Read: Botschaften und Briefe 1993 - 1997


Inhaltsverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis
Botschaften und Briefe
des Jahres 1993 5
22. Januar 1993
Hinscheiden Ursula Nicke 6
5. MŠrz 1993
Erscheinen der englischen Ausgabe des Kit‡b-i-Aqdas 6
Februar 1993
Fragen zur Arbeitsweise von Gemeinden 8
Ridv‡n 150
Der verhei§ene Friede wird kommen, wenn die Nacht vorŸber ist 17
Mai 93
Ergebenheit der deutschen Bah‡'’-Gemeinde 22
9. Mai 1993
Anwendbarkeit der Gesetze des Kit‡b-i-Aqdas 22
19. Mai 1993
Anerkennung fŸr den Dreijahresplan der deutschen Bah‡'’-Gemeinde 23
20. Mai 1993
E-Mail an den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland 24
25. Juni 1993
Stellvertretender Premierminister berŠt mit dem
Universalen Haus der Gerechtigkeit 24
27. Juni 1993
An die AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs in aller Welt 25
27. Juni 1993
An die AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs in aller Welt 26
Juni 93
Gemeinsame Sitzung mit HŠnden der Sache Gottes und dem
Internationalen Lehrzentrum 26
August 93
Echo auf den Besuch von Adib Taherzadeh in Langenhain 28
31. Oktober 1993
PrioritŠten der verschiedenen Bah‡'’-Fondsaus 28
26. November 1993
Sieben neue Nationale und Regionale Geistige RŠte 30
2. Dezember 1993
Freude Ÿber Wiederbildung des Geistigen Rates in Leipzig 31
24. Dezember 1993
An alle Nationalen Geistigen RŠte 31
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
2
Botschaften und Briefe
des Jahres 1994 33
1. MŠrz 1994
Neue Richtlinien fŸr die Anmeldung zur Pilgerreise 34
Ridv‡n-Botschaft 1994
Der SchlŸssel zum Erfolg ist der einzelne Bah‡'’ 37
19. Mai 1994
Nationaler Geistiger Rat und Bah‡'’-Gemeinde 40
12. September 1994
An alle Nationalen Geistigen RŠte 56
19. September 1994
Bah‡'’-IdentitŠt festigen und €ngste Ÿberwinden 57
20. Oktober 1994
Positive Bilanz fŸr die erste HŠlfte des Dreijahresplans 59
7. Dezember 1994
FŸnf neue Nationale Geistige RŠte zu Ridvan 60
Botschaften und Briefe
des Jahres 1995 61
17. Januar 95
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland 62
31. Januar 1995
Hinscheiden von Erna Schmidt 62
01. Februar1995
Zur Frage der Vermengung von AktivitŠten der Bah‡Õ’-Gemeinde und
psychologischen Modellen 62
22. MŠrz 1995
Care & Fair 63
2. April 1995
Private Organisationen und Bah‡'’-Institutionen 64
April 1995
Ridv‡n-Botschaft 152 des Universalen Hauses der Gerechtigkeit 66
Mai 95
Reaktion auf 65. Nationaltagung 69
20. Juni 1995
Finanzierung fŸr den Berg Karmel gesichert 70
11. September 1995
Sexualmoral und HomosexualitŠt 70
29. Oktober 95
Berater neu ernannt 75
12. November 1995
Wohngemeinschaften 77
27.12.1995
Hinscheiden von Marie Ehlers 78
Inhaltsverzeichnis
3
26. Dezember 1995
Der ernannte Pfeiler im Vier-Jahres-Plan 78
Botschaften und Briefe
des Jahres 1996 89
Ridvan 96
An die AnhŠnger Bah‡'u'llahs in Europa 90
Ridv‡n 153
An die Bah‡'’ der Welt 93
10. Mai 1996
E-Mail aus Haifa zur deutschen Nationaltagung 107
6. August 1996
Immer mehr Institute entstehen Ð
Aufruf zu finanzieller UnterstŸtzung 107
15. September 1996
Der Einflu§ der Bah‡Õ’-Gemeinde mu§ wachsen 109
16. Oktober 1996
Finanzziele 110
16. Oktober 1996
Internationale Ziele 110
28. Oktober 1996
ÔAbduÕl-Bah‡s Pariser Wohnung gekauft 111
Botschaften und Briefe
des Jahres 1997 113
04. Februar 1997
Der Stand des Internationalen Fonds 114
21. April 1997
Ridv‡n - Botschaft 154 115
11. Mai 1997
Bildung des Geistigen Rates in Westerland/Sylt 118
30. Mai 1997
Die EinfŸhrung Regionaler Bah‡Õ’-RŠte 118
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
4
5
Botschaften und Briefe
des Jahres 1993
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
6
22. Januar 1993
Hinscheiden Ursula Nicke
(Das Universale Haus der Gerechtigkeit ist) tief bekŸmmert Ÿber die Nachricht vom Hin-
scheiden der ergebenen Dienerin Bah‡'u'll‡hs Ursula Nicke. Ihr lebenslanger Dienst (fŸr)
Seine Sache, ihre strahlende Ergebenheit (in den) langen Jahren des Leidens, ihr warm-
herziger, fršhlicher Geist werden in liebevoller Erinnerung bleiben. (Wir) beten (an den)
Heiligen Schreinen (fŸr den) Fortschritt ihrer Seele im Kšnigreich Abh‡s und (um) Trost
(fŸr die) Herzen (der) Mitglieder ihrer bedeutenden Familie.
Das Universale Haus derGerechtigkeit, 22. Januar 1993
5. MŠrz 1993
Erscheinen der englischen Ausgabe des Kit‡b-i-Aqdas
"Die Quelle wahrer GlŸckseligkeit"
An die Bah‡'’ der Welt Innig geliebte Freunde, das Kit‡b-i-Aqdas, das vom HŸter
der Sache Gottes in derart erhabenen Worten beschriebene Werk,
jener kostbare Schatz, auf ewig die strahlendsten Ausstršmungen von Bah‡'u'll‡h's Geist
umfassend, die Charta Seiner Weltordnung, die wichtigste Quelle Seiner Gesetze, der
Vorbote Seines Bundes, das Hauptwerk, einige Seiner vortrefflichsten Ermahnungen, ge-
wichtigsten ErklŠrungen und erstaunlichsten Vorhersagen enthaltend, geoffenbart im Hš-
hepunkt Seiner TrŸbsal zu einer Zeit, in der die Herrscher der Erde ihn verlassen hatten",
dieses Heiligste Buch, so haben wir die Ehre bekanntzugeben, wird der Gemeinschaft
Bah‡s zu Naw-Rœz in einer reichlich erweiterten englischen †bersetzung zur VerfŸgung
gestellt werden.
Bah‡'u'll‡hs eigene Beschreibung des Buches - "die unfehlbare Waage", "der gerade
Pfad", "der Beleber der Menschheit", "die Quelle wahrer GlŸckseligkeit" - weist auf seine
Ÿberragende Bedeutung hin, eine Bedeutung, die unseren Geist ŸberwŠltigt, wenn man
sich bewu§t wird, da§ dieses Buch nach den Worten Shoghi Effendis die "Hauptquelle je-
nes Gesetzes ist, das der Prophet Jesaja voraussagte, und das der Verfasser der Apokalypse
als den 'neuen Himmel' und die 'neue Erde' beschrieb, das 'Tabernakel Gottes', die 'Heilige
Stadt', die 'Braut', das 'neue Jerusalem, das von Gott herabkommt'". Solche AusdrŸcke der
Hoffnung sind durch alle Zeitalter in den heiligen Schriften wiederholt worden, haben die
Vorstellungskraft belebt und die Erwartungen unzŠhliger Generationen genŠhrt, und nun,
in dieser neuen Sendung, ist ihnen schlie§lich durch den Verhei§enen aller Zeitalter im
Mutterbuch Seiner Offenbarung eine handgreifliche Form verliehen worden.
Die Veršffentlichung dieses Werkes in Englisch erfŸllt ein Hauptziel des Sechsjah-
resplans. Doch darŸber hinaus leitet es die ErfŸllung einer Vorhersage von `Abdu'l-
Bah‡ ein, der eine Veršffentlichung in verschiedenen Sprachen erwartete; es setzt eine
5. MŠrz 1993 Erscheinen der englischen Ausgabe des Kit‡b-i-Aqdas
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Absicht von Shoghi Effendi um, der bereits gewichtige Teile des Buches ins Englische
Ÿbersetzt und in seinen Briefen und Zusammenstellungen der Schriften Bah‡'u'll‡hs
verbreitet hat, und der bereits 1955 "als eine wesentliche Vorstufe der letztlichen †ber-
setzung und Veršffentlichung des vollstŠndigen Textes" Schritte zur Vorbereitung einer
Synopse und systematischen Darstellung der Gesetze des Kit‡b-i-Aqdas ergriffen hatte.
Diese seine Aufgabe, in der er beachtliche Fortschritte erzielte, wurde im Jahre 1973
durch das Universale Haus der Gerechtigkeit vollendet, und zwar am hundertsten Jah-
restag der Offenbarung dieses Buches, die, wie <%-2>Shoghi Effendi bestŠtigte, ge-
schah, "kurz nachdem Bah‡'u'll‡h<%0> in das Haus von `Udi Khammar Ÿberstellt
worden war (um 1873), zu einer Zeit, als Er noch immer von der TrŸbsal umgeben war,
der Er durch die Handlungsweise Seiner Feinde und der erklŠrten AnhŠnger Seines
Glaubens ausgesetzt war."
Die VerfŸgbarkeit des Kit‡b-i-Aqdas in einem vollstŠndigen, fŸr westliche Leser au-
torisierten Text, erstmals in einer ihrer wichtigsten Sprachen, weitet seinen Einflu§be-
reich enorm aus und šffnet weit die TŸr fŸr einen unerme§lichen Proze§ einzelner und
gemeinschaftlicher Entwicklung, die mit Gewi§heit eine zunehmend mŠchtige, umgestal-
tende Wirkung auf die Všlker und Nationen ausŸben wird, wenn nun das Werk in andere
Sprachen weiter Ÿbersetzt werden wird. Es mu§ als ein Zeichen der Zuversicht in das
schlie§liche Erscheinen einer friedlichen, zivilisierten Weltgesellschaft betrachtet wer-
den, da§ die englische Ausgabe dieses hochgeschŠtzten, unerme§lich kraftvollen Werkes
gerade jetzt erscheint, inmitten des Aufruhrs einer Welt, die mit sich selbst uneins ist. Da§
es in einer Zeit der Jahrhundertfeier sowohl des Hinscheidens seines gšttlichen Urhebers
wie der Einsetzung des Bundes veršffentlicht wird, verstŠrkt den bereits sichtbaren Ein-
flu§ des Heiligen Jahres, das derart bedeutende Jahrestage umrahmt.
Ein Werk von so unbeschreiblicher Heiligkeit ist fŸr sich selbst ein Zeichen der un-
vergleichbaren Grš§e der Offenbarung Bah‡'u'll‡hs, und in der Tat erinnert es deutlich an
den hohen Respekt, der allem gebŸhrt, was aus Seiner wundersamen Feder der Wahrheit
stršmte. Mšgen die Freunde Gottes seiner erhabenen Stufe unter den heiligen Schriften
des Glaubens immer eingedenk sein; mšgen sie es als Brot des Lebens schŠtzen, seinen
Besitz als geheiligte Ehre betrachten, als ein unschŠtzbares VermŠchtnis der Allerhšchs-
ten Feder, als eine Quelle von Gottes grš§ter Gabe an Seine Geschšpfe; mšgen sie ihr
ganzes Vertrauen in seine Vorkehrungen legen, seine Verse vortragen, seinen Inhalt stu-
dieren, seine Ermahnungen befolgen und so ihr Leben in †bereinstimmung mit dem gštt-
lichen Ma§stab umgestalten.
La§t uns hocherfreut sein. La§t uns mit dem frohen Geist erfŸllt sein, der aus der ei-
genen AnkŸndigung des Mutterbuches Seiner Sendung durch die Gesegnete Schšnheit
spricht, als Er sagte: "Wir verkŸnden allen die frohe Botschaft, die Unsere Offenbarungen
in Unserem Heiligsten Buche betrifft, eines Buches, von dessen Horizont das Tagesge-
stirn Meiner Gesetze auf jeden scheint, der sie befolgt." Mšgen wir solche Verteidiger
seiner Gesetze und Prinzipien sein, da§ wir Seine in herrlicher Weise versprochenen Seg-
nungen verdienen: "Gesegnet die, die es lesen. Gesegnet die, die es erfassen. Gesegnet
die, die darŸber nachsinnen. Gesegnet die, die Ÿber seine Bedeutung nachdenken. Bald
werden seine erhabene Macht, sein durchdringender Einflu§ und die Grš§e seiner Kraft
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
8
auf Erden offenbar sein. Wahrlich, dein Gott ist der Allwissende, der Allunterrichtete."
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Februar 1993
Fragen zur Arbeitsweise von Gemeinden
Ein Memorandum der Forschungsabteilung
des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
In letzter Zeit haben sich eine Reihe von Fragen ergeben, wie man mangelhaft funktio-
nierenden šrtlichen Bah‡'’-Gemeinden helfen kann, besonders jenen, die nur schwer den
BedŸrfnissen und Problemen ihrer Mitglieder gerecht werden, deren Geistige RŠte keine
Entscheidungen treffen kšnnen und die das Bestehen von Problemen in ihren Gemeinden
leugnen. Als einen Beitrag zur Entwicklung solcher Gemeinden geben wir folgende
Kommentare.
1. Wie man VerŠnderungen in der Bah‡'’-Gemeinde erleichtert
1.1. Das Wesen des Wandels
Ehe man sich der Frage zuwendet, welche Schritte ergriffen werden kšnnen, um einen
Wandel in der Bah‡'’-Gemeinde zu erreichen, ist es nŸtzlich, das Wesen des Wandels un-
ter Bah‡'’-Gesichtspunkten zu betrachten. In Briefen, die in seinem Auftrag geschrieben
wurden, unterstreicht Shoghi Effendi den evolutionŠren Charakter des Wachstums und
der Entwicklung von Bah‡'’-Gemeinden. Er bezeichnet die unvermeidlichen Schwierig-
keiten, die sich aus der Unreife der einzelnen GlŠubigen wie auch der Institutionen erge-
ben, als "Wachstumsschmerzen", die man, wie er Ÿberzeugend versichert, schlie§lich
Ÿberwinden wird, weil das von Bah‡'u'll‡h eingefŸhrte System vollkommen ist. Im fol-
genden zitieren wir eine Auswahl von AuszŸgen aus diesen Briefen:
"Sie beklagen den unbefriedigenden Zustand, der in der Bah‡'’-Gemeinde in .....
herrscht; der HŸter ist sich der Situation des Glaubens dort durchaus bewu§t, aber er ist
zuversichtlich, da§, welcher Art die sich dem Glauben entgegenstellenden Hindernisse
auch sein mšgen, man sie schlie§lich Ÿberwinden wird. Unter gar keinen UmstŠnden soll-
ten Sie sich entmutigt fŸhlen oder es zulassen, da§ diese Schwierigkeiten, mšgen sie auch
noch so sehr das Ergebnis von Fehlverhalten oder mangelnder FŠhigkeiten oder Vision
der Mitglieder der Gemeinde sein, Sie in Ihrem Glauben und der grundsŠtzlichen Loya-
litŠt der Sache Gottes gegenŸber wankend machen. Gewi§ sollten die GlŠubigen, unab-
hŠngig von ihren Qualifikationen als Lehrer oder Administratoren des Glaubens oder
ihren noch so hohen intellektuellen und geistigen Verdiensten niemals als Ma§stab ange-
sehen werden, an dem man die gšttliche AutoritŠt und die Mission des Glaubens abschŠt-
zen oder messen kann. Allein auf die Lehren selbst und auf das Leben der BegrŸnder des
Glaubens sollten die GlŠubigen schauen, um daraus ihre FŸhrung und Inspiration zu be-
Februar 1993 Fragen zur Arbeitsweise von Gemeinden
9
ziehen, und nur indem sie streng diese richtige Einstellung beibehalten, kšnnen sie hof-
fen, ihre LoyalitŠt Bah‡'u'll‡h gegenŸber auf eine feste und unerschŸtterliche Grundlage
zu stellen. Sie sollten daher Mut fassen und mit unverminderter Wachsamkeit und nicht
nachlassenden BemŸhungen ihren vollen Beitrag zur Entfaltung der Gšttlichen Weltord-
nung leisten."
(23. August 1939 an einen einzelnen GlŠubigen)
"Die Freunde mŸssen miteinander Geduld haben und sich bewu§t sein, da§ der Glau-
be noch in seinen Kinderschuhen steckt und seine Institutionen noch nicht vollkommen
funktionieren. Je mehr Geduld, liebevolleres VerstŠndnis und Nachsicht die Freunde ein-
ander erweisen, umso grš§er wird der Fortschritt der ganzen Bah‡'’-Gemeinde als solcher
sein. Der HŸter meint, da§ durch das Gewinnen neuer Seelen der Glaube seine gegenwŠr-
tigen Begrenzungen Ÿberwinden und wirkungsvoller funktionieren wird."
(27.Februar 1943 an einen einzelnen GlŠubigen)
Er hat es sehr bedauert, von der Uneinigkeit der Freunde dort zu hšren; er meint, da§
die einzige vernŸnftige Methode fŸr alle Freunde darin bestehe, sich dem Lehren des
Glaubens zu widmen und mit ihrer Nationalen Kšrperschaft zusammenzuarbeiten. Oft er-
scheinen uns diese PrŸfungen und Tests, durch die jede Bah‡'’-Gemeinde unweigerlich
hindurch mu§, im ersten Augenblick als schrecklich, aber im Nachhinein verstehen wir,
da§ sie auf die SchwŠche der menschlichen Natur, auf Mi§verstŠndnisse und Wachstums-
schmerzen zurŸckzufŸhren sind, die jede Bah‡'’-Gemeinde durchstehen mu§."
(25. November 1956 an einen einzelnen GlŠubigen)+)
Es ist ein gro§es UnglŸck, da§ einige Freunde nicht zu verstehen scheinen, da§ die
Verwaltungsordnung, die …rtlichen und Nationalen RŠte, das Muster fŸr die Zukunft
sind, so unzulŠnglich sie auch manchmal scheinen mšgen. Wir mŸssen diesen Kšrper-
schaften gehorchen und sie unterstŸtzen, denn darin besteht das Bah‡'’-Gesetz. Ehe wir
das nicht lernen, kšnnen wir keinen echten Fortschritt erzielen ... Die Bah‡'’ sind als ein-
zelne oder im Dienst einer gewŠhlten Kšrperschaft weit von Vollkommenheit entfernt,
aber das System Bah‡'u'll‡hs ist vollkommen, und langsam werden die GlŠubigen reifen
und das System wird besser funktionieren ..."
(1. November 1950 an einen einzelnen GlŠubigen)
1.2 Den Wandel fšrdern
Im Hinblick auf die Methoden, diesen Wandel in der Bah‡'’-Gemeinde zu fšrdern, fŸ-
gen wir eine Zusammenstellung von AuszŸgen aus Briefen bei, die im Auftrage von
Shoghi Effendi geschrieben wurden. Wenn diese AuszŸge auch nicht speziell von Strate-
gien handeln, die chronisch schlecht funktionierenden Gemeinden helfen kšnnten, so bie-
ten sie doch eine nŸtzliche FŸhrung in Bezug auf Ma§nahmen, die zum Erreichen von
VerŠnderungen in Bah‡'’-Gemeinden ergriffen werden kšnnen. Bevor man solche Ma§-
nahmen ins Auge fa§t, ist es zu empfehlen, Ÿber die Tatsache nachzudenken, da§ jede
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
10
Ma§nahme von Weisheit und Geduld begleitet sein mu§ und da§ jede feindliche Haltung
gegenŸber dem Rat oder der Bah‡'’-Gemeinde vermieden werden mu§. In der €hrenlese
rŠt Bah‡'u'll‡h, zwei extreme Einstellungen bezŸglich des Glaubens zu vermeiden. Er sagt:
An diesem Tage kšnnen Wir weder das Verhalten des Furchtsamen billigen, der sei-
nen Glauben zu verbergen sucht, noch das Benehmen des erklŠrten GlŠubigen guthei§en,
der lŠrmend seine Treue zu dieser Sache bekundet. Beide sollten dem Gebot der Weisheit
folgen und mit Eifer danach streben, dem Wohle des Glaubens zu dienen. Man beachte,
da§ Er das "Gebot der Weisheit" und den Eifer "dem Wohle des Glaubens zu dienen" be-
tont.
GemŠ§ den beigefŸgten AuszŸgen gibt es offensichtlich eine Reihe von Ma§nahmen,
die die GlŠubigen ergreifen kšnnen, um die Bah‡'’-Gemeinden auf die nŠchsten Stufen
der Entwicklung zu fŸhren. Dazu gehšren:
1.2.1 Das Beispiel des Einzelnen
In einem Brief vom 30. September 1949, in seinem Auftrage an einen einzelnen GlŠu-
bigen geschrieben, sagt Shoghi Effendi, da§ "der erste und beste Weg", eine schlecht
funktionierende Gemeinde in Ordnung zu bringen, darin besteht, da§ der einzelne "das
Richtige tut". (S. Auszug Ia)
ZusŠtzlich zu Vertiefung, Lehren und Dienst am Glauben betont der HŸter, da§ solche
Eigenschaften wie Ausdauer, Aufopferung, Geduld und liebevolles Vergeben wichtig
und vorteilhaft sind. (S. AuszŸge Ib und Ic)
1.2.2 Hilfe fŸr den …rtlichen Geistigen Rat
Shoghi Effendi weist darauf hin, da§ der einzelne GlŠubige die Entwicklung des …rt-
lichen Geistigen Rates fšrdern kann, indem er an seiner Wahl teilnimmt, seine Entschei-
dungen unterstŸtzt und verteidigt und sich an ihn wegen der Lšsung von Problemen
wendet. (S. AuszŸge IIa - IId)
1.2.3 Empfehlungen fŸr Institutionen
Einzelne GlŠubige haben "das Recht, offen ihre Kritik an Ma§nahmen und der Politik
eines jeden Rates vorzubringen" und VorschlŠge und Empfehlungen zur Verbesserung
der šrtlichen Gemeinde zu machen, vorausgesetzt, diese Kritik und diese VorschlŠge
werden in konstruktiver Weise vorgebracht, ohne die AutoritŠt des Rates zu untergraben.
(S. AuszŸge IIIa und IIIb)
In einem Brief vom 3. August 1982 an einen einzelnen GlŠubigen hat das Universale
Haus der Gerechtigkeit folgende Richtlinien gegeben, wie der einzelne seine Ansichten
innerhalb der Bah‡'’-Gemeinde darlegen soll:
Es ist jedoch wichtig, zu beachten, da§ der einzelne, der seine Ansichten darlegen
will, dies in einer Weise tut, die mit dem Geiste der Bah‡'’-Beratung Ÿbereinstimmt. Es
kommt manchmal vor, da§ ein einzelner darauf besteht, bei einer Bah‡'’-Versammlung
Februar 1993 Fragen zur Arbeitsweise von Gemeinden
11
seine Ansichten eingehend darzulegen, oft die Zusammenkunft stšrt und ein solches Ver-
halten sogar in der Gegenwart von Nicht-Bah‡'’ zeigt. Wenn er trotz Ermahnungen und
Warnungen durch die entsprechenden Bah‡'’-Institutionen unnachgiebig auf einem sol-
chen Verhalten beharrt, wird man ihn irgendwie daran hindern mŸssen, das Gesetz in die
eigene Hand zu nehmen und den Bah‡'’-Interessen zu schaden. Wenn derartige Mei-
nungsverschiedenheiten entstehen, ist es wichtig, da§ eine offene und liebevolle Beratung
zwischen der betreffenden Person und dem …rtlichen Geistigen Rat und im Bedarfsfalle
mit dem Nationalen Geistigen Rat stattfindet, vielleicht kann auch die Institution der Be-
rater bei der Lšsung des Problems helfen.
1.2.4 Beratung mit den Hilfsamtsmitgliedern
Die Hilfsamtsmitglieder und ihre Assistenten sind damit beauftragt, die Bah‡'’-Ge-
meinde von Grund auf anzuregen und den Reifeproze§ der …rtlichen Geistigen RŠte zu
fšrdern und dabei zu helfen. Es kann sehr vorteilhaft sein, wenn ein einzelner GlŠubiger
oder der …rtliche Geistige Rat Ideen und RatschlŠge von den Hilfsamtsmitgliedern er-
bittet, wie die in der Gemeinde bestehenden speziellen Schwierigkeiten gelšst werden
kšnnen.
1.2.5 Berufung beim Nationalen Geistigen Rat
Einzelne GlŠubige haben das Recht, gegen einen Beschlu§ eines …rtlichen Geistiger
Rates beim Nationalen Rat Berufung einzulegen. (Einzelheiten zu diesem Verfahren sie-
he "The Constitution of the Universal House of Justice"**) S.14f) Die Entscheidung, ob
er dieses Recht wahrnimmt, liegt beim einzelnen. Der folgende Auszug aus einem Brief
im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 12. September 1988 bezieht
sich auf diese Angelegenheit:
"Wie Sie wissen, steht es Ihnen frei, den Rat darum zu bitten, seine Entscheidung er-
neut zu Ÿberdenken. Vielleicht wollen Sie aber diese Schritte abwŠgen und die mšglichen
Reaktionen berŸcksichtigen, die fŸr Sie zusŠtzliche Belastungen verursachen kšnnten. In
einigen FŠllen ist es vorzuziehen, da§ man die Ansicht des Rates demŸtig und mit Opfer-
bereitschaft ohne weitere Diskussionen akzeptiert. Dann kann eine eventuell falsche Ent-
scheidung schlie§lich richtig gestellt werden. Wenn die GlŠubigen nachgiebig und im
Geiste der Selbstaufgabe reagieren, so bewirkt das Gottes Wohlgefallen, was in sich
selbst schon einen Trost fŸr das Herz darstellt."
2. Beratung und GefŸhlsausdruck
Es ist die Ansicht vertreten worden, da§ ein offener GefŸhlsausdruck und ein ehrli-
ches Aussprechen von Gedanken fŸr eine produktive Bah‡'’-Beratung entscheidend sind
und da§ das 12-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker (A.A.) einen wichtigen
Beitrag zu einer ehrlichen und offenen Kommunikation bilden kann. In diesem Zusam-
menhang wurde um FŸhrung nachgesucht, was GefŸhlsausdruck im Zuge der Beratung
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
12
anbetrifft.
WŠhrend es sehr wohl †bereinstimmungen zwischen Elementen des Beratungspro-
zesses und dem 12-Schritte-Programm geben mag, so unterscheiden sie sich doch in ihrer
Ÿbergeordneten Zielsetzung. Die Absicht, wenn ein einzelner sich offen ausdrŸckt, wie es
bei den A.A. praktiziert wird, besteht im gro§en und ganzen darin, da§ eine Heilung er-
zielt und eine Befreiung von den Trinkgewohnheiten erreicht werden soll. Das Ziel der
Beratung ist dagegen "die Suche nach der Wahrheit".
Der Unterschied zwischen dem Zweck der Beratung und einer therapeutischen Be-
mŸhung wird in dem folgenden Auszug aus einem Brief im Auftrage des Universalen
Hauses der Gerechtigkeit deutlich:
"Man sollte sich bewu§t sein, da§ es das Ziel jeder Beratung ist, zu einer Lšsung eines
Problems zu kommen, und dies unterscheidet sich sehr von jener Art von Seelenbekennt-
nissen in der Gruppe, wie sie in manchen Kreisen heute Ÿblich ist, und was an die Art von
Beichte grenzt, die im Glauben verboten ist.
(Aus einem Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 19. MŠrz 1973 an einen
Nationalen Geistigen Rat, veršffentlicht in: "Beratung, eine Kompilation", Nationaler
Geistiger Rat der Schweiz, 1978, S. 14)
"In bezug auf Ihre Frage betreffs des fŸnften Schrittes im A.-12-Schritte-Programm,
sind wir gebeten worden, Ihnen folgenden Auszug aus einem Brief im Auftrage des Uni-
versalen Hauses der Gerechtigkeit vom 26. August 1986 an einen einzelnen GlŠubigen
mitzuteilen:
... Es gibt keinen Einwand gegen die Mitgliedschaft von Bah‡'’ bei den Anonymen
Alkoholikern, die eine Vereinigung sind, die bei der Hilfe fŸr Alkoholiker, ihren bedau-
ernswerten Zustand zu Ÿberwinden, sehr viel Gutes tun. Der durch die Mitglieder prakti-
zierte Austausch von Erfahrungen steht nicht im Widerspruch zu dem Bah‡'’-Verbot des
SŸndenbekenntnisses; es ist eher eine Art therapeutisches VerhŠltnis zwischen Patient
und Psychiater."
(Aus einem Brief vom 5. November 1987 im Auftrage des Universalen Hauses der Ge-
rechtigkeit an einen einzelnen GlŠubigen)
Der aufrichtige GefŸhlsausdruck in der allgemeinen Kommunikation bedarf sowohl
der Weisheit wie auch der MŠ§igung. In der €hrenlese berŠt Bah‡'u'll‡h die GlŠubigen
folgenderma§en:
"Wer zum Volk Gottes gehšrt, hat nur den Ehrgeiz, die Welt zu erneuern, ihr Leben
zu veredeln und ihre Všlker zu beleben. Wahrhaftigkeit und guter Wille haben allezeit
die Beziehungen dieses Volkes zu allen Menschen gekennzeichnet." (S.236)
"HŸtet euch, mit jemandem zu streiten, strebt vielmehr danach, ihn freundlich auf die
Wahrheit aufmerksam zu machen und ihn Ÿberzeugend zu ermahnen." (S. 243)
"Was die Grenzen der MŠ§igung Ÿberschreitet, hšrt auf, wohltŠtigen Einflu§ auszu-
Ÿben." (S. 189)
In einem Brief vom 5. Juli 1947, geschrieben in seinem Auftrage, Šu§ert sich Shoghi
Effendi folgenderma§en Ÿber die Bedeutung der "Ausgewogenheit in allen Dingen":
Februar 1993 Fragen zur Arbeitsweise von Gemeinden
13
"Man kann die Lehren Bah‡'u'll‡hs mit einer Kugel vergleichen; es gibt Punkte, die
sich auf gegenŸberliegenden Polen befinden, und dazwischen gibt es Gedanken und Leh-
ren, die die Verbindungen zwischen ihnen herstellen.
Wir glauben an eine Ausgewogenheit in allen Dingen; wir glauben an MŠ§igung in
allen Dingen... wir dŸrfen nicht zu emotional reagieren, aber auch nicht knochentrocken
und ohne GefŸhl; wir dŸrfen nicht so liberal sein, da§ wir aufhšren, den Charakter und
die Einheit des Bah‡'’-Systems zu erhalten, aber auch nicht fanatisch und dogmatisch."
Was nun einen offenen GefŸhlsausdruck wŠhrend der Beratung anbetrifft, so bilden
ein GefŸhlsausdruck und eine emotionale Redeweise bei der Interaktion einen wichtigen
Beitrag zum Beratungsproze§. In einer Seiner Ansprachen beschreibt `Abdu'l-Bah‡ Liebe
und Freundschaft als das Fundament wahrer Beratung. Er sagt:
"... wahre Beratung ist eine geistige Konferenz in der Haltung und AtmosphŠre der
Liebe. Die Mitglieder mŸssen einander im Geiste der Freundschaft lieben, damit gute Er-
gebnisse gezeitigt werden. Liebe und Freundschaft sind das Fundament." (PUP p.72f)
Die Tablets von Abdu'l-Bah‡, die in "Bah‡'’ Administration: Selected Messages 1922
- 1932" S.20-23 zitiert werden, kšnnen, was den GefŸhlsausdruck bei Beratungen anbe-
trifft, eine wertvolle Hilfe sein. `Abdu'l-Bah‡ ruft die Mitglieder eines Geistigen Rates
auf, in solcher Weise einig zu sein, da§ ihre Gedanken, ihre Ansichten und ihre GefŸhle
zu einer Wirklichkeit werden und den Geist der Einheit Ÿber die ganze Welt verbreiten"
(S. 20f).
Der Meister rŠt den Mitgliedern, "in solcher Weise zu beraten, da§ kein Anla§ zu
Groll oder Uneinigkeit entstehen kann." Er versichert, da§ "dies erreicht werden kann,
wenn jedes Mitglied seine eigene Ansicht in všlliger Freiheit ausdrŸckt und seine Argu-
mente darlegt. Wenn jemand widerspricht, dŸrfen wir uns in keiner Weise verletzt fŸhlen,
denn erst wenn die Angelegenheit ausgiebig diskutiert wurde, kann sich der richtige Weg
zeigen. Der leuchtende Funke der Wahrheit zeigt sich erst nach dem Zusammenprall un-
terschiedlicher Meinungen..." (S. 21)
Man mu§ hier festhalten, da§ die Wahrheit sich erst nach dem Zusammenprall sorg-
fŠltig ausgesprochener Ansichten zeigt (die sehr wohl mit Begeisterung und Nachdruck
vorgetragen werden kšnnen), aber nicht durch den Zusammenprall von GefŸhlen. Ein Zu-
sammenprall von GefŸhlen wird die Wahrheit wahrscheinlich verdunkeln, wŠhrend un-
terschiedliche Meinungen die Entdeckung der Wahrheit vereinfachen.
Abdu'l-Bah‡ gibt den folgenden Rat, wie Ansicht wŠhrend einer Beratung ausge-
drŸckt werden sollten. Man kšnnte meinen, da§ dieser Rat auch den GefŸhlsausdruck be-
trifft:
"Sie mŸssen dann mit der Šu§ersten Ergebenheit, Hšflichkeit, WŸrde, Sorgfalt und
MŠ§igung ihre Ansichten ausdrŸcken. In allen Dingen mŸssen sie die Wahrheit suchen
und nicht auf ihrer eigenen Meinung beharren; denn Halsstarrigkeit und das Beharren auf
der eigenen Meinung fŸhren schlie§lich zu Uneinigkeit und Streit und die Wahrheit wird
verborgen bleiben..." (S.22)
Wegen zusŠtzlicher Aussagen aus den Schriften, zum Thema GefŸhlsausdruck beim
Beratungsproze§, kšnnte man "Beratung: eine Zusammenstellung" zu Rate ziehen.
Die Fšrderung der Entwicklung von Bah‡'’-Gemeinden
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
14
AuszŸge aus im Auftrage von Shoghi Effendi geschriebenen Briefen
I. Das Beispiel des einzelnen
Ia.
Sie dŸrfen nicht den gro§en Fehler begehen, unseren Glauben nach einer Bah‡'’-Ge-
meinde zu beurteilen, die es offensichtlich nštig hat, die Bah‡'’-Lehren zu studieren und
ihnen zu gehorchen. Menschliche SchwŠchen und Absonderlichkeiten kšnnen eine gro§e
PrŸfung darstellen. Der einzige Weg, oder ich sollte besser sagen der erste und beste Weg,
die Situation zu verbessern, besteht darin, da§ man selbst das Richtige tut. Eine Seele
kann die Ursache der geistigen Erleuchtung eines ganzen Kontinents sein. Jetzt, da Sie in
Ihrem eigenen Leben einen gro§en Fehler erkannt und verbessert haben, jetzt, da Sie
deutlicher erkennen, was in Ihrer eigenen Gemeinde fehlt, hindert Sie nichts daran, da§
Sie sich erheben und ein solches Beispiel setzen, eine solche Liebe und einen Geist des
Dienstes zeigen, da§ die Herzen Ihrer Mit-Bah‡'’ entflammt werden.
Er drŠngt Sie, die Lehren grŸndlich zu studieren, andere zu lehren und mit anderen
Bah‡'’, die dazu bereit sind, die tiefergehenden Lehren unseres Glaubens zu studieren und
durch Vorbild, BemŸhungen und Gebete eine €nderung herbeizufŸhren.
(30. September 1949 an einen einzelnen GlŠubigen)
Ib.
Das Heilmittel fŸr Uneinigkeit in einem Rat kann nicht darin bestehen, da§ irgend je-
mand von den Mitgliedern resigniert oder sich zurŸckzieht. Er mu§ lernen, trotz stšrender
Elemente als Ganzes weiter zu funktionieren, anderenfalls wŸrde das ganze System in
Mi§kredit geraten, weil Ausnahmen von der Regel eingefŸhrt werden. Die GlŠubigen, die
den Glauben Ÿber alles lieben und seine Interessen den eigenen voranstellen, mŸssen be-
reit sein, alle sich ergebenden Schwierigkeiten zu ertragen, welcher Art sie auch sein mš-
gen. Nur durch eine solche Beharrlichkeit und Selbstaufopferung kšnnen wir hoffen,
einerseits unsere gšttlichen Institutionen intakt zu erhalten und andererseits uns selbst
dazu zu zwingen, edlere und bessere Werkzeuge fŸr den Dienst in diesem herrlichen
Glauben zu werden.
(20. November 1941 an einen einzelnen GlŠubigen)
Ic.
BezŸglich Ihrer Frage nach der Notwendigkeit grš§erer Einheit unter den Freunden
gibt es keinen Zweifel, da§ diese Notwendigkeit wirklich besteht. Der HŸter meint, da§
eines der Hauptwerkzeuge, um sie zu erreichen, darin besteht, die Bah‡'’ selbst durch Un-
terricht und Verhaltensregeln zu lehren, da§ Liebe zu Gott - und folglich zu den Men-
schen - die wesentliche Grundlage jeder Religion einschlie§lich unserer eigenen ist. Ein
grš§eres Ma§ an Liebe wird ein grš§eres Ma§ an Einheit erzeugen, denn sie ermšglicht
Februar 1993 Fragen zur Arbeitsweise von Gemeinden
15
es den Menschen, nachsichtiger, geduldiger und verzeihender zu sein.
(7. Juli 1944 an einen einzelnen GlŠubigen, zitiert in "Bah‡'’ News" Nr. 173, Februar
1945 S. 3 +)
II. UnterstŸtzung des …rtlichen Geistigen Rates
IIa.
Inzwischen mŸssen wir alles nur mšgliche tun, um die …rtlichen und Nationalen RŠte
zu stŠrken und zu unterstŸtzen, indem wir bei der Wahl sehr sorgfŠltig vorgehen, um da-
mit die Wahl der weisesten und geeignetsten Mitglieder sicherzustellen und dann, indem
wir loyal zusammenarbeiten und Gehorsam zeigen. Wenn wir EinwŠnde gegen ihre Ent-
scheidungen haben, mŸssen wir es sorgfŠltig vermeiden, diese Angelegenheit mit ande-
ren Freunden zu besprechen, die keine Mšglichkeit zur Verbesserung haben. Wir mŸssen
unsere Ansicht dem Rat selbst offen vorlegen, und erst wenn wir keine befriedigende Ant-
wort erhalten, dŸrfen wir uns an den Nationalen Rat wenden, falls es sich um das Verhal-
ten eines …rtlichen Rates handelt und an Shoghi Effendi, falls es sich um den Nationalen
Rat handelt.
(4. MŠrz 1925 an einen einzelnen GlŠubigen)
IIb.
Die Situation in ..., Ÿber die ihm der Nationale Geistige Rat schon ausfŸhrlich schrieb,
hat ihn sehr bekŸmmert und sein Herz bedrŸckt, da er davon Ÿberzeugt ist, da§ nichts au§er
einer vollkommenen Einheit unter den Freunden, sowohl in ihren einzelnen wie gemein-
samen BemŸhungen, insbesondere in dieser Zeit der administrativen Organisation und
Entwicklung der Sache, den stetigen Fortschritt des Glaubens in jenem Zentrum sicherstel-
len kann. Es gibt keine Aufgabe, die dringlicher wŠre als die Errichtung vollkommener
Harmonie und Freundschaft unter den Freunden, besonders zwischen dem Geistigen Rat
und den einzelnen GlŠubigen. Der …rtliche Rat sollte in den einzelnen GlŠubigen Vertrau-
en wecken, und diese sollten ihrerseits die Bereitwilligkeit ausdrŸcken, sich den Entschei-
dungen und Direktiven des …rtlichen Rates voll zu unterwerfen. Beide mŸssen
Zusammenarbeit lernen und sich bewu§t werden, da§ die Institutionen der Sache nur durch
eine solche Zusammenarbeit wirkungsvoll und ausdauernd funktionieren kšnnen. WŠh-
rend Gehorsam dem …rtlichen Rat gegenŸber uneingeschrŠnkt und aufrichtig sein soll, so
mu§ diese Kšrperschaft ihre Entscheidungen in einer Weise durchsetzen, da§ der Ein-
druck vermieden wird, sie durch eine diktatorische Haltung motiviert seien. Der Geist ist
Glaubens wird von gegenseitiger Zusammenarbeit, nicht durch Diktatur bestimmt.
Die GlŠubigen sollten den Richtlinien und Anweisungen ihres Rates Vertrauen ent-
gegenbringen, selbst wenn sie nicht von deren Gerechtigkeit und Richtigkeit Ÿberzeugt
sind. Sobald der Rat durch die Mehrheitsentscheidung seiner Mitglieder zu einem Be-
schlu§ gekommen ist, sollten die Freunde ihn bereitwillig befolgen. Besonders die Mit-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
16
glieder des Rates mit einer abweichenden Meinung sollten der Gemeinde mit gutem
Beispiel vorangehen und ihre persšnlichen Ansichten dem Prinzip der Mehrheitsent-
scheidung opfern, das dem Funktionieren aller Bah‡'’-RŠte zugrunde liegt.
(28. Oktober 1935 an einen einzelnen GlŠubigen)
IIc.
Die RŠte sind errichtet worden, um die Angelegenheiten der Sache mit AutoritŠt zu
verwalten. Die GlŠubigen haben das Recht, fŸr jeden zu stimmen, den sie wollen. Auch
wenn sie die Ma§nahmen ihres Rates nicht guthei§en, so mŸssen sie doch um der Einheit
des Glaubens willen dessen Entscheidungen mittragen. Der einzelne hat das Recht, Vor-
schlŠge zu machen, zu protestieren, aber er hat keine Rechte Ÿber den Rat. Seine Macht
ist seine Stimme. Wenn einer der Freunde mit der šrtlichen Situation unzufrieden ist, so
sollte er dennoch mit seinem …rtlichen Geistigen Rat zusammenarbeiten und ihm nach
KrŠften helfen. Er kann fŸr ihn beten, er kann durch sein eigenes Tun ein edles Bah‡'’-
Beispiel abgeben. Das System ist vollkommen; auch wenn die Instrumente unvollkom-
men sind, mŸssen wir doch das System unterstŸtzen, wohl wissend, da§ Gott Seine Sache
bewahren und schŸtzen wird und da§ derartige ZustŠnde vorŸbergehend sind und ver-
schwinden werden, in dem Ma§e, wie die Sache wŠchst und die Bah‡'’ an Reife gewinn-
nen.
Er bittet Sie dringend, nicht zu verzagen und niemals mit dem Dienst am Glauben auf-
zuhšren. Ganz egal, welche Einstellung die anderen haben, sie kann Sie nie von der Ver-
pflichtung zu einer richtigen Einstellung entbinden; Ihre Pflicht besteht Gott gegenŸber,
und Sie kšnnen versichert sein, da§ Er letztlich alle diese Probleme lšsen wird.
(14. November 1948 an einen einzelnen GlŠubigen) +)
IId.
Beim Durcharbeiten der Korrespondenz, die er von Ihrem Rat erhŠlt, ist er immer
wieder davon betroffen, da§ die Freunde so wenig gemŠ§ der Administration verfahren.
Statt ihre Beschuldigungen, Probleme oder GefŸhle des UnglŸcklichseins vor den …rtli-
chen Rat zu bringen, wenden sie sich an einzelne Freunde oder einzelne Mitglieder des
Rates, oder sie weigern sich, mit dem Rat zusammenzukommen. Als erstes sollten die
Freunde sich an den Rat wenden - dazu haben wir ihn! Er meint, da§ es diese Schwierig-
keiten nie gegeben hŠtte, wenn die Bah‡'’ die RŠte in der nštigen Weise benutzen wŸrden.
Eines der Heilmittel, das Bah‡'u'll‡h einer kranken Welt verschrieben hat, sind die RŠte
(die in Zukunft HŠuser der Gerechtigkeit sein werden); ihre Mitglieder haben eine sehr
heilige und schwere Verantwortung; ihre Macht bei der FŸhrung der Gemeinde und beim
Schutz und der Hilfe fŸr die Mitglieder ist ebenfalls sehr gro§.
(30. Juni 1949 an einen Nationalen Geistigen Rat) +)
Empfehlungen fŸr Institutionen
Ridv‡n 150 Der verhei§ene Friede wird kommen, wenn die Nacht vorŸber ist
17
IIIa.
Nun in bezug auf Ihren letzten, lieben Brief, in dem Sie fragen, ob ein GlŠubiger das
Recht hat, offen seine Kritik an einer Ma§nahme oder Politik eines Rates auszusprechen:
Es ist nicht nur das Recht, sondern die lebensnotwendige Verantwortung eines jeden lo-
yalen und intelligenten Mitglieds der Gemeinde, offen und frei, aber mit der nštigen Ach-
tung und RŸcksicht vor der AutoritŠt des Rates jeden Vorschlag, jede Empfehlung oder
jede Kritik pflichtbewu§t zu unterbreiten, um gewisse bestehende ZustŠnde oder Tenden-
zen in seiner Gemeinde zu verbessern oder zu heilen, und es ist die Pflicht des Rates, sol-
che ihm von irgendeinem GlŠubigen vorgelegten Ansichten gewissenhaft in seine
†berlegungen mit einzubeziehen. Die beste Gelegenheit zu diesem Zweck bietet das 19-
Tagefest, das au§er seinen sozialen und geistigen Aspekten auch verschiedene administ-
rative BedŸrfnisse und Erfordernisse der Gemeinde befriedigt. Dazu gehšren hauptsŠch-
lich die offene und konstruktive Kritik und die Beratung Ÿber den Stand der Dinge in der
šrtlichen Bah‡'’-Gemeinde.
Hierbei mu§ aber wieder betont werden, da§ jede negative Kritik und Diskussion, die
die AutoritŠt des Rates als Kšrperschaft untergraben kšnnte, streng zu vermeiden ist.
Denn anderenfalls kŠme die Ordnung des Glaubens selbst in Gefahr, und Uneinigkeit und
Verwirrung wŸrden in der Gemeinde herrschen.
(13. Dezember 1939 an einen einzelnen GlŠubigen) +)
IIIb.
Bezugnehmend auf die Angelegenheit von Frau ... und die Uneinigkeit, die unter ge-
wissen Freunden in ... zu herrschen scheint: Wenn die Bah‡'’ erlauben, da§ die dunklen
KrŠfte der Welt Eingang in ihre Beziehungen untereinander im Glauben finden, so ge-
fŠhrden sie ernstlich seinen Fortschritt. Es ist die allererste Pflicht der GlŠubigen, des …rt-
lichen Geistigen Rates und besonders des Nationalen Geistigen Rates, Harmonie, Liebe
und VerstŠndnis unter den GlŠubigen zu pflegen. Alle sollten bereit und willig sein, jedes
persšnliche GefŸhl des Beleidigtseins - ob zu Recht oder Unrecht - zum Wohl des Glau-
bens zurŸckzustellen, denn die Menschen werden ihn nie annehmen, ehe sie nicht im Ge-
meindeleben das widergespiegelt finden, was in der Welt so schrecklich fehlt: Liebe und
Einheit.
Bah‡'’ haben das volle Recht, Kritik an ihren RŠten zu Ÿben; sie dŸrfen offen ihre An-
sicht Ÿber die Politik und einzelne Mitglieder ihrer gewŠhlten Kšrperschaften dem …rtli-
chen oder Nationalen Rat gegenŸber Šu§ern, aber dann mŸssen sie aus ganzem Herzen
den Rat oder den Beschlu§ des Rates akzeptieren, gemŠ§ den Prinzipien, wie sie fŸr die-
sen Zusammenhang in der Bah‡'’-Administration niedergelegt sind.
(3. Mai 1945 an einen Nationalen Geistigen Rat)
Ridv‡n 150
Der verhei§ene Friede wird kommen, wenn die Nacht vorŸber ist
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
18
An die Bah‡'’ der Welt Innig geliebte Freunde,
in der unverminderten Glut der wundersamen Segnungen des soeben zu Ende gebrachten
Heiligen Jahres sind wir beim Kšnig der Feste angelangt, neu bestŠtigt und aufgeladen
mit neuer Kraft fŸr unsere heiligen Bestrebungen. War es doch eine Zeit, in der Er, die
Schšnheit Abh‡, Seine weltweite Gemeinde in reicher FŸlle mit dem Glanz Seiner Gnade
Ÿbergo§, als Er die BemŸhungen Seiner AnhŠnger, die bedeutsame zweifache Jahrhun-
dertfeier Seines Hinscheidens und der Einsetzung Seines Bundes wŸrdig zu begehen, mit
erstaunlichen Erfolgen kršnte. Als Gedenkpause geplant, brachte dieses Jahr eine Prokla-
mation des Grš§ten Namens zuwege, die wie nie zuvor auf der ganzen Erde widerhallte;
aber was so klare Šu§ere Zeichen setzte, war ganz ausgeprŠgt der Widerschein einer in-
neren Errungenschaft: eines bislang unerreicht tiefen VerstŠndnisses fŸr unsere Bezie-
hung zu Bah‡'u'll‡h. In uns selbst sind wir der weltumspannenden Wirklichkeit unserer
Gemeinde noch klarer bewu§t geworden und haben erlebt, wie sie den ersten, alles Ÿber-
ragenden Grundsatz Seines Glaubens verkšrpert. Das hat unseren Herzen einen neuen,
vorwŠrtstreibenden Eindruck aufgeprŠgt. Die Wirkungen dieses klareren Bewu§tseins
haben die GedŠchtnisfeier im Mai des vergangenen Jahres im Heiligen Land und noch
breiter angelegt der Weltkongre§ im November eindrucksvoll hervorgekehrt, als sollte
damit in dieser verzweiflungsvoll unruhigen Zeit unsere Zuversicht bekrŠftigt werden,
da§ die Menschenwelt unerbittlich ihrem immer noch schwer fa§baren Schicksal der Ein-
heit und des Friedens entgegengeht. Die FlŸgel des Geistes haben uns fŸrwahr wŠhrend
des Heiligen Jahres auf einen Gipfel getragen, der uns eine Schau ermšglichte auf die vol-
le Herrlichkeit der rasch nahenden, seit unvordenklichen Zeiten gŸltigen Verhei§ung des
Herrn, eines Tages werde die ganze Menschheit vereinigt werden.
Zu zahlreich sind die begeisternden Einzelheiten bei den Veranstaltungen dieses Jah-
res, als da§ sie hier beschrieben werden kšnnten. Allgemein wurde empfunden, wie der
Heilige Geist wirkte und die TŠtigkeiten der Freunde mit geheimnisvoller Kraft durch-
trŠnkte. So mšge es genŸgen, an gewisse Glanzpunkte zu erinnern: im Mai 1992 die Ver-
sammlung der grš§ten jemals zu einer Veranstaltung im Heiligen Land
zusammengekommenen Anzahl von Bah‡'’, die Vertreter aus jeder Nation auf Erden, wie
sie den Schrein Bah‡'u'll‡hs umschritten, die Anwesenheit der meisten lebenden Ritter
Bah‡'u'll‡hs bei der Niederlegung der Ehrenrolle unter der Schwelle zum Hochheiligen
Schrein, der noch nie dagewesene Umfang des Weltkongresses und die bunte Vielfalt sei-
ner Teilnehmer einschlie§lich einer gro§en Zahl von Jugendlichen mit ihren eigenen Ne-
benprogrammen, der Vorbeimarsch der Vertreter aller Rassen und Nationen der Welt bei
dieser spektakulŠren Gelegenheit, die SatellitenŸbertragung, die den Kongre§ und das
Weltzentrum mit allen Erdteilen verband. All dies waren Erlebnisse von hšchst seltener
Art; sie haben das Gedenken an die Jahrhundert-Feierlichkeiten unsterblich gemacht.
Die unzŠhligen phantasiereichen BemŸhungen der Freunde rund um die Welt, von
den entlegensten Dšrfern bis in die gro§en StŠdte, zur Feier dieser bedeutsamen Jahres-
tage zeigen erneut, wie grŸndlich der Glaube Bah‡'u'll‡hs gefestigt worden ist. In vielen
Gebieten entfaltete sich dadurch die Lehrarbeit mit au§ergewšhnlichen, ja Ÿberraschen-
den Ergebnissen. In den Massenmedien kleiner wie gro§er LŠnder fand das Heilige Jahr
Ridv‡n 150 Der verhei§ene Friede wird kommen, wenn die Nacht vorŸber ist
19
eine noch nie dagewesene Aufmerksamkeit; gesetzgebende Kšrperschaften und politi-
sche AmtstrŠger nahmen das JubilŠum wahr, Regierungsstellen brachten ihre Anerken-
nung und WertschŠtzung des Glaubens zum Ausdruck, die Bah‡'’-Weltgemeinschaft
wurde in gro§e Veranstaltungen auf Weltebene einbezogen, darunter die Konferenz der
Vereinten Nationen fŸr Umwelt und Entwicklung vergangenen Juni in Rio de Janeiro, in
deren Zusammenhang an šffentlicher Stelle ein Denkmal mit einem Text aus Bah‡'u'll‡hs
Schriften und einem gro§en Abbild des Grš§ten Namens eingeweiht wurde - diese Ent-
wicklungen zeigten, da§ die Gemeinde sich in den Augen der …ffentlichkeit deutlich stŠr-
ker profiliert hat.
Abgesehen von all diesen herausragenden Ereignissen und Entwicklungen, aber von
noch grš§erer Bedeutung wegen der weitreichenden Folgen fŸr das ganze Menschenge-
schlecht, war zum Naw-Rœz-Fest die Herausgabe der mit Anmerkungen versehenen eng-
lischen †bersetzung des Kit‡b-i-Aqdas, des Hochheiligen Buches. Wir kommen damit
der Zeit einen Schritt nŠher, von der Abdu'l-Bah‡ voraussagt: "Wenn die Gesetze des
Hochheiligen Buches in Kraft getreten sind,... wird der Weltfriede sein Zelt inmitten die-
ser Erde aufpflanzen; der gesegnete Baum des Lebens wird so wachsen und sich ausbrei-
ten, da§ er den Osten wie den Westen Ÿberschattet."1
Das Heilige Jahr war auch eine Zeit, in der die gro§e Weltlage noch wirrer und wi-
dersprŸchlicher wurde. Zur gleichen Zeit gab es Zeichen der Ordnung und des Chaos, der
Verhei§ung und der Entmutigung. Mitten in dieser wirren gegenwŠrtigen Weltlage, aber
mit den vom Heiligen Jahr entflammten GefŸhlen des Staunens und der Freude, des Mu-
tes und des Glaubens im Herzen, beginnen wir mit diesem Ridv‡n-Fest im hundertfŸnf-
zigsten Jahr unseres Glaubens einen Dreijahresplan. Seine KŸrze wird uns von den rasch
wechselnden Gezeiten unserer Tage aufgenštigt; aber sein Hauptzweck ist unabdingbar
fŸr die Zukunft der Sache Gottes und der ganzen Menschheit. Er ist die nŠchste Stufe in
der Entfaltung der gšttlichen Charta der Lehrarbeit, wie sie der Mittelpunkt des Bundes
mit Seiner Feder aufgezeichnet hat. Der Plan wird das Richtma§ unserer Entschlossenheit
sein, auf die unerme§lichen Mšglichkeiten dieses kritischen Augenblicks in der gesell-
schaftlichen Evolution des Planeten unsere Antwort zu geben. Die entschlossene Verfol-
gung und die volle Verwirklichung der festgeschriebenen Planziele, die den UmstŠnden
jeder nationalen Gemeinde angepa§t sind, werden den Weg freimachen fŸr einen ange-
messenen Vorrang der Rolle unseres Glaubens angesichts der unausweichlichen Heraus-
forderungen, denen die ganze Menschheit gegen Ende des rasch entfliehenden,
schicksalsschweren zwanzigsten Jahrhunderts gegenŸbersteht.
Weit Ÿber alle bisherigen Zahlen hinaus mu§ eine massive Ausdehnung der Bah‡'’-
Gemeinde erreicht werden. Die Botschaft mu§ unter der Menschheit im allgemeinen, in
Dšrfern, Marktflecken und StŠdten rasch und verstŠrkt verbreitet werden. Das ist fŸr den
Fortgang entscheidend; denn ohne diese Expansion fehlt den mŸhsam aufgebauten Werk-
zeugen der Verwaltungs- und Gesellschaftsordnung das Wirkungsfeld, in dem sie ihre ei-
genstŠndige FŠhigkeit, den himmelschreienden Nšten der Menschheit in der Stunde ihrer
tiefsten Verzweiflung abzuhelfen, entwickeln und angemessen unter Beweis stellen kšn-
1. BF 12/4
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
20
nen. Dazu mu§ die Wechselwirkung zwischen Lehr- und Verwaltungsarbeit voll verstan-
den und stark betont werden, denn beides verstŠrkt sich gegenseitig. Die Probleme der
Gesellschaft, von denen unsere Gemeinde mitbetroffen ist, und die Probleme, die inner-
halb der Gemeinde naturgegeben entstehen, seien sie gesellschaftlicher, geistiger, wirt-
schaftlicher oder verwaltungstechnischer Art, werden in dem Ma§e lšsbar sein, wie sich
unsere Zahlen und Hilfsmittel vervielfachen und die Freunde auf allen Ebenen der Ge-
meinde ihre FŠhigkeit und Willigkeit, ihren Mut und ihre Entschlossenheit entwickeln,
den Gesetzen zu gehorchen, die GrundsŠtze anzuwenden und die Angelegenheiten des
Glaubens nach den gšttlichen Geboten zu regeln.
Der neue Plan dreht sich um ein dreifaches Thema: die Lebenskraft des Glaubens des
einzelnen GlŠubigen zu stŠrken, das in der Gemeinde vorhandene Potential stark zu ent-
wickeln, die korrekte Arbeitsweise der šrtlichen und nationalen Bah‡'’-Institutionen zu
fšrdern. Damit treten, wŠhrend die mannigfachen Ziele dieses Planes inmitten unserer
wirren ZeitlŠufte verfolgt werden, die Vorbedingungen bleibenden Erfolges in den Mit-
telpunkt.
Vor dem Hintergrund der deutlichen Zeichen eines Sittenverfalls, der Tag fŸr Tag die
Grundlagen zivilisierten Lebens zernagt, gewinnen Bah‡'u'll‡hs bildhafte Worte hšchste
Dringlichkeit: "Die Lebenskraft des Glaubens der Menschen an Gott stirbt aus in allen
Landen. Nur Seine heilende Arznei kann sie jemals wiederherstellen. Der Rost der Gott-
losigkeit fri§t sich in das Triebwerk der menschlichen Gesellschaft. Was au§er dem Heil-
trank Seiner machtvollen Offenbarung kann sie reinigen und neu beleben?"1 Derartige
Worte bringen fŸr das Handeln eines jeden, der den Herrn des Zeitalters anerkannt hat,
besondere Weiterungen mit sich. Eine entscheidende Folge aus dieser Anerkennung ist
eine GlŠubigkeit, die zur Entgegennahme Seiner Befehle drŠngt. Die nštige Glaubenstie-
fe beruht auf der inneren Verwandlung, dem heilsamen Erwerb eines geistig-sittlichen
Charakters, der sich aus dem Gehorsam gegen die gšttlichen Gesetze und GrundsŠtze er-
gibt. Zu diesem Zweck bringt die englische Veršffentlichung des mit Anmerkungen ver-
sehenen Kit‡b-i-Aqdas, der bald Ausgaben in anderen wichtigen Sprachen folgen
werden, eine machtvolle Einflš§ung gšttlicher FŸhrung zur Verwirklichung eines leben-
digen Glaubens, wie er fŸr die geistige Wohlfahrt und GlŸckseligkeit der einzelnen Bah‡'’
und fŸr das gestŠrkte Netzwerk der Gemeinde notwendig ist. Ebenso notwendig fŸr die
Aufrechterhaltung dieser Lebendigkeit ist es, einen Sinn fŸr Geistigkeit zu kultivieren, je-
nes mystische GefŸhl, das den Menschen mit Gott vereint und durch Meditation und Ge-
bet erlangt wird.
Zur Entwicklung des fŸr den Fortschritt der Sache Gottes erforderlichen menschli-
chen Potentials ist es unabdingbar, die Freunde und deren BemŸhen durch ernsthafte per-
sšnliche Studien, durch den Erwerb von Wissen Ÿber den Glauben, durch die Anwendung
seiner GrundsŠtze und die Verwaltung seiner Angelegenheiten auszubilden. Wissen al-
lein reicht nicht aus; unabdingbar mu§ die Ausbildung vermittelt werden in einer Weise,
die zu Liebe und Hingabe begeistert, Festigkeit im Gottesbund bewirkt und den einzelnen
Bah‡'’ dazu bewegt, aktiv an der Arbeit fŸr die Sache Gottes teilzunehmen und brauch-
1. €L Kap.99
Ridv‡n 150 Der verhei§ene Friede wird kommen, wenn die Nacht vorŸber ist
21
bare Initiativen zur Fšrderung ihrer Interessen zu entfalten. Besondere BemŸhungen, be-
fŠhigte Menschen fŸr den Glauben zu gewinnen, laufen ebenfalls in die Richtung der
Beschaffung des in dieser Zeit so dringend benštigten menschlichen Potentials. †berdies
werden solche BemŸhungen bei den Geistigen RŠten die FŠhigkeit anregen und verstŠr-
ken, ihre gewichtige Verantwortung zu Ÿbernehmen.10 Die korrekte Arbeitsweise der
Institutionen hŠngt weitgehend davon ab, da§ sich ihre Mitglieder bemŸhen, mit ihren
Pflichten vertraut zu werden und sich sowohl in ihrem persšnlichen Verhalten als auch
bei ihren Amtspflichten gewissenhaft an die GrundsŠtze zu halten. Von erheblicher Be-
deutung sind auch ihre Entschlossenheit, alle Spuren von Entfremdung und Sektierertum
aus ihrer Mitte zu tilgen, sowie ihre FŠhigkeit, die Zuneigung und UnterstŸtzung der
Freunde unter ihrer Obhut zu gewinnen und so viele Menschen wie mšglich in die Arbeit
fŸr die Sache Gottes einzubeziehen. Wenn sie bestŠndig das Ziel vor Augen haben, ihre
Leistungen zu verbessern, wird die von ihnen gefŸhrte Gemeinde einen Lebensstil wider-
spiegeln, der dem Glauben Ansehen eintrŠgt, und wird als eine willkommene Konse-
quenz unter den immer tiefer entmutigten Zeitgenossen neue Hoffnung entzŸnden.
WŠhrend die Nationalen Geistigen RŠte mit der prompten Hilfe der Kontinentalen
Berater den in dieser kurzen Zeitspanne einzuschlagenden Kurs festlegen, befa§t sich das
Weltzentrum mit der Abstimmung vielschichtiger TŠtigkeiten auf dem ganzen Planeten
und gibt, nachdem die Bah‡'’-Weltgemeinschaft immer tiefer in den Umgang mit Welt-
problemen einbezogen wird, weitere Anweisungen zu den auswŠrtigen Angelegenheiten
des Glaubens. Gleichzeitig werden die riesenhaften Bauvorhaben an Gottes heiligem
Berg ohne Hast fortgefŸhrt, sind sie doch Teil eines Prozesses, den Shoghi Effendi mit
zwei ebenso wichtigen Entwicklungen zusammenfallen sah: mit der Errichtung des Ge-
ringeren Friedens und der Entwicklung der nationalen und šrtlichen Bah‡'’-Institutionen.
Zum Ende des Planes werden alle verbleibenden Bauphasen der Berg-Karmel-Projekte in
Angriff genommen sein; die Rohbauten des Internationalen Lehrzentrums, des Zentrums
fŸr das Studium der heiligen Texte und der Erweiterung des Internationalen Archivs wer-
den ausgefŸhrt sein; sieben Terrassen unterhalb des Schreins des B‡b sind dann fertigge-
stellt.
Der dramatisch ausgeweitete Arbeitsumfang der Sache Gottes und die wŠhrend die-
ses neuen Planes erwarteten Entwicklungen erfordern materielle Mittel. Eine Zeitlang
waren sie unzureichend, obwohl erheblich grš§ere BeitrŠge zu den Bah‡'’-Fonds geleistet
wurden. Die aus vielen Weltteilen berichtete Wirtschaftskrise scheint sich zu verschlim-
mern, aber letztlich kann die Menschheit weder ihre wirtschaftlichen noch ihre anderen
drŠngenden Probleme lšsen, ehe die Nationen und Všlker der Sache Bah‡'u'll‡hs die nš-
tige Beachtung schenken und ehe diese Sache von ihren Ÿberzeugten AnhŠngern die an-
gemessene materielle UnterstŸtzung erfŠhrt. Mšgen die Freunde Ÿberall, gemeinsam mit
ihren Bah‡'’-Institutionen und einzeln fŸr sich, unbeirrt von den die Nationen heimsu-
chenden Ungewi§heiten, Gefahren und finanziellen EngpŠssen, abwŠgen, was jeder ein-
zelne und alle zusammen zu tun haben, um ihrer unausweichlichen, geheiligten Pflicht
nachzukommen.
Unser Appell um sofortige, verdoppelte und nachhaltige TŠtigkeit unter allen Aspek-
ten des Planes richtet sich in erster Linie an den einzelnen GlŠubigen an jedem Ort, tragen
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
22
doch jeder und jede in sich selbst das rechte Ma§ an derjenigen Initiative, die fŸr den Er-
folg jedes weltumspannenden Bah‡'’-Vorhabens die GewŠhr bietet. Von ihm und von ihr
hŠngt, wie unser geliebter HŸter klar zum Ausdruck bringt, "letztenendes das Schicksal
der ganzen Gemeinde ab"1 Leicht werden die Ziele des Dreijahresplanes nicht zu gewin-
nen sein, aber sie mŸssen gro§artig erreicht werden, welches Opfer auch immer vonnšten
sei. Die einzelnen Bah‡'’ und die Geistigen RŠte sollten sich deshalb unverzŸglich diesen
Planzielen zuwenden, damit die Probleme der Menschheit nicht ungezŸgelt in den Him-
mel wachsen oder eine interne Krise aufkommt und uns bremst. Lassen Sie uns immer
bewu§t sein, da§ wir unsere Siege durch Leid und PrŸfungen erringen. Wir verwandeln
eine Krise in einen Fortschritt, wenn wir die sich bietende Gelegenheit beim Schopf pa-
cken, indem wir die Anwendbarkeit und die gewinnende Kraft unserer GrundsŠtze unter
Beweis stellen. Auf der Woge des Fortschritts der Sache Gottes haben sich Krise und Sieg
immer abgelšst und als die Haupterzeugnisse dieses Fortschritts erwiesen. WŠhrend wir
die Triumphe des Heiligen Jahres auskosten, wollen wir nicht vergessen, wie real diese
immer wiederkehrende Erfahrung ist. Wir wollen uns auch bewu§t sein, da§ unsere Seg-
nungen unseren Herausforderungen entsprechen, wie es unsere ruhmreiche Geschichte
wiederholt gezeigt hat.
Liebe Freunde, seien Sie nicht verzweifelt oder verschreckt! Schšpfen Sie Mut aus
der Sicherheit von Gottes Gesetz und Gebot! Jetzt sind die dunkelsten Stunden vor dem
Morgengrauen. Der verhei§ene Friede wird kommen, wenn die Nacht vorŸber ist. DrŠn-
gen Sie voran, dem DŠmmerlicht entgegen!
Mai 93
Ergebenheit der deutschen Bah‡'’-Gemeinde
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland
Mit Freude lasen wir die zu Herzen gehende Botschaft von Ihrer 63. Nationaltagung.
Wir sind hšchst erfreut, von Ihrer gut besuchten Versammlung und dem Geist neu beleb-
ter Dienstbarkeit in Ihren Beratungen zu erfahren. Stets sind wir dankbar fŸr die stand-
hafte Ergebenheit der deutschen Bah‡'’-Gemeinde in der Sache Bah‡'u'll‡hs, die sich auf
bewundernswerte Weise in der lobenswerten UnterstŸtzung der Bah‡'’-Fonds auf der Na-
tionaltagung zeigt. Seien Sie unserer stŠndigen Gebete an den Heiligen Schreinen versi-
chert, da§ Sie durch glorreiche Leistungen im gegenwŠrtigen Plan das Wohlgefallen Ihres
Herrn gewinnen mšgen.
Universales Haus der Gerechtigkeit
9. Mai 1993
1. Brief vom 28. Juli 1954, in Citadel of Faith. Messages to America 1947-1957, Wilmette 1980,
p.130
19. Mai 1993 Anerkennung fŸr den Dreijahresplan der deutschen Bah‡'’-Gemeinde
23
Anwendbarkeit der Gesetze des Kit‡b-i-Aqdas
Liebe Bah‡'’-Freunde,
in der Einleitung zur englischen †bersetzung des Kit‡b-i-Aqdas wird festgestellt, da§
ihre Veršffentlichung nicht die Zahl der Gesetze erhšht, die fŸr die Bah‡'’ bindend sind.
Als Hilfestellung fŸr diejenigen Freunde, die kein klares VerstŠndnis dieser Fragen haben
mšgen, wurden wir vom Universalen Haus der Gerechtigkeit gebeten, Ihnen die beige-
fŸgte Kopie eines Briefes zu Ÿbersenden, den es am 9. Juni 1974 an den Nationalen Geis-
tigen Rat der Bah‡'’ in Island geschrieben hat, um diejenigen Gesetze zu benennen, die
damals nicht weltweit anwendbar waren. Das Gesetz des Huqœqu'll‡h wurde zu Ridv‡n
1992 weltweit gŸltig. Zu gegebener Zeit wird das Universale Haus der Gerechtigkeit wei-
tere Anwendungen der Gesetze bekanntgeben, wenn die Freunde die Gelegenheit hatten,
sich mit dem Heiligsten Buch vertraut zu machen, und wenn dies angebracht ist.
Die Nationalen Geistigen RŠte werden gebeten, diesen Brief und seine Anlagen den
Freunden ihres Jurisdiktionsbereichs bekanntzugeben.
Mit liebevollen Bah‡'’-GrŸ§en, Sekretariatsabteilung des Universalen Hauses der Ge-
rechtigkeit
19. Mai 1993
Anerkennung fŸr den Dreijahresplan der deutschen Bah‡'’-Gemeinde
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland Liebe Bah‡'’-Freunde,
wir waren hšchst erfreut, die Ziele zu erhalten, die Sie fŸr die deutsche Bah‡'’-Gemeinde
fŸr den Dreijahresplanes aufgestellt haben und die per Fax mit Ihrem Brief vom 29. MŠrz
1993 Ÿbersandt wurden, und drŸcken Ihnen unsere herzliche Anerkennung fŸr diesen gut
durchdachten Bericht aus, dem Sie ganz offensichtlich viel Zeit und Aufmerksamkeit ge-
widmet haben.
Die PrŠambel Ihres Planes spiegelt die beeindruckende Reife Ihres Nationalen Geis-
tigen Rates wider, der in Ihrer Region viele Jahre hindurch unschŠtzbare Dienste fŸr die
Sache Bah‡'u'll‡hs geleistet hat. Ihr starkes Bewu§tsein fŸr die drŠngenden Fragen der
Zeit, Ÿber Bereiche, auf die Ihre Energien und die der deutschen GlŠubigen gerichtet wer-
den sollten, und fŸr die Erfordernisse der FlexibilitŠt im Verlaufe des Planes sind ein gu-
tes Vorzeichen fŸr dessen gro§artigen Erfolg. Ein weiterer SchlŸsselfaktor wird das
Ausma§ sein, in dem Ihr Nationaler Rat in der Lage ist, engere Bande zu den Institutionen
und Einzelnen in Ihrer Gemeinde zu fšrdern, grŸndlich vertraut zu werden mit Ihren viel-
gestaltigen Gemeinden und die enormen FŠhigkeiten, die in den GlŠubigen ruhen, ans
Licht zu bringen, um den Fortschritt des Glaubens in Deutschland und im Ausland deut-
lich zu beeinflussen.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
24
Wir vertrauen darauf, da§ Sie nun Ihr Augenmerk darauf richten, wie der Fortschritt
im Verlaufe des Planes am besten gesteuert und das Interesse und die Begeisterung der
GlŠubigen wachgehalten werden kšnnen. RegelmŠ§ige TŠtigkeitsberichte, die das Er-
reichte hervorheben und spezielle Ziele, welche Aufmerksamkeit erfordern, besonders
betonen, werden in diesem Proze§ zweifellos hilfreich sein.
Ihre gro§zŸgige Zusage, Pioniere und Reiselehrer fŸr verschiedene LŠnder bereitzu-
stellen, wie in Ihrem Brief vom 8. Februar 1993 Ÿbermittelt, wurde mit WertschŠtzung
entgegengenommen. Alle Ziele zur internationalen Zusammenarbeit werden zu gegebe-
ner Zeit sorgfŠltig beraten werden, sobald wir von anderen Nationalen RŠten gehšrt ha-
ben.
Es ist unsere sehnsŸchtige Hoffnung, da§ die drei kommenden Jahre Zeuge von geis-
tigen Siegen in Deutschland sein werden, die Ihre hšchsten Erwartungen Ÿbersteigen.
Seien sie versichert, da§ unsere fortgesetzten Gebete Ihre geliebte Gemeinde begleiten
werden, wŠhrend Sie auf dem Pfade des Dienstes der Sache, die Sie so sehr schŠtzen, vor-
wŠrts drŠngen.
Mit liebevollen Bah‡'’-GrŸ§en, Das Universale Haus der Gerechtigkeit
20. Mai 1993
E-Mail an den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland
Das Universale Haus der Gerechtigkeit war berŸhrt von Ihrer enthusiastischen Reaktion
auf die dringenden finanziellen BedŸrfnisse der Bogen-Projekte, wie sie in Ihrem Brief
vom 17. Mai 1993 Ÿbermittelt wurde, und es spricht Ihnen seine tiefempfundene Dank-
barkeit fŸr Ihren gro§zŸgigen ersten Beitrag hierzu aus.
Seien Sie der Gebete des Hauses der Gerechtigkeit versichert fŸr eine fruchtbare und
erhebende Nationaltagung und da§ Ihre BemŸhungen, unter den deutschen Freunden eine
beispiellose UnterstŸtzung fŸr die Fonds des Glaubens zu wecken, Ÿberreiche Segnungen
auf Ihre Gemeinde ziehen mšgen.
Sekretariatsabteilung
25. Juni 1993
Stellvertretender Premierminister berŠt mit dem Universalen Haus
der Gerechtigkeit
(An) alle Nationalen Geistigen RŠte
(Wir sind) erfreut, die Freunde (vom) Besuch (des) stellvertretenden Premierministers
(von) Papua Neu Guinea, Sir Julius Chan, in Begleitung von Lady Chan (am) Bah‡'’-
Weltzentrum am 12. Juni 1993 wŠhrend (eines) offiziellen Besuches (in) Israel zu unter-
27. Juni 1993 An die AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs in aller Welt
25
richten.
(Es ist) sehr bedeutsam, da§ (das) Universale Haus der Gerechtigkeit mit Sir Julius
Chan in Erwiderung seiner Bitte um Beratung Ÿber (die) kŸnftige Rolle Papua Neu Gui-
neas als emporstrebender Nation und Ÿber (das) Schicksal (der) pazifischen Region zu-
sammentraf.
(Das im) Beratungszimmer sattgefundene Treffen konzentrierte sich (auf die) FŠhig-
keit (der) pazifischen Nationen, (ein) Beispiel (fŸr) Einigkeit (und) gegenseitige Zusam-
menarbeit (zu) geben. Sir Julius drŸckte (seine) WertschŠtzung (fŸr die) Leistungen (der)
Bah‡'’-Gemeinde und (seine) Bewunderung (fŸr das) Bah‡'’-Konzept (zur) persšnlichen
(und) gesellschaftlichen Wandlung aus.
(Das) Zusammentreffen mit Sir Julius Chan, (das den) frŸheren Begegnungen (mit
dem) Premierminister (der) Cook-Inseln und (dem) PrŠsidenten (der) Marshall-Inseln
folgte, (war ein) weiterer Beweis (fŸr die) bemerkenswerte Reaktion (der) pazifischen
FŸhrer (auf die) Prinzipien (des) Bah‡'’-Glaubens (und ein) Vorbote fŸr eine kŸnftige An-
wendung (der) Verordnungen (des) gšttlichen Arztes (zur) Heilung (der) mannigfachen
Krankheiten (der) Menschheit durch (die) StaatsmŠnner (der) Welt.
(Das) Universale Haus der Gerechtigkeit
27. Juni 1993
An die AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs in aller Welt
(Wir sind) hoch erfreut, (einen) bedeutenden Fortschritt (der) Projekte (am) Berg Carmel
bekanntzugeben: (die) Freigabe (der) Auftragspapiere an (die) Baufirma fŸr (die) Errich-
tung (des) Zentrums des Studiums der Texte. (Die) Entwicklung (der) Terrassen geht
ebenfalls rasch voran.
Jetzt (ist ein) Opfer (der) Freunde in allen LŠndern erforderlich (durch die) Spende
(von) 74 Millionen Dollar (fŸr die) Projekte (am) Bogen wŠhrend (des) Drei-Jahres-Pla-
nes, (um den) ununterbrochenen Fortgang (des) schnell voranschreitenden Baus (zu) si-
chern.
(Das) Universale Haus der Gerechtigkeit
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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27. Juni 1993
An die AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs in aller Welt
Mit Freude berichtet das Universale Haus der Gerechtigkeit von einem gro§en Schritt im
Berg-Karmel-Projekt. Die empfindlichen Dokumente wurden den AusfŸhrenden des
Bauunternehmens fŸr die Errichtung des Zentrums fŸr das Studium der Heiligen Schrif-
ten Ÿbergeben. Der Bau der Terrassen schreitet ebenfalls rasch voran. Von den Freunden
auf der ganzen Welt werden jetzt mit Opfern verbundene Anstrengungen benštigt, um die
im 3-Jahresplan vorgesehenen 74 Millionen Dollar fŸr den Bogen zu spenden und damit
den ungebrochenen Fortschritt der beschleunigt durchgefŸhrten Bauarbeiten zu sichern.
Telegramm des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
Juni 93
Gemeinsame Sitzung mit HŠnden der Sache Gottes und dem Interna-
tionalen Lehrzentrum
An die Bah‡'’ der Welt Herzlich geliebte Freunde!
Schon bald nach den begeisternden Ereignissen der siebten Internationalen Tagung und
der anschlie§enden Konferenz der Berater waren die ersten Wochen des Drei-Jahres-Pla-
nes von einem weiteren bedeutenden Ereignis gekennzeichnet. Am Sonnabendmorgen,
dem 5. Juni, begaben sich die Mitglieder des Universalen Hauses der Gerechtigkeit zu-
sammen mit den HŠnden der Sache Gottes `Al’ Akbar Furœtan und `Al’-Muhammad Var-
q‡ und allen neun Berater-Mitgliedern des Internationalen Lehrzentrums nach Bahj’ und
schritten zum Schrein Bah‡'u'll‡hs, um dort als erste Handlung des neu ernannten Lehr-
zentrums Gebete zu verrichten. In dem von Shoghi Effendi benutzten Raum des Land-
hauses von Bahji hielten dann alle eine erste Versammlung ab und erinnerten sich der
zahlreichen geschichtlichen BezŸge jenes gesegneten Ortes.
Gemeinsame Beratungen wurden am Nachmittag des gleichen Tages im Beratungs-
zimmer des Universalen Hauses der Gerechtigkeit fortgesetzt, wobei die Aufgaben unter-
sucht wurden, denen das Internationale Lehrzentrum jetzt, da die Welt die kritischen
Jahre am Ende des 20. Jahrhunderts durchschreitet, gegenŸbersteht.
In den fŸnf Jahren seit dem Mai 1988, als in Bezug auf die Aufgabenstellung des In-
ternationalen Lehrzentrums weitreichende Entscheidungen getroffen und die Zahl seiner
Beratermitglieder erstmals auf neun erhšht wurde, hat diese Institution ihre FŠhigkeiten
und ihre Bereitschaft, ein breites Spektrum an Ÿbertragener Verantwortung zu Ÿberneh-
men, zur GenŸge unter Beweis gestellt.
Die Klarstellungen zu verschiedenen Verfahren der Lehrarbeit, die das Lehrzentrum
herausgegeben hat, seine Hinweise auf potentiell fruchtbare Methoden und Bereiche des
BemŸhens und die Zusammenarbeit der Berater mit den Nationalen Geistigen RŠten bei
Juni 93 Gemeinsame Sitzung mit HŠnden der Sache Gottes und dem Internationalen Lehrzentrum
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der Formulierung ihrer Ziele fŸr den Drei-Jahres-Plan haben unerme§lich zur Vertiefung
des VerstŠndnisses des einzelnen GlŠubigen, zum Lehren, Begeistern und zur ErklŠrung
von Kindern und Jugendlichen, zur Konsolidierung wachsender Gemeinden, zur Festi-
gung ihrer Institutionen und unermŸdlich zu immer weiterer Ausbreitung des Glaubens
beigetragen.
Die ehemaligen Aufgaben des Lehrzentrums in Bezug auf die Ausarbeitung von PlŠnen,
die uns dann zur Zustimmung vorgelegt wurden, haben eine €nderung erfahren, da diese
Planung auf die Nationalen Geistigen RŠte Ÿbergegangen ist, was ein Kennzeichen der vier-
ten Epoche des Gestaltenden Zeitalters bildet. Wir waren au§erordentlich beeindruckt von
der FŸhrung, die es den Kontinentalen Beratern gegeben hat, damit diese die Beratung auf
šrtlicher und nationaler Ebene in den Institutionen und unter den GlŠubigen fšrdern, was
zur Einleitung und FortfŸhrung von Wachstumsprozessen der Bah‡'’-Gemeinde gefŸhrt hat.
Wir sehen der Fortsetzung und Ausweitung dieser Zusammenarbeit entgegen.
Die Verantwortung der Kontinentalen BeraterŠmter unter der FŸhrung des Internati-
onalen Lehrzentrums fŸr den Schutz des Glaubens wird in den nŠchsten Jahren unzwei-
felhaft grš§ere Bedeutung gewinnen. Sie werden die Nationalen und …rtlichen Geistigen
RŠte nicht nur ermutigen und ihnen Hilfe gewŠhren, wenn es um Fragen nach dem Glau-
ben seitens interessierter Nicht-Bah‡'’ geht, sondern auch, wenn man Angriffen Šu§erer
Gegner entgegentreten mu§.
FŸr ein gesundes Wachstum der Bah‡'’-Gemeinden, fŸr ihre Konsolidierung und ih-
ren Schutz ist das Studium des Glaubens ein entscheidender Bestandteil. Dazu gehšrt ein
systematisches Studium der Heiligen Schriften des Glaubens, seiner Geschichte, seiner
Beziehung zu den verschiedensten Denksystemen und die Anwendung seiner Lehren auf
das geistige und materielle Leben der Gesellschaft. Das Internationale Lehrzentrum wird
entscheidend zum Fortschritt solcher Studien beitragen.
Bei der Herstellung und Verbreitung von Bah‡'’-Literatur, die fŸr die Verbreitung und
Konsolidierung der Sache Gottes so wichtig ist, hat die Hilfe der Berater an die Nationa-
len RŠte durch den Literatur-UnterstŸtzungsfonds und besonders das grundsŠtzliche Li-
teraturkonzept des Internationalen Lehrzentrums zu einem deutlichen Aufschwung
gefŸhrt. Wir sind zuversichtlich, da§ sich diese BemŸhungen in den nŠchsten Jahren noch
verstŠrken werden.
Der Strom der Pioniere und Reiselehrer hat durch die Entwicklung der Kontinentalen
PionierausschŸsse unter der €gide des Internationalen Lehrzentrums wie auch durch die
Ma§nahmen der Kontinentalen Berater und Nationalen RŠte deutlich zugenommen. Es ist
deutlich geworden, da§ durch das Wachstum der Bah‡'’-Welt und die zunehmende Mo-
bilitŠt der Freunde fŸr die Beratung und Lenkung der Pioniere neue Methoden erforder-
lich sind. Der Pionieraufruf fŸr den Drei-Jahres-Plan erfolgt daher in anderer Form, als es
die Freunde bisher gewohnt waren und wird es ermšglichen - so nehmen wir zuversicht-
lich an -, da§ die Energien und die Ergebenheit der Freunde sehr viel ergebnisreicher ge-
nutzt werden kšnnen.
Alle genannten Bereiche gehšrten zu den Beratungspunkten zwischen dem Universa-
len Haus der Gerechtigkeit und dem Internationalen Lehrzentrum bei ihrer Begegnung
am 5. Juni sowie einem weiteren Treffen gegen Ende der intensiven Beratungsperiode des
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
28
Internationalen Lehrzentrums allein. Die fŸnf noch im Ausland wohnenden Mitglieder
sind dabei, ihren Wohnsitz ins Heilige Land zu verlegen.
Es ist unser inniges Gebet an der Heiligen Schwelle, da§ diese Entwicklungen den
BemŸhungen der einzelnen GlŠubigen und ihrer Institutionen in der ganzen Welt neuen
Schwung verleihen und die fŸr die Verwirklichung des Drei-Jahres-Planes so eifrig be-
gonnene Arbeit beschleunigen werden.
Mit liebevollen Bah‡'’ GrŸ§en, Das Universale Haus der Gerechtigkeit
August 93
Echo auf den Besuch von Adib Taherzadeh in Langenhain
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland
Im Namen des Universalen Hauses der Gerechtigkeit danken wir Ihnen fŸr Ihr Fax vom
16. August 1993 und mšchten unsere Freude zum Ausdruck bringen, da§ Herr Adib Ta-
herzadeh so viele der deutschen Freunde auf der Versammlung in Langenhain treffen
konnte. Seine Worte werden Ihnen ohne Zweifel einen Sinn fŸr die zur jetzigen Stunde
so dringlichen Aufgaben vermittelt haben. Seien Sie versichert, da§ das Universale Haus
der Gerechtigkeit an den Heiligen Schreinen fŸr die gšttliche BestŠtigung bei den BemŸ-
hungen der herzlich geliebten AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs in Deutschland, das Banner Seines
Glaubens in diesem Land zu errichten, beten wird.
Sekretariatsabteilung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
31. Oktober 1993
PrioritŠten der verschiedenen Bah‡'’-Fondsaus
Die Vollendung der Projekte am Berg Karmel ist unsere dringlichste Aufgabe
An alle Nationalen Geistigen RŠte Liebe Bah‡'’-Freunde,
das Universale Haus der Gerechtigkeit ist darauf aufmerksam geworden, da§ es fŸr die
GlŠubigen von Nutzen sein kšnnte, die unterschiedlichen PrioritŠten der verschiedenen
Fonds des Glaubens abermals zu erlŠutern, da jedes Mi§verstŠndnis in diesem Zusam-
menhang sie davon abhalten kšnnte, ihren Wunsch zu erfŸllen, die Arbeit der Sache zu
unterstŸtzen.
Die Festlegung von PrioritŠten hŠngt von zahlreichen Faktoren ab, die sowohl die Sa-
che als Ganzes wie auch den Einzelnen unter seinen oder ihren Bedingungen betreffen.
Soweit es die Sache angeht, so mu§ die ganze Arbeit stetig weitergehen. SŠmtliche
Fonds mŸssen unterstŸtzt werden, und zwar unmittelbar durch die GlŠubigen, aber auch
31. Oktober 1993 PrioritŠten der verschiedenen Bah‡'’-Fondsaus
29
durch BeitrŠge der Bah‡'’-Institutionen von einem Fonds zum anderen, die allerdings die
Spenden der Freunde, die Quelle des Lebensblutes des Glaubens, nicht ersetzen.
Die Beachtung der BedŸrfnisse der Fonds auf der Ebene des Einzelnen entspricht den
GrundsŠtzen, nach denen mehrfache Bindungen abgestimmt werden kšnnen. Die erste
Bindung eines Bah‡'’ besteht gegenŸber der ganzen Menschheit, da der Nutzen des Teils
am besten durch das Wohlergehen des Ganzen erreicht wird. Doch diese grš§te LoyalitŠt
zerstšrt keineswegs die demgegenŸber geringeren Bindungen der Liebe zum eigenen
Land, zur Heimat und zur eigenen Familie. Sie alle begrŸnden ein Netzwerk untereinan-
der abhŠngiger und gegenseiEinweihung des Hauses der Andacht am 10. November 1989
in der Stadthalle in Hofheim (vgl. Bericht in den BN vom Dezember 1989) sandte das
Universale Haus der Gerechtigkeit am 19.11.1989 folgende Botschaft an den Nationalen
Geistigen Rat:
"Unsere Herzen sind Ÿber den Bericht von dem au§ergewšhnlichen Festakt am 10
November 1989 in Hofheim sehr erfreut. Die inspirierenden Worte von Herrn Rolf Felix,
dem BŸrgermeister von Hofheim, und von Herrn Teuto Rocholl, dem geschŠtzten Archi-
tekten des Tempels, wie auch dtig sich befruchtender Bindungen. Genauso ist die Bezie-
hung des einzelnen GlŠubigen zum Internationalen, Kontinentalen, Nationalen und
…rtlichen Fonds zu sehen.
Der Einzelne wird die PrioritŠten der Arbeit der Sache als Ganzes gewi§ berŸcksich-
tigen, obwohl die Festlegung solcher Rangfolgen beim Spenden eine persšnliche Ange-
legenheit darstellt.
Die Gelegenheiten und Herausforderungen sind derzeit fŸr die Bah‡'’-Gemeinde auf
allen Gebieten ihrer AktivitŠten und in jedem Teil unseres Globus' gro§ und wachsend.
Sie alle mŸssen zu einem gewissen Grad erfŸllt werden. Doch die herausforderndste und
dringlichste ist die Vollendung der Projekte am Berge Karmel - die Terrassen am Schrein
des B‡b und der Bau dreier neuer GebŠude des administrativen Zentrums der Sache. Die-
ses gro§e Unternehmen ist ein integraler Bestandteil des Gšttlichen Planes fŸr die Ent-
wicklung der Sache. Es ist ein Element der weitreichenden €nderungen, die die
Menschheit am Ausgang des zwanzigsten Jahrhunderts erfŠhrt. Zwar klein im Vergleich
zu den meisten Projekten von Regierungen und internationalen Einrichtungen, gleich-
wohl eine Herausforderung fŸr die Bah‡'’-Gemeinde - eine Herausforderung, die trotz-
dem gut innerhalb unserer Mšglichkeiten liegt. Und die Zeit fŸr die Vollendung dieser
Projekte ist jetzt.
Die vereinten BemŸhungen der Bah‡'’ in jedem Land werden nicht nur die materiel-
len Mittel zur Fertigstellung der Projekte am Berge Karmel erbringen, sondern auch gštt-
liche BestŠtigungen fŸr unsere Arbeit heranziehen. Es ist unausweichlich, da§ ein
Gro§teil der Gelder angesichts eines Projektes dieser Grš§enordnung von jenen Bah‡'’
kommt, die mit Wohlstand gesegnet sind, gleich ob dies in moderatem Umfang geschieht
oder in betrŠchtlichem Ausma§. Der Betrag von 74 Millionen US-Dollar, fŸr den inner-
halb des Dreijahresplanes aufgerufen wird, ist eine Summe, die fŸr viele Freunde schwie-
rig vorzustellen ist. Einige haben geschrieben, um Wege vorzuschlagen, einen derartigen
Betrag zu handhaben. Jemand schlug vor, die Summe in Einheiten aufzuteilen. So kann
man, um sich den Gesamtbetrag vorzustellen, eine Aufteilung in etwas mehr als 8.000
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
30
Einheiten zu jeweils 9.000 US-Dollar vornehmen. Einzelne GlŠubige, die Mittel zur Ver-
fŸgung haben, kšnnten dies als Ma§stab nehmen, um zu entscheiden, ob sie unter Opfern
in der Lage sind, eine oder mehrere dieser Einheiten zu 9.000 US-Dollar jetzt zu geben.
…rtliche Gemeinden oder Gruppen kšnnten sich gemeinsame Ziele auf der Grundlage
solcher Einheiten setzen. Dies wird hilfreich sein, doch Spenden in jeder Hšhe werden
weiterhin einen lebenswichtigen Anteil am Strom der Mittel haben, um diese historische
Unternehmung zu vollenden.
Mit herzlichen Bah‡'’-GrŸ§en, (Sekretariatsabteilung)
26. November 1993
Sieben neue Nationale und Regionale Geistige RŠte
Schreiben aus dem Bah‡'’-Weltzentrum an alle Nationalen Geistigen RŠte / Vom
Liebe Bah‡'’-Freunde,
der wachsende Impuls, der jetzt durch andauernde Lehrerfolge insbesondere in erst jŸngst
dem Glauben erschlossenen LŠndern zu beobachten ist, drŠngt uns dazu, bekanntzuge-
ben, da§ die Situation sich so entwickelt hat, da§ am nŠchsten Ridv‡n-Fest sieben neue
Nationale und Regionale Geistige RŠte gebildet werden kšnnen.
Die meisten neuen RŠte werden in Asien gegrŸndet: der Nationale Geistige Rat von
Kambodscha, mit Sitz in Phnom Penh; Kasachstan, mit Sitz in Alma-Ata; Kirgisistan, mit
Sitz in Bischkek; Mongolei, mit Sitz in Ulaan Baatar; Tadjikistan, mit Sitz in Duschanbe;
Usbekistan, mit Sitz in Taschkent; in Europa wird der Regionale Geistige Rat von Slowe-
nien und Kroatien, mit Sitz in Ljubljana gebildet. Der Regionale Geistige Rat von Zen-
tralasien entwickelt sich zum Nationalen Geistigen Rat von Turkmenistan, mit Sitz in
Ashkhabad.
Mit diesen Nachrichten drŸcken wir unsere dringliche Hoffnung aus, da§ die AnhŠn-
ger Bah‡'u'll‡hs in der ganzen Welt - ermutigt nicht nur durch die HŠufung neuer Siege,
sondern auch besonders durch die Lehrgelegenheiten, die sich als Ergebnis zŸgelloser so-
zialer Unordnung tŠglich vervielfachen - ihre KrŠfte auf die rasche und entschlossene
Verbreitung der erlšsenden Botschaft Bah‡'u'll‡hs konzentrieren. Mšgen sie stets Mut
und StŠrke von den offenbaren BestŠtigungen der Gesegneten Schšnheit gewinnen.
Mit herzlichen Bah‡'’-GrŸ§en, Das Universale Haus der Gerechtigkeit
2. Dezember 1993 Freude Ÿber Wiederbildung des Geistigen Rates in Leipzig
31
2. Dezember 1993
Freude Ÿber Wiederbildung des Geistigen Rates in Leipzig
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland
Das Universale Haus der Gerechtigkeit teilt mit Ihnen Ihre Freude Ÿber die Wiederbil-
dung des šrtlichen Geistigen Rates von Leipzig. †bermitteln Sie den Ratsmitgliedern bit-
te unsere herzlichen GlŸckwŸnsche und versichern Sie sie, da§ das Universale Haus an
den Heiligen Schreinen in ihrem Namen darum beten wird, da§ Bah‡'u'll‡h sie bei ihrem
neuen und herausfordernden Dienst an der Sache fŸhren und ihnen beistehen mšge. Das
Haus der Gerechtigkeit wird auch darum beten, da§ diese wiedergeborene Institution der
Neuen Weltordnung siegreich in ihrem BemŸhen sein wird, die Gemeinde des Grš§ten
Namens in dieser Region aufzubauen.
Sekretariatsabteilung
24. Dezember 1993
An alle Nationalen Geistigen RŠte
Liebe Bah‡'i-Freunde,
Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu kšnnen, da§ am 19. Dezember 1993 der Generalver-
trag fŸr den Bau des Zentrums fŸr das Studium der Heiligen Schriften sowie die Erwei-
terungsbauten des Archivs abgeschlossen wurde. Nun kann kann sofort damit begonnen
werden, die weiteren Vertragspartner fŸr die elektrischen Anlagen, Installationen, AufzŸ-
ge, Klimaanlagen und, spŠter, fŸr den Verputz auszusuchen.
Die Arbeiten sind im Gange.
Wir beten zu Bah‡'u'll‡h um BestŠtigung fŸr diesen historischen Schritt.
Mit liebevollen Bah‡'i-GrŸ§en, Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Botschaften und Briefe
des Jahres 1994
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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1. MŠrz 1994
Neue Richtlinien fŸr die Anmeldung zur Pilgerreise
Brief des BŸros fŸr Pilgerreisen am Bah‡'’-Weltzentrum an alle Bah‡'’
Liebe Bah‡'’-Freunde!
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat uns gebeten, Ihnen mitzuteilen, da§ am
Bah‡'’-Weltzentrum ein neues Organisationssystem fŸr die Vergabe von Pilgerreisen ein-
gerichtet wurde. Dies geschah, um das Verfahren durch den Einsatz von Computern zu
vereinfachen und in der Vergangenheit aufgetretene UnzulŠnglichkeiten zu Ÿberwinden.
Das Haus der Gerechtigkeit dankt den Freunden fŸr ihre Geduld und ihr VerstŠndnis im
vergangenen Jahr, wŠhrend das System entwickelt wurde.
Wie Sie aus frŸheren Mitteilungen an Ihren Nationalen Geistigen Rat vielleicht ent-
nommen haben, hat das Haus der Gerechtigkeit kŸrzlich neue Richtlinien fŸr AntrŠge auf
neuntŠgige Pilgerreisen eingefŸhrt. Das Verfahren zur Bearbeitung eines solchen Antrags
hat sich mit dem neuen System erheblich verŠndert. Die wesentlichen Richtlinien fŸr die
Pilgerreise sind im beigefŸgten Merkblatt aufgefŸhrt, und das Haus der Gerechtigkeit bit-
tet Sie, vor Einreichung eines Antrags auf Pilgerreise jeden Punkt sorgfŠltig zu studieren.
Die hier aufgefŸhrten VerŠnderungen betreffen nur die neuntŠgige Pilgerreise. AntrŠ-
ge auf einen Drei-Tage-Besuch am Bah‡'’-Weltzentrum oder andere Besuche in Israel
sind nach wie vor Ÿber Ihren Nationalen Geistigen Rat oder direkt an das Weltzentrum zu
richten.
Seit 1. MŠrz 1994 gilt das im folgenden genannte Verfahren fŸr den Antrag einer
neuntŠgigen Pilgerreise fŸr die Bah‡'’ aus der ganzen Welt.
1. Wenn Sie eine neuntŠgige Pilgerreise zum Bah‡'’-Weltzentrum machen mšchten,
mŸssen Sie dies schriftlich bei unserem BŸro beantragen, auch wenn ein solcher An-
trag bereits frŸher an uns oder an Ihren Nationalen Geistigen Rat gerichtet wurde. (Al-
le Briefe, die am Weltzentrum nach dem 1. MŠrz 1994 eingehen, werden nach diesem
neuen System bearbeitet und Sie erhalten von unserem BŸro umgehend eine BestŠti-
gung. Wenn Sie vor kurzem, aber vor dem 1. MŠrz 1994 an das Weltzentrum ge-
schrieben haben, mŸssen Sie uns noch einmal schreiben, damit Ihr Antrag nach dem
neuen System bearbeitet werden kann.)
Folgende Angaben mŸssen in Ihrem Schreiben enthalten sein:
a) Ihre vollstŠndige Postadresse.
b) Die vollstŠndigen Namen aller Familienangehšrigen, die teilnehmen mšchten (siehe
Merkblatt Punkt 6.)
c) Die Geburtsdaten jedes einzelnen im Antrag.
d) Die Bah‡'’-Mitgliedsnummer jedes einzelnen im Antrag.
e) Das Datum Ihres bereits laufenden Antrags auf Pilgerreise, falls zutreffend. Sie mŸs-
sen uns dann vor dem 31. Dezember 1994 schreiben, damit Sie gemŠ§ dem Datum
des laufenden Antrags auf die Warteliste fŸr eine Pilgerreise gesetzt werden kšnnen.
1. MŠrz 1994 Neue Richtlinien fŸr die Anmeldung zur Pilgerreise
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2. Sie erhalten eine EmpfangsbestŠtigung Ihres Antrags auf Pilgerreise. Obgleich es
noch zu frŸh ist, die Wartezeit zwischen dem Einreichen des Antrags und der Einla-
dung zur Pilgerreise ermitteln zu kšnnen, so wird sie doch voraussichtlich vier bis
fŸnf Jahre betragen. <M>Denken Sie bitte daran, da§ Sie in dieser Zeit dem BŸro fŸr
Pilgerreisen jede AdressenŠnderung mitteilen.
3. Wenn Ihr Name den Beginn der Warteliste erreicht hat, erhalten Sie einen Brief mit
der Mitteilung, da§ Sie fŸr eine Pilgerreise vorgesehen sind. Zusammen mit dem
Brief erhalten Sie ein Antragsformular, mit dem Sie um weitere Angaben gebeten
werden. Gleichzeitig erhalten Sie fŸr einen Zeitraum von sechs Monaten eine Reihe
von Terminen, aus denen Sie die von Ihnen bevorzugten angeben kšnnen.
4. Sie mŸssen das Antragsformular ausgefŸllt innerhalb von drei Monaten an unser BŸro
zurŸckschicken, wobei Sie die bevorzugten Termine angeben. Achtung: Es ist wich-
tig, da§ GlŠubige, die zusammen auf Pilgerreise kommen wollen, sich dann abstim-
men und die gleichen Termine angeben. (vgl. Merkblatt Punkt 10.) Die tatsŠchliche
Zuteilung erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs; daher empfehlen wir, den Antrag
schnellstmšglich zurŸckzuschicken.
5. Unser BŸro schickt Ihnen dann eine Einladung.
6. Sie kšnnen dann den Ihnen angebotenen Pilgertermin annehmen oder ablehnen.
7. Sie kommen zu dem Ihnen zugeteilten Termin zur Pilgerreise an das Bah‡'’-Weltzen-
trum.
Wie Sie sich vorstellen kšnnen, hat sich durch den Fortschritt der Sache Gottes die
Zahl der GlŠubigen, die um eine Pilgerreise ins Heilige Land nachsuchen, drastisch er-
hšht, was die zeitliche Einteilung der Pilgerreisen zu einer hšchst komplexen Angelegen-
heit macht. Aus diesem Grunde hat das Universale Haus der Gerechtigkeit festgelegt, da§
es nicht mehr mšglich ist, Bitten um kurzfristige Einladungen zu berŸcksichtigen; alle
GlŠubigen mŸssen darauf warten, bis sie entsprechend dem Eingang ihres Antrags auf
Pilgerreise an der Reihe sind. Zwar hat das Haus der Gerechtigkeit VerstŠndnis fŸr dieje-
nigen, die aus persšnlichen GrŸnden um besondere Bevorzugung bitten, es ist aber der
Meinung, da§ Ausnahmen nicht angebracht sind. Das Datum fŸr die Pilgerreise einzelner
zu verschieben, indem man anderen einen Vorrang einrŠumt, unabhŠngig davon, wie ge-
rechtfertigt der Fall auch sein mag, wŠre nicht fair.
Eine Pilgerreise zum Bah‡'’-Weltzentrum ist eine einzigartige und heilige Erfahrung
im Leben eines GlŠubigen, und um diese erleben zu kšnnen, mŸssen viele Freunde Jahre
im voraus planen. Wir sind zuversichtlich, da§ das neue System diese Planungen sicher-
stellt, die Heiligkeit der Pilgerreise bewahrt und die zeitliche Einteilung erleichtert.
Merkblatt fŸr AntrŠge zur Pilgerreise
1. Die Pilgersaison dauert jedes Jahr von Ende Oktober bis zum Juli des folgenden Jah-
res; im August und September gibt es keine Pilgerreisen. Jede Pilgergruppe besteht
aus etwa 100 GlŠubigen.
2. Die Einteilung zur Pilgerreise erfolgt nach dem Eingangsdatum des Antrags.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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3. Der Briefwechsel bezŸglich eines Antrags auf Pilgerreise erfolgt direkt zwischen dem
einzelnen Pilger und dem Bah‡'’-Weltzentrum und nicht Ÿber den Nationalen Geisti-
gen Rat. Sie werden gebeten, mit dem Weltzentrum <M>nur schriftlich zu verkehren;
telefonische AntrŠge auf Pilgerreisen werden nicht entgegengenommen.
Die Kommunikation kann erfolgen: per Brief (P.O. Box 155, 31 001 Haifa), per Fax
(00972-4-358-507) oder per E-mail (Internet Adresse: pilsched@bwc.org)
4. Es mu§ ein Abstand von fŸnf Jahren seit der vorigen Pilgerreise eingehalten werden,
ehe man den Antrag auf die nŠchste Pilgerreise stellen kann. Wenn Sie also nach dem
MŠrz 1989 auf Pilgerreise waren, sollten Sie uns nicht schreiben, bevor nicht fŸnf
Jahre vergangen sind. Allerdings werden bereits ausgesprochene Einladungen an
Bah‡'’, die in den letzten fŸnf Jahren auf Pilgerreise waren, berŸcksichtigt.
5. GlŠubige dŸrfen ihren Platz auf der Warteliste nicht tauschen, ihn nicht an Freunde
oder Bekannte abgeben oder ihre Einladung einer anderen Person Ÿberlassen.
6. Familien, die auf dem Antrag angeben, da§ es sich um Eltern bzw. Stiefeltern und ihre
Kinder (unter 18 Jahre) handelt, kšnnen den Antrag stellen, als Familieneinheit zu
kommen und werden als solche gemeinsam eingeteilt. Kinder Ÿber 18 Jahre mŸssen
selbst einen Antrag auf Pilgerreise stellen. Wenn sie also zusammen mit anderen Mit-
gliedern ihrer Familie kommen wollen, mu§ ihr Antrag unbedingt gleichzeitig mit
dem ihrer Eltern gestellt werden, damit sie zur gleichen Zeit eingeteilt werden kšn-
nen. (vgl. Punkt 10 unten).
7. Eltern wird abgeraten, Kinder mitzubringen, die jŸnger als 10 Jahre sind. Wenn sie es
dennoch tun, sollten sie wissen, da§ Kinder vor ihrem neunten Geburtstag das Inter-
nationale ArchivgebŠude nicht besuchen dŸrfen. Eltern dŸrfen nicht BeschŠftigte am
Bah‡'’-Weltzentrum um Babysitterdienste bitten; sie mŸssen selbst Vorkehrungen fŸr
die Betreuung ihrer Kinder treffen.
8. Einzelne Antragsteller unter 18 Jahre dŸrfen nur auf Pilgerreise kommen, wenn sie
von einem Erwachsenen begleitet werden, der fŸr ihr Wohl und ihr Verhalten verant-
wortlich ist.
9. GlŠubige, die nicht im Besitz ihrer administrativen Rechte sind, dŸrfen nicht an einer
neuntŠgigen Pilgerreise teilnehmen.
10. Einzelne GlŠubige, die gemeinsam ins Heilige Land kommen wollen, sollten ihre An-
trŠge fŸr eine Pilgerreise zur gleichen Zeit einreichen. Sie werden zwar nicht als
Gruppe anerkannt, aber da ihr Antragsdatum dasselbe ist, ist die Wahrscheinlichkeit
gro§, da§ ihnen gleiche Termine zur Auswahl angeboten werden.
11. FrŸher vorhandene Mšglichkeiten, die es bei dem neuen System nicht mehr gibt:
a) GlŠubige, die sich zu einem kurzen Besuch im Heiligen Land aufhalten, kšnnen sich
einer Gruppe auf neuntŠgiger Pilgerreise nicht mehr anschlie§en, auch nicht, wenn
freie PlŠtze vorhanden sind.
b) Kurzfristige Einladungen fŸr eine Pilgerreise werden nicht mehr vergeben. Alle GlŠu-
bigen mŸssen die gesamte Zeit abwarten, bis ihr Name am Beginn der Warteliste er-
scheint, ehe sie fŸr eine Pilgerreise in Frage kommen.
c) Das Universale Haus der Gerechtigkeit bedauert, da§ es nicht mehr mšglich ist, Pil-
gerantrŠge von einzelnen GlŠubigen zu berŸcksichtigen, die aus persšnlichen GrŸn-
Ridv‡n-Botschaft 1994 Der SchlŸssel zum Erfolg ist der einzelne Bah‡'’
37
den frŸher als nach Ablauf der normalen Wartezeit eingeladen werden mšchten.
d) In der Vergangenheit haben Nationale Geistige RŠte Termine fŸr besondere Pilger-
gruppen, zum Beispiel Jugendliche, erbeten. Dabei lag die Verantwortung bei den
Nationalen Geistigen RŠten, diese Gruppen zu bilden. Diese Praxis ist vom Univer-
salen Haus der Gerechtigkeit zum Beginn der Pilgersaison 1993/94 aufgehoben wor-
den.
e) WŸnschen, zu einem bestimmten Pilgerreisedatum eingeladen zu werden, kann nicht
mehr entsprochen werden. Wenn GlŠubige das Heilige Land zu einer bestimmten Zeit
besuchen wollen, dŸrfen sie gerne einen Drei-Tage-Besuch beantragen.
Hinweis des Bah‡'’-Sekretariats:
Freunde, die bereits eine Einladung zu einem bestimmten Pilgertermin erhalten und
diesen dem Weltzentrum gegenŸber bestŠtigt haben, brauchen sich nicht erneut anzumel-
den. Die Zusage behŠlt ihre GŸltigkeit.
Ridv‡n-Botschaft 1994
Der SchlŸssel zum Erfolg ist der einzelne Bah‡'i?
Herzlich geliebte Freunde,
ein Jahr des Dreijahresplanes liegt jetzt hinter uns, ein Jahr, in dem die Wirren der Welt
in den Herzen und Gedanken sowohl Hoffnung als auch Furcht hervorriefen, Optimismus
wie Verzweiflung, Bewunderung fŸr menschlichen Mut und Scham Ÿber die Grausam-
keit, in die die Menschheit versinken kann. Die AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs streben inmitten
dieser Heimsuchungen nach vorne, mit einer klaren Vision und voll Zuversicht, den Rah-
men des Kšnigreichs Gottes aufbauend, die Gesellschaft mit neuem Geist belebend und
allen Všlkern die wiederbelebende Wirkung der gšttlichen Lehren aufzeigend.
Im Weltzentrum begann am 23. Mai (1993) ein neuer FŸnf-Jahres-Turnus der Mit-
gliedschaft im Internationalen Lehrzentrum. In unserer ersten gemeinsamen Sitzung be-
gr٤ten wir die zahlreichen Initiativen, die es in der vergangenen Amtsperiode ins Leben
rief, und drŠngten auf deren Fortentwicklung. Unter diesen Initiativen ist die FŸhrung he-
rausragend, die den Kontinentalen Beratern zur Fšrderung der Beratung auf šrtlicher und
nationaler Ebene und zwischen Institutionen und GlŠubigen vermittelt wurde. Dies fŸhrte
zur BegrŸndung und BestŠrkung des Wachstums der Bah‡'’-Gemeinde. Ebenso ist die
fortschreitende Verdeutlichung verschiedener AnsŠtze zur Lehrarbeit zu nennen. Diese
Aktionen fŸhrten im Laufe des Jahres zu einem grš§eren Schwung, der der Entwicklung
des Glaubens und seiner Institutionen durch die Berater, die Hilfsamtsmitglieder und de-
ren Assistenten gegeben wurde, was wiederum zur StŠrkung der Einsicht und Ermutigung
fŸhrte, die sie Nationalen und …rtlichen Geistigen RŠten und den GlŠubigen Ÿbermittel-
ten.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
38
Das wachsende Ansehen des Glaubens in den Augen der Welt und die Aufmerksam-
keit, die dies auf das Weltzentrum lenkt, untermauern die Bedeutung der Fertigstellung
der Terrassen am Schrein des B‡b und der GebŠude des administrativen Weltzentrums
der Sache Bah‡'u'll‡hs. Nach der Bekanntgabe des besonderen Aufrufs an die Bah‡'’ der
Welt, 74 Millionen Dollar wŠhrend des Dreijahresplanes fŸr dieses Projekt zu sammeln,
ist die Reaktion herzerwŠrmend gewesen. Es ist unsere innige Hoffnung, da§ die FortfŸh-
rung dieses Opfergeistes eine rasche ErfŸllung dieses Zieles ermšglichen, einen ununter-
brochenen Fortschritt der Arbeiten sicherstellen und die bewundernden Blicke der
Besucher und Anwohner gleicherma§en anziehen wird.
Das Studium des Kit‡b-i-Aqdas erhellt das Leben aller GlŠubigen. Das Bewu§tsein
fŸr die Bedeutung der Aufrechterhaltung der GrundsŠtze des Glaubens und des Gehor-
sams gegenŸber seinen Geboten wŠchst. Die weltweite Anwendung des Gesetzes des Hu-
qœqu'll‡h hat eine enthusiastische Reaktion hervorgerufen. Die Aufmerksamkeit der
Freunde gegenŸber ihrer persšnlichen Verpflichtung, den Glauben zu lehren, steigt. WŠh-
rend sie ihren geistigen Verpflichtungen nachkommen und eine stŠrkere AbhŠngigkeit
von den BestŠtigungen Bah‡'u'll‡hs erlernen, entdecken sie, da§ ihr Glaube eine neue Le-
benskraft gewinnt, ihre Herzen voll neuem Selbstvertrauen. All dies sind Bereiche, in de-
nen die AktivitŠten des einzelnen nicht auf DrŠngen oder Hilfe zu warten brauchen.
Alleine auf sich gestellt, unterstŸtzt nur durch die Kraft des AllmŠchtigen, ist jeder GlŠu-
bige herausgefordert, diese geistigen StŠrken zu entwickeln, die Ÿber jedes Ma§ hinaus
zur Evolution der Gemeinde beitragen werden.
Die Mitgliedschaft der Sache nimmt auf zwei Wegen zu. Menschen mit herausragen-
den FŠhigkeiten werden bewegt, den Glauben anzunehmen und stŠrken so jene, die be-
reits in ihm dienen. Letztere werden fŸr ihren Teil in ihrer Erfahrung bereichert und
erwerben grš§ere FŠhigkeiten durch ein tieferes Studium der Lehre und ihrem Ausdruck
im Handeln. Die Freunde haben mit bemerkenswertem Erfolg stŠrkeren Gebrauch von
Workshops und Institutionen gemacht und so die Notwendigkeit einer systematischeren
Vertiefung ihres VerstŠndnisses der Lehre und ihrer Anwendung auf die Gesellschaft an-
erkannt. Im vor uns liegenden Jahr mŸssen diese beiden sich gegenseitig ergŠnzenden
VorgŠnge - Menschen mit besonderen FŠhigkeiten anzuziehen sowie unsere eigenen zu
erweitern - weiter ausgebaut werden. So werden persšnliches Handeln und die harmoni-
sche Entwicklung einer gro§en Bandbreite von AktivitŠten zur Fšrderung des Glaubens
angeregt.
Wie sich das Potential der GlŠubigen entfaltet, so werden auch die šrtlichen und na-
tionalen Bah‡'’-Institutionen die FŠhigkeit erwerben, um die LebensqualitŠt ihrer Ge-
meinden zu erhšhen und einfallsreiche Programme zu entwerfen und einzufŸhren.
…rtliche Geistige RŠte haben in zahlreichen Gebieten in regionaler Lehrarbeit zusammen-
gearbeitet. Auch die Nationalen Geistigen RŠte haben neuartige Projekte ins Leben geru-
fen, um die durch die au§erhalb des Glaubens sich ergebenden Gelegenheiten
auszunutzen. Einige Beispiele dafŸr sind das Projekt des Offenen Briefes in Albanien, die
Antwort auf die au§ergewšhnliche EmpfŠnglichkeit der Behšrden und der breiten Bevšl-
kerung in den Republiken von Sakha und Buryat in Sibirien und die zwischen dem Nati-
onalen Geistigen Rat der Marshall-Inseln und der šrtlichen Verwaltung des Majuro-
Ridv‡n-Botschaft 1994 Der SchlŸssel zum Erfolg ist der einzelne Bah‡'’
39
Atolls unterzeichnete Vereinbarung, mit der auf Bitten der Landesregierung die Bah‡'’-
Gemeinde die Verantwortung fŸr fŸnf staatliche Grundschulen Ÿbernahm.
Die Entwicklung šrtlicher und nationaler Bah‡'’-Institutionen ermšglichte in ver-
stŠrktem Ausma§ eine Dezentralisierung der Verwaltung. Jedoch besteht in den meisten
LŠndern die entscheidende Voraussetzung fŸr die Ausweitung dieses segensreichen Pro-
zesses darin, die Funktionsweise der šrtlichen Geistigen RŠte rasch zu verbessern. Dies
erfordert die wache Aufmerksamkeit eines jeden GlŠubigen. Die šrtlichen Bah‡'’-Institu-
tionen, die im Kit‡b-i-Aqdas selbst eingesetzt wurden, bilden einen Fundus an StŠrke und
FŸhrung, der die EffektivitŠt der Arbeit fŸr die Sache im Laufe ihrer Reifung vergrš§ert.
Wir leben inmitten einer Bevšlkerung, die die Botschaft Bah‡'u'll‡hs verzweifelt be-
nštigt. Es ist unsere Pflicht, sie klar und Ÿberzeugend so vielen Seelen wie mšglich zu
Ÿberbringen. Dunkel und Leid um uns herum sind nicht nur Zeichen der Not, sondern ver-
mitteln eine Gelegenheit, die wir nicht versŠumen dŸrfen. Das †berbringen der Botschaft
ist nur der allererste Schritt. Nach ihm mŸssen wir sicherstellen, da§ sie verstanden und
angewandt wird, lesen wir doch in einem im Auftrage des HŸters geschriebenen Brief:
"Solange die …ffentlichkeit in der Bah‡'’-Gemeinde nicht das echte Muster von etwas
besserem als sie bereits besitzt, erkennt, und zwar in Aktion, wird sie auf den Glauben
nicht in grš§erer Zahl reagieren." Wenn die Menschen die Sache annehmen, sollten sie
dann mit Hilfe der Lehre ihre Beziehung untereinander wie mit ihren MitbŸrgern entwi-
ckeln, um die wahre Bah‡'’-Gemeinschaft schrittweise aufzubauen, als Licht und Zu-
flucht fŸr die BestŸrzten.
Nach den glorreichen Ereignissen des Heroischen Zeitalters des Glaubens erfolgte
der Eintritt in Scharen durch die Všlker der Welt in die Sache Gottes zuerst in Afrika
wŠhrend der Amtszeit Shoghi Effendis, um sich dann in andere Gebiete auszudehnen. Die
Bah‡'’-Gemeinden in diesen Regionen lernen allmŠhlich durch ihre Erfahrung und entwi-
ckeln Methoden und Programme mit dem Ziel, gro§e Zahlen von GlŠubigen zu funktio-
nierenden Gemeinden zusammenzubringen und starke Zentren andauernden Wachstums
zu bilden. Die Textzusammenstellung Ÿber "Die Fšrderung des Eintritts in Scharen" wur-
de veršffentlicht, um diese Gemeinden in ihren BemŸhungen zu unterstŸtzen, um den
Bah‡'’ in anderen LŠndern zu helfen, den gleichen Vorgang in Gang zu setzen und auf-
rechtzuerhalten, und um Mi§verstŠndnisse aus dem Weg zu rŠumen, die ein so herausfor-
derndes Konzept unausweichlich begleiten. Das Studium und die Anwendung der darin
erlŠuterten Prinzipien und AnsŠtze wird zweifellos fŸr jeden Bah‡'’-Lehrer und jede Ge-
meinde hilfreich sein, sei es in einem Gebiet, in dem der Eintritt in Scharen seit Jahren
RealitŠt ist, oder dort, wo es noch keine Anzeichen hierfŸr gibt. Im letzteren Falle wird es
den einzelnen GlŠubigen von der RealitŠt und GŸltigkeit dieses Prozesses Ÿberzeugen
und die Bah‡'’-Gemeinden befŠhigen, sich selbst geistig und materiell auf diesen Vor-
wŠrtsschub vorzubereiten, sein Auftauchen sehnsŸchtig zu erwarten, jene Schritte zu er-
greifen, die seinen Beginn fšrdern, und die Ma§nahmen sicherzustellen, die sein
Wachsen beschleunigen.
Der bemerkenswerte Zuwachs internationaler Zusammenarbeit im vergangenen Jahr,
die Niederlassung von Pionieren und der stete Flu§ von Reiselehrern haben das Gewebe
der Bah‡'’-Gemeinde noch enger geknŸpft. FŸhrend hierbei ist Amatu'l-Bah‡ Rœh’yyih
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
40
Kh‡num, die zur Ermutigung der GlŠubigen und VerkŸndigung des Glaubens eine mŸh-
same Reise nach Ru§land und andere im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion liegende
LŠnder unternahm, und zwar vom Westen, dem Baltikum, bis ganz in den Osten, nach Si-
birien; sowie vom SŸden, den Zentralasiatischen Republiken, bis in den Norden nach St.
Petersburg und Yakutsk.
Sieben erstmalige Nationaltagungen werden an diesem Ridv‡n stattfinden. Unsere Re-
prŠsentanten bei diesen historischen Ereignissen sind die Hand der Sache Gottes Amatu'l-
Bah‡ Rœh’yyih Kh‡num zur Wahl des Nationalen Geistigen Rates der Bah‡'’ in Kambod-
scha, in Phnom Penh, und des Nationalen Geistigen Rates der Bah‡'’ in der Mongolei, in
Ulan Bator; die Hand der Sache Gottes `Al’-Muhammad Varq‡ fŸr die Wahl des Regiona-
len Geistigen Rates der Bah‡'’ in Slowenien und Kroatien, in Ljubljana; Beraterin Lauretta
King fŸr die Wahl des Nationalen Geistigen Rates der Bah‡'’ in Kasachstan, in Alma-Ata,
und des Nationalen Geistigen Rates der Bah‡'’ in Kirgisistan, in Bishkek; und Berater
Shapoor Monadjem fŸr die Wahl des Nationalen Geistigen Rates der Bah‡'’ in Tadschikis-
tan, in Dushanbe, und des Nationalen Geistigen Rates der Bah‡'’ in Usbekistan, in Tasch-
kent. Der derzeitige Regionale Geistige Rat von Zentralasien mit seinem Sitz in
Ashkhabad wird umbenannt in den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Turkmenistan.
Das Ende dieses Jahrhunderts nŠhert sich rasch. So wenig Zeit verbleibt, so viel ist
noch zu tun. Wir rufen jeden AnhŠnger der Sache Bah‡'u'll‡hs auf, die allergrš§ten An-
strengungen den beiden Hauptaufgaben zu widmen, und zwar dem Lehren des Glaubens
gegenŸber jeder dŸrstenden Seele und der Ausstattung materieller Mittel zur Fertigstel-
lung der gewaltigen Projekte am Berge Karmel. Wie immer sich die Šu§ere Lage der
Menschheit in den vor uns liegenden Jahren entwickelt, die Bah‡'’-Gemeinde mu§ an
StŠrke gewinnen, sie mu§ deutlicher den sich unterscheidenden Charakter ihrer Le-
bensauffassung demonstrieren, zu Proklamation und Lehre der Botschaft zuversichtlich
ausschwŠrmen und in immer grš§erem Ausma§ die bestŠtigende UnterstŸtzung der
Himmlischen Heerscharen an sich ziehen. Es ist der einzelne Bah‡'’, der in jedem Aspekt
dieser Arbeit den SchlŸssel zum Erfolg in HŠnden hŠlt.
19. Mai 1994
Nationaler Geistiger Rat und Bah‡'’-Gemeinde
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ der Vereinigten Staaten von Amerika-
Liebe Bah‡'’-Freunde!
Wir erinnern uns mit gro§er Freude und tiefer Dankbarkeit gegenŸber Bah‡'u'll‡h Ihrer
Anwesenheit im Heiligen Land vor kurzer Zeit wŠhrend des Fastenmonats. Ihre dringen-
de Bitte, der wir durch ein Treffen mit allen neun Ihrer Mitglieder zu intensiven Beratun-
gen wŠhrend drei Tagen nachkamen - in sich selbst ein neues, historisches Ereignis - hat
eine neue Phase in der Entwicklung Ihres Rates eingeleitet und die Bande gestŠrkt, die die
amerikanische Bah‡'’-Gemeinde mit dem Weltzentrum des Glaubens verbindet. Unsere
19. Mai 1994 Nationaler Geistiger Rat und Bah‡'’-Gemeinde
41
Herzen waren ergriffen von der Offenheit, dem Mut und der Aufrichtigkeit, mit der Ihre
Mitglieder ihre Anliegen zum Ausdruck brachten, aber auch von der optimistischen Gei-
steshaltung, die Sie trotz der ŸberwŠltigenden Herausforderungen und Belastungen, wel-
che Sie zur Bitte um eine Begegnung mit uns veranla§ten, zum Ausdruck brachten.
Nachdem wir die verschiedenen von Ihnen vorgetragenen Punkte eršrtert haben, kšn-
nen wir jetzt auf jene antworten, die sich auf die weiten Bereiche des Lehrens, der Bezie-
hung Ihres Nationalen Geistigen Rates zu den Kontinentalen Beratern und das
Funktionieren Ihres Rates beziehen.
Initiative "Vision im Handeln"
Was Ihre Initiative "Vision im Handeln" betrifft, so berichten Sie von Beweisen einer
gewaltigen Annahme, aber nur etwas Bewegung und etwas Ausbreitung; darŸber hinaus
hat der Impuls durch die kŸrzliche Konferenz in Atlanta, bei der die Kontinentalen Bera-
ter eine fŸhrende Rolle spielten, eine spŸrbare Beschleunigung der AktivitŠten erzeugt.
Zusammengefa§t kann man sagen, da§ die Freunde selten so offensichtlich aktiv waren,
aber das Wachstum ist langsam; Sie haben das GefŸhl, da§ sich die Gemeinde schon seit
einiger Zeit an der Schwelle zu einem Durchbruch befindet, der trotz alledem schwer fa§-
bar ist. Die Entartung der Gesellschaft, die sich durch den Zusammenbruch der morali-
schen Werte und eine alarmierende Zunahme von Gewalt zeigt, Ÿbt, so meinen Sie, einen
lŠhmenden Einflu§ auf die einzelnen GlŠubigen aus. Sie sehnen sich danach, einen Weg
zur Freisetzung des Lehrpotentials zu finden, das zu einem gro§en Ma§e im Einzelnen,
der sich diesen verheerenden ZustŠnden gegenŸbersieht, beschlossen liegt.
Wir meinen, da§ eine †berŠngstlichkeit Ihrerseits in Bezug auf einen Durchbruch
und unangemessene Sorgen Ÿber den Zustand der Gesellschaft kontraproduktiv sein kšn-
nen. Obgleich es Mšglichkeiten grš§eren Wachstums als bisher gibt, so dŸrfen weder Ihr
Rat noch die Freunde sich selbst bei jeder EnttŠuschung mit GefŸhlen des Versagens be-
lasten, denn solche GefŸhle sind selbst-erfŸllend und kšnnen leicht zu einer Stagnation
der Ausbreitung des Glaubens fŸhren. Der Tendenz zur Frustration, die manchmal durch
den Wunsch sofortiger BestŠtigung ausgelšst wird, mu§ durch ein BemŸhen, ein tieferes
VerstŠndnis fŸr den gšttlichen Proze§ zu erlangen, widerstanden werden. Den Einzelnen
an die auf ihm ruhende geistige Verpflichtung mahnend, "den Lehrauftrag, der so ent-
scheidend bindend fŸr alle ist, zum alles durchdringenden Anliegen in seinem Leben zu
machen", sagte Shoghi Effendi, da§ "jeder TrŠger der Botschaft Bah‡'u'll‡hs es nicht nur
als seine Verpflichtung, sondern als sein Vorrecht ansehen sollte, den Samen des Glau-
bens weit und breit zu streuen und sich mit dem stŠndigen Wissen begnŸgen sollte, da§,
unabhŠngig von der unmittelbaren Reaktion auf die Botschaft und der Unangemessenheit
des Werkzeuges, das sie Ÿbermittelt, die Macht des Urhebers - wenn es Ihm beliebt - die
Samen zum Keimen bringen wird und Er unter UmstŠnden, die keiner vorhersehen kann,
die Ernte, die durch die MŸhen Seiner AnhŠnger eingesammelt wird, bereichert." Seien
Sie versichert, da§ Ihrer besonders gesegneten Gemeinde eine glorreiche Ausbreitung
nicht versagt bleiben wird, wenn ihre Mitglieder bei ihren LehraktivitŠten ausdauernd
und zuversichtlich bleiben.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
42
So paradox es auch erscheinen mag, die Aussichten auf einen von Ihnen erwarteten
Durchbruch auf dem Felde des Lehrens sind gerade in dem gegenwŠrtigen beklagenswer-
ten Zustand der Gesellschaft hervorragend. Sie mŸssen sich dessen bewu§t sein: Je
schlechter die Bedingungen werden, desto zahlreicher sind die gŸnstigen Gelegenheiten,
den Glauben zu lehren, und um so grš§er ist der Grad der EmpfŠnglichkeit fŸr die Gštt-
liche Botschaft. Bah‡'u'll‡h hat gewi§ die durch Seine Offenbarung erzeugten radikalen,
weltweiten Unruhen als einen Teil des †bergangs zu Einheit und Frieden vorausgeschaut,
die das endgŸltige Ziel Seines Glaubens sind. Das Bewu§tsein dieses unvermeidlichen
†bergangs sollte Ihre Mitglieder befŠhigen, sich von den kraftzehrenden GefŸhlsregun-
gen zu lšsen, die durch die Unruhe, die diesen Proze§ kennzeichnet, ausgelšst werden,
und Ihren Rat als der hšchsten fŸhrenden Kšrperschaft der Bah‡'’-Gemeinde der Verei-
nigten Staaten dazu auszurŸsten, den Freunden eine zuversichtliche Einstellung zu be-
kunden, die die Ausdauer und den Nachdruck ihrer Lehrarbeit voll rechtfertigen wird.
Eine solche Loslšsung, beispielgebend von Ihrem Rat gezeigt und von den Freunden
in der ganzen Gemeinde geŸbt, wird darŸber hinaus das Zeichen fŸr eine geistige Leis-
tung sein, die Shoghi Effendi schon vorausschaute, als er warnend zu Ihrer Gemeinde
sagte: "Die glŸhenden Achtungsbeweise, die der FŠhigkeit, dem Geist, dem Verhalten
und der hohen Stufe der amerikanischen GlŠubigen so wiederholt und verdient gezollt
wurden, und zwar sowohl dem einzelnen wie auch der gesamten Gemeinde, dŸrfen unter
keinen UmstŠnden mit den EigentŸmlichkeiten und der Natur der Menschen, unter denen
Gott sie erhšht hat, verwechselt werden." Mit anderen Worten: Dadurch, da§ sie eine
"scharfe Unterscheidung zwischen jener Gemeinde und jenen Menschen" erreichen, wer-
den Sie und die Freunde, die sich auf Ihre FŸhrung verlassen, erkennen, da§ die amerika-
nische Gesellschaft nicht von den HŠrten und Folgen des die ganze Welt betreffenden
†bergangs ausgenommen werden kann.
Aufruhr bietet auch Chancen
So schmerzlich der Anblick der Dekadenz auch sein mag, wie tief auch Ihre Sympa-
thie fŸr die unter dem schrecklichen Verfall der Gesellschaft Leidenden auch ist, Sie mŸs-
sen die Mšglichkeiten erkennen, die sich daraus fŸr die Vermehrung der heilenden KrŠfte
einer aufsteigenden Weltordnung ergeben. Shoghi Effendi hat die nordamerikanische Ge-
meinde eindeutig in diesem Sinne beraten. "Die Gelegenheiten, die der Aufruhr des jet-
zigen Zeitalters bietet, mit all den Sorgen, die er hervorruft, den €ngsten, die er erzeugt,
den EnttŠuschungen, die er mit sich bringt, den Verwirrungen, die er anstiftet, der Empš-
rung, die er erregt, dem Aufruhr, den er schafft, den Leiden, die er verursacht, und dem
Geist ruhelosen Suchens, den er erweckt, mŸssen in gleicher Weise ausgenŸtzt werden,
um das Wissen um die erlšsende Macht des Glaubens Bah‡'u'll‡hs nah und fern zu ver-
breiten und frische StreitkrŠfte fŸr das stŠndig wachsende Heer Seiner Gefolgschaft zu
gewinnen."
Indem er das weltweit sich bietende Drama des Aufruhrs, Umsturzes und Leidens
weiter kommentierte, das sich aus der verschlimmernden Situation der Menschheit beim
bevorstehenden Anbruch des Reiches Gottes ergibt, hat Shoghi Effendi folgende Worte
19. Mai 1994 Nationaler Geistiger Rat und Bah‡'’-Gemeinde
43
der Einsicht und Ermutigung an die nordamerikanischen Freunde gerichtet: "Weit davon
entfernt, in ihrer Entschlossenheit nachzugeben oder ihre Aufgabe zu vernachlŠssigen,
sollten sie zu keiner Zeit und unter keinen noch so widrigen UmstŠnden vergessen, da§
das Zusammenfallen einer so welterschŸtternden Krise mit der fortschreitenden Entfal-
tung und dem Erfolg ihrer gšttlich verordneten Aufgabe selbst das Werk der Vorsehung
ist, das Vorhaben einer unerforschlichen Weisheit und die Absicht eines alles bezwingen-
den Willen, eines Willens, der auf seine eigene, geheimnisvolle Weise das Geschick des
Glaubens und die Schicksale der Menschen fŸhrt und Ÿberwacht. Diese gleichzeitigen
VorgŠnge des Aufstiegs und des Untergangs, des Zusammenschlusses und des Auseinan-
derfallens, der Ordnung und des Chaos mit ihren stŠndigen und wechselseitigen Auswir-
kungen aufeinander sind nur Erscheinungen eines einzigen und unteilbaren grš§eren
Planes, dessen Quelle Gott und dessen Verfasser Bah‡'u'll‡h ist, der sich auf dem Schau-
platz des gesamten Erdballes verwirklicht und dessen letztes Ziel die Einheit und der Frie-
den der gesamten Menschheit ist."
Inspiration durch die Vision
Au§erdem war der geliebte HŸter der Meinung, da§ "solche †berlegungen die Ent-
schlu§kraft der gesamten Bah‡'’-Gemeinde stŠhlen (sollten), ihre bšsen Vorahnungen
verbannen und sie aufrŸtteln, sich jeder einzelnen Verordnung jener gšttlichen Urkunde
erneut zu widmen, deren Rahmen durch 'Abdu'l-Bah‡s Feder fŸr sie umrissen wurde". In-
dem sich Ihr Rat auf diese gšttliche Perspektive einstellt, wird er fŠhig werden, den
Freunden zur Einsicht zu verhelfen, da§ sie nicht nur in der Lage sein werden, mit den
alarmierenden Ereignissen des sozialen Verfalls, von denen sie tŠglich Zeuge sind, um-
zugehen, sondern mehr noch, sie werden inspiriert werden, sich mit einer erneuerten Vi-
sion zu erheben, um eine zunehmende Anzahl von MŠnnern und Frauen zur Bah‡'’-
Gemeinde zu fŸhren, deren Herz und Sinn bereitwillig auf die Gšttliche Botschaft ant-
worten und sich uns anschlie§en, um die Verwirrung und Verzweiflung zu beseitigen, die
ihre MitbŸrger erfa§t haben und die Grundlage ihres Landes untergraben.
Auch ist es fŸr Ihren Rat lebenswichtig, sich daran zu erinnern, da§ die durch die vor-
herrschenden UmstŠnde hervorgerufene Seelenqual durch Gebete und bewu§te Konzen-
tration auf das Lehren der Sache und das mit weltumspannender Vision gelebte Bah‡'’-
Leben Ÿberwunden werden kann und mu§. Sicherlich sind sich die Mitglieder einer so
fest gefŸgten Gemeinde wie die Ihre, die auch noch die durch die Sendschreiben zum
Gšttlichen Plan verliehenen besonderen Segnungen genie§t, der Dringlichkeit und Ernst-
haftigkeit ihrer Aufgabe bewu§t. Gewi§ sehen sie, mit welch geduldiger Standhaftigkeit
die geliebten Freunde in der Wiege des Glaubens sich den gottgesandten Herausforderun-
gen stellen, bis hin zur Bereitschaft, ihr Leben zu geben, damit die Welt eine bessere wer-
de. Unzweifelhaft wissen die hoch geschŠtzten amerikanischen GlŠubigen, die die
Bezeichnung "geistige Nachkommen der Dawnbreaker" tragen, sehr wohl, da§ sie jetzt
in dieser kritischen Zeit die Gelegenheit ergreifen mŸssen, um ihre eigene FŠhigkeit, das
lebendige Opfer zu ertragen, unter Beweis zu stellen, das, wie Shoghi Effendi sagt, von
ihnen im Unterschied zum Sterben in den Schriften unseres Glaubens verlangt wird.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Mšge ihnen die himmlische Kraft verliehen werden, immer und immer wieder die geis-
tigen PrŸfungen zu bestehen, die 'Abdu'l-Bah‡ ihnen zu schicken versprach, um sie zu rei-
nigen und zu befŠhigen, ihr gšttlich verliehenes Potential als eine Kraft zur VerŠnderung
in der Welt zu nutzen.
Auf dem Gebiet des Lehrens sind Ihr unentbehrlicher Bezugsrahmen und Ihre irr-
tumsfreie Quelle, zu der Sie leichten Zugang haben, des Meisters Sendschreiben zum
Gšttlichen Plan. Sie verleihen Ihrer Gemeinde - zusammen mit Ihrer Schwestergemeinde
in Kanada - au§ergewšhnliche KrŠfte. Nur indem Sie die amerikanischen Freunde immer
wieder mit der besonderen ihnen in diesen reichen und zeitlosen Dokumenten Ÿbertrage-
nen Mission daheim und im Ausland vertraut machen und deren Inhalt zu den gegenwŠr-
tigen UmstŠnden in Beziehung setzen, werden Sie den SchlŸssel zur Wiederbelebung der
Lehrarbeit finden und au§ergewšhnliche Siege an der Heimatfront erringen. Bei diesen
BemŸhungen werden Sie machtvolle Hilfe durch die ErlŠuterungen erhalten, die sich in
den Briefen unseres lieben HŸters finden wie z.B. "Das Kommen Gšttlicher Gerechtig-
keit", "The Challenging Requirements of the Present Hour", "American Bah‡'’s in the
Time of World Peril". Wir sind voller Zuversicht, da§ Sie - zusammen mit den Kontinen-
talen Beratern und den Hilfsamtsmitgliedern - einen Weg finden werden, um die unge-
heuren Energien der Freunde freizusetzen und den Eifer noch zu verstŠrken, den sie bei
so vielen Gelegenheiten in der Vergangenheit auf dem Felde des Lehrens in so gro§arti-
ger Weise an den Tag gelegt haben.
Wir waren von dem von Ihnen vermittelten Geist einer immer engeren Beziehung
zwischen Ihnen und den Kontinentalen Beratern sehr angetan und noch tiefer beeindruckt
von Ihrem starken BedŸrfnis, zu erfahren, wie Sie diese Beziehung noch festigen kšnn-
ten. Ein Anfang zur ErfŸllung dieses Wunsches wŠre es, ein umfassendes VerstŠndnis der
Verantwortlichkeiten und der TŠtigkeitsfelder der Berater im VerhŠltnis zu Ihren zu ge-
winnen.
Hilfe vom Berateramt
Unterscheidendes Merkmal der Verwaltungsordnung sind, wie Sie wissen, einerseits
die gewŠhlten Institutionen, die mit gesetzgeberischer, exekutiver und rechtsprechender
Gewalt ausgestattet und als Kšrperschaft tŠtig sind, und andererseits ernannte, hervorra-
gende und ergebene GlŠubige, die hauptsŠchlich als Individuen fŸr den besonderen
Zweck des Schutzes und der Verbreitung des Glaubens unter der FŸhrung des Oberhaup-
tes des Glaubens wirken. Diese beiden Gruppen von Institutionen arbeiten zusammen, um
den Fortschritt des Glaubens sicherzustellen. FrŸhere AusfŸhrungen zu diesem Thema
sind Ihnen sicher bekannt; wir fŸgen folgende Kommentare an, um Ihnen ein tieferes Ver-
stŠndnis dieser ZusammenhŠnge zu erleichtern.
Das Kontinentale Berateramt und die Nationalen Geistigen RŠte nehmen die Funkti-
onen der Verbreitung und des Schutzes gemeinsam wahr, die Berater jedoch spezialisie-
ren sich hierin von einer anderen Ebene und in anderer Weise. Aus ihrem kontinentalen
Blickwinkel bringen die Berater eine Perspektive fŸr ihre Funktion ein, die, wenn sie
beim Nationalen Rat in der Form von RatschlŠgen, Empfehlungen, Hinweisen oder Kom-
19. Mai 1994 Nationaler Geistiger Rat und Bah‡'’-Gemeinde
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mentaren eingebracht wird, dessen VerstŠndnis bereichert, ihn mit einer weiter gefŠcher-
ten Erfahrung als seiner eigenen bekannt macht und ihn dazu ermutigt, eine
weltumfassende Sicht beizubehalten.
Ein Element der Unterscheidung in der Funktionsweise der Berater ergibt sich aus
den Anweisungen im Willen und Testament 'Abdu'l-Bah‡s an die HŠnde der Sache Got-
tes. Die FortfŸhrung in die Zukunft ihrer Aufgaben des Schutzes und der Verbreitung
liegt in der Verantwortung der Berater. Als Ernannte des Universalen Hauses der Gerech-
tigkeit assistieren sie dem Oberhaupt des Glaubens, die Grundlage der Nationalen Geis-
tigen RŠte und der Institutionen und Gemeinden in deren Jurisdiktionsbereich zu
erweitern, ihre KrŠfte zu stŠrken und ihren Schutz zu gewŠhrleisten. Durch die Hilfsamt-
smitglieder lassen die Kontinentalen Berater die Vorteile ihrer Funktionen den …rtlichen
Geistigen RŠten und der Gemeinde als Ganzes zugute kommen. Diese Funktionen sind
im Willen und Testament als die Verpflichtung umrissen, "die gšttlichen DŸfte zu ver-
breiten, die menschlichen Seelen zu erbauen, das Wissen zu fšrdern, den Charakter der
Menschen zu bessern und jederzeit und unter allen UmstŠnden von allen irdischen Din-
gen geheiligt und losgelšst zu sein". Man kann also sehen, da§ die Berater durch ihre Ar-
beit fŸr die Verbreitung und den Schutz des Glaubens eine Hauptrolle dabei spielen, das
Gewebe der Bah‡'’-Gemeinschaft zu verknŸpfen und zu festigen.
Die FlexibilitŠt und die Schnelligkeit, mit der die Berater und ihre Hilfsamtsmitglie-
der auf wahrgenommene BedŸrfnisse in der Gemeinde reagieren kšnnen - wie zum Bei-
spiel die Notwendigkeit zur Ermutigung, ErklŠrung der PlŠne, Vertiefung in die Lehren,
Schutz des BŸndnisses - , sind Elemente ihrer TŠtigkeit, die sie von Geistigen RŠten un-
terscheidet. Diese FlexibilitŠt ermšglicht es ihnen, nach Bedarf tŠtig zu werden, sei es bei
einer Zusammenkunft einen Rat zu erteilen, einen Einzelnen persšnlich zu beraten, den
Freunden zum VerstŠndnis und zum Gehorsam gegenŸber einem Beschlu§ des Geistigen
Rates zu verhelfen oder ein Problem des BŸndnisses zu behandeln. Auf derart vielfŠltige
Weise kšnnen diese AmtstrŠger des Glaubens auf relevante Texte hinweisen, Informati-
onen vermitteln, Situationen erkunden und sich auf eine Art mit der Lage vertraut ma-
chen, wie es einem Geistigen Rat nicht mšglich, aber fŸr eine erfolgreiche DurchfŸhrung
seiner PlŠne sehr wichtig ist. Daher sind sie befŠhigt, Geistigen RŠten je nach Bedarf
Ideen, Analysen, Wahrnehmungen und RatschlŠge zu vermitteln, was ganz unweigerlich
die FŠhigkeit dieser RŠte zum Dienst an ihrer Gemeinde erhšht. Sie verhelfen daher den
RŠten zur Reifung. Wo šrtliche RŠte neu oder schwach sind, verhelfen Hilfsamtsmitglie-
der ihnen zum VerstŠndnis ihrer Aufgaben, ermutigen sie bei der Organisation ihrer Ar-
beit und rufen die šrtlichen GlŠubigen zur UnterstŸtzung der Initiativen ihrer RŠte auf.
Durch ihre verschiedenartigen AktivitŠten - wobei sie durch ihre HilfsŠmter unter-
stŸtzt werden - entfachen und stŠrken die Berater das Wachstum und die Entwicklung der
Geistigen RŠte und der šrtlichen und nationalen Gemeinden. Unter diesem Blickwinkel
wird Shoghi Effendis Einordnung der Hilfsamtsmitglieder als "StŸtze und Halt fŸr die oft
Ÿberlasteten und Ÿberarbeiteten Nationalen Geistigen RŠte" deutlich. Offensichtlich ist es
auch unerlŠ§lich, die Kontinentalen Berater und die Hilfsamtsmitglieder in der Planungs-
phase fŸr die Lehrarbeit einzubeziehen, und sehr vorteilhaft, sie mit den Hoffnungen und
Sorgen der Nationalen Geistigen RŠte vertraut zu machen und ihren Rat zu suchen.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Mit dem Beginn der Vierten Epoche des Gestaltenden Zeitalters wurde ein Verfahren
in Gang gesetzt, durch das die Ziele der nationalen PlŠne in gemeinsamer Beratung der
Nationalen Geistigen RŠte und der Kontinentalen Berater formuliert werden. Dies eršff-
nete eine neue Phase im Reifeproze§ der Verwaltungsordnung. Diese Entwicklung si-
chert insbesondere zwei beachtliche Vorteile: Sie ermšglicht jeder der beiden
Institutionen, sich die Erfahrungen und Einsichten der jeweils anderen zu eigen zu ma-
chen, was fŸr den Planungsproze§ zwei unterschiedliche InformationskanŠle aus zwei
Ebenen der Bah‡'’-Administration zur VerfŸgung stellt; und sie garantiert den Beratern
die notwendige Vertrautheit mit den HintergrŸnden, BeweggrŸnden und Inhalten der na-
tionalen PlŠne, deren UnterstŸtzung man von ihnen ja grundsŠtzlich erwartet. Beide In-
stitutionen beziehen aus einer solchen Zusammenarbeit Kraft; und wir sind besonders
erfreut, da§ der Entwurf des Drei-Jahres-Planes in den Vereinigten Staaten in einer Form
erfolgte, die beide Arme der Administration in der uns von Ihnen beschriebenen Weise
einbezog.
WŠhrend die Berater und ihre HilfsŠmter zusŠtzlich zu ihren eigenen Aufgaben die
von einem Nationalen Geistigen Rat eingeleiteten Initiativen unterstŸtzen werden, so
mu§ der Rat sich doch im klaren sein, da§ die Berater gemŠ§ ihres eigenen Urteils in der
Entscheidung frei sind, in welcher Weise sie diese UnterstŸtzung gewŠhren. Hierbei gibt
es einen gro§en Unterschied zwischen den Aufgaben der nationalen AusschŸsse und der
Hilfsamtsmitglieder. WŠhrend die AusschŸsse vom Rat aufgefordert werden kšnnen, in
vorgegebener Weise tŠtig zu werden, sind Hilfsamtsmitglieder nicht in gleicher Weise
gebunden; allerdings sollen sie nicht so handeln, da§ die Ma§nahmen des Nationalen Ra-
tes oder seiner Gliederungen unterlaufen werden. Das bedeutet nicht, da§ Hilfsamtsmit-
glieder nicht beschlie§en dŸrfen, - mit oder ohne Anfrage - sich an der DurchfŸhrung
eines bestimmten Programms oder eines Erziehungsprojekts, das von einem nationalen
Ausschu§ aufgestellt wurde, zu beteiligen oder sogar zur Entwicklung und Verwirkli-
chung des Projekts beizutragen. Es bedeutet aber sehr wohl, da§ ihr Vorrecht geachtet
werden sollte, innerhalb eines im Vergleich zu nationalen AusschŸssen grš§eren Spiel-
raums tŠtig zu sein.
Durch sein Wirken an der Basis ist ein Hilfsamtsmitglied oft in der Lage, einen Be-
darf zu befriedigen, der nicht in den Rahmen eines nationalen oder šrtlichen Programms
fŠllt, der aber, wenn er vom Hilfsamtsmitglied aufgegriffen wird, die šrtlichen Freunde
besser in die Lage versetzt, die von der Gemeinde aufgestellten Ziele zu erreichen. Fle-
xibles Handeln seitens der Hilfsamtsmitglieder in akuten Situationen, die Mšglichkeit zu
unabhŠngigem Handeln sollte von allen Beteiligten als selbstverstŠndlich angesehen wer-
den. Wenn jedoch die Art der TŠtigkeit eines Hilfsamtsmitgliedes oder sogar eines Bera-
ters dem Nationalen Geistigen Rat die Aufmerksamkeit von den durch die Gemeinde
angenommenen PlŠnen ernsthaft abzulenken erscheint, so sollte sie zur Abhilfe ohne Zš-
gern zum Gegenstand einer Beratung mit den Beratern gemacht werden.
Die Berater sind Mitglieder einer kontinentalen, nicht einer nationalen Institution und
nehmen einen hšheren Rang als den eines Nationalen Geistigen Rates ein. Abgesehen
von anderen †berlegungen ergibt sich ihr Rang in praktischer Hinsicht aus einer Notwen-
digkeit ihrer Funktion, wenn diesen Sachwaltern des Glaubens auf allen Ebenen Freiheit
19. Mai 1994 Nationaler Geistiger Rat und Bah‡'’-Gemeinde
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von der Gemeinde zuzugestehen ist und ihre RatschlŠge und ihre weiteren Funktionen
ernst genommen werden sollen. In einem frŸheren Brief haben wir gesagt, da§ "die Exis-
tenz von Institutionen von so erhabenem Rang, mit Persšnlichkeiten, die eine so lebens-
wichtige Rolle spielen, die jedoch weder gesetzgeberische, administrative oder
rechtsprechende AutoritŠt haben und denen auch jede priesterliche Funktion fehlt und die
auch nicht das Recht zu autoritativen Interpretationen haben, Eigenheiten der Bah‡'’ Ver-
waltungsordnung sind, die in den Religionen der Vergangenheit keine Parallele finden."
Dies ist eine schwer zu fassende Vorstellung, aber in der seit der Ernennung des ersten
Kontingents der Kontinentalen Berater verstrichenen Zeit ist sicherlich schon viel Ver-
stŠndnis erreicht worden.
Keine Entfremdung zwischen den Institutionen
Shoghi Effendi hat Ihrem Rat kategorisch gesagt: "Es kann keinen AutoritŠtskonflikt,
keine Zweigleisigkeit in irgendeiner Form oder unter irgendwelchen UmstŠnden in ir-
gendeinem Bereich der Bah‡'’ Jurisdiktion, ob šrtlich, national oder international geben".
Die AutoritŠt eines Nationalen Rates ist durch die Existenz der Kontinentalen Berater
nicht gemindert, sondern eher erhšht, da es gerade durch die Art ihrer Verantwortung als
BeschŸtzer des Glaubens deren Pflicht ist, die Rangstufe von Nationalen RŠten zu erhš-
hen und ihre AutoritŠt zu stŠrken. In gleicher Weise mu§ der Nationale Rat - aus Prinzip
und in eigenem Interesse - sicherstellen, da§ Berater und Hilfsamtsmitglieder in der Aus-
Ÿbung ihrer heiligen Verpflichtung nicht behindert werden sowie ihre Rechte und ihre
Handlungsfreiheit gewahrt bleiben.
Die Einstellung dieser beiden Institutionen zueinander sollte nicht nur von einer lega-
listischen Anwendung der Regeln ihrer funktionalen Beziehungen geprŠgt sein. Es wird
viel mehr verlangt, denn sie mŸssen vor allem an ihre gemeinsame Verantwortung im
Rahmen der geistigen Erfordernisse fŸr jede erfolgreiche Bah‡'’-Beziehung herangehen.
Wo Liebe, Achtung und Hšflichkeit echt sind und gegenseitig Ausdruck finden, gibt es
keinen Raum fŸr Entfremdung. Probleme werden zu lšsbaren Herausforderungen.
Bah‡'u'll‡hs Ermahnung ist in diesem Zusammenhang hšchst instruktiv. Er sagt: "Setzt
nicht die Stufe der Gelehrten in Bah‡ herab und schmŠlert nicht den Rang solcher Herr-
scher, die Gerechtigkeit zwischen euch Ÿben."
Das Erreichen einer engeren und wirkungsvolleren Beziehung zwischen Ihnen und
den Kontinentalen Beratern wird von der Fšrderung einer wachsenden harmonischen
Einstellung und einer Offenheit im gemeinsamen Umgang abhŠngen; es wird durch diese
Einstellung sicher erleichtert werden. Die Beziehung zwischen Ihnen sollte eine von Ach-
tung durchdrungene Verbundenheit sein, aber frei von jener starren Fšrmlichkeit, die sich
heute in so vielen gesellschaftlichen Organisationen findet. Wenn Sie Zweifel oder Be-
sorgnisse wegen Ihrer eigenen PlŠne haben, vertrauen Sie den Beratern. Wenn etwas an
deren Tun Ihnen Sorge bereitet, sprechen Sie mit ihnen im richtigen Geist der Bah‡'’-Be-
ratung. Denken Sie daran, da§ sie, wie auch Sie selbst, mit Arbeit fŸr die Sache belastet
und im Dienst an ihr vielen Sorgen ausgesetzt sind. Sie brauchen Ihr mitfŸhlendes Ver-
stŠndnis angesichts dieser Herausforderungen. …ffnen Sie ihnen Ihren Geist und Ihr Herz
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
48
und sehen Sie in ihnen Ihre Vertrauten, Ihre liebevollen Freunde. Seien Sie immer bereit,
ihnen Ihre helfende Hand zu reichen.
Wenn eine solche liebevolle, vertrauensvolle und informelle AtmosphŠre in Ihrem
Umgang mit den Beratern besteht, so sollte jedoch nicht zugelassen werden, da§ Nach-
lŠssigkeit in der Beachtung der Regeln eintritt, die die Arbeitsbeziehungen zwischen dem
Kontinentalen Berateramt und deren Hilfsamtsmitgliedern einerseits und dem Nationalen
Geistigen Rat und seinen AusschŸssen andererseits bestimmen. Diese Dinge sind in un-
serem Brief vom 1. Oktober 1969, den Sie veršffentlicht haben, im einzelnen dargelegt.
Wir wollen nun auf die Art und Weise eingehen, wie Ihr Nationaler Geistiger Rat
funktioniert. Ihre Analyse der Lage bezeichnet die unmittelbaren Probleme, die Ihnen bei
der nationalen Verwaltung des Glaubens Sorgen bereiten: zu starke Zentralisation, insbe-
sondere bei der Organisation der Lehrarbeit; Ihre Sorge, da§ Sie eine zu starke administ-
rative Kontrolle ausŸben, was die persšnliche Initiative im ganzen Land lŠhmen kšnnte;
und die Beziehung Ihres Rates zur Gemeinde.
Sie leben in einer Gesellschaft, die in starkem Ma§e in einem einengenden Griff mo-
ralischen Verfalls gefangen ist. Das sollte Sie aber nicht Ÿberraschen. Es ist die unver-
meidliche Folge weitverbreiteter Gottlosigkeit; deren Symptome und Auswirkungen
wurden von Shoghi Effendi in einer Reihe von Briefen an die Freunde im Westen in
schmerzlichen Einzelheiten beschrieben. Die amerikanische Bah‡'’-Gemeinde ist dem
zwangslŠufig bis zu einem gewissen Grade ausgesetzt. Der zerstšrerische Einflu§ einer
hochmŸtigen und um sich greifenden SŠkularisierung befŠllt auch den Verwaltungsstil
des Glaubens in Ihrer Gemeinde und droht, seine Wirksamkeit zu untergraben.
Einheit ist das A und O
Die AggressivitŠt und die Wettbewerbsneigung, die eine hauptsŠchlich kapitalistische
Kultur antreiben; die Parteilichkeit, die einem leidenschaftlich demokratischen System in-
newohnt; das Mi§trauen gegenŸber politischen Institutionen und der gegenŸber etablierter
AutoritŠt bestehende Skeptizismus, der in der politischen Haltung des Volkes fest verwur-
zelt ist und seinen Ursprung in der Entstehungsgeschichte der amerikanischen Gesellschaft
hat; die zynische Mi§achtung der mŠ§igenden Prinzipien und Regeln menschlichen Um-
gangs, die sich aus dem Ÿbertriebenen Liberalismus und seinen unmoralischen Folgen er-
gibt - solche absto§enden Eigenschaften unterwandern festverwurzelte Sitten
amerikanischen Lebens und haben zuerst unmerklich, aber im Laufe der Zeit immer offen-
sichtlicher einen zu gro§en Einflu§ auf die Verwaltung der Bah‡'’-Gemeinde und auf das
Verhalten von Teilen der Gemeinde in Bezug auf den Glauben ausgeŸbt. Diesem ungesun-
den Einflu§ mu§ durch sofortige und bewu§te BemŸhungen Einhalt geboten werden - und
diese BemŸhungen mŸssen ganz gewi§ in Ihrem Rat selbst anfangen. Weitere Nachsicht in
dieser Hinsicht wird den Fortschritt Ihrer Gemeinde ernsthaft behindern, trotz der Ÿberrei-
chen Mšglichkeiten fŸr einen unmittelbaren Durchbruch. HauptsŠchlich wegen dieser Sor-
ge haben wir Ihren Wunsch nach einer Zusammenkunft mit uns wŠrmstens begrŸ§t.
Die Garantie fŸr Wohlergehen und Erfolg bei all Ihren BemŸhungen, der Sache Got-
tes zu dienen, kann in einem Wort ausgedrŸckt werden: Einheit. Sie ist das Alpha und
19. Mai 1994 Nationaler Geistiger Rat und Bah‡'’-Gemeinde
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Omega aller Bah‡'’-Ziele und Absichten. Zu den ersten Ermahnungen, die von Shoghi Ef-
fendi an Nationale Geistige RŠte gerichtet wurden, gehšrt die folgende Versicherung:
"Ich glaube fest, da§ es von Šu§erster und dringlichster Wichtigkeit ist, da§ wir eine ein-
heitliche Front bilden mit der in unserer Mitte fest errichteten Einheit in der Absicht und
im Handeln, und indem wir aus unseren Herzen die geringste Spur von Feindseligkeit und
ehemaligem Mi§trauen tilgen und weise und taktvoll jede Macht bekŠmpfen sollten, die
vielleicht den Geist der Bewegung verdunkeln, Spaltungen in ihren Reihen erzeugen oder
sie durch dogmatische und sektiererische Glaubensformen einengen sollte." Er sagt dann
weiter, da§ "diese wichtige Pflicht in erster Linie den gewŠhlten Mitgliedern der Natio-
nalen Geistigen RŠte in der ganzen Bah‡'’-Welt obliegt" und warnt, da§, "falls eine solche
reprŠsentative und verantwortliche Kšrperschaft es versŠumen sollte, diese grundlegende
Voraussetzung fŸr alle erfolgreichen Leistungen zu verwirklichen, die ganze Struktur si-
cherlich zerfallen wird."
Einheit im Rat selbst ist natŸrlich unmittelbar fŸr jene grš§ere Einheit bedeutsam, die
durch Ihre TŠtigkeit gefšrdert und aufrechterhalten werden soll. Keinen Augenblick lang
kann es sich irgendein Mitglied Ihres Rates leisten, dieses Grunderfordernis zu mi§achten
oder nachzulassen, sich um seine Aufrechterhaltung zu bemŸhen. Von besonderer Bedeu-
tung ist die Einstellung, die die Mitglieder zu ihrer Mitgliedschaft in dieser erhabenen
Kšrperschaft einnehmen. Es bedarf ihrerseits der Erkenntnis des geistigen Charakters des
Rates und in ihrem Herzen des GefŸhls der Achtung fŸr diese Institution, wobei sie sie
als etwas wahrnehmen, das jenseits und au§erhalb von ihnen selbst liegt, als eine heilige
Wesenheit, deren KrŠfte in Anspruch zu nehmen und zu kanalisieren sie das Vorrecht ha-
ben, indem sie in Harmonie zusammenkommen und in †bereinstimmung mit den gšttlich
offenbarten Prinzipien handeln. Mit dieser Einstellung werden die Mitglieder besser be-
fŠhigt sein, gegenŸber dem Rat eine angemessene Haltung einzunehmen, ihre Rolle als
TreuhŠnder des Barmherzigen zu wŸrdigen und jedem Eindruck entgegenzuwirken, da§
sie diese Institution in Besitz und unter Kontrolle genommen haben, wie es etwa Mehr-
heitsaktionŠre eines GeschŠftsunternehmens tun.
FŸr eine wirkungsvolle Einheit ist auch von Bedeutung, welche Einstellung die
Freunde, ob sie nun in einem Rat dienen oder nicht, zur AusŸbung von AutoritŠt in der
Bah‡'’-Gemeinde haben. Die Menschen neigen generell dazu, denen gegenŸber Mi§trau-
en zu zeigen, die AutoritŠt ausŸben. Die GrŸnde hierfŸr sind leicht zu verstehen, da es in
der Geschichte der Menschheit unzŠhlige Beispiele fŸr den verhŠngnisvollen Mi§brauch
von AutoritŠt und Macht gibt. Eine Umkehr dieser Tendenz ist nicht leicht zu erreichen,
aber die Bah‡'’-Freunde mŸssen sich von diesem Mi§trauen gegenŸber ihren Institutionen
befreien, wenn das Rad des Fortschritts sich mit unverminderter Geschwindigkeit weiter
drehen soll. Eine strenge Disziplin im Denken und Handeln seitens der Freunde wie auch
des Nationalen Rates wird dieser Herausforderung erfolgreich gerecht werden; beide
mŸssen ihrer Verantwortung auf diesem Gebiet nachkommen, indem sie einige Grund-
wahrheiten erkennen und anerkennen.
Die Einheit der Menschheit, die erstes Prinzip und letztliches Ziel der Sache
Bah‡'u'll‡hs ist, verlangt, wie Shoghi Effendi sagt, eine "organische VerŠnderung in der
Struktur der gegenwŠrtigen Gesellschaft". Zu einer so grundlegenden VerŠnderung im
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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strukturellen Entwurf der Gesellschaft gehšrt auch eine neue Form der Verwaltung von
Gemeindeangelegenheiten unter den Bah‡'’. Die Einsichten, wie sie der geliebte HŸter in
einem von seinem SekretŠr geschriebenen Brief vom 14. Oktober 1941 mitteilt, werfen
Licht auf dieses bedeutende Thema:
"Die Freunde dŸrfen nie den Fehler machen, die Bah‡'’-Verwaltungsordnung als
Selbstzweck anzusehen. Sie ist nur das Werkzeug fŸr den Geist des Glaubens. Diese Sa-
che ist eine Sache, die Gott fŸr die ganze Menschheit offenbart hat. Sie ist dazu bestimmt,
der ganzen Menschheit zu nŸtzen, und der einzige Weg dahin besteht in einer Reform des
Gemeindelebens der Menschheit sowie im Versuch, den einzelnen zu erneuern. Die
Bah‡'’-Verwaltung ist nur die erste Formgebung von dem, was in Zukunft zum gesell-
schaftlichen Leben und den Gesetzen des Gemeindelebens werden wird."
Bei einer anderen Gelegenheit vermittelt Shoghi Effendis Ratschlag an einen einzel-
nen GlŠubigen einen weiteren Einblick: "Er drŠngt Sie, alles nur mšgliche zu tun, um Ein-
heit und Liebe unter den Mitgliedern der dortigen Gemeinde zu fšrdern, da dies fŸr sie
am dringendsten erforderlich zu sein scheint. So oft verlieren junge Gemeinden in ihrem
Wunsch, die Sache zu fŸhren, die Tatsache aus dem Auge, da§ diese geistigen Beziehun-
gen ungleich bedeutsamer und grundlegender sind als die Regeln und Vorschriften, die
die Gemeindeangelegenheiten bestimmen."
Hieraus kann abgeleitet werden, da§ die Bedeutung der Bah‡'’-Administration darin
liegt, als Werkzeug zu dienen, um das Entstehen und die Erhaltung des Gemeindelebens
in einer všllig neuen Weise zu fšrdern. Sie wird den Erfordernissen der geistigen Bezie-
hungen gerecht, die sich aus der Liebe und Einheit unter den Freunden ergeben. Dies be-
rŸhrt eine unterscheidende Eigenschaft des Bah‡'’-Lebens, das sich aus solchen geistigen
Beziehungen nŠhrt, nŠmlich den Geist der Dienstbarkeit gegenŸber Gott, die ihren Aus-
druck im Dienst an der Sache, an den Freunden und an der Menschheit als Ganzes findet.
Die Einstellung des Einzelnen als ein Diener, eine Einstellung, die in herausragender
Weise von 'Abdu'l-Bah‡ vorgelebt wurde, ist von einer Dynamik, die alle TŠtigkeiten des
Glaubens durchdringt; sie gewinnt eine gemeinsame, verwandelnde Kraft durch das nor-
male Funktionieren einer Gemeinde. In dieser Beziehung bilden die Institutionen des
Glaubens KanŠle fŸr die Entwicklung dieser hervorstechenden Eigenschaft. Und in die-
sem Rahmen werden die Begriffe der Herrschaft und FŸhrerschaft, der AutoritŠt und
Macht richtig verstanden und verwirklicht.
Das Entstehen einer geeinten, fest gegrŸndeten und selbstŠndigen Gemeinde mu§ ein
Hauptziel eines Geistigen Rates sein. Bestehend aus Mitgliedern, die eine Vielfalt von
Persšnlichkeiten, Begabungen, FŠhigkeiten und Interessen widerspiegeln, bedarf diese
Gemeinde eines Standards an innerem Zusammenspiel zwischen dem Rat und allen GlŠu-
bigen, der sich auf der allgemein anerkannten Verpflichtung zum Dienst grŸndet und bei
dem das GefŸhl fŸr Partnerschaft, die sich auf gegenseitiger WertschŠtzung des jeweili-
gen TŠtigkeitsfeldes grŸndet, voll anerkannt und treu unterstŸtzt wird und in der auch
nicht die Andeutung einer Zweiteilung zwischen beiden gesehen wird. In einer solchen
Gemeinde besteht FŸhrung im Ausdruck des Dienstes, durch den der Geistige Rat zur
Nutzung der vielfŠltigen Talente und FŠhigkeiten, Ÿber die die Gemeinde verfŸgt, ermu-
tigt und der die verschiedenen Elemente der Gemeinde anregt und zu den Zielen und Stra-
19. Mai 1994 Nationaler Geistiger Rat und Bah‡'’-Gemeinde
51
tegien hinfŸhrt, durch die die Wirkungen der zusammenhŠngenden KrŠfte des Fortschritts
umgesetzt werden kšnnen.
Der Ton macht die Musik
Die Aufrechterhaltung eines Klimas der Liebe und Einheit hŠngt zum gro§en Teil von
dem GefŸhl zwischen den Einzelnen ab, die ja die Gemeinde bilden, von der der Rat wie-
derum selbst ein Teil ist, einem GefŸhl, da§ ihr Zusammenspiel mit jener gšttlich verord-
neten Kšrperschaft ihnen einen weiten Rahmen fŸr Initiative lŠ§t und da§ die QualitŠt der
Beziehungen zur Institution wie auch zu den MitglŠubigen einen Unternehmungsgeist an-
spornt, der intensiviert wird durch das Bewu§tsein der revolutionŠren Absicht von
Bah‡'u'll‡hs Offenbarung und der Kenntnis des gro§en Vorrechts, zur Realisierung dieser
Absicht einen Beitrag leisten zu dŸrfen, und durch ein daraus folgendes, immer gegen-
wŠrtiges GefŸhl der Freude. In einem solchen Klima wird die Gemeinde aus einer blo§en
Summe von Teilen zu einer všllig neuen Persšnlichkeit verwandelt, die eine Einheit bil-
det, in die sich die Mitglieder einfŸgen, ohne ihre individuelle Einzigartigkeit zu verlie-
ren. Die Mšglichkeiten, eine solche Wandlung sichtbar werden zu lassen, bestehen
unmittelbar auf der šrtlichen Ebene, aber es ist eine Hauptverantwortung des Nationalen
Rates, das Umfeld fŸr ihr ErblŸhen zu schaffen.
Die AutoritŠt zur Leitung der Angelegenheiten des Glaubens auf šrtlicher, nationaler
und internationaler Ebene ist durch gšttlichen Auftrag den gewŠhlten Institutionen Ÿber-
tragen. Die Kraft, die Aufgaben der Gemeinde zu erfŸllen, ruht jedoch in erster Linie in
der Masse der GlŠubigen. Institutionelle AutoritŠt ist eine unumstš§liche Notwendigkeit
fŸr den Fortschritt der Menschheit; sie auszuŸben ist eine Kunst, die beherrscht werden
mu§. Die Handlungsfreiheit der GlŠubigen wird auf der Ebene persšnlicher Initiative er-
schlossen und kommt auf der Stufe gemeinsamen Willens zum Ausbruch. Die Kraft der
Masse, diese Mischung individueller Mšglichkeiten ist in ihrem Potential anpa§bar und
unterliegt den vielfŠltigen Reaktionen der Individuen auf die verschiedenartigen in der
Welt bestehenden EinflŸsse. Um der hšchsten Absicht nachzukommen, mu§ diese Kraft
sich in geordneten KanŠlen der AktivitŠt Šu§ern. Selbst wenn Individuen versuchen, sich
in ihrem Tun von ihrem persšnlichen VerstŠndnis der Gšttlichen Texte leiten zu lassen -
und viel kann auf diesem Wege erreicht werden - , so sind doch solche Handlungen, wenn
sie nicht von Ÿbergeordneten, autorisierten Institutionen geleitet werden, unfŠhig, den nš-
tigen Schwung zu erreichen, der fŸr eine ungehinderte Entwicklung der Zivilisation not-
wendig ist
Persšnliche Initiative ist ein herausragender Aspekt dieser Kraft; daher ist es eine
Hauptverantwortung der Institutionen, sie zu schŸtzen und anzuregen. Entsprechend ist
es fŸr die Einzelperson wichtig zu erkennen und zu akzeptieren, da§ die Institutionen han-
deln, um einen leitenden und mŠ§igenden Einflu§ auf den Fortgang der Zivilisation zu
nehmen. In diesem Sinne kann die gšttliche Forderung, da§ die einzelnen den Entschei-
dungen ihrer RŠte gehorchen mŸssen, klar als unumgŠnglich fŸr den Fortschritt der Ge-
sellschaft angesehen werden. Die einzelnen dŸrfen keineswegs všllig ihren eigenen
Vorstellungen, was die Wohlfahrt der Gesellschaft als Ganzes angeht, Ÿberlassen bleiben,
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
52
aber sie dŸrfen auch nicht durch die Einnahme einer diktatorischen Haltung seitens der
Mitglieder der Institutionen eingeengt werden.
Die erfolgreiche AusŸbung von AutoritŠt in der Bah‡'’-Gemeinde erfordert die Aner-
kennung getrennter, doch sich gegenseitig stŠrkender Rechte und Pflichten zwischen den
Institutionen und den Freunden im allgemeinen, eine Anerkennung, die wiederum die
Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen diesen beiden aufeinander einwirkenden
KrŠften der Gesellschaft begrŸ§t. Wie es in RatschlŠgen von Shoghi Effendi hei§t: "Die
einzelnen und die RŠte mŸssen lernen vernŸnftig zusammenzuarbeiten, wenn sie ihren
Verpflichtungen gegenŸber dem Glauben in angemessener Weise nachkommen wollen.
Eine solche Zusammenarbeit ist ohne gegenseitiges Vertrauen nicht mšglich."
Direktive kommt aus Ratsentscheidungen, aber ihre DurchfŸhrung hŠngt nicht nur
von ihrer Klarheit, sondern auch von einer Reihe geistiger und moralischer Faktoren ab,
die einerseits in die allgemeine Haltung der einzelnen GlŠubigen und andererseits in die
Funktionsweise des Rates eingefŸgt sein mŸssen. Der folgende Ratschlag Shoghi Effen-
dis, der in einem frŸhen Brief an die westlichen Freunde gerichtet wurde, behandelt diese
beiden Aspekte:
Werkzeuge fŸr die Darbietung der Sache Gottes
"La§t uns immer eingedenk sein, da§ der Grundton der Sache Gottes nicht diktatori-
sche Gewalt, sondern demŸtige Gemeinschaft ist, nicht willkŸrliche Macht, sondern der
Geist freier und liebevoller Beratung. Nichts au§er dem Geist eines wahren Bah‡'’ kann
je hoffen, die Prinzipien der Gnade und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Gehor-
sams, der Heiligkeit persšnlicher Rechte und der Selbsthingabe, der Wachsamkeit, Ver-
schwiegenheit und Vorsicht einerseits, und der Freundschaft, der Offenheit und des
Mutes andererseits zu versšhnen.
Die Pflichten der von den Freunden frei und gewissenhaft als ihre Vertreter GewŠhl-
ten sind nicht weniger lebenswichtig und bindend als die Pflichten der WŠhler. Es ist
nicht ihre Aufgabe zu diktieren, sondern zu beraten, und nicht nur untereinander zu bera-
ten, sondern so viel wie mšglich auch mit den Freunden, die sie vertreten. Sich selbst soll-
ten sie nicht anders sehen denn als erwŠhlte Werkzeuge fŸr die noch wirksamere, noch
wŸrdigere Darbietung der Sache Gottes. Niemals sollten sie sich zu der irrigen Meinung
verleiten lassen, sie seien die SchmuckstŸcke im Mittelpunkt der Sache Gottes, den an-
deren wesenhaft Ÿberlegen an FŠhigkeiten und Verdienst, die alleinigen Fšrderer gšttli-
cher Lehren und Prinzipien. Mit tiefster Demut sollten sie an ihre Aufgabe herangehen
und bestrebt sein, durch ihre Aufgeschlossenheit, ihren hohen Sinn fŸr Gerechtigkeit, ihr
Pflichtbewu§tsein, ihre Aufrichtigkeit, Bescheidenheit und všllige Hingabe an die Wohl-
fahrt und die Interessen der Freunde, an die Sache Gottes und die Menschheit nicht nur
das Vertrauen, die wirksame UnterstŸtzung und die Achtung derer zu gewinnen, denen
sie dienen, sondern auch ihre WertschŠtzung und wirkliche Zuneigung."
Diese Anweisungen des geliebten HŸters treffen den Kern dessen, was die Mitglieder
Ihres Rates zu dieser Zeit noch stŠrker verinnerlichen mŸssen. Wir wiederholen die Aus-
drŸcke "tiefste Demut", "Aufgeschlossenheit", "Aufrichtigkeit", "Bescheidenheit", um
19. Mai 1994 Nationaler Geistiger Rat und Bah‡'’-Gemeinde
53
sie zu betonen; und wir unterstreichen die Offenheit, die in Aufrichtigkeit enthalten ist,
weil die Zusammenarbeit, die zwischen Ihrem Rat und den Freunden gepflegt werden
mu§, entscheidend von dem Ausma§ abhŠngt, mit dem Sie - unter Einhaltung einer ver-
nŸnftigen Diskretion - die Gemeinde an Ihren Sorgen teilnehmen lassen. Die weitrei-
chendste Gelegenheit hierfŸr ist die jŠhrliche Nationaltagung, wenn die Vertreter der
ganzen Gemeinde zusammenkommen, um mit Ihnen zu beraten. Es genŸgt nicht, wenn
Sie den Abgeordneten nur gute Nachrichten und ermutigende Statistiken mitteilen. Han-
deln Sie vielmehr nach dem Rat von Shoghi Effendi: "Jede Spur von Heimlichkeit, von
ŸbermŠ§iger ZurŸckhaltung und diktatorischer Abgeschlossenheit aus ihrer Mitte ver-
bannend, sollten die Ratsmitglieder strahlend und gro§zŸgig vor den Augen der Abgeord-
neten, die sie gewŠhlt haben, ihre PlŠne, ihre Hoffnungen und ihre Sorgen ausbreiten. Sie
sollten die Abgeordneten mit den Angelegenheiten, die im Laufe des Jahres behandelt
werden mŸssen, vertraut machen, sollten ruhig und gewissenhaft die Meinungen und Ur-
teile der Abgeordneten prŸfen und abwŠgen."
Auch wenn die Abgeordneten selbst nicht in der Lage sein sollten, nŸtzliche Empfeh-
lungen zur Lšsung der jeweiligen Probleme zu geben, so werden sie dadurch, da§ Sie sie
ins Vertrauen gezogen haben, ein GefŸhl fŸr die vor dem Glauben liegenden ernsten Pro-
bleme entwickeln, was sonst unmšglich wŠre. Mit diesem VerstŠndnis werden sie dafŸr
gerŸstet sein, der Gemeinde bei ihrer wirkungsvollen Reaktion auf Ihre BeschlŸsse zu
helfen, unabhŠngig davon, wie herausfordernd diese sich auch erweisen mšgen. DarŸber
hinaus wird es Sie von jeder ŸbermŠ§igen Belastung befreien, wenn Sie wissen, da§ eine
so gro§e Zahl von GlŠubigen an Ihren innersten Sorgen Anteil hat; und noch mehr als das:
Ihre Offenheit wird sich stŠrkend auf die UnterstŸtzung Ihrer AutoritŠt durch die Abge-
ordneten auswirken, was im Ÿbrigen deren heilige Pflicht ist. Da es au§erdem fŸr Ihren
Rat weder mšglich noch praktikabel ist, sich mit allen GlŠubigen zu treffen und Ihre Mit-
glieder auch nicht stŠndig durch die Gemeinde reisen kšnnen, kann so das GefŸhl der
Freunde, da§ Sie weit weg sind, durch die Wirkung der Begegnung mit den Abgeordneten
gemildert, wenn auch nicht ganz beseitigt werden.
In Ihrer Offenheit und Aufrichtigkeit werden Sie zweifellos jene Ungehšrigkeit ver-
meiden, die bei der in Ihrem Volke ausgeŸbten Redefreiheit als Norm gilt. In einer Ge-
sellschaft, in der beim "sagen, wie es ist" ein Ausdrucksstil verwendet wird, der die
Sprache ihrer Schšnheit beraubt, und in einer Zeit, da Schroffheit allgemein als FŸh-
rungseigenschaft angesehen wird, besteht Aufrichtigkeit aus Derbheit, und AutoritŠt
spricht mit lauter und vulgŠrer Stimme. Oft mŸssen die Menschen respektlose Anwei-
sungen ihrer Vorgesetzten entgegennehmen, ein weiterer Grund fŸr Unmut und Mi§trau-
en gegenŸber AutoritŠtspersonen. Im Gegensatz dazu haben Bah‡'’-Institutionen die
Aufgabe, die Freunde daran zu gewšhnen, da§ sie AutoritŠt auch dann erkennen, wenn
sie sich einer gemŠ§igten Sprache bedient.
Man kann die auf Ihnen ruhende Verpflichtung im beschriebenen Umgang mit der
Gemeinde nicht ŸberschŠtzen. Keinen Augenblick kšnnen Sie es sich erlauben zu verges-
sen, da§ von der Art, wie Sie AutoritŠt ausŸben, der Erfolg Ihrer Arbeit abhŠngt. Vor die-
sem Hintergrund mŸssen Sie auch sorgfŠltig auf das Verhalten jener Ihrer AmtstrŠger
achten, die notwendigerweise in Ihrem Namen handeln und dabei Ihre BeschlŸsse aus-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
54
fŸhren und Ihre Anweisungen an andere weitergeben. Nun kommt es manchmal vor, da§
Angestellte in Ihrem nationalen Zentrum in ihrem Eifer nach genauem und vollstŠndigem
Gehorsam die Anweisungen Ihres Rates mit einer SchŠrfe im Ton ausfŸhren, die die Men-
schen verletzt und Unwillen gerade gegen jene Kšrperschaft hervorruft, der zu dienen
sich die Angestellten mit LoyalitŠt und Ergebenheit bemŸhen. Die Belegschaft sollte ein
GefŸhl fŸr diese Situation entwickeln. Durch Ihre liebevolle und nachhaltige FŸhrung
mu§ ihnen zum Bewu§tsein gebracht werden, da§ die geistigen Vorbedingungen fŸr ein
gutes und achtungsvolles VerhŠltnis zu anderen gewissenhaft erfŸllt werden mŸssen,
denn dies ist nicht nur in sich selbst tugendhaft, sondern verringert auch die FŠlle, in de-
nen ungute GefŸhle gegenŸber Ihrem Rat entstehen.
In welchem Ma§e die AutoritŠt des Rates eingesetzt wird, um die Gerechtigkeit wie-
derherzustellen, hŠngt von der Schwere des Falles ab. Manchmal mu§ der Rat streng oder
drastisch handeln. Aber auch da mŸssen sich die Ratsmitglieder bewu§t sein, da§ die von
ihnen ausgeŸbte AutoritŠt im allgemeinen mit Liebe, Demut und echter Achtung fŸr an-
dere Ausdruck finden mu§. In dieser Weise ausgeŸbt, bleibt AutoritŠt natŸrlich und hŠlt
sich im Rahmen dessen, was fŸr geistig eingestellte und gerecht denkende Seelen akzep-
tabel ist. Die folgende von Shoghi Effendi gegebene und von seinem SekretŠr Ÿbermittel-
te FŸhrung ist hier besonders relevant: "Die Verwalter des Glaubens mŸssen wie Hirten
sein. Ihr Ziel sollte es sein, alle Zweifel, Mi§verstŠndnisse und schŠdlichen Differenzen
zu zerstreuen, die in der Gemeinschaft der GlŠubigen aufkommen mšgen. Dies kšnnen
sie im rechten Umfang erreichen, sofern sie erfŸllt sind von einem wahren Sinn der Liebe
zu ihren BrŸdern, verbunden mit dem festen Entschlu§, in allen FŠllen, die ihnen (zur Ent-
scheidung) unterbreitet werden, mit Gerechtigkeit zu handeln."
Seien Sie sich nachdrŸcklich bewu§t, da§ unsere Betonung der geistigen Erfordernis-
se Ihrer Funktionsweise nicht nur ein Ausdruck frommen Idealismus ist. Weit, weit davon
entfernt. Ihr Fehlen in der šffentlichen Diskussion und bei den †berlegungen weltlicher
FŸhrer ist weitgehend fŸr den gegenwŠrtigen Zustand der Gesellschaft verantwortlich.
Sie sind in ihren Auswirkungen so praktisch, wie sie in ihrem Wesen geistig sind. Setzen
Sie sie bewu§t ein, stŠndig und vertrauensvoll; beobachten Sie dann, wie Ihr Handeln die
BestŠtigung des Heiligen Geistes in Gestalt der Antwort der Gemeinde anziehen wird.
Nun zu Ihrer Sorge einer †berkontrolle der Freunde: Wenn Sie die Art der bei den
Freunden vorhandenen Handlungskraft richtig einschŠtzen, werden Sie auch beurteilen
kšnnen, wie sie am besten zu fŸhren und anzuleiten sind. Man mu§ ihnen einen weiten
Handlungsspielraum zugestehen, was bedeutet, da§ man Ÿber ein gro§es Ma§ an Fehlern
hinwegsehen mu§. Ihr Nationaler Rat und die šrtlichen RŠte brauchen nicht bei jedem
Fehler automatisch zu reagieren, sondern mŸssen zwischen Fehlern unterscheiden, die
sich im Laufe der Zeit selbst korrigieren und der Gemeinde nicht besonders schaden, und
jenen, die ein Eingreifen des Rates erfordern. Hierzu gehšrt auch die Tendenz der Freun-
de, einander bei der geringsten Provokation zu kritisieren, wohingegen die Lehren sie
auffordern, einander zu ermutigen. Die Motive fŸr diese Neigungen liegen natŸrlich in ei-
ner tiefen Liebe zum Glauben und dem Wunsch, ihn všllig fehlerfrei haben zu wollen.
Aber Menschen sind nicht vollkommen. Durch Ihr Beispiel und Ihre liebevollen Rat-
schlŠge mŸssen Sie den šrtlichen RŠten und den Freunden helfen, diese Art von Kritik zu
19. Mai 1994 Nationaler Geistiger Rat und Bah‡'’-Gemeinde
55
unterlassen, die das Wachstum und die Entwicklung der Gemeinde nur hemmen. Sie soll-
ten sich auch davor hŸten, zu viele Gesetze und Regelungen aufzustellen. Die Sache ist
nicht so zerbrechlich, da§ sie nicht bis zu einem gewissen Grade Fehler hinnehmen kšnn-
te. Wenn Sie meinen, da§ ein gewisses Verhalten sich zu einem Trend mit schŠdlichen
Folgen entwickeln kšnnten, so kšnnten Sie, statt neue Regeln aufzustellen, die Sache mit
den Beratern besprechen und deren UnterstŸtzung bei der Erziehung der Freunde gewin-
nen, die dann in einer Weise erfolgt, die deren VerstŠndnis und Verhalten verbessert.
Ein neuer KrŠfteschub wŸrde den Ma§nahmen des Drei-Jahres-Planes zuwachsen,
wenn die Freunde einzeln und gemeinsam fŸhlen, da§ ihnen ein grš§eres Ma§ an Freiheit
zugestanden wird, sich bei einer ganzen Reihe selbstentwickelter AktivitŠten zu engagie-
ren. Wenn Sie selbst auch nichts absichtlich tun, um solche Freiheiten zu beschneiden, ihr
hŠufiger Ausdruck der Mi§billigung durch die Institutionen, welchen Ursprungs auch im-
mer, und ihre Angst vor Kritik lŠhmen in beachtlichen Ma§e ihre Initiative. Gerade in die-
ser Zeit, da die Všlker der Welt von seelenzerbrechenden Schwierigkeiten
niedergedrŸckt werden und der Schatten der Verzweiflung das Licht der Hoffnung aus-
zulšschen droht, mu§ unter den einzelnen GlŠubigen das Bewu§tsein ihrer Berufung wie-
dererweckt werden, ein GefŸhl der ErmŠchtigung, dem drŠngenden BedŸrfnis der
Menschheit nach FŸhrung gerecht werden zu kšnnen und auf diese Art in ihrem eigenen
Lebenskreis Siege fŸr den Glauben zu erringen. Die ganze Gemeinde sollte bei den Be-
mŸhungen, diese Aufgaben zu meistern, mit einbezogen werden. Eine einzige Antwort
wŠre natŸrlich unangebracht, da es so viele verschiedene Elemente und Interessen in der
Gemeinde gibt. Diese Dinge erfordern nicht nur Ihre eigene unabhŠngige Beratung, son-
dern auch die Beratung mit den Beratern. Obgleich die Geistigen RŠte schon sehr gut Zie-
le aufstellen kšnnen, beherrschen sie doch noch nicht die Kunst, die FŠhigkeiten der
Freunde richtig zu nutzen und die Mas se der Freunde zu Aktionen aufzurŸtteln, die zur
ErfŸllung dieser Ziele fŸhren. Es wŠre ein Zeichen der Reife dieser Institutionen, wenn
dieser Mangel behoben wird. Mšge Ihr Rat den Weg weisen.
Eine weitere Dezentralisierung der nationalen Administration wŸrde die Mšglichkeit
eršffnen, die Kontrolle an der Spitze zu lockern und die Freunde dazu ermutigen, sich an
der Arbeit der Gemeinde an der Basis zu beteiligen. Wir begr٤en daher Ihre Absicht, in
dieser Weise zu verfahren. Wahrscheinlich werden Sie dies allmŠhlich tun und nicht in
einem einzigen gro§en Schwung. Die Angelegenheit wird ganz Ihrem eigenen Urteil
Ÿberlassen. Es wird Sie vielleicht ermutigen zu wissen, da§ in einigen LŠndern, in denen
die Herausforderungen bei der Leitung der Lehrarbeit und der Bedarf an anderen Verwal-
tungsdiensten ungeheure Ausma§e angenommen hatten, verschiedene Ma§nahmen er-
griffen wurden, um ein gewisses Ma§ an Dezentralisation zu erreichen. Eine genaue
Beschreibung einiger dieser BemŸhungen geht Ihnen gesondert zu.
Nach dem Gesagten halten wir ein, um Ihnen zu versichern, da§ wir uns sehr wohl der
auf Ihnen ruhenden gro§en Last und der stŠndigen Anforderungen um Hilfeleistungen bei
fehlenden entsprechenden Mitteln bewu§t sind. Verzagen Sie nicht. Sie haben sehr wohl
die FŠhigkeiten, den Ihnen in diesen schweren Zeiten gestellten Herausforderungen ge-
recht zu werden; Sie mŸssen nur den Prinzipien gemŠ§ handeln. Die Vergangenheit Ihrer
Gemeinde ist ruhmreich; ihre Zukunft ist Ÿber alle Vorstellungen hinaus gro§artig. Die
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
56
gšttlichen Verhei§ungen fŸr Ihre Gemeinde sind gewi§; die Segnungen Bah‡'u'll‡hs sind
sicher, in dem Ma§e wie Sie Seine Absichten zu erfŸllen suchen. Die FlŸgel des geliebten
Meisters sind Ÿber Ihnen ausgebreitet, damit Sie erfolgreich die Aufgaben wahrnehmen,
die Er Ihnen Ÿbertragen hat. Und unsere Liebe umgibt Sie und Ihre geschŠtzte Gemeinde,
die in jedem Augenblick stŠrker wird. Schreiten Sie deshalb voran, um den Anforderungen
der Stunde mit unverminderter Hoffnung und Vertrauen gerecht zu werden.
Die durch Bah‡'u'll‡h freigesetzte Kraft wirkt mit zunehmender Geschwindigkeit und
beschleunigt den Proze§ der Umwandlung, der die von Ihm verkŸndete Neue Ordnung
herbeifŸhren mu§. Der sich verschlimmernde Zustand der Gesellschaft beweist es, die
weltweite Sehnsucht nach neuen Lšsungen fŸr menschliche Probleme bestŠtigt es. Viel
steht auf dem Spiel; das Schicksal der Menschheit liegt in gefahrvoller Weise in der
Schwebe. Die Bah‡'’-Gemeinde trŠgt eine schwere Verantwortung fŸr die nahe und ferne
Zukunft, jetzt, da sich die Bewegung hin zum Geringeren Frieden beschleunigt. Nun ist
die Zeit, da§ die Freunde neue Mšglichkeiten ergreifen, um den Wirkungsbereich und
den Einflu§ des Glaubens zu erweitern und neue Handlungsebenen zu erklimmen, indem
sie die Gemeinde erweitern und ihre Grundlagen festigen. Es ist wirklich Zeit fŸr kŸhnes,
von Furcht vor Fehlern unverzagtes Handeln, angefacht von der Notwendigkeit, die drŠn-
genden BedŸrfnisse der Menschheit zu befriedigen. Wird die amerikanische Bah‡'’-Ge-
meinde die Gelegenheit, der Herausforderung zu begegnen, nicht erkennen? Werden ihre
Mitglieder etwa nicht erneut jenen Weg beschreiten, der eine Unzahl von Siegen ermšg-
licht?
Unsere innigen Gebete an der Heiligen Schwelle gehen dahin, da§ die Antwort der
Meisterbauer der Neuen Weltordnung unverzŸglich, rŸckhaltlos und reichlich bestŠtigt
werden mšge.
Mit liebevollen Bah‡'’-GrŸ§en, Das Universale Haus der Gerechtigkeit
12. September 1994
An alle Nationalen Geistigen RŠte
WŠhrend des ersten Jahres des 3-Jahresplans wurde aufgrund der auopferungsvollen An-
strengungen der Freunde in aller Welt eine Stumme von fast 16 Millionen Dollar fŸr das
Berg-Karmel-Projekt gespendet, was fast 1.800 Einheiten von je 9000 Dollar entspricht.
Im Laufe des Jahres wuchs der Fonds mit zunehmendem Ma§e und zeigte damit die rege
Antwort auf den Brief vom 31. Oktober 1993, in dem das Universale Haus der Gerech-
tigkeit von Einheiten zu je 9000 Dollar sprach. Von Februar bis April 1994 wurden Ÿber
7.500.000 $ gespendet. Falls die Freunde dieses Niveau von ergebener Opferbereitschaft
in den verbleibenden 2 Jahren des Plans aufrecht erhalten kšnnen, werden sie mit Sieges-
gewi§heit die verbleibenden 58 Millionen Dollar aufbringen.
"... es ist das innige Gebet des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, da§ sich die An-
hŠnger Bah‡'u'll‡hs in jedem Land stets der gro§en Bedeutung und Dringlichkeit dieses
erhabenen Unternehmens in ihren Gedanken und Gebeten bewu§t machen, keine MŸhen
19. September 1994 Bah‡'’-IdentitŠt festigen und €ngste Ÿberwinden
57
scheuen, das Ziel zu erreichen und ohne Rast ihreArbeit voran zu treiben."
19. September 1994
Bah‡'’-IdentitŠt festigen und €ngste Ÿberwinden
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland Liebe Bah‡'’-Freunde,
das Universale Haus der Gerechtigkeit hat uns beauftragt, Ihnen fŸr Ihren Brief vom 9. Au-
gust 1994 zu danken, mit dem Sie eine Kopie Ihres Briefes selben Datums an Berater Donald
Rogers schickten, der Sie im Auftrag des Internationalen Lehrzentrums besuchen wird.
Das Haus der Gerechtigkeit begrŸ§t die grŸndliche Analyse, die Sie vom sozialen
Klima in Deutschland zum gegenwŠrtigen Zeitpunkt, von der Stimmung in der Bah‡'’-
Gemeinde und von den frŸchtebringenden AktivitŠten, die bereits im Gange sind, vorge-
nommen haben. Dies wird fŸr Herrn Rogers in seiner Zusammenarbeit mit den Beratern
und mit Ihrem Rat sehr hilfreich sein. Auch liefert es fŸr Ihre eigenen Beratungen und Ak-
tionen eine klŠrende Grundlage.
Eigene AktivitŠten und Beteiligung an Projekten
Es gibt zwei Handlungsbereiche, die den Glauben voranbringen. Der eine, der unge-
achtet irgendwelcher gemeinschaftlicher PlŠne stŠndig weitergehen sollte, ist fŸr jeden
einzelnen GlŠubigen die ErfŸllung seiner oder ihrer Verantwortung gegenŸber
Bah‡'u'll‡h, Seinen Glauben zu lehren. Der andere Bereich sind die durch die Institutio-
nen des Glaubens ins Leben gerufenen und ihrer FŸhrung unterliegenden AktivitŠten und
Projekte, in denen die einzelnen Freunde zusammenarbeiten.
Wie Sie andeuten, sind zwei der Aufgaben, die sich Ihrem Rat stellen, die Bah‡'’-Iden-
titŠt der GlŠubigen zu festigen und ihnen dabei zu helfen, ihre €ngste, die sie vom Lehren
des Glaubens abhalten, zu Ÿberwinden. Die erste hŠngt mit der Aufrechterhaltung des
Bah‡'’-Standards und der Bah‡'’-Gesetze durch die GlŠubigen angesichts des herabgesetz-
ten gesellschaftlichen Drucks zusammen, die zweite wird sie befŠhigen, beim †berbringen
der Botschaft an empfŠngliche Seelen Initiative und Vertrauen zu zeigen. Die ErfŸllung
dieser beiden Aufgaben wird darin bestehen, da§ der Entwicklung des geistigen Lebens
des einzelnen GlŠubigen Aufmerksamkeit gewidmet wird, und da§ in jeder Bah‡'’-Ge-
meinde jene warme, liebevolle AtmosphŠre geschaffen wird, die nicht nur eine verbinden-
de, anziehende Kraft ist, sondern in sich selbst schon eine vertiefende Erfahrung.
Was das eigentliche †berbringen der Botschaft an andere betrifft, so forderte Shoghi
Effendi die Freunde eindringlich auf, "taktvoll, liebevoll, im Geiste des Gebetes und mit
Ausdauer" zu lehren (Citadel of Faith, Wilmette 1965, S. 148). Zu oft neigen die Freunde
dazu, das "im Geiste des Gebetes" wegfallen zu lassen, wenn sie vergessen, da§ sie beim
Lehren des Glaubens nur die Werkzeuge Bah‡'u'll‡hs sind und Seiner Hilfe mehr als alles
anderen bedŸrfen. Die Liebe eines GlŠubigen fŸr Bah‡'u'll‡h und die AbhŠngigkeit von
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
58
Seinen BestŠtigungen haben allergrš§ten Einflu§ auf erfolgreiches Lehren. Shoghi Effen-
di erklŠrt ebenfalls, da§ es nicht ausreicht, fŸr den Erfolg unserer LehrbemŸhungen zu be-
ten, wir sollten au§erdem zu Gott beten, da§ er uns empfŠngliche Seelen zufŸhrt.
Es wŸrde helfen, die €ngste der einzelnen aus dem Weg zu rŠumen, wenn sie ein tie-
feres VerstŠndnis vom Proze§ der Ausbreitung des Glaubens und von der geistigen Dyna-
mik der Annahme der Botschaft Bah‡'u'll‡hs erlangten. Dies kšnnen sie durch das Studium
des Statements und der Textzusammenstellung Ÿber den Beitritt in Scharen erreichen.
Dieses Statement mit der Textzusammenstellung sollte sorgfŠltig und mit Verstand
studiert werden. Es sollte nicht mi§gedeutet werden als blo§er Aufruf, schneller zu lehren
und die Anzahl neuer GlŠubiger zu erhšhen; ebensowenig ist es eine Rechtfertigung ober-
flŠchlicher, unangemessener Methoden, den Glauben zu fšrdern. Es ist ein Aufruf an alle
Bah‡'’ zu erkennen, da§ die stŠndige Sorge um materiellen Wohlstand, das Verwerfen
geistiger Wahrheiten, die †berbewertung intellektueller Diskussion und BeweisfŸhrung
und Ÿbertriebener, gedankenloser und blinder Aberglaube alles Verwirrungen sind, die
vorŸbergehen werden. In jeder Bevšlkerung gibt es viele Seelen, die aufrichtig und sehn-
suchtsvoll nach der Wahrheit verlangen und die voll Freude die Botschaft Bah‡'u'll‡hs an-
erkennen und Seine Sache von ganzem Herzen annehmen werden, wenn sie erst einmal
davon erfahren. Die Bah‡'’ sollten nie mŸde werden, diese Seelen aufzuspŸren. Sie sollten
immer weiter versuchen, die Lehren mit Begeisterung, Ausdauer und Weisheit zu ver-
breiten, auf allen Wegen und ohne sich etwa durch mangelnde Aufnahmebereitschaft ent-
mutigen zu lassen.
Erkenntnis ist keine Frage der Zeit
Wenn es auch richtig und weise ist, da§ ein Bah‡'’-Lehrer gegenŸber dem Menschen,
dem er die Botschaft Ÿberbringt, VerstŠndnis und liebevolle Geduld zeigt, so sollte man
doch nicht annehmen, da§ Mi§trauen seitens einer Person, die das erste Mal von
Bah‡'u'll‡h hšrt, oder langsames Annehmen der Botschaft unbedingt Tugenden sind. Man
kann nicht immer die LŠnge der Zeit, seit der jemand den Glauben studiert, mit dem Aus-
ma§ seines VerstŠndnisses gleichsetzen. Eine aufgeweckte, empfŠngliche Seele mag im
Verlauf weniger Stunden tiefste Erkenntnisse erlangen, zu denen ein anderer selbst nach
jahrelangem, Šu§erlich aktivem Bah‡'’-Leben nicht gelangt. Zudem gelingt es einem neu-
en GlŠubigen voller Begeisterung fŸr die Botschaft oft besonders gut, empfŠngliche See-
len herauszufinden und anzuziehen.
Dies sind einige der Tatsachen aufgrund menschlicher Erfahrung, die die Freunde ak-
zeptieren und begreifen mŸssen. So werden sie auf den unabwendbaren Tag, da hunderte
und tausende ihrer Mitmenschen in Scharen dem Glauben zustršmen werden, vorbereitet
sein, und in der Zwischenzeit kšnnen sie diesen Tag sehnsŸchtig erwarten und fŸr sein
baldiges Kommen arbeiten.
Es ist nicht nur von gro§er Bedeutung, da§ die Hilfsamtsmitglieder und ihre Assis-
tenten sowie die Geistigen RŠte und ihre Gemeinden die Initiativen der Freunde ermuti-
gen und ihnen helfen, aus ihren BemŸhungen die besten Ergebnisse zu erzielen, wobei sie
geduldig und nachsichtig gegenŸber ihren unvermeidbaren Fehlern sein sollten; ebenso
20. Oktober 1994 Positive Bilanz fŸr die erste HŠlfte des Dreijahresplans
59
wichtig ist es, da§ die einzelnen Mitglieder der Gemeinde erkennen, da§ es vor allem die
freudige, liebevolle Einheit der Bah‡'’ sein wird, die die Sucher anzieht und ihnen hilft,
ihre Zweifel zu Ÿberwinden. Nichts wŸrde schneller jede BemŸhung zunichte machen, als
ein vorherrschender Geist Ÿbertriebener Kritik oder das Anzetteln von Konflikt und Streit
unter den GlŠubigen oder zwischen den GlŠubigen und den gšttlich geschaffenen Institu-
tionen, die das Hauptinstrument fŸr Einheit und StŠrke der Gemeinde sind. In allen Le-
bensbereichen gibt es Verhaltensweisen und AnsŠtze, die dem einen anziehend
erscheinen und dem anderen unattraktiv oder sogar absto§end. Da wir ein breites Spek-
trum von Menschen zum Glauben hinziehen mŸssen, mŸssen Bah‡'’ einerseits so einfŸhl-
sam sein, niemanden zu krŠnken, und andererseits nachsichtig gegenŸber den
Eigenheiten anderer und dem, wofŸr sie sich begeistern. Es ist Sache des Rates zu ent-
scheiden, wann irgendeine AktivitŠt die ihr angemessenen Grenzen Ÿberschreitet, und Sa-
che der Freunde, solche FŸhrung gern anzunehmen.
Wie in der Ridv‡n-Botschaft erwŠhnt wurde, kann "Beratung auf šrtlicher und natio-
naler Ebene und zwischen Institutionen und GlŠubigen ... zur BegrŸndung und BestŠr-
kung des Wachstums der Bah‡'’-Gemeinde" fŸhren. Beratungen des Nationalen
Geistigen Rates mit den Beratern sind von besonderem Wert, vor allem wenn jedes Mit-
glied des Rates aufnahmebereit, konzentriert und verantwortungsbewu§t auf das hšrt,
was auch immer die Berater zu sagen haben. Das Haus der Gerechtigkeit vertraut darauf,
da§ die Mitglieder Ihrer Gemeinde durch die Vision und den Beistand der europŠischen
Berater und mit der FŸhrung Ihres Rates im Stande sein werden, ihren Blick Ÿber die er-
heblichen Schwierigkeiten, von denen sie umgeben sind, zu heben, und das Vertrauen
und den Glauben zu erlangen, die sie befŠhigen werden, die gefrorenen Herzen zu
schmelzen, den Verzweifelten Mut zu geben und die suchenden Seelen tausender ihrer
MitbŸrger aus jedem Milieu, von jedweder Rasse anzuziehen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit bittet uns, Sie seiner inbrŸnstigen Gebete in
den Heiligen Schreinen fŸr jede šrtliche Bah‡'’-Gemeinde und jeden ergebenen AnhŠnger
Bah‡'u'll‡hs in Deutschland zu versichern.
Mit liebevollen Bah‡'’-GrŸ§en (fŸr die Sekretariatsabteilung), Im Auftrage des Universa-
len Hauses der Gerechtigkeit
20. Oktober 1994
Positive Bilanz fŸr die erste HŠlfte des Dreijahresplans
An die Bah‡'’ der Welt
Zur HŠlfte des Dreijahresplanes fŸhlen wir uns dazu bewegt, unseren Dank an Bah‡'u'll‡h
darzubringen im Namen Seiner AnhŠnger in jedem Land, fŸr Seine reichlichen, uner-
schšpflichen Zeichen Seiner lebensspendenden BestŠtigungen. Besonders freuen wir uns
Ÿber die herausragende Antwort auf den Aufruf fŸr Pioniere und Reiselehrer, und wir sind
durch die aufopferungsvollen Stršme der UnterstŸtzung fŸr die majestŠtischen Projekte
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
60
am Berge Gottes tief bewegt.
Die jetzt verbleibende Zeitspanne ist in der Tat kurz. Rasches, gemeinsames Handeln
ist notwendig, um die nationalen Ziele zu erreichen und die lebenswichtigen allgemeinen
Ziele des Planes zu erfŸllen. Besonders appellieren wir an unsere MitglŠubigen allŸberall,
eine stŠrkere Anstrengung als jemals zuvor zu unternehmen, um die Botschaft
Bah‡'u'll‡hs einer zunehmenden Zahl ihrer MitbŸrger darzureichen und sie einzuladen,
Seine Sache zu studieren und sie anzunehmen. Das zunehmende Leid und der wachsende
Aufruhr der Menschheit gebieten eine entsprechende Beschleunigung des Wirkens der
heilenden und vereinigenden KrŠfte von Gottes heiliger Sache.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
7. Dezember 1994
FŸnf neue Nationale Geistige RŠte zu Ridvan
In seinem Schreiben teilt das Universale Haus der Gerechtigkeit allen Bah‡'’ voller Freu-
de mit, da§ zu kommendem Ridvan fŸnf neue Nationale Geistige RŠte gebildet werden.
Auf dem afrikanischen Kontinent wird Eritrea einen neuen Rat mit Hauptsitz in Asmara
haben. In Asien werden zwei neue Nationale RŠte gebildet: Armenien mit Sitz in Eriwan
und Georgien mit Sitz in Tbilisi. In Europa werden ebenfalls zwei neue RŠte gebildet:
Wei§ru§land mit Sitz in Minsk und Sizilien mit Sitz in Palermo.
Weiterhin wird aus dem bisherigen Regionalen Geistigen Rat von Ru§land, Georgien
und Armenien zukŸnftig der Nationale Geistige Rat der Bah‡'’ der Russischen Fšderati-
on. Der Regionale Geistige Rat der Ukraine, Wei§ru§lands und Moldawiens wird zum
Regionalen Geistigen Rat der Bah‡'’ der Ukraine und Moldawiens umgebildet. In Afrika
wird darŸber hinaus ein Zusammenschlu§ von Gemeinden auf Ÿbernationaler Ebene statt-
finden. Im Hinblick auf die politische Wiedervereinigung der sŸdlichen Region Afrikas
schlie§en sich die Bah‡'’-Gemeinden von Bophuthatswana, der Ciskei, SŸdafrikas und
der Transkei unter Leitung eines neuen Nationalen Geistigen Rates der Bah‡'’ von SŸd-
afrika zusammen.
"Diese aufregenden Aussichten zeigen an, mit welcher stŠndig zunehmenden Ge-
schwindigkeit der Konsolidierungsproze§ in verschiedenen Teilen der Welt stattfindet
und so einen weiteren Vorsto§ bei der Bildung jenes wundersamen Systems ermšglicht,
das von Bah‡'u'll‡h dazu bestimmt wurde, die weltweiten Angelegenheiten zu ordnen und
auf unwiderrufliche Weise den Frieden auf diesem Planeten zu sichern. Mšgen die Freun-
de in aller Welt in ihrer Besinnung auf die bevorstehenden Siege neuen Mut erlangen, um
ihre mannigfaltigen BemŸhungen beim Verbreiten der Botschaft Bah‡'u'll‡hs zu verviel-
fachen und zu beschleunigen."
61
Botschaften und Briefe
des Jahres 1995
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
62
17. Januar 95
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland
Liebe Bah‡'’-Freunde,
das Universale Haus der Gerechtigkeit war sehr erfreut Ÿber Ihren Brief vom 23.12.94
und die Nachricht Ÿber die segensreichen Folgen des Besuchs von Berater Donald Rogers
in Deutschland. Zweifellos wird seine liebevoll und herausfordernd vorgebrachte Bot-
schaft viele neue Perspektiven in den Augen der deutschen GlŠubigen eršffnet und den
Samen gelegt haben, der in den nachfolgenden Monaten zum Keimen kommt. Seien Sie
gewi§, da§ das Universale Haus der Gerechtigkeit an den Heiligen Schreinen angesichts
der Resonanz der deutschen Freunde und der weiterhin bestehenden Herausforderung der
Lehrarbeit um die gšttlichen BestŠtigungen und Segnungen beten wird.
Mit liebevollen Bah‡'’-GrŸ§en, Sekretariat des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
31. Januar 1995
Hinscheiden von Erna Schmidt
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland
(Wir sind) tief betrŸbt (Ÿber die) Nachricht (vom) Hinscheiden (von) Erna Schmidt, (die
eine) treue Dienerin Bah‡'u'll‡hs (und eine) ergebene Fšrderin Seines Glaubens in
Deutschland (war). Ihr liebevoller, einigender Einflu§ (bleibt immer in) dankbarer Erin-
nerung.†bermitteln (Sie) freundlicherweise (den) Mitgliedern ihrer herausragenden Fa-
milie unser wŠrmstes MitgefŸhl und (die) Zusicherung (unserer) Gebete (an den)
Heiligen Schreinen (fŸr den) Fortschritt ihrer strahlenden Seele (in) allen Welten Gottes.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
01. Februar1995
Zur Frage der Vermengung von AktivitŠten der Bah‡Õ’-Gemeinde und
psychologischen Modellen
Aus einem Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an den Nationalen Geistigen
Rat der Bah‡Õ’ in Deutschland
ã...Das Haus der Gerechtigkeit hat uns gebeten zu bestŠtigen, da§... es ausgezeichnet
ist, wenn die Freunde ihre Talente und beruflichen FŠhigkeiten zum Nutzen der Mensch-
heit in Einklang mit den Lehren des Glaubens entwickeln. Hervorragend ist auch, wenn
sie durch ihre Arbeit in der Lage sind, das Wissen um den Glauben und seine Lehren zu
22. MŠrz 1995 Care & Fair
63
verbreiten und Seelen anzuziehen, die Botschaft Bah‡ÕuÕll‡hs zu erkennen und anzuneh-
men. Es ist nicht zu vermeiden, da§ Bah‡Õ’, die auf diese Weise zum Glauben hingezogen
werden, wie auch Mitglieder der Bah‡Õ’-Gemeinde, denen die angewandte Methode ge-
holfen hat, dazu neigen werden, gegenseitige Freundschaft und Zusammenarbeit aufzu-
bauen. Dies ist všllig natŸrlich und wird nicht schaden, es sei denn, der Proze§ bringt
unerwŸnschte Folgen mit sich, wie zum Beispiel:
a) Der …ffentlichkeit oder den Teilnehmern selbst wird der Eindruck vermittelt, da§ der
Bah‡Õ’-Glaube oder die Institutionen der Bah‡Õ’-Gemeinde die bestimmte Methode
oder damit zusammenhŠngende AktivitŠten besonders billigen oder unterstŸtzen.
b) Die betroffenen Freunde erlauben sich von den jeweiligen Methoden oder Themen so
begeistert zu werden, da§ sie diese den AktivitŠten der Bah‡Õ’-Gemeinde aufdrŠngen
und dabei die Tatsache Ÿbersehen, da§ deren Besonderheiten nicht Teil der Bah‡Õ’-
Lehren sind und Ð obwohl sie selbst diese als sehr nŸtzlich empfunden haben Ð andere
Bah‡Õ’ vielleicht nicht so zustimmend reagieren und demzufolge den Eindruck erhal-
ten, da§ der Bah‡Õ’-Glaube dazu benutzt wird, eine bestimmte private Sichtweise oder
Methode voranzutreiben, und das zum Schaden des Glaubens....Ò
22. MŠrz 1995
Care & Fair
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland:
... Das Haus der Gerechtigkeit hegt die Erwartung, da§ mit dem Wachstum der Bah‡'’-
Gemeinde einzelne Bah‡'’, auf sich gestellt oder in Verbindung mit anderen, vielfŠltige
von den Idealen und Lehren des Glaubens angeregte Unternehmungen und Initiativen
starten werden. In vielen Teilen der Welt haben derartige Initiativen und AktivitŠten, ob-
gleich weithin privater Natur, aufgrund ihrer Wirksamkeit und neuartigen Ideen dem
Glauben und seinen Lehren gro§es Ansehen gewonnen.
Wenn auch die Bah‡'’-Institutionen sich vor der Gefahr hŸten mŸssen, zum Werkzeug
fŸr den Ehrgeiz und die Interessen einzelner GlŠubiger gemacht zu werden, sollten sie
doch zu solchen Initiativen auf alle FŠlle ermutigen. Das ist eine Sache der rechten Beur-
teilung, Šhnlich, wie der geliebte HŸter in seinem Brief vom 21. MŠrz 1932 an die GlŠu-
bigen der Vereinigten Staaten und Kanada ausfŸhrt:
"In dem Ma§e, wie sich die Zahl der Bah‡'’-Gemeinden in den verschiedenen Welt-
teilen vervielfacht und ihre Macht als gesellschaftliche Kraft fortschreitend spŸrbar wird,
werden sie zweifellos dem wachsenden Druck von Machthabern und politisch Einflu§-
reichen ausgesetzt sein - Leuten, die UnterstŸtzung im Verfolgen ihrer eigenen Ziele er-
warten. In wachsendem Ma§e werden die Gemeinden auch das BedŸrfnis nach dem
Wohlwollen und der UnterstŸtzung ihrer jeweiligen Regierungen spŸren, weil sie sich be-
mŸhen, die Reichweite der ihrer Obhut unterstellten Institutionen zu erweitern und deren
Grundlagen zu festigen. Sie sollten auf der Hut sein, da§ sie nicht in ihrem Eifer, die Ziele
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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ihrer geliebten Sache zu fšrdern, unabsichtlich dazu gefŸhrt werden, mit ihrem Glauben
zu feilschen, ihre wesentlichen GrundsŠtze Kompromissen auszusetzen oder um irgend-
welcher materieller Vorteile fŸr ihre Institutionen willen die Unversehrtheit ihrer geisti-
gen Ideale aufzuopfern." (WOB S.102)
Die Bah‡'’-Gemeinde hat dieses Stadium schon erreicht und lernt gerade durch Erfah-
rung, wie mit Regierungen und Nicht-Bah‡'’-Organisationen zum Wohle der Menschheit
zusammenzuarbeiten ist, ohne sich von politischen Drahtziehern zum Werkzeug machen
zu lassen. Ebenso mŸssen die Bah‡'’-Institutionen lernen, wie sie Initiativen einzelner
Bah‡'’ fšrdern kšnnen, ohne Glaubensprinzipien zu verletzen.
Die Art der von Care & Fair vorgestellten Initiative, mit der ein Gewerbe- oder Han-
delszweig ein menschenfreundliches Werk auf freiwilliger Basis unternehmen will, wird
fast unvermeidlich das Ergebnis eines Geflechts von Motiven sein. Aber die Tatsache,
da§ GeschŠftsleute aufgeklŠrte GeschŠftsmethoden als wesentlichen Bestandteil ihrer ei-
genen finanziellen LebensfŠhigkeit einfŸhren, nimmt der Initiative nichts von ihrem
Wert. Wenn das Unternehmen gesund und menschendienlich ist, dient es nur zum besten,
wenn es Bah‡'’-GeschŠftsleute sind, die die Richtung weisen. Die Care & Fair-Initiative
entzŸndete sich an einer strittigen Situation im Umfeld der vielbeklagten Kinderarbeit,
aber es scheint, da§ diese Seite des Problems positiv behandelt wird. DarŸber hinaus ist
die Initiative, wie sie sich jetzt darstellt, nicht auf den Teppichimport beschrŠnkt, sondern
wird als genereller Weg vorgeschlagen, auf dem Wirtschaftszweige in den reichen LŠn-
dern praktische Schritte tun kšnnen, um den Fortschritt der Bevšlkerung in jenen LŠndern
zu sichern, aus denen sie die GŸter importieren ...
2. April 1995
Private Organisationen und Bah‡'’-Institutionen
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland Liebe Bah‡'’-Freunde,
das Universale Haus der Gerechtigkeit hat Ihr per Fax Ÿbermitteltes Schreiben vom 22.
Dezember 1994 an unsere Abteilung weitergegeben. In diesem Schreiben baten Sie um
FŸhrung bezŸglich der GrŸndung privater Organisationen durch einzelne Bah‡'’ und der
Beziehung solcher Organisationen zu den Bah‡'’-Institutionen und der Internationalen
Bah‡'’-Gemeinde. Wir bedauern, da§ sich die Antwort bis jetzt verzšgert hat, hoffen aber,
da§ die folgenden ErlŠuterungen hilfreich fŸr Sie sein werden.
Im Verlaufe des Wachstums einer nationalen Gemeinde nehmen auch die AktivitŠten,
die von ihren Mitgliedern unternommen werden, an Zahl und Vielfalt zu. Einige dieser
AktivitŠten werden von den Bah‡'’-Institutionen initiiert und geleitet. Andere gehšren in
den Bereich privater Initiative. Wenn eine Initiative die Form eines privaten GeschŠfts-
unternehmens hat, das von einem einzelnen oder einer Gruppe gefŸhrt wird, haben die In-
stitutionen des Glaubens wenig Grund, sich mit deren Alltagsangelegenheiten zu
befassen. Nur wenn unter den Freunden, die an einem solchen Unternehmen beteiligt
2. April 1995 Private Organisationen und Bah‡'’-Institutionen
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sind, Schwierigkeiten auftreten, wenn ihre AktivitŠten den guten Ruf des Glaubens schŠ-
digen kšnnten oder wenn sie ihre Beziehung zum Glauben falsch darstellen, wŸrde ein
šrtlicher oder Nationaler Geistiger Rat einschreiten. NatŸrlich begrŸ§en Bah‡'’-Instituti-
onen jede BemŸhung solcher privaten Unternehmen, die Lehren bei ihren GeschŠften an-
zuwenden und ihre Stellung in der Gesellschaft zu nutzen, die Interessen des Glaubens zu
fšrdern. Geistige RŠte sollten ihnen FŸhrung anbieten, wenn dies gewŸnscht wird oder
die UmstŠnde es erfordern, und ihnen helfen, ihre Mšglichkeiten fŸr den Fortschritt der
Sache zu entwickeln.
Die privaten Initiativen von GlŠubigen mŸssen sich jedoch nicht auf GeschŠftsunter-
nehmen beschrŠnken. Die Gesetze der meisten LŠnder erlauben die GrŸndung von ge-
meinnŸtzigen Organisationen, die, obwohl privater Natur, besonderen gesetzlichen
Bestimmungen unterliegen und bestimmte VergŸnstigungen genie§en. Gewšhnlich ist
ein TreuhŠnderausschu§ fŸr alle Angelegenheiten einer solchen Organisation verantwort-
lich und mu§ sicherstellen, da§ die Einnahmen fŸr die satzungsmŠ§igen Zwecke verwen-
det werden. Dieser Ausschu§ Ÿberwacht auch den Ablauf der Projekte der Organisation
und die Arbeit derjenigen, die damit betraut sind. Immer mehr GlŠubige in aller Welt nut-
zen diese Mšglichkeit und rufen Organisationen ins Leben, die sich mit der Anwendung
der Lehren Bah‡'u'll‡hs zur Erforschung und Lšsung bedeutender sozialer und wirtschaft-
licher Probleme beschŠftigen. Das Haus der Gerechtigkeit beobachtet mit gro§em Inter-
esse dieses zunehmende PhŠnomen in der Bah‡'’-Welt. Es warnt lediglich die Freunde,
da§ sie bei der GrŸndung solcher Organisationen Sorge tragen sollten, nicht eine Last fŸr
die Institutionen zu werden oder unnštig die BeitrŠge der GlŠubigen von den wesentli-
chen und vorrangigen Aufgaben der UnterstŸtzung der Fonds des Glaubens und der Ak-
tivitŠten der Institutionen abzulenken. Es erwartet von ihnen, ihre Angelegenheiten im
Einklang mit den moralischen und ethischen Prinzipien des Bah‡'’-Glaubens zu fŸhren.
Oft wird im Zusammenhang mit privaten Organisationen, die sich sozialer und wirt-
schaftlicher Entwicklung widmen, die Frage gestellt, ob es sich um "Bah‡'’"-Organisati-
onen handelt oder nicht. Diese Frage kann nicht mit einem einfachen "ja" oder "nein"
beantwortet werden. Die Tatsache, da§ sie ihre eigenen FŸhrungsstrukturen besitzen, ord-
net sie klar einer anderen Kategorie zu, als Projekte und Organisationen, die von Bah‡'’-
Institutionen gefŸhrt werden. In diesem Sinne sind sie keine "Bah‡'’"-Unternehmungen.
In einem anderen Sinne, und zwar in dem Ausma§, in dem Bah‡'’ sie besitzen und leiten
und sich bemŸhen, die Lehren anzuwenden und den Zielen des Glaubens zu dienen, kšn-
nen sie durchaus als "Bah‡'’"-Organisationen bezeichnet werden. Wenn wir uns auf diese
Organisationen beziehen, mŸssen wir vermeiden, den Eindruck zu erwecken, da§ die
Teilnahme an ihren Projekten nicht einen berechtigten Dienst an der Sache darstellt.
Sonst werden aufrichtige und ergebene GlŠubige entmutigt, sich fŸr AktivitŠten einzuset-
zen, die ihrer Natur nach "Bah‡'’"-AktivitŠten sind.
Mit liebevollen Bah‡'’-GrŸ§en, Sekretariatsabteilung
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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April 1995
Ridv‡n-Botschaft 152 des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
An die Bah‡'’ der Welt
Herzlich geliebte Freunde!
Zu dieser ganz besonderen Jahreszeit grŸ§en wir Sie in tiefer Freude Ÿber die verstŠrkten
AktivitŠten der ganzen Bah‡'’-Gemeinde wŠhrend des gerade vergangenen Jahres und mit
den hšchsten Erwartungen fŸr das, was im letzten Drittel des Drei-Jahres-Planes geleistet
werden mu§ und kann. Wir empfinden gleicherma§en Sorge wie Hoffnung angesichts der
Verzweiflung, die die FŸhrer der Nationen und Všlker bei ihrer Suche nach Lšsungen fŸr
die drŠngenden sozialen Probleme bedrŠngt. Ein solches verzweifeltes BemŸhen ist
gleichbedeutend mit einem weltweiten Ruf nach den Lehren Bah‡'u'll‡hs ? fŸr verantwor-
tungsbewu§te Bah‡'’-Institutionen und GlŠubige wahrlich eine Herausforderung und eine
Verhei§ung, die nicht ignoriert werden darf.
Bei keiner Gelegenheit wurde diese dŸstere Perspektive deutlicher als neulich beim
Weltgipfel fŸr Sozialentwicklung, der jŸngsten in einer Reihe von den Vereinten Natio-
nen einberufener internationaler ZusammenkŸnfte der FŸhrer der Welt. Wie gering auch
immer der unmittelbare Einflu§ derartiger Ereignisse auf die Politik von Regierungen
sein mag, wie wenig die gro§e Masse der Weltbevšlkerung ihnen auch Beachtung schen-
ken oder sich ihrer bewu§t sein mag ? die Aufeinanderfolge dieser Ereignisse bedeutet
fŸr jeden Bah‡'’-Beobachter eine schrittweise Bewegung in Richtung auf die schlie§liche
ErfŸllung des Wunsches Bah‡'u'll‡hs, da§ die Herrscher der Welt sich versammeln mš-
gen, um Ÿber die wichtigen Fragen, die eine zunehmend globale Gesellschaft betreffen,
zu beraten und zu entscheiden.
Durch eine besondere Gunst der Stunde konnten sich bei diesem bedeutenden Anla§
in Kopenhagen etwa 250 Freunde aus mehr als 40 LŠndern an den Bah‡'’-BemŸhungen
beteiligen, die Teilnehmer des Gipfels und des dazugehšrigen NGO?Forums mit den
durch den Gšttlichen Arzt verschriebenen Heilmitteln bekannt zu machen. Diese BemŸ-
hungen nahmen nach dem Gipfel einen noch grš§eren Umfang an und werden auch jetzt
noch an vielen Orten auf der ganzen Welt fortgesetzt. Mit tiefempfundener Dankbarkeit
beglŸckwŸnschen wir die Bah‡'’-Institationen, ihre Abteilungen und die einzelnen Freun-
de, die diese Flut von Aktionen vor, wŠhrend und nach dem Gipfel erzeugten, denn da-
durch bekundete sich sowohl der weiterhin gewachsene Einflu§ unserer Weltgemeinde
auf die Prozesse, die zum Geringeren Frieden fŸhren, als auch die immer vielfŠltiger wer-
denden Gelegenheiten zur weiteren Verbreitung der umgestaltenden Botschaft
Bah‡'u'll‡hs. In dem Ma§e, wie diese Weltereignisse sich mehren und die Bah‡'’-Gemein-
de ihre Ziele mit verstŠrkter IntensitŠt verfolgt, kšnnen wir deutlicher wahrnehmen, wie
die parallelen Prozesse, von denen Shoghi Effendi vor mehreren Jahrzehnten sprach, en-
ger zusammengefŸhrt werden: der eine zielt auf eine politische Vereinigung der Natio-
nen, der andere auf die schlie§liche Vereinigung der Herzen in einem gemeinsamen
Glauben.
April 1995 Ridv‡n-Botschaft 152 des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
67
Wir machen diese Beobachtungen vor dem Hintergrund einer ermutigenden Entwick-
lung in der Bah‡'’-Gemeinde wŠhrend des zweiten Jahres des Drei-Jahres-Planes. Noch
begeisternder als der Entwicklungssprung bei den AktivitŠten in auswŠrtigen Angelegen-
heiten auf šrtlicher und nationaler Ebene sind die Beweise einer qualitativen VerŠnde-
rung in der Reaktion der GlŠubigen Ÿberall auf den Ruf zum Lehren. Der gestiegenen
LehraktivitŠt ist ein tieferes VerstŠndnis fŸr diese unausweichliche Aufgabe eines jeden
einzelnen zu entnehmen. Dies ist eine ermutigende Situation, die sich aus einer Reihe sti-
mulierender Faktoren ergibt, die allesamt als gute Vorzeichen fŸr den lange erwarteten
Zustrom von Scharen neuer GlŠubiger gelten kšnnen. Zu diesen Faktoren gehšrt die Auf-
merksamkeit, die der Textzusammenstellung Ÿber den Beitritt in Scharen gezollt wird, die
jetzt in einer wachsenden Zahl von Sprachen erscheint, die Reisen der Internationalen und
Kontinentalen Berater durch die ganze Welt, die Entwicklung der Arbeitsweise der Hilf-
samtsmitglieder und ihrer Assistenten, der Auswirkungen der besonderen Betonung der
Kindererziehung, und der Schwung der Jugend bei der Inangriffnahme von Lehrprojekten
und bei ihrer Beteiligung an einer Reihe anderer Bah‡'’-AktivitŠten.
Beigetragen zu diesem positiven Bild hat die wachsende StŠrke der Geistigen RŠte,
die aufgerufen sind, sich vielfŠltigen Herausforderungen zu stellen, wŠhrend sie sich
gleichzeitig in erster Linie auf die Lehrarbeit konzentrieren. Wir sind uns in besonderem
Ma§e der Last bewu§t, die Nationale Geistige RŠte tragen, da die ihrer Amtsgewalt zu-
geordneten Gemeinden in ihrer Zusammensetzung vielgestaltiger und in ihren AnsprŸ-
chen an die FŸhrung und Hilfe dieser Institutionen komplexer werden.
Die verschiedenen Entwicklungsstadien, in denen sich die Gemeinde befindet, ver-
mitteln insgesamt den Eindruck, da§ starke BemŸhungen den drei Hauptthemen des Pla-
nes gewidmet werden, die fordern, da§ die Glaubenskraft der einzelnen GlŠubigen
gestŠrkt, die menschlichen Potentiale der Sache bedeutend entwickelt und die korrekte
Arbeitsweise der šrtlichen und nationalen Institutionen gefšrdert werden. Auf diesen Ge-
bieten ist noch viel zu tun. Eine deutlichere Reaktion der einzelnen und der Institutionen
ist erforderlich, wenn unsere Gemeinde die verheerenden Auswirkungen eines zŸgellosen
moralischen Verfalls bekŠmpfen, eine schlagkrŠftige Armee ergebener Seelen fŸr das
Lehren und die Verwaltung des Glaubens aufstellen und unsere Institutionen fŸr die Auf-
gaben vorbereiten soll, die sich gewi§ durch eine plštzliche Zunahme der Grš§e unserer
Gemeinden ergeben werden.
Die wirksame Antwort auf die unmittelbaren Herausforderungen, vor denen die Ge-
meinde steht, hat einige wesentliche Voraussetzungen, die vor allem von jedem einzelnen
und von den šrtlichen Geistigen Rat erfŸllt werden mŸssen: auf der einen Seite bedarf es
der Initiative fŸr das Lehren des Glaubens und den Erwerb eines vertieften VerstŠndnis-
ses fŸr Sinn und Zweck des Glaubens. Es ist die Pflicht und das Vorrecht jedes einzelnen,
diese Initiative zu ergreifen. Zugleich besteht die Notwendigkeit, da§ der einzelne an ge-
meinsamen Unternehmungen der Gemeinde, an Projekten und Veranstaltungen mitwirkt.
Andererseits ist es die Aufgabe des šrtlichen Geistigen Rates, die Initiativen des einzel-
nen GlŠubigen zu begrŸ§en, ihn dazu zu ermutigen und ihnen Raum zu geben, soweit das
nur irgend mšglich ist. Der Rat hat au§erdem die Verantwortung, PlŠne zu entwickeln
und zu fšrdern, die die Talente und FŠhigkeiten der Mitglieder der Gemeinde nutzen und
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
68
die einzelnen in gemeinsame Aktionen einbinden, wie etwa Lehr- und Entwicklungspro-
jekte, Institute und andere GruppenaktivitŠten. Es wird die Auswirkung von gewissenhaf-
ten BemŸhungen zur ErfŸllung dieser untrennbaren Erfordernisse sein, da§ die
Gememide sich ausbreitet und festigt und da§ ein Klima einmŸtigen Handelns entsteht.
WŠhrend des letzten Jahres nahmen die Besuche hochrangiger Regierungsbeamter,
anderer WŸrdentrŠger und Medienvertreter am Weltzentrum stark zu, was beweist, da§
das geistige und administrative Zentrum des Glaubens in den Augen der Welt wachsende
Bedeutung erlangt. Es unterstreicht auch die Tendenz, da§ das sich entwickelnde Zen-
trum einer Weltreligion bei den Regierungen der Welt einen immer grš§eren Bekannt-
heitsgrad erlangt. Wenn wir diese Tendenz vom Berge Gottes aus betrachten, dem Ort der
gegenwŠrtigen Bauprojekte, und gleichzeitig die Entwicklung berŸcksichtigen, die in šrt-
lichen und nationalen Bah‡'’-Gemeinden stattfindet, kšnnen wir angemessener abschŠt-
zen, wie die von Shoghi Effendi geschaute Vision Wirklichkeit wird. Indem er die
Tragweite erlŠuterte, die der Entstehung der GebŠude zukommt, die den Weltverwal-
tungssitz des Glaubens Bah‡'u'll‡hs bilden werden, sagte er: "Dieses ungeheure, unwider-
stehliche Geschehen wird zeitlich mit zwei nicht minder bedeutsamen
Entwicklungsabschnitten zusammenfallen, nŠmlich mit der BegrŸndung des Geringeren
Friedens und mit der Entfaltung der nationalen und šrtlichen Bah‡'’-Institutionen." In An-
betracht der Lage der Welt ist dies eine Vision, die die planmŠ§ige Vollendung der Pro-
jekte am Berg Karmel zwingend erfordert.
Diese Projekte gehen mit bemerkenswerter Geschwindigkeit voran. Sie setzen Pilger,
Touristen und Anwohner durch ihre Ausma§e und ihre schon erkennbare Pracht in Er-
staunen. Die Bauarbeiten erfolgen an allen Stellen gleichzeitig. An sieben Terrassen un-
terhalb und an fŸnf oberhalb des Schreins des B‡b wird voll gearbeitet. Irn Verlauf dieses
Jahres sind mehr BauvertrŠge abgeschlossen worden als jemals zuvor. Dazu gehšren die
VertrŠge mit einer italienischen Firma zur Lieferung des Marmors fŸr die GebŠude am
Bogen. Es ist offensichtlich, da§ die Arbeiten in einer Weise in Gang gekommen sind, die
keine Verzšgerung duldet. Der Spendenstrom braucht daher unbedingt einen entspre-
chenden Impuls, wenn von den fŸr das Ziel des Drei-Jahres-Planes vorgesehenen 74 Mil-
lionen Dollar die verbleibenden 40 Millionen Dollar bis Ridv‡n 1995 zur VerfŸgung
stehen sollen.
Das neue Jahr beginnt mit gŸnstigen Vorzeichen, die durch die Bildung von fŸnf Na-
tionalen Geistigen RŠten an diesem Ridv‡n gesetzt werden. Unsere Vertreter bei den ers-
ten Nationaltagungen sind die Hand der Sache Gottes 'Amatu'l-Bah‡ Rœh’yyih Kh‡num
in Armenien und Georgien; die Hand der Sache Gottes 'Ali-Muhanunad Varq‡ in Wei§-
ru§land und Sizilien; und Berater Hushang Ahdieh in Eritrea. Weiterhin werden sich in
dieser Zeit die Gemeinden von Bophuthatswana, Ciskei, SŸdafrika und Transkei unter der
Jurisdiktion des Nationalen Geistigen Rates von SŸdafiika zusammenschlie§en und so
die vor kurzem erfolgte politische Vereinigung der Region widerspiegeln. Als Ergebnis
all dessen wird sich die Zahl der Nationalen Geistigen RŠte in der Welt von 172 auf 174
erhšhen.
Geliebte Mitarbeiter: †ber die Notwendigkeit hinaus, da§ wir unsere Ziele erreichen
mŸssen, fordert uns die gegenwŠrtige Misere der Menschheit zu verstŠrktem Handeln auf.
Mai 95 Reaktion auf 65. Nationaltagung
69
Die Ÿber dem Schicksal einer verstšrten Welt hŠngenden Wolken der Verzweiflung kŸn-
den ganz deutlich den FrŸhlingsregen an, der den geistigen und materiellen Durst eines
jeden Volkes stillen kann. Diese Wolken mŸssen nur durch stŠndige und zuversichtliche
Lehrma§nahmen befruchtet werden. Die DurchfŸhrung solcher AktivitŠten liegt in erster
Linie in den HŠnden der einzelnen Bah‡'’, obwohl sie von einer VerstŠrkung abhŠngig
sind, die von den Bah‡'’-Institationen kommt.
Lassen Sie es nicht zu, da§ Ÿbertriebene Selbstkritik oder GefŸhle der UnzulŠnglich-
keit, UnfŠhigkeit oder Unerfahrenheit Sie behindern oder Sie beunruhigt. Bedecken Sie
Ihre. €ngste mit den Zusicherungen Bah‡'u'll‡hs. Hat Er nicht erklŠrt, da§ auf jeden, der
Seinen Namen erwŠhnt, die "Scharen gšttlicher Eingebung" herabsteigen und da§ auf ei-
nen solchen "auch die Versammlung der Hšhe" niederkommen wird, "jeder aus ihr einen
Kelch reinen Lichtes vorantragend"? Betretet also die Arena, in die alle Seine Geliebten
in gleicher Weise gerufen, in gleicher Weise herausgefordert und Ÿberreichlich gesegnet
werden. Lehren, versichert Bah‡'u'll‡h Selbst, bedeutet, die "verdienstvollste aller Taten"
zu tun. Und in diesem au§ergewšhnlichen Augenblick der Geschichte dieses Planeten ist
nichts, aber auch gar nichts von grš§erer Bedeutung, als Menschen jeder Art und jeder
BefŠhigung zur Festtafel des Herrn der Heerscharen einzuladen.
Indem wir Ihnen diese Botschaft senden, steht uns deutlich die Vision unerme§licher
Siege vor Augen, die darauf warten, errungen zu werden. Wir sind sicher, da§ Sie unzŠh-
lige davon in der verbleibenden Zeit des Drei-Jahres-Planes verwirklichen kšnnen. Da-
nach mŸssen wir streben, um fŸr das nŠchste weltweite Unternehmen, das zu Ridv‡n 1996
in Angriff genommen werden soll, die Voraussetzungen zu schaffen. Dann wird eine
weltumspannende Kampagne einsetzen, die ein angemessenes Crescendo in den Leistun-
gen dieses Jahrhunderts sicherstellt ? eines Jahrhunderts, das von niemand geringerem als
'Abdu'l-Bah‡ Selbst als eine Zeit angesehen wurde, die "ewig wŠhrende Spuren" hinter-
lassen wird.
Mit liebevollen Bah‡'’-GrŸ§en
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Mai 95
Reaktion auf 65. Nationaltagung
Die Botschaft von Ihrer 65. Nationaltagung, die das Gebet und das Flehen um gšttliche
BestŠtigungen fŸr Ihre Dienste auf dem Pfad Bah‡'u'll‡hs in den Mittelpunkt rŸckte, er-
freute unsere Herzen zutiefst. Beweise dieser gšttlichen BestŠtigungen zeigten sich in der
Tiefe Ihrer Beratungen, dem Spendenstrom fŸr den Fonds und der Begeisterung der Ju-
gend in Ihrer Gemeinde, die Sache Gottes voller Liebe und KŸhnheit zu lehren. Wir ver-
sichern Sie unserer inbrŸnstigen Gebete an der Heiligen Schwelle, auf da§ die vereinten
Anstrengungen Ihrer Gemeinde eine neue Woge an Errungenschaften im letzten Jahr des
Drei-Jahres-Planes hervorbringen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
70
20. Juni 1995
Finanzierung fŸr den Berg Karmel gesichert
An alle Nationalen Geistigen RŠte Liebe Bah‡'’-Freunde,
eine Eilmission, die auf unsere Bitte hin von einem unserer Mitglieder in Begleitung eines
Mitglieds des Internationalen Lehrzentrums und des Leiters der Finanzabteilung des
Bah‡'’-Weltzentrums unternommen wurde, das die Vereinigten Staaten, Kanada und Eu-
ropa besuchte und die Freunde Ÿber die mšgliche Krise unterrichtete, die den Fortschritt
der Projekte am Berg Karmel beeintrŠchtigen kšnnte, falls der Fehlbetrag von 40 Millio-
nen US-Dollar nicht bis zum Ende des Drei-Jahres-Planes gespendet werden sollte, wur-
de soeben abgeschlossen. Mit tiefer Befriedigung freuen wir uns, die Sicherstellung der
Gesamtsumme durch unmittelbare Spenden, feste Zusagen und Sachspenden bekanntzu-
geben, wodurch die FortfŸhrung dieses wichtigen Unternehmens, das mit voller Kraft
voranschreitet, ohne Gefahr einer Unterbrechung der Bauarbeiten ermšglicht wurde.
Herzliche Anerkennung gebŸhrt all jenen in den besuchten Gebieten und anderswo, die
heldenhaft hervortraten und aufopferungsvolle Spenden zur UnterstŸtzung dieses gewal-
tigen Unternehmens darboten, das vom geliebten HŸter so hoch gepriesen wurde.
Nach Beendigung des Drei-Jahres-Planes werden weiterhin ungefŠhr 10 Millionen
US-Dollar jŠhrlich bis zum Ende des Jahrhunderts benštigt, wenn die laufenden Projekte
am Berg Karmel aller Erwartung nach abgeschlossen sein werden.
Wenn alle Zusagen wie erwartet pŸnktlich eingehalten werden und weitere Freunde
aus den genannten Gebieten wie der Ÿbrigen Welt damit fortfahren, ihre liebevollen Bei-
trŠge fŸr dieses historische Unternehmen wŠhrend dieses letzten Jahres des Drei-Jahres-
Planes darzubringen, wird der auf 10 Millionen US-Dollar geschŠtzte Betrag an den er-
wŠhnten jŠhrlichen Spenden entsprechend geringer ausfallen und somit das Weltzentrum
in die Lage versetzen, seine Aufmerksamkeit mit weniger Sorge auf die lebenswichtigen
BedŸrfnisse der Verbreitung, Festigung und Proklamation des Glaubens auf allen Konti-
nenten zu lenken.
Mit liebevollen Bah‡'’-GrŸ§en, Das Universale Haus der Gerechtigkeit
11. September 1995
Sexualmoral und HomosexualitŠt
Bah‡Õ’-Weltzentrum, 11. September 1995
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡Õ’ in den Vereinigten Staaten Liebe
Freunde!
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat Ihre Briefe vom 27. August 1993 und 19. Sep-
tember 1994 beraten, in denen Sie Ÿber die Auswirkungen der sich wandelnden Sexual-
11. September 1995 Sexualmoral und HomosexualitŠt
71
moral und der šffentlichen Debatte Ÿber die HomosexualitŠt auf einige Mitglieder der
amerikanischen Bah‡Õ’-Gemeinde berichten, die Homosexuelle sind. Auf Ihre Bitte um
KlŠrung des Bah‡Õ’-Standpunkts zur praktizierten HomosexualitŠt und um Hilfestellung
bei der FŸhrung der GlŠubigen wurden wir gebeten, Ihnen folgende Orientierung zukom-
men zu lassen:
ZunŠchst sollte man sehen, da§ die Haltung der Lehre in dieser Frage unterschiedlich
ist, je nachdem, ob es um das PhŠnomen der HomosexualitŠt und die Situation der davon
Betroffenen im allgemeinen geht oder um homosexuelle Beziehungen von Mitgliedern
der Bah‡Õ’-Gemeinde.
Wie Sie wissen, verurteilt der Bah‡Õ’-Glaube alle offensichtlichen Akte der Unmoral,
zu denen auch sexuelle Beziehungen zwischen Personen des gleichen Geschlechts gehš-
ren. Was homosexuelle Akte anbelangt, so verbietet Bah‡ÕuÕll‡h im Kit‡b-i-Aqdas, Vers
107, und in den ÈFragen und AntwortenÇ Nr. 45 PŠderastie und alle Formen widernatŸrli-
cher Unzucht. Die folgende Passage zeigt, wie nachdrŸcklich Sein Verdammungsurteil ist:
Der uneheliche Beischlaf, gleichgeschlechtliche Unzucht und Untreue sind euch ver-
boten.1 Haltet euch fern davon, o Volk der GlŠubigen. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Ihr
wurdet erschaffen, die Welt vom Schmutz Ÿbler Leidenschaften zu lŠutern. Dies gebietet
euch der Herr der ganzen Menschheit, kšnntet ihr es doch fassen! Wer dem Allbarmher-
zigen angehšrt und satanische Taten begeht, ist wahrlich nicht von Mir. Dies bezeugt je-
des Atom, jeder Kiesel, jeder Baum und jede Frucht und darŸber hinaus diese unentwegt
kŸndende, wahrhaftige und vertrauenswŸrdige Zunge.Ò
1. Anmerkung des †bersetzers: Die †bertragung von Begriffen des Rechts und der Ethik in eine
andere Sprache bereitet besondere Schwierigkeiten, weil die jeweiligen Begriffe in den ver-
schiedenen Sprachen nicht kongruent sind. Liegt einer †bersetzung nicht der Urtext zugrun-
de, sondern eine englische †bersetzung von diesem, ist die Gefahr der Abweichung umso
grš§er. Aus diesem Grunde wurden fŸr die drei Begriffe (ãadulteryÒ, ãsodomyÒ, ãlecheryÒ)
der Urtext herangezogen. Im Arabischen stehen hier die Begriffe: zinÕ, liw und khiyna. ZinÕ
umfa§t weit mehr als nur den Ehebruch (adultery): Jeder voreheliche oder au§ereheliche Bei-
schlaf fŠllt darunter. Die Etymologie von liw verweist auf den biblischen Propheten Lot (l.)
der mit der Stadt Sodom verbunden ist. Bei den Sodomitern (lu.i) waren geschlechtliche Per-
versionen (gleichgeschlechtliche Unzucht, Unzucht mit Tieren) Ÿblich. In der SharÔa bezeich-
net liw den sexuellen Verkehr zwischen MŠnnern, wŠhrend si.q fŸr die lesbische Liebe steht.
Die Forschungsabteilung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit hat darauf verwiesen, da§
liwt im weiteren Sinne alle geschlechtlichen Aberrationen umfa§t. Hans Wehr (Arabisches
Wšrterbuch fŸr die Schriftsprache der Gegenwart Wiesbaden 51985) gibt denn auch an: wi-
dernatŸrliche Unzucht, PŠderastie, HomosexualitŠt. Das englische ãsodomyÒ mit ãSodomieÒ
zu Ÿbersetzen, verbietet sich, weil der Begriff im Deutschen ausschlie§lich die Zoophilie be-
zeichnet. Khiynah bezeichnet jede Form der Treulosigkeit, des Treubruchs, des Verrats und
der Untreue. In der Trias mit den vorerwŠhnten Begriffen hat khiynah hier einen eindeutig se-
xuellen Bezug. Es ist die Untreue gegenŸber dem Ehepartner, die schon mit unziemlichen Bli-
cken beginnen kann. Im QurÕn (40:19) erscheint der Begriff khainatÕul aÔyun (die untreuen
Blicke, vgl. auch Matth. 5:28). Das Research Department verweist darauf, da§ Untreue in die-
sem Sinne auch begangen werden kann von Eltern gegenŸber ihren Kindern oder vom Vor-
mund gegenŸber einem MŸndel.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
72
In einem in seinem Auftrag geschriebenen Brief vom 26. MŠrz 1950 geht Shoghi Ef-
fendi, der autoritative Interpret der Bah‡Õ’-Lehre, auf die Haltung gegenŸber der Homose-
xualitŠt ausfŸhrlicher ein. Die Interpretation des HŸters beruht, wohlgemerkt, auf seinem
unfehlbaren VerstŠndnis des Textes: Sie ist sowohl eine ErklŠrung zur Frage der Moral als
auch eine irrtumsfreie FŸhrung fŸr Bah‡Õ’, die homosexuell sind. In dem Brief hei§t es:
ÈMag die gleichgeschlechtliche Liebe auch noch so ergeben und edel sein, sie ist
unerlaubt, wenn sie sich in sexuellen Akten Šu§ert. Zu sagen, da§ sie vollkommen
sei, ist keine Entschuldigung. Bah‡ÕuÕll‡h hat jede Art von Unsittlichkeit verbo-
ten. Homosexuelle Beziehungen betrachtet Er als unsittlich, abgesehen davon,
da§ sie widernatŸrlich sind.
FŸr eine verantwortungsbewu§te Seele ist es eine schwere Belastung, damit be-
haftet zu sein, doch durch Šrztlichen Rat und Beistand, durch ernsthafte, ent-
schlossene Anstrengungen und das Gebet kann eine Seele diese Behinderung
Ÿberwinden.Ç
Daraus wird deutlich, da§ das Verbot, sich auf homosexuelle Beziehungen einzulas-
sen, ein ausdrŸcklicher Bestandteil des Bah‡Õ’-Glaubens ist. Zwar liegt es in der Kompe-
tenz des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, seine eigene Gesetzgebung entsprechend
der VerŠnderung der VerhŠltnisse abzuwandeln oder aufzuheben, um so das Bah‡Õ’-
Recht mit der nštigen FlexibilitŠt zu versehen, doch darf es keines der explizit im Heili-
gen Text offenbarten Gesetze Šndern oder au§er Kraft setzen. Daraus folgt, da§ es au§er-
halb der Kompetenz des Universalen Hauses der Gerechtigkeit liegt, diese eindeutige
Aussage zur praktizierten HomosexualitŠt zu Šndern.
Sie erwŠhnen, einige Freunde hŠtten ihre Besorgnis geŠu§ert, da§ der besonderen
IdentitŠt homosexueller Bah‡Õ’ in der Bah‡Õ’-Gemeinde nicht hinreichend Rechnung ge-
tragen werde. Man sollte sich jedoch vor Augen halten, da§ die Schriften unseres Glau-
bens nicht nur anerkennen, da§ jeder Mensch eine gottgegebene IdentitŠt hat, sondern da§
sie auch den Weg weisen, wie diese IdentitŠt ihre hšchste Entwicklung und Vollendung
erfahren kann. Bah‡ÕuÕll‡h bezeugt, da§ durch die Lehre der Manifestation Gottes Èjeder
Mensch voranschreiten und sich entwickeln wird, bis er die Stufe erreicht, auf der alle
KrŠfte, mit denen sein wahres Selbst ausgestattet wurde, offenbar werdenÇ. ÔAbduÕl-Bah‡
hat bemerkt, da§ des Menschen ÈnatŸrliche EigenschaftenÇ zu kritisieren sind, wenn er
Èsie in unerlaubter Weise entfaltet und gebrauchtÇ. Shoghi Effendi hat in einem am 25.
Mai 1936 in seinem Auftrag geschriebenen Brief das Èwahre SelbstÇ des Menschen mit
Èseiner SeeleÇ gleichgesetzt. Er beschreibt das Wesen Èdes inneren geistigen Selbstes
und der Wirklichkeit des MenschenÇ und stellt fest, da§ Èdie beiden Tendenzen zu Gut
und Bšse nur Manifestationen einer einzigen Wirklichkeit oder des SelbstesÇ sind und
da§ das Selbst Èzur Entwicklung in beide Richtungen fŠhig istÇ. Die Bedeutung der Er-
ziehung fŸr die Entfaltung des im Menschen ruhenden Potentials hervorhebend, zieht der
HŸter folgenden Schlu§:
ÈAlles hŠngt im Grunde von der Erziehung ab, die der Mensch erhŠlt. Die
menschliche Natur hat die Anlage zum Guten wie zum Bšsen. Echte Religion
11. September 1995 Sexualmoral und HomosexualitŠt
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kann den Menschen befŠhigen, sich in die hšchsten Bereiche des Geistes zu erhe-
ben, wŠhrend er ohne sie, wie wir schon ringsum bemerken, in die tiefsten Tiefen
der Erniedrigung und des Elends sinken kann.Ç
Wenn man Ÿber das Thema HomosexualitŠt nachdenkt, sollte man mit der gebotenen
Demut von der grundlegenden Erkenntnis ausgehen, da§ nach der Bah‡Õ’-Lehre nur Gott al-
lein den Sinn und Zweck des menschlichen Lebens kennt und nur Er ihn uns durch Seine
Manifestationen vermitteln kann. Es ist ein Wesensmerkmal des Menschen, da§ ihm die FŠ-
higkeit verliehen ist, Gott zu erkennen, Ihn zu lieben und Ihm bewu§t zu gehorchen. Wir
kšnnen aber auch das Gegenteil tun: uns von Gott abwenden und Ihm unsere Liebe und den
Gehorsam versagen. Sich selbst Ÿberlassen, ist der Mensch von Natur aus dem Bšsen zuge-
neigt. Er bedarf nicht nur des Beistands, wenn es darum geht, festzulegen, wie er sich andern
gegenŸber verhalten soll, sondern auch der FŸhrung, die ihn davon abstehen lŠ§t, etwas zu
tun, was seiner Seele schadet. Indem wir uns auf die Botschaft der Manifestation Gottes ein-
lassen, lernen wir, wie wir leben und die geistige Kraft in Dienst stellen sollen, die aus dieser
Botschaft resultiert. Indem wir das Wort Gottes studieren und den Gehorsam gegenŸber Sei-
nem Gebot einŸben, erheben wir uns zur wahren Grš§e, die Er uns bestimmt hat.
Im VerhŠltnis zur geistigen Welt ist die materielle Welt eine solche der Unvollkom-
menheit. Sie ist voller Gefahren und Schwierigkeiten, die der Mensch durch die Mi§ach-
tung und den Mi§brauch seiner Pflichten noch verschlimmert. Die Gesellschaft, die ein
Teil der materiellen Welt ist, befindet sich im Zustand verheerender Unordnung.
Unsere Triebe und Neigungen werden stark vom Zustand unserer leiblichen Verfas-
sung bestimmt. Die Menschen weisen unterschiedliche Grade der Gesundheit auf, was
wiederum von Faktoren wie Vererbung, Umwelt, Erziehung und auch davon abhŠngt,
wie wir unseren Kšrper behandeln. Genetische Abweichungen kšnnen zu Bedingungen
fŸhren, die dem Menschen Probleme schaffen. Einige sind emotionaler oder psychologi-
scher Natur, die zu Unausgeglichenheiten wie aufwallender Zorn, RŸcksichtslosigkeit,
€ngstlichkeit usw. fŸhren, wŠhrend andere rein physischer Natur sind und sich nicht nur
in ungewšhnlichen FŠhigkeiten Šu§ern, sondern auch in Behinderungen und Krankheiten
verschiedenster Art.
In diesem Leben ist es unsere Aufgabe, Defekte Ñ seien sie angeboren oder erworben
Ñ zu Ÿberwinden und uns die Verhaltensmuster einzuŸben, die in der gšttlichen Lehre
offenbart sind.
Die Ansicht, HomosexualitŠt sei ein Zustand, der nicht verŠndert werden kšnne, mu§
von den Bah‡Õ’ bezweifelt werden. NatŸrlich gibt es viele Arten und Grade von Homose-
xualitŠt. Extreme Erscheinungsformen sind ohne Zweifel schwieriger zu Ÿberwinden als
andere. Gleichwohl hat der HŸter, wie schon angefŸhrt, gesagt, da§ Èdurch Šrztlichen Rat
und Beistand, durch ernsthafte, entschlossene Anstrengungen und das Gebet eine Seele
diese Behinderung Ÿberwinden kannÇ.
Die Statistiken, die beweisen sollen, da§ HomosexualitŠt unheilbar sei, sind ganz ge-
wi§ deswegen verzerrt, weil viele, die das Problem Ÿberwunden haben, nicht šffentlich
davon sprechen, und andere das Problem lšsen, ohne auch nur fachkundigen Rat in An-
spruch zu nehmen.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Dennoch gibt es unzweifelhaft den Fall, da§ sich jemand au§erstande sieht, sich
dem kšrperlichen Angezogensein zu einer Person des gleichen Geschlechts zu entzie-
hen, selbst wenn es ihm gelingt, sein Verhalten unter Kontrolle zu halten. Dies ist nur
eine der vielen PrŸfungen und Versuchungen, denen der Mensch in diesem Leben un-
terworfen ist. FŸr Bah‡Õ’ kann dies nichts an dem von Bah‡ÕuÕll‡h gelehrten grundle-
genden Prinzip Šndern, wonach der von Gott bestimmte Zweck der SexualitŠt die Liebe
zwischen Mann und Frau ist, deren primŠrer (wenngleich nicht ausschlie§licher) Zweck
es ist, Nachkommen zu erzeugen und zugleich liebevolle, beschŸtzende Lebensbedin-
gungen zu schaffen, unter denen die Kinder dazu erzogen werden kšnnen, Gott zu er-
kennen und zu lieben. Wenn daher jemand seine homosexuelle Neigung nicht
Ÿberwinden und somit keine heterosexuelle Ehe eingehen kann, mu§ er unverheiratet
bleiben und sich sexueller Beziehungen enthalten. Dieselbe Forderung wird auch an
eine heterosexuelle Person gestellt, die sich nicht verehelicht. Wenn Bah‡ÕuÕll‡h die
GlŠubigen zur Heirat ermutigt, so ist die Ehe doch keineswegs obligatorisch. Jedem
GlŠubigen steht es frei, selbst zu entscheiden, ob er eine Familie grŸnden oder im Stand
der Ehelosigkeit leben will.
Von etwas anderem als einem erwachsenen Mitglied des andern Geschlechts sexuell
angezogen zu sein Ñ ein Zustand, von dem die HomosexualitŠt nur ein Ausdruck ist Ñ
wird in unserem Glauben als eine Pervertierung der menschlichen Natur angesehen, als
ein Problem, das zu Ÿberwinden ist, ganz gleich, welche kšrperlichen oder psychologi-
schen Faktoren die unmittelbare Ursache dafŸr sein mšgen. Jedem Bah‡Õ’, der an dieser
Fehlhaltung leidet, sollte mit VerstŠndnis begegnet werden; ihm sollte geholfen werden,
seine Neigung unter Kontrolle zu halten und ihrer schlie§lich Herr zu werden.
Homosexuelle mit Vorurteilen oder Verachtung zu betrachten, wŠre všllig gegen den
Geist der Bah‡Õ’-Lehre. Die Tore stehen der ganzen Menschheit offen, damit alle in den
Glauben Gottes eintreten, ungeachtet ihrer momentanen Verfassung. Diese Einladung gilt
fŸr Homosexuelle ebenso wie fŸr alle anderen, die ein Verhalten an den Tag legen, das
zur Bah‡Õ’-Lehre im Widerspruch steht. Mit dieser Einladung ist freilich die Erwartung
verbunden, da§ jeder GlŠubige ernsthafte, nachhaltige Anstrengungen unternimmt, ZŸge
seines Verhaltens auszumerzen, die mit dem gšttlichen Gesetz nicht im Einklang stehen.
Gerade dadurch, da§ die unterschiedlichen Elemente der Bah‡Õ’-Gemeinde an der offen-
barten Lehre festhalten, wird letztlich die echte, dauerhafte Einheit der Gemeinde erreicht
und bewahrt werden.
Will jemand, von dem bekannt ist, da§ er ein Problem wie Trinken, HomosexualitŠt,
Drogenkonsum, eheliche Untreue oder anderes hat, den Glauben annehmen, so sollte er
geduldig und liebevoll darŸber informiert werden, was die Bah‡Õ’-Lehre dazu sagt. Stellt
sich spŠter heraus, da§ ein GlŠubiger dem Bah‡Õ’-Ma§stab zuwider handelt, so hat der
Geistige Rat darŸber zu entscheiden, ob das unmoralische Verhalten šffentlich bekannt
geworden und geeignet ist, das Ansehen des Glaubens zu schŠdigen. In diesem Fall mu§
der Rat tŠtig werden; er mu§ den GlŠubigen ermahnen und ihn auffordern, alle Anstren-
gungen zu unternehmen, sein Verhalten zu Šndern. Falls der GlŠubige ungeachtet wieder-
holter Abmahnungen dies nicht tut, mŸssen Sanktionen verhŠngt werden. Die RŠte sollen
sich freilich davor hŸten, das Privatleben von GlŠubigen auszuspionieren, um sicherzu-
29. Oktober 95 Berater neu ernannt
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stellen, da§ sie sich verhalten, wie es sich gehšrt; doch sollten sie auch nicht zšgern, in
FŠllen offenkundigen Fehlverhaltens zu handeln.
Angesichts des schrecklichen Niedergangs der Gesellschaft sollten die Geistigen RŠte
in Fragen des moralischen Verhaltens wie beispielsweise bei homosexuellen Akten bis zu
einem gewissen Grad nachsichtig sein. Die RŠte sollten sich aber auch vor Augen halten,
da§ die Kenntnis der heute herrschenden sozialen und moralischen Vorstellungen ihr
VerstŠndnis fŸr die Situation Homosexueller zwar verbessern kann, da§ jedoch der Ma§-
stab, dem sie verpflichtet sind, der Bah‡Õ’-Ma§stab ist. Eine šffentlich bekannt geworde-
ne Verletzung dieses Ma§stabs entehrt die Gemeinde in ihren eigenen Augen und ihrem
SelbstwertgefŸhl, selbst wenn die Ÿbrige Gesellschaft die †bertretung toleriert.
Was das organisierte Netzwerk homosexueller Bah‡Õ’ anbelangt, das Sie in Ihrem Brief
erwŠhnen, hat das Universale Haus der Gerechtigkeit uns angewiesen, Ihnen zu sagen, da§
es sehr wohl angemessen ist, wenn sich in der Bah‡Õ’-Gemeinde Gruppen zusammenfin-
den, die sich gegenseitig helfen, problematische Situationen zu verstehen und mit ihnen fer-
tig zu werden. Doch kann es nach der Bah‡Õ’-Lehre in unserer Gemeinschaft keinen Platz
fŸr Gruppen geben, die aktiv einen Lebensstil propagieren, der zu unserer Glaubenslehre
im Widerspruch steht. Man sollte verstehen, da§ homosexuelle Neigungen niemanden zu
einer IdentitŠt berechtigen, die ihm eine Sonderstellung einrŠumt. Wie alle anderen Bah‡Õ’
haben solche Menschen die Verantwortung, sich an die Gesetze und GrundsŠtze des Glau-
bens zu halten, sowie die Freiheit, ihre administrativen Rechte wahrzunehmen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit wird dafŸr beten, da§ der Nationale Geistige
Rat, ausgestattet mit der FŸhrung, die ihm in diesem Brief zuteil wurde, liebevoll, fein-
fŸhlig und fest handeln und den GlŠubigen beistehen wird, da§ sie ein vertieftes Ver-
stŠndnis vom wahren, edlen Sinn ihres Lebens erlangen und da§ sie sich fest
entschlossen bemŸhen, jedes Hindernis auf dem Weg ihrer geistigen Entwicklung zu
Ÿberwinden.
Mit liebevollen Gr٤en Sekretariatsabteilung
29. Oktober 95
Berater neu ernannt
An die Bah‡'’ der Welt Liebe Bah‡'’-Freunde,
der Tag des Bundes, 26. November 1995, markiert den Beginn einer neuen fŸnfjŠhrigen
Phase des Dienstes fŸr die Mitglieder des Kontinentalen Berateramtes fŸr den Schutz und
die Verbreitung des Glaubens. Wir haben entschieden, die Anzahl dieser hochrangigen
Vertreter der Sache von zweiundsiebzig auf einundachtzig zu erhšhen und freuen uns,
hiermit die Namen der Ernannten bekanntzugeben.
¥ AFRIKA (19 Berater): George Allen, Beatrice Asare, Niaz Bushrui, Parvine Djoney-
di, Mehraz Ehsani (TreuhŠnder des Kontinentalen Fonds), Shidan Fat'he-Aazam, Ko-
bina Fynn, Ibrahim Galadima, Hizzaya Hissani, Firaydoun Javaheri, Zekrullah
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Kazemi, Eddy Lutchmaya, Abaineh Merhatsion, Muhammad Otmani, Daniel Ramo-
roesi, Edith Senoga, Lally Warren, Wingi Mabuku, Tiati a Zock.
¥ NORD- und S†DAMERIKA (19 Berater): Eloy Anello, Stephen Birkland, Gustavo
Correa, Rolf von Czekus, Jacqueline LHB Delahunt, Wilma Ellis, Tod Ewing, Linda
Gershuny, Abdu'l-Missagh Ghadirian, Peter McLaren (TreuhŠnder des Kontinentalen
Fonds), Alejandra Miller, Ruth Pringle, Carmen Elisa de Sadeghian, Isabel de San-
chez, Errol Sealy, Arturo Serrano, Farhad Shayani, David Smith, Rodrigo Tomas.
¥ ASIEN (18 Berater): Borhanoddin Afshin, Fadel Ardekani, Jabbar Eidelkhani, Bijan
Farid, Elena Gruzkova, David Huang (TreuhŠnder des Kontinentalen Fonds), Nobu-
ko Iwakura, Abbas Katirai, Kim Myung Jung, Lee Lee Ludher, Payman Mohajer, Pe-
rin Olyai, Zenaida Ramirez, Cyrus Rohani, Vicente Samaniego, Zena Sorabjee,
George Soraya, Rosalie Tran.
¥ AUSTRALASIEN (11 Berater): Ben Ayala, Beatrice Benson, Afemata Moli Chang,
David Chittleborough (TreuhŠnder des Kontinentalen Fonds), Violette Haake, Betra
Majmeto, Sirus Naraqi, Bruce Saunders, Heather Simpson, Erama Ugaia, Robin White.
¥ EUROPA (14 Berater): Hooshidar Balazadeh, Uta von Both, Patricia Coles, Louis
Henuzet, Patrick O'Mara (TreuhŠnder des Kontinentalen Fonds), Nabil Perdu, Maija
Pihlainen, Polin Rafat, Shapour Rassekh, Ilhan Sezgin, Nosrat Tirandaz, Larissa
Tsutskova, Tiberiu Vajda, Sohrab Youssefian.
Die folgenden fŸnfzehn ergebenen GlŠubigen werden von ihren Pflichten als Mitglie-
der des Berateramtes entbunden: Sabir Afaqi, Hushang Ahdieh, Gila Michael Bahta, Fri-
day Ekpe, Kamran Eshraghian, Kassimi Fofana, John Fozdar, Tinai Hancock, Foad
Kazemzadeh, Gayle Morrison, Rose Ong, William Roberts, Paul Semenoff, Alan Smith,
Shantha Sundram. Diese hervorragenden Diener Bah‡'u'll‡hs haben unsere immerwŠh-
rende Dankbarkeit fŸr ihre eindrucksvollen und aufopferungsvollen BeitrŠge fŸr den
Fortschritt des Glaubens verdient. Unsere innigen Gebete begleiten sie, wŠhrend sie sich
in die nŠchste Phase ihres Dienstes am Glauben begeben.
Im kommenden Abschnitt des Gšttlichen Plans, der zu Ridv‡n beginnt, wird die ma§-
gebliche Rolle der Berater und ihrer Hilfsamtsmitglieder in der Arbeitsweise der Bah‡'’-Ver-
waltungsordnung noch mehr hervortreten. In der bevorstehenden entscheidenden Phase wird
es ihre Aufgabe sein, ihre Aufmerksamkeit und Energie in noch grš§erem Ma§e der Betreu-
ung und Fšrderung der Entwicklung lokaler und nationaler Institutionen zu widmen und der
gro§en Masse der GlŠubigen dabei zu helfen, ihre Ergebenheit gegenŸber Bah‡'u'll‡h und ih-
ren Eifer beim Lehren zu stŠrken und ihre FŠhigkeit zu pflegen, die enorme Kraft, die im
geeinten Vorgehen der Bah‡'’-Gemeinden verborgen liegt, noch mehr zu nutzen.
Die Berater aller Kontinente werden zu einer Konferenz im Weltzentrum des Glau-
bens einberufen, die vom 26. bis zum 31. Dezember 1995 stattfindet und dazu dienen soll,
Ÿber die Aufgaben und Mšglichkeiten der unmittelbar bevorstehenden Jahre zu beraten.
Wir beten aus tiefstem Herzen dafŸr, da§ die Anstrengungen der neu ernannten Bera-
terŠmter zu einem gewaltigen Impuls fŸr die vielfŠltigen AktivitŠten der Freunde auf der
ganzen Welt werden.
Mit liebevollen Bah‡'’-GrŸ§en, Das Universale Haus der Gerechtigkeit
12. November 1995 Wohngemeinschaften
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12. November 1995
Wohngemeinschaften
Das Universale Haus der Gerechtigkeit - Sekretariatsabteilung
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland
Liebe Bah‡'’-Freunde,
das Universale Haus der Gerechtigkeit hat Ihren Brief vom 10. Oktober 1995 erhalten
und uns beauftragt, Ihnen folgende Antwort zu senden:
Bei einer frŸheren Gelegenheit wurde das Haus der Gerechtigkeit darŸber befragt, ob
es schick-lich und angemessen sei, wenn Bah‡'’ zusammen mit anderen Bah‡'’ oder auch
Nicht-Bah‡'’ des jeweils anderen Geschlechts in einem Haushalt leben. Das Haus der Ge-
rechtigkeit beauftragte uns dann Folgen-des zu erlŠutern: Bei allen Lebensgemeinschaf-
ten dieser Art ist es von grš§ter Bedeutung, dass Mann und Frau, auch wenn ihre
Beziehung rein platonisch ist, nicht in einer Form zusammenleben sollten, die einen fal-
schen Eindruck erwecken wŸrde. Dies bedeutet nicht, dass Mann und Frau unter keinen
Um-stŠnden unter einem Dach zusammenleben dŸrfen, ohne miteinander verheiratet zu
sein. Es ist z.B. nicht unŸblich, dass eine Person in ihrem Haus Zimmer an Studenten,
Touristen oder andere vermietet. In vie-len FŠllen werden diese als separate UnterkŸnfte
betrachtet und geben damit keinen Anlass zu Spekula-tionen. Genauso kann ein Mann
oder eine Frau einen Hausangestellten des jeweils anderen Geschlechts beschŠftigen.
Diese FŠlle werden akzeptiert und fŸr zulŠssig befunden, weil dadurch kein falscher Ein-
druck entsteht. Es hŠngt viel davon ab, wie das Arrangement von der …ffentlichkeit eines
jeweiligen Landes wahrgenommen wird, und variiert demnach von Land zu Land. In je-
dem Fall sollen sich die Ba-h‡'’ darum bemŸhen, ein hohes Ma§ an IntegritŠt zu bewahren
sowie unmoralisches und fragwŸrdiges Verhalten zu vermeiden.
Die Frage, die Ihrem Rat jetzt vorliegt, bezieht sich auf eine besondere Situation, die
ihnen ge-genwŠrtig in drei FŠllen bekannt ist, in denen ein Šlterer Mann und eine Šltere
Frau zur gegenseitigen UnterstŸtzung zusammenleben, aber nicht heiraten mšchten, weil
sie dadurch eine drastische KŸrzung ihrer monatlichen staatlichen Rente hinnehmen
mŸssten.
Der gegenwŠrtigen moralischen Stimmung in der Gesellschaft zufolge wird es als
ziemlich nor-mal erachtet, wenn Paare ohne Trauschein zusammenleben und wenige
wŸrden hinterfragen, ob eine solche Lebensform nur der gegenseitigen UnterstŸtzung
dient oder ob das Paar auch eine sexuelle Bezie-hung pflegt. FŸr Bah‡'’ muss das wich-
tigste Anliegen sein, die Gesetze, Prinzipien und den guten Ruf des Glaubens aufrecht zu
erhalten. Wenn also das Paar beabsichtigt, als Mann und Frau zusammenzuleben, so steht
es au§er Frage, dass sie gemŠ§ den Bah‡'’-Gesetzen verheiratet sein mŸssen, ungeachtet
des da-mit verbundenen finanziellen Opfers; andernfalls mŸssen sie auf ein Zusammen-
leben verzichten.
Wenn es sich andererseits um eine Situation handelt, in der es ausschlie§lich um prak-
tische Un-terstŸtzung einer Šlteren Person geht, die Schwierigkeiten hat, alleine zu leben,
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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sei es gegenseitige Unter-stŸtzung oder auch nur einseitige Hilfe, so muss das Verhalten
der beiden betroffenen Personen eindeu-tig klar machen, dass sie nicht wie Mann und
Frau zusammenleben. Sowohl in der …ffentlichkeit als auch privat mŸssen sie Šu§erste
Schicklichkeit wahren, sowohl wie sie sich einander gegenŸber verhalten als auch wie sie
sich aufeinander beziehen.
Es wird sicherlich nicht einfach sein, solche Standards aufrecht zu erhalten, aber dies
trifft auf viele Situationen zu, die mit Sexualmoral zu tun haben. Es ist wichtig, dass diese
Angelegenheit den Be-troffenen sehr klar erlŠutert wird. Sollten ihre nachfolgenden €u-
§erungen oder Einstellungen darauf hinweisen, dass sie die Bah‡'’-Standards missachten,
so wŠre dies eine unverhohlene Unsittlichkeit und erforderte die Intervention durch den
betreffenden Geistigen Rat. Dies kšnnte zur VerhŠngung von Sank-tionen fŸhren.
Mit liebevollen Bah‡'’-GrŸ§en
27.12.1995
Hinscheiden von Marie Ehlers
EMail an den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡'’ in Deutschland
Wir waren tief betrŸbt, Ihren Faxbrief vom 22. Dezember 1995 zu erhalten und vom kŸrz-
lichen Hinscheiden von Marie Ehlers zu erfahren. Das Beispiel ihres unerschŸtterlichen
Glaubens in den frŸhen Jahren der Sache in Deutschland und ihrer BestŠndigkeit auf dem
Pfad des Dienstes wird gewi§ lange in der Erinnerung der deutschen GlŠubigen verblei-
ben und in der geistigen Welt Ÿberreich gesegnet und belohnt werden. Bitte Ÿbermitteln
Sie ihrer Familie und ihren Freunden unsere liebende Anteilnahme an ihrem Verlust. Wir
werden an der Heiligen Schwelle fŸr den Fortschritt der Seele dieser geliebten Dienerin
Bah‡'u'll‡hs beten.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
26. Dezember 1995
Der ernannte Pfeiler im Vier-Jahres-Plan
An die Konferenz der Kontinentalen BeraterŠmter Geliebte Freunde!
Unsere Beratungen Ÿber den Vier-Jahres-Plan haben von der Analyse au§erordentlich
profitiert, die das Internationale Lehrzentrum - basierend auf dessen stŠndigem Kontakt
mit den Beratern vor Ort - Ÿber den Zustand der Bah‡'’-Welt vorbereitet hat, und von un-
serer anschlie§enden Beratung mit dieser Kšrperschaft. Es freut uns sehr, Ihnen gleich zu
Beginn dieser Konferenz die groben Umrisse des Planes vorlegen zu kšnnen. Wir laden
Sie dazu ein, in den nŠchsten Tagen Ihre Aufmerksamkeit auf die Ausgestaltung zu rich-
26. Dezember 1995 Der ernannte Pfeiler im Vier-Jahres-Plan
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ten, indem Sie sich die Einsichten und Erkenntnisse aus jahrzehntelangen weltweiten Er-
fahrungen zunutze machen.
Gewisse Einzelheiten unserer Entscheidungen und Kommentare zum Plan werden
eine direkte Beziehung zu Ihrer Arbeit wŠhrend Ihrer ganzen Amtsperiode haben. Dazu
gehšren: die Hauptziele des neuen Planes, der von uns vorgesehene Proze§ der Ausge-
staltung des Planes und Ihr Anteil an diesem Proze§, Entwicklungen in der Arbeitsweise
der Kontinentalen BeraterŠmter, die Formulierung von PlŠnen auf nationaler, regionaler
und šrtlicher Ebene, der dringende Bedarf von Lehrinstituten zur Ausbildung der GlŠu-
bigen und zur Entwicklung von Mitarbeitern, die enge Beteiligung von Beratern und Hilf-
samtsmitgliedern bei der Errichtung und laufenden Arbeit dieser Institute, wirksame
Ma§nahmen zur Errichtung und Festigung von šrtlichen Geistigen RŠten und zur Ent-
wicklung von šrtlichen Bah‡'’-Gemeinden und die Aufteilung von begrenzten Finanzmit-
teln auf die vielen vor der Bah‡'’-Gemeinde liegenden Herausforderungen.
Zu Ridv‡n 1996 werden die Bah‡'’ in aller Welt mit einem Unternehmen beginnen,
das sich hauptsŠchlich auf ein Ziel richtet: den bedeutenden Fortschritt im Proze§ des
Beitritts in Scharen. Dieses Ziel soll erreicht werden durch deutliche Fortschritte in der
AktivitŠt und der Entwicklung des einzelnen, der Institutionen und der Gemeinden. Es ist
Ÿberdeutlich, da§ Fortschritt in diesem Proze§ von Fortschritten bei allen drei dieser eng
verbundenen Beteiligten abhŠngt. Die nŠchsten vier Jahre mŸssen Zeuge eines dramati-
schen Aufschwungs wirkungsvoller LehrtŠtigkeiten sein, die auf Initiative von Einzelnen
unternommen werden. Tausenden und Abertausenden von GlŠubigen mu§ dabei gehol-
fen werden, der VitalitŠt ihres Glaubens durch stŠndiges Lehren der Sache und durch die
UnterstŸtzung des Planes ihrer Institutionen und der BemŸhungen ihrer Gemeinde Aus-
druck zu geben. Man sollte ihnen auch helfen zu verstehen, da§ ihre BemŸhungen in dem
Ma§e Kraft erhalten werden, wie ihr inneres Leben und pie gro§e Teilnahme von Nicht-
Bah‡'’ an dieser Feier deuten den Grad an, zu dem der Ruhm der Sache Gottes in Deutsch-
land im vergangenen Vierteljahrhundert gelangt ist.
In diesen Tagen beginnen Ihr geschŠtzter Rat und alle AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs in
Deutschland die Ergebnisse der unermŸdlichen und standhaften BemŸhungen zu erbli-
cken, die Sie in so vielen Jahren sowohl in Ihrem Heimatland wie in den fernen šstlichen
LŠndern unternommen haben. Die Bestimmung der deutschen Bah‡'’-Gemeinde strahlt
vor Ihnen wie derersšnlicher Charakter Ýdie vielen Aspekte des Glanzes jener ewigen
Prinzipien widerspiegeln, die von Bah‡'u'll‡h verkŸndet wurdenÒ. Eine Beschleunigung
im Tempo des individuellen Lehrens mu§ natŸrlich von einer Vervielfachung der regio-
nalen und šrtlichen Lehrprojekte begleitet werden. Zu diesem Zweck sollten die Institu-
tionen darin unterstŸtzt werden, nach den Bah‡'’-Prinzipien zu beraten, die Freunde zu
einer gemeinsamen Vision zu vereinen und ihre FŠhigkeiten zum Dienst an der Sache zu
nutzen. Weiterhin mŸssen die neu dem Glauben Beitretenden in lebenssprŸhende šrtliche
Gemeinden integriert werden, die gekennzeichnet sind durch Toleranz und Liebe und von
einem starken GefŸhl der Zielgerichtetheit und eines gemeinsamen Willens; ein Umfeld,
in dem die Begabungen aller Beteiligten - MŠnner, Frauen, Jugendliche und Kinder - ent-
wickelt und ihre KrŠfte durch vereinte Taten vervielfacht werden.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Der Planungsproze§
Wir beabsichtigen, am Ende der Konferenz der Bah‡'’-Welt unseren Beschlu§ be-
kanntzugeben, zu Ridv‡n 1996 einen Vier-Jahres-Plan in Kraft zu setzen. Die Formulie-
rung der nationalen PlŠne soll in jedem Land nach Ridv‡n beginnen, damit den Freunden
ermšglicht wird, in den dazwischenliegenden Monaten ihre Energien darauf zu konzent-
rieren, den Drei-Jahres-Plan zu einem erfolgreichen Abschlu§ zu bringen.
Die in der Einleitung geŠu§erten Gedanken werden in der nŠchsten Ridv‡n-Botschaft
weiter ausgefŸhrt werden. DarŸber hinaus haben wir beschlossen, den GlŠubigen fŸr je-
den Kontinent der Erde - oder Teilen davon - eigene Botschaften zu Ÿbermitteln, in denen
der tiefere Sinn des Vier-Jahres-Planes unter BerŸcksichtigung der besonderen UmstŠnde
ihrer LŠnder untersucht wird. Nach Ridv‡n sollte es mšglich sein, in jedem Land beraten-
de Versammlungen unter den Institutionen und mit aktiven Mitarbeitern des Glaubens ab-
zuhalten und innerhalb weniger Monate nationale PlŠne zu formulieren. Sobald
Beratungen zwischen den Beratern und einem Nationalen Geistigen Rat Ÿber die Ma§-
nahmen eines Planes FrŸchte getragen haben, kann seine DurchfŸhrung beginnen. Eine
BestŠtigung dieser PlŠne durch das Bah‡'’-Weltzentrum ist nicht erforderlich; Kopien
sollten trotzdem dorthin geschickt werden.
Die sieben Ziele, die im Sechs-Jahres-Plan und im Drei-Jahres-Plan genannt wurden,
beschreiben Interaktionsprozesse, die gleichzeitig Ÿber viele Jahrzehnte weitergefŸhrt
werden mŸssen. Sie werden den Institutionen Anleitung bieten bei der Zielsetzung in den
verschiedenen Aktionsbereichen, um die Absichten des Vier-Jahres-Planes zu fšrdern.
Nationale PlŠne werden jedoch Ÿber die blo§e AufzŠhlung von Zielen hinausgehen und
auch eine Analyse der einzuschlagenden Vorgehensweise und die zu verfolgenden Akti-
onsplŠne enthalten mŸssen, damit die Freunde ihre Unternehmungen mit klaren Vorstel-
lungen und Entschlossenheit in Angriff nehmen kšnnen.
Die kontinentale Ebene
Den Kontinentalen BeraterŠmtern steht ein breites Spektrum an Mšglichkeiten bei
der AusŸbung ihrer Verantwortung wŠhrend des Vier-Jahres-Planes zur VerfŸgung. Die
ihrer Funktion innewohnende FlexibilitŠt mu§ voll ausgenutzt werden, da sich gegenwŠr-
tig innerhalb und au§erhalb der Bah‡'’-Gemeinde alle Ereignisse in beschleunigtem Tem-
po vollziehen.
Einige Obliegenheiten der Berater, wie etwa die Aufsicht Ÿber die Hilfsamtsmitglie-
der und ihre Beratung, kšnnen im allgemeinen am besten von einem Berater stellvertre-
tend fŸr das Berateramt wahrgenommen werden. Aber bei der ErfŸllung anderer Pflichten
liegt ein gro§er Wert in den verschiedenartigen AnsŠtzen und in der Beratung unter meh-
reren Beratern. Wenn es zum Beispiel um Anregungen fŸr Nationale RŠte, die UnterstŸt-
zung des Lehrens in verschiedenen Schichten der Bevšlkerung oder die Beratung
verschiedener Teile der Bah‡'’-Gemeinde geht, werden bessere Ergebnisse erzielt, wenn
die sich ergŠnzenden FŠhigkeiten einer Gruppe von Beratern genutzt werden. Von jedem
Kontinentalen Berateramt sollten weitere Mittel und Wege ersonnen werden, um es den
26. Dezember 1995 Der ernannte Pfeiler im Vier-Jahres-Plan
81
RŠten und Gemeinden im Rahmen des Machbaren zu ermšglichen, von den verschiede-
nen FŠhigkeiten der Berater zu profitieren. Das mag sehr wohl von Zeit zu Zeit eine ver-
tiefte Beratung einer Gruppe von Beratern Ÿber den Zustand und die BedŸrfnisse von
LŠndern in einem bestimmten Teil des Kontinents erforderlich machen, da es die UmstŠn-
de im allgemeinen nicht zu lassen, da§ solche Beratungen hŠufiger zwischen allen Mit-
gliedern eines Berateramtes stattfinden.
Entscheidend fŸr die Arbeit der Berater ist die Einsicht, da§ alle Mitglieder eines
Kontinentalen Amtes fŸr den ganzen Kontinent verantwortlich sind und sich nach Mšg-
lichkeit bemŸhen sollten, sich mit dem Zustand der Sache in allen seinen LŠndern vertraut
zu machen. Durch periodische Berichte der einzelnen Berater wird das Berateramt von
der Entwicklung in allen Gegenden des Kontinents auf dem laufenden gehalten und kann
daher FŸhrung bieten sowie seinen Mitgliedern bei der ErfŸllung ihrer Pflichten helfen.
WŠhrend kein Berater allein fŸr irgendeinen Bereich als verantwortlich gelten sollte, so
ist doch die eingehende Vertrautheit, die durch den engen Kontakt mit dem Nationalen
Geistigen Rat und den Hilfsamtsmitgliedern eines bestimmten Gebiets von einem jeden
Berater gewonnen wird, ein wertvoller Gewinn fŸr alle Berater eines Amtes.
Ein anderer Aspekt der Arbeit der Berater verdient mehr Beachtung, und zwar die Zu-
sammenarbeit von Beratern verschiedener €mter, die in benachbarten Gegenden oder
solchen mit besonderen Beziehungen dienen. Als Beispiele seien etwa die Russische Fš-
deration genannt, die teils in Europa und teils in Asien liegt, die nationalen Bah‡'’-Ge-
meinden um den Pol, die LŠnder um das Mittelmeer, die Gemeinden von Nordostasien
und den Antipoden, die vom HŸter als eine geistige Achse bezeichnet wurden, die ara-
bisch sprechenden LŠnder Nordafrikas und des Nahen Ostens und die franzšsisch spre-
chenden LŠnder auf verschiedenen Kontinenten.
Wir hoffen, da§ jedes Berateramt wŠhrend des Aufenthalts im Heiligen Land †berle-
gungen zur Verfahrensweise anstellen und wirksame Methoden der Zusammenarbeit
zwischen Beratern erkunden wird. Zwischen dem Ende der Konferenz und Ridv‡n wer-
den Gruppen von Beratern Ÿber den Planungsproze§ in einer Reihe von zueinander in Be-
ziehung stehenden LŠndern und Ÿber die Rolle, die sie und ihre HilfsŠmter dort spielen
werden, beraten kšnnen.
Nationale und regionale Ebenen
Wenn die wesentlichen Elemente des nationalen Planes einmal festgelegt worden
sind, ist es in den meisten LŠndern wŸnschenswert, da§ der Planungsproze§ schnell auf
die regionale Ebene gelangt. Die sich daraus ergebenden PlŠne sollten Vorkehrungen ent-
halten fŸr die UnterstŸtzung individuellen Lehrens, den Beginn verschiedenartiger Kam-
pagnen, das Abhalten von Konferenzen, die Errichtung šrtlicher und regionaler Projekte,
die StŠrkung šrtlicher Gemeinden und das Aussenden von Reiselehrern. DarŸber hinaus
mu§ der weiten Verteilung von Literatur und audiovisuellem Material ganz dringend
Aufmerksamkeit geschenkt werden und - besonders in Gegenden mit zahlenmŠ§ig star-
ker Ausbreitung - mu§ die Schulung und Fšrderung der GlŠubigen eine entscheidende
Komponente nationaler und regionaler PlŠne sein.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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WŠhrend des Neun-Jahres-Planes hat das Universale Haus der Gerechtigkeit Natio-
nale Geistige RŠte in LŠndern mit zahlenmŠ§ig starker Ausbreitung dazu aufgerufen,
Lehrinstitute zu errichten, um der Notwendigkeit gerecht zu werden, Tausende von Neu-
erklŠrten zu vertiefen. Damals lag die Betonung auf dem Erwerb eines festen Standortes,
zu dem die neuerklŠrten GlŠubigen Gruppe fŸr Gruppe zu Vertiefungskursen eingeladen
werden konnten. Im Laufe der Jahre sind an diesen Instituten und oft auch unabhŠngig
davon Kurse mit dem Ziel entwickelt worden, den Freunden dabei zu helfen, ein Ver-
stŠndnis der Grundwahrheiten des Glaubens zu gewinnen und sich zum Dienst zu erhe-
ben. Sie wurden zum Beispiel Wochenendinstitute, FŸnf-Tages-Institute oder Neun-
Tages-Institute genannt. Diese BemŸhungen haben entscheidend dazu beigetragen, das
geistige Leben der GlŠubigen zu bereichern und werden das sicher auch in Zukunft tun.
Mit der Zunahme der NeuerklŠrungen ist deutlich geworden, da§ solche gelegentli-
chen Unterrichtskurse und die informellen AktivitŠten im Gemeindeleben, so wichtig sie
sind, nicht ausreichen, um die GlŠubigen zu schulen, denn ihr Ergebnis war nur eine ver-
hŠltnismŠ§ig geringe Zahl von aktiven Mitarbeitern der Sache. UnabhŠngig davon, wie
willig und ergeben diese GlŠubigen sind, sie kšnnen nicht den BedŸrfnissen von Hunder-
ten und viel weniger von Tausenden eben flŸgge gewordenen šrtlichen Gemeinden ge-
recht werden. Bah‡'’-Institutionen mŸssen daher systematisch eine bedeutende Anzahl
von GlŠubigen schulen und ihnen helfen, dem Glauben gemŠ§ den ihnen von Gott verlie-
henen Begabungen und FŠhigkeiten zu dienen.
Die Schulung von GlŠubigen in gro§em Ma§stab erfordert es, da§ die Errichtung von
Instituten in einem neuen Licht betrachtet wird. In vielen Gegenden ist es wichtig gewor-
den, Institute als Organisationsstrukturen zu schaffen, die sich der systematischen Ausbil-
dung widmen. Es ist der Zweck einer solchen Ausbildung, ein stŠndig wachsendes
Kontingent an GlŠubigen mit der geistigen Einsicht, mit Kenntnissen und FŠhigkeiten zu
begaben, die fŸr die vielen Aufgaben bei beschleunigter Ausbreitung und Vertiefung erfor-
derlich sind. Dazu gehšrt auch das Lehren und Vertiefen einer gro§en Zahl von Erwachse-
nen, Jugendlichen und Kindern. Dieses Ziel kann am besten durch ein gut organisiertes,
formelles Programm von zu diesem Zweck entworfenen LehrplŠnen erreicht werden.
Als eine Institution des Nationalen Geistigen Rates sollte das Trainingsinstitut mit der
Aufgabe betraut werden, im ganzen Land oder in Teilen die GlŠubigen zu schulen. Je
nach den sich aus der Verbreitung und Festigung ergebenden Erfordernissen des Landes
oder der Region ergibt sich die KomplexitŠt seiner Organisation. In manchen FŠllen mag
das Institut aus einer Gruppe ergebener Freunde bestehen, die ein klar definiertes Pro-
gramm und eine gewisse Verwaltungsstruktur haben, die es ihnen ermšglicht, regelmŠ§i-
ge Trainingskurse anzubieten. In vielen FŠllen wird das Institut au§er einer Gruppe von
Lehrern Ganz- oder HalbtagskrŠfte in der Verwaltung benštigen, fŸr die eine finanzielle
UnterstŸtzung aus dem Fonds nštig werden kšnnte. Das Institut braucht Zugang zu
RŠumlichkeiten, in denen die Kurse abgehalten werden kšnnen, und wird im Laufe seiner
Weiterentwicklung eventuell ein eigenes GebŠude benštigen. UnabhŠngig von solchen
eigenen RŠumlichkeiten mŸssen die Lehrer Kurse an diesem zentralen Ort und in den
Dšrfern und StŠdten anbieten, so da§ eine beachtliche Zahl von GlŠubigen an den Pro-
grammen teilnehmen kann. Die Vielfalt und die Zahl der vom Institut angebotenen Kurse
26. Dezember 1995 Der ernannte Pfeiler im Vier-Jahres-Plan
83
sowie Personalgrš§e und Lehrkšrper kšnnen es erforderlich machen, einen Verwaltungs-
rat zu ernennen. Wenn die Region, in der das Institut wirkt, gro§ ist, kann es Zweigstellen
mit je einer eigenen Verwaltung eršffnen.
Damit dieser neue Vorsto§ in der Errichtung von Instituten erfolgreich ist, bedarf es
der aktiven Beteiligung der Berater und Hilfsamtsmitglieder. Eine solche Beteiligung
wird den Beratern helfen Ýdas Feuer der Liebe Gottes ganz tief in den Herzen und Seelen
Seiner Diener zu entzŸndenÒ, Ýdie gšttlichen DŸfte zu verbreitenÒ, Ýdie Seelen der Men-
schen zu erquickenÒ, ÝGelehrsamkeit zu fšrdernÒ und Ýden Charakter aller Menschen zu
verbessernÒ. Diese Institute werden den Beratern und den Hilfsamtsmitgliedern unmittel-
bar die Mšglichkeit bieten, die GlŠubigen zu erziehen, unabhŠngig von anderen Gelegen-
heiten wie Konferenzen, Sommerschulen und Treffen mit den Freunden. Die Institute
sollten als Zentren der Gelehrsamkeit angesehen werden, und da ihr Charakter in †ber-
einstimmung mit der erzieherischen Verantwortung der Hilfsamtsmitglieder steht und
diesen dazu das BetŠtigungsfeld bietet, haben wir beschlossen, da§ ein intensives Enga-
gement bei der Arbeit der Institute kŸnftig ein Teil der sich weiterentwickelnden Funkti-
onen dieser AmtstrŠger des Glaubens sein soll. Die Berater und die Nationalen Geistigen
RŠte werden Ÿber die Einzelheiten der Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Armen
der administrativen Ordnung beraten mŸssen, wenn es sich um die Kontrolle des Budgets
und das Funktionieren eines Instituts handelt, um die Planung der Programminhalte, die
Entwicklung von LehrplŠnen sowie die Abhaltung von Kursen. Falls ein Verwaltungsrat
ernannt wird, sollten die Mitglieder vom Nationalen Geistigen Rat in Beratung mit den
Beratern und mit deren voller UnterstŸtzung ernannt werden; Hilfsamtsmitglieder kšn-
nen diesen Kšrperschaften angehšren.
Diese Institute stehen in enger Beziehung zu den Hilfsamtsmitgliedern, aber zusŠtz-
lich mŸssen sie unbedingt eng mit šrtlichen Geistigen RŠten und AusschŸssen zusam-
menarbeiten, die mit Leitungsfunktionen bei PlŠnen und Projekten zur Verbreitung und
Festigung betraut sind. Dadurch wird sichergestellt, da§ die Programme des Instituts dar-
auf ausgerichtet sind, Personen heranzubilden, die effektiv bei solchen PlŠnen mitwirken
kšnnen. Selbst wenn die Verwaltungskšrperschaften noch nicht dazu in der Lage sind,
die FŠhigkeiten der ausgebildeten Freunde zu nutzen, sollten die Programme des Instituts
regelmŠ§ig durchgefŸhrt werden. Schlie§lich hŠngen die StŠrkung der Institutionen in ei-
ner Region wie auch alle anderen Angelegenheiten von geschickten und gefestigten Mit-
arbeitern des Glaubens ab.
Bei der Entwicklung seiner Programme sollte das Institut die FŠhigkeiten der wach-
senden Zahl von GlŠubigen und seine Verbindung zu anderen Institutionen nutzen, um
Zugang zu weltweiten Ressourcen zu haben. Ein neu errichtetes Institut wird oft Material
benutzen, das von Instituten in anderen Teilen der Welt erstellt worden ist. Nach und nach
werden jene, die Kurse ausarbeiten und abhalten, lernen, wie dieses Material durch ande-
res ergŠnzt werden kann, das fŸr ihre BedŸrfnisse besser geeignet ist, und werden dann
entscheiden, welches neue Material entwickelt werden sollte. Der Lehrplan des Instituts
kann also jeweils eine Kombination von Materialien enthalten, die vor Ort selbst entwi-
ckelt wurden oder die sich anderswo als erfolgreich erwiesen haben. In dem Ma§e, in dem
Institute anfangen aufzublŸhen, werden fŸr die verschiedenen SchulungsbedŸrfnisse eine
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
84
Vielzahl an LehrplŠnen entwickelt werden. Wir hoffen, da§ Sie mit Hilfe des Internatio-
nalen Lehrzentrums von Zeit zu Zeit das verfŸgbare Material sichten und den Instituten
in den von ihnen betreuten Gemeinden helfen werden, das Ihren BedŸrfnissen am besten
Entsprechende auszuwŠhlen.
Dem Lehrzentrum stellen wir spezielle Finanzmittel fŸr die Arbeit der Institute zur
VerfŸgung und beabsichtigen, an Nationale Geistige RŠte zu appellieren, der Entwick-
lung von Instituten in ihren LŠndern besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Wir hoffen
sehr, da§ deutliche Fortschritte in dieser Richtung zu einem unterscheidenden Merkmal
des Vier-Jahres-Planes werden.
Die šrtliche Ebene
Die Entwicklung der šrtlichen Gemeinden und das Funktionieren der šrtlichen Geis-
tigen RŠte waren wŠhrend mehrerer aufeinanderfolgender PlŠne eine stŠndige Herausfor-
derung an die Bah‡'’-Welt. Es gibt gegenwŠrtig einige tausend šrtliche Geistige RŠte, die
zumindest elementar funktionieren. Nationale und regionale PlŠne werden eindeutig
Ma§nahmen vorsehen mŸssen, damit RŠte šrtliche PlŠne fŸr die Verbreitung und Festi-
gung aufstellen. Um sicherzustellen, da§ šrtliche PlŠne zur Fšrderung des Prozesses des
Beitritts in Scharen beitragen, werden Sie Ihre Hilfsamtsmitglieder und deren Assistenten
zu einer engen Zusammenarbeit mit diesen RŠten fŸr die Formulierung wie auch die Aus-
fŸhrung solcher PlŠne aufrufen mŸssen, und Sie sollten ihnen helfen, die Verantwortung
fŸr ein systematisches Wachstum zu Ÿbernehmen, sowohl in ihren eigenen Gemeinden
wie auch in Orten, die als Ausbreitungsziel gewŠhlt wurden. Die Gemeinde mu§ von ei-
nem GefŸhl fŸr ihre Mission erfŸllt sein, und der Rat sollte sich immer stŠrker seiner Rol-
le als Kanal fŸr die Gšttliche Gnade bewu§t werden, nicht nur fŸr die Bah‡'’, sondern fŸr
das ganze Dorf oder die Stadt.
In den vielen Gemeinden, wo keine organisierten AktivitŠten stattfinden - ob es dort
gewŠhlte šrtliche Geistige RŠte gibt oder nicht -, mŸssen grundlegende Probleme ange-
sprochen werden, und dabei mŸssen die Hilfsamtsmitglieder und ihre Assistenten eine
entscheidende Rolle spielen. Gemeinsame BemŸhungen mŸssen unternommen werden,
um den einzelnen GlŠubigen, MŠnnern und Frauen gleicherma§en, zu helfen, ihre Liebe
zu Bah‡'u'll‡h und zu Seiner Sache zu vertiefen und sie zu Neunzehntagefesten wie auch
zu anderen regelmŠ§igen Treffen zusammenzufŸhren, die dazu bestimmt sind, das Be-
wu§tsein ihrer IdentitŠt als Gemeinde zu stŠrken. In Gemeinden, wo die Beteiligung der
Frauen an AktivitŠten noch gering ist, mŸssen Schritte unternommen werden, um diese
Beteiligung anzuregen. Wirksame Ma§nahmen mŸssen ergriffen werden, damit šrtliche
Geistige RŠte Jahr fŸr Jahr ordnungsgemŠ§ gewŠhlt werden und bestŠndig Fortschritte in
ihrem Funktionieren machen. Dem regelmŠ§igen Abhalten von Kinderklassen sollte
hšchste PrioritŠt gegeben werden. In vielen Teilen der Welt ist dies tatsŠchlich die erste
AktivitŠt im Proze§ des Gemeindeaufbaus, aus der, wenn nachhaltig verfolgt, sich andere
Entwicklungen ergeben. Hierbei mu§ auch den Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit
geschenkt werden, die oft die begeistertsten Verfechter des Glaubens sind. Die Etablie-
rung dieser AktivitŠten bildet die erste Stufe im Proze§ der Gemeindeentwicklung, der
26. Dezember 1995 Der ernannte Pfeiler im Vier-Jahres-Plan
85
weitere Stufen folgen mŸssen, bis die Gemeinde jenen Punkt erreicht, wo sie eigene PlŠne
der Ausbreitung und Festigung formulieren kann.
Wir sind der Ansicht, da§ die Hilfsamtsmitglieder dort, wo es angebracht ist, mehr als
nur einen Assistenten je Ort ernennen sollten, in der Absicht, jeden mit der Fšrderung einer
oder mehrerer dieser grundlegenden AktivitŠten in der Gemeinde zu betrauen. Wir bitten
Sie auch ganz dringend, mit den Nationalen Geistigen RŠten darŸber zu beraten, welche
Erfahrungen bei frŸheren BemŸhungen gemacht wurden, solchen Gemeinden zu helfen.
Dann kšnnen Ma§nahmen ergriffen werden, um Ÿber das daraus Gelernte mit den aktiven
Mitgliedern des Glaubens in der jeweiligen Region zu diskutieren. Das wird ihnen dabei
helfen, das geeignete Verfahren und die geeignete Methode fŸr ihren besonderen Fall he-
rauszufinden und dann einen systematischen Proze§ zur Gemeindeentwicklung in Gang zu
setzen. Dieser sollte von solcher Art sein, da§ die Freunde ihre Erfolge und Schwierigkei-
ten ŸberprŸfen, ihre Methoden entsprechend anpassen und verbessern, daraus lernen und
ohne Zšgern voranschreiten.
Allgemein gesagt sind wir der Ansicht, da§ die Funktionen der Hilfsamtsmitglieder
fŸr den Schutz klarer gefa§t und ihr Einflu§ ausgeweitet werden mŸssen. Die Vertiefung
der Freunde und das richtige Funktionieren der šrtlichen Geistigen RŠte tragen wesent-
lich zum gesunden Wachstum der Gemeinde bei und sollten wichtige Anliegen der Hilf-
samtsmitglieder fŸr den Schutz sein. Wir erwŠgen, die Zahl der Hilfsamtsmitglieder fŸr
den Schutz auf die Zahl der Hilfsamtsmitglieder fŸr die Verbreitung zu erhšhen. Wir hof-
fen, da§ die Hilfsamtsmitglieder fŸr den Schutz ihrerseits mehr Assistenten ernennen
werden, die dann ihre Aufmerksamkeit auf Fragen der Gemeindeentwicklung richten.
Die Wahl der Geistigen RŠte
Bei der Entwicklung der administrativen Ordnung hat der HŸter den ersten Ridv‡n-
Tag als den Tag festgelegt, an dem alle šrtlichen Geistigen RŠte gewŠhlt werden sollten.
Zu seinen Lebzeiten wurde diese Praxis beibehalten, bis die Zahl der šrtlichen RŠte lang-
sam auf Ÿber tausend anwuchs.
In den folgenden zwei Jahrzehnten breitete sich der Glaube besonders in lŠndlichen
Gebieten stark aus, die oft abgelegen und schwer zu erreichen sind. Daher beschlo§ das
Universale Haus der Gerechtigkeit 1977, da§, wenn die Freunde es in gewissen FŠllen
versŠumten, ihren Geistigen Rat am ersten Ridv‡n-Tag zu wŠhlen, sie das an einem der
folgenden Tage innerhalb des Ridv‡n-Festes tun konnten. Diese Regelung galt nicht fŸr
alle Orte, sondern nur fŸr solche, die nach der Beurteilung des Universalen Hauses der
Gerechtigkeit von Faktoren wie Analphabetentum, Abgelegenheit oder geringes Ver-
trautsein mit den Gedanken der Bah‡'’-Administration besonders betroffen waren. Zu Be-
ginn des FŸnf-Jahres-Planes erteilte das Haus der Gerechtigkeit die Erlaubnis, da§ neu
gebildete RŠte wŠhrend des ganzen Jahres gewŠhlt werden dŸrfen.
Diese Vorkehrungen haben es den GlŠubigen in zahlreichen Orten ermšglicht, bei der
Wahl ihrer Geistigen RŠte Hilfe zu bekommen, und bei der Festigung von šrtlichen Geis-
tigen RŠten unter den verschiedensten Bedingungen und in einer Vielfalt von kulturellen
Gegebenheiten ist viel Erfahrung gesammelt worden. Trotzdem liegt prinzipiell die Ver-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
86
antwortung und die Initiative fŸr die Wahl des šrtlichen Geistigen Rates in erster Linie
bei den Bah‡'’ des Ortes, und jede Hilfe von au§en ist im Endeffekt nur dann fruchtbar,
wenn die Freunde sich dieser heiligen Verantwortung bewu§t werden. In dem Ma§e, wie
Fortschritte bei der Heranbildung der GlŠubigen und bei der Entwicklung des Bah‡'’-Ge-
meindelebens gemacht werden, wird die FŠhigkeit der Freunde, ihren šrtlichen Geistigen
Rat selbst zu wŠhlen, gewi§ wachsen.
Aufgrund dieser †berlegungen haben wir beschlossen, von Ridv‡n 1997 an die Pra-
xis der Wahl aller šrtlichen Geistigen RŠte am ersten Ridv‡n-Tag wieder einzufŸhren.
Wir sind uns dessen bewu§t, da§ das unmittelbare Ergebnis ein zahlenmŠ§iger RŸckgang
der šrtlichen Geistigen RŠte zu Ridv‡n sein kann, aber wir sind zuversichtlich, da§ wir in
den folgenden Jahren Zeuge eines stŠndigen Wachstums sein werden.
Die Nationalen Geistigen RŠte und ihre Einrichtungen einerseits und die Berater und
ihre HilfsŠmter andererseits haben eindeutig die Pflicht, die Errichtung und Entwicklung
von Bah‡'’-Gemeinden einschlie§lich ihrer gšttlich verordneten šrtlichen Institutionen zu
fšrdern. Dieser Pflicht kann hauptsŠchlich durch stŠndige Erziehungsprogramme nachge-
kommen werden, die in den GlŠubigen ein Bewu§tsein fŸr die Wichtigkeit der Lehren in
allen Bereichen ihres individuellen und sozialen Lebens schaffen und in ihnen den
Wunsch und die Entschlossenheit erzeugen, ihre šrtlichen Geistigen RŠte zu wŠhlen und
zu unterstŸtzen. Diese Programme sollten auch die Mšglichkeit nutzen, vorŸbergehend
einen Verwaltungsausschu§ von drei oder mehr Mitgliedern in einem Ort zu bilden, in
dem kein šrtlicher Geistiger Rat gewŠhlt wurde oder wo die Mitglieder eines šrtlichen
Rates es versŠumen, sich zu treffen.
Der Finanzbedarf
Die Grš§e der Aufgaben, zu deren ErfŸllung die Bah‡'’-Gemeinde wŠhrend des Vier-
Jahres-Planes aufgerufen ist, wird auch betrŠchtlichen finanziellen Aufwand erfordern.
Die Anforderungen des Bogenprojekts werden weiterhin dem Internationalen Fonds des
Glaubens starke BeschrŠnkungen auferlegen. Das Universale Haus der Gerechtigkeit
wird sein €u§erstes tun, um den Beratern und den Nationalen Geistigen RŠten Mittel fŸr
die Aufgaben der Ausbreitung und Festigung in besonders unterstŸtzungsbedŸrftigen Ge-
genden zur VerfŸgung zu stellen. Dazu gehšren auch Gelder fŸr die Ÿberaus wichtige Ar-
beit der Hilfsamtsmitglieder
Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, da§ Geldausgeben an sich keine Ergebnisse bringt.
Vor uns liegt die Aufgabe, in den verschiedenen bei der AusfŸhrung des Planes beteilig-
ten Institutionen und Einrichtungen die FŠhigkeit zu entwickeln, Geldmittel vernŸnftig
und wirkungsvoll einzusetzen. DarŸber hinaus mŸssen Sie Ihre BemŸhungen verdoppeln,
jedes einzelne Mitglied der Bah‡'’-Gemeinde - die alten und die neuen GlŠubigen, die Ju-
gendlichen und die Erwachsenen - zum VerstŠndnis der geistigen Bedeutung des Spen-
dens fŸr den Fonds zu erziehen. Wir sind zuversichtlich, da§ Sie dieser zweifachen
Aufgabe besondere Aufmerksamkeit schenken werden, wenn Sie jetzt aufbrechen, um
den Freunden auf allen Kontinenten zu helfen, fŸr den Glauben in diesen entscheidenden
Jahren der Menschheitsgeschichte Siege zu erringen.
26. Dezember 1995 Der ernannte Pfeiler im Vier-Jahres-Plan
87
Geliebte Freunde, die wenigen Jahre, die uns vom Ende des Jahrhunderts trennen,
sind eine Zeit voll geistiger Kraft und immens gŸnstiger Gelegenheiten. Gro§e Verant-
wortung ruht auf Ihren Schultern. WŠhrend der ersten Monate des Planes werden Sie fŸr
die Formulierung von PlŠnen, die die Freunde zu Taten inspirieren und sie in ihren indi-
viduellen und gemeinsamen BemŸhungen leiten werden, entscheidende BeitrŠge leisten.
Im Verlauf des Planes werden Sie und Ihre HilfsŠmter die Freunde ermutigen und die
geistigen KrŠfte anregen, die in allen Herzen schlummern, und ihnen Hilfe bieten bei der
ErfŸllung der Pflichten gegenŸber einem Glauben, der ihnen so teuer ist. WŠhrend Sie
diese vielfŠltigen Aufgaben in Angriff nehmen, mu§ Ihnen stŠndig gegenwŠrtig sein, da§
die Verwirklichung der Ziele dieses Planes vom schnellen Wachstum an Lehrern des
Glaubens abhŠngt. Sie werden die Scharen herbeibringen, sie zur Reife fŸhren und sie mit
"einer solch tiefen Sehnsucht" erfŸllen, die sie dazu drŠngen wird, "sich allein zu erhe-
ben" und ihre Energien darauf zu verwenden, "andere Seelen zu beleben".
Seien Sie versichert, da§ wir jedes einzelnen von Ihnen an den Heiligen Schreinen ge-
denken werden.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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89
Botschaften und Briefe
des Jahres 1996
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Ridvan 96
An die AnhŠnger Bah‡'u'llahs in Europa
Erste Kontinentale Ridv‡n-Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
Innig geliebte Freunde,
vor 43 Jahren, als sich die europŠischen Bah‡'’ auf der Stockholm-Konferenz versammel-
ten, die der geliebte HŸter zum Auftakt des gro§en Zehnjahres-Kreuzzuges auf Ihrem
Kontinent einberufen hatte, gab es drei Nationale Geistige RŠte - den der Britischen In-
seln, den von Deutschland und …sterreich sowie den von Italien und der Schweiz - au§er-
dem einige sich langsam entwickelnde šrtliche Gemeinden in anderen LŠndern
Westeuropas. Im Osten, der durch politische Barrieren abgeschottet war, existierten win-
zige †berreste von Gemeinden, die in frŸheren Jahren errichtet worden waren, und in der
benachbarten TŸrkei mŸhte sich eine kleine nationale Gemeinde. Und als die europŠi-
schen GlŠubigen der damaligen Zeit die ehrfurchtgebietenden Aufgaben betrachteten, die
vor ihnen lagen, hšrten sie die Worte des HŸters, der die historische Bedeutung jenes
Kontinents erlŠuterte, in dem sie die Institutionen von Bah‡'u'll‡hs embryonaler Weltord-
nung aufbauen sollten:
"Ein Kontinent, der solch eine zentrale und strategische Position fŸr den ganzen Pla-
neten einnimmt, so reichhaltig und ereignisreich in seiner Geschichte, so vielfŠltig in sei-
nen Kulturen, aus dessen Boden die Hellenische als auch die Ršmische Kultur entsprang,
die treibende Kraft einer Kultur, der Bah‡'u'll‡h Selbst in einigen ihrer GrundzŸge Aner-
kennung gezollt hat, an dessen sŸdlichen KŸsten das Christentum erstmals eine Heimat
fand, auf dessen šstlichen Wegen die mŠchtigen KrŠfte des Kreuzes und des Halbmondes
so oft aufeinander stie§en, auf dessen sŸdwestlichem AuslŠufer die schšnsten FrŸchte ei-
ner sich schnell entwickelnden islamischen Kultur reiften, in dessen Herzen das Licht der
Reformation so hell schien, da§ deren Strahlen auch die entlegensten Regionen des Glo-
bus erreichten ..."
Dieser Ihr Kontinent, dessen Boden durch die Fu§spuren Bah‡'u'll‡hs gesegnet wur-
de, der zweimal von 'Abdu'l-Bah‡ auf Seinen epochalen Reisen nach der Befreiung aus
der Gefangenschaft besucht wurde, dessen Reisende und Gelehrte sich schon frŸh dem
heraufdŠmmernden Licht von Bah‡'u'll‡hs Offenbarung šffneten, von dem aus zwei Re-
gierungen wŠhrend des heroischen Zeitalters dem Glauben eine helfende Hand darboten
und dessen Nationen in jŸngsten Jahren so erfolgreich zur Verteidigung der verfolgten
Bah‡'’ im Iran interveniert haben, hat reichlich die FŠhigkeit seiner Bewohner demonst-
riert, sich unter dem Banner der Sache Gottes zu versammeln, sobald ihre Herzen berŸhrt
werden und ihr Verstand fŸr seine Botschaft geweckt wird.
Im Laufe dieser 43 Jahre haben die europŠischen Bah‡'’-Gemeinden gro§e VitalitŠt
gezeigt. Die Zahl der Nationalen Geistigen RŠte hat sich auf 34 erhšht, die auf dem gan-
zen Kontinent verteilt sind, und die - wie im Falle von Ru§land - riesige Gebiete umfassen
und bis an den Pazifischen Ozean reichen. Durch europŠische Pioniere wurden fŸr den
Ridvan 96 An die AnhŠnger Bah‡'u'llahs in Europa
91
Glauben in Afrika, im Pazifik, der Karibik und auf Gršnland gro§e Siege errungen. Ihre
Institutionen haben sich im Bereich der …ffentlichkeitsarbeit hervorgetan. Ihre Gemein-
den weisen hervorragende Gelehrte im Glauben, Musiker, KŸnstler, Wissenschaftler und
Freunde auf, die sich um die Anwendung der Bah‡'’-Lehren im GeschŠfts- und Wirt-
schaftsbereich bemŸhen. Sie haben besondere Anstrengungen unternommen, die Frauen
zu fšrdern und das Familienleben zu stŠrken. Der EuropŠische Jugendrat ist Mittelpunkt
und Quelle fŸr die Stimulation der Jugend in allen Teilen Europas geworden, und wird
ergŠnzt durch ein Netz von nationalen und šrtlichen JugendausschŸssen, die eng zusam-
menarbeiten und von ihren Nationalen und šrtlichen Geistigen RŠten unterstŸtzt werden.
Jetzt ist es an der Zeit, da§ wir auf diese Errungenschaften aufbauen, indem wir alle un-
sere Anstrengungen auf das wesentliche Ziel konzentrieren, die Botschaft Bah‡'u'll‡hs ei-
ner geistig ausgehungerten Bevšlkerung zu Ÿberbringen.
Die erste Aufgabe Ihrer Nationalen Geistigen RŠte sofort nach Ridv‡n wird es sein,
Land fŸr Land und in Beratung mit den Mitgliedern des Berateramts die Details des Vier-
Jahres-Planes zu formulieren. Die Beteiligung der šrtlichen Geistigen RŠte und einzelner
GlŠubiger im Ausarbeiten ihrer eigenen šrtlichen PlŠne und in der Ausrichtung auf klar
zu formulierende Handlungsvorgaben wird fŸr die erfolgreiche ErfŸllung der hohen Ziele
in diesem Stadium der Umsetzung des Gšttlichen Planes von 'Abdu'l-Bah‡ unverzichtbar
sein.
Europa ist ein Kontinent voller Vielfalt, und jeder Ihrer Nationalen RŠte wird sorgfŠl-
tig die erforderlichen Prozesse und Leistungen erforschen mŸssen, die fŸr die Entwick-
lung der Sache Gottes in ihrem Gebiet in den kommenden vier Jahren notwendig sind.
Die augenblickliche Situation seiner Gemeinde, das Gebiet, in dem er arbeitet und Berei-
che potentieller Zusammenarbeit mit anderen Bah‡'’-Gemeinden mŸssen berŸcksichtigt
werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte der offiziellen Anerkennung in den LŠndern,
in denen die Institutionen des Glaubens noch nicht rechtlich anerkannt sind, gewidmet
werden, au§erdem der Errichtung von Nationalen Geistigen RŠten in bestimmten unab-
hŠngigen Gebieten und auf wichtigen Inseln - wie beispielsweise den Faršer Inseln -, die
dies noch nicht erreicht haben. Es gibt jedoch bestimmte Elemente einer noch weiter rei-
chenden Vision, die berŸcksichtigt werden mŸssen, da sie auf einzelne LŠnder, auf LŠn-
dergruppen und ganze Kontinente zutreffen.
Es gibt Gebiete, die dringend Pioniere und Reiselehrer benštigen; man denke bei-
spielsweise an die Arbeit mit den Sami und anderen Všlkern der Arktis und sub-arkti-
schen Regionen, nšrdlich bis nach Spitzbergen hinaufreichend. Wir denken an die
Bedeutung des Lehrens des Glaubens auf den Mittelmeerinseln, den Atlantikinseln und
den Nordseeinseln; die Wichtigkeit der Roma fŸr den ganzen Kontinent, die eine gro§e
Aufnahmebereitschaft fŸr die Botschaft Bah‡'u'll‡hs zeigen; die Chance fŸr die europŠi-
schen Bah‡'’-Gemeinden, das heilsame Wesen der Lehren in Bezug auf Minderheiten al-
ler Art zu demonstrieren; die besonderen Aufgaben, die der geliebte HŸter als
Bestimmung ausgewŠhlter Gemeinden beschrieben hat, und ihre Verantwortung in fer-
nen LŠndern, in denen ihre Sprachen gesprochen werden; die Konsequenzen des Fort-
schritts des Glaubens in Italien, wo sich "das Herz und die Hochburg der leitenden, der
altehrwŸrdigsten und mŠchtigsten Kirche des Christentums" befindet; die Notwendigkeit,
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
92
die Zahl von Bah‡'’-Zentren in den riesigen Gebieten der Ukraine und des europŠischen
Teils von Ru§land zu erhšhen; und darŸber hinaus die besondere Verantwortung und He-
rausforderung der Bah‡'’-Gemeinde der Russischen Fšderation, deren grš§ter Teil in Asi-
en liegt, und die sowohl von der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden in Zentral-
, SŸd- und Ost-Asien profitieren mu§ als auch von der mit Alaska, Kanada und den Ver-
einigten Staaten. Das sind nur einige Beispiele fŸr die Herausforderungen, denen Sie in
den kommenden Jahren gegenŸberstehen.
Das zentrale Ziel des Vier-Jahres-Planes, ein bedeutender Fortschritt im Proze§ des
Beitritts in Scharen, ist fŸr Europa von besonderer Bedeutung. Sie sollten keine Befan-
genheit und Vorbehalte haben - es ist ein Proze§, der in allen Teilen Europas voranschrei-
ten kann, im Westen und im Osten. Sie sollten alle erkennen, da§ der Beitritt in Scharen
eine unumgŠngliche Entwicklungsstufe fŸr die Sache ist. Die Merkmale dieser Entwick-
lung sind in der Zusammenstellung zu diesem Thema beschrieben worden. Daraus wird
offensichtlich, da§ das beabsichtigte Ergebnis - ein anhaltender Beitritt in Scharen - durch
eine blo§e Abfolge von sporadischen, unkoordinierten Anstrengungen - wie enthusias-
tisch auch immer - nicht zustandekommen kann. Vertrauen; Einheit in der Vision; syste-
matische, realistische und dennoch kŸhne Planung; Akzeptanz der Tatsache, da§ man
Fehler machen wird, und der Wille, aus diesen Fehlern zu lernen; und - Ÿber allem - Ver-
trauen auf die FŸhrung und stŸtzenden BestŠtigungen Bah‡'u'll‡hs werden den Fortschritt
dieses Prozesses beschleunigen.
Die Einrichtung von Fortbildungs-Instituten in verschiedenen Orten wird im Vier-
Jahres-Plan betont, denn die derzeitigen Methoden - so wertvoll sie in sich auch sein
mšgen - sind nicht angemessen, um den Herausforderungen dieses neuen Wachstums-
stadiums der Sache zu begegnen. Die Gestalt und Struktur der Institute mŸssen den je-
weiligen Bedingungen des Landes und der Region angepa§t werden. Es ist klar, da§ die
Form eines Instituts in Europa nicht mit der eines in den lŠndlichen Gebieten Indiens
identisch sein kann. Ihre Hauptfunktion jedoch ist dieselbe. Sie sind dazu da, die Festi-
gung einer Bah‡'’-IdentitŠt der Teilnehmer zu fšrdern: die BefŠhigung, die Welt und ih-
ren Zustand eher aus dem Blickwinkel der Lehren zu sehen als aus Sicht der eigenen
NationalitŠt oder vor dem jeweiligen Nicht-Bah‡'’-Hintergrund. Sie werden dabei hel-
fen, in jedem Teilnehmer eine tiefe Liebe zu Bah‡'u'll‡h zu entwickeln, ein gutes Ver-
stŠndnis Seiner wesentlichen Lehren und das Bewu§tsein fŸr die Wichtigkeit der
Entwicklung des geistigen Lebens fŸr jedes Individuum durch Gebet, Meditation und
Versenkung in die Heiligen Schriften fšrdern. Sie werden auch solch praktische Dinge
enthalten wie das Lehren des Glaubens, denn es gibt zu viele, die aus Mangel an Ver-
trauen in ihre diesbezŸglichen FŠhigkeiten zšgern, die Botschaft weiterzugeben. Die
Wandlung, die eine solche Vertiefung im Glauben hervorruft, wird sicherlich die Her-
zen der einzelnen Freunde dafŸr entflammen, die Botschaft mit allen sie umgebenden
Menschen zu teilen, und dies ist die Saat fŸr den Erfolg beim Lehren. Jene, die an einem
Institut teilgenommen haben, kšnnen den anderen Bah‡'’ - sowohl den neuen als auch
den langjŠhrigen - helfen, ihr Potential fŸr das Lehren zu entwickeln, und somit der Sa-
che, in der jeder GlŠubige ein Lehrer ist, eine zunehmende Zahl aktiver Mitarbeiter zu-
fŸhren.
Ridv‡n 153 An die Bah‡'’ der Welt
93
Das Lehren der Sache durch die Freunde in Europa mu§ an Umfang zunehmen, es
mu§ in der Bandbreite vielfŠltig, spontan und individuell auf der einen Seite und konzen-
triert, vereint und einander unterstŸtzend auf der anderen Seite sein. Es mu§ sowohl in-
spirierend als auch praktisch sein und mu§ vor allem vom reinen Glauben an die Macht
Bah‡'u'll‡hs beseelt sein. Sie sollten das Feld ihrer Lehrarbeit erweitern und darin die
Landbevšlkerung einschlie§en als auch die Massen der Arbeitenden in den StŠdten, Men-
schen mit geringer Bildung als auch Intellektuelle in UniversitŠtsstŠdten. Sie sollten ganz
bewu§t jede Gesellschaftsschicht ansprechen, Ihre Methoden entsprechend anpassen, Li-
teratur und audio-visuelles Material fŸr jeden Zuhšrer haben. Beides, Kopf und Herz,
mŸssen genŠhrt werden; beides, geistige KrŠfte und intellektuelle Klarheit, mŸssen als
wichtige Elemente der Lehrarbeit erkannt werden. Sie haben sich bereits ausgezeichnet
durch den Einsatz der KŸnste in der Proklamation, der Ausbreitung und Festigung des
Glaubens; dies ist ein SchlŸssel zum …ffnen vieler TŸren, und er sollte ermutigt und ge-
fšrdert werden. Ihre Einheit, Ihre Begeisterung, Ihr Vertrauen und Ihre Ausdauer - durch
die Kraft des Gebetes gestŠrkt und gefŸhrt - werden unausweichlich zu einem Kanal fŸr
gšttliche BestŠtigungen, die wiederum suchende Seelen anziehen werden.
Wir unsererseits werden inbrŸnstig an der Heiligen Schwelle dafŸr beten, da§ Sie, die
Sie solch historische Siege in Ihren HeimatlŠndern und auf der ganzen Welt errungen ha-
ben, wŠhrend des Vier-Jahres-Planes in eine Phase noch grš§erer Errungenschaften ein-
treten, die die noch unvorstellbaren Triumphe ankŸndigen, die sich der Bestimmung nach
im einundzwanzigsten Jahrhundert entfalten werden.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Ridv‡n 153
An die Bah‡'’ der Welt
Innig geliebte Freunde!
Mit vor Dankbarkeit zur Gesegneten Schšnheit Ÿberflie§enden Herzen erkennen wir die
Ÿberreichen Zeichen Seiner Gnade wŠhrend des Drei-Jahres-Planes, der mit dem diesjŠh-
rigen Ridv‡n-Fest zu Ende geht. Der belebende Geist des Heiligen Jahres, der dem Be-
ginn des Planes zu Ridv‡n 1993 den Schwung gab, durchzog diese Zeit der konzentrierten
Anstrengungen und verlieh unserer Weltgemeinde grš§ere Festigkeit, Spannkraft, Reife
und Zuversicht als je zuvor. Gleichzeitig ist das Ansehen der Gemeinde stark gestiegen.
Wenn dieser Plan auch nicht mit einer dramatischen zahlenmŠ§igen Ausbreitung endet,
gleichwohl es in einigen LŠndern eine beachtliche Zunahme an Mitgliedern gab, so ist das
Ergebnis doch eine mit neuen QualitŠten bereicherte Gemeinde, eine Gemeinde, die dar-
auf vorbereitet ist, die unmittelbar vor uns liegenden Aussichten auf den Fortschritt des
Glaubens voll auszuschšpfen.
Die gro§artige Entwicklung der Projekte am Berge Karmel fallen unter den me§baren
Leistungen dieser Zeit besonders ins Auge. Trotz zahlreicher Schwierigkeiten wurden
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
94
die in unserer Botschaft zum Drei-Jahres-Plan vorhergesehenen Errungenschaften gŠnz-
lich erreicht. Alle Phasen des Baus sind eingeleitet. Der Rohbau des Zentrums zum Stu-
dium der Texte und der Erweiterung des Internationalen ArchivgebŠudes wurde errichtet,
die Arbeiten an diesen GebŠuden sind bis zur Inangriffnahme des Innenausbaus und der
Fassadenarbeiten fortgeschritten. Die Errichtung des stŠndigen Sitzes des Internationalen
Lehrzentrums, dem dritten im Bau befindlichen GebŠude am Bogen, macht schnelle Fort-
schritte. Sieben Terrassen unterhalb des Schreines des B‡b sind vollendet und lassen
schon den sich abzeichnenden Strahlenglanz vom Fu§ bis zum Gipfel von Gottes Heili-
gem Berg erkennen. Eine aufmerksame …ffentlichkeit ist beeindruckt von der Schšnheit,
die sich wie ein Teppich Ÿber den Hang des Berges ausbreitet.
Die greifbare RealitŠt des Fortschritts, der bisher so wunderbar verwirklicht wurde,
ist Beweis einer noch grš§eren Errungenschaft, nŠmlich die vereinte Zielrichtung, die in
der gesamten globalen Gemeinde bei der Verfolgung dieser gigantischen gemeinsamen
Unternehmung erreicht wurde. Das Ausma§ des hervorgerufenen Interesses und der Un-
terstŸtzung hat seinen Ausdruck in einem nie dagewesenen Zustrom von BeitrŠgen ge-
funden, die einen Grad an Opferbereitschaft widerspiegeln, der wiederum von der
Beschaffenheit des Glaubens sowie der Gro§zŸgigkeit des Herzens der Liebenden
Bah‡'u'll‡hs auf dem ganzen Erdball Zeugnis ablegt. Da§ die BeitrŠge fŸr die Projekte am
Berg Karmel das Drei-Jahres-Ziel von 74 Millionen US-Dollar erreicht haben, ist eine
zweite me§bare und au§ergewšhnliche Leistung, die zuversichtlich macht, da§ die not-
wendige finanzielle UnterstŸtzung fŸr diese Projekte bis zu deren Fertigstellung am Ende
des Jahrhunderts andauern wird.
Die Zeichen des Fortschritts waren in den vergangenen drei Jahren in weiten und viel-
fŠltigen Bereichen offenkundig. Die bemerkenswerten BemŸhungen um die Ausbreitung
und Festigung der Gemeinde, die vermehrten Unternehmungen im Bereich der sozialen
und wirtschaftlichen Entwicklung und ein beispielloser Vorsto§ auf dem Gebiet der …f-
fentlichkeitsarbeit und Au§enbeziehungen ergeben das Bild einer Gemeinde, die mit neu-
en FŠhigkeiten begabt ist.
Neue Lehrmethoden
Auf dem Feld des Lehrens gab es eine allgemeine Zunahme der AktivitŠten, was sich
in der Bildung zwšlf neuer Nationaler Geistiger RŠte im Verlauf des Planes und im An-
stieg der Pionier- und ReiselehrertŠtigkeit zeigte. In vielen LŠndern waren die GlŠubigen
entflammt von der neuen Herangehensweise, die in dem wŠhrend des Planes veršffent-
lichten Pionieraufruf vorgeschlagen wurde. Die Zahl der Pioniere aus und in verschiede-
ne LŠnder war hoch, und es gab eine wahre Flut von Reiselehrern, die sowohl im
Heimatland wie auch im Ausland tŠtig waren. Systematische AnsŠtze zu gemeinsamen
LehraktivitŠten und gezielt konzipierten langfristigen Lehrprojekten zeigten FrŸchte und
lie§en sich deutlicher als je zuvor in vielen LŠndern erkennen.
Die Energie und KreativitŠt, die die verschiedenen Entwicklungen in der Ausbreitung
und Festigung begleiteten, ist in hohem Ma§e auf den vom Internationalen Lehrzentrum
bewiesenen Unternehmungsgeist zurŸckzufŸhren. Seine stŠndige Anleitung und Ermuti-
Ridv‡n 153 An die Bah‡'’ der Welt
95
gung der Kontinentalen BeraterŠmter; seine Empfehlung neuer Methoden fŸr die Aussen-
dung von Pionieren, wie sie vom Universalen Haus der Gerechtigkeit in seinem in den
ersten Monaten des Planes veršffentlichten Pionieraufruf bestŠtigt wurden, und seine re-
gelmŠ§ige UnterstŸtzung der ihrer Obhut unterstellten Kontinentalen PionierausschŸsse;
seine unermŸdliche Aufmerksamkeit auf den Bedarf an Erziehung und Vertiefung in der
Gemeinde, die in seinem Austausch und seiner Arbeit mit Beratern zum Ausdruck kam,
wenn es darum ging, in Lehrprojekte auch Vertiefungsprogramme fŸr neuerklŠrte GlŠu-
bige einzufŸgen, Kurse und Arbeitsgruppen fŸr die Heranbildung verschiedener FŠhig-
keiten zu entwickeln, Lehrer fŸr Kinder auszubilden und die Zahl der Kinderklassen zu
erhšhen; seine Ermutigung von BemŸhungen, Fortbildungs-Institute in verschiedenen
Teilen der Welt zu errichten - all das hat widerhallende Ergebnisse gezeitigt. Besondere
Anerkennung mu§ dem Lehrzentrum auch fŸr den Einflu§ gezollt werden, den es Ÿber die
Berater auf die EinfŸhrung von Basis-Literaturprogrammen in immer mehr LŠndern aus-
Ÿbte. Durch solche Programme wurden einige fŸr die Verbreitung des Glaubens und die
Vertiefung der GlŠubigen wesentliche Titel ausgewŠhlt, in gro§er Zahl gedruckt und zu
ermŠ§igten Preisen verfŸgbar gemacht. Der au§ergewšhnliche Fortschritt in der Ent-
wicklung dieser so wichtigen, am Weltzentrum wirkenden Institution war deutlich spŸr-
bar bei der Beraterkonferenz im vergangenen Dezember, die den Kurs fŸr die Arbeit
dieser hochrangigen AmtstrŠger des Glaubens in den unmittelbar vor uns liegenden Jah-
ren absteckte.
Eine bedeutsame Entwicklung ist darin zu sehen, da§ die einheimischen GlŠubigen in
verstŠrktem Ma§e die Verantwortung fŸr die Lehr- und Vertiefungsarbeit in ihren LŠn-
dern Ÿbernahmen. In sehr unruhigen Gebieten wie Angola, Kambodscha, Liberia und Si-
erra Leone errangen die Freunde wichtige Siege, entweder bei den LehraktivitŠten, die zu
etlichen ErklŠrungen fŸhrten, oder bei der Errichtung und Wiedererrichtung von Bah‡'’-
RŠten sowie beim Aufbau und der WeiterfŸhrung von Entwicklungsprojekten. In Gegen-
den, wo Nationale Geistige RŠte erst kŸrzlich gebildet wurden, wie in den LŠndern des
ehemaligen Ostblocks, haben die Freunde ein bewundernswertes Vermšgen bewiesen,
die Angelegenheiten des Glaubens zu verwalten. Ein Glanzpunkt dieser Zeit war die
plštzliche Steigerung der Tatkraft, des Muts und der KreativitŠt der Bah‡'’-Gemeinden
auf Inseln in der ganzen Welt. Die TŠtigkeitsbereiche waren weit gefŠchert und umfa§ten
das Heranziehen von ortsansŠssigen Lehrern, die Ausbildung und Aussendung von meh-
reren Dutzend Reiselehrern zu benachbarten Inseln, die Eršffnung von Grundschulen, die
vielfŠltigen Gelegenheiten fŸr die Proklamation des Glaubens wie auch die TrŠgerschaft
von Veranstaltungen, an denen hochrangige Beamte und einflu§reiche Persšnlichkeiten
teilnahmen. Da§ in den vergangenen Jahren Staats- und RegierungsoberhŠupter von In-
selstaaten das Bah‡'’-Weltzentrum besucht haben, ist ein Anzeichen fŸr die lebhaften Ak-
tivitŠten der GlŠubigen in diesen kleinen, Ÿber die sieben Meere verstreuten LŠndern.
Betrachtet man die genannten Beispiele fŸr die Einstellung und BemŸhungen der Freunde
in unterschiedlichen Umfeldern, dann bezeugen sie alle eine verstŠrkte Hingabe an die
Lehrarbeit, eine wachsende Reife und flexible BestŠndigkeit. Das spiegelt die Glau-
benstiefe wider, die Bah‡'’ aus verschiedstenen Volksgruppen bewegt.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
96
Der Beitrag der Jugend
Im Einklang mit diesen Beobachtungen stehen die hervorragenden BeitrŠge der Ju-
gend zur Verbreitung und Festigung. Ihre AktivitŠten haben in der Drei-Jahres-Periode
neue Dimensionen erreicht. Von Jugendkonferenzen und anderen, ihre Interessen berŸck-
sichtigenden ZusammenkŸnften angetrieben, hat die Jugend in der ganzen Welt ungeheu-
re Mengen an Zeit, Energie und Eifer fŸr die Lehrarbeit als Reiselehrer innerhalb und
au§erhalb ihrer LŠnder und als Teams in gemeinsamen Lehrprojekten eingesetzt, wo-
durch sie hunderte von NeuerklŠrungen und die Bildung von vielen šrtlichen Geistigen
RŠten bewirkte. Mit Hilfe der Musik und der KŸnste die Sache zu proklamieren und zu
lehren zeichnete ihre Anstrengungen in vielen Orten aus. Die Ausbreitung von Tanz- und
Theaterworkshops war besonders wirkungsvoll. Die Beteiligung der Jugend bei den Au-
§enbeziehungen und Verbindungen zu anderen Gruppen hat dem Glauben auf diesem Ge-
biet neue Mšglichkeiten eršffnet. Die Verpflichtung zu einem Jahr des Dienstes hat sich
weiter verbreitet. Gleichzeitig hat die Zahl der Jugendlichen merklich zugenommen, die
eine berufliche Ausbildung abschlossen und akademische, fachliche und berufliche Aus-
zeichnung erlangten. All das sind Anzeichen dafŸr, da§ die Jugend im direktem Dienst
am Glauben mehr tut, wŠhrend sie gleichzeitig ihren Teil zur allgemeinen Entwicklung
der Gesellschaft beitrŠgt.
Zeichen fŸr die Konsolidierung der Gemeinde lie§en sich auch darin erkennen, da§
die Freunde sich stŠrker an sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen beteiligten, be-
sonders auf dem Gebiet der Erziehung. In einem herausragenden Fall hat eine Regierung
die Bah‡'’ gebeten, die Verantwortung fŸr die Leitung von sieben Grundschulen zu Ÿber-
nehmen. Sie taten das auch mit der UnterstŸtzung des BŸros fŸr soziale und wirtschaftli-
che Entwicklung am Weltzentrum. Beachtenswert ist auch, da§ in Afrika Bah‡'’-
Gemeinden, die wegen politischer Unruhen in ihrem Heimatland im Exil leben, weiterhin
landwirtschaftliche und andere Projekte entwickeln, die ihnen weitgehende wirtschaftli-
che UnabhŠngigkeit sichern. BemŸhungen, die Stellung der Frauen zu verbessern, gewin-
nen in einer Reihe von LŠndern an Schwung, wo die Bah‡'’-Institutionen, zusŠtzlich zu
der Beteiligung von Bah‡'’ an Projekten, die von anderen Organisationen gefšrdert wer-
den, eigene AusschŸsse und BŸros einrichteten, um die Interessen der Frauen wahrzuneh-
men. Als Symbol dieses Aufschwungs ist das BŸro fŸr die Fšrderung der Frauen der
Internationalen Bah‡'’-Gemeinde eingerichtet worden.
In einigen LŠndern gab es auch eine beachtliche Beteiligung der Bah‡'’ an offiziell
gefšrderten Programmen zur Hebung des Gesundheitszustands. In anderen FŠllen haben
Bah‡'’ selbst solche Programme angeregt und durchgefŸhrt. Die Arbeit im Bereich der so-
zialen und wirtschaftlichen Entwicklung ermšglichte auch die dauerhafte Errichtung und
Konsolidierung von grš§eren Projekte und Organisationen. Drei Pilotprojekte setzten den
ersten Schritt in einer Alphabetisierungskampagne, die das BŸro fŸr soziale und wirt-
schaftliche Entwicklung Ÿber die ganze Welt auszudehnen beabsichtigt. Die GrŸndung
und das Betreiben von Entwicklungsprojekten durch Bah‡'’ fŸhrten auch zu einer Prokla-
mation des Glaubens, indem sie die Beteiligung der Bevšlkerung und das Interesse der
Massenmedien erweckten.
Ridv‡n 153 An die Bah‡'’ der Welt
97
Ein Vorsto§ in der …ffentlichkeitsarbeit und bei den Au§enbeziehungen, der alle zu-
vor verzeichneten Erfolge in einem vergleichbaren Zeitabschnitt Ÿbertrifft, hat der Pro-
klamation des Glaubens gro§en Auftrieb gegeben. Gewaltige Anstrengungen Ÿberall in
der Welt fŸhrten dazu, da§ der Glaube viel stŠrker ins Blickfeld trat als je zuvor und ver-
halfen der Internationalen Bah‡'’-Gemeinde zu einem entsprechend hšheren Ansehen. In
gro§en ZŸgen kann man den Fortschritt daran erkennen, da§ gro§e und kleine Bah‡'’-Ge-
meinden wie selbstverstŠndlich šffentliche Veranstaltungen unterstŸtzten oder an ihnen
teilnahmen, da§ die Bah‡'’ als eine gesellschaftliche Kraft von Regierungsstellen und
Nicht-Regierungs-Organisationen sowie von prominenten Persšnlichkeiten anerkannt
wurden und leichten Zugang zu den Medien hatten. Die Berichterstattung Ÿber Bah‡'’-
Veranstaltungen und -Interessen in der Presse und den elektronischen Kommunikations-
medien Ÿbertraf bei weitem alle Erwartungen.
Unter den AktivitŠten in der ganzen Welt ragen einige besondere Entwicklungen her-
aus: die HŠufigkeit, mit der hohe Beamte Bah‡'’ zur Teilnahme an Veranstaltungen und
Projekten einluden oder sie um Hilfe baten; die erfolgreichen Initiativen von Bah‡'’ bei
der Beeinflussung von Regierungsma§nahmen; die Einrichtung von Bah‡'’-Studienpro-
grammen und -Kursen an Bildungseinrichtungen und UniversitŠten und die EinfŸhrung
von Unterrichtsmaterial durch šffentliche Schulen; der Einsatz der KŸnste durch Bah‡'’-
Institutionen, Gruppen und einzelne bei Proklamationsveranstaltungen.
Im Laufe des Jahres 1995 verdeutlichten zwei bedeutende UN-Ereignisse das sich be-
schleunigende Aufkeimen der Einheit im Denken bei Weltunternehmungen, was wieder-
um die Aufmerksamkeit und Beteiligung der Bah‡'’-Gemeinde beanspruchte. Zuerst
waren am Weltgipfel fŸr Sozialentwicklung im MŠrz in Kopenhagen 250 Freunde aus
mehr als 40 LŠndern beteiligt, die beeindruckende Anstrengungen unternahmen, um die
Teilnehmer des Gipfels und des dazugehšrigen Forums mit den Lehren bekanntzuma-
chen. Bei dieser Gelegenheit wurde das vom BŸro fŸr …ffentlichkeitsarbeit der Internati-
onalen Bah‡'’-Gemeinde erarbeitete Statement ÝEntwicklungsperspektiven fŸr die
MenschheitÒ zum ersten Mal verteilt und diskutiert. Folge-AktivitŠten Ÿberall in der Welt
waren Konferenzen und Seminare sowie die Verteilung des Statements. Sodann zogen
die Vierte Weltfrauenkonferenz in Beijing im September und das parallel verlaufende
NRO-Forum zusŠtzlich zur offiziellen Delegation der Internationalen Bah‡'’-Gemeinde
Ÿber 500 Bah‡'’ aus aller Welt an. Im selben Jahr veranla§te der 50. Jahrestag der GrŸn-
dung der Vereinten Nationen das BŸro der Internationalen Bah‡'’-Gemeinde bei den UN,
eine Stellungnahme ÝWendezeit fŸr die NationenÒ herauszugeben und zu verteilen, die
VorschlŠge fŸr die Weiterentwicklung der Weltorganisation enthŠlt.
Mehr …ffentlichkeitsarbeit
Zwei Ereignisse sind besonders hervorzuheben, bei denen `Amatu'l-Bah‡ Rœh’yyih
Kh‡num in herausragender Weise beteiligt war. Im vergangenen Herbst leitete sie eine
Delegation von vier offiziellen Bah‡'’-Vertretern beim Gipfeltreffen der "Alliance bet-
ween Religions and Conservation", die unter der Schirmherrschaft Seiner Kšniglichen
Hoheit Prinz Philip stand und auf Schlo§ Windsor stattfand. Im Oktober trat Rœh’yyih
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
98
Kh‡num als Hauptrednerin beim Vierten Internationalen Dialog zum †bergang zur Welt-
gesellschaft auf, der unter der Schirmherrschaft der UNESCO (der Internationalen Orga-
nisation fŸr Erziehung, Wissenschaft und Kultur der Vereinten Nationen) vom Bah‡'’-
Lehrstuhl fŸr Weltfrieden und dem Fachbereich Geschichte der UniversitŠt von Maryland
veranstaltet wurde.
Nicht unerwŠhnt bleiben sollten manch andere bedeutsame Kennzeichen des bespro-
chenen Zeitraums. So wurde eine Ausgabe des Kit‡b-i-Aqdas in der Originalsprache Ara-
bisch veršffentlicht, erstmals mit Anmerkungen in Persisch, die den Text wie in der
englischen Ausgabe ergŠnzen. Das Gesetz der Huqœqu'll‡h ist tiefer in den Herzen der
GlŠubigen in der ganzen Welt verwurzelt. WŠhrend des letzten Jahres des Planes hat der
TreuhŠnder der Huqœqu'll‡h, die Hand der Sache Gottes `Al’-Muhammad Varq‡, seinen
Wohnsitz in das Heilige Land verlegt. Dieser wichtige Schritt bedeutet auch, da§ alle drei
HŠnde der Sache Gottes - `Amatu'l-Bah‡ Rœh’yyih Kh‡num, `Al’-Akbar Furœtan und Dr.
Varq‡ - nun am Weltzentrum wohnen und Pilgern, Besuchern und den in Haifa dienenden
Freunden Inspiration vermitteln.
Vor diesem Hintergrund ermutigender Entwicklungen begeben wir uns nun zum dies-
jŠhrigen Ridv‡n in einen Vier-Jahres-Plan, der uns bis Ridv‡n 2000 begleiten wird. Ernst-
haft und liebevoll rufen wir unsere BrŸder und Schwestern in allen LŠndern auf, mit uns
gemeinsam Anstrengungen in Gang zu setzen, die den Generationen des nahenden 21.
Jahrhunderts eine Ÿberreiche und dauerhafte Erbschaft sichern.
Der Vier-Jahres-Plan hat ein Hauptziel: einen bedeutenden Fortschritt beim Proze§
des Beitritts in Scharen. Wie wir schon bei anderer Gelegenheit feststellten, soll solch ein
Fortschritt durch eine deutliche Steigerung bei den AktivitŠten und der Entwicklung des
einzelnen GlŠubigen, der Institutionen und der šrtlichen Gemeinde erreicht werden.
Die Gemeinde mu§ grš§er werden
Die Ausdrucksweise "Fortschritt beim Proze§ des Beitritts in Scharen" enthŠlt die
Vorstellung, da§ die gegenwŠrtigen UmstŠnde es erfordern und die bestehenden Gelegen-
heiten es auch zulassen, da§ die Bah‡'’-Weltgemeinde sich in bedeutendem Ma§e nach-
haltig vergrš§ert; da§ dieser Aufschwung angesichts der Weltsituation nštig ist; da§ die
drei beim Aufbau der Ordnung Bah‡'u'll‡hs Beteiligten - der einzelne, die Institutionen
und die Gemeinde - ein solches Wachstum fšrdern kšnnen, indem sie zunŠchst geistig
und innerlich eine solche Mšglichkeit akzeptieren und dann darauf hinarbeiten, eine gro-
§e Anzahl neuer GlŠubiger aufzunehmen und dabei die Mittel fŸr die Sicherstellung ihrer
geistigen und administrativen Schulung und Entwicklung in die Wege zu leiten. Dadurch
wird die Zahl der kenntnisreichen, aktiven GlŠubigen - sowohl im Bereich des Lehrens
als auch in der Administration - vervielfacht, deren engagierte Teilnahme an der Arbeit
des Glaubens wieder den stŠndigen Zustrom neuer AnhŠnger, eine ununterbrochene Ent-
faltung von Bah‡'’-RŠten und eine stete Festigung der Gemeinde gewŠhrleisten wird.
DarŸber hinaus bedeutet das Bewirken des Fortschritts des Prozesses, da§ jener Pro-
ze§ bereits im Gange ist und da§ šrtliche und nationale Gemeinden sich dabei in unter-
schiedlichen Phasen befinden. Alle Gemeinden stehen nun vor der Aufgabe, Schritte zu
Ridv‡n 153 An die Bah‡'’ der Welt
99
unternehmen und sich nachhaltig zu bemŸhen, um ein Ausma§ an Ausbreitung und Fes-
tigung zu erreichen, das ihren Mšglichkeiten entspricht. Der einzelne und die Institutio-
nen, obgleich sie in unterschiedlichen Bereichen tŠtig sind, werden aufgerufen, sich zu
erheben und den Erfordernissen dieser kritischen Zeit im Leben unserer Gemeinde und in
den Geschicken der Menschheit gerecht zu werden.
Die Rolle des einzelnen ist bei der Arbeit des Glaubens von einzigartiger Wichtigkeit.
Es ist der einzelne, der die Lebendigkeit des Glaubens zum Ausdruck bringt, von der wie-
derum der Erfolg bei der Lehrarbeit und die Entwicklung der Gemeinde abhŠngen.
Bah‡'u'll‡hs Gebot an jeden GlŠubigen, Seine Sache zu lehren, erlegt eine unausweichli-
che Verantwortung auf, die nicht auf irgendeine Institution des Glaubens Ÿbertragen oder
von dieser Ÿbernommen werden kann. Nur der einzelne kann das Potential hierfŸr freiset-
zen wie etwa die FŠhigkeit, Initiative zu ergreifen, Gelegenheiten wahrzunehmen,
Freundschaften zu schlie§en, persšnlich mit anderen in Kontakt zu treten, Beziehungen
aufzubauen, die Zusammenarbeit anderer im gemeinsamen Dienst am Glauben und an
der Gesellschaft zu gewinnen und die von den beratenden Kšrperschaften getroffenen
Entscheidungen in die Tat umzusetzen. Es ist die Pflicht des einzelnen, "sorgfŠltig jeden
Weg der AnnŠherung in Betracht zu ziehen, den er bei seinen persšnlichen Versuchen
nutzen mšchte, um bei jenen, die er in die schŸtzende Obhut seines Glaubens einreihen
mšchte, Aufmerksamkeit zu erwecken, das Interesse wachzuhalten und ihren Glauben zu
vertiefen."
Um diese FŠhigkeiten voll zu nutzen, bezieht der einzelne Kraft aus seiner Liebe zu
Bah‡'u'll‡h, aus der Macht des Bundes, aus der Dynamik des Gebets, der aus dem regel-
mŠ§igen Lesen und Studieren der Heiligen Texte abgeleiteten Inspiration und Erziehung
und der auf seine Seele einwirkenden verŠndernden KrŠfte bei seinem BemŸhen, sich ge-
mŠ§ den gšttlichen Gesetzen und Prinzipien zu verhalten. Da er mit der Pflicht betraut ist,
die Sache zu lehren, wird er darŸber hinaus mit der FŠhigkeit begabt, die von Bah‡'u'll‡h
verhei§enen besonderen Segnungen anzuziehen. "Wer an diesem Tage seine Lippen šff-
net und den Namen seines Herrn erwŠhnt, auf den werden die Scharen gšttlicher Einge-
bung aus dem Himmel Meines Namens, der Allwissende, der Allweise, herabkommen.
Zu ihm wird auch die Versammlung der Hšhe herabsteigen, und jeder aus ihr wird einen
Kelch reinen Lichtes vorantragen."
Individuelle Initiativen nštig
Shoghi Effendi hat die absolute Notwendigkeit individueller Initiative und Tat unter-
strichen. Er erklŠrte, da§ ohne die UnterstŸtzung durch den einzelnen, die "gleichzeitig
aus ganzem Herzen, ausdauernd und gro§zŸgig" sein soll, jede Ma§nahme und jeder Plan
des Nationalen Geistigen Rates "zum Scheitern verurteilt", die Absicht des Gšttlichen
Planes des Meisters "behindert" seien. †berdies wird die "stŸtzende Kraft Bah‡'u'll‡hs
Selbst jedem einzelnen vorenthalten werden, wenn er auf lange Sicht versŠumt, sich zu
erheben und seine Rolle zu spielen." Daher ist der Kernpunkt jedes zu erzielenden Fort-
schritts der einzelne GlŠubige, der Ÿber die Macht des Handelns verfŸgt, die auch nur er
durch seine eigene Initiative und ausdauernde Tat freisetzen kann. Was nun das GefŸhl
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
100
der UnzulŠnglichkeit betrifft, die manchmal die individuelle Initiative hemmt, so vermit-
telt ein in seinem Auftrag geschriebener Brief den Rat des HŸters: "Sie erwŠhnen beson-
ders den Mangel an Mut und Initiative seitens der GlŠubigen und ein GefŸhl der
Minderwertigkeit, was sie am šffentlichen Reden hindert. Es sind genau diese SchwŠ-
chen, von denen er wŸnscht, da§ die Freunde sie Ÿberwinden, denn sie lŠhmen nicht nur
ihre Anstrengungen, sondern bewirken sogar, da§ die Flamme des Glaubens in ihren Her-
zen erstickt wird. Nicht ehe die Freunde sich dessen bewu§t werden, da§ jeder von ihnen
fŠhig ist, die Botschaft seinem eigenen Ma§ entsprechend zu Ÿberbringen, kšnnen sie je
hoffen, die ihnen von einem liebenden und weisen Meister gesteckten Ziele zu erreichen.
... Jeder ist ein potentieller Lehrer. Man mu§ nur von dem Gebrauch machen, was Gott
einem gegeben hat, und sich so Seines Vertrauens wŸrdig erweisen."
Was die Institutionen anbelangt, so wird der Beitritt in Scharen auf sie ebenso Aus-
wirkungen haben wie sie umgekehrt auf ihn. Die Entfaltung der šrtlichen und Nationalen
Bah‡'’-RŠte erfordert jetzt eine neue Geisteshaltung seitens ihrer Mitglieder wie auch sei-
tens derer, die sie wŠhlen, denn die Bah‡'’-Gemeinde befindet sich in einem enormen his-
torischen Proze§, der jetzt in eine entscheidende Phase tritt. Bah‡'u'll‡h hat der Welt
Institutionen gegeben, die in einer neuen Ordnung tŠtig sein sollen, die dazu bestimmt ist,
die KrŠfte einer neuen Kultur zu kanalisieren. Fortschritte in Richtung auf die Verwirkli-
chung dieses gro§artigen Zieles erfordern eine bedeutende und fortlaufende Ausdehnung
der Bah‡'’-Gemeinde, so da§ ein angemessener Entwicklungsraum fŸr den Reifeproze§
dieser Institutionen zur VerfŸgung steht. Diese Angelegenheit ist von unmittelbarer
Wichtigkeit fŸr die erklŠrten AnhŠnger Bah‡'u'll‡hs in allen LŠndern.
Damit eine solche Ausdehnung angeregt und dann auch verkraftet wird, mŸssen sich
Geistige RŠte auf ein neues Niveau erheben, um ihre Verantwortung als KanŠle der gštt-
lichen FŸhrung, Planer der Lehrarbeit, Entwickler der menschlichen FŠhigkeiten, Erbauer
von Gemeinden und liebevolle Hirten der Menschen wahrzunehmen. Sie kšnnen diese
Mšglichkeiten dadurch verwirklichen, da§ sie die FŠhigkeit ihrer Mitglieder verbessern,
gemeinsam gemŠ§ den Prinzipien ihres Glaubens Rat zu halten und mit den Freunden in
ihrem Amtsbereich zu beraten, da§ sie den Geist des Dienstes fšrdern, da§ sie spontan
mit den Kontinentalen Beratern und ihren HilfsŠmtern zusammenarbeiten, und da§ sie
ihre Au§enbeziehungen pflegen. Der Fortschritt in der Entfaltung der Institutionen mu§
sich vor allem darin zeigen, da§ sich die Zahl der Orte vervielfacht, in denen die Funkti-
onsweise der Geistigen RŠte die FŠhigkeit des einzelnen GlŠubigen, dem Glauben zu die-
nen, erhšht und einmŸtiges Handeln fšrdert. Mit einem Wort, der Reifegrad des Geistigen
Rates sollte nicht nur daran gemessen werden, wie regelmŠ§ig er zu Sitzungen zusam-
menkommt und wie effizient er funktioniert, sondern auch an der bestŠndig wachsenden
Bah‡'’-Mitgliederzahl, der EffektivitŠt der Wechselbeziehung zwischen dem Rat und den
Mitgliedern seiner Gemeinde, der QualitŠt des geistigen und sozialen Lebens der Ge-
meinde und der allgemeinen Lebendigkeit der Gemeinde beim Proze§ einer dynami-
schen, stŠndig fortschreitenden Entwicklung.
Ridv‡n 153 An die Bah‡'’ der Welt
101
IdentitŠt der Gemeinde
Die Gemeinde ihrerseits gewinnt - gesondert vom einzelnen und den Institutionen be-
trachtet - einen eigenen Charakter und eine eigene IdentitŠt, wŠhrend sie an Grš§e zu-
nimmt. Dies ist eine notwendige Entwicklung, die besondere Aufmerksamkeit verlangt,
sowohl im Hinblick auf Gegenden, wo NeuerklŠrungen in gro§em Ma§e stattgefunden
haben, wie auch in Erwartung und Vorbereitung auf sich zahlreicher ereignende FŠlle von
Beitritt in Scharen. Eine Gemeinde ist natŸrlich mehr als nur die Summe ihrer Mitglieder;
sie ist eine umfassende Einheit der menschlichen Gesellschaft, die sich aus einzelnen, Fa-
milien und Institutionen zusammensetzt, die mit einer gemeinsamen Absicht zum Wohl
der Menschen innerhalb und au§erhalb ihrer eigenen Grenzen zusammenarbeiten; sie be-
steht aus einer Vielfalt von interagierenden Teilnehmern, die in einer stŠndigen Suche
nach geistigem und sozialem Fortschritt eine Einheit herstellen. Da die Bah‡'’ Ÿberall erst
am Beginn des Prozesses der Gemeindebildung stehen, mŸssen auf diese vordringliche
Aufgabe enorme Anstrengungen verwendet werden.
In einer frŸheren Botschaft haben wir schon darauf hingewiesen, da§ das AufblŸhen
der Gemeinde vor allem auf šrtlicher Ebene eine entscheidende Verbesserung der Ver-
haltensweisen erfordert: jener Verhaltensweisen, durch die der kollektive Ausdruck der
Tugenden der einzelnen Mitglieder und die Funktionsweise der Geistigen RŠte sich in
der Einheit und Freundschaft innerhalb der Gemeinde und in der Dynamik ihrer Akti-
vitŠten und ihres Wachstums zeigen. Das erfordert die Integration der sie bildenden Ele-
mente - Erwachsene, Jugendliche, Kinder - in geistige, soziale, erzieherische und
administrative AktivitŠten und ihre Beteiligung an šrtlichen Lehr- und Entwicklungs-
plŠnen. Dazu gehšren ein kollektiver Wille und die Ausrichtung auf das Ziel, den Geis-
tigen Rat durch jŠhrliche Wahlen fortbestehen zu lassen. Es schlie§t die AusŸbung
gemeinsamer Andachten ein. Daher ist es fŸr das geistige Leben der Gemeinde wesent-
lich, da§ die Freunde regelmŠ§ige Andachtsversammlungen abhalten, in šrtlichen
Bah‡'’-Zentren - dort, wo sie zur VerfŸgung stehen - oder anderswo, die Wohnungen
der Freunde inbegriffen.
GrŸndung von Instituten
Um die Mšglichkeiten der Ausbreitung und Festigung umzusetzen, die der Beitritt in
Scharen mit sich bringt, mu§ eine entschlossene weltweite Anstrengung zur Entwicklung
von menschlichen FŠhigkeiten unternommen werden. Das BemŸhen einzelner, in ihren
HŠusern Studienkreise zu leiten, gelegentliche Vertiefungskurse durch die Institutionen
sowie die informellen AktivitŠten der Gemeinde sind, obgleich wichtig, nicht ausrei-
chend fŸr die Erziehung und Schulung einer sich rasch ausbreitenden Gemeinde. Daher
ist es hšchst wichtig, systematisch neue Methoden zu entwickeln, eine gro§e Zahl von
GlŠubigen in den Grundwahrheiten des Glaubens zu unterrichten und sie auszubilden und
ihnen zu helfen, dem Glauben mit den ihnen von Gott verliehenen FŠhigkeiten zu dienen.
Es sollten daher ohne Verzug stŠndige Institute mit dem Ziel errichtet werden, nach einem
regelmŠ§igen Zeitplan gut organisierte, streng methodisch gefŸhrte Ausbildungspro-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
102
gramme anzubieten. Das Institut mu§ natŸrlich Ÿber RŠumlichkeiten verfŸgen kšnnen,
ohne jedoch unbedingt ein eigenes GebŠude zu haben.
Diese Angelegenheit erfordert eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den
Kontinentalen Beratern und den Nationalen Geistigen RŠten. Der Erfolg dieser Fortbil-
dungs-Institute wird nŠmlich in einem sehr gro§en Ma§e von der aktiven Beteiligung der
Kontinentalen Berater und der Hilfsamtsmitglieder. Es wird nštig sein, da§ die Hilfsamt-
smitglieder in einer engen Arbeitsbeziehung zu den Instituten und natŸrlich zu den šrtli-
chen Geistigen RŠten stehen, deren Gemeinden Nutzen aus den Programmen ziehen
werden. Da die Institute als Studienzentren zu betrachten sind und da sie ihrem Wesen
nach mit der Verantwortung der Hilfsamtsmitglieder auf dem Gebiet der Bildung und Er-
ziehung Ÿbereinstimmen und diesen den Wirkungskreis fŸr die AusŸbung ihrer Verant-
wortung bieten, sollte die enge Beteiligung dieser AmtstrŠger des Glaubens an der Arbeit
der Institute ein Teil ihrer sich ausweitenden Funktionen werden. FŸr die Entwicklung
und Umsetzung der Instituts-Programme wird es auch entscheidend sein, auf die Talente
und FŠhigkeiten von immer mehr Freunden zurŸckzugreifen.
Da der Ausdruck "Institut" in der Bah‡'’-Gemeinde in verschiedener Weise gebraucht
wird, bedarf es einer Klarstellung. Die nŠchsten vier Jahre stellen eine au§ergewšhnliche
Zeitspanne in der Geschichte des Glaubens dar, einen Wendepunkt epochalen Ausma§es.
Was die Freunde in der ganzen Welt jetzt tun sollten, ist, sich selbst, ihre materiellen Mit-
tel, ihre FŠhigkeiten und ihre Zeit fŸr die Entwicklung eines Netzwerkes an Fortbildungs-
Instituten einzubringen. Diese Zentren der Bah‡'’-Studien werden auf ein sehr praktisches
Ergebnis zielen, nŠmlich das Heranziehen einer gro§en Zahl von GlŠubigen, die darin
ausgebildet sind, den Proze§ des Beitritts in Scharen wirksam und liebevoll zu fšrdern
und zu erleichtern.
"Sammelt euere KrŠfte fŸr die Verbreitung des Glaubens Gottes," hat Bah‡'u'll‡h Sei-
ne Diener angewiesen und hinzugefŸgt, "Wer immer einer so hohen Berufung wŸrdig ist,
der mache sich auf, den Glauben zu fšrdern. Wer dies nicht vermag, hat die Pflicht, je-
manden zu bestimmen, der statt seiner diese Offenbarung verkŸndet..." Ebenso wie man
jemanden bestimmen kann, an der eigenen Stelle zu lehren, indem man die Ausgaben ei-
nes Pioniers oder Reiselehrers deckt, so kann man auch einen Lehrer an ein Institut ab-
ordnen, der dann natŸrlich ein Lehrer von Lehrern ist. Dazu kann man zweckbestimmte
BeitrŠge an den Kontinentalen Bah‡'’-Fonds ebenso wie an die šrtlichen, nationalen und
internationalen Fonds leisten.
Die Rolle der KŸnste
Bei all ihren BemŸhungen, das Ziel des Vier-Jahres-Planes zu erreichen, bitten wir
die Freunde auch, dem Einsatz der KŸnste stŠrkere Aufmerksamkeit zu schenken, nicht
nur im Rahmen der Proklamation, sondern auch bei der Verbreitung und Festigung. Die
graphischen und darstellenden KŸnste und die Literatur haben bei der Ausweitung des
Einflusses des Glaubens eine wichtige Rolle gespielt und kšnnen es auch weiterhin tun.
Auf der Ebene der Volkskunst kann dieser Mšglichkeit in allen Teilen der Welt, ob in
Dšrfern oder StŠdten, nachgegangen werden. Shoghi Effendi setzte hohe Erwartungen in
Ridv‡n 153 An die Bah‡'’ der Welt
103
die KŸnste als ein Mittel, Aufmerksamkeit auf die Lehren zu ziehen. Ein in seinem Auf-
trag an einen einzelnen GlŠubigen geschriebener Brief vermittelt die Ansicht des HŸters:
"Es wird die Zeit kommen, da der Glaube sich wie ein Lauffeuer verbreiten wird, da sein
Geist und seine Lehren auf der BŸhne oder in der Kunst und Literatur als ganzes darge-
stellt werden wird. Die Kunst kann besser solche edlen GefŸhle wecken als kalte, ratio-
nale ErklŠrungen, besonders unter der Masse der Bevšlkerung."
WŠhrend die Freunde und die Institutionen ihre Anstrengungen Ÿberall darauf rich-
ten, den Erfordernissen des Planes zu entsprechen, wird die Arbeit an den gro§en Projek-
ten am Berge Karmel fortgefŸhrt bis zu ihrer am Ende des Jahrhunderts erhofften
Vollendung. Mit dem Ende des Planes zu Ridv‡n 2000 werden das Zentrum zum Studium
der Texte und die Erweiterung des Archivs funktionsfŠhig sein; das GebŠude des Inter-
nationalen Lehrzentrums wird bis zur Abschlu§phase vorangeschritten sein. Der Ab-
schnitt der šffentlichen Stra§e, die den Verlauf der Terrassen oberhalb des Schreines des
B‡b unterbricht, wird abgesenkt und eine breite VerbindungsbrŸcke mit ihren eigenen
GŠrten gebaut worden sein; fŸnf der oberen Terrassen werden ebenfalls vollendet sein.
Die verbleibenden vier oberen Terrassen und die zwei am Fu§e des Berges werden sich
in einem fortgeschrittenen Bauzustand befinden. Ebenso werden andere besondere Be-
mŸhungen am Weltzentrum fortgesetzt. Aufmerksamkeit wird dabei solchen Angelegen-
heiten geschenkt wie der allgemeinen Anwendung weiterer Gesetze des Kit‡b-i-Aqdas,
der Vorbereitung eines neuen Bandes von ausgewŠhlten Schriften Bah‡'u'll‡hs in Eng-
lisch, der weiteren Entwicklung der Aufgaben des Internationalen Lehrzentrums und der
Erkundung von Ma§nahmen, wie man die Zahl der Pilger und Besucher am Weltzentrum
erhšhen kann.
Die Bah‡'’-Weltgemeinschaft wird ihre BemŸhungen sowohl im Bereich der sozialen
und wirtschaftlichen Entwicklung als auch der …ffentlichkeitsarbeit und Au§enbeziehun-
gen ausdehnen und die direkte Zusammenarbeit mit jenen KrŠften fortsetzen, die zur Er-
richtung von Ordnung in der Welt fŸhren. Das BŸro fŸr wirtschaftliche und soziale
Entwicklung wird durch Verbesserung seiner KoordinationsfŠhigkeiten und im Rahmen
seiner Mittel und Mšglichkeiten dabei mithelfen, auf dem in hunderten von Entwick-
lungsprojekten in aller Welt erreichten Fortschritt aufzubauen. Auf der BŸhne der …ffent-
lichkeitsarbeit und Au§enbeziehungen werden sich die Anstrengungen darauf richten, die
Prozesse in Richtung Weltfrieden zu beeinflussen, insbesondere durch die Beteiligung
der Gemeinde an der Fšrderung der Menschenrechte, der Stellung der Frauen, des welt-
weiten Wohlstands und der moralischen Entwicklung. Indem es diese Themen verfolgt,
wird das BŸro der Internationalen Bah‡'’-Gemeinde bei den Vereinten Nationen nach
Wegen suchen, um die Bande zwischen den Bah‡'’ und den Vereinten Nationen zu festi-
gen. Ebenso wird das BŸro fŸr …ffentlichkeitsarbeit die Bah‡'’-Institutionen dabei unter-
stŸtzen, diese Themen fŸr eine umfassendere Proklamation des Glaubens zu nutzen. Die
Verteidigung der Rechte der Bah‡'’ im Iran und zunehmende Anstrengungen zur Befrei-
ung des Glaubens in jenem Land und anderen LŠndern, in denen er verboten ist, werden
einen wesentlichen Teil unserer Beziehungen mit Regierungen und Nicht-Regierungsor-
ganisationen ausmachen. In all diesen Aspekten sind die Bah‡'’-Freunde und Institutio-
nen dringend aufgefordert, sich der Wichtigkeit von AktivitŠten im Bereich der
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
104
…ffentlichkeitsarbeit und der Au§enbeziehungen klar bewu§t zu sein und ihnen erneut
Aufmerksamkeit zu widmen.
Die Bildung von zwei Nationalen Geistigen RŠten zu diesem Ridv‡n verleiht dem
Vier-Jahres-Plan einen gŸnstigen Anfang. Wir sind hocherfreut anzukŸndigen, da§ unse-
re beiden Vertreter bei den ersten Nationaltagungen die Hand der Sache Gottes `Amatu'l
Bah‡ Rœh’yyih Kh‡num in Moldavien und Fred Schechter, Berater am Internationalen
Lehrzentrum, in Sao TomŽ und Principe sein werden. Bedauerlicherweise kšnnen die Na-
tionalen Geistigen RŠte von Burundi und Ruanda aufgrund von UmstŠnden, die sich ihrer
Kontrolle všllig entziehen, dieses Jahr nicht wieder gewŠhlt werden. Die Anzahl dieser
Institutionen wird demzufolge weltweit weiterhin 174 betragen.
Ausblick auf das neue Jahrtausend
Ridv‡n 2000, der Zeitpunkt, an dem der Vier-Jahres-Plan beendet wird, befindet sich
Monate vor dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts. In jenem Augenblick wird die
Bah‡'’-Welt in dankbarer Anerkennung auf die au§erordentlichen Entwicklungen und die
erstaunlichen Errungenschaften zurŸckblicken, welche die Annalen der Sache
Bah‡'u'll‡hs wŠhrend dieses ereignisreichen Zeitraums ausgezeichnet haben werden - ei-
nes Zeitraums, der von `Abdu'l-Bah‡ als "Jahrhundert des Lichtes" bezeichnet wurde.
Eine der bedeutendsten Leistungen, die dann bewundert werden mŸssen, wird die Voll-
endung der Projekte am Berg Karmel sein, die zusammen mit den anderen GebŠuden auf
jenem heiligen Berg als ein Denkmal fŸr den Fortschritt stehen werden, den die adminis-
trative Ordnung zu jenem Zeitpunkt im Gestaltenden Zeitalter erlangt haben wird. Der
Hšhepunkt einer solchen WŸrdigung wird, so Gott will, eine Gro§veranstaltung am Welt-
zentrum sein, mit der die Vollendung der GebŠude des Bogens und die Eršffnung der Ter-
rassen des Schreines des B‡b fŸr die …ffentlichkeit begangen werden sollen.
Geliebte Freunde, wir beginnen diesen Plan inmitten der Unruhe einer Zeit des sich
beschleunigenden †bergangs. Der durch die Wucht der Offenbarung Bah‡'u'll‡hs hervor-
gerufene Zwillingsproze§ schreitet rasch voran, wobei er eine Dynamik annimmt, die, in
den Worten Shoghi Effendis, Ýjene MŠchte, die das Antlitz unseres Planeten umgestalten,
zu einem Hšhepunkt fŸhren (wird)". Der eine ist ein Proze§ der Integration, der andere
ist zerrŸttend. Aus der Ýumfassenden GŠrung", die durch diese Prozesse verursacht wird,
geht der Frieden schrittweise hervor, wodurch die einigenden Auswirkungen eines wach-
senden Bewu§tseins von WeltbŸrgertum offenkundig werden.
Im Hinblick auf dieses Ziel waren die jŸngsten Entwicklungen in der Welt paradoxer-
weise zugleich schockierend und beruhigend. Einerseits erzeugt die Unordnung in den
menschlichen Angelegenheiten ein tŠgliches Ma§ des Schreckens, welches die Sinne be-
tŠubt, andererseits unternehmen die FŸhrer der Welt oft gemeinsame Aktionen, die dem
Bah‡'’-Beobachter eine Tendenz hin zu einer gemeinsamen AnnŠherung der Nationen an
eine Lšsung fŸr die Probleme der Welt anzeigen. Bedenken Sie zum Beispiel die unge-
wšhnliche HŠufung von weltweiten AnlŠssen, zu denen sich diese FŸhrer seit dem Heili-
gen Jahr vor vier Jahren versammelt haben, wie zur Feier des fŸnfzigsten Jahrestages der
Vereinten Nationen, auf der die teilnehmenden StaatsoberhŠupter und Regierungschefs
Ridv‡n 153 An die Bah‡'’ der Welt
105
ihre Verpflichtung zum Weltfrieden erklŠrt haben. ErwŠhnenswert sind auch die Bereit-
willigkeit und die SpontaneitŠt, mit der diese Regierungschefs als Antwort auf eine Reihe
von Krisen in verschiedenen Teilen der Welt gemeinsam gehandelt haben. Solche Ten-
denzen fallen mit dem aus aufgeklŠrten Kreisen stŠrker werdenden Ruf zusammen, der
Mšglichkeit, zu einer Art globalen Regierungsform zu finden, Beachtung zu schenken.
DŸrfen wir nicht in diesen sich rasch entwickelnden Ereignissen das Walten der Hand der
Vorsehung sehen, ja, den eigentlichen Vorboten fŸr das in unseren Schriften vorherge-
sagte gewaltige Ereignis?
Obgleich die Errichtung des Geringeren Friedens nicht von irgendeinem Plan oder ei-
ner Aktion der Bah‡'’ abhŠngig ist und nicht das letzte Ziel darstellt, das der Menschheit
im Goldenen Zeitalter zu erreichen bestimmt ist, liegt auf unserer Gemeinde doch die
Verantwortung, den Prozessen in Richtung auf jenen Frieden den geistigen Impuls zu ver-
leihen. Genau jetzt ist es nštig, da§ wir unsere BemŸhungen beim Aufbau des Bah‡'’-Sys-
tems so intensivieren, da§ wir die BestŠtigungen Bah‡'u'll‡hs anziehen und somit eine
geistige AtmosphŠre schaffen, die zu einer Beschleunigung dieser Prozesse fŸhren wird.
Vor uns liegen zwei entscheidende Herausforderungen: Die eine besteht darin, eine Lehr-
kampagne in Gang zu setzen, an der die ganze Gemeinde begeistert, systematisch und
persšnlich teilnimmt und bei der die Aktivierung eines umfassenden Fortbildungspro-
gramms sicherstellt, da§ menschliches Potential in reichem Ma§e entwickelt wird. Die
zweite ist die Fertigstellung der Bauprojekte am Berge Karmel, fŸr die jedes nur erdenk-
liche Opfer gebracht werden mu§, um einen freigebigen Flu§ materieller Mittel bereitzu-
stellen. Wenn wir diese zwei Brennpunkte entschlossen anpeilen, werden Bedingungen
geschaffen, die dazu fŸhren, da§ sich aufgestaute KrŠfte freisetzen, die einen Wandel in
der Ausrichtung der menschlichen Angelegenheiten auf dem ganzen Planeten herbeifŸh-
ren werden.
Die Oppositon wird kommen
Wie kurz der Weg zum Frieden auch sein mag, er wird verschlungen sein. Wie ver-
hei§ungsvoll das erwartete Ereignis auch sein mag, das seinen Kurs bestimmen wird, er
mu§ in einer langen Entwicklungszeit reifen, und dazu gehšren PrŸfungen, RŸckschlŠge
und Konflikte bis zu dem Augenblick, da er unter dem direkten Einflu§ des gšttlichen
Glaubens als der Grš§te Friede in Erscheinung tritt. Inzwischen werden die Menschen
Ÿberall sich der Verzweiflung und Verwirrung gegenŸbersehen, ehe es ihnen gelingt, den
stattfindenden †bergang zu wŸrdigen. Wir, die wir von der neuen Offenbarung erleuchtet
sind, haben das Heilige Wort, das uns Zuversicht gibt, einen Gšttlichen Plan zu unserer
FŸhrung, eine Geschichte voller Heldenmut zu unserer Ermutigung. Wir wollen daher
Mut fassen, nicht nur aus dem Wort, das wir hochhalten, sondern auch aus den Heldenta-
ten und Opfern, die auch heute noch hell aus jenem Lande leuchten, in dem unsere Reli-
gion geboren wurde.
Siebzehn Jahre lang haben unsere verfolgten GlaubensbrŸder und -schwestern im
Iran eine Glaubenstreue und einen Mut gezeigt, die eine unerme§liche Proklamation des
Glaubens bewirkten und ihn aus der Verborgenheit zwangen. Hierin liegt in unseren ei-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
106
genen Tagen der lebendige Beweis fŸr die gewaltigen KrŠfte von Krise und Sieg. So Gott
will, wird es nicht zu lange dauern, bis unsere iranischen MitglŠubigen von dem Joch er-
lšst werden, das sie tragen, und dann zu einem ruhmreichen, wunderbaren Sieg gefŸhrt
werden, wie nur die Gesegnete Schšnheit ihn verleihen kann. Ihre Erfahrung ist ein Zei-
chen und ein Beispiel fŸr uns alle, wo immer wir auch leben; denn schlie§lich, so hat es
uns der Meister gesagt, wird die Opposition ihr Haupt auf allen Kontinenten erheben.
Zwar mag sie von Ort zu Ort unterschiedlich sein, intensiv wird sie jedoch gewi§ sein.
Aber dank der stŠrkenden Gnade Bah‡'u'll‡hs und der demonstrierten Standhaftigkeit je-
ner edlen Freunde werden wir wissen, wie man den Speeren des Feindes ohne Furcht
standhŠlt. Der Herr der Heerscharen hat wahrlich versprochen, Sein Volk zu einem Ÿber-
wŠltigenden und entscheidenden Triumph zu fŸhren.
Da die Menschheit von den verheerenden Auswirkungen einer au§er Kontrolle ge-
ratenen Zivilisation geschŸttelt und gequŠlt wird, la§t uns unseren Verstand und unsere
Herzen auf die vor uns liegenden gšttlichen Aufgaben richten. Denn inmitten dieses
Aufruhrs wird es Ÿberreichlich Gelegenheiten geben, die ausgeschšpft werden mŸssen,
"um das Wissen um die erlšsende Macht des Glaubens Bah‡'u'll‡hs nah und fern zu
verbreiten und frische StreitkrŠfte fŸr das stŠndig wachsende Heer Seiner Gefolgschaft
zu gewinnen." Dieser Plan, dem wir uns jetzt verschrieben haben, ist zu einem der kri-
tischsten Momente im Leben des Planeten aufgestellt.worden Er soll unsere Gemeinde
darauf vorbereiten, die sich beschleunigenden VerŠnderungen zu meistern, die sich in
der Welt um uns vollziehen, und die Gemeinde in die Lage versetzen, sowohl der
Wucht der damit verbundenen PrŸfungen und Herausforderungen zu widerstehen als
auch ein funktionierendes Modell deutlicher sichtbar zu machen, dem sich die Welt um
Hilfe suchend und als Beispiel in den Nachwehen eines tumultartigen †bergangs zu-
wenden kann. Auf diese Weise nimmt dieser Plan eine besondere Stelle im Zeitplan der
Bah‡'’- und der Weltgeschichte ein. Jene unter uns, die fŸr die Vision des Glaubens
empfŠnglich sind, genie§en das besondere Vorrecht, bewu§t an BemŸhungen beteiligt
zu sein, die dazu bestimmt sind, solche Prozesse anzuregen und schlie§lich voranzu-
treiben.
Mšgen Sie alle sich erheben und die Aufgaben dieses entscheidenden Augenblickes
in Angriff nehmen. Mšge jeder von Ihnen einer kurzen Zeitspanne, die voller Mšglich-
keiten und Hoffnungen fŸr die Menschheit steckt, sein oder ihr Siegel aufdrŸcken. Rufen
Sie sich stets den Ratschlag Shoghi Effendis, der uns unfehlbar leitet, ins GedŠchtnis, auf
da§ Sie nicht von den drastischen Ereignissen dieser †bergangszeit abgelenkt und Ÿber-
mŠ§ig beunruhigt werden: "Es ist nicht an uns, die wir winzige Sterbliche sind, in einem
so kritischen Abschnitt der langen, buntbewegten Menschheitsgeschichte zu versuchen,
zu einem genauen und befriedigenden VerstŠndnis der Schritte zu gelangen, welche eine
blutende Menschheit, die ihren Gott erbŠrmlich vergessen und Bah‡'u'll‡h nicht beachtet
hat, nach und nach von ihrem Golgatha zu ihrer endlichen Auferstehung fŸhren. ...Wie
verwirrt der Schauplatz, wie trŸbe der gegenwŠrtige Ausblick, wie engbegrenzt die uns
verfŸgbaren Hilfsmittel auch seien, unser ist die Pflicht, heiter, vertrauensvoll und unauf-
hšrlich zu arbeiten und, auf welche Weise auch immer die UmstŠnde uns dazu befŠhigen
mšgen, unseren Anteil zu geben fŸr das Wirken der KrŠfte, die, von Bah‡'u'll‡h geleitet
10. Mai 1996 E-Mail aus Haifa zur deutschen Nationaltagung
107
und gelenkt, die Menschheit aus dem Tal des Elends und der Schmach auf die erhabens-
ten Hšhen der Macht und Herrlichkeit fŸhren."
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
10. Mai 1996
E-Mail aus Haifa zur deutschen Nationaltagung
Mit grš§ter Freude erhielten wir die Nachricht vom Verlauf Ihrer 66. Nationaltagung und
erwarten voll Sehnsucht gemeinsam mit Ihnen die von den deutschen GlŠubigen zu errin-
genden Siege wŠhrend des Vier-Jahres-Planes. Die Voraussetzungen hierfŸr wurden bei
dieser hšchst bedeutsamen Versammlung geschaffen, bei der eine geeinte Vision fŸr die
Verwirklichung des Beitritts in Scharen klar zutage trat und in einer AtmosphŠre herzer-
frischender Verbundenheit die Talente und FŠhigkeiten Ihrer Bah‡'’-Gemeinde erkannt
und erforscht wurden.
Es besteht kein Zweifel, da§ die aufopferungsvollen BemŸhungen der ergebenen
Schar der GlŠubigen in Ihrem Land in den nŠchsten Jahren zu einem bisher unvorstellba-
ren Fortschritt der Sache fŸhren werden, sowohl in Deutschland als auch in den zahlrei-
chen Bah‡'’-Gemeinden des Auslands, denen Sie entweder finanziell oder durch die
Bereitstellung menschlichen Potentials und materieller Mittel Hilfe zukommen lassen.
Unter Ihren bisherigen Errungenschaften ragt in einzigartiger Weise Ihre unablŠssige
Verteidigung der Freunde in der Wiege des Glaubens hervor, wofŸr Bah‡'u'll‡h Sie si-
cherlich reich belohnen wird.
Es ist unser inbrŸnstiges Gebet in den Heiligen Schreinen, da§ jeder einzelne GlŠubi-
ge in Deutschland sich erheben mšge, um unserem kostbaren Glauben in jeder nur mšg-
lichen Weise zu dienen, da§ Ihre šrtlichen Gemeinden sich durch liebevolle Einheit und
bestŠndige AktivitŠt auszeichnen Ihre Institutionen sich unaufhaltsam entwickeln mšgen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
6. August 1996
Immer mehr Institute entstehen Ð
Aufruf zu finanzieller UnterstŸtzung
Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an die Bah‡Õ’ der Welt, vom
6. August 1996
Innig geliebte Freunde!
Wir sind sehr ermutigt durch die Nachrichten, die uns erreichen und von der begeisterten
Reaktion der Freunde auf den Vier-Jahres-Plan zeugen. Besonders ermutigend sind die
Anstrengungen aller Nationalen Geistigen RŠte, Institute zu bilden und sich systematisch
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
108
der Entwicklung menschlicher Ressourcen zuzuwenden. Die Zahl nationaler und regio-
naler Institute nimmt rasch zu, und es gibt Anzeichen dafŸr, da§ es bis zum Ende des ers-
ten Jahres dieses Plans weltweit mehr als hundert davon geben wird. Wir hegen die
Hoffnung, da§ aus jedem dieser Zentren des Lernens immer weiter wachsende Gruppen
von GlŠubigen hervorgehen, die in der Lage sind, eine Vielzahl von Diensten fŸr den
Glauben auszufŸhren und so in jedem Land die FŠhigkeit entstehen lassen, den Proze§
des Beitritts in Scharen nachhaltig zu fšrdern.
In einigen nationalen Gemeinden sind die wirtschaftlichen Bedingungen derart, da§
die Institute sich von Beginn an finanziell selbst tragen kšnnen. Aber die Mehrheit der
Gemeinden kann die Ausgaben, die mit der Arbeit ihrer Institute verbunden sind, nicht
bestreiten. Diese Ausgaben schlie§en Materialien fŸr die Kurse, Lehr- und BŸrobedarf,
Kommunikationsmittel, Instandhaltung der AusrŸstung, und manchmal den Transport
von Studenten sowie ihre Verpflegung und Unterkunft ein.
Der wichtigste Posten in den Budgets der Institute vieler LŠnder ist jedoch die finan-
zielle UnterstŸtzung der Voll- oder TeilzeitkrŠfte, die die FortbildungsaktivitŠten koordi-
nieren und sowohl an einem zentralen Ort wie auch in den umliegenden StŠdten und
Dšrfern Kurse anbieten. Im Hinblick auf diesen letztgenannten Bedarf richteten wir in der
Ridv‡n-Botschaft die Aufmerksamkeit auf Bah‡ÕuÕll‡hs Aufforderung, da§ die GlŠubi-
gen ihre KrŠfte fŸr die Verbreitung des Glaubens Gottes sammeln mšgen, sowie auf Sei-
nen folgenden ausdrŸcklichen Befehl: ãWer immer einer so hohen Berufung wŸrdig ist,
der mache sich auf, den Glauben zu fšrdern. Wer dies nicht vermag, hat die Pflicht je-
manden zu bestimmen, der statt seiner diese Offenbarung verkŸndet...Ò Wir haben dann
dargelegt, da§ die Abordnung eines Lehrers, der einem Institut dient, einen Weg darstellt,
um dieser Verantwortung nachzukommen und haben darauf hingewiesen, da§ die Freun-
de zu diesem Zweck BeitrŠge an den Kontinentalen Bah‡Õ’-Fonds, ebenso wie an den šrt-
lichen, Nationalen und Internationalen Fonds leisten kšnnen.
Um dieser lebendigen Entwicklung Antrieb zu geben, haben wir nun 300.000 US-
Dollar beigetragen, die unter den fŸnf Kontinentalen Fonds entsprechend den Gegeben-
heiten auf jedem einzelnen Kontinent aufgeteilt werden. Obwohl dieser Beitrag nur ein
Bruchteil des erforderlichen Betrags ist, hoffen wir, da§ die Freunde, insbesondere jene,
die Ÿber Mittel verfŸgen, dem Beispiel folgen und diesem dringenden Bedarf angemes-
sene Aufmerksamkeit schenken. Da die finanziellen BedŸrfnisse von Land zu Land ver-
schieden sind, stellen die Kontinentalen Berater die beste Informationsquelle hinsichtlich
des Umfangs an Abordnung von Lehrern dar, die fŸr die verschiedenen Gebiete in der
ganzen Welt benštigt werden. Wir bitten sie, ihre Hilfsamtsmitglieder auf dem laufenden
zu halten, damit diese die Freunde beraten kšnnen, die zu diesem dringlichen, weltweiten
Unternehmen beitragen mšchten.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en, Das Universale Haus der Gerechtigkeit
15. September 1996 Der Einflu§ der Bah‡Õ’-Gemeinde mu§ wachsen
109
15. September 1996
Der Einflu§ der Bah‡Õ’-Gemeinde mu§ wachsen
Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an die Bah‡Õ’ der Welt
Liebe Bah‡Õ’-Freunde!
Im Juni 1993 riefen wir Langzeit- und Kurzzeitpioniere sowie Reiselehrer fŸr den Drei-
Jahres-Plan auf. Wir sind sehr glŸcklich, jetzt bekanntgeben zu kšnnen, da§ etwa 10.600
Freunde sich in diesen drei Jahren erhoben haben, um dem Glauben au§erhalb ihres Hei-
matlandes zu dienen. Damit haben sie unsere Bewunderung und unseren Stolz erregt.
Von besonderer Bedeutung war die Zahl der Jugendlichen, die Zeiten des Dienstes dem
Glauben widmeten.
Die Bah‡Õ’-Welt ist gegenwŠrtig mit aller Kraft im Vier-Jahres-Plan engagiert, ent-
schlossen, den Proze§ des Beitritts in Scharen zu beschleunigen. Pioniere und Reiselehrer
kšnnen wesentliche BeitrŠge leisten, um diesem Ziel nŠherzukommen. Vom Geist der
Demut, Liebe und Loslšsung erfŸllt, kšnnen sie in jedem Land der Arbeit der Freunde
mehr Nachdruck verleihen, die sich darum bemŸhen, die StŠrke und den Einflu§ der
Bah‡Õ’-Gemeinde bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu erhšhen. Nationale Geistige RŠte
werden bald gebeten werden, die Zahl der Pioniere und Reiselehrer als Ziele festzulegen,
die aus den eigenen LŠndern hinausgehen, um auf dem internationalen Feld zu dienen.
Wir rufen die GlŠubigen Ÿberall auf, durch ihre begeisterte Reaktion sicherzustellen, da§
diese Ziele nicht nur erreicht, sondern Ÿbertroffen werden. Informationen Ÿber den Bedarf
an Pionieren sind in einem Dokument enthalten, das vom Internationalen Lehrzentrum
vorbereitet wurde und Ihnen Ÿber das Sekretariat Ihres Nationalen Rates sowie die Hilf-
samtsmitglieder und deren Assistenten zur VerfŸgung steht.
In dem Ma§e, wie sich der Plan entfaltet, bietet sich uns ein Ausblick, der das Herz
jedes Bah‡Õ’ in Erregung versetzt; unsere Mitmenschen benštigen die Botschaft
Bah‡ÕuÕll‡hs mit jedem Tag dringender; entflammte, bereitwillige und fŠhige Diener der
Sache Gottes sind in vielen LŠndern und fŸr viele Aufgaben erforderlich. Da§ Seine be-
geisterten AnhŠnger aus jeder Gemeinde sich mit Ergebenheit, KŸhnheit und Entschlos-
senheit aufmachen werden, um Seine Sache zu fšrdern, ist die Sehnsucht unserer Herzen
und der Gegenstand unserer innigen Gebete an der Heiligen Schwelle.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
110
16. Oktober 1996
Finanzziele
Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an den Nationalen Geistigen Rat
der Bah‡Õ’ in Deutschland
Liebe Bah‡Õ’-Freunde!
Mit Dankbarkeit erhielt das Universale Haus der Gerechtigkeit Ihren per Fax Ÿbermittel-
ten Brief vom 3. Juli 1996, in dem Sie es Ÿber den gro§zŸgigen Betrag informieren, den
Ihre Gemeinde fŸr die Finanzziele der internationalen Zusammenarbeit im Vier-Jahres-
Plan beitragen kann. Das Haus der Gerechtigkeit ist von dem Geist berŸhrt, mit dem Ihr
Rat auf die Bitte zur Beteiligung an diesem entscheidenden Unternehmen reagiert hat.
Wie wir in unserem Brief vom 9. Juni 1996 erklŠrt haben, werden Sie und die anderen
ausgewŠhlten Nationalen RŠte von Zeit zu Zeit wŠhrend des Planes aufgerufen werden,
im Rahmen Ihrer eigenen SchŠtzungen verschiedene Nationale Gemeinden zu unterstŸt-
zen, sobald besonderer Bedarf dem Haus der Gerechtigkeit zur Kenntnis gebracht wird.
Wir sollen Sie der Gebete des Universalen Hauses der Gerechtigkeit in den Heiligen
Schreinen versichern, auf da§ Ihre ergebenen und andauernden BemŸhungen, die Sache
Gottes zu fšrdern, reiche Segnungen und gšttliche Gaben anziehen mšgen.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Sekretariatsabteilung
16. Oktober 1996
Internationale Ziele
Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an den Nationalen Geistigen Rat
der Bah‡Õ’ in Deutschland
Liebe Bah‡Õ’-Freunde!
Inzwischen werden Sie die Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 15.
September 1996 erhalten haben, in der es den Pionieraufruf fŸr den Vier-Jahres-Plan er-
hebt. In diesen vier kritischen Jahren werden die BedŸrfnisse des Glaubens ebenso ver-
schiedenartig wie bedeutend sein. UnterstŸtzung durch Pioniere und Reiselehrer wird
natŸrlich benštigt, und es ist zu hoffen, da§ eine angemessene Anzahl von Freunden sich
erheben wird, um dem Glauben auf diese Weise zu dienen. Angesichts der gegenwŠrtigen
StŠrke Ihrer Gemeinde und ihres zu erwartenden Wachstums mšchte Sie das Universale
Haus der Gerechtigkeit ermutigen, sich das Ziel zu stecken, im Laufe des Planes wenigs-
tens 80 Lang- oder Kurzzeitpioniere und wenigstens 200 Reiselehrer international auszu-
senden. Unter BerŸcksichtigung der Grš§e Ihrer Ziele, sowohl im eigenen Land als auch
international, wird das Universale Haus der Gerechtigkeit es zugleich verstehen, falls Sie
es zu einem spŠteren Zeitpunkt im Plan fŸr nštig befinden, die Zahl der auszusendenden
28. Oktober 1996 ÔAbduÕl-Bah‡s Pariser Wohnung gekauft
111
Pioniere und Reiselehrer zu berichtigen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit wird in den Heiligen Schreinen dafŸr beten,
da§ gšttliche BestŠtigungen und Segnungen alle jene umgeben, die sich in Seinem Na-
men erheben und ihre Heimat verlassen, um den Glauben zu fšrdern.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en, Sekretariatsabteilung
28. Oktober 1996
ÔAbduÕl-Bah‡s Pariser Wohnung gekauft
Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an die Nationalen und Regiona-
len Geistigen RŠte in Europa
Liebe Bah‡Õ’-Freunde!
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat uns gebeten, Sie alle von der au§ergewšhnli-
chen Errungenschaft zu unterrichten, die vom Nationalen Geistigen Rat der Bah‡Õ’ von
Frankreich vollbracht wurde: FŸr die Sache Gottes wurde die Wohnung in der Avenue de
Camoens Nr. 4 in Paris erworben, in der ÔAbduÕl-Bah‡ wŠhrend seines historischen Be-
suchs in jener Stadt wohnte. Dies ist der erste Schritt zum Erwerb von StŠtten und Orten,
die durch den Aufenthalt des Meisters in den StŠdten Europas geheiligt wurden, als Er
jenen Kontinent zwischen 1911 und 1913 zur Verbreitung der Botschaft Bah‡ÕuÕll‡hs drei
mal besuchte. Es sind dies StŠtten, die in ihrer Heiligkeit nur jenen Orten in Istanbul und
Edirne nachstehen, wo die Manifestation Gottes Selbst den Boden des europŠischen Kon-
tinents segnete.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Sekretariatsabteilung
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
112
113
Botschaften und Briefe
des Jahres 1997
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
114
04. Februar 1997
Der Stand des Internationalen Fonds
Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
an alle Nationalen Geistigen RŠte 4. Februar 1997
Liebe Bah‡Õ’-Freunde!
Da jetzt der Vier-Jahres-Plan erfolgreich angelaufen ist und die GlŠubigen in allen Teilen
der Welt damit beschŠftigt sind, energisch seine Ziele zu verfolgen, hat das Universale
Haus der Gerechtigkeit beschlossen, da§ es an der Zeit ist, Sie Ÿber den Stand der Inter-
nationalen Bah‡Õ’-Fonds zu informieren. Wir sind gebeten worden, Ihnen das Folgende
zu Ÿbermitteln.
Wie Sie wissen, hat sich das Augenmerk in den vergangenen Jahren hauptsŠchlich auf
den Fonds fŸr die Bogenprojekte gerichtet. Die Freunde waren aufgerufen worden, das
grš§te je von der BahaÕi- Weltgemeinde unternommene Projekt finanziell zu unterstŸt-
zen. Die Reaktion der AnhŠnger Bah‡ÕuÕll‡hs in allen Teilen des Planeten war hervorra-
gend und hat zu einer solchen Opferbereitschaft gefŸhrt, da§ die eingehenden BetrŠge
weit Ÿber das hinausgingen, was je vor-her erreicht worden war. Mit Freude konnte das
Universale Haus der Gerechtigkeit in seiner Ridv‡n-Botschaft 1996 verkŸnden, da§ das
im Drei-Jahres-Plan aufgestellte Ziel von 74 Mil-lionen US Dollar fŸr diesen Fonds er-
reicht worden war.
Es hat sich herausgestellt, da§ der jŠhrliche Betrag von zehn Millionen Dollar bis zum
Ende des Jahrhunderts fŸr den Fonds des Bogenprojektes, der jetzt von den Freunden ge-
mŠ§ dem Aufruf des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 20. Juni 1995 aufge-
bracht wird, ausrei-chen wird, um dieses Unternehmen erfolgreich zu vollenden.
Dennoch besteht immer die Mšg-lichkeit, da§ unvorhergesehene Stšrungen in den vor
uns liegenden Jahren diese SchŠtzungen Šndern kšnnen. Bei der Planung und AusfŸhrung
dieses grandiosen Unternehmens am Berge Karmel wird auf Sparsamkeit die grš§te
Sorgfalt verwendet, ohne da§ dabei der hohe Anspruch fŸr den Bau aufs Spiel gesetzt
wird, der allein fŸr die GebŠude und Terrassen am Berge Gottes angemessen ist.
Obgleich der am Weltzentrum eingegangene Gesamtbetrag in den vergangenen Jah-
ren be-deutend zugenommen hat, so sind doch die BeitrŠge fŸr den Internationalen
Bah‡Õ’- Fonds in dieser Zeit zurŸckgegangen, weil das BemŸhen sich vor allem auf die
BedŸrfnisse des Fonds fŸr die Bogenprojekte richtete. Als Reaktion auf den RŸckgang
der BeitrŠge fŸr den Internatio-nalen Bah‡Õ’-Fonds hat das Haus der Gerechtigkeit
strengste Sparsamkeit fŸr das Weltzentrum angeordnet und sah sich auch gezwungen,
jene Fonds zu kŸrzen, die den Erfordernissen des Glaubens in anderen Teilen der Welt
dienen.
Der Internationale Bah‡Õ’- Fonds hilft Bah‡Õ’-Gemeinden in jenen LŠndern, wo es
den GlŠu-bigen an Mitteln fehlt, die fŸr die Ausbreitung des Glaubens und die Verbrei-
tung seines Geistes sich bietenden Mšglichkeiten in angemessener Weise zu nutzen. Da
der Glaube Gottes auf allen Ebenen seiner vielfŠltigen TŠtigkeiten unaufhaltsam voran-
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schreitet, wobei er durch die geheim-nisvollen geistigen KrŠfte, die die Menschheit durch
die Turbulenzen dieser †bergangszeit vor-antreiben, angetrieben wird, kšnnen die An-
sprŸche an ihn nur zunehmen. Der Fonds wird auch benštigt, um bei der Entwicklung
menschlicher FŠhigkeiten zu helfen, was ein unerlŠ§liches Element bei dem sich be-
schleunigenden Proze§ des Beitritts in Scharen ist. Da sich derzeit neue Mšglichkeiten
bieten, den Einflu§ des Glaubens auf die Geschicke der Menschheit zu verstŠr-ken, mŸs-
sen Mittel bereitgestellt werden, um die Arbeit der Internationalen Bah‡Õ’-Gemeinde bei
den Vereinten Nationen auszuweiten, jener Vertretung des Glaubens bei internationalen
Konferenzen von Nicht- Regierungs-Organisationen, und auch die Zahl der sozialen und
wirt-schaftlichen Entwicklungsprojekte Ÿberall auf dem Planeten zu erhšhen.
Zu den am Bah‡Õ’-Weltzentrum mit Mitteln des Internationalen Bah‡Õ’-Fonds ausge-
fŸhrten Arbeiten gehšren die Sicherung und Klassifizierung der Heiligen Texte sowie die
Verwaltungs-aufgaben fŸr eine weltweite Gemeinde, deren AktivitŠten sich in Umfang
und Bedeutung stŠn-dig erweitern. Ein wichtiger Teil dieser Arbeit besteht in der Wieder-
herstellung und im Erhalt der Heiligen StŠtten, in der Einrichtung von AufenthaltsrŠumen
fŸr Pilger und eine zunehmende Zahl von Besuchern und in der Betreuung der GŠrten,
welche die Umgebung der Heiligen Schreine verschšnern. Weil sich zur Zeit im Heiligen
Land dichte stŠdtische Siedlungsformen immer weiter ausbreiten, mu§ dringend GelŠnde
in der NŠhe der Schreine und Heiligen StŠtten gekauft werden, um sie vor Stšrungen zu
schŸtzen. Die derzeit gŸnstigen Bedingungen fŸr den Erwerb solcher GrundstŸcke wird
es vielleicht bis weit in die Zukunft hinein nicht mehr geben, daher wird ein bedeutender
Teil des Fonds in den unmittelbar vor uns liegenden Jahren fŸr die-sen Zweck benštigt.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit ist sich dessen bewu§t, da§ die GlŠubigen in
der Vergangenheit opferbereit auf jeden Aufruf reagiert haben und wird auch weiterhin
die Freunde dabei leiten, energisch auf jedem Pfad voranzuschreiten, der sich fŸr den
Fortschritt des Glau-bens und seiner Interessen bietet. Es wird das im vollen Vertrauen
tun, da§ die innig geliebten AnhŠnger Bah‡ÕuÕll‡hs sich ihrer Vorrechte und Pflichten, die
BedŸrfnisse des Glaubens zu be-friedigen, bewu§t bleiben und nicht zulassen werden,
da§ der Vormarsch des Glaubens durch unzureichende Hilfsmittel verzšgert wird. Es
wird in den Heiligen Schreinen darum flehen, da§ ihre geheiligten BemŸhungen von ih-
rem Geliebten gesegnet werden mšgen.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Sekretariatsabteilung
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Bah‡Õ’-Weltzentrum, an die Bah‡Õ’ der Welt Innig geliebte Freunde!
Voll Freude und mit dankbaren Herzen begr٤en wir den begeisterten Widerhall, den der
letzten Ridv‡n begonnene Vier-Jahres-Plan auf allen Kontinenten hervorgerufen hat.
Beratungen zwischen den Kontinentalen Beratern und den Nationalen Geistigen RŠ-
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ten setzten einen ausgedehnten Planungsproze§ in Gang, an dem auch Hilfsamtsmitglie-
der und šrtliche Geistige RŠte beteiligt waren. Durch diesen Proze§ nahmen die
nationalen und regionalen PlŠne Gestalt an. Aber diese weltumspannende Ma§nahme hat
mehr bewirkt, als nur unterschiedliche PlŠne fŸr die verschiedenen LŠnder hervorzubrin-
gen; sie hat auch der Beziehung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Armen der ad-
ministrativen Ordnung Auftrieb gegeben, ein hšchst begrŸ§enswertes Vorzeichen fŸr die
noch kommenden Siege.
Ein Zeichen fŸr die unmittelbare Auswirkung des Planes war die Geschwindigkeit,
mit der wŠhrend der letzten zwšlf Monate Schritte zur Errichtung von fast 200 Bah‡Õ’-
Instituten unternommen wurden. Viele von ihnen gingen weit Ÿber den Entwurf ihrer or-
ganisatorischen Abwicklung hinaus; sie funktionieren bereits schon und haben ihre ersten
Kurse angeboten. DarŸber hinaus war eine Bewegung von Pionieren und Reiselehrern an
der Heimatfront und auf dem internationalen Feld zu verzeichnen; einzelne schenkten der
UnterstŸtzung von Lehrern der Sache erhšhte Aufmerksamkeit; Vorkehrungen wurden
getroffen, um sicherzustellen, da§ šrtliche Geistige RŠte nur am ersten Ridv‡n-Tag gebil-
det werden; es gab verstŠrkt BemŸhungen, regelmŠ§ige Andachten abzuhalten; und man
war zunehmend bestrebt, die KŸnste bei der Lehrarbeit und den GemeindeaktivitŠten ein-
zusetzen - in all diesen Bereichen war zu erkennen, da§ die Freunde sich sehr deutlich der
Wichtigkeit bewu§t sind, sich auf die Erfordernisse des Hauptzieles des Planes zu kon-
zentrieren, nŠmlich beachtliche Fortschritte beim Proze§ des Beitritts in Scharen zu be-
wirken.
Auch dŸrfen wir nicht versŠumen, andere Entwicklungen wŠhrend des letzten Jahres
anzuerkennen, die den gro§en Wert der vielfŠltigen BemŸhungen bestŠtigten, die unsere
Weltgemeinde unternahm, und die Erfolge, die erreicht wurden. Hierzu gehšren, um nur
einige zu nennen, der Erwerb der Wohnung im Hause Nr. 4 der Avenue de Camoens in
Paris, in der der geliebte Meister, ÔAbduÕl-Bah‡, wŠhrend seines historischen Besuches
in jener Stadt wohnte; die besondere Sitzung des brasilianischen Abgeordnetenhauses in
WŸrdigung des 75. Jahrestages der EinfŸhrung des Bah‡Õ’-Glaubens in jenem Lande - ein
einzigartiger offizieller Anla§, bei dem auch AmatuÕl-Bah‡ Rœh’yyih Kh‡num als Ehren-
gast anwesend war; der Start der Seite der Internationalen Bah‡Õ’-Gemeinde im World
Wide Web im letzten Juli, die unter dem Namen ãThe Bah‡Õ’ WorldÒ bis heute mehr als
50 000 mal in 90 LŠndern und Territorien genutzt wurde, was im Durchschnitt etwa 200
mal pro Tag bedeutet.
Ebenso herausragend wie diese Errungenschaften verlaufen die Bauprojekte am Ber-
ge Karmel weiterhin mit ŸberwŠltigendem Schwung, wobei die Fertigstellung der Mar-
morarkaden am Zentrum fŸr das Studium der Texte, die Errichtung der siebenten Etage
des Internationalen Lehrzentrums und das fortschreitende Sichtbarwerden der weitrei-
chenden Gestalt der Terrassen am Schrein des B‡b besondere Hšhepunkte bilden. In die-
sem Zusammenhang mu§ auch die teilweise Absenkung jenes Abschnitts der šffentlichen
Durchgangsstra§e genannt werden, Ÿber den der Terassenverlauf fŸhren soll, sowie der
Erwerb und die anschlie§ende Abtragung des GebŠudes am Fu§e des Berges, das als letz-
tes Hindernis Ÿberwunden werden mu§te, um die Vollendung der unteren Terrassen zu
ermšglichen, Ÿber die der prŠchtige Pfad sich bis zum Heiligen GebŠude und darŸber hi-
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naus bis zum Kamm des Berges Gottes erhebt.
FŸr den hier beschriebenen Fortschritt war es auch von entscheidender Bedeutung,
da§ das Spendenausma§ fŸr die Projekte am Bogen des Karmel, womit das Ziel des letz-
ten Jahres erreicht wurde, auch weiterhin beibehalten werden konnte. Es ist offensicht-
lich, da§ die diesbezŸglichen finanziellen Anforderungen mit ununterbrochenem
Heldenmut von Armen und Reichen erfŸllt werden und dies in den verbleibenden Jahren
weiter aufrechterhalten werden mu§. Gleichzeitig jedoch sollten - ebenso energisch und
anhaltend - parallele Anstrengungen von den RŠten und Freunden in der ganzen Welt ge-
meinsam unternommen werden, um den ernsten Erfordernissen des Internationalen
Bah‡Õ’-Fonds zu entsprechen.
Bestimmt wird ein solch vielversprechender Anfang des Vier-Jahres-Planes, wie wir
ihn erlebt haben, den Herzen der Mitglieder unserer Weltgemeinschaft Vertrauen einflš-
§en, da§ sie vollends dafŸr gerŸstet sind, um den Anforderungen gerecht zu werden, die
in den Botschaften zu Beginn des Planes umrissen und in den von den jeweiligen RŠten
verabschiedeten PlŠnen ausgefŸhrt sind. Ein weiterer und besonders geschŠtzter Antrieb
zu Beginn des zweiten Jahres besteht darin, da§ die UmstŠnde an diesem Ridv‡n die Wie-
dererrichtung des Nationalen Geistigen Rates von Ruanda ermšglicht haben. Dieser Sieg
Ÿber die Krise erhšht die Zahl der Nationalen Geistigen RŠte, die am nŠchsten Ridv‡n bei
der achten Internationalen Bah‡Õ’-Tagung am Bah‡Õ’-Weltzentrum wahlberechtigt sein
werden, auf 175. Wir hoffen instŠndig, da§ dann zur Halbzeit des Planes die Bah‡Õ’-Welt
bei der Vervielfachung der menschlichen Hilfsquellen, dem Reifeproze§ der Geistigen
RŠte und der Entwicklung der šrtlichen Gemeinden einen gro§en Sprung nach vorne ge-
tan haben wird!
Die Gelegenheit, die sich in der kurzen Zeitspanne bis zum Ende des Jahrhunderts
bietet, ist Ÿber alle Ma§en kostbar. Nur ein vereintes und anhaltendes BemŸhen seitens
der Freunde Ÿberall, den Proze§ des Beitritts in Scharen voranzutreiben, kann solch ei-
nem historischen Augenblick gerecht werden. Auf jeder Institution, auf jedem Mitglied
einer Gemeinde, die ihrem von Gott verhei§enen Schicksal zustrebt, liegt eine gro§e und
unausweichliche Verantwortung. Da der Zeitraum, in dem sehr viel erreicht werden mu§,
nur kurz ist, darf keine Zeit vergeudet, keine Gelegenheit ausgelassen werden. Seien Sie
dessen gewi§, liebe Freunde, da§ die Heerscharen des Kšnigreiches Abh‡ bereit stehen,
um zur UnterstŸtzung eines jeden Menschen herbeizueilen, der sich erhebt, um seinen
Anteil am Dienst fŸr das sich entfaltende geistige Drama dieser bedeutungsvollen Tage
beizutragen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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11. Mai 1997
Bildung des Geistigen Rates in Westerland/Sylt
E-Mail-Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
an den Nationalen Geistigen Rat Deutschland, 11. Mai 1997
Mit Freude hat das Universale Haus der Gerechtigkeit Ihre eMail vom 22. April 1997 er-
halten, in der Sie die erfreuliche Nachricht von der Bildung des šrtlichen Geistigen Rates
von Wester-land auf der Nordfriesischen Insel Sylt Ÿbermitteln.
Seien Sie der Gebete des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an den Heiligen
Schreinen versichert, da§ Bah‡ÕuÕll‡h Ihre geschŠtzte Bah‡Õ’-Gemeinde fŸhren und ihr
helfen mšge, wŠh-rend des Vier-Jahres-Planes einen Sieg nach dem anderen zu erringen.
Gebete werden auch fŸr den šrtlichen Rat von Westerland dargebracht mit der instŠndi-
gen Bitte an die Gesegnete Schšnheit, dessen BemŸhungen zur Verbreitung der Sache
Gottes in seinem Gebiet zu inspirie-ren und zu verstŠrken.
Sekretariatsabteilung
30. Mai 1997
Die EinfŸhrung Regionaler Bah‡Õ’-RŠte
Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
an die Nationalen Geistigen RŠte
Mit der folgenden Botschaft gab das Universale Haus der Gerechtigkeit am 30. Mai 1997
allen Nationalen Geistigen RŠten die EinfŸhrung einer neuen Institution in der Gemein-
deordnung unseres Glaubens bekannt: Auf regionaler oder bundesstaatlicher Ebene dŸr-
fen in manchen LŠndern, falls die Bedingungen es erfordern, gewŠhlte Kšrperschaften
eingesetzt werden, die das Universale Haus als ãRegional Bah‡Õ’ CouncilsÒ bezeichnet.
Dieser Terminus wird in der deutschen †bersetzung als ãRegionaler Bah‡Õ’-RatÒ wieder-
gegeben, da der Begriff ãRatÒ dem englischen ãcouncilÒ am nŠchsten kommt. Die Regi-
onalen Bah‡Õ’-RŠte sind allerdings keines-wegs mit der Institution eines ãGeistigen
RatesÒ auf šrtlicher oder nationaler Ebene zu ver-wechseln. Dies kšnnte leicht gesche-
hen, da dereinst der englische Ausdruck ãAssemblyÒ in ãNational Spiritual AssemblyÒ
oder ãLocal Spiritual AssemblyÒ im Deutschen nicht mit ãVer-sammlungÒ, sondern auch
mit ãRatÒ Ÿbersetzt wurde; so hei§t es eben ãNationaler Geistiger RatÒ oder šrtlicher
ãGeistiger RatÒ. In den vergangenen Monaten hat der Nationale Geistige Rat gemeinsam
mit Mitgliedern des Kontinentalen Berateramts eingehend Ÿber die EinfŸhrung Regiona-
ler Bah‡Õ’-RŠte in Deutschland beraten und mšchte nun das EinverstŠndnis des Uni-ver-
salen Hauses der Gerechtigkeit einholen, ob dieser Proze§ in der deutschen Bah‡Õ’-
Gemeinde begonnen werden kann.
Bah‡Õ’-Weltzentrum, 30. Mai 1997
30. Mai 1997 Die EinfŸhrung Regionaler Bah‡Õ’-RŠte
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Liebe Bah‡Õ’-Freunde!
Die Ausbreitung der Bah‡Õ’- Gemeinde und die zunehmende KomplexitŠt der Aufgaben,
denen sich Nationale Geistige RŠte in bestimmten LŠndern gegenŸbersehen, haben die
Sache in ein neues Stadium ihrer Entwicklung gefŸhrt. Sie haben uns in den vergangenen
Jahren dazu ver-anla§t, die verschiedenen Aspekte der Balance zwischen Zentralisation
und Dezentralisation zu untersuchen. In einigen wenigen LŠndern haben wir den Natio-
nalen Geistigen RŠten erlaubt, Bah‡Õ’- RŠte fŸr einzelne Bundesstaaten oder Regionale
Lehr- und VerwaltungsausschŸsse zu bilden. Aufgrund der Erfahrungen, die aus der Ar-
beit dieser Kšrperschaften gewonnen wurden, und der genauen Untersuchung der von
Shoghi Effendi niedergelegten Prinzipien sind wir zu dem Schlu§ gekommen, da§ die
Zeit dafŸr reif ist, ein neues Element der Bah‡Õ’-Gemeindeord-nung zwischen der šrtli-
chen und nationalen Ebene einzufŸhren. Es umfa§t Institutionen beson-derer Art , die als
ãRegionale Bah‡Õ’- RŠteÒ bezeichnet werden sollen.
Regionale Bah‡Õ’-RŠte werden nur mit unserer Erlaubnis ins Leben gerufen und nur
in LŠn-dern, wo die UmstŠnde diesen Schritt notwendig machen. Dennoch halten wir es
fŸr wŸn-schenswert, alle Nationalen Geistigen RŠte Ÿber das Wesen dieser historischen
Entwicklung zu informieren und deren Rolle in der Entfaltung der nationalen und šrtli-
chen Bah‡Õ’-Institutionen zu verdeutlichen.
Die Institutionen der Gemeindeordnung Bah‡ÕuÕll‡hs, die ihre Wurzeln in den Vor-
kehrun-gen Seiner Offenbarung haben, sind stufenweise und organisch entstanden, in
dem Ma§e, wie die Bah‡Õ’- Gemeinschaft durch die Macht des gšttlichen Impulses, wel-
cher der Menschheit in diesem Zeitalter zuteil wurde, gewachsen ist. Die Kennzeichen
und Aufgaben jeder dieser In-stitutionen haben sich entfaltet und entfalten sich immer
noch, ebenso wie die Beziehungen zwi-schen ihnen. Die Schriften des geliebten HŸters
erlŠutern die Grundelemente dieses mŠchtigen Systems und machen deutlich, da§ die Ge-
meindeordnung - obgleich sie sich in vieler Beziehung von der Weltordnung unterschei-
det, die ins Leben zu rufen die Bah‡Õ’-Offenbarung bestimmt ist - sowohl den ãKernÒ als
auch das ãMusterÒ jener Weltordnung darstellt. So mu§ die Entfal-tung der Institutionen
der Gemeindeordnung, wŠhrend sie zu verschiedenen Zeiten und Orten viele Varianten
entwickelt, um den sich Šndernden Bedingungen zu entsprechen, streng an den wesentli-
chen Prinzipien der Ordnung Bah‡ÕuÕll‡hs festhalten, die in der Schrift und den Inter-pre-
tationen ÔAbduÕl-Bah‡s und Shoghi Effendis dargelegt sind.
Eine der Feinheiten der Bah‡Õ’- Gemeindeordnung ist die Balance zwischen Zentra-
lisation und Dezentralisation. Dieses Gleichgewicht mu§ sorgfŠltig gewahrt bleiben, aber
die Gleichung enthŠlt mehrere Elemente, je nachdem, welche Institutionen beteiligt sind.
So ist zum Beispiel das VerhŠltnis eines Nationalen oder …rtlichen Geistigen Rates zu
seinen AusschŸssen von an-derer Art als dasjenige zwischen Nationalen und …rtlichen
Geistigen RŠten. Das erstere ist das VerhŠltnis zwischen einer zentralen Verwaltungskšr-
perschaft und ãihren exekutiven und legis-lativen HilfsorganenÒ, wŠhrend das letztere ein
VerhŠltnis zwischen der nationalen und šrtli-chen Ebene des Hauses der Gerechtigkeit
ist, wobei jede von ihnen eine gšttlich verordnete Institution ist, mit einer klar umschrie-
benen Jurisdiktion, mit Pflichten und Vorrechten. Regio-nale Bah‡Õ’-RŠte haben Anteil
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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an einigen, aber nicht allen Kennzeichen von Geistigen RŠten und bieten somit ein Mittel,
die Lehrarbeit voranzutreiben sowie die damit verbundenen Belan-ge einer schnell wach-
senden Bah‡Õ’-Gemeinde in einer Vielzahl von Situationen zu regeln. Ohne eine solche
Institution wŸrde die Entwicklung einer nationalen Ausschu§-Struktur, die zur Deckung
der BedŸrfnisse in manchen LŠndern notwendig ist, Gefahr laufen, eine zu gro§e Kom-
plexitŠt anzunehmen, indem eine weitere Ebene von AusschŸssen unterhalb der Regio-
nal-ausschŸsse hinzugefŸgt wŸrde, oder die Gefahr einer ŸbermŠ§igen Dezentralisation
mit sich bringen, indem zu viel Autonomie auf AusschŸsse Ÿbertragen wird, die von
Shoghi Effendi als ãKšrperschaftenÒ bezeichnet wurden, ãdie nicht anders als fachkun-
dige Berater und ausfŸhren-de Organe angesehen werden sollten.Ò
Die Einrichtung Regionaler Bah‡Õ’ RŠte hat folgende unterscheidende Auswirkungen:

¥ Sie bietet - im Unterschied zu einer rein exekutiven Aufgabe - eine Ebene der auto-
nomen Entscheidungsfindung in Fragen der LehrtŠtigkeit und Gemeindeverwaltung
unterhalb der Nationalen RŠte und oberhalb der …rtlichen RŠte.
¥ Sie beteiligt die Mitglieder der …rtli-chen Geistigen RŠte der Region an der Auswahl
der Mitglieder des Regionalrates, stŠrkt somit die Verbindung zwischen ihm und den
šrtlichen GlŠubigen und bringt gleichzeitig fŠhige GlŠubige, die den Freunden in ih-
rer jeweiligen Region bekannt sind, in den Dienst an der Gemeinschaft.
¥ Sie schafft eine direkte Beziehung der Beratung zwischen den Kontinentalen Bera-
tern und den Regionalen Bah‡Õ’-RŠten.
¥ Sie bietet die Mšglichkeit, einen Regionalen Bah‡Õ’- Rat in einer ethnisch geprŠgten
Region zu bilden, die sich Ÿber Teilgebiete von zwei oder mehr LŠndern erstreckt. In
einer solchen Situation ist vorgesehen, da§ der Regionalrat direkt unter einem der be-
teiligten Nationalen RŠte arbeitet und Kopien seiner Berichte und Protokolle an den
anderen Natio-nalen Rat schickt.
¥ Der durch die Delegation von Entscheidungsbefugnissen an die Regionalen Bah‡Õ’-
RŠte erreichte grš§ere Grad an Dezentralisation erfordert eine entsprechende Zunah-
me der FŠhigkeit des Nationalen Geistigen Rates, sich všllig darŸber informiert zu
halten, was in allen Teilen des Landes vor sich geht, das unter seiner Jurisdiktion
steht.
Jenen Nationalen Geistigen RŠten, die schon Regionale Bah‡Õ’-RŠte oder Regionale
Lehr- und VerwaltungsausschŸsse errichtet haben, legen wir ein Dokument bei, das einen
†berblick Ÿber die verschiedenen Verfahrensweisen fŸr die Bildung und Arbeitsweise
von Regionalen Bah‡Õ’-RŠten gibt. Der Einfachheit halber haben wir durchgehend den
Ausdruck ãRegionaler Bah‡Õ’-RatÒ verwendet, aber der tatsŠchlich benutzte Name wird
wie bis- her von Land zu Land ver-schieden sein und kann ãBah‡Õ’-StaatsratÒ, ãBah‡Õ’-
ProvinzratÒ, oder, wenn es sich um einen einzelnen Rat handelt, ãDer Bah‡Õ’-Rat fŸr.......Ò
lauten. Um die Gedankenverwirrung zu ver-meiden, die offensichtlich durch die Bezeich-
nung ãRegionaler Lehr- und Verwaltungsaus-schu§Ò entstanden ist, haben wir beschlos-
sen, diesen Ausdruck nicht mehr zu verwenden und uns auf diese Kšrperschaften als
30. Mai 1997 Die EinfŸhrung Regionaler Bah‡Õ’-RŠte
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Bah‡Õ’-RŠte, die durch Ernennung und nicht durch Wahl ge-bildet werden, zu beziehen.
Wir werden diesen Nationalen Geistigen RŠten gesondert schreiben und darauf hinwei-
sen, welche VerŠnderungen - falls erforderlich - sie bei der jetzt bestehenden Struktur vor-
nehmen sollen. Es ist unser inniges Gebet an der Heiligen Schwelle, da§ die Errich-tung
von Regionalen Bah‡Õ’-RŠten die FŠhigkeit der Gemeindeordnung, mit komplexen Si-
tua-tionen, denen sie sich gegenwŠrtig in einer Anzahl von LŠndern gegenŸbersieht, um-
zugehen, bedeutend vergrš§ert und auf diese Weise mit verstŠrkter Kraft die Verbreitung
der Sache Got-tes vorantrŠgt.
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