŠchsten Schritte dieses beherzten Feldzuges zu
entwerfen. Sie dŸrfen sicher sein, da§ unsere Gebete Sie unterstŸtzen werden und da§ wir
die Gesegnete Schšnheit anflehen, Ihre Beratungen zu beflŸgeln, Ihre Herzen zu vereinen
und Ihre Begeisterung anzufachen, so da§ von dieser Konferenz ein vernehmlicher Ruf
ausgehen wird, da§ sorgfŠltig durchdachte PlŠne und klar festgelegte Ziele entstehen, die
nicht nur die Jugend dieses Kontinents anspornen, sondern durch sie auch der Lehrarbeit
der gesamten europŠischen Bah‡'’-Gemeinde einen mŠchtigen Auftrieb verleihen.
Es ist unsere tiefe Hoffnung, da§ die Vorreiter dieser jugendlichen Armee
Bah‡'u'll‡hs bis zum Zeitpunkt der Konferenz von Fiesch solche Siege erringen und da-
durch die wesentlich grš§ere Zahl junger Bah‡'’, die dort zusammenkommen, so beflŸ-
geln werden, da§ die bis dahin schon angerollte Erfolgswelle auf jener weiteren
Konferenz an MŠchtigkeit und Wucht noch zunimmt und den Fortschritt der Sache in Eu-
ropa auf eine ganz neue Grundlage stellt.
Mšgen alle, die an diesem lebenswichtigen Unternehmen mitarbeiten, vertrauensvoll
vorwŠrtsstreben, ohne sich durch Hindernisse beeindrucken zu lassen; mšgen sie die
freudige Gewi§heit des unfehlbaren Beistands der siegreichen Macht Bah‡'u'll‡hs erhal-
ten, Den wir um FŸhrung und BestŠtigung bei jedem Schritt anflehen werden, den Sie fŸr
die Verbreitung Seiner Sache unternehmen.
April 1971
Ridv‡n-Botschaft
Am 28. November 1971 wird die Bah‡'’-Welt den 50. Jahrestag des Hinscheidens `Ab-
du'l-Bah‡s begehen - des Mittelpunkts des BŸndnisses, des Zeichens der Einheit der
Menschheit, des Geheimnisses Gottes. Das Ereignis, dessen wir gedenken werden, kenn-
zeichnete zugleich das Ende des Heroischen Zeitalters unseres Glaubens, die Eršffnung
des Gestaltenden Zeitalters und die Geburt der administrativen Ordnung, des Kerns und
Modells der Weltordnung Bah‡'u'll‡hs. Wenn wir die FrŸchte betrachten, welche das
Wirken des Meisters reifen lie§ und die schon in den ersten fŸnfzig Jahren des Gestalten-
den Zeitalters eingebracht wurden, in einer Periode also, die durch die dynamische und
April 1971 Ridv‡n-Botschaft
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geliebte Gestalt Shoghi Effendis beherrscht wurde, dessen Leben der planmŠ§igen
DurchfŸhrung der Bestimmungen des Testamentes `Abdu'l-Bah‡s und der Sendschreiben
zum Gšttlichen Plan gewidmet war - der beiden Urkunden, die der Meister fŸr die Ver-
waltung und das Lehren der Sache Gottes hinterlassen hat - , dann mag uns wohl ein Ge-
fŸhl ehrfŸrchtiger Scheu beim Ausblick auf die nŠchsten 50 Jahre ergreifen. Dieses erste
halbe Jahrhundert des Gestaltenden Zeitalters sah die Bah‡'’-Gemeinde von wenigen hun-
dert Zentren in 35 LŠndern im Jahre 1921 auf heute Ÿber 46 000 Zentren in 135 unabhŠn-
gigen Staaten und 182 bedeutenden Gebieten und Inseln anwachsen; es war
gekennzeichnet durch die Errichtung des Rahmenwerks der Administrativen Ordnung in
der ganzen Welt, was wiederum die Anerkennung des Glaubens durch viele Regierungen
und staatliche Behšrden sowie die Akkreditierung beim Wirtschafts- und Sozialrat der
Vereinten Nationen in beratendem Status mit sich brachte; und schlie§lich sah es bereits
in vielen Teilen der Welt jenen "Eintritt in Gruppen", der vom Meister verhei§en und von
den Freunden so lange und sehnsŸchtig erwartet worden war.
Ein neuer Horizont eršffnet sich, der von den ersten Anzeichen begeisternder Ent-
wicklungen in der lebendigen Entfaltung der Sache Gottes erhellt ist. Wir nŠhern uns ihm
durch vollkommenen Sieg im Neunjahresplan. Denn wir mŸssen uns immer darŸber im
klaren sein, da§ der Zehnjahres-Kreuzzug des geliebten HŸters, der laufende Neunjahres-
plan und alle die anderen PlŠne, die im Zuge mehrerer Epochen des Gestaltenden Zeital-
ters noch folgen werden, nur Abschnitte in der ErfŸllung des Gšttlichen Planes sind, wie
ihn `Abdu'l-Bah‡ in vierzehn Sendschreiben an Nordamerika aufgestellt hat.
Der Neunjahresplan ist gut vorangekommen. An diesem Ridv‡n erleben wir die Bil-
dung von sieben zusŠtzlichen Nationalen Geistigen RŠten, fŸnf davon in Afrika, einer in
SŸdamerika und einer im Pazifik; dadurch erhšht sich die Gesamtzahl dieser erhabenen
Kšrperschaften auf 101. Zum nŠchsten Ridv‡n werden die bereits angekŸndigten 9 Nati-
onalen RŠte gebildet werden; hinzu kommen noch 4 weitere, und zwar in Afghanistan,
Arabien, den Inseln Ÿber dem Winde und Puerto Rico. Insgesamt steigt die Zahl also auf
114, und damit werden sechs RŠte mehr gezŠhlt, als der Neunjahresplan vorsah. Die Mit-
glieder aller Nationalen Geistigen RŠte, welche zu Ridv‡n 1972 gewŠhlt werden, nehmen
an der Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit zu Ridv‡n 1973 teil, bei der eine
internationale Tagung im Weltzentrum abgehalten wird.
Der Muttertempel von Lateinamerika, der Mashriqu'l-Adhk‡r von Panama, soll bis
Dezember 1971 fertiggestellt sein, und seine Einweihung wird nŠchstes Ridv‡n stattfin-
den.
Der wunderbare Geist, der durch die vier Ozeanischen und Interkontinentalen Konfe-
renzen entfacht wurde, und auch praktische Vorteile, die der Sache im Zusammenhang
mit diesen Konferenzen zugefallen sind, verstŠrken unsere hohen Erwartungen, da§ die
vier Konferenzen, welche dieses Jahr abgehalten werden, ein voller Erfolg werden und
da§ mehr Pioniere, mehr Reiselehrer, eine verstŠrkte VerkŸndigung der Botschaft und
eine Vertiefung des Geistes und der Hingabe der Freunde daraus hervorgehen.
Unser Aufruf an die Freunde vom Dezember 1970 zur UnterstŸtzung des Internationa-
len Fonds, der durch unvorhergesehene UmstŠnde in eine kritische Lage geraten war, hat
ein gro§artiges Echo aus vielen Teilen der weltweiten Bah‡'’-Gemeinde gefunden, und wir
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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fŸhlen uns gestŠrkt im Glauben, da§ diese Kundgebung der Ergebenheit und Opferbereit-
schaft, indem sie sich fortsetzt und noch mehr ausweitet, die UmstŠnde aufhebt, die das
Erreichen einiger ersehnter Ziele des Neunjahresplanes in Frage zu stellen drohten.
Die Reisen und der Dienst der HŠnde der Sache Gottes erwecken immer wieder un-
sere Dankbarkeit und Freude, ja unser Staunen und unsere Verwunderung. Ihre Leistun-
gen sind derart, da§ sie die Taten der Apostel der Vergangenheit in den Schatten stellen
und auf den gegenwŠrtigen Abschnitt des Gestaltenden Zeitalters ewigen Glanz werfen.
Im Namen aller Freunde Ÿberall sprechen wir ihnen unsere tief empfundene Liebe und
Dankbarkeit aus. Es ist angebracht, an dieser Stelle das Hinscheiden der Hand der Sache
Gottes Agnes Alexander nach siebzig Jahren beispielhaften Dienstes fŸr den Glauben zu
erwŠhnen, von deren ersten Diensten auf Hawaii der Meister gesagt hat, da§ sie grš§er
seien, als wenn sie ein Weltreich gegrŸndet hŠtte.
In einigen LŠndern wird das Erreichen der Ziele des Neunjahresplanes durch Zwangs-
ma§nahmen gegen den Glauben, die von ausgesprochener UnterdrŸckung bis zur Aufer-
legung gewisser EinschrŠnkungen reichen, praktisch unmšglich gemacht. Dies betrifft
vor allem LŠnder im Mittleren Osten, in Nordwestafrika, in den Randgebieten Ostafrikas
und in bestimmten Gebieten SŸdostasiens. Es steht zu hoffen, da§ diejenigen Bah‡'’-Ge-
meinden, welche Freiheit genie§en, ihren Glauben zu lehren, ihre eigenen Ziele so Ÿber-
treffen werden, da§ sie die EinschrŠnkungen bei weitem ausgleichen, denen ihre weniger
glŸcklichen GlaubensbrŸder unterliegen. Das Heer von Reiselehrern mu§ verstŠrkt wer-
den, und an die Freunde, insbesondere an die Bah‡'’-Jugend, ergeht der Ruf, ernsthaft zu
prŸfen, wieviel Zeit sie dem Glauben wŠhrend der restlichen zwei Jahre des Neunjahres-
planes widmen kšnnen. Lehrreisen von kŸrzerer oder lŠngerer Dauer, die Abordnung an-
derer Freunde, die †bernahme von Aufgaben, durch die andere Freunde fŸr die
Lehrarbeit freigestellt werden - all dies sind Mittel, um gemeinsam die letzte Flutwelle
hervorzurufen, welche den Plan zum Siege fŸhren wird.
Zwei Hauptziele des Planes sind die Bildung neuer šrtlicher Geistiger RŠte und die Er-
schlie§ung von neuen Zentren. 13 966 šrtliche Geistige RŠte sind verlangt, 10 360 bestehen
nun. FŸr 54 503 Orte wird ein Bah‡'’-Einwohner gefordert, 46 334 haben ihn schon. Das
Ziel ist in Sicht, die Zeit knapp. Aber das Wachstum, das sich in den obigen Zahlen wider-
spiegelt, hat nicht auf allen Ebenen und in allen Gebieten stattgefunden. WŠhrend eine An-
zahl nationaler Gemeinden die ihnen zugeteilten Ziele bereits erfŸllt oder sogar Ÿbertroffen
haben, gibt es viele, die sich grš§ten Schwierigkeiten beim Erreichen ihrer Ziele gegenŸ-
bersehen. Mit gegenseitiger Hilfeleistung und einer Erhšhung der bereits jetzt erzeugten
Schwungkraft besteht kein Zweifel, da§ die Gemeinde des Grš§ten Namens fŠhig ist, zum
vollkommenen Sieg voranzustŸrmen und dadurch einen Blick auf die beglŸckenden Aus-
sichten zu erhaschen, die jetzt noch hinter dem Horizonte verborgen liegen.
Die ZwillingsvorgŠnge, die der geliebte HŸter in seinem Aufsatz Die Entfaltung der
Weltkultur so klar beschrieben hat - der stŠndige Fortschritt und die Festigung der Sache
Gottes einerseits, der fortschreitende Zerfall einer todgeweihten Welt andererseits - , wer-
den uns zweifellos neue Aufgaben zuweisen: die Verpflichtung, neue Wege des Lehrens
zu entwickeln, einer enttŠuschten Welt viel klarer das Bah‡'’-Leben vorzuleben und die
administrativen Institutionen des Glaubens wirkungsvoller zu machen. Die AutoritŠt und
Mai 1971 Botschaft an die Karibische Konferenz
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der Einflu§ Nationaler und šrtlicher Geistiger RŠte wird gestŠrkt werden mŸssen, um grš-
§ere Bah‡'’-Gemeinden zu verwalten; der internationale Charakter des Glaubens mu§
entwickelt werden, wŠhrend gleichzeitig die schon in frŸheren Rundschreiben erwŠhnte
internationale Lehreinrichtung im Weltzentrum geschaffen wird.
Wie faszinierend solche †berlegungen auch sein mšgen, welche wahrscheinlich in
naher Zukunft unsere Aufmerksamkeit beanspruchen werden, so dŸrfen sie doch nicht
unsere Tatkraft und unseren Willen von der unmittelbaren Aufgabe ablenken - den Zielen
des Neunjahresplanes. Ihre ErfŸllung ist die beste Vorbereitung fŸr die Zukunft und das
Mittel fŸr die Entwicklung neuer KrŠfte und FŠhigkeiten in der Bah‡'’-Gemeinde. Wir
vertrauen darauf, da§ die Armee des Lichtes, in StŠrke und Einigkeit wachsend, bis 1973,
ein Jahrhundert nach der Offenbarung des Kit‡b-i-Aqdas, die Hšhe eines weiteren Gip-
fels erklommen haben wird auf dem Wege, der schlie§lich zu dem Gelobten Land des
Grš§ten Friedens fŸhrt.
Mai 1971
Botschaft an die Karibische Konferenz
Wie segensreich, da§ der Muttertempel von Lateinamerika jetzt auf seinem Berg zwi-
schen den zwei grš§ten Ozeanen und den beiden amerikanischen Kontinenten in Panama
in die Hšhe wŠchst, einem Land, gesegnet durch `Abdu'l-Bah‡s Voraussage, da§ "es in
Zukunft gro§e Bedeutung erlangen wird". Wie gro§artig, da§ das im Gšttlichen Plan fŸr
die beiden Amerikas entworfene Zukunftsbild nun im Karibischen Becken - in einem
Land nach dem anderen an seinen begrŸnten KŸsten, auf einer Insel nach der anderen in
seinem ganzen weiten Bereich - mit solcher Kraft zum Leben erwacht ist; und alle diese
Orte hat der Meister in Seinen Sendschreiben erwŠhnt. Was werden wir nicht in naher Zu-
kunft alles an diesen Orten erleben, denen durch die €u§erungen des Meisters eine so
hohe Bestimmung zugefallen ist!
Der Neunjahresplan, der gegenwŠrtige Abschnitt in der Entfaltung von `Abdu'l-Bah‡s
Gšttlichem Plan, nŠhert sich seinem triumphalen Abschlu§. Diese Konferenz bietet die
Gelegenheit, das Erreichte zusammenzufassen, den Entschlu§ zu fassen, die noch ausste-
henden Ziele fŸr die Verbreitung in diesen gesegneten LŠndern zu erreichen, sowie die al-
ten und neuen Gemeinden des Grš§ten Namens zu festigen. Eigentlich war es erst gestern,
da§ der Anfang mit der Inangriffnahme unserer gro§en Bah‡'’-Ziele gemacht wurde, als
nŠmlich in den ersten Jahren des Gestaltenden Zeitalters eine Handvoll Reiselehrer die Ka-
ribik Ÿberquerte. Aber erst wŠhrend der darauf folgenden PlŠne des geliebten HŸters, die
im Zehnjahres-Kreuzzug gipfelten, als sich 27 Ritter Bah‡'u'll‡hs in diesem weitrŠumigen
Gebiet niederlie§en, schlug die Sache Gottes hier wirklich Wurzeln. 1963 gab es in den
LŠndern und auf den Inseln der Karibik noch unter 400 Zentren und nur 147 šrtliche Geis-
tige RŠte. Jetzt finden wir Bah‡'’ an Ÿber 2 500 Orten, es wurden Ÿber 500 šrtliche Geistige
RŠte sowie 16 Nationale Geistige RŠte gebildet, und Hunderte von handfesten Errungen-
schaften haben zu unserer Anerkennung als unabhŠngige Religion gefŸhrt.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Die amerikanischen Kontinente sind zu einem Schmelztiegel und Treffpunkt aller
Menschenrassen geworden, und es gibt ein dringendes BedŸrfnis danach, da§ sich Gottes
Verhei§ung - die Verwirklichung der Einheit der Menschheit - erfŸllt. Der Meister und
der HŸter haben in besonderer Weise die Afro-Amerikaner und die amerikanischen Indi-
anerstŠmme hervorgehoben, zwei gro§e ethnische Gruppen, deren geistige Energien
durch ihre Erwiderung auf das schšpferische Wort freigesetzt werden. Doch mŸssen un-
sere Lehren alle erreichen, sie mŸssen alle Všlker einschlie§en. Und in dieser Stunde Ih-
rer unermŸdlichen TŠtigkeiten wird ein besonderer Lohn all denen, die sich erheben und
dem Aufruf `Abdu'l-Bah‡s folgen, den Er mit diesen Worten an uns richtet: "Jetzt ist es
an der Zeit, da§ ihr euch des Gewandes der Bindung an diese vergŠngliche Welt entledigt,
da§ ihr euch von der stofflichen Welt všllig loslšst, da§ ihr zu Engeln des Himmels wer-
det und durch alle diese Gegenden reist" (Sendschreiben zum gšttlichen Plan, 1989, S.
36) - und die Sache Gottes lehrt.
Die Zeit ist kurz, der BedŸrfnisse sind viele. Keine Anstrengung kann unterlassen,
keine Gelegenheit versŠumt werden. Gelobt sei Gott, da§ Sie zu dieser Konferenz zusam-
mengekommen sind, um Ÿber die lebenswichtigen Erfordernisse dieses hšchst bedeutsa-
men Augenblicks zu beraten. An der Heiligen Schwelle steigen unsere Gebete auf, da§
jede Sitzung dieser historischen Konferenz die gšttlichen Segnungen auf sich zieht und
da§ jede Seele, gerŸstet mit der Liebe Gottes und von Seinem Plan fŸr eine sich abquŠ-
lende Menschheit durchdrungen, sich erhebt, um das gewaltige geistige Potential der
amerikanischen Kontinente in einer Weise zu aktivieren, die alle gegenwŠrtigen Hoffnun-
gen noch bei weitem Ÿbertrifft.
Jedem von Ihnen senden wir unsere tief empfundene Liebe.
Mai 1971
Botschaft an die Ozeanische Konferenz im SŸdpazifik
Wir senden der ersten Konferenz, die im Herzen des Pazifischen Ozeans abgehalten wird,
herzlichste GrŸ§e und unsere tief empfundene Liebe. Gelobt sei Gott, da§ Sie zusammen-
gekommen sind, um Ÿber die lebenswichtigen Erfordernisse der Stunde zu beraten!
Im Gedenken an Bah‡'u'll‡hs AnkŸndigung "Sollten sie Sein Licht auf dem Kontinent
zu verbergen trachten, so wird Er gewi§ Sein Haupt in der Mitte des Ozeans erheben und
mit lauter Stimme verkŸnden: ,Ich bin der Lebenspender der Welt.`", werden wir jetzt
Zeuge, wie sich diese Worte in dem weiten Bereich des Pazifischen Ozeans erfŸllen,
nacheinander auf allen Inseln, die der Meister in den Sendschreiben zum Gšttlichen Plan
genannt hat. Wie gro§ sind die Mšglichkeiten des Glaubens an Orten, die durch diese Er-
wŠhnungen gesegnet sind!
Zu Beginn des Gestaltenden Zeitalters war die Sache Gottes hier kaum bekannt. Ag-
nes Alexander hatte die Lehren auf die Hawaiischen Inseln gebracht; Vater und Mutter
Dunn waren erst kurz zuvor in Australien eingetroffen. SpŠter sollte der Name Martha
Roots Ÿber dem ganzen Pazifik erstrahlen. Noch spŠter, zu Beginn des Zehnjahres-Kreuz-
12. Juli 1971 Gedenkfeiern zum fŸnfzigsten Jahrestag des Hinscheidens `Abdu'l-Bah‡s
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zuges, lie§ eine Vorhut von einundzwanzig Rittern Bah‡'u'll‡hs Seinen Ruf erschallen,
die sich auf den Inseln dieses mŠchtigen Ozeans niederlie§en. Die Namen dieser beherz-
ten Seelen werden zusammen mit den Namen eines Heeres von Pionieren und Lehrern,
die ihnen nachfolgten, fŸr immer in den Annalen des Glaubens verzeichnet sein.
Ihre gro§artigen BemŸhungen fŸhrten zur Eintragung von Tausenden von Polynesi-
ern, Mikronesiern und Melanesiern unter dem Banner des Grš§ten Namens, zur Eršff-
nung von Ÿber 800 Zentren in Australasien und zur Errichtung von zehn Pfeilern des
Universalen Hauses der Gerechtigkeit. Wir kšnnen Ÿber solche Triumphe nur staunen.
Sie wurden errungen trotz der gro§en Schwierigkeiten durch die weiten Entfernungen
und das ungeheure Meer, das die Inselgemeinden voneinander trennt, - vor allem wenn
wir uns daran erinnern, da§ auch die christliche Botschaft auf vielen dieser Inseln bis in
die spŠten 1880er Jahre noch unbekannt war.
Wie gro§ ist die Verantwortung, das Wort Gottes im ganzen Pazifischen Raum weiter
zu verbreiten! In den Sendschreiben zum Gšttlichen Plan hat `Abdu'l-Bah‡ nach Lehrern
gerufen, die "die Sprachen beherrschen, losgelšst, heilig, ergeben und erfŸllt mit der Lie-
be Gottes" sind, und sie aufgefordert, "sich den drei gro§en Inselgruppen des Stillen Oze-
ans" - Polynesien, Mikronesien und Melanesien - "zuzuwenden und sie zu bereisen...",
mit "Herzen, die von der Liebe Gottes Ÿberflie§en, und Zungen, die dem Gedenken Got-
tes dienen", und "die Frohe Botschaft von der Offenbarung des Herrn der Heerscharen al-
len Menschen zu Ÿberbringen." (Sendschreiben zum gšttlichen Plan, 1989, S. 42)
Der Neunjahresplan, die derzeitige Phase in der Entfaltung des Gšttlichen Planes, nŠ-
hert sich jetzt seinem Endstadium. Die Freunde mŸssen das Erreichte beurteilen und die
rasche Beschleunigung des Lehrens und der Vertiefungsarbeit ins Auge fassen und pla-
nen, so da§ alle Ziele bis 1973 erreicht werden. Die Zeit ist kurz, die Erfordernisse bren-
nend wichtig. Keine MŸhe darf gespart, keine Gelegenheit Ÿbersehen werden.
Von der Heiligen Schwelle steigen unsere Gebete auf, da§ jede Sitzung dieses histo-
rischen Treffens die gšttlichen Segnungen auf sich ziehen wird und da§ die Freunde vor-
anschreiten werden, gerŸstet mit der Liebe Gottes und mit der Leidenschaft, die aus dem
Geist geboren ist, bereit, die Hšhen des Sieges zu erklimmen!
12. Juli 1971
Gedenkfeiern zum fŸnfzigsten Jahrestag
des Hinscheidens `Abdu'l-Bah‡s
Mit tiefer Befriedigung haben wir zur Kenntnis genommen, da§ einige Nationale Geistige
RŠte bereits PlŠne eingeleitet haben, um den fŸnfzigsten Jahrestag des Hinscheidens `Ab-
du'l-Bah‡s und des Eintritts in das Gestaltende Zeitalter der Bah‡'’-Offenbarung in wŸr-
diger Weise zu begehen.
Wir finden es hšchst angebracht, wenn alle Nationalen Geistigen RŠte die drei Tage
vom 26. bis zum 28. November, in die der Tag des BŸndnisses und der Gedenktag zum
Hinscheiden `Abdu'l-Bah‡s fallen, in diesem Jahr fŸr besondere Versammlungen und
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Konferenzen - auf nationaler oder šrtlicher Ebene oder sowohl-als auch - vormerken wŸr-
den; dabei sollten die drei folgenden Hauptthemen behandelt werden: das Bah‡'’-BŸnd-
nis; das Gestaltende Zeitalter; das Leben `Abdu'l-Bah‡s.
Wir hoffen, da§ diese ZusammenkŸnfte dazu dienen werden, die Hingabe der Arbei-
ter im gšttlichen Weinberg in jedem Land zu vertiefen und ihnen - vor allem in den
Nachtwachen jener besonderen Nacht, in welcher sie der Stunde des Hinscheidens unse-
res geliebten Meisters gedenken - die Gelegenheit zu bieten, ihr Gelšbnis fŸrBah‡'u'll‡h
zu erneuern und sich der ErfŸllung der noch nicht erfŸllten Ziele des Neunjahresplanes
erneut zu weihen.
Die HŠnde der Sache im Heiligen Land, die Mitglieder des Universalen Hauses der
Gerechtigkeit und alle GlŠubigen, die am Weltzentrum wohnen oder zu Besuch dort wei-
len, werden in dieser erinnerungstrŠchtigen Nacht im Namen der gesamten Gemeinschaft
der Gesegneten Schšnheit den Schrein dieses Geheimnisses Gottes besuchen. Sie werden
Gebete sprechen fŸr die standhaften Verfechter des Glaubens, die sich auf so vielen Fel-
dern des Dienstes an vorderster Front mŸhen und in Seinem Namen neue Triumphe er-
ringen, fŸr die aufopferungsvollen GlŠubigen, ohne deren UnterstŸtzung und
unermŸdliche Hilfestellung die meisten dieser Siege nicht errungen werden kšnnten, und
fŸr alle, die in diesem kritischen Stadium der Entfaltung des Planes dazu angeregt wer-
den, in die Reihen der aktiven und hingebungsvollen Fšrderer Seiner glorreichen Sache
einzutreten - auf da§ wir alle unserer Verpflichtung nachkommen und die uns anvertraute
heilige Aufgabe erfŸllen, wodurch wir in den letzten Monaten des Planes ermšglichen,
da§ unsere gesamten Reserven einer noch stŠrkeren Verbreitung des Glaubens bei seinem
Voranschreiten zur geistigen Eroberung des Planeten zugefŸhrt werden.
16. Juli 1971
An die Konferenz der europŠischen Jugend in Fiesch
Der Lauf der Geschichte bietet Ihrer Generation eine beispiellose Gelegenheit und Her-
ausforderung. Die Ablehnung der alten Welt durch die Jugend in allen LŠndern wird von
Bah‡'’ und Nicht-Bah‡'’ gleicherma§en geteilt. Doch im Gegensatz zu Ihren Nicht-Bah‡'’
Zeitgenossen haben Sie etwas an deren Stelle zu setzen - die Weltordnung Bah‡'u'll‡hs.
Da§ die Bah‡'’-Jugend durchaus fŠhig ist, dieser Herausforderung zu begegnen, vor
die sie die Entwicklung stellt, idt bereits erwiesen. Bei dieser Konferenz in Fiesch nun,
wŠhrend Sie sich rŸsten, einen Feldzug in Europa zu beginnen, - in einem Kontinent, der
"in eine Phase eingetreten ist, die wohl als Eršffnungsphase einer gro§en gro§en geistigen
Erneuerung angesehen werden kann, welche jeden anderen Abschnitt seiner Geistesge-
schichte in den Schatten zu stellen verspricht" - bitten wir Sie eindringlich zu bedenken,
da§ Ihr Erfolg desto grš§er sein wird, je besser Sie das Ziel Bah‡'u'll‡hs verstehen und
die Methoden, mit denen Er dieses Ziel erreichen wird.
Unsere Hoffnungen auf Ihren Zweijahresfeldzug sind unerme§lich und sehen nichts
geringeres voraus als einen gewaltigen Impuls in der geistigen Erneuerung, auf die unser
September 1971 Botschaft an die Ozeanische Konferenz im Nordpazifik
147
geliebter HŸter hinwies. Unser Vertrauen in Ihre FŠhigkeit, die Aufgabe zu erfŸllen, ist
unerschŸtterlich, und wir versichern Sie unserer festen †berzeugung, da§ Ihre BemŸhun-
gen in dem Ma§e Gottes Beistand finden, wie Ihre Gebete und Opfer auf Seinem Pfade
dargebracht werden.
Liebe Freunde, wir freuen uns Ÿber Ihre Begeisterung, bewundern Ihre Leistungen,
danken fŸr Ihre Hingabe und beten, da§ ein stŠndig wachsender Strom gšttlicher Gnaden-
gaben und BestŠtigungen Ihre BemŸhungen im Dienste der Gesegneten Schšnheit belohne.
September 1971
Botschaft an die Ozeanische Konferenz im Nordpazifik
Am Vorabend des fŸnfzigsten Jahrestages der Eršffnung des Gestaltenden Zeitalters un-
seres Glaubens rufen wir uns die hohen Erwartungen ins GedŠchtnis, die der geliebte
Meister oftmals im Hinblick auf die Verbreitung der Sache in dieser Region geŠu§ert hat;
Seine ErwŠhnung so vieler auf dieser Konferenz vertretener Territorien, in den Send-
schreiben zum Gšttlichen Plan; ferner die treuen und hingebungsvollen Dienste jener
Dienerin Bah‡'u'll‡hs, der Hand der Sache Agnes Alexander, die die gšttlichen Lehren zu
Anfang unseres Jahrhunderts an diese KŸsten gebracht hat.
In diesen Tagen erleben wir eine beispiellose Beschleunigung der Lehrarbeit in fast
jedem Teil des Erdballs. Im nordpazifischen Raum sind seit jener historischen Asiati-
schen Regionalen Lehrkonferenz, die vor gerade sechzehn Jahren in Nikko stattfand, gro-
§e Fortschritte in der Verbreitung der Sache Gottes gemacht worden. In den zwei darauf
folgenden Jahren wurden der Nationale Geistige Rat von Alaska und der regionale Nati-
onale Geistige Rat von Nordostasien gebildet. An die Nationaltagung, die zu Ridv‡n 1957
in Tokio stattfand, richtete der HŸter folgende prophetische Worte:
"Dieses glŸckverhei§ende Ereignis, das die Nachwelt als Gipfelpunkt eines Prozesses
erkennen wird, der vor einem halben Jahrhundert in der japanischen Hauptstadt eingelei-
tet wurde, ... bezeichnet den Beginn des zweiten Kapitels in der Geschichte der Entfaltung
Seines Glaubens im nordpazifischen Raum. Ein solch kršnender Abschlu§ mu§ notwen-
digerweise dem weiteren Vormarsch im gesamten Pazifik einen gewaltigen Antrieb ge-
ben. ..."
Seitdem sind auch in Korea und Taiwan Nationale Geistige RŠte fest begrŸndet wor-
den.
Die Insel Hokkaido, der Ort dieser Konferenz, hšrte vor noch nicht einmal fŸnfzehn Jah-
ren erstmals von den Lehren unseres Glaubens, und die ersten Eingeborenen des Landes
nahmen vor etwas Ÿber einem Jahrzehnt Bah‡'u'll‡h an. Jetzt sind Sie Zeugen des Beginns
einer raschen Zunahme der Zahl der GlŠubigen. Auch in anderen Inseln und LŠndern des
Nordpazifik, darunter die Ryukyu-Inseln, Guam, die Treuhandgebiete, die WestkŸste Kana-
das, Alaska und die Aleuten, reihen sich die Všlker unter dem Banner des Grš§ten Namens
ein, und zum nŠchsten Ridv‡n wird in Mikronesien ein weiterer Pfeiler des Universalen
Hauses der Gerechtigkeit errichtet. Wir sind gestŠrkt durch die Aussicht, da§ aus den einge-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
148
borenen Všlkern dieses ungeheuer ausgedehnten ozeanischen Raumes - den Ainu, den Ja-
panern, Chinesen, Koreanern, Okinawanern, Mikronesiern, amerikanischen Indianern,
Eskimos und Aleuten - in naher Zukunft gro§e Scharen in den Glauben eintreten werden.
Die letzten Stunden des Neunjahresplanes gleiten schnell vorŸber. Preis sei Gott, da§
Sie zusammengekommen sind, um Ÿber Wege und Mittel zur Sicherung des vollstŠndi-
gen Sieges zu beraten, damit die Lehren von diesen Au§enposten aus in nahegelegene
LŠnder vordringen kšnnen, wo Millionen und Abermillionen bisher noch nichts vom
Kommen dieser grš§ten Offenbarung gehšrt haben.
Der sŸ§e Duft des Sieges liegt in der Luft, und wir mŸssen uns eilen, ihn zu erreichen,
solange es noch Zeit ist. Lebenswichtige Ziele bleiben vor allem an der Heimatfront in
Taiwan und in Japan noch zu erringen, und Ÿberall mŸssen die Wurzeln des Glaubens der
Bah‡'’ immer tiefer in die gute Erde der Lehren eindringen, damit kommende StŸrme und
PrŸfungen, die wir uns noch nicht vorstellen kšnnen, die zarten, so liebevoll aufgezoge-
nen PflŠnzchen auf den Inseln dieses gro§en Ozeans und in den umliegenden LŠndern
nicht erschŸttern oder entwurzeln.
WŠhrend Sie und die Freunde, die sich zu der Schwesterkonferenz in Reykjavik ver-
sammelt haben, diese Serie von acht Ozeanischen und Kontinentalen Konferenzen zu ei-
nem triumphalen Abschlu§ fŸhren, steigen an der Heiligen Schwelle unsere Gebete fŸr
den Erfolg Ihrer Beratungen auf. Mšge Gott Ihnen die Hilfsmittel, die Kraft und die Ent-
schlossenheit verleihen, Ihre hšchsten Hoffnungen in die Tat umzusetzen, und Sie befŠ-
higen, in der Entwicklung Seines Glaubens im Nordpazifik ein neues, ruhmreiches
Kapitel aufzuschlagen.
September 1971
Botschaft an die Nordatlantische Konferenz in Reykjavik
Jedem einzelnen von Ihnen, die Sie zu dieser historischen Konferenz zusammengekom-
men sind, senden wir unsere herzlichsten, liebevollen GrŸ§e. Die weithin berŸhmte Insel,
auf der Sie jetzt versammelt sind, die an so strategisch wichtiger Stelle zwischen den bei-
den gro§en Kontinenten liegt, welche den ausgedehnten Ozean, der sie umgibt, einrah-
men, - die vor einem Jahrtausend die Lehren Christi aufnahm und die in dieser Sendung
vom Mittelpunkt des BŸndnisses in Seinen Sendschreiben zum Gšttlichen Plan erwŠhnt
wurde, hšrte den Namen Bah‡'u'll‡h erstmals im Jahr 1924, als die Hand der Sache Ame-
lia Collins einen kurzen Halt in Reykjavik einlegte und die Bekanntschaft von H—lmfr’dur
Arnad—ttir machte, die daraufhin die erste Bah‡'’ Islands wurde. Elf Jahre spŠter hielt sich
die geliebte Martha Root einen Monat lang auf dieser Insel auf, die sie so liebte. Mit Un-
terstŸtzung von H—lmfr’dur wurde bei diesem Anla§ die Sache Bah‡'u'll‡hs in den Zei-
tungen, im Radio und vom Rednerpult aus šffentlich bekanntgemacht.
Der gro§e Ozean, der sich vom €quator bis zum Pol und von Europa nach Nordame-
rika erstreckt, der zugleich die Schranke und das Bindeglied zwischen der Alten und der
Neuen Welt gewesen ist, hat in der neueren Geschichte der Menschheit eine hšchst be-
September 1971 Botschaft an die Nordatlantische Konferenz in Reykjavik
149
deutsame Rolle gespielt. Schon lange, bevor Kolumbus Westindien erreichte, befuhren
die Wikinger, die Vorfahren der heutigen IslŠnder, seine nšrdlicheren GewŠsser. In spŠ-
teren Jahrhunderten segelten die EuropŠer in immer neuen Wellen von Osten nach Wes-
ten, im Rahmen einer der bedeutendsten Wanderbewegungen in der menschlichen
Geschichte. Im zwanzigsten Jahrhundert befuhr `Abdu'l-Bah‡ selbst diesen Ozean hin
und wieder zurŸck. Es war dies eine in der ganzen Religionsgeschichte der Menschheit
einmalige Reise, die eine bemerkenswerte Parallele zum Licht der Sache Gottes selbst
darstellt, welches vom Osten Ÿber das gro§e Meer ins Herz des nordamerikanischen Kon-
tinents strahlte, von dort zurŸckgestrahlt wurde, in Europa neue Leuchtfeuer entfachte
und in spŠteren Jahren seine Ausstrahlung Ÿber die ganze Welt verbreitete. Die gro§e Re-
publik, deren OstkŸste einen Teil der Begrenzung dieses Ozeans bildet, ist zur Wiege der
Verwaltungsordnung geworden, und gegenwŠrtig wird das Banner des Grš§ten Namens
in diesem Ozean auf einer Insel nach der anderen aufgepflanzt. Auf zwei dieser Inseln -
Island und Irland - werden zum nŠchsten Ridv‡n neue Pfeiler des Universalen Hauses der
Gerechtigkeit errichtet.
Der Glaube Gottes erblŸht in den LŠndern, die den Nordatlantik sŠumen; es weht ein
neuer Wind, der eine Woge der VerkŸndigung und des Lehrens in Gang gesetzt hat. In
Europa ist die Jugend von Begeisterung und Kraft entflammt. In Kanada und den Verei-
nigten Staaten trŠgt eine Grundstršmung unbekannten Ausma§es die Bah‡'’-Gemeinden
auf den Gipfel beispielloser Erfolge.
Sie sind zu dieser Konferenz versammelt, um Ÿber Wege und Mittel zu beraten, wie
die verbleibenden Ziele des Neunjahresplanes in den vor uns liegenden, schnell verstrei-
chenden Monaten erreicht werden kšnnen. Vor allem in Europa ist noch viel zu tun; aber
wir haben volles Vertrauen, da§ die Freunde, angespornt durch ihre Liebe zu Bah‡'u'll‡h
und gestŠrkt durch Seine Verhei§ung gšttlichen Beistands, mit der schon jetzt von ihnen
gezeigten Begeisterung ihre Hilfsmittel und Reserven den vor ihnen liegenden Aufgaben
weihen und gewi§ den Sieg erringen werden.
Der geliebte Meister betete darum, da§ in den nšrdlichen Territorien des Westens hei-
lige Seelen sich erheben und sich zu Zeichen gšttlicher FŸhrung und Bannern der himm-
lischen Heerscharen entwickeln wŸrden. In einem der Sendschreiben zum Gšttlichen
Plan bezieht Er sich auf eine unwirtliche Insel in diesem Bereich:
"Wenn das Feuer der Liebe Gottes in Gršnland entzŸndet wird, wird alles Eis dieses
Landes schmelzen, und sein kaltes Klima wird gemŠ§igt werden - das hei§t, wenn die
Herzen von der WŠrme der Liebe Gottes berŸhrt werden, dann wird jenes Land zum gštt-
lichen Rosengarten und zum himmlischen Paradies, und die Seelen werden wie gut tra-
gende ObstbŠume Šu§erste Frische und Schšnheit erlangen. Anstrengung, allerhšchste
Anstrengung ist notwendig."
WŠhrend die in Reykjavik und Sapporo versammelten Freunde diese weltweite Serie
von Ozeanischen und Kontinentalen Konferenzen zu einem triumphalen Abschlu§ brin-
gen, sind wir mit unseren Gedanken bei Ihnen, und von der Heiligen Schwelle steigen un-
sere Gebete fŸr Sie auf. Mšgen ungeahnte Segnungen und BestŠtigungen auf Sie
niederregnen, indem Sie voranschreiten in der Arbeit fŸr die Fšrderung der Sache Gottes,
und mšge Ihre Stirn den Siegeskranz tragen.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
150
5. September 1971
Hinscheiden der Hand der Sache Gottes Mœs‡ Ban‡ni
Betrauern zutiefst (das) Hinscheiden (der) innig geliebten Hand (der) Sache Mœs‡ Ban‡ni
(und) gedenken mit tiefer Zuneigung seiner selbstlosen, bescheidenen, lange wŠhrenden
Dienstbarkeit (in der) Wiege (des) Glaubens (und) seines beispielhaften Pionierdienstes
(in) Uganda, (der in) seiner Ernennung zur Hand (der) Sache (fŸr) Afrika und (seiner)
rŸhmenden ErwŠhnung (durch den) geliebten HŸter als geistigen Eroberer dieses Konti-
nents gipfelte. (Die) Bestattung seiner †berreste (auf) afrikanischem Boden im Schatten
(des) Muttertempels vermehrt (den) geistigen Glanz dieses gesegneten Ortes. Beten innig
(an den) Schreinen (fŸr den) Fortschritt seiner vornehmen Seele. Mšge Afrika, (das) jetzt
eines standhaften, verehrungswŸrdigen VorkŠmpfers (und) Verteidigers (des) Glaubens
beraubt (ist), seinem Beispiel folgen (und) sein Herz (im) Reich Abh‡ beglŸcken. †ber-
mitteln (seiner) Familie (unser) innigstes MitgefŸhl (und) empfehlen allen Bah‡'’-Ge-
meinden (der) Welt, Gedenkversammlungen (sowie) geziemende Andachten (in den)
Muttertempeln abzuhalten.
7. Dezember 1971
Bildung von dreizehn neuen Nationalen Geistigen RŠten
zu Ridv‡n 1972
Wir zeigen glŸcklich die Entscheidung an, Ruanda der Liste der Nationalen Geistigen
RŠte hinzuzufŸgen, die nŠchsten Ridv‡n zu bilden sind. Vertreter des Hauses der Gerech-
tigkeit zu den ersten Nationaltagungen sind wie folgt:
HŠnde der Sache Amatu'l-Bah‡ Rœ.h’yyih Kh‡num fŸr die WindwŠrts-Inseln, Ugo
Giachery Puerto Rico, `Al’-Akbar Furœtan Nepal, Shu'‡'u'll‡h `Al‡'’ Ostpakistan, Adel-
bert MŸhlschlegel Ruanda und Seychellen, Jal‡l Kh‡zeh Singapur, Enoch Olinga Island,
William Sears Irland, Collis Featherstone Nordwest-Pazifik, Ra.hmatu'll‡h Muh‡jir Re-
publik Madagaskar und Reunion sowie Berateramtsmitglied H‡d’ Ra.hman’ Afghanistan.
Beten an den Schreinen um hervorragenden Erfolg dieser historischen Versammlungen,
die die Mitglieder neuer Pfeiler des Hauses der Gerechtigkeit wŠhlen und Brennpunkte
geistiger StŠrkung und Erleuchtung neu erstehender nationaler Gemeinden sind.
19. Dezember 1971
GrundstŸcke am Weltzentrum weiterentwickelt
Geben freudig weitere Entwicklungen am Weltzentrum bekannt. Nach vielen Jahren
schwieriger Verhandlungen (wurde die) Errichtung (des) Obelisken, (der die) StŠtte (des)
19. Dezember 1971 GrundstŸcke am Weltzentrum weiterentwickelt
151
kŸnftigen Mashriqu'l-Adhk‡r (auf dem) Berg Karmel bezeichnet, vollendet. Damit (wur-
de ein) Projekt erfŸllt, (das vom) geliebten HŸter (in den) frŸhen Jahren (des) Kreuzzugs
eingeleitet wurde. (Die) GŠrten (in) Bahj’ (und) Haifa (wurden) erweitert durch die Ent-
wicklung (des) Viertelkreises sŸdšstlich (des) Landhauses (von) Bah‡'u'll‡h und (die)
Anlage regelmŠ§igen Gartens (an der) SŸdwestecke (des den) Schrein (des) B‡b umge-
benden GrundstŸcks.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
152
153
Botschaften und Briefe
des Jahres 1972
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
154
14. Februar 1972
Bekanntgabe, da§ die Anzahl der Zentren das Ziel
des Neunjahresplanes Ÿberschritten hat
†berglŸcklich geben (wir den) Freunden jeden Landes (die) Anzahl (der) Zentren be-
kannt, (die mit) jetzt 56 645 (das) ursprŸngliche Ziel (des) Neunjahresplanes um mehr als
2 500 Ÿbersteigt. Bringen Dankgebete (an der) Heiligen Schwelle dar fŸr (die) gšttlichen
Segnungen, (die) die aufopfernden BemŸhungen (und die) Liebe (der) liebestrunkenen
Verfechter Seines gesegneten Namens umgeben. DrŠngen (die) GlŠubigen (in) jenen Ge-
bieten, deren Lehrziele noch offen sind, sich (im) Lauf (der) schnell verstreichenden ver-
bliebenen Monate (des) Plans aufs Šu§erste zu bemŸhen, ihre Ziele zu erreichen (und
dadurch) fŠhig zu werden, (sich den) Reihen ihrer siegreichen BrŸder anzuschlie§en. Die-
se werden dringend gebeten, ihre tatkrŠftigen, glŠnzenden Leistungen im Dienste (von)
Gottes unendlich ruhmvoller Sache fortzusetzen.
19. MŠrz 1972
Einweihung des Mashriqu'l-Adhk‡r in Panama
Mit Lob und Dankbarkeit fŸr Gott begrŸ§t die ganze Bah‡'’-Welt die Einweihung des
Muttertempels von Lateinamerika, ein Bauwerk, welches die Sache Bah‡'u'll‡hs an einem
Ort verherrlicht, Ÿber den der geliebte Meister feststellte, da§ dort ÈOkzident und Orient
sich durch den Panama-Kanal verbindenÇ und Èdie Lehren, wenn sie einmal fest begrŸn-
det sind, ... den Osten und Westen, den Norden und SŸden vereinen werden.Ç
Dieses historische Projekt in einer HemisphŠre von unerme§lichem geistigem Poten-
tial erfŸllt eines der wichtigsten Ziele des Neunjahresplanes und bringt den Herzen der
Freunde in jedem Land unaussprechliche Freude. Besonders gesegnet ist, wer das Vor-
recht hatte, am Bau dieses prŠchtigen stummen Lehrers durch gro§zŸgige und opfervolle
Taten teilzunehmen. Als Kršnung der Arbeit all derer, die sich so gro§e MŸhe gaben, den
Glauben Bah‡'u'll‡hs in Lateinamerika fest zu begrŸnden, wird dieser Mashriqu'l-Adh-
k‡r, der Sammelpunkt fŸr die Bah‡'’ dieser LŠnder - ob sie nun den gesegneten Indianer-
všlkern entstammen oder die anderen Rassen vertreten, deren Vielfalt die Nationen dieser
HemisphŠre bereichert - , ein Springquell geistiger BestŠtigungen sein, und durch diesen
mŠchtigen Erfolg wird die Bah‡'’-Gemeinde mit neuen und grš§eren FŠhigkeiten begna-
det, die die Freunde in Lateinamerika und besonders in diesem bevorrechtigten Land Pa-
nama befŠhigen werden, Siege zu erringen, welche alle bisher erbrachten Leistungen in
den Schatten stellen.
Die dreifache Aufgabe, auf die Sie nun Ihre ganze Aufmerksamkeit richten sollen,
umfa§t Proklamation, Verbreitung und Festigung des Glaubens. Wir mšchten Ihnen
nahelegen, sich bei Ihren Beratungen nicht nur auf den Gedankenaustausch Ÿber die
DurchfŸhrung dieser Aufgabe zu konzentrieren, sondern Wege und Mittel zu finden, um
April 1972 Ridv‡n-Botschaft
155
die Zusammenarbeit zwischen den Bah‡'’-Gemeinden von Mittel- und SŸdamerika zu
fšrdern, so da§ die ertragreichste Ernte auf allen drei Gebieten der Lehrarbeit eingebracht
werden kann und Sie befŠhigt werden, die noch verbleibenden Ziele des Neunjahrespla-
nes zu erreichen.
Wir werden an der Heiligen Schwelle liebevolle, inbrŸnstige Gebete darbringen, da-
mit der AllmŠchtige Ihre Beratungen bei dieser historischen Konferenz beleben und alle
Ihre BemŸhungen mit Erfolg kršnen mšge.
April 1972
Ridv‡n-Botschaft
Der Beginn des letzten Jahres im Neunjahresplan sieht die Bah‡'’-Weltgemeinde im End-
spurt vor einem ŸberwŠltigenden Sieg. Dankbaren Herzens nehmen wir die fortgesetzten
BestŠtigungen wahr, die ihre Anstrengungen begleitet haben, und die gšttlichen Gnaden-
beweise, die unaufhšrlich auf diese gesegnete, diese sich stetig entfaltende, keimhafte
Weltordnung herniederstršmen.
Der Mashriqu'l-Adhk‡r in Panama, der Muttertempel fŸr Lateinamerika, wird an die-
sem Ridv‡n-Fest seiner Bestimmung Ÿbergeben. Drei geliebte HŠnde der Sache, Amatœ'l-
Bah‡ Rœ.h’yyih Kh‡num als Vertreterin des Universalen Hauses der Gerechtigkeit sowie
Ugo Giachery und Dhikru'll‡h Kh‡dem, werden den historischen Feierlichkeiten beiwoh-
nen. Der phantasievolle und durchgeistigte Entwurf des Architekten Peter Tillotson ist in
bewundernswerter Weise verwirklicht worden. Dem Nationalen Geistigen Rat von Pana-
ma sprechen wir namens der gesamten Bah‡'’-Welt herzliche GlŸckwŸnsche zur Vollen-
dung dieses Werkes aus.
Wiewohl beklagenswerterweise der Nationale Geistige Rat von `Ir‡q durch die Ver-
folgung des Glaubens in diesem Land aufgelšst worden ist, werden die zu diesem Ridv‡n
neu gebildeten 13 Nationalen Geistigen RŠte die Gesamtzahl der Pfeiler des Universalen
Hauses der Gerechtigkeit auf 113 erhšhen.
Diejenigen Ziele, die sich auf den Erwerb von GrundstŸcken und die Errichtung von
Lehrinstituten beziehen, rŸcken der ErfŸllung nŠher. In den LŠndern, wo die gesetzlichen
Bestimmungen es gestatten, geht die Eintragung der Geistigen RŠte und die gesetzliche
Anerkennung der Bah‡'’-Trauung und der Bah‡'’-Feiertage gut voran.
Es sind die Ziele der Lehrarbeit, die jetzt unsere Aufmerksamkeit und unseren Einsatz
fordern. Mehr als 260 Territorien haben die ihnen gesetzten Ziele in der Erschlie§ung von
Orten, an denen Bah‡'’ wohnen, erreicht; in einigen LŠndern wurden diese Ziele sogar
Ÿberschritten, so da§ die Bah‡'’-Weltgemeinde darŸber jubeln darf, da§ auf der Welt ins-
gesamt die im Plan vorgesehene Gesamtzahl von Einzelzentren bereits mehr als erreicht
ist. Dennoch verbleiben rund 60 LŠnder, in denen dieses Ziel noch nicht erreicht wurde
und in denen ihm bis Ridv‡n 1973 absoluter Vorrang eingerŠumt werden mu§.
Wir erwarten, da§ an Ridv‡n eine gro§e Zahl šrtlicher Geistiger RŠte gebildet wird.
Sobald der Stand dieses Zieles festgestellt ist, wird eine ins einzelne gehende Aufstellung
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
156
aller LŠnder der Welt, deren Ziel fŸr Bah‡'’-Zentren und šrtliche Geistige RŠte noch nicht
erfŸllt ist, jedem Nationalen Geistigen Rat zur sofortigen Unterrichtung der Freunde
Ÿbermittelt.
Wir geben der Hoffnung Ausdruck, da§ wŠhrend des letzten Planjahres der Grundsatz
der Zusammenarbeit zwischen den Nationalen Geistigen RŠten weit Ÿber die im Neun-
jahresplan gestellten Einzelaufgaben hinaus praktiziert wird. Diejenigen Gemeinden, die
ihre Ziele bereits erreicht haben oder mit Sicherheit in KŸrze erreichen werden, sollen
sich mit der weltweiten Situation befassen, wie sie aus den oben erwŠhnten Listen ersicht-
lich sein wird, und alles ihnen Mšgliche tun - ohne ihre eigenen Erfolge zu gefŠhrden - ,
um ihre Schwestergemeinden durch Pioniere, Reiselehrer oder auf andere Weise zu un-
terstŸtzen. Ein solches Vorgehen wird die Einheit und die brŸderliche Verbundenheit der
Bah‡'’-Weltgemeinde wesentlich festigen.
Inzwischen rufen wir alle GlŠubigen auf, im Gebet ihre persšnlichen VerhŠltnisse zu
Ÿberdenken und sich aufzumachen, solange es noch Zeit ist, um die internationalen Pio-
nierziele des Planes zu erfŸllen. Es stehen noch 267 Pioniere aus, und zwar 75 fŸr Afrika,
57 fŸr Amerika, 40 fŸr Asien, 30 fŸr Australasien und 65 fŸr Europa.
Die au§erordentlichen Fortschritte, die seit Ridv‡n 1964, dem Beginn des Neunjah-
resplanes, gemacht worden sind und durch die der geplante, zielbewu§te Proze§ des Leh-
rens im Weltma§stab fortgefŸhrt wurde, den unser geliebter HŸter mit dem Zehnjahres-
Kreuzzug eingeleitet hatte, verpflichten uns, unser Augenmerk auf neue Erfordernisse
dieser sich stetig ausweitenden Weltordnung zu richten, sowohl im Hinblick auf ihr eige-
nes organisches Zusammenleben als auch im Bezug zu der auseinanderfallenden Gesell-
schaft, in die hinein sie gestellt ist. Der Abstand zwischen den Wegen der Welt und denen
der Sache Gottes wird immer grš§er; dennoch mŸssen beider Wege zusammenfŸhren.
Die Bah‡'’-Gemeinde mu§ in immer stŠrkerem Ma§e ihre BefŠhigung zeigen, die Ord-
nungslosigkeit, den mangelnden Zusammenhalt, die ZŸgellosigkeit und Gottlosigkeit der
modernen Gesellschaft wiedergutzumachen. Die Gesetze und religišsen Gebote, die sitt-
lichen Verpflichtungen des Bah‡'’-Lebens, dessen GrundsŠtze und Ma§stŠbe fŸr WŸrde,
Anstand und Ehrfurcht, mŸssen im Bewu§tsein der Bah‡'’ fest verwurzelt und in zuneh-
mendem Ma§ fŸr die Gemeinde aussagefŠhig und charakterisierend sein. Ein solcher Pro-
ze§ erfordert es, da§ die šrtlichen Geistigen RŠte nachhaltig zu Reife und Tatkraft
entwickelt werden.
Die Ziele und Ma§stŠbe der Sache mŸssen immer klarer verstanden, immer mutiger
vorgelebt werden. Der Einflu§ der Kontinentalen BeraterŠmter und die Arbeit ihrer Hilf-
sŠmter mŸssen weiter zunehmen und das ganze GefŸge der Bah‡'’-Gemeinde durchdrin-
gen. Ein ausgedehntes, systematisches Programm fŸr die Herausgabe von Bah‡'’-
Literatur mu§ vorangetrieben werden.
Unsere unmittelbare, unausweichliche Aufgabe aber ist es sicherzustellen, da§ jedes
erreichbare Ziel des Neunjahresplanes erfŸllt wird. Dies mu§ um jeden Preis geschehen.
Kein Opfer, keine Hintanstellung anderer, liebevoll gehegter Vorhaben darf gescheut
werden, wenn es gilt, die ÈallerwichtigsteÇ unter den vielen ÈwichtigenÇ Aufgaben, de-
nen wir gegenŸberstehen, vollkommen zu erfŸllen. Wer kšnnte daran zweifeln, da§ die-
ser letzte, Šu§erste Einsatz von Erfolg gekršnt sein wird? Fidschi, das als nationale
24. April 1972 ErlŠuterungen Ÿber die Beziehungen zwischen den HŠnden der Sache und den Kon-
157
Gemeinde zuerst den Lorbeer der ErfŸllung aller ihm zugewiesenen Aufgaben trŠgt, fŸhrt
den festlichen Zug der frohlockenden siegreichen Armee des Lichtes an. Wir tun gut da-
ran, der Bah‡'’-Jugend nachzueifern, deren jŸngstes VorwŠrtsdrŠngen in die vordersten
Linien der VerkŸndigung und des Lehrens eine besonders ermutigende und bedeutsame
Entwicklungstendenz im Glauben darstellt; vor ihren EinsŠtzen bestŸrmt sie die Tore des
Himmels durch lang anhaltendes Gebet um Beistand in ihren Unternehmungen. Wir alle
sind dazu fŠhig, Bah‡'u'll‡h um Seine gšttliche, allmŠchtige Hilfe anzurufen. Er wird uns
sicher helfen. Denn Er ist der Erhšrer der Gebete, der Antwortende.
24. April 1972
ErlŠuterungen Ÿber die Beziehungen zwischen den HŠnden der Sache
und den Kontinentalen BeraterŠmtern
Wir erhielten in der jŸngsten Vergangenheit Anfragen von mehreren Seiten Ÿber das We-
sen der Institution der Kontinentalen BeraterŠmter und ihre Beziehung zu der Institution
der HŠnde der Sache, und wir sind der Meinung, es ist an der Zeit, da§ wir Aufschlu§ dar-
Ÿber geben.
Wie auf so vielen Gebieten der Verwaltungsordnung wird sich auch hier ein angemes-
senes VerstŠndnis im Laufe der Zeit entwickeln und klŠren in dem Ma§e, wie diese Ord-
nung selbst sich durch die Macht und FŸhrung des allmŠchtigen Gottes organisch
entfaltet, und in †bereinstimmung mit den Anforderungen einer sich rasch entwickelnden
weltweiten Gemeinschaft. Jedoch sind einige Punkte bereits so klar, da§ die Freunde sie
schon jetzt richtig verstehen sollten.
Im Kit‡b-i-`Ahd (Buch des Bundes) schrieb Bah‡'u'll‡h: ÈSelig sind die Herrschen-
den und die Gelehrten im Volke Bah‡sÇ, und mit Bezug auf diese Textstelle schrieb der
geliebte HŸter am 4. November 1931:
In diesem heiligen Zyklus zŠhlen zu den ÈGelehrtenÇ auf der einen Seite die HŠnde
der Sache Gottes und auf der anderen die Lehrer und Verbreiter Seiner Lehren, die nicht
zu den HŠnden zŠhlen, (die) jedoch eine hervorragende Stellung in der Lehrarbeit inne-
haben. Was die ÈHerrscherÇ anbetrifft, so sind dies die Mitglieder der šrtlichen, Nationa-
len und Internationalen HŠuser der Gerechtigkeit. Die Pflichten jeder dieser Seelen
werden in Zukunft festgelegt werden. (aus dem Persischen)
Die HŠnde der Sache Gottes, die Berater und die Hilfsamtsmitglieder gehšren nach
der vom geliebten HŸter gegebenen Begriffsbestimmung zu den ÈGelehrtenÇ. So stehen
sie alle in enger gegenseitiger Beziehung, und es ist nicht falsch, diese drei RŠnge zusam-
mengefa§t als eine Institution zu betrachten.
Jedoch ist jeder dieser RŠnge auch eine Institution fŸr sich. Die Institution der HŠnde
der Sache Gottes wurde in der Zeit Bah‡'u'll‡hs ins Leben gerufen, und als `Abdu'l-Bah‡
in Seinem Testament die Verwaltungsordnung verkŸndete und formell einsetzte, wurde
diese Institution zu einer Hilfsinstitution des HŸtertums. Die HilfsŠmter ihrerseits wurden
von Shoghi Effendi als eine Hilfsinstitution der HŠnde der Sache geschaffen.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
158
Als nach dem Hinscheiden Shoghi Effendis das Universale Haus der Gerechtigkeit
beschlo§, da§ es kein Gesetz erlassen kann, welches die Ernennung weiterer HŠnde der
Sache ermšglicht, wurde es notwendig, eine neue, vom Universalen Haus selbst ernannte
Institution ins Leben zu rufen, die die Funktionen des Schutzes und der Verbreitung, mit
denen die HŠnde der Sache betraut waren, in Zukunft Ÿbernehmen kann; unter diesem Ge-
sichtspunkt mu§te die Institution der HŠnde so weiterentwickelt werden, da§ diese selbst
die neue Institution heranbilden und noch so lange wie mšglich selbst weiter wirken und
eng mit dieser zusammenarbeiten kann. Es war dabei dringend notwendig, die Dinge so
zu ordnen, da§ die beispiellosen Dienste der HŠnde selbst am wirksamsten eingesetzt
werden kšnnen.
Der erste Schritt in dieser Entwicklung wurde im November 1964 unternommen, als
das Universale Haus der Gerechtigkeit die Institution der HŠnde formell an sich selbst
band, indem es erklŠrte: ÈDie Verantwortung fŸr Entscheidungen allgemeiner Art, die die
Institution der HŠnde der Sache betreffen, die frŸher vom geliebten HŸter wahrgenom-
men wurde, fŠllt nun auf das Universale Haus der Gerechtigkeit als der hšchsten und zen-
tralen Institution des Glaubens, der sich alle zuwenden mŸssen.Ç Damals wurde die
Anzahl der Hilfsamtsmitglieder von 72 auf 135 erhšht, und die HŠnde der Sache in jedem
Kontinent wurden gebeten, ein oder mehrere Mitglieder ihrer HilfsŠmter zu ernennen, die
mit voller Kompetenz anstelle und im Namen einer jeden Hand tŠtig werden sollten, um
ihr so bei der AusfŸhrung ihrer Arbeit behilflich zu sein.
Im Juni 1968 wurde die Institution der Kontinentalen BeraterŠmter ins Leben geru-
fen, womit das Ziel erfŸllt wurde, die oben erwŠhnten Funktionen der HŠnde auch fŸr die
Zukunft zu sichern. Diese bedeutsame Entscheidung war vom nŠchsten Schritt in der Ent-
wicklung der Institution der HŠnde der Sache begleitet: die bis dahin kontinental einge-
setzten HŠnde arbeiteten von diesem Zeitpunkt an auf weltweiter Ebene und waren nun
einzeln unmittelbar dem Universalen Haus der Gerechtigkeit zugeordnet. Die HŠnde wa-
ren nicht mehr fŸr die Leitung der HilfsŠmter verantwortlich; diese wurden vielmehr zu
einer Hilfsinstitution fŸr die Kontinentalen BeraterŠmter. Die HŠnde der Sache, die im
Heiligen Land ihren Wohnsitz hatten, wurden damit betraut, Bindeglied zwischen dem
Universalen Haus der Gerechtigkeit und den BeraterŠmtern zu werden, und die arbeitsfŠ-
hige Verbindung zwischen den HŠnden und den BeraterŠmtern wurde hergestellt. Das
Universale Haus deutete auch an, da§ es unter Mithilfe der im Heiligen Lande wohnenden
HŠnde ein Internationales Lehrzentrum im Heiligen Land einrichten werde.
Im Juli 1969 und an Ridv‡n 1970 wurde die Anzahl der Berater und Hilfsamtsmitglie-
der wiederum erhšht.
Weitere Entwicklungen in der Institution der HŠnde der Sache und der Institution der
Kontinentalen BeraterŠmter werden ohne Frage in Zukunft Form annehmen, wenn das In-
ternationale Lehrzentrum ins Leben gerufen wird und die Arbeit der Berater sich weiter
ausdehnt.
Es ist uns bekannt, da§ die HŠnde, Berater und HilfsŠmter manchmal von den Freun-
den auch als Èernannter ArmÇ der Verwaltungsordnung bezeichnet werden im Gegensatz
zum Universalen Haus der Gerechtigkeit sowie den Nationalen und šrtlichen RŠten, wel-
che den ÈgewŠhlten ArmÇ darstellen. Diese Beschreibung ist natŸrlich zutreffend hin-
24. April 1972 ErlŠuterungen Ÿber die Beziehungen zwischen den HŠnden der Sache und den Kon-
159
sichtlich der Methode, die zur Schaffung dieser Institutionen benutzt wird; aber die
Freunde sollten verstehen, da§ es nicht nur die Tatsache der Ernennung ist, welche die
Institutionen der HŠnde, Berater und HilfsŠmter besonders auszeichnet. Es werden zum
Beispiel weitaus mehr GlŠubige in AusschŸsse im ÈgewŠhlten ArmÇ ernannt, als im so-
genannten Èernannten ArmÇ Dienst tun. Ein noch bezeichnenderer Unterschied ist, da§
die ÈHerrschendenÇ in der Sache als Kšrperschaft tŠtig sind, wŠhrend die ÈGelehrtenÇ in
erster Linie als Einzelpersonen wirken.
Im Auftrag des HŸters erlŠuterte sein SekretŠr in einem Brief vom 14. MŠrz 1927 an
den Geistigen Rat der Bah‡'’ von Istanbul das in der Sache Gottes gŸltige Prinzip des
Mehrheitsbeschlusses. Er fŸhrte aus, wie in der Vergangenheit gewisse Einzelpersonen,
die Èsich selbst aufgrund ihres Wissens fŸr Ÿberlegen und ihre Stellung fŸr Ÿbergeordnet
hieltenÇ, zur Ursache des Zwiespalts wurden, und da§ diejenigen, die Èangeblich die Al-
lererlesensten warenÇ, sich Èstets als Quelle des Streites herausstelltenÇ. ÈAber, gelobt
sei GottÇ, so fuhr er fort, Èdie Feder der Herrlichkeit hat mit den starren und diktatori-
schen Ansichten der Gelehrten und Weisen aufgerŠumt, hat die Behauptungen von Ein-
zelpersonen als verbindliches Richtma§ zurŸckgewiesen, auch wenn diese als die
hervorragendsten und gebildetsten unter den Menschen anerkannt waren; stattdessen hat
Er bestimmt, da§ alle Angelegenheiten an die bevollmŠchtigten Gremien und die dafŸr
vorgesehenen RŠte zu verweisen sind. Aber auch bei den RŠten hat keiner die unbedingte
Vollmacht erhalten, allgemeine Angelegenheiten zu entscheiden, welche die Interessen
der Nationen betreffen. Nein, vielmehr hat Er alle RŠte in dem Schatten eines Hauses der
Gerechtigkeit, eines gšttlich ernannten Zentrums, zusammengefŸhrt, so da§ es nur dieses
eine Zentrum gibt und alle Ÿbrigen, zu einer einzigen Kšrperschaft vereint, sich um die
eine ausdrŸcklich dafŸr vorgesehene Achse drehen. Auf diese Weise sind sie alle gegen
Schisma und Spaltung geschŸtzt.Ç (aus dem Persischen)
Nachdem Bah‡'u'll‡h die †bel, die anerkannterma§en den Institutionen der ÈGelehr-
tenÇ in vergangenen Sendungen anhafteten, ein fŸr allemal ausgeschaltet hat, hat Er trotz-
dem in Seine Verwaltungsordnung die nŸtzlichen Elemente mit einbezogen, die in
solchen Institutionen vorhanden sind. Schon ein flŸchtiges Lesen der HŸterbotschaft vom
4. Juni 1957 macht deutlich, da§ diese Elemente eine grundlegende Bedeutung fŸr den
Fortschritt der Sache Gottes besitzen.
Die Existenz von Institutionen solch erhabenen Ranges, zusammengesetzt aus Perso-
nen, denen eine solch lebenswichtige Aufgabe Ÿbertragen Ÿbertragen ist, die trotzdem
weder gesetzgebende, administrative noch richterliche AutoritŠt besitzen und keinerlei
priesterliche Funktionen ausŸben sowie auch keinerlei Recht zu gŸltiger Auslegung ha-
ben - dies ist eine Eigenschaft der Bah‡'’-Verwaltungsordnung, die in den Religionen der
Vergangenheit ohne Beispiel ist. Die Neuheit und Einzigartigkeit dieser Konzeption ma-
chen sie schwer verstŠndlich; nur mit dem Wachsen der Bah‡'’-Gemeinschaft und der zu-
nehmenden FŠhigkeit der GlŠubigen, unbeeinflu§t von Vorstellungen vergangener Zeiten
Ÿber ihre Verwaltungsstruktur nachzudenken, wird das lebenswichtige Ineinandergreifen
der ÈHerrschendenÇ und ÈGelehrtenÇ im Glauben richtig verstanden und der unvorstell-
bare Wert ihrer Wechselwirkung voll erkannt werden.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
160
28. Mai 1972
Bildung von šrtlichen Geistigen RŠten im letzten Jahr
des Neunjahresplanes
Um die Lehrarbeit in jedem Land anzuregen und die Freunde in diesem letzten Jahr des
Neunjahresplanes zu ermutigen, haben wir beschlossen, da§ an jedem Ort die Freunde ih-
ren šrtlichen Geistigen Rat schon bilden dŸrfen, sobald die Anzahl der erwachsenen
GlŠubigen am Ort die Zahl neun erreicht oder Ÿberschritten hat; sie brauchen also nicht
bis zum 21. April 1973 zu warten.
Wir hoffen darŸber hinaus, da§ der Vollzugdieser Entscheidung vor allem in Gebie-
ten, in denen die Menschen in Gruppen zur Sache Gottes sto§en, dazu beitragen wird, da§
am ersten Ridv‡n-Tag 1973 und in den folgenden Jahren sehr viel mehr Gemeinden in der
Lage sein werden, ihren Geistigen Rat ohne Hilfe von au§en wiederzuwŠhlen.
Wir beten an der Heiligen Schwelle, da§ in den vor uns liegenden Monaten die stetig
wachsende Anzahl dieser gšttlichen Institutionen die Anstrengungen der tapferen Diener
der Gesegneten Schšnheit in jeder Region der Erde gewaltig unterstŸtzen und beleben
wird.
7. Juni 1972
AnkŸndigung der Entscheidung zum Bau
des Sitzes des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
Sehr erfreut unterrichten (wir die) Bah‡'’-Welt: Ausma§ und Beschleunigung (des)
Wachstums (der) Sache Bah‡'u'll‡hs (auf) šrtlicher (und) nationaler Ebene und daraus re-
sultierende Ausdehnung (der) AktivitŠten (am) Weltzentrum drŠngen uns jetzt vor Voll-
endung (des) Neunjahresplanes, (die) Entscheidung (zur) Einleitung (des) Verfahrens
(der) Auswahl (eines) Entwurfes (eines) Architekten (fŸr das) GebŠude fŸr (den) Sitz
(des) Universalen Hauses der Gerechtigkeit bekanntzugeben, (das vom) geliebten HŸter
auf (dem) weitgespannten Bogen (im) Herzen (vom) Berg Karmel vorgesehen ist, (mit
dem den) RuhestŠtten (der) Schwester, (des) Bruders (und der) Mutter (des) geliebten
Meisters geweihten Ort (als) Mittelpunkt. (Der) Bau dieses Zentrums (der) Gesetzgebung
(in) Gottes welterlšsender Ordnung wird (den) ersten grš§eren Schritt (beim) Ausbau
(des) GelŠndes um (den) Heiligen Schrein seit Fertigstellung (des) Internationalen Ar-
chivgebŠudes bilden. Bewegt zollen (wir) Anerkennung (und) drŸcken innige Dankbar-
keit aus (fŸr) hervorragende Dienste (von) Robert McLaughlin in Vorbereitung fŸr dieses
historische Unternehmen. Beten inbrŸnstig, (da§ das) jetzt begonnene Unternehmen wŠh-
rend (der) unmittelbar bevorstehenden Jahre ununterbrochen fortschreiten (und) rasch
majestŠtische Vollendung erlangen mšge.
13. Juli 1972 Ermahnung, die letzte Spur von Vorurteil zu tilgen
161
13. Juli 1972
Ermahnung, die letzte Spur von Vorurteil zu tilgen
Die Segnungen der AltehrwŸrdigen Schšnheit ergie§en sich Ÿber die AnhŠnger des Grš§-
ten Namens. Unsere BemŸhungen, Ihm und der Menschheit zu dienen, werden mit Siegen
in aller Welt gekršnt. Indem wir Dank sagen fŸr diese wundervollen Errungenschaften,
und in dem Ma§e, wie sich die Sache Gottes in jedem Lande verbreitet, unsere Instituti-
onen sich vervollkommnen, die Anzahl der GlŠubigen Ÿberall auf dem Planeten zunimmt,
mu§ auch unser persšnliches Leben jeden Tag mehr und mehr die Lehren Bah‡'u'll‡hs wi-
derspiegeln und mŸssen wir unser Leben so fŸhren, da§ alle in uns ein anderes Volk se-
hen. Die Taten, die wir vollbringen, die Einstellungen, die wir offenbaren, ein jedes Wort,
das wir Šu§ern, sollte Anziehungskraft haben, sollte ein Magnet sein, welcher die Auf-
richtigen zu den gšttlichen Lehren hinzieht.
Bah‡'u'll‡h sagt uns, da§ das Vorurteil in seinen verschiedenen Formen das GebŠude
der Menschheit zerstšrt. Der Gottesbote beschwšrt uns, alle Formen von Vorurteil aus
unserem Leben zu verbannen. Unser Šu§eres Leben mu§ unseren Glauben widerspiegeln.
Die Welt mu§ sehen, da§ die Bah‡'’ ihr Leben gemŠ§ den Lehren ihres Glaubens leben,
ohne RŸcksicht auf alle vorŸbergehenden Launen oder gŠngigen Moden der Allgemein-
heit. Wir dŸrfen nicht zulassen, da§ die Angst vor Ablehnung durch unsere Freunde und
Nachbarn uns von unserem Ziel abzubringen vermag, das Bah‡'’-Leben zu leben. La§t
uns danach streben, aus unserem Leben die letzte Spur von Vorurteil auszulšschen - sei-
en es nun rassische, religišse, politische, wirtschaftliche, nationale, Stammes-, Klassen-
oder kulturelle Vorurteile oder auch solche, die auf Unterschieden der Erziehung oder des
Lebensalters beruhen. Wir werden uns von unseren Nicht-Bah‡'’-Zeitgenossen abheben,
wenn wir unser Leben mit diesem Grundsatz schmŸcken.
Wenn wir in uns noch irgendwelche Vorurteile zulassen, machen wir uns vor Gott
schuldig, einen RŸckschlag im Fortschritt und echten Wachstum der Religion
Bah‡'u'll‡hs verursacht zu haben. Jeder GlŠubige hat die Pflicht, sich mit ganzer Ent-
schlossenheit anzustrengen, diesen Mangel in seinen Gedanken und Taten auszumerzen.
Es ist die Pflicht der Institutionen des Glaubens, diesen Grundsatz mit allen verfŸgbaren
Mitteln den Herzen der Freunde einzuprŠgen, z.B. auch auf Sommerschulen, in Konfe-
renzen, Lehrtreffen und Studienklassen.
Die grundlegende Absicht des Glaubens Bah‡'u'll‡hs ist die Verwirklichung der or-
ganischen Einheit der gesamten Menschheit. Mit diesem herrlichen Ziel vor Augen, und
im vollen Vertrauen auf die Verhei§ungen der Gesegneten Schšnheit, sollten wir Seiner
Mahnung Folge leisten:
ÈWir wŸnschen, euch allezeit in Freundschaft und Eintracht im Paradiese Meines
Wohlgefallens miteinander verkehren zu sehen und aus eueren Taten den Duft der
Freundlichkeit und Einigkeit, der GŸte und Gemeinschaft zu verspŸren.Ç (€L 146)
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
162
30. Juli 1972
Die Stufe der šrtlichen Geistigen RŠte
In Beantwortung Ihres Briefes vom 4. Juli, in dem Sie um KlŠrung der Frage bitten, was
ein funktionierender šrtlicher Geistiger Rat ist, bieten wir Ihnen die folgenden ErlŠute-
rungen an:
…rtliche Geistige RŠte sind zur Zeit neugeborene Institutionen, die zum grš§ten Teil
darum ringen, eine gefestigte Stellung in der Bah‡'’-Gemeinde und in der Welt zu erlan-
gen. Sie sind bisher nur Embryos der majestŠtischen Institutionen, die von Bah‡'u'll‡h in
Seinen Schriften bestimmt wurden. Das trifft auch fŸr die Nationalen Geistigen RŠte zu.
In dem folgenden Abschnitt, den der SekretŠr des HŸters in dessen Auftrag schrieb, ist
dieser Punkt ausgefŸhrt:
ÈDie Bah‡'’-Administration ist nur die erste Formgebung dessen, was in der Zukunft
zum Gesellschaftsleben, zu neuen Gesetzen des Gemeinschaftslebens werden wird. Derzeit
beginnen die GlŠubigen erst damit, sie richtig zu erfassen und anzuwenden. Folglich mŸssen
wir Geduld haben, wenn sie uns zuweilen ein wenig selbstbewu§t und starr in ihren Arbeits-
ablŠufen vorkommt. Dies rŸhrt daher, da§ wir etwas Ÿberaus Schwieriges, aber Ÿberaus
Wundervolles lernen: wie man als Bah‡'’-Gemeinschaft nach den herrlichen Lehren des
Glaubens zusammenlebt.Ç (Aus einem Brief vom 14. Oktober 1941 an einen GlŠubigen
Was wir in den Schriften unseres Glaubens eršrtert finden, ist die hohe Stufe, die die
šrtlichen Geistigen RŠte in ihrer allmŠhlichen und zeitweise schmerzhaften Entwicklung
erlangen mŸssen. Werden die RŠte ermutigt, dieses Ziel zu erreichen, so schadet es nicht,
wenn der Nationale Rat dabei von Zeit zu Zeit gewisse minimale Erfordernisse erwŠhnt,
solange es klar bleibt, da§ das Verfehlen solcher Ma§stŠbe - die natŸrlich dauernd ent-
sprechend den geŠnderten Bedingungen Ÿberarbeitet werden mŸssen - keinen Grund dar-
stellt, einem schwachen Rat die Anerkennung zu entziehen. Es wŠre daher nicht gŸnstig,
wenn das Universale Haus der Gerechtigkeit allgemeine Mindestma§stŠbe fŸr ordnungs-
gemŠ§ funktionierende šrtliche Geistige RŠte festlegte, da diese sich notwendigerweise
von Land zu Land und sogar von Gebiet zu Gebiet innerhalb eines Landes unterscheiden
mŸssen, solange diese RŠte sich noch in der Entwicklung zu HŠusern der Gerechtigkeit,
wie sie von Bah‡'u'll‡h vorgesehen sind, befinden.
Einige der Ziele, die ein šrtlicher Geistiger Rat in seiner Entwicklung zu voller Reife
vor allem erreichen sollte, sind, als ein liebevoller Hirte der Bah‡'’-Herde zu handeln, die
Einheit und Eintracht unter den Freunden zu fšrdern, die Lehrarbeit zu leiten, die Sache
Gottes zu schŸtzen, Feste, Jahrestage und regelmŠ§ige Treffen der Gemeinde zu planen,
die Bah‡'’ mit seinen PlŠnen vertraut zu machen, das Wohlergehen der Jugendlichen und
Kinder zu fšrdern und sich, soweit es die UmstŠnde erlauben, an humanitŠren Unterneh-
mungen zu beteiligen. In seinem VerhŠltnis zum einzelnen GlŠubigen sollte der Rat die-
sen stŠndig einladen und ermutigen, sich in den Glauben zu vertiefen, seine herrliche
Botschaft weiterzugeben, in Einklang mit seinen Lehren zu leben, gro§zŸgig und regel-
mŠ§ig zum Fonds beizutragen, an den Unternehmungen der Gemeinde teilzunehmen und
beim Geistigen Rat Zuflucht zu suchen, wenn er Rat und Hilfe benštigt.
19. September 1972 Opfertod dreier iranischer Bah‡'’-Studenten auf den Philippinen
163
In seinen ZusammenkŸnften mu§ er bestrebt sein, FŠhigkeiten in der schwierigen,
aber hšchst fruchtbaren Kunst der Bah‡'’-Beratung zu entwickeln, ein Vorgang, der gro§e
Selbstbeherrschung aller Mitglieder und vollkommenes Vertrauen in die Macht
Bah‡'u'll‡hs erfordert. Er sollte regelmŠ§ig zusammenkommen und dafŸr sorgen, da§ alle
Mitglieder laufend Ÿber die Unternehmungen des Rates informiert sind, da§ der SekretŠr
seine Pflichten erfŸllt, und der Rechner die Fonds des Glaubens zur Zufriedenheit des Ra-
tes fŸhrt und verwendet, wozu eine genaue Buchhaltung und die Quittierung aller BeitrŠ-
ge erforderlich ist. Viele RŠte kommen zu der Auffassung, da§ es am besten ist, wenn sie
einige ihrer Unternehmungen wie die Lehrarbeit, die Ausrichtung von Festen und Jahres-
tagen, die Lšsung persšnlicher Probleme und andere Aufgaben an AusschŸsse delegie-
ren, die vom Rat ernannt werden und ihm verantwortlich sind.
In jeder Angelegenheit, die ihm zur Beratung vorgelegt wird, mu§ der Rat dem Ma§-
stab der Gerechtigkeit entsprechen, wenn er seine Entscheidung fŠllt, und er mu§ bestrebt
sein, in all seinen Beziehungen zur Gemeinde und der Au§enwelt FŸhrungseigenschaften
zu zeigen. Das folgende Zitat aus einem Brief des HŸters beschreibt in einfachen Worten
das unmittelbare Ziel, das jeder Rat sich setzen sollte bei seinem BemŸhen um den hohen
Anspruch der Vollkommenheit, wie er in unseren Schriften erhoben wird;
ÈDas erste Erfordernis der FŸhrung, unter einzelnen wie unter Geistigen RŠten, ist die
FŠhigkeit, die Energien und Kenntnisse einzusetzen, die in den Reihen der Mitglieder
vorhanden sind. Sonst werden die fŠhigeren Mitglieder der Gruppe vom Hauptziel ab-
springen und sich nach einem anderen BetŠtigungsfeld umsehen, in dem sie ihre KrŠfte
einsetzen kšnnen. Shoghi Effendi hofft, da§ die Geistigen RŠte ihr Mšglichstes tun wer-
den, LehrtŠtigkeiten so zu planen, da§ jeder einzelne beschŠftigt ist.Ç (Aus einem Brief
im Auftrag des HŸters an den Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten und Ka-
nadas vom 30. August 1930)
In der Textzusammenstellung, die wir im August 1970 an alle Nationalen Geistigen
RŠte geschickt haben, und in der Satzung eines Geistigen Rates werden Sie alle Ziele auf-
gelistet finden, die ein šrtlicher Geistiger Rat bei seinem Wachstum und seiner Entwick-
lung anstreben mu§. Wir empfehlen Ihnen, sich erneut in diese Schriften zu vertiefen und
dieses hšchst wichtige Problem mit den Beratern Ihres Gebietes zu eršrtern, diese werden
Ihnen mit Freuden dabei helfen, die Entwicklung der šrtlichen Geistigen RŠte in Ihrem
Land zu fšrdern.
19. September 1972
Opfertod dreier iranischer Bah‡'’-Studenten auf den Philippinen
Mit tiefem Schmerz berichten wir der Bah‡'’-Welt die erschŸtternden UmstŠnde der Er-
mordung von drei Bah‡'’-Studenten, die als Pioniere auf den Philippinen lebten.
Parv’z S‡diq’, Far‡marz Vujd‡n’ und Parv’z Furœgh’ gehšrten zu einer Gruppe junger
iranischer Bah‡'’, die dem Ruf nach Pionieren Folge leisteten. Zusammen mit elf anderen
schrieben sie sich an den UniversitŠten von Mindanao ein, um dort ihre Studien abzu-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
164
schlie§en und den Glauben Bah‡'u'll‡hs zu verbreiten. Diese drei hatten den Plan gefa§t,
Lehrreisen in eine von Muslimen bewohnte lŠndliche Gegend zu unternehmen. Als die
Verwaltung der StaatsuniversitŠt von Mindanao am 31. Juli davon in Kenntnis gesetzt
wurde, da§ die drei den Kampus am Vortage verlassen hŠtten und noch nicht zurŸckge-
kehrt seien, wurden sofort Suchtrupps gebildet und die UnterstŸtzung der Polizei und der
Ortsbehšrden angefordert. Nach verschiedenen Nachforschungen und einer Suchaktion,
die ganz unter der Leitung von PrŠsident Tamano von der StaatsuniversitŠt Mindanao
stand, fand man die Leichen der drei jungen Leute in einem flachen Grab. Sie waren er-
schossen worden und arg verstŸmmelt, und zwei von ihnen hatte man den Kopf abge-
schlagen. Die Leichen wurden ŸberfŸhrt und erhielten an einem schšnen, eigens fŸr
diesen Zweck gestifteten Ort eine Bah‡'’-Beerdigung.
Unmittelbar nach Erhalt der tragischen Nachricht setzte sich Vicente Samaniego, Be-
rater fŸr Nordostasien, in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalen Geistigen Rat der
Philippinen tatkrŠftig fŸr die Bah‡'’ ein und erhielt seitens der Verwaltung und der Polizei
sowie militŠrischer und ziviler Stellen ein Hšchstma§ an UnterstŸtzung und MitgefŸhl.
Es wurde eine Versammlung einberufen, an der Ÿber 900 Studenten, FakultŠtsmitglieder
und Angehšrige der UniversitŠtsverwaltung teilnahmen. Gebete wurden in englischer,
arabischer und persischer Sprache gesprochen. Der UniversitŠtsprŠsident hielt eine An-
sprache, in der er zum Ausdruck brachte, die ermordeten iranischen Studenten seien keine
gewšhnlichen Studenten, denn mit ihnen sei die Botschaft Bah‡'u'll‡hs, die den Weg zur
Einheit darstellt. Der Verwaltungsrat der Studenten beantragte, dem neuen Gemein-
schaftszentrum der Studenten den Namen ÈGedŠchtnissaal fŸr die iranischen StudentenÇ
zu geben. Dreitausend Menschen nahmen an dem Trauerzug teil, und sechshundert bega-
ben sich zum Ort der Bestattung, um der Beerdigung beizuwohnen.
Die Bah‡'’ hielten in Gegenwart von UniversitŠtsbeamten und Freunden eine wŸrdige
Trauerfeier.
Die Verwandten und Freunde dieser drei jungen MŠnner, die ihr Leben im Dienste
der Gesegneten Schšnheit dahingaben, werden hiermit des liebevollen MitgefŸhls und
der Gebete ihrer MitglŠubigen versichert. Das Opfer dieser jungen Menschen kršnt in
herrlicher Weise die wundervollen Dienste, die die jungen Bah‡'’ jetzt Ÿberall auf der
Welt erbringen. Bah‡'u'll‡h selbst bezeugt:
ÈDie auf dem Pfade Gottes ihr Land verlie§en und spŠter in Seine Gegenwart aufstie-
gen, deren Seelen werden von den himmlischen Heerscharen seliggepriesen, und ihre Na-
men werden von der Feder der Herrlichkeit unter denen genannt, die ihr Leben als
MŠrtyrer auf dem Pfade Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, dahinge-
geben haben.Ç
18. Oktober 1972 Geistige Krise der deutschen Bah‡'’-Gemeinde
165
18. Oktober 1972
Geistige Krise der deutschen Bah‡'’-Gemeinde
Die deutsche Bah‡'’-Gemeinde sieht sich vor einer geistigen Krise, welche die zukŸnftige
Entwicklung des Glaubens in Ihrem Lande beeinflu§t. Im Namen des geliebten Meisters,
dessen Gegenwart fŸr immer Ihr Land gesegnet hat, rufen wir alle Mitglieder der Gemein-
de auf, die Opfer der frŸhen GlŠubigen einzulšsen und die Liebe und zuversichtlichen
Voraussagen Ÿber die zukŸnftige Herrlichkeit, die durch den geliebten HŸter gemacht
wurden, zu rechtfertigen. Wir flehen inbrŸnstig an der Heiligen Schwelle, da§ die herz-
lich geliebten deutschen GlŠubigen sich erheben und unverzŸglich auf die ZielstŠdte und
neuen Zentren verteilen mšgen, da§ sie einen ŸberwŠltigenden Sieg im Neunjahresplan
erringen und die Bah‡'’-Welt in Staunen setzen durch ihre dramatische und leidenschaft-
liche Verteidigung vergangener Leistungen und durch die FŠhigkeit, ihre durch das Zei-
chen Gottes auf Erden vorausgeschaute Bestimmung zu erreichen.
Wir vertrauen darauf, da§ Sie nicht versagen werden.
26. November 1972
Nachricht Ÿber die Annahme der Verfassung
des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
Dankbaren und frohen Herzens verkŸnden wir der gesamten Bah‡'’-Welt die DurchfŸh-
rung eines Schrittes von tiefer Bedeutung fŸr die Entfaltung des obersten Organs der
Bah‡'’-Weltgemeinschaft, der mit der Ausarbeitung der Verfassung des Universalen Hau-
ses der Gerechtigkeit erfolgt ist. Nachdem die Mitglieder an den drei Heiligen Schwellen
in Bahj’ und Haifa am Tage des BŸndnisses demŸtige Dankgebete dargebracht hatten,
versammelten sie sich im Beratungszimmer im Bereiche des Hauses des gesegneten
Meisters und setzten ihre Unterschriften sowie das Siegel auf das Dokument, das in den
Schriften des HŸters vorgesehen und durch ihn als das grš§te Gesetz des Glaubens von
Bah‡'u'll‡h gepriesen wurde.
Wir sind voller Zuversicht, da§ die soeben getroffene Ma§nahme die Bande weiter
stŠrken wird, die das Weltzentrum mit den nationalen und lokalen Gemeinden auf der
ganzen Welt verbinden, und da§ sie neue Energien freisetzen und den Enthusiasmus und
die Zuversicht der tapferen Arbeiter erhšhen wird, die in Seiner gšttlichen Arbeit ange-
strengt arbeiten, um die Menschheit unter den Schutz Seines allumfassenden BŸndnisses
zu bringen.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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