Read: Botschaften und Briefe 1998 - 2002


Inhaltsverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis
Botschaften und Briefe
des Jahres 1998 5
20. Februar 1998
Bildung neuer Nationaler Geistiger RŠte 6
08. MŠrz 1998
Fšrderung der Lehrarbeit in Griechenland 7
26. MŠrz 1998
Hinscheiden von Hugh Chance 7
21.April 1998
Ridv‡n-Botschaft 155 8
02. Mai 1998
Zur achten Internationalen Tagung 13
03. Juni 1998
Zur Nationalen Lehrkonferenz 14
08. Juni 1998
Hinscheiden von Peter Vuyiya 14
15. Oktober 1998
Kinder bestŠtigen ihren Glauben 15
Botschaften und Briefe
des Jahres 1999 19
13. Januar 1999
Richtlinien zur Inneneinrichtung des Hauses der Andacht 20
21. April 1999
Ridv‡n - Botschaft 156 21
25. Mai 1999
BedŸrfnisse des Internationalen Bah‡Õ’-Fonds 26
25. Mai 1999
Informationen Ÿber die internationalen Fond 27
24. August
1999 Erdbeben in der TŸrkei 28
16. September
1999 Eršffnung der Terrassen auf dem Berg Karmel 28
05. Oktober 1999
MŠrtyrertod eines Bah‡Õ’ in Tadschikistan 30
26. November 1999
Fortschritte des Gšttlichen Planes 32
28. Dezember 1999
Bah‡Õ’-Gesetze in Kraft gesetzt 34
28. Dezember 1999
Anwendung der Gesetze und Verordnungen des Kit‡b-i-Aqdas 35
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Botschaften und Briefe
des Jahres 2000 39
19. Januar 2000
ÔAmatuÕl-Bah‡ Rœh’yyih Kh‡num ins Abha-Kšnigreich abberufen 40
27. Januar 2000
Hinscheiden von Adib Taherzadeh 41
20. Februar 2000
Hinscheiden von Mildred Mottahedeh 41
9. MŠrz 2000
†bertragung der administrativen Verantwortung
fŸr den Kosovo und Mazedonien 42
16. April 2000
Beteiligung der Bah‡Õ’-Gemeinde an der Weltausstellung 43
21. April 2000
Ridv‡n-Botschaft 157 44
18. Juli 2000
Bah‡Õ’ Ordnung und Demokratie 56
13. August 2000
Funktionsweise der Bah‡?’ Verwaltungsordnung 61
12. September
2000 Zur Verwendung des Grš§ten Namen 61
24. September 2000
Drei wichtige Konferenzen von globaler Bedeutung
ãzur MorgendŠmmerung des neuen MilleniumsÒ 62
29. Oktober 2000
Ernennung von Mitgliedern der Kontinentalen BeraterŠmter 65
28. November
2000 Fragen zum Pflichtgebet 67
Botschaften und Briefe
des Jahres 2001 69
9. Januar 2001
Konferenz der Kontinentalen Berater 70
16. Januar 2001
Zum Abschluss der Konferenz der Kontinentalen BeraterŠmter
und der HilfsŠmter 76
19. April 2001
Zur Frage des Geringeren Friedens 78
19. April 2001
Das Erreichen der Einheit der Nationen
und der Geringere Frieden 80
21. April 2001
Ridv‡n Ð Botschaft 158 (2001) 91
27. April 2001
Inhaltsverzeichnis
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Arabische Ausgabe des Heiligsten Buches 95
22. Mai 2001
ErklŠrung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
anlŠsslich der offiziellen Eršffnung der Terrassen am Schrein des B‡b 96
24. Mai 2001
An die GlŠubigen, die zu den Ereignissen aus Anlass
der Vollendung der Projekte am Berg Karmel versammelt sind 98
01. Juni 2001
Erfolg der Feierlichkeiten zur Einweihung
der Terrassen am Schrein des B‡b 101
19. Juni 2001
Grabmal Rœh’yyih Kh‡nums 101
29. Juli 2001
Erfolgreiches Finanzierungskonzept wird fortgefŸhrt 102
05. August 2001
Zur Lage des Internationalen Fonds 103
05. August
Gestiegene Anforderungen 104
19. September 2001
Definition und Rahmen von "Andachtsversammlungen" 105
12. November
2001Ma§nahmen zur Verringerung der Ausgaben 108
12. November
2001Gestiegene Anforderungen 109
Botschaften und Briefe
des Jahres 2002 113
01. Januar 2002
Aufruf zum Pionieren nach Zypern 114
10. Januar 2002
Die Bedeutung und Notwendigkeit des Pionierens 114
05. Februar 2002
Pionierziele fŸr den FŸnfjahresplan 116
10. Februar 2002
Was ist das Symbol der Bah‡Õ’-Religion? 116
14. Februar 2002
Spendengelder angesichts der leidenden Menschheit 117
27. Februar
2002 MŠrtyrertod zweier Bah‡Õ’ in Tadschikistan 118
01. April 2002 An Die Religišsen FŸhrer Der Welt 119
21. April 2002
Eindrucksvolle Hšhepunkte in der Entfaltung des Planes 126
11. Juni 2002
ErlŠuterungen zur Botschaft an die religišsen FŸhrer der Welt 128
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
4
22. August 2002
Fehlen einer deutlichen Zunahme der Anzahl der Bah‡Ô’ 130
11. November 2002
RŸcktritt geliebter Mitglieder 132
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Botschaften und Briefe
des Jahres 1998
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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20. Februar 1998
Bildung neuer Nationaler Geistiger RŠte
Schreiben des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
an alle Nationalen Geistigen RŠte vom 20. Februar 1998
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
seit dem Beginn des Vierjahresplanes hat uns die stete Verbreitung des Glaubens in vielen
Re-gionen der Erde und der fortgesetzte Reifeproze§ von Bah‡Õ’-Gemeinden auf der gan-
zen Welt sehr ermutigt. Mit freudigen Herzen geben wir bekannt, da§ im kommenden
Mai drei neue Na-tionale Geistige RŠte gebildet und ein weiterer Nationaler Geistiger Rat
wiedererrichtet werden kšnnen:
Der Geistige Rat der Bah‡Õ’ von Sabah mit Sitz in Kota Kinabalu; die erste National-
tagung wird vom Geistigen Rat der Bah‡Õ’ von Malaysia vorbereitet. Der Geistige Rat der
Bah‡Õ’ von Sarawak mit Sitz in Kuching; die erste Nationaltagung wird vom Geistigen
Rat der Bah‡Õ’ von Malaysia vorbereitet.
Der Nationale Geistige Rat der Bah‡Õ’ der Slowakischen Republik mit Sitz in Pre§-
burg; die erste Nationaltagung wird vom Regionalen Geistigen Rat der Bah‡Õ’ der Tsche-
chischen und Slowakischen Republiken vorbereitet.
Der Nationale Geistige Rat der Bah‡Õ’ von Liberia, dessen Neubildung wegen der seit
1992 gegebenen UmstŠnde bisher nicht mšglich war, mit Sitz in Monrovia. Die National-
tagung wird von dem Bah‡Õ’- Verwaltungsausschu§ von Liberia vorbereitet.
Der Regionale Geistige Rat der Bah‡Õ’ der Tschechischen und Slowakischen Repub-
liken mit Sitz in Prag wird zum kŸnftigen Nationalen Geistigen Rat der Bah‡Õ’ der Tsche-
chischen Republik.
In diesem entscheidenden Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit hoffen wir,
da§ Bah‡Õ’ auf der ganzen Welt von der fortschreitenden Entwicklung der Gemeindeord-
nung in die-sen LŠndern und Regionen inspiriert werden. Mšgen sich die Freunde in ei-
nem jeden Land der vor ihnen liegenden Mšglichkeiten bewu§t werden und mšgen sie
sich erheben, um die Sache Gottes mit Begeisterung und Liebe zu lehren.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Das Universale Haus der Gerechtigkeit
08. MŠrz 1998 Fšrderung der Lehrarbeit in Griechenland
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08. MŠrz 1998
Fšrderung der Lehrarbeit in Griechenland
Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an den Nationalen Geistigen
Rat in Deutschland
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat entschieden, da§ es zu diesem Šu§erst
wichtigen Zeitpunkt des Vier- Jahres-Plans dringend notwendig ist, das Tempo der Lehr-
aktivitŠten in Griechenland zu erhšhen, so da§ sich mehr Menschen unter dem Banner
Bah‡ÕuÕll‡hs in diesem Land zusammenfinden mšgen.
Um diesen wichtigen Prozess zu fšrdern, hat das Universale Haus der Gerechtigkeit
be-schlossen, alle Nationalen Geistigen RŠte in der EuropŠischen Union dazu aufzurufen,
im Be-zug auf Lang- und Kurzzeitpioniere und Reiselehrer Griechenland besondere Auf-
merksamkeit zu schenken, zumal es in der EuropŠischen Union keinerlei BeschrŠnkun-
gen in der MobilitŠt von Reisenden oder ErwerbstŠtigen gibt. Aus diesem Grunde sollte
Ihr Nationaler Geistiger Rat in Ihrem Land die Freunde dazu ermutigen, an diesem Pro-
jekt teilzunehmen. Vor allem befŠn-den sich Bah‡Õ’, die griechisch sprechen oder grie-
chischer Herkunft sind, in der Lage, die Her-zen in diesem Land zu berŸhren.
DarŸberhinaus kšnnten fŸhrende Bah‡Õ’, die VortrŠge Ÿber soziale und wissenschaftli-
sche Themen halten kšnnen, das Bild der griechischen Bah‡Õ’-Ge-meinde in den Augen
der …ffentlichkeit verbessern.
Es wird gehofft, da§ in Zusammenarbeit mit dem EuropŠischen Berateramt und unter
der Koordination des Nationalen Rates in Griechenland die Freunde in Deutschland, die
dazu in der Lage sind, sich erheben und diese kostbare Mšglichkeit ergreifen, um die In-
teressen des Glau-bens in Griechenland zu fšrdern.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en, die Sekretariatsabteilung
26. MŠrz 1998
Hinscheiden von Hugh Chance
Botschaft vom Universalen Haus der Gerechtigkeit
Die Herzen sind mit gro§er Trauer erfŸllt wegen dem fŸr die Bah‡Õ’-Welt tiefgreifenden
Verlust von Hugh Chance, unserem geliebten ehemaligen Kollegen, getreuem, weitblik-
kenden AnhŠn-ger der Sache Bah‡ÕuÕll‡hs. Konstanter Optimismus, unerbittlicher Glau-
be und eiserner Wille charakterisierten seine denkwŸrdigen Dienste Ÿber drei Jahrzehnte
als Mitglied des Universalen Hauses der Gerechtigkeit im Anschlu§ an seine Mitglied-
schaft im Nationalen Geistigen Rat der Vereinigten Staaten. Seine mannigfaltigen BeitrŠ-
ge zur Organisation des Glaubens im Weltzen-trum, seine unermŸdlichen BemŸhungen,
die Interessen der Sache zu fšrdern insbesondere in fernen ostasiatischen und pazifischen
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Gebieten, sein kraftvoller Beistand in der Entwicklung von Angelegenheiten externer Ak-
tivitŠten der internationalen Bah‡Õ’-Gemeinde haben unver-gŠngliche Errungenschaften
hinterlassen. Leidenschaftlich flehen wir die heiligen Schwellen an, da§ seine edelmŸtige
Seele reiche Belohnungen im Abh‡-Kšnigreich ernten mšge, da§ er mit seiner Ehefrau
Margaret glŸcklich wiedervereint werde und da§ die Herzen seiner liebsten Tochter und
anderer Familienmitglieder getršstet werden mšgen.
Wir empfehlen, zu seinen Ehren Gedenkveranstaltungen in allen HŠusern der An-
dacht und in Bah‡Õ’-Gemeinden weltweit durchzufŸhren.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
21.April 1998
Ridv‡n-Botschaft 155
Bah‡'’-Weltzentrum
An die Bah‡'’ der Welt
Innig geliebte Freunde!
Freudigen Herzens bestŠtigen wir zu dieser Halbzeit des Vier-Jahres-Planes, da§ die
weltweite Bah‡'’-Gemeinschaft in dieser dynamischen Etappe ihrer Entwicklung dabei
ist, neue Wege zu bahnen. Der Proze§ des Beitritts in Scharen, auf den sich ihre Energien
konzentrieren, macht deutliche Fortschritte.
Drei Entwicklungen geben unseren Erwartungen Zuversicht. Die eine besteht in den
soliden Ergebnissen, die Ÿberall dort, wo Bah‡'’-Institute arbeiten, hervorgerufen werden.
Zehntausende Freunde haben wŠhrend der letzten zwei Jahre wenigstens einen Instituts-
kurs abgeschlossen. Die unmittelbaren Auswirkungen auf sie waren ein deutlich gefestig-
ter Glaube, ein grš§eres Bewu§tsein ihrer geistigen IdentitŠt und ein stŠrkeres
Engagement im Dienst an der Bah‡'’-Sache. Die zweite betrifft eine bemerkenswerte Ver-
besserung der Bedingungen bei der Bildung und Wiederbildung von šrtlichen Geistigen
RŠten. 1997 wurde die Entscheidung wirksam, diese Institutionen nur noch am ersten
Ridv‡n-Tag und hauptsŠchlich auf Initiative der Gemeinde selbst zu bilden. Obgleich die
Zahl der šrtlichen RŠte weltweit daraufhin abnahm, was nicht unerwartet war, blieb doch
der RŸckgang gering, in einigen LŠndern wurde sogar eine Zunahme verzeichnet. Dieses
Ergebnis deutet darauf hin, da§ der Reifeproze§ dieser gšttlich verordneten Institutionen
in den richtigen Bahnen verlŠuft. Die dritte Entwicklung besteht darin, da§ ein neues Ver-
trauen in die Lehrarbeit die Freunde beseelt, was in verschiedenen Gegenden beeindru-
ckende Ergebnisse zeitigt. Das Potential fŸr einen stetigen und stŠndig zunehmenden
Zustrom von neuen GlŠubigen war immer vorhanden, und wir kšnnen vertrauensvoll sa-
gen, da§ die FŠhigkeit es zu verwirklichen mit der Umsetzung des gegenwŠrtigen Planes
mehr denn je methodisch entwickelt wird.
ZusŠtzlich zu diesen Zeichen des Fortschritts freuen wir uns Ÿber die bewundernswerte
Geschwindigkeit, mit der die Bauprojekte am Berge Karmel vorangeschritten sind, um den
21.April 1998 Ridv‡n-Botschaft 155
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fŸr das gerade vergangene Jahr gesteckten Zeitplan zu erfŸllen. Die Bildung von drei neu-
en Nationalen Geistigen RŠten - Sabah, Sarawak und Slowakei - sowie die Wiedererrich-
tung des Nationalen Geistigen Rates von Liberia steht im Mai bevor. Damit erhšht sich die
Zahl der Pfeiler des Universalen Hauses der Gerechtigkeit auf 179. WŠhrend wir Ÿber die
gšttlichen Gnadengaben nachsinnen, die unserer Gemeinde verliehen werden, anerkennen
wir mit tiefster Dankbarkeit die bestŠndigen Dienste, die von den einzelnen HŠnden der
Sache Gottes, dem Internationalen Lehrzentrum, den Beratern und ihrer HilfsŠmter auf al-
len Kontinenten geleistet werden. Die zunehmende StŠrke von Nationalen Geistigen RŠten
festigt unsere Gewi§heit Ÿber das unmittelbare Eintreten ŸberwŠltigender Siege.
Vor dem chaotischen Hintergrund eines Planeten, der mit sich selbst uneins ist, hebt
sich dieses erfreuliche Bild der Zukunftsaussichten der Gemeinde ab. Und doch ist offen-
sichtlich, da§ inmitten der verbreiteten Trostlosigkeit des menschlichen Geistes sich in ir-
gendeiner Schicht des Bewu§tseins unter den Všlkern der Welt ein wachsendes GefŸhl
dafŸr regt, da§ die Bewegung in Richtung auf globale Einheit und Frieden unwidersteh-
lich ist. Dieses GefŸhl wird in dem Ma§e geweckt, wie die materiellen Schranken zwi-
schen den Všlkern faktisch durch die atemberaubenden Fortschritte in den
Wissenschaften und ihren Anwendungen beseitigt werden. Trotzdem bleibt die Mensch-
heit durch eine Serie von welterschŸtternden Heimsuchungen und weltgestaltenden Ent-
wicklungen gegenwŠrtig noch benommen und verwirrt. Was an Sturm und UngestŸm das
soziale Gewebe zur Zeit aufpeitscht, ist fŸr alle unverstŠndlich au§er fŸr jene relativ we-
nigen Bewohner des Planeten, die Gottes Absicht fŸr diesen Tag erkannt haben.
†berall sind unsere Mitmenschen, ohne sich dessen gewahr zu sein, zur gleichen Zeit
widersprŸchlichen Emotionen unterworfen, hervorgerufen von den fortgesetzten Auswir-
kungen simultaner Prozesse "des Aufstiegs und des Verfalls, des Zusammenschlusses
und der Auflšsung, der Ordnung und des Chaos". Shoghi Effendi hat sie als Aspekte des
Grš§eren und Geringeren Planes Gottes bezeichnet, die zwei bekannten Wege, durch die
sich Seine Absicht fŸr die Menschheit vollzieht. Zum Grš§eren Plan gehšren Umbruch
und katastrophale ErschŸtterungen und er schreitet mit scheinbar planloser WillkŸr vor-
an, aber in Wirklichkeit treibt er die Menschheit unerbittlich zur Einheit und Reife. Das
bewirken zum grš§ten Teil Menschen, die seine Bahn nicht kennen und seinem Ziel sogar
feindlich gegenŸberstehen. Shoghi Effendi hat schon darauf hingewiesen, da§ Gottes
Grš§erer Plan "in Seinem die Welt gestaltenden Spiel sowohl die MŠchtigen wie die
Niedrigen als Figuren benutzt, um Seinen unmittelbaren Zweck zu erreichen und schlie§-
lich Sein Kšnigreich auf Erden zu errichten." Die durch ihn erzeugte Beschleunigung der
Prozesse gibt Entwicklungen neuen Schwung, die bei allem anfŠnglichen Schmerz und
Kummer wir Bah‡'’ als Anzeichen dafŸr erkennen, da§ der Geringere Frieden in Erschei-
nung tritt.
Anders als Sein Grš§erer Plan, der auf geheimnisvolle Weise wirkt, ist Gottes Gerin-
gerer Plan klar aufgezeichnet, er vollzieht sich Ÿber systematische und uns bekannte Pro-
zesse und wurde uns zur AusfŸhrung Ÿbertragen. Sein Endziel ist der Grš§te Friede. Der
vierjŠhrige Feldzug, dessen Halbzeit wir erreicht haben, stellt die gegenwŠrtige Phase des
Geringeren Planes dar. Auf das Erreichen seiner Ziele mŸssen wir daher unsere ganze
Aufmerksamkeit und Energie richten.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Gelegentlich mag es scheinen, da§ der Verlauf des Grš§eren Planes eine Stšrung im
Ablauf des Geringeren Planes bewirkt, aber die Freunde haben allen Grund, unverzagt zu
bleiben. Denn sie erkennen den Ursprung des in der Welt wiederholt auftretenden Auf-
ruhrs und "bejahen", wie schon Shoghi Effendi sagte, "seine Notwendigkeit, beobachten
zuversichtlich seinen geheimnisvollen Verlauf, flehen um Milderung seiner Strenge, mŸ-
hen sich einsichtig um eine AbschwŠchung seines WŸtens und richten ihren ungetrŸbten
Blick voraus auf das Ende der Schrecknisse und die Hoffnungen, das es zwangslŠufig zei-
tigen mu§."
Auch eine flŸchtige Betrachtung der Weltszenerie in den letzten Jahren kann nur zu
solchen Beobachtungen fŸhren, die fŸr einen Bah‡'’-Betrachter besonders bedeutungs-
schwer sind. Zum einen kann man selbst im Getšse einer im Aufruhr befindlichen Gesell-
schaft eine unmi§verstŠndliche Tendenz in Richtung auf den Geringeren Frieden
erkennen. Einen faszinierenden Hinweis liefert das grš§ere Engagement der Vereinten
Nationen an ŸberfŠlligen drŠngenden Weltproblemen, wobei sie von mŠchtigen Regie-
rungen unterstŸtzt werden; ein weiterer ergibt sich in allerletzter Zeit aus der Tatsache,
da§ fŸhrende Politiker in dramatischer Weise erkennen, was die enge VerknŸpfung aller
Nationen auf dem Gebiet des Handels und der Finanzen tatsŠchlich bedeutet - eine Vor-
bedingung, die Shoghi Effendi schon lange als einen wesentlichen Aspekt fŸr eine orga-
nisch geeinte Welt erkannt hatte. Aber eine fŸr die Bah‡'’-Gemeinschaft noch viel
bedeutsamere Entwicklung besteht darin, da§ eine beachtliche Zahl von Menschen jetzt
nach geistiger Wahrheit sucht. Mehrere kŸrzlich veršffentlichte wissenschaftliche Studi-
en sind diesem PhŠnomen gewidmet. Ideologien, die den grš§ten Teil dieses Jahrhunderts
beherrschten, haben sich erschšpft; mit ihrem Schwinden in den letzten Jahren des Jahr-
hunderts wŠchst ein Hunger nach Sinn, eine Sehnsucht der Seele.
Dieser geistige Hunger ist durch Ruhelosigkeit und durch eine sich steigernde Unzu-
friedenheit mit dem moralischen Zustand der Gesellschaft gekennzeichnet. Er zeigt sich
auch in einem aufbrechenden Fundamentalismus bei verschiedenen religišsen Sekten und
einer Vervielfachung von Bewegungen, die sich als Religionen ausgeben oder deren Platz
einzunehmen streben. Dies sind Beobachtungen, durch die man die Interaktion zwischen
den zwei auf dem Planeten am Werk befindlichen gšttlich vorangetriebenen Prozessen
klar erkennen kann. Die durch die Vorsehung gebotenen vielfŠltigen Gelegenheiten, die
Botschaft Bah‡'u'll‡hs suchenden Seelen zu Ÿbermitteln, schaffen fŸr den Bah‡'’-Lehrer
Situationen voller Mšglichkeiten. Die Folgerungen fŸr die vor uns liegende Aufgabe sind
ungeheuer ermutigend.
Unsere Hoffnungen kšnnen erfŸllt, unsere Ziele erreicht und unsere Mšglichkeiten
des Fortschritts kšnnen verwirklicht werden, wenn wir unsere BemŸhungen auf das
Hauptziel des Gšttlichen Planes in seiner gegenwŠrtigen Phase richten: einen bedeuten-
den Fortschritt beim Proze§ des Beitritts in Scharen zu erreichen. Dieser Herausforderung
kšnnen wir begegnen, indem wir uns geduldig und ausdauernd bemŸhen. Der Beitritt in
Scharen liegt fŸr unsere Gemeinschaft in greifbarer NŠhe. Beharrlicher Glaube, Gebet,
die Eingebungen der Seele, Gšttlicher Beistand - diese gehšren als wesentliche Bestand-
teile zu jeder Bah‡'’-Unternehmung. Um den Beitritt in Scharen zu erreichen, sind jedoch
eine realistische Vorgehensweise und systematisches Handeln von gleicher Wichtigkeit.
21.April 1998 Ridv‡n-Botschaft 155
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Auf diesem Weg gibt es keine AbkŸrzungen. Systematisches Vorgehen stellt sicher, da§
die Handlungslinien folgerichtig sind und auf wohldurchdachten PlŠnen basieren. Allge-
mein gesagt, bedeutet es, in allem, was Bah‡'’-Dienst anbetrifft, methodisch vorzugehen,
ob es sich um das Lehren oder die Administration, um individuelles oder gemeinschaft-
liches BemŸhen handelt. WŠhrend individuelle Initiative und SpontaneitŠt ihren Platz ha-
ben, legt doch die Notwendigkeit nahe, eine klaren Kopf zu behalten, methodisch,
effizient, bestŠndig, ausgewogen und harmonisch zu sein. Systematisierung ist eine not-
wendige Funktionsweise, die von der Dringlichkeit zum Handeln beseelt ist.
Um eine systematische Entwicklung der Gemeinde sicherzustellen, besteht eine der
Aufgaben der Bah‡'’-Institutionen darin, den Proze§ der Entwicklung von menschlichen
Hilfsquellen zu organisieren und aufrecht zu erhalten, durch den Bah‡'’ - neue und altge-
diente in gleicher Weise - die Kenntnisse und FŠhigkeiten erwerben kšnnen, eine stŠndige
Ausbreitung und Festigung der Gemeinde zu unterstŸtzen. Zu diesem Zweck ist die Er-
richtung von Bah‡'’-Instituten entscheidend, da sie Zentren sind, durch die eine gro§e An-
zahl von Personen ihre FŠhigkeit, den Glauben zu lehren und zu verwalten, erwerben und
verbessern kšnnen. Allein ihr Bestehen unterstreicht die Wichtigkeit, Wissen Ÿber den
Glauben zu haben als eine Kraftquelle, um das Leben der Bah‡'’-Gemeinde und der sie
bildenden Menschen anzuregen.
Die vorliegenden Fakten bestŠtigen, da§ der Vier-Jahres-Plan dort funktioniert, wo
ein systematisches Vorgehen verstanden und angewandt wird. Die gleichen Fakten zei-
gen auch, da§ die Institutionen des Glauben in ihren vereinten BemŸhungen auf nationa-
ler, regionaler und šrtlicher Ebene sich eindeutig an diese Bedingungen gehalten haben.
Bei den einzelnen jedoch, auf denen der schlie§liche Erfolg des Planes beruht, ist dieses
VerstŠndnis weniger ausgeprŠgt. Aus diesem Grunde mŸssen wir unseren MitglŠubigen
gegenŸber betonen, wie wichtig dieses Erfordernis fŸr ihre persšnlichen BemŸhungen ist,
um Erfolge beim Lehren und bei anderen Unternehmungen zu haben.
In dem Ma§e wie er von nationalen und šrtlichen Institutionen in Programme und
Projekte umgesetzt wird, gibt der Plan u.a. die Richtung an, bezeichnet Ziele, regt zu Be-
mŸhungen an und liefert eine Vielzahl von benštigten Gelegenheiten und Materialien,
aus denen die Arbeit der Lehrer und Administratoren Nutzen ziehen kann. Das ist fŸr ein
ordnungsgemŠ§es Funktionieren der Gemeinde natŸrlich notwendig, aber es bleibt ohne
Folgen, wenn nicht die einzelnen Mitglieder durch eine aktive Beteiligung darauf reagie-
ren. Indem er oder sie so reagiert, mu§ auch jeder einzelne eine bewu§te Entscheidung
treffen, was er oder sie im Dienst an dem Plan tun wird und wie, wo und wann dieses Tun
erfolgen soll. Diese Entscheidung macht es dem einzelnen mšglich, den Fortschritt seines
Tuns zu ŸberprŸfen und - falls nštig - die zu unternehmenden Schritte teilweise abzuwan-
deln. Wenn er sich an ein solches Verfahren des systematischen BemŸhens gewšhnt, ver-
leiht jeder Bah‡'’ seinem Leben Bedeutung und ErfŸllung.
Der einzelne mu§ nicht nur auf den Aufruf der Institutionen reagieren, er ist darŸber
hinaus von Bah‡'u'll‡h Selbst mit der heiligen Pflicht betraut, Seine Sache zu lehren, was
von Ihm als "die verdienstvollste aller Taten" bezeichnet wird. Solange es noch Seelen
gibt, die der Erleuchtung bedŸrfen, bleibt diese Pflicht sicherlich die stŠndige BeschŠfti-
gung jedes GlŠubigen. Was ihre ErfŸllung anbetrifft, so ist jeder einzelne direkt
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Bah‡'u'll‡h gegenŸber verantwortlich. "La§t ihn nicht", rŠt Shoghi Effendi dringend, "auf
irgendwelche Anweisungen warten oder irgendeine Ermutigung von seiten der gewŠhlten
Vertreter seiner Gemeinde erwarten, noch sollte er durch die Hindernisse abgeschreckt
werden, die seine Verwandten oder MitbŸrger geneigt sein mšgen, ihm in den Weg zu
legen, noch sollte er den Tadel seiner Kritiker oder Feinde beachten." Die Schriften der
Zentralgestalten und unseres HŸters sind Ÿberreich an RatschlŠgen und Ermahnungen,
was die unersetzliche Rolle des einzelnen beim Fortschritt des Glauben betrifft. Es ist da-
her unvermeidlich, da§ wir uns an diesem besonderen Zeitpunkt im Leben der gesamten
Menschheit dazu gedrŠngt fŸhlen, an jedes einzelne Mitglied unserer Gemeinde zu appel-
lieren und es zu bitten, die dringliche Situation zu bedenken, der wir uns alle als Helfer
der Abh‡-Schšnheit gegenŸbersehen.
Es ist unser Schicksal, liebe BrŸder und Schwestern, da§ wir bewu§t an einem unge-
heuren historischen Proze§ beteiligt sind, dergleichen noch nie von irgendeinem Volk er-
lebt wurde. Als eine Weltgemeinschaft haben wir bisher einen einzigartigen und
gro§artigen Erfolg errungen, indem wir - dank der unschŠtzbaren Opfer von Leben, MŸ-
hen und Wertvollem, die viele Tausende unserer geistigen Vorfahren willig dargebracht
haben - das ganze Spektrum der Menschheit reprŠsentieren. Es gibt keine andere mensch-
liche Vereinigung, die beanspruchen kann, ein System errichtet zu haben, das die FŠhig-
keit unter Beweis gestellt hat, Gottes Kinder in einer weltumspannenden Ordnung zu
vereinen. Diese Leistung verleiht uns nicht nur eine Position unvergleichlicher StŠrke,
sondern legt uns auch eine unausweichliche Verantwortung auf. Hat nicht daher jeder von
uns eine gšttliche Verpflichtung wahrzunehmen, eine heilige Pflicht zu erfŸllen gegenŸ-
ber jedem anderen, der sich des Rufes Gottes jŸngster Offenbarung noch nicht bewu§t ist?
Die Zeit bleibt nicht stehen und wartet nicht. In jeder verrinnenden Stunde ereilt eine neue
Heimsuchung eine aufgewŸhlte Menschheit. Wagen wir es da zu zaudern?
In nur zwei Jahren geht der Vier-Jahres-Plan zu Ende, nur wenige Monate vor dem
Abschlu§ eines unverge§lichen Jahrhunderts. Eine zweifache Begegnung mit dem
Schicksal steht uns bevor. Indem Er das beispiellose Potential des 20. Jahrhunderts pries,
bekrŠftigte der geliebte Meister, da§ es auf ewig Spuren hinterlassen werde. Im Besitz ei-
ner solchen Vision mŸssen sich im Geist eines achtsamen AnhŠngers der Gesegneten
Schšnheit zweifellos bange Fragen regen, welche Rolle er oder sie in diesen dahin-
schwindenden Jahren spielen wird und ob er oder sie am Ende dieser zukunftstrŠchtigen
Zeit unter den dauerhaften Spuren, die der Meister vorhersah, ein Zeichen hinterlassen
haben wird. Um einer die Seele befriedigenden Antwort sicher zu sein, ist vor allem eines
nštig: handeln, jetzt handeln und bestŠndig handeln.
Wir beten innig an der Heiligen Schwelle fŸr uns alle, da§ wir in allem was wir tun,
um die dringlichen Ziele des Gšttlichen Planes in einem so schicksalstrŠchtigen Augen-
blick der Menschheitsgeschichte zu erfŸllen, gšttliche Hilfe und reiche BestŠtigung er-
halten.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
02. Mai 1998 Zur achten Internationalen Tagung
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02. Mai 1998
Zur achten Internationalen Tagung
Das Universale Haus der Gerechtigkeit Ridv‡n 155 - 2. Mai 1998 An die Mitglieder der
zur achten Internationalen Tagung versammelten Nationalen Geistigen RŠte
Herzlich geliebte Mitarbeiter,
in wenigen Monaten werden 130 Jahre vergangen sein, seit der Verhei§ene aller Zeiten
als ein Gefangener in dieses Land verbannt wurde. Die gegen Ihn aufgebotenen macht-
vollen Gegner planten dies als letzte Tat, um Seinen gšttlichen Auftrag auszulšschen. Sie
konnten aber nicht das triumphale Versprechen wahrnehmen, das Ihm gšttlich verhei§en
wurde, als - nach Seinem eigenen Zeugnis - ãBanner aus LichtÒ Seine Ankunft in Akk‡
begrŸ§ten und ãdie Stimme des Geistes laut rief und sprach: ÔBald werden alle, die da auf
Erden wohnen, unter diesen Bannern vereint seinÕÒ.
Als eine bedeutsame neue Etappe auf dem Wege zur ErfŸllung dieser gro§en Erwar-
tung erweist es sich, da§ Sie in genau diesem Land zu diesem feierlichen Anla§ als Ver-
treter der aufblŸhenden Gemeinden versammelt sind, die in Seinem Namen in der Welt
errichtet werden. Erhobenen Herzens begr٤en wir feierlich, was Sie hier getan haben.
Denn durch Ihre Beteiligung an einem Wahlvorgang von einzigartiger Planung haben Sie
den Schlu§stein dieser weltumspannenden Verwaltungsstruktur gefestigt, fŸr die Ihre RŠte
die unerlŠ§lichen SŠulen bilden; und Sie haben durch Klarheit, Beweiskraft und Disziplin
bei ihrer Beratung Perspektiven fŸr die Fortschritte eršffnet, die in kurzer Zeit erreicht
werden mŸssen. Aber noch mehr hat uns beeindruckt, da§ Ihr Verhalten ein Ma§ an Liebe
und Einheit widerspiegelt, das bei einer so vielfŠltigen Versammlung von Menschen, wie
Sie sie darstellen, wirklich selten ist. Wir sind unendlich ermutigt durch diese Anzeichen
einer schnell zunehmenden Reife bei den Mitgliedern von Institutionen, die zu gegebener
Zeit bei der Leitung der Geschicke von Nationen eine fŸhrende Rollen spielen mŸssen.
Wenn man alles bedenkt, was in diesen ereignisreichen Tagen geschehen ist Ð kann man
diese Erfahrung nicht als die entscheidende Stunde fŸr den Vier-Jahres-Plan ansehen, als
den Wendepunkt, an dem man anfangen mu§, das volle Ausma§ seiner Ziele und Mšglich-
keiten zu erfassen? Wenn nicht jetzt, auf welche andere Gelegenheit sollen wir noch warten?
Ganz sicher sind die Freunde zu Hause, die sich schon sehnsŸchtig auf Ihre RŸckkehr freuen,
begierig, ihre rŸckhaltlose UnterstŸtzung den kŸhnen Ma§nahmen zu leihen, die Sie jetzt in
Angriff werden nehmen wollen. Jetzt ist die Zeit, da Sie Ihren gottgegebenen Pflichten noch
hartnŠckiger und wirkungsvoller werden nachgehen wollen, denn man erkennt in Ihnen An-
zeichen fŸr eine neue Zuversicht, eine verstŠrkte Energie, einen Geist voll erneuter Hingabe.
Dies alles wird Ihre FŠhigkeit steigern, die Freunde um sich zu scharen, um zu lehren und
ihre anderen wichtigen Verantwortungen in einer nie gekannten Weise zu Ÿbernehmen.
Mšge die Einheit, welche die Tagung durchdrungen hat, ihren Einflu§ ausŸben auf
alle Nationalen RŠte Ð die GenerŠle der Armee des Lichts. Mšge diese Einheit mit einer
Macht der Liebe von ihnen ausstrahlen, die ihre nationalen Einrichtungen, die šrtlichen
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
14
Institutionen und die in ihren nationalen ZustŠndigkeitsbereichen wohnenden einzelnen
umfŠngt und anspornt und die auch die RatschlŠge und BemŸhungen der Kontinentalen
Berater und ihrer HilfsŠmter einschlie§t. So mšge in jedem Land sichtbar werden, da§ Ð
im Gegensatz zu der streitsŸchtigen Einstellung der Welt Ð die Einheit der Bah‡Õ’- Ge-
meinde eine Šu§ere Widerspiegelung jener inneren Wirklichkeit ist, die diese gšttlich
verordnete Institution beseelt. Sie hat den Auftrag, die Angelegenheiten der Gemeinde zu
leiten und zu koordinieren.
Geliebte Freunde, Sie genie§en zu dieser Zeit das beneidenswerte Vorrecht, einen
Beitrag zu der systematischen Mobilisierung zu leisten, welche die menschlichen Hilfs-
krŠfte erwecken kann. Die wiederum sind in der Lage, die Aufnahme einer immer weiter
anschwellende Schar neuer Mitglieder unter das Banner des Grš§ten Namens zu bewir-
ken. Der Plan ist aufgestellt, der Pfad ist vorgezeichnet. Also voran, mit Zuversicht, mit
Nachdruck und Eile!
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
03. Juni 1998
Zur Nationalen Lehrkonferenz
E-Mail des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 3. Juni 1998
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat Ihre eMail- Nachricht vom 9. April 1998, in
der Sie Ÿber die erfolgreiche Nationale Lehrkonferenz in Langenhain berichtet haben, mit
herzlichem Dank erhalten.
Es war erfreut Ÿber die gro§e Vielfalt des dargebotenen Programms und die Einbezie-
hung der KŸnste, um Herz und Geist der Anwesenden zu begeistern.
Mit besonderem Interesse wurde zur Kenntnis genommen, da§ die durch die Zusam-
menkunft gewonnenen Erkenntnisse und Begeisterung sofort in Form von Lehrprojekten
in die Tat umgesetzt wurden.
Seien Sie der Gebete des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an den Heiligen
Schreinen fŸr alle bei der Konferenz anwesenden Freunde versichert, da§ die Urewige
Schšnheit Ihre BestŠtigungen fŸr deren ergebene BemŸhungen zur Fšrderung der we-
sentlichen Belange der Sache Gottes ausgie§en mšge.
Sekretariatsabteilung
08. Juni 1998
Hinscheiden von Peter Vuyiya
E-Mail des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 8. Juni 1998
(Wir sind) tief betrŸbt (Ÿber das) Hinscheiden (von) Peter Vuyiya, (einem) edlen, geistig
motivierten, ergebenen Diener Bah‡ÕuÕll‡hs. Seine jahrzehntelangen treuen Dienste, (die)
15. Oktober 1998 Kinder bestŠtigen ihren Glauben
15
aufeinanderfolgend (die) Mitgliedschaft (im) Nationalen Geistigen Rat (von) Kenia,
(dem Kontinentalen) Berateramt (von) Afrika und (dem) Internationalen Lehrzentrum
(im) Heiligen Land einschlie§en, legen beredtes Zeugnis ab (von der) hervorragenden
QualitŠt, welche (die) hochgeschŠtzten BemŸhungen dieses ausgezeichneten Fšrderers
(des) Glaubens (der) Gesegneten Schšnheit kennzeichnete. (Wir) beten (an den) Heiligen
Schreinen (fŸr den) Fortschritt seiner strahlenden Seele (im) Abh‡- Kšnigreich. (Wir) bit-
ten dringend alle nationalen Gemeinden Afrikas, ihm (zu) Ehren Gedenkveranstaltungen
abzuhalten. (Der) Nationale Geistige Rat (von) Uganda (wird) aufgerufen, im Haus der
Andacht (eine) Gedenkandacht abzuhalten. Mšge (die) afrikanische Bah‡Õ’-Jugend
(dem) Beispiel seines selbstlosen Dienstes (an der) geliebten Sache nacheifern.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
15. Oktober 1998
Kinder bestŠtigen ihren Glauben
Zusammenstellung aus Schreiben des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
Von der Sekretariatsabteilung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an den Na-
tionalen Geistigen Rat von Kanada - 15. Oktober 1998
In Bezug auf Ihre E-Mail vom 22. September 1998 an das Universale Haus der Ge-
rechtigkeit wurden wir gebeten zu bestŠtigen, dass Ihre Auffassung korrekt ist: Die Ver-
fahrensweise, dass Kinder im Alter von 15 Jahren ihren Glauben zu bestŠtigen haben,
wurde nicht geŠndert. Die beigefŸgten AuszŸge aus einem Brief, geschrieben im Auftrag
des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, mšgen Ihnen zusŠtzlich helfen, dem betreffen-
den Geistigen Rat dieses Verfahren zu erlŠutern.
AuszŸge aus einem Schreiben Ÿber Kinder, die ihren Glauben bestŠtigen
In Antwortbriefen auf Fragen zur Registrierung von Kindern und Jugendlichen hat
das Universale Haus der Gerechtigkeit vermeiden wollen, weltweit verbindliche Rege-
lungen vorzuschreiben. Es stellt jedoch den Nationalen Geistigen RŠten die folgende Zu-
sammenfassung von bereits gegebenen Richtlinien und ErlŠuterungen als Beratungshilfe
zur VerfŸgung. Es ist zu betonen, dass keine starren Vorschriften aufgestellt werden sol-
len und dass Verfahrensfragen auf keinen Fall das geistige Wesen des Glaubens, das eine
hšchst persšnliche Verbindung zwischen der Seele und ihrem Schšpfer darstellt, Ÿber-
schatten dŸrfen.
Bah‡Õ’-Kinder
Bah‡Õ’-Kinder erben nicht wie in manchen anderen Religionen automatisch den
Glauben ihrer Eltern. Die Eltern sind jedoch fŸr die Erziehung und das geistige Wohl
ihrer Kinder verantwortlich, und die Geistigen RŠte haben die Aufgabe, den Eltern,
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
16
wenn nštig, beim ErfŸllen dieser Verpflichtung zu helfen, so dass die Kinder im Lichte
der Offenbarung Bah‡ÕuÕll‡hs erzogen werden und von frŸhester Kindheit an lernen,
Gott und Seine Manifestationen zu lieben und ein dem Gesetz Gottes entsprechendes
Leben zu fŸhren. Deshalb kann man die Kinder von Bah‡Õ’-GlŠubigen selbstverstŠnd-
lich als Bah‡Õ’ betrachten, es sei denn es gibt einen Grund, das Gegenteil anzunehmen.
Es ist ein Irrtum zu glauben, Bah‡Õ’-Kinder befŠnden sich in einer Art geistigen Vaku-
ums bis sie 15 Jahre alt werden, das heisst bis zu jenem Zeitpunkt, zu dem sie Bah‡Õ’
ãwerdenÓ kšnnen. Unter BerŸcksichtigung dieser Gesichtspunkte kann man Folgendes
feststellen:
¥ Die Kinder eines Bah‡Õ’-Ehepaares werden von Anbeginn ihres Lebens als Bah‡Õ’ be-
trachtet und ihre Geburt sollte vom Geistigen Rat registriert werden.
¥ Bekommt ein Ehepaar, von dem nur ein Partner Bah‡Õ’ ist, ein Kind, sollte dessen Ge-
burt ebenfalls registriert werden, au§er der Nicht-Bah‡Õ’-Elternteil widerspricht.
¥ Ein Geistiger Rat kann die GlaubenserklŠrung eines Kindes, dessen Eltern nicht
Bah‡Õ’ sind, annehmen und es unter der Voraussetzung als Bah‡Õ’-Kind registrieren,
dass die Eltern ihr EinverstŠndnis geben.
¥ In FŠllen von Kindern, deren Eltern Bah‡Õ’ werden, hŠngt viel vom Alter und der Re-
aktion der betreffenden Kinder ab. Sie werden viel Liebe und VerstŠndnis brauchen,
und jeder Fall muss fŸr sich beurteilt werden. Dies gilt natŸrlich in weit hšherem Ma-
§e, wenn nur ein Elternteil den Glauben angenommen hat. In diesem Fall spielt das
Verhalten des anderen Elternteils eine wichtige Rolle. Das Ziel der Bah‡Õ’ sollte sein,
die Einheit der Familie zu fšrdern. Es kommt vor allem darauf an, den Kindern, ob
als Bah‡Õ’ registriert oder nicht, das GefŸhl zu geben, dass sie in Bah‡Õ’-Kinderklas-
sen und bei sonstigen Gemeindetreffen willkommen sind.
Es liegt im Ermessen des Geistigen Rates, Bah‡Õ’-Kinder um die †bernahme von
Aufgaben zu bitten, die sie im Dienste des Glaubens ausfŸhren kšnnen, wie z.B. die Mit-
arbeit in geeigneten AusschŸssen.
Bah‡Õ’-Jugend
FŸnfzehn Jahre ist das Alter, in dem ein Kind geistige Reife erlangt, und deshalb Ÿber-
nimmt ein Bah‡Õ’-Kind in diesem Alter von 15 Jahren die Verantwortung, Gesetzen wie
Fasten und Beten zu gehorchen und durch eigenen Willen seinen Glauben an Bah‡ÕuÕll‡h
zu bestŠtigen.
Zum jetzigen Zeitpunkt zieht das Universale Haus der Gerechtigkeit es vor, jedem
Nationalen Geistigen Rat die Entscheidung zu Ÿberlassen, nach welchem Verfahren die
Einstellung von Bah‡Õ’-Kindern, die 15 Jahre alt werden, zu ermitteln ist; dabei muss klar
sein, dass ein Bah‡Õ’-Kind in diesem Alter nicht Bah‡Õ’ wird, sondern selbstŠndig seinen
Glauben bestŠtigt. Ein Geistiger Rat schickt z.B. jedem Bah‡Õ’-Kind in seiner Gemeinde
zu seinem 15. Geburtstag einen sehr freundlichen Brief (natŸrlich nur, wenn er keine be-
15. Oktober 1998 Kinder bestŠtigen ihren Glauben
17
grŸndeten Zweifel am Bah‡Õ’-Sein des betreffenden Kindes hat), in dem er die Bedeutung
des Reifealters erlŠutert und die guten WŸnsche des Rates fŸr seine kŸnftigen Dienste an
der Sache zum Ausdruck bringt. Darauf mŸssen nicht alle Kinder antworten, aber jedes
Kind bekommt die Gelegenheit, seinen Standpunkt darzulegen, wenn es will. Ein Natio-
naler Geistiger Rat muss bei jedem Verfahren, dem er zustimmt, mit Weisheit einen Mit-
telweg verfolgen, der einerseits am Glauben eines Kindes, das als ergebener Bah‡Õ’
erzogen wurde, keinerlei Zweifel zeigt, andererseits aber nicht den Eindruck erweckt,
dass ein Kind gegen seinen Willen zur Mitgliedschaft in der Bah‡Õ’- Gemeinde genštigt
wird.
Wenn der Rat feststellt, dass ein Jugendlicher tatsŠchlich nicht mit dem Glauben ein-
verstanden ist, obwohl er in einer Bah‡Ô’-Familie aufgewachsen ist, sollte er ihn nicht als
Bah‡Ô’-Jugendlichen registrieren. Weil solch ein Jugendlicher nun das Reifealter erlangt
hat und fŸr sein Handeln selbst verantwortlich ist, muss fŸr ihn das gleiche gelten wie fŸr
jeden Nicht- Bah‡Ô’-Jugendlichen, der in engem Kontakt zur Bah‡Ô’- Gemeinde steht.
Man sollte liebevoll und freundschaftlich mit ihm umgehen.
Es kann vorkommen, dass ein Bah‡Ô’-Kind, wenn es 15 Jahre alt wird, selbst noch
keine feste Meinung hat. Das ist gut mšglich, wenn ein Elternteil nicht Bah‡Ô’ ist oder die
Eltern erst kurz vorher den Glauben angenommen haben. In einem solchen Fall sollte der
Rat nicht automatisch davon ausgehen, dass es kein Bah‡Ô’ ist. Wenn der Jugendliche an
den Festen teilnehmen mšchte und damit einverstanden ist, dass er wie zuvor als Kind
weiterhin als Bah‡Ô’ betrachtet wird, sollte ihm dies gestattet sein; aber wŠhrend sein Ver-
stŠndnis fŸr den Glauben vertieft wird, sollten seine Eltern und der Rat ihm klar machen,
dass er in eigener Verantwortung bald Stellung beziehen sollte.
GlaubenserklŠrungen von Nicht-Bah‡Ô’-Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 21
Jahren, deren Eltern nicht Bah‡Ô’ sind, kšnnen ohne die Zustimmung der Eltern angenom-
men werden, wenn dies nicht gegen das bŸrgerliche Recht verstš§t. Die gro§e Bedeutung
der Achtung vor den Eltern darf jedoch nicht Ÿbergangen werden, und solchen Jugendli-
chen sollte empfohlen werden, die WŸnsche ihrer Eltern zu beachten, soweit das Ausma§
ihres Einsatzes fŸr den Glauben berŸhrt ist, und sogar eine zeitlang všllig inaktiv zu sein,
falls die Eltern starken Widerstand leisten.
Administrative Reife
In der Satzung eines Nationalen Geistigen Rates steht, dass ein Bah‡Ô’, wenn er das
Alter von 21 Jahren erreicht hat, wahlberechtigt und in €mter wŠhlbar ist. FrŸher und
selbst jetzt noch haben einige Nationale Geistige RŠte von den Bah‡Ô’-Jugendlichen ver-
langt, ihr Wahlrecht von sich aus ausdrŸcklich anzufordern, sobald sie 21 Jahre alt wer-
den. Das Haus der Gerechtigkeit mšchte hierzu keine allgemeine Regel aufstellen,
nachdem dies unter gewissen UmstŠnden zum Schutz des Glaubens erforderlich sein
kann. Es rŠt jedoch davon ab, dass Nationale RŠte solche Anforderungen stellen, es sei
denn, sie halten sie fŸr unbedingt notwendig.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Botschaften und Briefe
des Jahres 1999
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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13. Januar 1999
Richtlinien zur Inneneinrichtung des Hauses der Andacht
Im Zuge der Renovierung des Hauses der Andacht hatte sich der Nationale Geistige Rat
an das Universale Haus der Gerechtigkeit gewandt mit der Bitte um FŸhrung bezŸglich
der Inneneinrichtung des europŠischen MashriquÕl-Adhk‡r. Unter anderem wurde ange-
fragt, ob es mšglich wŠre, den Standort der Leser bzw. SŠnger hinter die Sitzreihen zu
verlegen. Nachstehend ist die Weisung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom
13. Januar 1999 abgedruckt.
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡Õ’ von Deutschland Liebe Bah‡Õ’-Freun-
de!
Ihr E-Mail vom 17. November 1998 an die Forschungsabteilung wurde von dort an das Uni-
versale Haus der Gerechtigkeit weitergeleitet, da in Ihren Fragen Teile enthalten waren, die
nicht aus den existierenden autoritativen Schriften beantwortet werden konnten. Das Haus
der Gerechtigkeit hat uns nun angewiesen, Ihnen folgende Antwort zu Ÿbermitteln.
BezŸglich der Sitzreihen und der Stellung der Leser zu ihnen ist das Universale Haus
der Gerechtigkeit, nachdem es die verschiedenen Mitteilungen des geliebten HŸters zu
diesem Thema studiert hat, der Ansicht, da§ die Sitze im Tempel in Langenhain auf die
Qiblih ausgerichtet sein sollten, wŠhrend der Leser dort stehen sollte, wo er oder sie von
allen am besten gesehen und gehšrt werden kann. Es befŸrwortet den Vorschlag nicht,
da§ die Leser hinter den Sitzreihen stehen. Die Position der oder des SŠngers ist eine An-
gelegenheit, die von Ihrem Rat entschieden werden kann. Es sollte kein festes architekto-
nisches Merkmal geben, das den Standort der Leser oder SŠnger kennzeichnet. Ein
bewegliches Lesepult kann verwendet werden.
In Bezug auf Schmuck im Auditorium des MashriquÕl- Adhk‡r ergibt sich aus den
Briefen des HŸters eindeutig, da§ Portraits oder Statuen všllig ausgeschlossen sind. Das
Haus der Gerechtigkeit mšchte keine weitergehenden Regelungen in Bezug auf die Ver-
wendung von Blumen treffen, vorausgesetzt da§ diese der Schlichtheit, WŸrde und
Schšnheit des Tempels entspricht. Obgleich in den Heiligen Schriften nichts Ÿber die
Verwendung von Kerzen im MashriquÕl-Adhk‡r gefunden wurde, hat das Haus der Ge-
rechtigkeit entschieden, dass es zur jetzigen Zeit nicht weise wŠre, Kerzen im EuropŠi-
schen Bah‡Õ’-Haus der Andacht zu verwenden.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en FŸr die Sekretariatsabteilung
21. April 1999 Ridv‡n - Botschaft 156
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21. April 1999
Ridv‡n - Botschaft 156
An die Bah‡Õ’ der Welt Innig geliebte Freunde,
WŠhrend wir betrachten, was in dem Jahr erreicht wurde, das dem schicksalsschweren,
letzten Zeitraum der ErfŸllung des Vierjahresplanes vorausgeht, glŸhen unsere Herzen vor
Hoffnung. Seit dem schwungvollen Jahresbeginn mit der Achten Internationalen Bah‡Õ’-
Tagung hat die Bah‡Õ’-Welt das Tempo ihrer AktivitŠten beschleunigt und aufrechterhal-
ten, das deutlich den Proze§ des Beitritts in Scharen gefšrdert hat. Unsere Gemeinde ist
betrŠchtlich gewachsen, ihre menschlichen Hilfsquellen wurden gestŠrkt. Von Expansi-
onsprojekten bis zu FestigungsbemŸhungen, von sozialer und wirtschaftlicher Entwick-
lung bis zur …ffentlichkeitsarbeit und den Au§enbeziehungen, von Diensten der Jugend
bis zu Ausdrucksformen in den KŸnsten, vom Weltzentrum des Glaubens bis zu abgelege-
nen Dšrfern und StŠdten Ð von welchem Blickwinkel aus man die Gemeinde auch betrach-
tet Ð es wurden Fortschritte gemacht. Die Aussichten fŸr den Plan spornen an.
Der Impuls, der von der Internationalen Tagung ausging, durchzog auch die unmittel-
bar folgende Konferenz des Berateramts, gab den unermŸdlichen Teilnehmern weiteren
Auftrieb und beflŸgelte die im Mai abgehaltenen Nationaltagungen, inklusive der in Sa-
bah, Sarawak und der Slowakei, die auf ihrer ersten Tagung ihre Nationalen Geistigen
RŠte bildeten. Dieselbe Energie erfŸllte das Internationale Lehrzentrum, das in der kurzen
Zeit seiner sechsten Amtsperiode, die mit dem Jahrestag der ErklŠrung des B‡b begann,
eine bemerkenswerte Kraft gezeigt hat. Auf die Vervollkommnung und Festigung ihrer
Organisation konzentriert, haben die Mitglieder des Lehrzentrums auf ihre Ÿblichen Rei-
sen wŠhrend dieses ersten Jahres verzichtet; nach dieser Phase ist jedoch zu erwarten, da§
sie ihre Besuche in den verschiedenen Teilen der Welt wieder aufnehmen, um ihren be-
lebenden Einflu§ auf die erfolgreiche Beendigung des Vierjahresplanes zu verstŠrken.
ZusŠtzlich zu jenen Ereignissen im Heiligen Land schreiten die Bauprojekte auf dem
Berg Karmel, die von den Delegierten auf der Internationalen Tagung mit solch freudi-
gem Erstaunen betrachtet wurden, weiter voran bis zu ihrer planmŠ§igen Vollendung
zum Ende des Jahrhunderts. Mit dem Beginn aller Ÿbrigen Bauma§nahmen seit letztem
Ridv‡n hat das Arbeitstempo einen neuen Hšhepunkt erreicht. Das Zentrum fŸr das Stu-
dium der Schriften und die Erweiterung des ArchivgebŠudes werden in den nŠchsten Wo-
chen bezugsfertig sein; die Au§enfassade des Internationalen Lehrzentrums ist mit
Marmor verkleidet und die abschlie§enden Innenarbeiten schreiten auf allen Ebenen vor-
an. Das Absenken der Hatzionut Avenue zur Einpassung der BrŸcke, die jetzt die Terras-
sen des Schreins des B‡b zu beiden Seiten der Stra§e miteinander verbindet, wurde
fertiggestellt und der normale Stadtverkehr wieder aufgenommen. Die sich entfaltende
Pracht der Terrassen hat derartige Aufmerksamkeit in der …ffentlichkeit gefunden, da§
die neunzehnte Terrasse auf dem Gipfel des Berges bereits tŠglich fŸr Besucher gešffnet
wurde und begeisterte Reaktionen einer dankbaren Bevšlkerung hervorgerufen hat. Als
Teil einer Kampagne mit dem Ziel, internationale Aufmerksamkeit auf die Stadt zu zie-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
22
hen, hat die Stadtverwaltung von Haifa eine bebilderte BroschŸre des Schreins des B‡b
und der Terrassen herausgebracht, die neben HebrŠisch in fŸnf weiteren Sprachen erhŠlt-
lich ist.
Wir fŸhlen uns veranla§t, noch zwei weitere Entwicklungen im Weltzentrum zu er-
wŠhnen, die ganz anderer Art sind: Erstens, die Entscheidung, die Anzahl der Pilger fŸr
jede Gruppe von 100 auf 150 zu erhšhen; diese wird in Kraft treten, wenn die derzeitige
Renovierung des neu erworbenen GebŠudes, das sich gegenŸber dem Weg zur RuhestŠtte
des Grš§ten Heiligen Blattes befindet, vollendet ist und dort ein Pilgerraum sowie andere
Einrichtungen zum Abhalten eines erweiterten Pilger- Programms zur VerfŸgung stehen.
Zweitens ist der bedeutende Fortschritt zu nennen, der - trotz der unvermeidlichen Lang-
samkeit des Prozesses - in dem Vorhaben gemacht wird, Texte der Schriften Bah‡ÕuÕll‡hs
zu Ÿbersetzen, mit der Absicht, einen neuen englischen Band Seiner Werke herauszuge-
ben. Es werden Anstrengungen unternommen, vollstŠndige Versionen solch bedeutender
Tablets wie der Sœriy-i-Mulœk und der Sœriyi-Haykal, sowie die vollstŠndigen Texte von
Tablets an einzelne Kšnige und Herrscher bereitzustellen. Auch die Sœriy-i-RaՒs, das
Lawh-i-RaՒs und das Lawh-i-FuՇd sollen darin enthalten sein.
Die Sache Bah‡ÕuÕll‡hs schreitet unablŠssig voran, gestŠrkt durch die zunehmende
Anwendung eines systematischen Ansatzes zur Entfaltung und Nutzung menschlicher
Hilfsquellen. Die weitere Einrichtung von nationalen und regionalen Bah‡Ô’-Instituten,
jetzt 344 an der Zahl, hat diese Entwicklung vorangetrieben, mit dem Ergebnis, da§ - ab-
gesehen von Nordamerika und Iran, wo zahlreiche Kurse gegeben wurden - etwa 70.000
Personen bereits zumindest einen Institutskurs abgeschlossen haben. All dies trŠgt zu ei-
ner wachsenden Zahl von gefestigten, aktiven AnhŠngern der Sache bei. Das unerme§li-
che Potential dieses Fortschritts wird durch Berichte wie dem aus dem Chad illustriert,
wo in einem mit einem Institut ausgestatteten Gebiet mehr als 1000 Menschen durch die
individuellen BemŸhungen der Institutsteilnehmer den Glauben annahmen. Das Ver-
stŠndnis fŸr die Notwendigkeit der systematischen Entwicklung menschlicher Hilfsquel-
len etabliert sich Ÿberall.
Zeitgleich mit der erwiesenen Wirksamkeit der Institute ent stehen, pragmatisch be-
grŸndet, Regionale Bah‡Õ’-RŠte in ausgewŠhlten LŠndern, in denen die UmstŠnde die
Einrichtung dieser Institutionen notwendig und realisierbar gemacht haben. Wo es enge
Interaktionen zwischen einem Regionalen Rat und einem Institut gibt, ist die BŸhne frei
fŸr eine stimulierende VerknŸpfung der Prozesse, welche effektive Ausbreitung und Fes-
tigung in einer Region bewirken, und fŸr ein praktisches Anpassen der Institutsausbil-
dung an die EntwicklungsbedŸrfnisse der šrtlichen Gemeinden. Au§erdem lassen die
Richtlinien, Ÿber die das Kontinentale Berateramt und die Regionalen RŠte direkten Zu-
gang zueinander haben, eine weitere institutionelle Beziehung aufkommen, die unter Ein-
beziehung der Verbindung der Regionalen RŠte mit den Nationalen und šrtlichen
Geistigen RŠten zu einer dynamischen Integration der Funktionen auf regionaler Ebene
fŸhrt.
Die sich stŠndig ausweitende soziale und wirtschaftliche Entwicklungsarbeit profi-
tiert ebenfalls von der Arbeit solcher Bah‡Õ’-Institute, die Themen wie Alphabetisierung,
grundlegende GesundheitsfŸrsorge und Fšrderung von Frauen Aufmerksamkeit schen-
21. April 1999 Ridv‡n - Botschaft 156
23
ken. Die mehr in die Breite gehenden BemŸhungen des BŸros fŸr Soziale und Wirtschaft-
liche Entwicklung, einen weltweiten Proze§ des Lernens und Erfahrens Ÿber relevante
Bah‡Õ’-Prinzipien voranzutreiben, werden sowohl durch die Arbeit solcher Institute, als
auch durch das Entstehen von Bah‡Õ’-inspirierten Organisationen, die Ÿber den ganzen
Planeten verstreut sind, verstŠrkt. Sicherlich wird damit die institutionelle FŠhigkeit, sol-
che Entwicklungsprogramme durchzufŸhren, an StŠrke gewinnen. Dies tritt in Projekten
zutage, die von Bah‡Õ’-Institutionen getragen oder von einzelnen durch die Inspiration
des Glaubens initiiert wurden. Ein herausragendes Beispiel hierfŸr ist das Unity College,
das erste und seit Ende 1998 das einzige private College des Landes, das von einer Fami-
lie in €thiopien gegrŸndet wurde und dessen Studentenzahl wŠhrend des letzten Jahres
auf Ÿber 5.000 anstieg. Ein weiteres Beispiel, viel kleiner aber nichtsdestotrotz bedeu-
tend, ist die Initiative einer Familie in Buffalo, New York; in ihrem Haus helfen sie Dut-
zenden Kindern und Jugendlichen aus der Innenstadt dabei, durch die geistigen und
ethischen Bah‡Õ’-Lehren Verhaltensweisen zu entwickeln, die sie befŠhigen werden, auf
Armut und Rassismus gewachsene selbstzerstšrerische Einstellungen zu Ÿberwinden.
Im Bereich der …ffentlichkeitsarbeit und Au§enbeziehungen wurden die nachdrŸck-
lichsten Aktionen von zwei tragischen Ereignissen im Iran ausgelšst. Die plštzliche Hin-
richtung von RœhuÕll‡h Rawh‡n’ in Mashhad Ende Juli, die erste offizielle Aktion solcher
Art seit sechs Jahren, war ein Schock, der einen weltweiten und unvorhergesehenen
Schrei der Empšrung seitens Regierungen und Organisationen der Vereinten Nationen
hervorrief. Ende September lancierte der Iranische Geheimdienst einen geplanten Angriff
auf die Bah‡Õ’-Hochschule, in dessen Verlauf 36 Mitglieder des Lehrkšrpers inhaftiert
und mehr als 500 HŠuser im ganzen Land geplŸndert wurden. Letzterer Vorfall rief eine
weltweite, immer noch andauernde Protestkampagne hervor, an der akademische Institu-
tionen und Einrichtungen, Lehrer und Studentengruppen teilgenommen haben und an der
die Presse ein spezielles Interesse zeigte, was sich im Erscheinen bedeutender Artikel in
Le Monde, The New York Times und anderen gro§en Zeitungen niederschlug. Die er-
folgreiche Verabschiedung einer weiteren Resolution zum Iran durch die Vollversamm-
lung der Vereinten Nationen im letzten Dezember, in der die Bah‡Õ’ besonders erwŠhnt
werden, war sicherlich beeinflu§t von diesen zwei auffallenden Beispielen einer unver-
mindert fortdauernden religišsen Verfolgung.
So intensiv die Anforderungen an die Freunde in allen Teilen der Welt auch waren,
unsere bedrŠngten MitglŠubigen zu verteidigen, wurde zugleich doch viel Aufmerksam-
keit einem breiten Spektrum von anderen …ffentlichkeitsaktivitŠten gewidmet. Die vier-
monatige Reise eines Entsandten des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, Herrn
Giovanni Ballerio, zu den Pazifischen Inseln, wo er mit 22 StaatsoberhŠuptern, 5 Regie-
rungsoberhŠuptern und Ÿber 40 hochrangigen Beamten zusammentraf, die BemŸhungen
einer Anzahl Nationaler Geistiger RŠte, sich auf die Aufforderung der Internationalen
Bah‡Õ’-Gemeinde bei den Vereinten Nationen hin fŸr die Menschenrechtserziehung ein-
zusetzen, die Teilnahme von ReprŠsentanten der dazu eingeladenen Bah‡Õ’-Gemeinde
SŸdafrikas an der Arbeit der sŸdafrikanischen Wahrheitskommission, in der sie ihre un-
erschrockene UnterstŸtzung der Einheit der Rassen wŠhrend der Jahre der Apartheid dar-
stellen konnten, der kŸrzliche Erfolg der Gemeinden in Australien, Brasilien, Finnland
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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und Portugal im Einholen der Erlaubnis von Erziehungsbehšrden, Kurse Ÿber den Bah‡Õ’-
Glauben in die LehrplŠne von Grund- und Realschulen zu integrieren, - diese, und nicht
zuletzt die Projekte, die eine Bekanntmachung in allen Mediensparten bewirkten, sind
Beispiele fŸr die breit angesetzten Unternehmungen im Bereich der …ffentlichkeitsarbeit
und der Au§enbeziehungen, welche die Energien der Gemeinden gebunden haben.
Eine begleitende Flut an AktivitŠten berŸcksichtigte den Einsatz der KŸnste; darunter
stellten die musikalischen und anderen kŸnstlerischen PrŠsentationen wŠhrend der Feier-
lichkeiten in Paris zum hundertjŠhrigen Bestehen des Glaubens in Europa ein herausra-
gendes Ereignis dar. Der Voices-of-Bah‡-Chor, mit 68 Mitgliedern aus Europa, Nord-
und SŸdamerika, begeisterte das Publikum in acht europŠischen StŠdten und machte den
Glauben vielen bekannt. ãLight and FireÓ, der vollendete Teil einer Oper mit Ballett, ge-
schrieben von dem Bah‡Õ’-Komponisten Lasse Thoresen aus Norwegen, wurde auf einem
weithin angesehenen Musik-Festival in Polen, bekannt als Warschauer Herbst, das von
der Kšnigin von Schweden eršffnet wurde, im letzten September erfolgreich aufgefŸhrt.
Das Werk basiert auf dem heroischen Verhalten der MŠrtyrer im Iran in jŸngster Zeit und
brachte somit das Publikum mit dem Glauben in BerŸhrung. Bezeichnend fŸr Europas of-
fensichtliche FŸhrerschaft bei solcherart Bestrebungen war auch das šsterreichische
Kammermusik- Festival, auf dem das …sterreichische Verdienstkreuz fŸr Wissenschaft
und KŸnste - die hšchste Auszeichnung dieser Art in …sterreich - an Herrn Bijan Kha-
dem-Missagh, einen Bah‡Õ’-Violinisten und Dirigenten, durch den BundesprŠsidenten
der Republik …sterreich verliehen wurde. In einem Programmpunkt desselben Festivals
wurden AuszŸge aus den Bah‡Õ’-Schriften und anderen Heiligen Schriften rezitiert. Es
mu§ aber auch ein Wort der Anerkennung ausgesprochen werden fŸr die herausragende
Rolle, die von der Jugend auf der ganzen Welt bei der Einbeziehung der KŸnste in die
Lehrarbeit gespielt wird. Insbesondere die Auftritte ihrer Tanzgruppen haben sich einen
Namen innerhalb wie au§erhalb der Bah‡Õ’-Gemeinde erworben.
Deshalb betreten wir diese Ridv‡n-Zeit als eine Gemeinde in einem dynamischen Sta-
dium der Transformation, die sich einer Geschlossenheit der Vision und AktivitŠt erfreut,
die in Einklang mit dem Ziel der Fšrderung des Prozesses zum Beitritt in Scharen steht.
Und wir beginnen das letzte Jahr des Planes mit einem Schub an administrativer StŠrke,
denn drei europŠische LŠnder Ð Lettland, Litauen und Mazedonien1 Ð halten ihre ersten
Nationaltagungen zur Bildung von Nationalen Geistigen RŠten ab und erhšhen somit die
Anzahl der Pfeiler des Universalen Hauses der Gerechtigkeit auf 1822 . Aber nach diesem
festlichen Moment bricht eine zeitliche Abfolge von Erwartungen an, an deren erster Stel-
le zunŠchst der Abschlu§ des Vierjahresplanes zu Ridv‡n 2000 steht. Dem folgt mit dem
Tag des Bundes in jenem Jahr der Beginn einer neuen Amtsperiode fŸr das Kontinentale
Berateramt, deren Mitglieder bald danach zu einer Konferenz ins Weltzentrum gerufen
werden, auf der Ð neben anderen Themen Ð die GrundzŸge des nŠchsten weltweiten Ver-
breitungs- und Festigungsplanes eršrtert werden. Die Konferenz der Berater wird den
Einzug des Internationalen Lehrzentrums in seinen dauerhaften Amtssitz kennzeichnen,
ein Anla§, zu dem die Hilfsamtsmitglieder auf der ganzen Welt eingeladen werden, sich
den Beratern im Heiligen Land anzuschlie§en. Die Projekte am Berg Karmel werden bis
dahin abgeschlossen sein und die Vorbereitungen zu den Einweihungsfeiern, geplant fŸr
21. April 1999 Ridv‡n - Botschaft 156
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den 22. und 23. Mai 2001, zu denen eine Anzahl von Vertretern aus jeder nationalen
Bah‡Õ’-Gemeinde eingeladen werden, sind dann schon weit fortgeschritten. Einzelheiten
zu diesen Ereignissen werden zu gegebener Zeit bekanntgegeben.
Diese Vorausschau auf gewichtige Ereignisse fŸhrt Ÿber die Zeitenteilung zwischen
dem - gemŠ§ der allgemeinen Zeitrechnung - 20. Jahrhundert und dem neuen Jahrtausend
hinweg. Es ist eine Vorausschau, die den Kontrast zwischen der zuversichtlichen Vision,
die eine erleuchtete Gemeinde zu konstruktiven Vorhaben beflŸgelt, und den verwirrten
€ngsten unterstreicht, die Millionen Ÿber Millionen ergriffen haben, die sich des Tages,
an dem sie leben, nicht bewu§t sind. Echter FŸhrung beraubt, verweilen sie in den Schre-
cken des Jahrhunderts, in Verzweiflung darŸber, was diese fŸr die Zukunft bedeuten
kšnnten, kaum wahrnehmend, da§ eben dieses Jahrhundert ein Licht enthŠlt, das auf zu-
kŸnftige Jahrhunderte scheinen wird. Schlecht ausgerŸstet fŸr das VerstŠndnis der sozia-
len UmwŠlzung, die den gesamten Planeten erfa§t hat, hšren sie auf die Experten des
Irrtums und sinken immer tiefer in einen Sumpf der Hoffnungslosigkeit. Beunruhigt von
den Voraussagen des Untergangs, kŠmpfen sie mit den Phantomen falsch genŠhrter Vor-
stellungen. In Unkenntnis der verwandelnden Vision, die der Herr des Zeitalters gewŠhrt
hat, stolpern sie vorwŠrts, blind gegenŸber der Einzigartigkeit des neuen Tages Gottes.
Die beklagenswerten VerhŠltnisse, die solch ein Herzens- und Geisteszustand nach
sich zieht, mŸssen uns zwangslŠufig zum Handeln bewegen, zu unablŠssigem Handeln,
um die Absicht eines Planes zu erfŸllen, dessen Hauptziel es ist, die Prozesse zu beschleu-
nigen, die es einer wachsenden Zahl der Weltbevšlkerung ermšglichen, das Ziel ihrer Su-
che zu finden und ein Leben in Einheit, Frieden und Wohlergehen zu fŸhren.
Liebe Freunde, die Tage vergehen so schnell wie das Aufblitzen eines Sterns. Setzen
Sie jetzt Ihr Zeichen, an diesem kritischen Wendepunkt einer Zeit, dergleichen niemals
wiederkehren wird. Setzen Sie dieses Zeichen mit Taten, die Ihnen himmlische Segens-
gaben bringen werden Ð sichern Sie sich und der ganzen Menschheit eine Zukunft, die
Ÿber jegliche irdische Vorstellung hinausreicht.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
______________________________
1 Mit Schreiben vom 15. April 1999 teilte das Universale Haus der Gerechtigkeit seine Ent-
scheidung mit, aufgrund der derzeitigen Bedingungen in Mazedonien die Bildung des Natio-
nalen Geistigen Rates von Mazedonien zu verschieben.
2 Ohne den Nationalen Geistigen Rat von Mazedonien 181
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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25. Mai 1999
BedŸrfnisse des Internationalen Bah‡Õ’-Fonds
Bah‡Õ’-Weltzentrum Ð Sekretariatsabteilung An ausgewŠhlte Nationale Geistige
RŠte
Liebe Bah‡Õ’-Freunde, wir fŸgen die Kopie eines Briefes bei, der jetzt im Auftrag des
Universalen Hauses der Gerechtigkeit an alle Nationalen Geistigen RŠte gesandt wird und
sie Ÿber die BedŸrfnisse des Internationalen Bah‡Õ’-Fonds unterrichtet. Es ist die zuver-
sichtliche Erwartung des Hauses der Gerechtigkeit, da§ die Freunde in allen Teilen der
Welt positiv darauf antworten werden und da§ der Fortschritt in Richtung auf das Ziel
universeller Beteiligung am Spenden fŸr die Fonds des Glaubens weitergehen wird.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat uns gebeten Sie darŸber zu informieren,
da§ Ihre Bah‡Õ’-Gemeinden in seinen Augen eine besondere Rolle spielen, die darŸber hi-
nausgeht, da§ die Menge der GlŠubigen sich in breitem Umfang an der UnterstŸtzung des
Fonds beteiligt.
Ein nennenswerter Teil der Mitglieder des Glaubens in ihrem Gebiet verfŸgt Ÿber
Mittel, welche die der lieben Freunde in anderen Teilen der Welt, die unter VerhŠltnissen
materieller Entbehrungen zu kŠmpfen haben, bei weitem Ÿbertreffen. Ohne Druck oder
Bitten ausgesetzt zu sein, sollte ihnen geholfen werden, den Grad ihrer Verantwortung zu
erkennen, in betrŠchtlichem Umfang mit ihren Spenden den internationalen Bedarf des
Glaubens zu decken.
Zu dieser Zeit, da die Beanspruchung des Bah‡Õ’-Fonds auf allen Ebenen seiner TŠ-
tigkeit die verfŸgbaren BetrŠge bei weitem Ÿbersteigt, ist ein gutes Urteilsvermšgen bei
der Zuteilung der finanziellen Mittel des Glaubens besonders gefragt. Zwei Extreme mŸs-
sen vermieden werden: erstens dort, wo die Aufmerksamkeit gŠnzlich auf den internati-
onalen Bedarf gerichtet ist und die Entwicklung an der Heimatfront gelŠhmt wird. Das
andere Extrem entsteht, wenn šrtlichen und nationalen BedŸrfnissen, wie dem Ankauf
teurer Bah‡Ô’-Zentren, eine ŸbermŠ§ige PrioritŠt eingerŠumt und internationale Verant-
wortung au§er acht gelassen wird. Durch Ihre weise FŸhrung der Bah‡Ô’-Gemeinde und
durch die fortwŠhrende Entwicklung eines Weltbewu§tseins in den GlŠubigen kann das
rechte Gleichgewicht gefunden und aufrecht erhalten werden.
Es ist sicherlich fŸr jeden Beobachter von Weltereignissen offensichtlich, da§
menschliche Angelegenheiten zur Zeit unbestŠndig und Gegenstand plštzlicher, unvor-
hersehbarer VerŠnderungen sind. Die Freunde haben die Mšglichkeit sicherzustellen, da§
ihre Mittel zum dauerhaften Besten des Glaubens eingesetzt werden, durch ihre aufopfe-
rungsvollen und gro§zŸgigen Anstrengungen bei der UnterstŸtzung seiner globalen Ak-
tivitŠten zu dieser Zeit, da ihre finanziellen UmstŠnde so gŸnstig sind.
Die demŸtigen Gebete des Hauses der Gerechtigkeit werden in ihrem Namen an der
Heiligen Schwelle dargebracht.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en FŸr die Sekretariatsabteilung
25. Mai 1999 Informationen Ÿber die internationalen Fond
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25. Mai 1999
Informationen Ÿber die internationalen Fond
Bah‡Õ’-Weltzentrum Sekretariatsabteilung An alle Nationalen Geistigen RŠte
Liebe Bah‡Õ’-Freunde, wŠhrend der Vierjahresplan rasch seinem Abschlu§ entgegengeht,
hat das Universale Haus der Gerechtigkeit beschlossen, da§ es erforderlich ist, Ihnen In-
formationen Ÿber die internationalen Fonds des Glaubens zu Ÿbermitteln. Wir wurden be-
auftragt, folgendes mitzuteilen.
Als ein Ergebnis der aufopferungsvollen Spenden von GlŠubigen Ÿberall her Ÿber ein
Jahrzehnt hinweg bewegt sich das gewaltige Bauprojekt auf dem Berg Karmel mit bei-
spielloser Geschwindigkeit auf seinen Abschlu§ zu. Das Haus der Gerechtigkeit ist davon
Ÿberzeugt, da§ Bah‡Õ’ auf der ganzen Welt weiterhin den in seinem Brief vom 20. Juni
1995 an Sie zum Ausdruck gebrachten Bedarf an Spenden von 10 Millionen Dollar jŠhr-
lich bis zum Ende des Jahrhunderts dekken werden.
Eine neue Herausforderung ist als Ergebnis des Fortschritts des Glaubens sowohl am
Weltzentrum als auch auf dem gesamten Planeten zum Vorschein gekommen. Es wird of-
fensichtlich, da§ die Hšhe der Aufwendungen, die dem Internationalen Bah‡Õ’-Fonds ab-
verlangt werden, aufgrund einer Kombination nachfolgender Faktoren steil ansteigt. Die
GebŠude und Terrassen auf dem Berg Karmel mŸssen auf einem Niveau erhalten werden,
das ihrem Charakter und der WŸrde des Glaubens entspricht. Auch mŸssen Ma§nahmen
ergriffen werden, um in angemessener Weise mit der zu erwartenden stark ansteigenden
Zahl von Menschen umzugehen, die die Terrassen besuchen werden, und den Schutz vor
SchŠden zu gewŠhrleisten. Das Entstehen des administrativen Weltzentrums in all seinem
Glanz auf dem Berg Gottes zieht zunehmende Aufmerksamkeit auf den Glauben und
schafft so neue Mšglichkeiten zur Ausweitung des Einflusses der Sache. Die Errungen-
schaften derjenigen, die den Vierjahresplan in allen Teilen des Planeten energisch und
hingebungsvoll durchfŸhren und dabei neue Institutionen des Glaubens errichten und sei-
ne menschlichen Hilfsquellen ausweiten, haben das Tempo der administrativen AktivitŠ-
ten am Weltzentrum erhšht und erfordern die Zuteilung weiterer Mittel um
sicherzustellen, da§ die Arbeit effizient und schnell ausgefŸhrt wird. Die Notwendigkeit,
in den Regionen Haifa und ?Akk‡ zur Sicherung der ruhigen Umgebung der Heiligen
StŠtten GelŠnde zu erwerben, auf die in einem frŸheren Brief Bezug genommen wurde,
bleibt dringlich, da sich der Proze§ der stŠdtischen Entwicklung in diesen Gebieten be-
schleunigt.
Das Haus der Gerechtigkeit lenkt ihre Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit der
verstŠrkten UnterstŸtzung der Bah‡Õ’- Fonds auf internationaler Ebene, in der festen
†berzeugung, da§ der beeindruckende Nachweis an aufopferungsvollen Anstrengungen
seitens der GlŠubigen durch ihre Antwort auf die hier beschriebene Situation aufrechter-
halten wird. Die Aufstellung von Budgets auf nationaler und šrtlicher Ebene sollte im
Lichte dieser Voraussetzungen durchgefŸhrt werden. Vor allem sollte es keine Unterbre-
chung Ihrer anhaltenden BemŸhungen geben, den Freunden Ihres Gebiets dabei zu hel-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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fen, ein tieferes VerstŠndnis fŸr die geistige Verpflichtung des Spendens fŸr die Bah‡Õ’-
Fonds zu erwerben, die fŸr alle, ungeachtet ihrer finanziellen VerhŠltnisse, bindend ist.
Besonders diejenigen GlŠubigen, die mit materiellen Mitteln gesegnet wurden, die die
wesentlichen LebensbedŸrfnisse Ÿbersteigen, sollten tief Ÿber die Verantwortung nach-
denken, die zu dieser Zeit, da die Erfordernisse der Sache so dringlich sind, auf ihnen
liegt.
Die Gebete des Universalen Hauses der Gerechtigkeit fŸr die BestŠtigung ihrer Be-
mŸhungen, den Fortschritt des Glaubens zu unterstŸtzen, werden an den Heiligen Schrei-
nen dargebracht.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en FŸr die Sekretariatsabteilung
24. August
1999 Erdbeben in der TŸrkei
E-Mail des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 24. August 1999
An alle Nationalen Geistigen RŠte
Liebe Bah‡Õ’-Freunde, die historische Verbindung der Sache Bah‡ÕuÕll‡hs mit der TŸrkei
als einem Land, das den Herzen der Bah‡Õ’ heilig ist, macht aus dem vom jŸngsten Erd-
beben verursachten UnglŸck ein Ereignis unaussprechlichen Kummers fŸr die Bah‡Õ’-
Welt. WŠhrend wir darŸber erleichtert sind, da§ gemŠ§ den erhaltenen Berichten das Le-
ben unserer Glaubensgenossen verschont blieb, trauern wir mit all jenen, die sowohl
durch den Tod Tausender ihrer MitbŸrger als auch durch die ausgedehnten Zerstšrungen
von Eigentum unendliche Verluste erlitten haben. ZusŠtzlich zu unseren inbrŸnstigen Ge-
beten an den Heiligen Schreinen fŸr die Hinterbliebenen und BekŸmmerten haben wir
veranla§t, da§ eine Spende fŸr Hilfsma§nahmen getŠtigt wird. Au§erdem wurde der Ver-
treter der Internationalen Bah‡Õ’-Gemeinde bei den Vereinten Nationen gebeten, im Na-
men unserer Weltgemeinde dem PrŠsidenten der TŸrkei seine herzliche Anteilnahme zu
Ÿbermitteln.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
16. September
1999 Eršffnung der Terrassen auf dem Berg Karmel
Wir freuen uns, untenstehend die deutsche †bersetzung der Botschaft des Universalen
Hauses der Gerechtigkeit vom 16. September 1999 zur geplanten offiziellen Eršffnung
der Terrassen auf dem Berg Karmel bekanntzugeben. 19 Freunde aus Deutschland wer-
den die unbeschreibliche Ehre haben, unsere nationale Bah‡Õ’-Gemeinde bei diesem his-
torischen Ereignis zu reprŠsentieren. Der Nationale Geistige Rat hat ein Verfahren
16. September 1999 Eršffnung der Terrassen auf dem Berg Karmel
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bestimmt, durch das diese 19 Freunde ausgewŠhlt werden. Es beruht zunŠchst auf Vor-
schlŠgen und einer abschlie§enden geheimen Wahl, wobei das Berateramt, das Hilfsamt
und der Nationale Geistige Rat in das Verfahren einbezogen sind. Mitglieder dieser Insti-
tutionen selbst stehen nicht zur Auswahl, da sie bereits zu anderen Gelegenheiten die Ehre
hatten bzw. haben werden, an Feierlichkeiten am Weltzentrum teilzunehmen. Hierdurch
sollen auf eine mšglichst gerechte Weise die Vertreter der deutschen Bah‡Õ’-Gemeinde
bestimmt werden. Sobald die Auswahl getroffen ist, wird die Gemeinde darŸber infor-
miert.
Der Nationale Geistige Rat der Bah‡Õ’ in Deutschland
Bah‡Õ’-Weltzentrum / Sekretariatsabteilung / 16. September 1999 An alle Nationa-
len Geistigen RŠte
Offizielle Eršffnung der Terrassen auf dem Berg Karmel
Liebe Bah‡Õ’-Freunde, es ist vorgesehen, die letzten Arbeiten an den laufenden Baupro-
jekten auf dem Berg Karmel im Dezember 2000 abzuschliessen. Das Universale Haus der
Gerechtigkeit hat daher beschlossen, mit den Vorbereitungen fŸr die offizielle Eršffnung
der Terrassen des Schreines des B‡b fŸr die …ffentlichkeit fortzufahren. Die im Mai 2001
stattfindenden Feierlichkeiten werden die Vollendung aller dieser Projekte kennzeichnen.
Wir wurden gebeten, die folgenden Informationen und Bitten fŸr Ihre †berlegungen und
Ma§nahmen zu Ÿbermitteln.
Veranstaltungsprogramm
Die Veranstaltungen vom 21. bis 25. Mai 2001 werden Folgendes umfassen:
21.Mai: Besuch des Heiligsten Schreines in Bahj’.
22.Mai: Morgens: Eine vorbereitende Konferenz. Bei Einbruch der Dunkelheit: Eine šf-
fentliche Feier, deren zwei Hauptpunkte die Erleuchtung der Terrassen und ein Mu-
sikkonzert sein werden.
23.Mai: Ein Andachtsprogramm am Morgen, hauptsŠchlich fŸr Bah‡Õ’ Ð gefolgt von ei-
nem Aufstieg Ÿber die Terrassen, einer Umschreitung des Heiligen Schreines und ei-
nem Besuch von GebŠuden am Bogen. Mit Ausnahme des Andachtsprogramms
werden diese AktivitŠten an den folgenden zwei Tagen, dem
24. und 25. Mai: fortgesetzt, so dass ausreichend Zeit fŸr die Teilnahme aller Besucher
vorhanden sein wird.
Teilnahme
Da es bei den Veranstaltungen am Bah‡Õ’-Weltzentrum nicht mšglich sein wird, so
viele Freunde unterzubringen, wie eventuell teilnehmen mšchten, hat das Haus der Ge-
rechtigkeit beschlossen, die Teilnahme der GlŠubigen auf der Grundlage von Kontingen-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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ten zu bewilligen: 19 aus dem ZustŠndigkeitsbereich eines jeden Nationalen Geistigen
Rates und 9 aus allen anderen Gebieten, die vom Haus der Gerechtigkeit noch festgelegt
werden. Jeder Nationale Geistige Rat wird gebeten, Folgendes zu tun:
¥ WŠhlen Sie auf einer gerechten Grundlage 19 Teilnehmer Teilnehmer aus, wobei Sie
die allgemeine Erwartung des Hauses der Gerechtigkeit berŸcksichtigen sollten, dass
eine mšglichst gro§e Zahl von ethnischen Gruppen und VolksstŠmmen vertreten ist.
Bitte beachten Sie, dass es wichtig ist, eine Anzahl von Jugendlichen einzubeziehen.
¥ Senden Sie die Namen der AusgewŠhlten bis zum 31. Mai 2000 an das Weltzentrum.
Die Freunde sollten einplanen, bis zu sechs NŠchte im Bereich von Haifa/Akk‡ zu
verbringen, nicht vor dem 20. Mai anzukommen und vor Sonnenuntergang des siebten
Tages, dem 26. Mai, abzureisen. Sie kšnnen aber vor oder nach ihrem Aufenthalt im Ge-
biet von Haifa/Akk‡ andere Teile Israels fŸr einen zusŠtzlichen Zeitraum von 10 Tagen
besuchen.
Weitere Einzelheiten, einschlie§lich Informationen Ÿber Hotels und andere Unter-
kŸnfte sowie Reiseinformationen, werden Ihnen zu einem spŠteren Zeitpunkt zugesandt.
Die Freunde sollten den Erhalt dieser Informationen abwarten, bevor sie ihre ReiseplŠne
machen.
Ihre rechtzeitige Beachtung dieser Angelegenheit wŸrden wir sehr begrŸ§en.
Mit herzlichen Bah‡Õ’-GrŸ§en FŸr die Sekretariatsabteilung
05. Oktober 1999
MŠrtyrertod eines Bah‡Õ’ in Tadschikistan
Pionier wurde Opfer fanatischen †berfalls
Vom Universalen Haus der Gerechtigkeit erhielt der Nationale Geistige Rat untenstehen-
de Nachricht Ÿber den kŸrzlichen MŠrtyrertod eines Bah‡Õ’-Pioniers in Tadschikistan.
Den Kindern und Enkeln von Herrn Abdullah Mogharrabi, die zum Teil auch unserer
deutschen Gemeinde angehšren, gilt unser aller MitgefŸhl. Mag das standhafte Beispiel
dieses lieben und geschŠtzten Bah‡Õ’- Freundes alle Bah‡Õ’ in ihrem Dienst fŸr
Bah‡ÕuÕll‡h beflŸgeln. Auf Wunsch des Weltzentrums wird diese bestŸrzende Nachricht
vorerst nicht an die Presse oder Medien weitergeleitet.
05. Oktober 1999 MŠrtyrertod eines Bah‡Õ’ in Tadschikistan
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Bah‡Õ’-Weltzentrum - E-Mail vom 5. Oktober 1999 an alle Nationalen Geistigen RŠ-
te.
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
das Universale Haus der Gerechtigkeit hat uns gebeten, Ihnen den MŠrtyrertod von Herrn
Abdullah Mogharrabi bekanntzugeben, einem standhaften und ergebenen Pionier des
Glaubens in Tadschikistan, der durch einen Mordanschlag ums Leben kam.
Nachdem er den grš§ten Teil seines Lebens in der Wiege des Glaubens verbracht hat-
te, wo er in vielfŠltiger Funktion auf den Gebieten des Lehrens und der Administration
tŠtig war, verlie§ er auf Anraten der Institutionen Iran, da sein Leben in Gefahr war, und
lie§ sich anderswo nieder. Er wohnte einige Jahre in Gro§britannien in der NŠhe seiner
Tochter, bevor er nach Tadschikistan pionierte, wo er seit Bildung des Nationalen Geis-
tigen Rates 1994 eine kraftvolle StŸtze fŸr diese Bah‡Õ’-Gemeinde war. Mit Ausnahme
eines Jahres war er die ganze Zeit seines Aufenthaltes in Tadschikistan SekretŠr dieser
Institution.
Die Weise, wie er getštet wurde, lŠsst keinen Zweifel daran, dass der †berfall von
Fanatikern dieses Landes ausgefŸhrt wurde. Es ist bemerkenswert, dass 1993 eine irani-
sche Zeitung seinen Namen in herabsetzender Weise erwŠhnte und ihn anti-islamischer
AktivitŠten beschuldigte, mit denen er die Muslime in Tadschikistan tŠuschen wolle.
Er wurde am Freitagabend, 24. September 1999, ermordet. Die Bah‡Õ’-Freunde, die
an den Untersuchungen der Behšrden Ÿber seinen Tod beteiligt waren, berichteten, dass
Herrn Mogharrabis HŠnde auf seinem RŸcken zusammengebunden waren, er war gekne-
belt worden und man hatte ihn gezwungen, sich mit dem Gesicht nach unten hinzulegen;
sein Kšrper wies Spuren von Folter auf. Ihm war in den RŸcken geschossen worden, die
Kugel hatte sein Herz durchbohrt. Sein Zimmer war unberŸhrt geblieben und das Geld,
das er in verschiedenen WŠhrungen besa§, war nicht gestohlen worden. Die HaustŸr war
offen geblieben, was die Aufmerksamkeit von Nachbarn schon wenige Stunden spŠter
auf sich zog.
Sein Opfer wird gewiss neue BestŠtigungen auf die BemŸhungen der Bah‡Õ’-Gemein-
de in Tadschikistan und der NachbarlŠnder anziehen. Trotz seines fortgeschrittenen Al-
ters von 88 Jahren leistete er den Menschen und der Bah‡Õ’-Gemeinde jenes Landes
unermŸdliche Dienste und war damit fŸr uns alle ein wahres Beispiel fŸr Ergebenheit im
Glauben. Vor einiger Zeit hatte er in einem seiner Briefe an das Weltzentrum seinem
Wunsch Ausdruck verliehen, mit seinem letzten Atemzug ein MŠrtyrer des Glaubens zu
werden. Herrn Mogharrabis glanzvolles Leben erinnert uns alle an die Aussagen der Ge-
segneten Schšnheit in den Verborgenen Worten:

O Sohn des Menschen!
Denke nach und Ÿberlege wohl: Willst du in deinem Bette sterben oder als MŠr-
tyrer dein Blut im Staube auf Meinem Pfad vergie§en, als KŸnder Meines Befehls
und als Offenbarung Meines Lichtes im erhabensten Paradiese? Entscheide dich
richtig, o Diener!
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Das Haus der Gerechtigkeit betet fŸr den Fortschritt seiner Seele und spricht den Mit-
gliedern seiner Familie sein liebevolles MitgefŸhl aus. Es wird auch fŸr die GlŠubigen in
Tadschikistan beten, einem Land, in dem Herrn Mogharrabi die Krone des MŠrtyrertums
gewŠhrt wurde.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸssen Sekretariatsabteilung
26. November 1999
Fortschritte des Gšttlichen Planes
Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 26. November 1999
Innig geliebte Freunde,
an diesem besonderen Tag, da unsere Herzen und Gedanken auf das unsterbliche Beispiel
gerichtet sind, das durch das Leben des Mittelpunktes des Bundes gesetzt wurde, halten
wir inne; mit GefŸhlen tiefer Dankbarkeit bemerken wir die gegenwŠrtigen Fortschritte
des Gšttlichen Planes, den Er entwarf, und werfen einen Blick auf die Zukunft jenseits
der Vier-Jahres-Etappe, die sich nun rasch dem Ende zuneigt.
Die Errungenschaften dieser Zeitspanne sind in der Tat ermutigend. Ein beeindru-
ckendes Netz an Bah‡Õ’-Instituten wurde weltweit errichtet, in einem Ausma§, das wir
uns zu Beginn des Planes nur vage vorstellen konnten. Diese sich entfaltenden Studien-
zentren haben bedeutsame Schritte bei der Entwicklung formaler Programme und der Er-
richtung wirkungsvoller Systeme zum Abhalten von Kursen gemacht. Berichte zeigen,
dass die Zahl der GlŠubigen, die direkt von Institutskursen profitiert haben, auf beinahe
100.000 angestiegen ist. Ohne Frage hat sich die FŠhigkeit der weltweiten Gemeinde, ihre
menschlichen Hilfsquellen zu entwickeln, deutlich gesteigert.
Die Auswirkungen dieses systematischen Vorgehens zur Entwicklung menschlicher
Hilfsquellen machen sich im Leben aller drei Hauptakteure des Planes bemerkbar: des
einzelnen GlŠubigen, der Institutionen und der šrtlichen Gemeinden. Es hat einen Auf-
schwung bei den LehraktivitŠten gegeben, die auf Initiative des Einzelnen unternommen
wurden. Geistige RŠte, Regionale Bah‡Õ’-RŠte und AusschŸsse haben an FŠhigkeit ge-
wonnen, den GlŠubigen in ihren persšnlichen und ihren gemeinsamen BemŸhungen FŸh-
rung zu geben. Und das Gemeindeleben ist aufgeblŸht, sobald neue Denk- und
Verhaltensweisen aufkamen - sogar in Orten, die lange Zeit schlummerten.
Wenn wir die Bah‡Õ’-Welt Ÿberblicken, erkennen wir eine betrŠchtlich gestŠrkte Ge-
meinde, innerlich gesund und merklich gefestigt. Beachtlich sind ihre Leistungen, die …f-
fentlichkeit, Regierungen sowie gesellschaftliche Organisationen zu erreichen und das
Vertrauen dieser Kreise zu gewinnen. Einrichtungen, die sich auf auswŠrtige Angelegen-
heiten spezialisierten und einer wohldurchdachten Strategie gefolgt sind, haben national
und international den Rahmen des Einflusses des Glaubens erweitert. Projekte der sozia-
len und wirtschaftlichen Entwicklung, die den geistigen und materiellen Auftrieb ganzer
Gemeinschaften anstreben, durchdringen die Gesellschaft an der Basis.
26. November 1999 Fortschritte des Gšttlichen Planes
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Die beiden Etappen in der Entfaltung des Gšttlichen Planes, die unmittelbar vor uns
liegen, werden ein Jahr und fŸnf Jahre dauern. Zu Ridv‡n 2000 wird die Bah‡Õ’-Welt auf-
gefordert werden, sich auf die erste dieser zwei Etappen zu begeben: ein Unterfangen von
zwšlf Monaten, das darauf abzielt, die KrŠfte, FŠhigkeiten und Einsichten zu konzentrie-
ren, die sich jetzt so deutlich abgezeichnet haben. Der FŸnf-Jahres-Plan, der darauf folgt,
wird eine Reihe von weltweiten Unternehmungen einleiten, die die Bah‡Õ’ÐGemeinde
durch die letzten zwanzig Jahre des ersten Jahrhunderts des Gestaltenden Zeitalters fŸh-
ren werden. Diese globalen PlŠne werden sich weiterhin darauf konzentrieren, den Pro-
zess des Beitritts in Scharen voranzutreiben und ihn systematisch zu beschleunigen.
WŠhrend dieser einjŠhrigen Anstrengung ist es notwendig, dass nationale und regio-
nale Institute Ÿberall die Programme und Systeme, die sie jetzt entwickelt haben, zur vol-
len Anwendung bringen. Nationale Gemeinden sollten den FŸnf-Jahres- Plan im
Vertrauen darauf beginnen, dass der Erwerb von Wissen, QualitŠten und praktischen FŠ-
higkeiten des Dienstes seitens einer gro§en Zahl von GlŠubigen mit Hilfe aufeinander
aufbauender Kursfolgen ungehindert fortgesetzt wird. Gro§e Aufmerksamkeit muss auch
der weiteren Systematisierung der Lehranstrengungen zukommen, ob sie von Einzelnen
unternommen oder von Institutionen geleitet werden. In diesem Zusammenhang hat das
Internationale Lehrzentrum bestimmte Muster der systematischen Verbreitung und Fes-
tigung fŸr relativ kleine geographische Regionen benannt, die aus einer Ÿberschaubaren
Zahl von Ortschaften bestehen. Durch die Zusammenarbeit von Beratern und Nationalen
Geistigen RŠten werden jetzt auf jedem Kontinent mehrere Programme fŸr Regionales
Wachstum erstellt. Im Zwšlf-Monats-Plan wird man sie sorgfŠltig Ÿberwachen und ihre
Methoden verfeinern, so dass dieser Ansatz in die folgenden PlŠne integriert werden
kann.
Strategien, die den Prozess des Beitritts in Scharen vorantreiben sollen, dŸrfen Kinder
und Junioren nicht Ÿbersehen, wenn die in einer Generation gewonnenen Siege nicht im
Laufe der Zeit verloren gehen sollen. Es ist daher unabdingbar, dass zum jetzigen Zeit-
punkt im Systematisierungsprozess der Lehrarbeit klare Schritte unternommen werden,
damit die Vision der Gemeinde auch ihre jŸngeren Mitglieder umfasst. Die Erziehung der
Kinder, eine Verpflichtung sowohl der Eltern als auch der Institutionen, erfordert beson-
deren Nachdruck, damit sie gŠnzlich in den Prozess der Gemeindeentwicklung eingeglie-
dert wird. Diese Arbeit sollte in den nŠchsten zwšlf Monaten deutlich intensiviert und in
den folgenden Jahren noch weiter fortgesetzt werden. Dass die Programme der meisten
Institute in der Welt auch die Ausbildung von Kinderklassenlehrern vorsehen, stellt ein
Element der StŠrke dar. Geistige RŠte und Hilfsamtsmitglieder werden diese neu ausge-
bildeten menschlichen Potentiale mobilisieren mŸssen, damit sie den geistigen BedŸrf-
nissen und Anforderungen der Kinder und Junioren gerecht werden.
Der Zeitraum des Zwšlf-Monats-Plans wird mit dem zu Ende gehenden 20. Jahrhun-
dert durch umfassende AktivitŠten in der gesamten Gesellschaft gekennzeichnet sein.
FŸhrende Denker zeigen bereits ein lebhaftes Interesse am Schicksal der kommenden Ge-
neration, und wir hoffen, dass die Glut und Ernsthaftigkeit der Bah‡Õ’ÐGemeinde Ð so-
wohl bei ihren internen AktivitŠten als auch in ihrem Austausch mit der Gesellschaft - ein
GefŸhl der Zuversicht und des Vertrauens in die Zukunft der Menschheit vermitteln wer-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
34
den.
Wir werden inbrŸnstig in den Heiligen Schreinen beten, dass Bah‡ÕuÕll‡h Ihre An-
strengungen segnen mšge, den Vier-Jahres- Plan zu einem gro§artigen Abschluss zu
bringen.
gez. Das Universale Haus der Gerechtigkeit
28. Dezember 1999
Bah‡Õ’-Gesetze in Kraft gesetzt
Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 28. Dezember 1999
An die Bah‡Õ’ der Welt Geliebte Freunde,
Im Verlauf des Vier-Jahres-Planes haben wir jene Gesetze des Kit‡b-i-Aqdas durchgese-
hen, die noch nicht weltweit angewendet werden, um zu entscheiden, fŸr welche es an der
Zeit wŠre, sie jetzt in Kraft zu setzen.
In jedem Land nehmen wir die zunehmende Sehnsucht nach geistigem Leben und ei-
ner klaren ethischen Linie wahr. Es wird erkannt, dass PlŠne und Programme zur Besse-
rung des menschlichen Daseins wirkungslos sind, wenn sie nicht auf einem Leben
geistigen Bewusstseins und ethischer Werte grŸnden. Wer sollte besser gerŸstet sein, die-
se Sehnsucht zu stillen, als jene, die bereits von den Lehren Bah‡ÕuÕll‡hs beseelt und
durch Seine Macht unterstŸtzt werden?
Wir haben daher entschieden, dass es fŸr alle GlŠubigen unerlŠsslich ist, ihr Bewusst-
sein der Segnungen zu vertiefen, die durch jene Gesetze vermittelt werden, welche unmit-
telbar das geistige Leben des Einzelnen und damit das der Gemeinde fšrdern. Diese
Gesetze sind in ihren GrundzŸgen allen Bah‡Õ’ bekannt; aber das Erlangen tieferer Ein-
sicht in ihre Bedeutung bedingt, dass alle gšttlich offenbarten Aspekte, die zu ihrer Be-
achtung gehšren, eingehalten werden. Dies betrifft die Gesetze zum Pflichtgebet, zum
Fasten und zum Sprechen des Grš§ten Namens fŸnfundneunzig Mal am Tage.
Bah‡ÕuÕll‡h versichert: ãWer weder gute Werke vollbringt noch seine Andachten ver-
richtet, der gleicht einem Baum, der keine FrŸchte trŠgt, und einem Tun, das keine Spuren
hinterlŠsst. Wer die heilige VerzŸckung des Gebets kennt, wird nicht bereit sein, Andacht
und Gotteslob fŸr alle SchŠtze der Welt einzutauschen. Fasten und Pflichtgebete sind wie
zwei FlŸgel fŸr des Menschen Leben. Selig, wer sich mit ihrer Hilfe emporschwingt in
den Himmel der Liebe Gottes, des Herren aller Welten.Ó
Die Freunde sind schon lange mit der gro§en Bedeutung vertraut, die Bah‡ÕuÕll‡h
dem tŠglichen Pflichtgebet und der Beachtung des Fastens beimisst. Aber eine Anzahl
von Aspekten des Gesetzes, wie etwa jene, die Waschungen, das Reisen oder den Ersatz
fŸr versŠumte Gebete betreffen, mussten noch fŸr weltweit anwendbar erklŠrt werden.
Dieser Schritt wurde jetzt getan. Damit sind alle Teile der Gesetze betreffend die Pflicht-
gebete und das Fasten ohne jede Ausnahme jetzt anzuwenden. Wir haben zudem be-
schlossen, dass die Zeit gekommen ist, da die Bah‡Õ’ in jedem Lande sich die Worte aus
28. Dezember 1999 Anwendung der Gesetze und Verordnungen des Kit‡b-i-Aqdas
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dem Kit‡bi- Aqdas zu Herzen nehmen sollen: ãJedem, der an Gott, den Herrn des Ge-
richts, glaubt, ist geboten, sich tŠglich, nachdem er die HŠnde und dann das Gesicht ge-
waschen hat, niederzusetzen, sich Gott zuzuwenden und fŸnfundneunzig Mal ÝAll‡h-u-
Abh‡Ü zu sprechen. Also befahl der Schšpfer der Himmel, als Er sich voll Macht und Ma-
jestŠt auf dem Thron Seiner Namen niederlie§.Ó Mšgen alle die geistige Bereicherung er-
fahren, die ihren Seelen durch diesen einfachen Akt der andŠchtigen Meditation
geschenkt wird.
Das durch individuelle Andacht erzeugte geistige Wachstum wird verstŠrkt durch das
liebevolle Zusammensein der Freunde an jedem Ort, durch Andacht in der Gemeinde und
durch Dienst am Glauben und fŸr unsere Mitmenschen. Diese gemeinschaftlichen Aspek-
te des gottgefŠlligen Lebens beziehen sich auf das Gesetz des MashriquÕl-Adhk‡r, das
sich im Kit‡b-i-Aqdas findet. Obgleich die Zeit fŸr den Bau von šrtlichen MashriquÕl-
Adhk‡r noch nicht gekommen ist, sind das Abhalten von regelmŠ§igen, allen offen ste-
henden Andachtsversammlungen und die Beteiligung der Bah‡Õ’-Gemeinden an Projek-
ten humanitŠren Dienstes Ausdruck fŸr diesen Teil des Bah‡Õ’-Lebens und ein weiterer
Schritt in der ErfŸllung des Gesetzes Gottes.
Bah‡ÕuÕll‡h schreibt: ãZum Zeichen Unserer Gnade schmŸckten Wir den Himmel
der Rede mit Sternen gšttlicher Weisheit und mit heiligen Geboten. Wahrlich, Wir sind
der Immervergebende, der Gro§mŸtigste. O Freunde Gottes in allen Landen! Erkennt den
Wert dieser Tage und haltet euch an alles, was von Gott, dem Grš§ten, dem Erhabensten,
herabgesandt ward. Er wahrlich gedenkt euer in Seinem Grš§ten GefŠngnis und lehrt
euch, was euch einer Stufe nahen lŠ§t, welche die Augen derer erfreut, die reinen Herzens
sind. Ruhm sei euch und allen, die zum Springquell des Lebens kamen, der sich aus Mei-
ner wundersamen Feder ergie§t.Ó
Unser Gebet an der Heiligen Schwelle erfleht, dass die grš§ere Beachtung des in die-
sen Gesetzen zum Ausdruck kommenden geistigen Kerns der Lehren die Hingabe der
Freunde an die Quelle aller Gnadengaben stŠrken werde und die empfŠnglichen Seelen
unter Seinen geistig ausgehungerten Kindern zur Sache Gottes anziehen mšge.
gez. Das Universale Haus der Gerechtigkeit
28. Dezember 1999
Anwendung der Gesetze und Verordnungen des Kit‡b-i-Aqdas
An alle Nationalen Geistigen RŠte Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
am 9. Mai 1993 wurde allen Nationalen Geistigen RŠten die Kopie eines Schreibens vom
9. Juni 1974 gesandt, das an den Nationalen Geistigen Rat von Island gerichtet war und
in dem jene Gesetze aufgefŸhrt waren, die zu jener Zeit fŸr die Freunde im Westen noch
nicht bindend waren. Der Begleitbrief wies darauf hin, dass das Gesetz der HuqœquÔll‡h
zu Ridv‡n 1992 universelle GŸltigkeit erhalten hat. Am 28. Dezember 1999 richtete sich
das Universale Haus der Gerechtigkeit an die Bah‡Ô’ der Welt und informierte sie, dass
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
36
jetzt auch die verbliebenen Aspekte der Gesetze zu Gebet und Fasten universelle Anwen-
dung finden.
Um die Information auf den neuesten Stand zu bringen, wurden wir daher gebeten,
Ihnen die beigefŸgte Liste der Gesetze zuzusenden, die noch keine universelle GŸltigkeit
erlangt haben und welche die Liste, die im Mai 1993 gesandt wurde, ersetzt.
Mit herzlichen Bah‡Õ’-GrŸ§en Sekretariatsabteilung des Universalen Hauses der Gerech-
tigkeit
Bestimmungen des Kit‡b-i-Aqdas,
die noch nicht weltweit in Kraft gesetzt wurden, 28. Dezember 1999
Nachdem die Bestimmungen zu den Pflichtgebeten, Ÿber das Fasten und das Sprechen
des Grš§ten Namens allgemein in Kraft gesetzt wurden, stellte das Universale Haus der
Gerechtigkeit folgende Liste mit Bestimmungen der ãInhaltsŸbersicht und systemati-
schen Darstellung der Gesetze und Gebote des Kit‡b-i-AqdasÓ zur VerfŸgung, die fŸr die
Freunde noch nicht allgemein verbindlich sind. Zur Erleichterung werden die Nummern
der jeweiligen Abschnitte angegeben.
IV.C.1.i Die Bestimmungen zum Verlšbnis.
IV.C.1.j Die Bestimmung Ÿber die Zahlung der Morgengabe durch den BrŠutigam an die
Braut.
IV.C.1.l & m Die Bestimmungen Ÿber Reisen eines Mannes ohne Begleitung seiner Ehe-
frau.
IV.C.1.n & o Die Bestimmungen zur JungfrŠulichkeit der Ehefrau.
IV.C.2.b Der Teil des Scheidungsrechts, der die Zahlung von Geldstrafen an das Univer-
sale Haus der Gerechtigkeit vorsieht.
IV.C.3 Das Erbrecht. Die Erbfolge im Intestatsfall wird derzeit zumeist vom jeweiligen
bŸrgerlichen Recht geregelt.
IV.D.1.a Die Bestimmungen Ÿber die Pilgerfahrt.
IV.D.1.d Die Bestimmungen Ÿber den MashriquÕl-Adhk‡r werden schrittweise in Kraft
gesetzt.
IV.D.1.f Die Bah‡Õ’-Feiertage werden von den GlŠubigen im Westen so lange entspre-
chend dem Gregorianischen Kalender gefeiert, bis das Universale Haus der Gerech-
tigkeit es fŸr geboten hŠlt, den Bad’Ô-Kalender im Wege der Gesetzgebung allgemein
einzufŸhren.
IV.D.1.j GegenwŠrtig bezieht sich das ãReifealterÓ lediglich auf die religišsen Pflichten
des Bah‡Õ’. In allen anderen Fragen bestimmt sich seine VolljŠhrigkeit nach dem
staatlichen Recht. Die administrative VolljŠhrigkeit wurde vorlŠufig auf 21 Jahre
festgesetzt.
IV.D.1.k Von den Bestimmungen fŸr die Bestattung der Toten gelten im Westen bislang
lediglich die Pflicht zur Erdbestattung (keine Feuerbestattung); das Verbot, den
Leichnammehr als eine Stunde vom Sterbeort zu transportieren; die Pflicht, das To-
tengebet zu sprechen, sofern der verstorbene Bah‡Õ’ das 15. Lebensjahr vollendet hat-
28. Dezember 1999 Anwendung der Gesetze und Verordnungen des Kit‡b-i-Aqdas
37
te. IV.D.1.p Die Bestimmungen Ÿber den Zehnten (Zak‡t).
IV.D.1.r Die Bestimmungen Ÿber die Jagd.
IV.D.1.t,u,v & w Die Bestimmungen betreffend Fundsachen, VerfŸgungen Ÿber gefunde-
ne SchŠtze oder treuhŠnderisch verwaltete GegenstŠnde, sowie Schadenersatz bei
fahrlŠssiger Tštung sind fŸr eine kŸnftige Gesellschaft vorgesehen. Diese Rechtsfol-
gen werden zumeist vom staatlichen Recht geregelt.
IV.D.1.y, XIV,XV,XVI & XVII Brandstiftung, unehelicher Beischlaf, Tštung mit Vor-
satz und Diebstahl sind dem Bah‡Õ’ verboten. Die dafŸr im Kit‡bi- Aqdas festgesetz-
ten Strafen sind jedoch fŸr eine kŸnftige Gesellschaft vorgesehen. Insoweit gilt bis
dahin das staatliche Recht.
IV.D.1.y, XXV, XXX, XXXI & XXXII Das Verbot der Benutzung šffentlicher Becken,
wie sie frŸher in persischen BŠdern zu finden waren, das Verbot, die Finger ins Essen
zu tauchen, das Verbot der Rasur des Hauptes und der Haartracht des Mannes bis Ÿber
das OhrlŠppchen.
Alle Weisungen und Ermahnungen, die unter IV.D.3 aufgefŸhrt sind, kšnnen generell
von den Freunden befolgt werden, sofern dies mšglich ist. So kann etwa der Auftrag, sei-
ne Kinder zu lehren, die heiligen Verse im MashriquÕl-Adhk‡r zu singen, derzeit nur in
geringem Umfang buchstŠblich erfŸllt werden; jedoch sollten die Freunde ihre Kinder in
den heiligen Schriften unterweisen, so weit sie dazu imstande sind.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Botschaften und Briefe
des Jahres 2000
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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19. Januar 2000
ÔAmatuÕl-Bah‡ Rœh’yyih Kh‡num ins Abha-Kšnigreich abberufen
E-Mail-Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
An die Bah‡Õ’ der Welt
In den frŸhen Stunden des heutigen Morgens wurde die Seele von AmatuÕl-Bah‡
Rœh’yyih-Kh‡num Ð Shoghi EffendiÕs geliebte GefŠhrtin und das letzte Bindeglied der
Bah‡Õ’-Welt mit der Familie ÔAbduÕl- Bah‡s Ð von den Begrenzungen dieses irdischen
Daseins befreit. Inmitten unserer Trauer hŠlt uns die Gewissheit aufrecht, dass sie nun zur
Herrlichkeit der Himmlischen Heerscharen in die Gegenwart der Abh‡-Schšnheit geru-
fen wurde.
FŸr all jene, deren Herzen sie so tief berŸhrte, wird der Schmerz, den dieser unersetz-
liche Verlust zufŸgt, zu Gottes gegebener Zeit gelindert, wenn sie sich der Freude be-
wusst werden, die ihr gebŸhrt durch die Wiedervereinigung mit dem HŸter und dem
Meister; Dieser selbst hatte im Heiligsten Schrein dafŸr gebetet, dass ihre Eltern mit ei-
nem Kind gesegnet wŸrden. Im Laufe der kommenden Jahrhunderte werden die AnhŠn-
ger Bah‡ÕuÕll‡hs mit Staunen und Dankbarkeit Ÿber die hohe QualitŠt ihrer Dienste
nachsinnen, die sie Ð innbrŸnstig, unbezwingbar und einfallsreich Ð fŸr den Schutz und
die Fšrderung der Sache erbrachte.
Bereits in ihrer Jugend hatte sich AmatuÕl-Bah‡ durch ihre AktivitŠten in Nord-Ame-
rika ausgezeichnet; sowohl mit ihrer lieben Mutter als auch alleine erwies sie spŠter dem
Glauben in Europa wertvolle Dienste. Zwanzig Jahre innigster Verbindung mit Shoghi
Effendi lie§en seine Feder solche Ehrungen be- zeugen wie ãmeine Hilfe und GefŠhrtinÒ,
ãmein SchutzschildÒ, ãmeine unermŸdliche Mitarbeiterin bei den gro§en Aufgaben, die
auf mir lastenÒ. Diesen Tributen fŸgte er 1952, nach dem Tod ihres herausragenden Va-
ters, seine Entscheidung hinzu, sie zum Rang einer Hand der Sache Gottes zu erheben.
Der niederschmetternde Schock des Hinscheidens des geliebten HŸters stŠhlte ihre
Ent-schlossenheit, gemeinsam mit den anderen HŠnden der Sache Gottes ihren Anteil
zum Triumph des Zehnjahres- Kreuzzuges beizutragen und anschlie§end, mit der ihr ei-
genen Beherztheit, ihre historischen weltweiten Reisen zu unternehmen.
Ein Leben, das seiner Herkunft nach so edel, fŸr die Bewahrung der Unversehrtheit
des Glaubens so entscheidend, und in seinem ergebenen, ununterbrochenen und selbstlo-
sen Dienst so reich war, bewegt uns zu wŸrdigen Gedenkveranstaltungen der Bah‡Õ’- Ge-
meinden auf nationaler wie šrtlicher Ebene aufzurufen, als auch zu besonderen
ZusammenkŸnften in ihrem Gedenken in allen HŠusern der Andacht.
Mit sehnsuchtsvollen Herzen erflehen wir an der Heiligen Schwelle, dass unendliche
himmlische Gnadengaben ihre Seele umgeben mšgen, wŠhrend sie die ihr gebŸhrende
und wohlverdiente Stellung unter den erhabenen GefŠhrten des Kšnigreichs Abh‡ ein-
nimmt.
27. Januar 2000 Hinscheiden von Adib Taherzadeh
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27. Januar 2000
Hinscheiden von Adib Taherzadeh
An die Bah‡Õ’ der Welt
Der Heimgang unseres innig geliebten Mitarbeiters, Adib Taherzadeh, hat unsere tiefe
Trauer verstŠrkt. Voll Bewunderung gedenken wir seiner ergebenen und unermŸdlichen
Dienste, die er der Sache Gottes Ÿber ein halbes Jahrhundert erwies. Mit seinem beispiel-
haften Enthusiasmus fŸr das Lehren und seiner FŠhigkeit, die GlŠubigen zu begeistern,
gewann er die Liebe und Zuneigung aller, die ihn kannten. Als aufopfernder Pionier, als
ein Verteidiger des Bundes, als Mitglied der Nationalen Geistigen RŠte der Britischen In-
seln und der Republik Irland, als Mitglied des Kontinentalen Berateramtes in Europa und
als Mitglied des Universalen Hauses der Gerechtigkeit bewies er všllige Hingabe, uner-
schŸtterlichen Glauben und unbeugsame Entschlossenheit.
Zu einem frŸhen Zeitpunkt in seinem Leben ergriff ihn der Wunsch, seinen MitglŠu-
bigen im Westen den Reichtum der Geschichte und der Lehren des Glaubens zugŠnglich
zu machen. Es war diese Sehnsucht, die in dem umfassenden Werk an Schriften ihren
Ausdruck fand, das auf immer mit seinem Gedenken verbunden bleiben wird.
Unser tief empfundenes MitgefŸhl gilt seiner hinterbliebenen Familie, insbesondere
seiner lieben Frau und seinen geliebten Kindern. Wir versichern sie unserer inbrŸnstigen
Gebete in den Heiligen Schreinen, dass ihm ein reicher Lohn im Kšnigreich Abh‡ zuteil
werden mšge.
Alle Nationalen RŠte werden gebeten, Gedenkveranstaltungen in seinem Namen ab-
zuhalten, ebenso Andachten zu seinen Ehren in allen HŠusern der Andacht.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
20. Februar 2000
Hinscheiden von Mildred Mottahedeh
E-Mail-Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
an alle Nationalen Geistigen RŠte
Wir sind tief betrŸbt Ÿber das Hinscheiden von Mildred Mottahedeh, einer so geschŠtzten,
so geliebten, so standhaften und vertrauenswŸrdigen AnhŠngerin und Verfechterin der
Sache Bah‡Õ- uÕll‡hs. Da sie jetzt das irdische Leben verlassen hat, verliert die Bah‡Õ’-
Weltgemeinde eine herausragende Gestalt der Anfangsepochen des Gestaltenden Zeital-
ters der Bah‡Õ’-Offenbarung.
Mehr als ein halbes Jahrhundert bemŸhte sie sich unablŠssig im Dienste der Sache
und war in LehraktivitŠten und administrativen Aufgaben auf šrtlicher, nationaler, konti-
nentaler und internationaler Ebene engagiert. Gleichzeitig hatte sie einen anspruchsvollen
Arbeitsplan als GeschŠftsfrau, lieferte BeitrŠge zur Kunst und unterstŸtzte humanitŠre
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
42
Programme. FŸr diese vielfŠltigen Aufgaben vereinte sie Eigenschaften wie eine selbst-
lose Haltung, ein mitfŸhlendes Herz, einen kreativen Geist, eine praktische Veranlagung
und einen starken Willen, der durch Demut, Offenheit und Humor gemildert wurde.
Fast drei Jahrzehnte lang stand sie an der vordersten Front bei den auswŠrtigen An-
gelegenheiten der Internationalen Bah‡Õ’-Gemeinde und im Dienst des Weltzentrums des
Glaubens, was in ihrer Mitgliedschaft im Internationalen Bah‡Õ’-Rat, der ersten weltweit
ernannten Bah‡Õ’- Kšrperschaft, gipfelte.
Mit Herzen voller Zuversicht beten wir an den Heiligen Schreinen fŸr den Fortschritt
ihrer erleuchteten Seele in allen Welten Gottes. Den Mitgliedern ihrer Familie und allen,
die um ihren Verlust trauern, sprechen wir unser liebevolles MitgefŸhl aus. Nationale
Geistige RŠte werden gebeten ihr zu Ehren angemessene Gedenkversammlungen in allen
HŠusern der Andacht und anderen Zentren abzuhalten.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
9. MŠrz 2000
†bertragung der administrativen Verantwortung
fŸr den Kosovo und Mazedonien
E-Mail vom 9. MŠrz 2000
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡Õ’ von Deutschland Liebe Bah‡Õ’-Freun-
de!
Das Haus der Gerechtigkeit freut sich, Sie von seiner Entscheidung zu unterrichten, dass
ab Ridv‡n 2000 die administrative Verantwortung fŸr den Kosovo und Mazedonien vom
Nationalen Geistigen Rat von …sterreich auf Ihren Nationalen Rat Ÿbertragen wird. Es
vertraut darauf, dass Ihr Rat und die deutsche Bah‡Õ’-Gemeinde sich mit Begeisterung
und Kraft erheben werden, um den Fortschritt des Glaubens in jenen Gegenden zu stŠrken
und die Festigung der Gemeinden zu fšrdern. Die UnterstŸtzung durch das Berateramt in
Europa wird bei der DurchfŸhrung dieser wichtigen Aufgabe fŸr Sie auch von unschŠtz-
barem Wert sein. Obgleich dieser Wechsel offiziell zu Ridv‡n stattfinden wird, sollten die
praktischen Einzelheiten und der Zeitpunkt der †bergabe zwischen Ihren beiden RŠten
beraten werden; diese soll stattfinden, sobald Sie eine Struktur zur BewŠltigung dieser
Aufgabe einrichten kšnnen.
Wie Sie wissen, hat die Wahl des Nationalen Geistigen Rates von Mazedonien, die
zu Ridv‡n 156 BE erfolgen sollte, nicht stattgefunden, da das Haus der Gerechtigkeit be-
schlossen hatte, sie wenigstens fŸr ein Jahr aufzuschieben. Zwar ist die Situation in jenem
Land jetzt stabiler, und das Haus der Gerechtigkeit fŸhlt sich durch den im letzten Jahr
erreichten Fortschritt ermutigt, aber es ist der Meinung, dass die Wahl des Nationalen Ra-
tes von Mazedonien nicht Ÿbereilt werden sollte. Es kommt jetzt zunŠchst vor allem dar-
auf an, eine starke, fest begrŸndete Bah‡Õ’-Gemeinde zu errichten. Angesichts der
ZustŠnde in Mazedonien kšnnen dazu mehrere Jahre nštig sein. Im kommenden Jahr soll-
16. April 2000 Beteiligung der Bah‡Õ’-Gemeinde an der Weltausstellung
43
te der Lehrausschuss in Mazedonien, begleitet durch die Ermutigung, FŸhrung und Hilfe
Ihres Rates, sich bemŸhen, die šrtlichen Institutionen zu stŠrken und das Glaubensver-
stŠndnis der einzelnen GlŠubigen zu vertiefen und zwar durch Institutskurse, Studienklas-
sen und stŠndige Besuche vertiefter GlŠubiger, um so eine solide Grundlage fŸr die Wahl
des Nationalen Rates zu errichten. Sie sollten das Haus der Gerechtigkeit Ÿber Fortschrit-
te informiert halten und es wird dann zu gegebener Zeit erwŠgen, wann es zur Wahl des
Nationalen Geistigen Rates von Mazedonien aufrufen sollte.
Das Haus der Gerechtigkeit versichert Sie seiner Gebete an den heiligen Schreinen,
dass Ihre BemŸhungen, das Wachstum und die Entwicklung der Bah‡Õ’-Gemeinde in Ma-
zedonien zu fšrdern, von gšttlichen BestŠtigungen umgeben sein mšgen und dass die Ge-
meinde dort im nŠchsten Jahr an StŠrke stŠndig zunehmen mšge.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Sekretariatsabteilung
16. April 2000
Beteiligung der Bah‡Õ’-Gemeinde an der Weltausstellung
Sekretariatsabteilung 16. April 2000
An ausgewŠhlte Nationale Geistige RŠte in Europa Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
es ist Ihnen sicherlich bekannt, dass die Weltausstellung EXPO 2000 von Juni bis ein-
schlie§lich Oktober in Hannover, Deutschland, stattfinden wird. In diesem Zusammen-
hang hat uns das Universale Haus der Gerechtigkeit gebeten, Ihnen folgendes zu
Ÿbermitteln:
Die EXPO 2000 mšchte zum Nachdenken Ÿber die Zukunft und das Hervortreten ei-
ner globalen Gesellschaft anregen, indem die Fortschritte im menschlichen Denken, in
der Wissenschaft, der Kunst und der Technik dargestellt werden. Internationale Organi-
sationen, Regierungen, der private Sektor und gesellschaftliche Initiativen werden teil-
nehmen und somit zu einem weltweiten Dialog Ÿber das Thema ãMensch, Natur und
TechnikÒ beitragen.
Aufgrund der Initiative des Nationalen Geistigen Rates von Deutschland wird die In-
ternationale Bah‡Õ’-Gemeinde im ãGlobal HouseÒ mit einer eigenen Ausstellung vertreten
sein. Das ãGlobal HouseÒ ist ein Pavillon, der an prominenter Stelle der zentralen Plaza
der Weltausstellung liegt und dessen Schwerpunkt die Suche nach innovativen Lšsungen
fŸr soziale und wirtschaftliche Entwicklungsprobleme bildet. Auf der Hauptebene des
Global House wird sich der Stand der Bah‡Õ’ befinden, der von jenen der Weltbank und
des Deutschen Ministeriums fŸr Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) flankiert wird.
In den kommenden Wochen wird der Nationale Geistige Rat von Deutschland die
Hilfe fŠhiger Freunde aus Europa suchen, die bereit sind, den laufenden Betrieb der Aus-
stellung und andere damit verbundene AktivitŠten zu unterstŸtzen. Das Forum, !das die
Weltausstellung bietet, wird es der Internationalen Bah‡Õ’-Gemeinde ermšglichen, einer
breiteren …ffentlichkeit die Prinzipien nŠher zu bringen, die in der ErklŠrung ãEntwick-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
44
lungsperspektiven fŸr die MenschheitÓ dargestellt wurden, und die sich entwickelnden
BemŸhungen von Bah‡Õ’-Gemeinden an der Basis der Gesellschaft hervorzuheben, sozi-
alen und materiellen Herausforderungen durch eine einzigartige Herangehensweise zu
begegnen, die ein ãdynamisches Zusammenwirken der geistigen und praktischen Erfor-
dernisse des Lebens auf dieser ErdeÓ anstrebt.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit ermutigt die europŠischen Bah‡Õ’-Gemein-
den, die Freunde in Deutschland zu unterstŸtzen und diese Gelegenheit zu ergreifen, um
zur Fšrderung des globalen Dialogs auf der Weltausstellung in Hannover beizutragen.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Sekretariatsabteilung
21. April 2000
Ridv‡n-Botschaft 157
An die Bah‡Õ’ der Welt Innig geliebte Freunde,
Wir verbeugen uns in Dankbarkeit vor dem Herrn der Heerscharen und unsere Herzen
flie§en Ÿber vor Freude, da wir Zeuge dessen sind, welch wunderbaren Unterschied die
vier Jahre seit dem Beginn des globalen Planes bewirkt haben, der nun an diesem Fest des
Glanzes abgeschlossen wird. So deutlich ist der in dieser Zeit erreichte Fortschritt, dass
unsere Weltgemeinde Hšhepunkte erreicht hat, von denen aus neue leuchtende Horizonte
fŸr ihre kŸnftigen gro§en Errungenschaften klar erkennbar sind.
Der zahlenmŠ§ige Zuwachs ergab sich hauptsŠchlich aus einer entscheidenden Qua-
litŠtssteigerung. Die Kultur der Bah‡Õ’-Gemeinde hat einen Wandel erlebt. Dieser Wan-
del ist erkennbar an erweiterten FŠhigkeiten, der Methodik zielgerichteten Handelns und
der daraus resultierenden gewachsenen Zuversicht der drei am Plan beteiligten Ebenen Ð
dem Einzelnen, den Institutionen und der šrtlichen Gemeinde. Dies ist so, weil die Freun-
de sich nachhaltiger damit befassten, ihre Kenntnis der gšttlichen Lehren zu vertiefen und
weil sie viel Ð und dies systematischer als zuvor Ð darŸber gelernt haben, wie diese bei
der Verbreitung der Sache Gottes, bei individuellen und gemeinschaftlichen AktivitŠten
und bei der Zusammenarbeit mit ihren Nachbarn angewandt werden kšnnen. Mit einem
Wort, sie begaben sich auf einen anwendungsorientierten Lernprozess, von dem aus ziel-
gerichtetes Handeln verfolgt wurde. Die treibende Kraft dieses Wandels war das System
der Bah‡Õ’-Institute, die in der ganzen Welt mit gro§er Geschwindigkeit errichtet wurden
Ð eine Leistung, die sich auf dem Gebiet der Ausbreitung und Festigung als das grš§te
VermŠchtnis des Vier-Jahres-Planes qualifizierte.
Durch die gesteigerte BefŠhigung der Einzelnen, den Glauben zu lehren, was sich in
dem neuen Schwung individueller Initiativen zeigt; durch die verbesserte FŠhigkeit der
Geistigen RŠte, Regionaler RŠte und AusschŸsse, die BemŸhungen der Freunde zu leiten;
durch die EinfŸhrung neuer Denk- und Handlungsmuster, die das gemeinschaftliche Ver-
halten der šrtlichen Gemeinden beeinflusste Ð in all diesen Beziehungen bewies das Sys-
tem der Bah‡Õ’-Institute seine Unverzichtbarkeit als ein Motor im Prozess des Beitritts in
21. April 2000 Ridv‡n-Botschaft 157
45
Scharen. Viele Institute haben ihre FŠhigkeit vergrš§ert, weite Regionen mit ihren Pro-
grammen zu versorgen, indem sie ihr Wirkungsfeld durch šrtliche Studienkreise erwei-
terten. So hat zum Beispiel die Mongolei 106 Studienkreise eingerichtet und verzeichnete
als Ergebnis einen beachtlichen Zuwachs an neuen GlŠubigen. Gleichzeitig zu derartigen
Entwicklungen richteten die Mitglieder unserer weltweiten Gemeinschaft mehr Auf-
merksamkeit darauf, auf die Macht des Gebets zu vertrauen, Ÿber das heilige Wort Gottes
zu meditieren und die geistigen Wohltaten aus der Teilnahme an Andachten zu beziehen.
Durch das Zusammenwirken dieser Elemente einer intensivierten Transformation des
Einzelnen und der Gemeinschaft wŠchst tatsŠchlich die Grš§e der Gemeinde. Obgleich
die Zuwachsrate neuer GlŠubiger bis jetzt nur geringfŸgig die der vergangenen Jahre
Ÿbertraf, ist es doch ungemein erfreulich zu sehen, dass diese Zunahme geographisch weit
gestreut ist, immer grš§ere Teile der Gemeinde engagiert und erfolgreich NeuerklŠrte in
das Leben der Sache Gottes integriert.
Ein so gesunder und vielversprechender Zustand des Glaubens verdankt unermesslich
viel der Institution der Berater; ihrem beratenden Einfluss, ihrer Rolle in der Zusammen-
arbeit und ihrer praktischen Arbeit. Die Zahl der Berater wurde im Hinblick auf die Errich-
tung und Funktion der Institute vergrš§ert, was den rechtzeitig gegebenen Ansporn durch
ein pulsierendes und immer wachsames Internationales Lehrzentrum widerspiegelte.
Das zentrale Thema des Vier-Jahres- Planes Ð der Fortschritt beim Prozess des Bei-
tritts in Scharen Ð erzeugte eine enge Verbindung von Denken und Handeln. Es konzen-
trierte die Aufmerksamkeit auf eine bedeutende Entwicklungsstufe in der Evolution der
Bah‡Õ’ÐGemeinde, die wŠhrend des Gestaltenden Zeitalter erlangt werden muss; denn
ehe nicht in hohem Ma§e fŸr den Beitritt von Scharen gesorgt wird, werden die Bedin-
gungen nicht reif sein fŸr MassenerklŠrungen, jenem Durchbruch, den Shoghi Effendi in
seinen Schriften verhei§t. Der thematische Brennpunkt des Planes erzeugte Auswirkun-
gen auf alle Arten von Bah‡Õ’-AktivitŠten; er benštigte eine Klarheit des VerstŠndnisses,
die systematische und strategische Planung als Voraussetzung fŸr individuelles und ge-
meinschaftliches Handeln mšglich machte. Die Mitglieder der Gemeinde begannen all-
mŠhlich zu begreifen, wie Systematisierung die Prozesse des Wachstums und der
Entwicklung ermšglicht. Dieser Aufschwung des Bewusstseins war ein gewaltiger
Schritt zu einem Anstieg der LehraktivitŠten und zur VerŠnderung der Gemeindekultur.
Die gesamten Aspekte des Themas wurden bei den BemŸhungen zur Planung, zum
Aufbau institutioneller KapazitŠt und zur Entwicklung menschlicher Ressourcen deutlich.
Die Verbindungslinien zwischen ihnen kšnnen vom Beginn des Planes bis zu seinem Ende
verfolgt werden. Die Konferenz der Kontinentalen BeraterŠmter im Dezember 1995 im
Heiligen Land bildete den Anfang. Dort wurden die Berater in die besonderen Merkmale
des Planes eingefŸhrt. Danach wurde mit den Nationalen Geistigen RŠten in nationalen
Planungssitzungen hierŸber beraten; die Beratungen wurden auf regionaler Ebene fortge-
setzt, bei denen dann Hilfsamtsmitglieder, šrtliche Geistige RŠte und ihre AusschŸsse be-
teiligt waren. So wurden Elemente der Bah‡Õ’-Administration in den Planungsprozess
einbezogen. Sie gelangten darŸber hinaus zur Stufe der Umsetzung, auf der die institutio-
nelle KapazitŠt geschaffen werden musste, um mit dem Beitritt in Scharen umgehen zu
kšnnen. In diesem Zusammenhang wurden zwei wichtige Ma§nahmen ergriffen: Eine war
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
46
die Errichtung von Bah‡Õ’-Instituten; die andere war die formelle Errichtung und weit ver-
breitete EinfŸhrung von Regionalen Bah‡Õ’-RŠten. Sie sind administrative Einrichtungen
zwischen der šrtlichen und der nationalen Ebene, um die administrativen FŠhigkeiten sol-
cher Gemeinden zu stŠrken, in denen die zunehmend komplexen Angelegenheiten, vor die
sich die Nationalen Geistigen RŠte gestellt sahen, diese Entwicklung erforderlich machten.
Von gleicher Bedeutung fŸr die Verbindung der wesentlichen Elemente des Prozesses wa-
ren die fŸr die Arbeit fŸr soziale und wirtschaftliche Entwicklung Ð einem entscheidenden
Teil der Festigung Ð und fŸr auswŠrtige Angelegenheiten definierten Strategien. Diese
werden es als einem lebenswichtigen Faktor dem Glauben ermšglichen, die Folgen seines
Hervortretens aus der Verborgenheit zu bewŠltigen. Die hieraus erzielten ŸberwŠltigenden
Ergebnisse aufzuzŠhlen, wŸrde den Rahmen dieser Seiten bei weitem sprengen. Wir fŸh-
len uns jedoch bewegt, gewisse Glanzpunkte zu nennen, die das Ausma§ der Errungen-
schaften innerhalb des Plans illustrieren.
Im Heiligen Land wurde der Bau der Terrassen und der GebŠude am Bogen mit der
Gewissheit fortgesetzt, dass Ð wie angekŸndigt Ð der Termin zu ihrer Fertigstellung am
Ende dieses gregorianischen Jahres eingehalten wird. DarŸber hinaus wird das GebŠude
in Haifa, das wir in unserer letzten Ridv‡n-Botschaft im Zusammenhang mit der Vergrš-
§erung der Pilgergruppen erwŠhnten, zu diesem Ridv‡n bereit fŸr die Nutzung sein. Im
selben Zusammenhang wurden ArchitektenplŠne fŸr in Bahj’ zu bauende Einrichtungen
genehmigt, die dringend benštigt werden, um Pilger und andere Bah‡Õ’- und Nicht-
Bah‡Õ’-Besucher unterzubringen. Die †bersetzung der Texte fŸr den zu erwartenden neu-
en Band von Bah‡ÕuÕll‡hs Schriften wurde fertiggestellt; seine Veršffentlichung wird
derzeit vorbereitet.
Fortschritte bei der Ausbreitung und Festigung waren auch auf noch nicht erwŠhnten
Gebieten erkennbar: beim Pionieren, der Proklamation, der Veršffentlichung von Litera-
tur, dem Einsatz der KŸnste, der Bildung von Geistigen RŠten und bei den Gesellschaften
fŸr Bah‡Õ’-Studien. Etwa 3.300 GlŠubige siedelten sich als Lang- und Kurzzeitpioniere
international an. Dass viele LŠnder, die normalerweise Pioniere erhalten, selbst Pioniere
ins Ausland schickten, ist ein weiteres Anzeichen fŸr den Reifungsprozess von nationalen
Gemeinden. Treu dem ihnen Ÿbertragenen Auftrag ragen die Gemeinden von Kanada und
den Vereinigten Staaten durch die Zahl der Pioniere, die ihr Land verlie§en, besonders
hervor. Dies gilt auch fŸr die viel grš§ere Anzahl von Reiselehrern, wobei die Jugend in
bedeutsamer Weise vertreten war. Besonders beachtlich war auch die ermutigende Reak-
tion der GlŠubigen afrikanischen Ursprungs in den Vereinigten Staaten auf den Aufruf,
als Bah‡Õ’-Lehrer nach Afrika zu reisen.
Die Proklamation der Sache Gottes geschah durch vielfŠltige Aktionen, wobei ein wei-
tes Spektrum von Gelegenheiten als Anlass dienten Ð Jahrestage, Gedenktage, Diskussi-
onsgruppen, Ausstellungen und Šhnliches. Hierdurch lernte eine gro§e Zahl von
Menschen die Lehren des Glaubens kennen. Die HŠuser der Andacht waren magnetische
Anziehungspunkte fŸr Besucher, die in zunehmender Zahl eintraten, besonders in Indien,
wo im letzten Jahr etwa fŸnf Millionen Menschen begrŸ§t wurden. Zu solchen AktivitŠten
kam noch die vielfŠltige Nutzung der Medien hinzu, um die Bah‡Õ’-Botschaft zu Ÿbermit-
teln. In den Vereinigten Staaten gab es 60.000 Anfragen als Reaktion auf eine Medienkam-
21. April 2000 Ridv‡n-Botschaft 157
47
pagne, die vom Nationalen Lehrausschuss entworfen worden war. In der ganzen Welt
verbreitete sich die Kenntnis Ÿber den Glauben durch wohlwollende Artikel in den Druck-
medien, die hŠufiger als bisher unaufgefordert erschienen. Es gab auch eine Šhnlich brei-
tere PublizitŠt durch die Bereitschaft seitens Radio- und Fernsehstationen, regelmŠ§ige
Bah‡Õ’-Programme aufzunehmen; dies war der Fall in LŠndern wie der Demokratischen
Republik des Kongo und Liberia. Solch gŸnstige Entwicklungen wurden gekršnt durch die
unabhŠngige Entscheidung internationaler Medieneinrichtungen, den Schrein des B‡b und
die Terrassen als Standort eines Fernsehbeitrags aus dem Heiligen Land fŸr weltweite Me-
dienprogramme zu wŠhlen, die das Kommen des Jahres 2000 feierten.
Die Einbeziehung der Kunst wurde zu einem wichtigen Faktor bei der Proklamation,
dem Lehren, der Vertiefung und den Andachten der weltweiten Gemeinde. Die KŸnste
zogen junge Leute an, die sie in ihren Lehr- und VertiefungsaktivitŠten verwendeten,
hauptsŠchlich in den zahlreichen aktiven Drama- und Tanzworkshops in vielen Teilen der
Welt. Aber der Schwung der KŸnste fŸhrte jenseits des Singens und Tanzens zu einem
weiten Spektrum einfallsreicher AktivitŠten, die den Menschen die Grundlagen der Sache
Gottes vermittelte. Dort, wo Volkskunst eingesetzt wurde, besonders in Afrika, wurde die
Lehrarbeit sehr aufgewertet. So wurde zum Beispiel in Ghana und Liberia ein Projekt
ÒLicht der EinheitÓ gestartet, um die KŸnste beim Lehren zu fšrdern. In Indien verfolgte
die ÒCommunal Harmony GroupÓ ein Šhnliches Ziel.
HauptsŠchlich auf Betreiben der Berater und mit UnterstŸtzung des Kontinentalen
Fonds wurde der †bersetzung und Veršffentlichung von Bah‡Õ’-Literatur besonders in
Afrika und Asien Aufschwung verliehen. Au§erdem erschien der Kit‡b-i-Aqdas in einer
vollstŠndigen arabischen Ausgabe und in anderen Sprachen. Obwohl die BeschrŠnkung
der Bildung von …rtlichen Geistigen RŠten auf den ersten Ridv‡ntag, was seit 1997 gilt,
die Zahl dieser Institutionen erwartungsgemŠ§ absinken lie§, so war die Abnahme doch
nicht erheblich. Seitdem blieb die Zahl konstant, und ein gesunder Prozess der Festigung
hat stattgefunden. Acht neue Pfeiler des Universalen Hauses der Gerechtigkeit wurden er-
richtet, wodurch die Gesamtzahl von 181 Nationalen Geistigen RŠten erreicht wurde.
Besonders erfreulich wŠhrend dieser vier Jahre war der zunehmende Schwung, mit
dem die AktivitŠten der Bah‡Õ’-Gelehrsamkeit mit ihrer lebenswichtigen Aufgabe voran-
schritten, die intellektuellen Grundlagen fŸr die Arbeit des Glaubens zu stŠrken. Un-
schŠtzbare Ergebnisse waren zum einen die beeindruckende Erweiterung der Bah‡Õ’-
Literatur und zum zweiten die Verfassung verschiedener Dissertationen, die unterschied-
liche Probleme unserer Zeit im Lichte der Bah‡Õ’-Prinzipien untersuchten. Das Netzwerk
der Gesellschaften fŸr Bah‡Õ’-Studien, das in diesem Jahr seinen 25. Jahrestag begeht,
konnte im Laufe des Planes fŸnf neue Schwestergesellschaften begrŸ§en. Die auf diesem
Feld des Dienstes sichtbare Vielfalt und KreativitŠt zeigt sich darin, dass die erste Kon-
ferenz fŸr Bah‡Õ’-Studien in Papua-Neuguinea abgehalten wurde und dass die japanische
Gesellschaft in bahnbrechender Weise ihre Aufmerksamkeit auf die geistigen UrsprŸnge
der traditionellen japanischen Gelehrsamkeit richtete.
Auf dem Gebiet der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung fand ein eindeutiger
qualitativer Fortschritt statt, obgleich die Zahlen, die eine Zunahme der Projekte auswei-
sen, auch beeindruckend sind. Die jŠhrlich gemeldeten AktivitŠten steigerten sich von
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
48
etwa 1.350 zu Beginn des Planes auf mehr als 1.800 an seinem Ende. Zunehmend syste-
matisches Vorgehen blieb das vorherrschende Kennzeichen bei dieser Arbeit wŠhrend
dieser Zeit. Um die Beratung Ÿber die Prinzipien der sozialen und wirtschaftlichen Ent-
wicklung und ihre DurchfŸhrung zu fšrdern, fŸhrte das BŸro fŸr Soziale und Wirtschaft-
liche Entwicklung am Weltzentrum 13 regionale Seminare durch, an denen
schŠtzungsweise 700 Vertreter aus 60 LŠndern teilnahmen. Dieses BŸro kŸmmerte sich
auch darum, Pilotprojekte und geeignetes Material zu entwickeln, mit denen organisierte
Kampagnen gestartet werden konnten, um Jugendliche unter anderem im Lesen und
Schreiben zu unterrichten, um Mitarbeiter im Gesundheitswesen der Gemeinde auszubil-
den, um Frauen zu fšrdern und um moralische Erziehung anzubieten. Ein Beispiel ist das
Programm in Guyana, das mehr als 1.500 Helfer fŸr die Alphabetisierung ausbildete; ein
weiteres ist die Fertigstellung von acht Lehreinheiten zur Fšrderung der Frauen in Malay-
sia. Diese wurden auch zur Grundlage fŸr Ausbildungsveranstaltungen in Afrika, Asien
und SŸdamerika. Im Guaymi-Bezirk von Panama wurde ein Plan in Angriff genommen,
Bah‡Õ’-Radiostationen mit der Arbeit der Bah‡Õ’-Institute zu verbinden. Da Institute das
Potenzial besitzen, Ausbildung fŸr soziale und wirtschaftliche Projekte zu leisten, be-
mŸhte sich ein Dutzend von ihnen in dieser Richtung und ist dabei, auf den Gebieten der
Alphabetisierung, der Ausbildung zum GemeindesanitŠter und beruflicher Ausbildung zu
experimentieren. Eine Reihe von durch die Bah‡Õ’ gefšrderten und inspirierten Initiativen
haben ihre Energie Projekten gewidmet, wie zum Beispiel einem, das mit der Weltge-
sundheitsorganisation zusammenarbeitet, um die Fluss-Blindheit in Kamerun zu be-
kŠmpfen; dort erhielten mehr als 30.000 Menschen durch dieses Bah‡Õ’-Projekt die
nštigen Medikamente. Ein weiteres Beispiel ist die PrivatuniversitŠt in €thiopien, Unity
College, die inzwischen 8.000 Studenten hat, ferner die Landegg Akademie in der
Schweiz, die neben der Ausweitung und Konsolidierung ihrer StudienplŠne wertvolle
Hilfe bei der anhaltenden Suche nach einer Lšsung der ungeheuren sozialen Folgen des
Balkankonflikts geleistet hat. Auch die Nœr-UniversitŠt in Bolivien, die in einem gemein-
samen Projekt mit Ecuador eine Ausbildung fŸr mehr als 1.000 Lehrer in einem Pro-
gramm Ÿber moralische FŸhrung anbieten konnte, ist ein weiteres Beispiel hierfŸr. Auf
dem Gebiet der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung waren solche Beweise des
Ausbaus von FŠhigkeiten von gro§em Vorteil, um die Ziele des Planes zu verwirklichen.
GefŸhrt durch die den Nationalen Geistigen RŠten 1994 Ÿbermittelte Strategie in aus-
wŠrtigen Angelegenheiten hat sich die LeistungsfŠhigkeit der Gemeinde auf dem Gebiet
der diplomatischen und šffentlichen Information ebenfalls in erstaunlicher Weise gestei-
gert, wobei die Bah‡Õ’-Gemeinde in eine dynamische Beziehung zu den Vereinten Nati-
onen, Regierungen, Nicht- Regierungsorganisationen (NGOs) und den Medien getreten
ist. Die Strategie konzentrierte sich auf internationaler und nationaler Ebene auf zwei
wichtige Ziele: die Prozesse in Richtung auf den Weltfrieden zu beeinflussen und die Sa-
che Gottes zu schŸtzen. Durch die Ma§nahmen zur Verteidigung unserer geliebten Glau-
bensbrŸder im Iran gewann die Internationale Bah‡Õ’-Gemeinde ein neues Ma§ an
Achtung und UnterstŸtzung. Daraus ergaben sich Gelegenheiten, andere Ziele dieser
Strategie zu verfolgen. Um sich der Herausforderung der hartnŠckigen Situation im Iran
zu stellen, entwickelten unsere Institutionen und Vertretungen fŸr auswŠrtige Angelegen-
21. April 2000 Ridv‡n-Botschaft 157
49
heiten neue Vorgehensweisen, um verfŸgbare Instrumentarien von Regierungen und den
Vereinten Nationen zu aktivieren. Die Verfolgungen im Iran beschŠftigten die hšchsten
Instanzen auf unserem Planeten. Die Nachricht, dass ein iranischer Gerichtshof Todesur-
teile gegen zwei der Freunde bestŠtigt und ein Šhnliches Urteil gegen einen dritten ausge-
sprochen hatte, rief sogar eine scharfe Reaktion durch den PrŠsidenten der Vereinigten
Staaten hervor, der an den Iran eine deutliche Mahnung richtete. Als Auswirkung der In-
terventionen von politischen FŸhrern in der Welt und der Vereinten Nationen hšrten die
Hinrichtungen von iranischen Bah‡Õ’ praktisch auf und ging die Zahl der zu langjŠhrigen
GefŠngnisstrafen Verurteilten drastisch zurŸck.
Wir begr٤en diese Interventionen und preisen zugleich den aufopfernden Geist, die
SeelenstŠrke und den unbeugsamen Glauben unserer BrŸder und Schwestern im Iran, die
all diesen BemŸhungen StŠrke verliehen haben. Diese offenkundigen Eigenschaften der
Seele bringen ihre Landsleute durch ihre Standhaftigkeit zum Staunen, mit der sie den tŸ-
ckischen und mitleidslosen Angriffen widerstehen. Wie sonst kšnnte man erklŠren, dass
es so wenigen mšglich war, sich so lange gegen so viele zu behaupten? Wie sonst hŠtten
sie die Sorge der Welt und aktive Reaktionen auslšsen kšnnen, sobald auch nur ein Ein-
ziger von ihnen mit dem Tode bedroht war? Es ist die Tragšdie des Iran, dass die Angrei-
fer es bis jetzt nicht eingesehen haben, dass die gšttlichen Prinzipien, fŸr die die
Verfolgten ihren Besitz und sogar ihr Leben opfern, genau jene Lšsungen enthalten, die
die SehnsŸchte der Bevšlkerung in dieser Stunde der Unzufriedenheit befriedigen wŸr-
den. Es besteht jedoch nicht der geringste Zweifel, dass die systematische WillkŸrherr-
schaft, der unsere iranischen Freunde so grausam ausgesetzt sind, schlie§lich der Macht
des AllmŠchtigen weichen wird, die den geheimnisvollen Verlauf der Dinge seiner ver-
hei§enen Bestimmung in all seiner Herrlichkeit entgegenfŸhrt.
Das zweite Ziel der Strategie fŸr auswŠrtige Angelegenheiten bezog sich auf vier
Themen Ð Menschenrechte, der Stellung der Frau, globales Wohlergehen und moralische
Entwicklung. Unsere Berichte zeugen von einem gewaltigen Fortschritt bei der Arbeit fŸr
Menschenrechte und die Stellung der Frau. Zu ersteren fŸhrte das BŸro bei den Vereinten
Nationen ein kreatives Programm fŸr die Erziehung zu Menschenrechten durch, das bis
jetzt dazu beitrug, bei nicht weniger als 99 Nationalen Geistigen RŠten die FŠhigkeit zur
diplomatischen Arbeit aufzubauen. BezŸglich der Stellung der Frau zeigen 52 nationale
BŸros fŸr den Fortschritt von Frauen, die BeitrŠge zahlreicher Bah‡Õ’-Frauen und -MŠn-
ner bei Konferenzen und Arbeitskreisen auf allen Ebenen, die Wahl von Bah‡Õ’-Vertre-
tern in FŸhrungspositionen bei wichtigen NGO-AusschŸssen Ð so auch beim
Entwicklungsfonds fŸr Frauen der Vereinten Nationen Ð, wie die AnhŠnger Bah‡ÕuÕll‡hs
beharrlich fŸr Sein Prinzip der Gleichberechtigung von Frau und Mann eintreten.
Gleichzeitig verbreiten eine ganze Reihe von Initiativen Informationen Ÿber die
Bah‡Õ’-Religion an verschiedenste Gruppen in der …ffentlichkeit. Zu diesen innovativen
Ma§nahmen gehšren: der Start einer Web-site ÒThe Bah‡Õ’ WorldÓ, die im Durchschnitt
schon 25.000 mal im Monat besucht wird; die Herausgabe des Statements ÒWer schreibt
die Zukunft?Ó, das den Freunden in der ganzen Welt hilft, Ÿber zeitgenšssische Themen
zu sprechen; die Sendung des persischen Radioprogrammes ÒPayam-e-DoostÓ, das fŸr
eine Stunde pro Woche im Bereich von Washington D.C. ausgestrahlt wird und das Ÿber
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
50
das Internet seit letztem November jederzeit in der ganzen Welt verfŸgbar ist; die Durch-
fŸhrung eines hšchst originellen Fernsehprogramms, in dem moralische Prinzipien auf
tŠgliche Probleme angewandt werden und das von Regierungsstellen in Albanien, Bosni-
en-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Ungarn, RumŠnien, Slowenien und der frŸheren
jugoslawischen Republik Mazedonien wŠrmstens befŸrwortet wird.
Ein PhŠnomen, das sich gegen Ende des Jahrhunderts verstŠrkt zeigt, ist das BemŸhen
der Menschen weltweit, ihre SehnsŸchte durch sogenannte ÒOrganisationen der Zivilge-
sellschaftÓ auszudrŸcken. Es muss fŸr die Bah‡Õ’ Ÿberall eine Quelle grš§ter Genugtuung
sein, dass die Internationale Bah‡Õ’ÐGemeinde, die als eine Nicht-Regierungsorganisati-
on einen Querschnitt der ganzen Menschheit darstellt, als eine einheitsstiftende Kraft in
bedeutenden Diskussionen, die die Zukunft der Menschheit gestalten, solches Vertrauen
gewonnen hat. Unser Hauptvertreter bei den Vereinten Nationen wurde zum gleichbe-
rechtigten Vorsitzenden des Ausschusses fŸr Nicht-Regierungsorganisationen ernannt,
der vom Wirtschafts- und Sozialrat eingerichtet wurde Ð eine Stellung, die der Internati-
onalen Bah‡Õ’ÐGemeinde eine FŸhrungsrolle bei der Organisation des Millennium-Fo-
rums einrŠumt. Diese von Kofi Annan, dem GeneralsekretŠr der Vereinten Nationen fŸr
kommenden Mai einberufene Versammlung, wird den Organisationen der Zivilgesell-
schaft Gelegenheit geben, ihre Ansichten und VorschlŠge zu globalen Fragen zu formu-
lieren. Diese werden dann von dem im September dieses Jahres folgenden Millennium-
Gipfel aufgenommen werden, bei dem sich Staats- und Regierungschefs treffen.
Dass die Menschheit sich der geistigen Dimension des Wandels in der Welt bewusst
wird, hat fŸr Bah‡Õ’ eine besondere Bedeutung. Der interreligišse Dialog hat sich inten-
siviert. WŠhrend des Vier-Jahres-Planes war der Glaube in zunehmendem Ma§e als an-
erkannter Partner daran beteiligt. Das Parlament der Weltreligionen fŸhrte im letzten
Dezember in Kapstadt 6.000 Teilnehmer zusammen, darunter eine starke Bah‡Õ’-Delega-
tion. Bah‡Õ’ waren im sŸdafrikanischen und internationalen Leitungsgremium an der Pla-
nung der Veranstaltung beteiligt. FŸr die Bah‡Õ’ ergab sich ein besonderes Interesse an
dieser Veranstaltung aus der Tatsache, dass der Name Bah‡ÕuÕll‡hÕs šffentlich zum ersten
Mal im Westen beim Parlament in Chicago 1893 erwŠhnt worden war. Auf zwei im letz-
ten November in Jordanien abgehaltenen interreligišsen Veranstaltungen wurden Bah‡Õ’
als geladene Teilnehmer empfangen; es waren dies die Konferenz Ÿber Konflikte und Re-
ligionen im Nahen Osten und die Jahrestagung der Weltkonferenz fŸr Religion und Frie-
den (WCRP). Bah‡Õ’-Vertreter nahmen auch an Veranstaltungen in der Vatikanstadt und
in Neu Delhi teil, die von der ršmisch-katholischen Kirche veranstaltet wurden. Beim
zweiten Anlass war Beraterin Zena Sorabjee eine der Vertreterinnen von Religionen, die
in Gegenwart von Papst Johannes Paul II zur Versammlung sprachen. Im Vereinigten Kš-
nigreich trat der Glaube in die šffentliche Arena, als Bah‡Õ’-Vertreter mit Mitgliedern von
acht anderen gro§en Religionen zu einer interreligišsen Millenniumsfeier in der Kšnigli-
chen Galerie im Westminster-Palast zusammenkamen, wo in Gegenwart von Mitgliedern
des Kšnigshauses, des Premierministers, des Erzbischofs von Canterbury und anderen
hervorragenden Persšnlichkeiten auf die Versammlung der ãneun gro§en Religionen des
Vereinigten KšnigreichesÒ Bezug genommen wurde. In Deutschland wurden die Bah‡Õ’
zum ersten Mal am interreligišsen Dialog beteiligt. Damit Šnderte sich eine langjŠhrige
21. April 2000 Ridv‡n-Botschaft 157
51
Einstellung der christlichen Konfessionen, die wegen eines von einem Bundesbrecher ge-
schriebenen und von einem lutherischen Verlag 1981 herausgegebenen Buches die Be-
rŸhrung mit dem Glauben vermieden hatten. Abhilfe erfolgte durch eine 600 Seiten starke
von drei Bah‡Õ’ geschriebene wissenschaftliche Widerlegung, die in einem fŸhrenden
Nicht- Bah‡Õ’-Verlag 1995 erschien, was einen au§ergewšhnlichen Sieg fŸr die deutsche
Bah‡Õ’-Gemeinde darstellt. Eine englische †bersetzung wurde im letzten Jahr des Planes
herausgegeben. In ungewšhnlicher Form fand ein interreligišser Dialog statt, als 1998
Vertreter der Weltbank und von neun gro§en Religionen im Lambeth-Palast eine Veran-
staltung abhielten, die zur Bildung eines Entwicklungsdialogs der Weltreligionen fŸhrte.
Es ist das vom Dialog verkŸndete Ziel zu versuchen, den Graben zwischen den Religi-
onsgemeinschaften und der Weltbank zu ŸberbrŸcken, um ihnen eine wirkungsvollere
Zusammenarbeit bei der †berwindung der Armut in der Welt zu ermšglichen. Die HŠu-
figkeit und der umfassende Charakter dieser interreligišsen Versammlungen ist ein neues
PhŠnomen in den Beziehungen der Religionen untereinander. Es ist offensichtlich, dass
sich die verschiedenen Religionsgemeinschaften darum bemŸhen, den Geist der Freund-
lichkeit und BrŸderlichkeit untereinander zu erreichen, den Bah‡ÕuÕll‡h Seine AnhŠnger
aufgerufen hat, den AnhŠngern anderer Religionen gegenŸber an den Tag zu legen.
WŠhrend dieser vier Jahre spielten sich die konzentrierten BemŸhungen der Bah‡Ô’
zu einer Zeit ab, da die Gesellschaft im Allgemeinen mit einer Flut widerstreitender Inte-
ressen zu kŠmpfen hatte. In dieser kurzen aber Šu§erst bewegten Zeitspanne schritten die
in der Bah‡Õ’-Gemeinde und in der Welt waltenden KrŠfte mit unerbittlicher Beschleuni-
gung voran. In ihrem Sog offenbarten sich die sozialen PhŠnomene, auf die Shoghi Ef-
fendi hingewiesen hatte, klarer als je zuvor. Vor mehr als 60 Jahren zog er die
Aufmerksamkeit auf Òdiese gleichzeitigen VorgŠnge des Aufstieges und des Untergan-
ges, des Zusammenschlusses und des Auseinanderfallens, der Ordnung und des Chaos
mit ihren stŠndigen und wechselseitigen Auswirkungen aufeinanderÓ. Diese zwei Prozes-
se spielten sich nicht isoliert von jenen ab, die fŸr die Bah‡Õ’-Gemeinde typisch waren,
sondern fŸhrten, wie schon gezeigt wurde, zur direkten Beteiligung des Glaubens. Sie
scheinen auf der anderen Seite des gleichen Zeitkorridors zu laufen. Auf der einen Seite
wŸteten an etwa 40 Stellen Kriege, die von religišsen, politischen, rassischen oder Stam-
meskonflikten geschŸrt wurden; ein plštzlicher totaler Zusammenbruch der bŸrgerlichen
Ordnung lŠhmt eine Reihe von LŠndern; Terrorismus als politische Waffe wurde zur Epi-
demie; eine Woge internationaler krimineller Netzwerke versetzte die Menschen in
Schrecken. Auf der anderen Seite jedoch gab es ernsthafte Versuche, Methoden der kol-
lektiven Sicherheit auszuarbeiten und umzusetzen, was Bah‡ÕuÕll‡hs Vorschriften fŸr die
Erhaltung des Friedens in Erinnerung ruft; es gab einen Aufruf, einen internationalen
Strafgerichtshof einzurichten, eine weitere Ma§nahme, die mit den Erwartungen der
Bah‡Ô’ Ÿbereinstimmt. Um die Aufmerksamkeit auf die dringende Notwendigkeit zu rich-
ten, ein angemessenes System zur Lšsung von globalen Fragen einzurichten, haben sich
die FŸhrer der Welt auf einem Millennium-Gipfel verabredet; neue Kommunikationsme-
thoden haben den Weg dafŸr frei gemacht, dass jeder mit jedem auf diesem Planten in
Verbindung treten kann. Wirtschaftliche Auflšsungserscheinungen in Asien drohten die
Weltwirtschaft zu destabilisieren, fŸhrten aber zu BemŸhungen, die unmittelbare Gefahr
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
52
zu beheben und Methoden zu entwickeln, einen Sinn fŸr Gerechtigkeit in den Bereich des
internationalen Handels und der Finanzen einzufŸhren. Dies sind nur einige Beispiele fŸr
die beiden gegensŠtzlichen aber aufeinander einwirkenden Tendenzen der Zeit, die
Shoghi Effendis inspirierte Zusammenfassung Ÿber die KrŠfte, die in Gottes Grš§erem
Plan am Werke sind, bestŠtigen, Òdessen letztes Ziel die Einheit und der Frieden der ge-
samten Menschheit istÓ.
Zum Abschluss dieser vier ereignisreichen Jahre kommen wir an ein gewaltiges Zu-
sammentreffen von AbschlŸssen und AnfŠngen in der gregorianischen Zeitrechnung
und der Bah‡Õ’-€ra. In einem Sinne bedeutet dieses Zusammentreffen das Ende des
zwanzigsten Jahrhunderts und in einem anderen eršffnet es eine neue Stufe in der Ent-
faltung des Gestaltenden Zeitalters. Die Perspektive dieser zwei Zeitrahmen veranlasst
uns, Ÿber eine Vision von weltgestaltenden Entwicklungen nachzudenken, die zeitlich
zusammenfallen; wir tun dies unter BerŸcksichtigung der Einsicht, die von Shoghi Ef-
fendi so plastisch bei der GrŸndung des von ihm entworfenen Bogens am Berge Karmel
dargelegt wurde. Im Verlauf des Planes gewann diese Vision eine leuchtende Klarheit,
als die Bauprojekte am Berge Karmel voranschritten, als die FŸhrer der Welt kŸhne
Schritte in Richtung auf die Gestaltung eines weltweiten politischen Friedens unternah-
men, und als šrtliche und nationale Bah‡Õ’-Institutionen ein neues Niveau in ihrer Evo-
lution erreichten. Wir tragen mit uns eine heilige und dauerhafte Erinnerung an das
zwanzigste Jahrhundert in uns, die unsere Energien weckt und uns den Weg vorzeich-
net: Zu ihm gehšrt jener zukunftsweisende Augenblick in der Geschichte der Mensch-
heit, als der Mittelpunkt des Bundes Bah‡ÕuÕll‡hs im Laufe einer Amtszeit, die ohne
Parallele ist, die Struktur der neuen Weltordnung entwarf und als anschlie§end im Ver-
lauf einiger seiner verheerendsten Jahre der HŸter des Glaubens seine Šu§erste Energie
darauf verwendete, die Struktur eines administrativen Systems zu errichten, das am
Ende des Jahrhunderts in der Ganzheit seiner essenziellen Form vor den Augen der Welt
ausgebreitet liegt. Wir stehen damit an einer BrŸcke zwischen den Zeiten. Die FŠhig-
keiten, die im Laufe eines Jahrhunderts der heftigen Anstrengungen und Opfer von ei-
ner Handvoll von der Liebe zu Bah‡ÕuÕll‡h berauschter GlŠubiger entwickelt wurden,
mŸssen jetzt auf die fŸr das Gestaltende Zeitalter unausweichlich verbleibenden Aufga-
ben angewandt werden; die zahlreichen Epochen unermŸdlicher Arbeit dieses Zeitalters
werden schlie§lich zum Goldenen Zeitalter unseres Glaubens fŸhren, wenn der Grš§te
Friede die Erde umfassen wird.
An diesem Ridv‡n beginnen wir einen Zwšlf-Monate-Plan. So kurz er auch ist, muss
und wird er ausreichen, gewisse lebenswichtige Aufgaben zu erfŸllen und das Fundament
fŸr den nŠchsten, zwanzig Jahre andauernden Vorsto§ des Gšttlichen Planes des Meisters
zu legen. Was vor vier Jahren so sorgfŠltig begonnen wurde Ð die systematische Aneignung
von Kenntnissen, QualitŠten und Dienstfertigkeit Ð muss erweitert werden. Wo immer es
sie gibt, mŸssen nationale und regionale Institute die Programme und Systeme, die sie ein-
gefŸhrt haben, in vollem Umfang zur Anwendung bringen. Neue Institute mŸssen gebildet
werden, wo der Bedarf danach erkannt wurde. Grš§ere Schritte mŸssen unternommen wer-
den, um die Lehrarbeit zu systematisieren, die durch individuelle Initiative und durch insti-
tutionelle Fšrderung unternommenen wird. Es ist teilweise zu diesem Zweck, dass die
21. April 2000 Ridv‡n-Botschaft 157
53
Berater und die Nationalen RŠte in verschiedenen Gegenden jedes Kontinents ÒRegionale
WachstumsprogrammeÓ aufgestellt haben. Die Ergebnisse werden einen Erfahrungsschatz
liefern, der fŸr zukŸnftige PlŠne nŸtzlich sein wird. Der Einzelne, die Institutionen und die
šrtlichen Gemeinden werden dringend gebeten, ihre Aufmerksamkeit auf diese wesentli-
chen Aufgaben zu richten, damit sie fŸr das nŠchste FŸnf-Jahres-Unternehmen, das zu Rid-
v‡n 2001 beginnt, voll gerŸstet sind Ð eine Unternehmung, die die Bah‡Õ’-Welt zur nŠchsten
Phase beim Fortschritt im Prozess des Beitritts in Scharen fŸhren wird.
Aber jenseits der Aufmerksamkeit, die auf diese Aufgaben gerichtet wird, gibt es
noch eine dringende Herausforderung, vor der wir stehen: Unsere Kinder mŸssen geistig
genŠhrt und in das Leben der Sache Gottes integriert werden. Man darf nicht zulassen,
dass sie ziellos in einer Welt umherirren, die voll von moralischen Gefahren ist. Im ge-
genwŠrtigen Zustand der Gesellschaft sehen sich die Kinder einem grausamen Schicksal
gegenŸber. Millionen und Abermillionen von ihnen sind in allen LŠndern sozial entwur-
zelt. Die Kinder sind ihren Eltern und der Erwachsenenwelt gegenŸber entfremdet, ob sie
nun unter armen oder reichen Lebensbedingungen leben. Diese Entfremdung hat ihre
Wurzeln in der Selbstsucht, die aus dem Materialismus entsteht, welcher sich im Kern der
Gottlosigkeit befindet, die die Herzen der Menschen Ÿberall erfasst. Die soziale Entwur-
zelung der Kinder unserer Zeit ist ein sicheres Anzeichen einer Gesellschaft des Nieder-
gangs; dieser Zustand beschrŠnkt sich jedoch nicht auf eine Rasse, Klasse, Nation oder
wirtschaftliche Bedingung Ð er betrifft alle. Es betrŸbt unsere Herzen, zutiefst festzustel-
len, dass in vielen Teilen der Welt Kinder als Soldaten benutzt, als Arbeiter ausgebeutet,
in die Sklaverei verkauft, in die Prostitution gezwungen, zum Objekt fŸr Pornographie
herabgewŸrdigt, von Eltern, deren Denken nur um ihre eigenen Begierden kreist, verlas-
sen werden oder auf andere Arten Ð zu zahlreich, um sie aufzuzŠhlen Ð zu Opfern gemacht
werden. Viele dieser Schrecken fŸgen Eltern selbst den eigenen Kindern zu. Der hieraus
entstehende geistige und psychologische Schaden kann Ÿberhaupt nicht abgeschŠtzt wer-
den. Unsere weltweite Gemeinde kann den Folgen dieser ZustŠnde nicht entfliehen. Das
Bewusstsein dieser Tatsache sollte uns alle zu dringlichen und bestŠndigen Anstrengun-
gen fŸr die Interessen von Kindern und der Zukunft antreiben.
Obgleich AktivitŠten fŸr Kinder auch ein Teil frŸherer PlŠne waren, haben sie dem
tatsŠchlichen Bedarf auf diesem Feld nicht annŠhernd entsprochen. Geistige Erziehung
von Kindern und Junioren ist von grš§ter Bedeutung fŸr den weiteren Fortschritt der Ge-
meinde. Es ist daher geboten, Abhilfe fŸr diesen Mangel zu schaffen. Die Institute mŸssen
sicherstellen, dass ihre Programme die Ausbildung von Kinderklassenlehrern mit ein-
schlie§en, die dann den šrtlichen Gemeinden ihre Dienste zur VerfŸgung stellen kšnnen.
Aber wenn auch eine geistige und schulische Ausbildung fŸr Kinder wesentlich ist, bildet
dies doch nur einen Teil dessen, was in die Entwicklung ihres Charakters und in ihre Per-
sšnlichkeitsbildung einflie§en muss. Es ist notwendig, dass der Einzelne und die Institu-
tionen auf allen Ebenen, d. h. die Gemeinde als Ganzes, Kindern gegenŸber eine
angemessene Haltung zeigen und sich allgemein fŸr ihr Wohlergehen interessieren. Eine
solche Einstellung sollte sich všllig abheben von derjenigen einer schnell zerfallenden
Ordnung.
Kinder sind der kostbarste Schatz, den eine Gemeinde besitzen kann, denn in ihnen
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
54
liegt die Verhei§ung und die Garantie fŸr die Zukunft. In ihnen liegt keimhaft der Cha-
rakter der zukŸnftigen Gesellschaft, der im Wesentlichen durch das gebildet wird, was die
Erwachsenen der Gemeinde fŸr die Kinder tun oder zu tun versŠumen. Sie sind ein Pfand,
das keine Gemeinde ungestraft vernachlŠssigen darf. Eine allumfassende Liebe fŸr die
Kinder, die Art, wie man sie behandelt, die QualitŠt der ihnen geschenkten Aufmerksam-
keit, der Geist, mit dem sich Erwachsene ihnen gegenŸber verhalten Ð dies alles gehšrt zu
den lebenswichtigen Aspekten der erforderlichen Einstellung. Liebe erfordert Disziplin,
den Mut, Kinder an MŸhsal zu gewšhnen, nicht allen ihren Launen nachzugeben und sie
nicht ihren eigenen Neigungen ganz zu Ÿberlassen. Es muss eine AtmosphŠre gewahrt
werden, in der Kinder fŸhlen, dass sie zur Gemeinde gehšren und sich an ihrem Ziel be-
teiligen. Sie mŸssen liebevoll aber nachdrŸcklich dahin gefŸhrt werden, nach den Bah‡Õ’-
Ma§stŠben zu leben und die Sache Gottes in einer Weise zu erforschen und zu lehren, wie
es ihrem Lebensumfeld entspricht.
Unter den Jugendlichen in der Gemeinde sind auch die Junioren, im Alter etwa zwi-
schen 12 und 15. Sie bilden eine besondere Gruppe, die besondere BedŸrfnisse hat, da sie
sich irgendwo zwischen Kindheit und Jugend befinden und viele VerŠnderungen in ihnen
vorgehen. In schšpferischer, hingebungsvoller Aufmerksamkeit gilt es, sie an Program-
men fŸr AktivitŠten zu beteiligen, sie dabei mit ihren Interessen einzubeziehen, ihre Be-
fŠhigungen fŸr das Lehren und den Dienst zu bilden und sie in die sozialen Interaktionen
mit Šlteren Jugendlichen einzubinden. Die Einbeziehung der KŸnste in ihren verschiede-
nen Formen kann in solchen AktivitŠten von gro§em Wert sein.
Und nun mšchten wir einige Worte an Eltern richten, die bei der Erziehung ihrer Kin-
der die Hauptverantwortung tragen. Wir rufen sie auf, ihre stŠndige Aufmerksamkeit auf
die geistige Erziehung ihrer Kinder zu richten. Es scheint, dass einige Eltern annehmen,
dies liege ausschlie§lich in der Verantwortung der Gemeinde; andere glauben, dass die
UnabhŠngigkeit der Kinder bei der Erforschung der Wahrheit gewahrt bleiben mŸsse und
deshalb der Glaube ihnen nicht gelehrt werden dŸrfe. Wiederum andere fŸhlen sich unfŠ-
hig, diese Aufgabe zu bewŠltigen. Nichts davon trifft zu. Der geliebte Meister sagte: ÒVa-
ter und Mutter sind verpflichtet, Tochter und Sohn mit grš§ter Anstrengung
auszubildenÓ, und fŸgte hinzu: ÒWer diese Aufgabe vernachlŠssigt, der wird in Gegen-
wart des gestrengen Herrn zur Rechenschaft gezogen und mit VorwŸrfen ŸberhŠuft wer-
den.Ó UnabhŠngig vom Niveau ihrer eigenen Ausbildung sind Eltern in der
entscheidenden Lage, die geistige Entwicklung ihrer Kinder zu formen. Sie sollten unter
keinen UmstŠnden ihre FŠhigkeit, den moralischen Charakter ihrer Kinder zu bilden, un-
terschŠtzen. Denn sie Ÿben einen unersetzbaren Einfluss durch die hŠusliche Umgebung
aus, die sie bewusst durch ihre Liebe zu Gott, ihr BemŸhen, sich an Seine Gesetze zu hal-
ten, ihren Geist des Dienstes fŸr Seine Sache, ihre nicht fanatische Einstellung und ihre
Freiheit von den zersetzenden Wirkungen der Ÿblen Nachrede schaffen. Jeder Elternteil,
der an die Gesegnete Schšnheit glaubt, hat die Verantwortung sich in solcher Weise zu
benehmen, wodurch bei den Kindern spontan der Gehorsam gegenŸber den Eltern ent-
steht, dem die Lehren solch hohen Wert beimessen. NatŸrlich sollten die Eltern zusŠtzlich
zu ihrem BemŸhen im Hause die von der Gemeinde eingerichteten Bah‡Õ’- Kinderklassen
unterstŸtzen. Man muss auch daran denken, dass die Kinder in einer Welt leben, die sie
21. April 2000 Ridv‡n-Botschaft 157
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durch den direkten Kontakt mit den Schrecken, die wir beschrieben haben, und durch die
unvermeidliche †berflutung der Massenmedien Ÿber die rauhen RealitŠten informiert.
Viele von ihnen werden daher zwangslŠufig vorzeitig reif, und unter diesen gibt es solche,
die nach Ma§stŠben und einer Disziplin suchen, nach der sie ihr Leben ausrichten kšnnen.
Auf diesem dŸsteren Hintergrund einer dekadenten Gesellschaft sollten Bah‡Õ’-Kinder
als die Sinnbilder einer besseren Zukunft strahlen.
Wir hegen die lebhaftesten Erwartungen, wenn wir daran denken, dass die Kontinen-
talen Berater sich im Januar 2001 aus einem Anlass versammeln werden, bei dem wir den
Einzug des Internationalen Lehrzentrums in seinen stŠndigen Sitz am Berge Gottes feiern
werden. Hilfsamtsmitglieder aus der ganzen Welt werden mit ihnen an einer Versamm-
lung teilnehmen, die sich zweifellos als eines der historischen Ereignisse des Gestalten-
den Zeitalters erweisen wird. Die Zusammenkunft eines solchen Kreises von Bah‡Õ’-
AmtstrŠgern muss allein naturgemŠ§ fŸr eine Gemeinde, die dann kurz vor dem Ende ei-
nes Planes und dem Eintritt in einen neuen Plan stehen wird, zahllose Wohltaten bringen.
WŠhrend wir Ÿber diese Auswirkungen nachsinnen, wenden wir uns mit dankbaren Her-
zen an die geliebten HŠnde der Sache Gottes ÔAl’-Akbar Furœtan und ÔAl’ Muhammad
Varq‡, die durch ihren Aufenthalt im Heiligen Land die Fackel des Dienstes hochhalten,
die der geliebte HŸter in ihren Herzen entzŸndet hat.
Mit diesem Zwšlf-Monate-Plan Ÿberqueren wir eine BrŸcke, zu der wir niemals zu-
rŸckkehren werden. Wir beginnen diesen Plan in der Abwesenheit von ÔAmatuÕl-Bah‡
Rœh’yyih Kh‡num aus diesem irdischen Dasein. Sie blieb bei uns praktisch bis zum Ende
des zwanzigsten Jahrhunderts als ein Strahl jenes Lichtes, das wŠhrend jener unvergleich-
lichen Periode in der Geschichte der Menschheit schien. In den Sendschreiben zum Gštt-
lichen Plan beklagte der Meister Seine UnfŠhigkeit, durch die Welt zu reisen, um den
gšttlichen Ruf zu erheben, und da er Seine EnttŠuschung so intensiv fŸhlte, schrieb Er die
Hoffnung nieder: ÒEs mšge Gott gefallen, dass ihr es erreicht!Ó ÔAmatuÕl-Bah‡ reagierte
darauf mit grenzenloser Energie, berŸhrte weit verstreute Gegenden dieser Erde in den
185 LŠndern, die dazu ausersehen waren, ihre unvergleichlichen Geschenke zu erhalten.
Ihr Beispiel, das fŸr immer seinen Glanz behalten wird, erleuchtet die Herzen von Tau-
senden und Abertausenden auf dem ganzen Erdball. Da jede andere Geste unangemessen
erscheint, sollten wir nicht alle wŠhrend dieses Planes unsere demŸtigen BemŸhungen
dem Gedenken jener widmen, fŸr die Lehren das oberste Ziel, die vollkommenste Freude
des Lebens war?
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
56
18. Juli 2000
Bah‡Õ’ Ordnung und Demokratie
(an einen einzelnen GlŠubigen)
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat Ihr Schreiben vom 31. Mai 2000 erhalten und
hat uns gebeten Ihnen die folgende Antwort zu schicken.
Lieber Bah‡?’ Freund,
Auf Ihre Frage ãWie muss ich die Fšrderung einer Bah‡?’ Demokratisierung verstehen?Ò
gibt es sowohl eine einfache als auch eine komplexere Antwort und das Haus der Gerech-
tigkeit ist der Meinung, dass es wŸnschenswert ist, die Angelegenheit von beiden Blick-
punkten aus zu betrachten.
ZunŠchst einmal verstehen Sie als Bah‡?’, der Ÿber viele Jahrzehnte hinweg einen he-
rausragenden Dienst in seiner Gemeinde geleistet hat, dass die Bah‡?’ Verwaltungsord-
nung ein integraler Bestandteil der Offenbarung Bah‡?u?ll‡hs ist; es ist ein gšttlich
entworfenes System, das, wie der HŸter in Die Sendung Bah‡?u?ll‡hs erklŠrt, ãin ihrer
Struktur gewisse Elemente vereinigt, die in jeder der drei anerkannten Arten weltlicher
Herrschaftsform zu finden sind, ohne doch in irgendeiner Hinsicht eine blo§e Wiederho-
lung einer von ihnen zu sein und ohne in ihren Mechanismus irgendwelche der zu bean-
standenden Kennzeichen einzufŸhren, die jenen angestammterma§en eigen sind. Sie
verschmilzt und bringt, wie keine von sterblicher Hand geformte Herrschaft es jemals
vollbracht hat, die zweifellos in jedem dieser Systeme enthaltenen gesunden Bestandteile
miteinander in Einklang, ohne die Reinheit jener gottgegebenen Wahrheiten, auf die sie
sich letzten Endes grŸndet, zu verfŠlschen.Ó
(Weltordnung Bah‡ÕuÔll‡has, S. 219)
Es ist die stŠndige Aufgabe der Bah‡?’, ihr VerstŠndnis der Prinzipien, auf denen die
Verwaltungsordnung aufbaut, zu steigern und die Glaubenskraft, mit der sie diese Prinzi-
pien in ihren Handlungen umsetzen, zu stŠrken. Beim jetzigen Abschnitts in der Entwick-
lung des Glaubens ist die Bildung nationaler und lokaler Bah‡?’ Institutionen von
besonderer Dringlichkeit. Sollte daher mit ãder Fšrderung der Bah‡?’ DemokratisierungÒ
eine Ausweitung der zunehmend verantwortungsvollen Beteiligung der einzelnen Mit-
glieder in der Gemeindearbeit gemeint sein, so wŠre dies hšchst lobenswert und sollte
eine anhaltende BemŸhung der Bah‡?’ Institutionen sein.
Diese ist die einfache Antwort. Aber wenn die Absicht die ist, dass die Bah‡?’ Ver-
waltungsordnung verŠndert werden sollte um den gegenwŠrtigen Konzepten politischer
Demokratie nŠher zu kommen, so wird dadurch eine Reihe komplexerer Themen aufge-
worfen. In Die Sendung Bah‡?u?ll‡hs fŸhrt Shoghi Effendi den Nachweis eines ãnicht-
autokratischen Charakters der Bah‡?’ Verwaltungsordnung und ihre Neigung zu demo-
kratischen Methoden in der Verwaltung ihrer AngelegenheitenÒ, aber dies rechtfertigt
nicht die Forderung, das System zu Šndern, welches in den Schriften Bah‡?u?ll‡hs und
18. Juli 2000 Bah‡Õ’ Ordnung und Demokratie
57
Abdu?l-Bah‡s und in den ErlŠuterungen Shoghi Effendis festgelegt ist. Ein solcher Ver-
such, egal ob als die ãFšrderung der Bah‡?’ DemokratisierungÒ bezeichnet oder nicht,
wŸrde den klaren Lehren des Glaubens widersprechen. Die Einbeziehung der in ihrem
Brief enthaltenen verschiedenen spezifischen Fragen wird zur Klarstellung dieses Unter-
schieds beitragen.
Im zweiten Absatz ihres Schreibens sagen Sie, dass Ihrem VerstŠndnis nach die
Bah‡?’ Weltordnung ãmindestens zu 80% eine theokratisch-aristokratische OrdnungÒ
sei. Da ja die Ordnung Bah‡?u?ll‡hs ein integraler Bestandteil der gšttlichen Offenbarung
ist, die Er als eine Manifestation Gottes uns gegeben hat, kšnnte man sagen, dass diese
Ordnung im Wesentlichen theokratisch ist, aber insofern als ihr jede Form von Klerus
oder Priestertum fehlt , ist sie keineswegs eine ãTheokratieÒ in dem Sinne, wie dieser Be-
griff allgemein verwendet und verstanden wird.
In Šhnlicher Weise steht das Charakteristikum der Aristrokratie (Herrschaft der Bes-
ten) wie sie im Glauben vorkommt, in scharfem Gegensatz zum allgemeinen VerstŠnd-
nis dieses Begriffs. Frei von Wahlpropaganda oder externem Druck wie er durch
wirtschaftliche MŠchte oder Manipulation durch die Presse entsteht, versucht der GlŠu-
bige jene Personen in seine regierenden Institutionen zu wŠhlen, die er als die Qualifizier-
testen fŸr ein solches Amt einschŠtzt. Die gewŠhlten Mitglieder sind dann Gott und ihrem
Gewissen verantwortlich, anstatt jenen gegenŸber, die sie gewŠhlt haben. Sie sind zwei-
fellos mit den Worten Shoghi Effendis in Bah‡?’ Administration Ÿber das Verhalten und
die Verantwortung der Mitglieder von RŠten vertraut:
Die Pflichten derer, die die Freunde frei und gewissenhaft als ihre Vertreter gewŠhlt
haben, sind nicht weniger lebenswichtig und bindend als die Pflichten jener, die sie ge-
wŠhlt haben. Es ist nicht ihre Aufgabe zu befehlen, sondern zu beraten, und nicht nur un-
tereinander zu beraten, sondern soviel wie mšglich auch mit den Freunden, die sie
vertreten. Sie selbst sollten sich in keinem anderen Licht sehen, denn als erwŠhlte Werk-
zeuge fŸr die noch wirksamere, noch wŸrdigere Vertretung der Sache Gottes. Niemals
sollten sie sich zu der irrigen Meinung verleitet lassen , sie seien die SchmuckstŸcke im
Mittelpunkt der Sache Gottes, den anderen wesenhaft Ÿberlegen an FŠhigkeiten und
Verdienst die alleinigen Fšrderer gšttlicher Lehren und Prinzipien. Mit tiefster Demut
sollten sie an ihre Aufgabe herangehen und bestrebt sein, durch ihre Aufgeschlossenheit
, ihrem hohen Sinn fŸr Gerechtigkeit und Pflichtbewusstsein, ihre Aufrichtigkeit, Be-
scheidenheit, všllige Hingabe an die Wohlfahrt und die Interessen der Freunde, an die
Sache Gottes und die Menschheit, nicht nur das Vertrauen, die wirksame UnterstŸtzung
und den Respekt derer die sie vertreten zu gewinnen, sondern auch ihre WertschŠtzung
und echte Zuneigung. Zu allen Zeiten mŸssen sie den Geist der Abgeschlossenheit und
den Geruch der GeheimniskrŠmerei vermeiden, mŸssen sich von anma§endem Beneh-
men freimachen und jede Art von Vorurteil und Leidenschaft aus ihren Handlungen ver-
bannen. Innerhalb der Grenzen weiser ZurŸckhaltung sollten sie die Freunde ins
Vertrauen ziehen, sie mit ihren PlŠnen vertraut machen, ihre Probleme und Sorgen mit
ihnen teilen und ihren Rat und ihre UnterstŸtzung suchen.
Und wenn sie zu einem bestimmten Entschluss kommen mŸssen, sollten sie sich nach
leidenschaftsloser, bedachter und aufrichtiger Beratung, Gott im Gebet zuwenden; sie
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
58
sollten mit Ernst, †berzeugung und Mut ihre Stimmen abgeben und sich an die Stimme
der Mehrheit halten, die Ð wie unser Meister gesagt hat - die Stimme der Wahrheit ist, die
niemals angezweifelt werden darf und die immer vorbehaltlos durchgesetzt werden muss
. Dieser Stimme der Wahrheit mŸssen die Freunde aufrichtig folgen und als das einzige
Mittel betrachten, um den Schutz und den Fortschritt der Sache Gottes zu sichern .
(Geistige RŠte Ð HŠuser der Gerechtigkeit, S 25 und S. 20)
Wie bereits oben angemerkt, ist die Art und Weise, in der GlŠubige Mitglieder der ge-
wŠhlten Institutionen werden, demokratisch. Sie ist sogar weit demokratischer als jene
Methoden, nach denen die Mitglieder der meisten Parlamente gewŠhlt werden. Das
Bah‡?’ Wahlsystem ist von der Macht und dem Handel der Parteien und Fraktionen und
der Manipulation durch bestehende Interessengruppen vollkommen frei. Jedem WŠhler
steht es frei, seine oder ihre Stimme jenen zu geben, die er oder sie aussucht.
Heutzutage ist selbst in den besten Demokratien der treibende Beweggrund bei Wah-
len der Wunsch eines jeden Politikers, an die Macht zu kommen, um jenes Programm,
das er besonders bevorzugt, in die Tat umzusetzen zu kšnnen Ð die Wahl wird zu einem
Wettkampf, welchen die sich selbst zur Schau stellenden Kandidaten entweder ãgewin-
nenÒ oder ãverlierenÒ. Die WŠhlerschaft wird als eine Masse angesehen, die es durch
Rhetorik und verschiedene Formen der Beeinflussung zu bestimmen gilt, den einen oder
anderen Kandidaten zu unterstŸtzen. Im Bah‡?’ System jedoch sind die WŠhler die aktive
Kraft und ihre Motivation besteht darin, jene Individuen zu wŠhlen, die zum Dienst in
der Institution am besten geeignet sind. Die gewŠhlten Personen sind im Wahlprozess
passiv (ausser in ihrer Rolle als WŠhler) und nehmen die Wahl als eine Pflicht zum Dienst
an der Gemeinschaft und in Antwort auf den Wunsch der WŠhlerschaft an. Anders aus-
gedrŸckt, unterscheiden sich die Systeme grundlegend in ihrem Geist: beim einen ist es
ein Machtstreben, beim anderen ist eine †bernahme der Verantwortung zum Dienst.
Sie erwŠhnen Verschiedenes, was sie als die kennzeichnendsten demokratischen
Prinzipien und Werte beschreiben. Dazu gehšren Transparenz, Rechenschaft, Pressefrei-
heit und der kritische Dialog. Ebenso wie sich der zugrundeliegende Geist des Bah‡?’
Systems von jenem unterscheidet, der die meisten gŠngigen demokratischen Systeme an-
treibet, unterscheiden sich auch die Methoden bei der Anwendung dieser Prinzipien und
die Haltung der Betroffenen.
Im allgemeinen kann gesagt werden, dass moderne Demokratien als das Ergebnis des
Versuchs zur EinschrŠnkung der Macht absoluter Monarchien, Diktaturen, oder bestimm-
ter herrschender Schichten entstanden sind. Dies kann schrittweise Ÿber Jahrhunderte
oder umbruchartig durch eine Reihe von Revolutionen entstanden sein. Somit verbleibt
auch nach dem Aufbau demokratischer Verfassungen und Strukturen ein Misstrauen ge-
genŸber der AutoritŠt als solcher, und eine Spannung zwischen dem Ma§ von Freiheit,
die dem einzelnen BŸrger gewŠhrt wird,l und dem AufbŸrden einer ausreichenden allge-
meinen Disziplin zum Schutz der Schwachen gegen die selbstischen Ziele der Starken in
der Gesellschaft. Die Anwendung von Transparenz, Rechenschaft, Pressefreiheit und des
kritischen Dialogs ist somit von einem Geist eines Partisanentums getragen, das leicht in
ein gnadenloses Eindringen in die PrivatsphŠre, die Verbreitung von Verleumndung,
18. Juli 2000 Bah‡Õ’ Ordnung und Demokratie
59
Ÿbertriebenes Misstrauen und in den Missbrauch der Nachrichtenmedien durch besonde-
re Interessengruppen verfŠllt. Die Reaktion jener, die sich gegen solche AuswŸchse des
Systems zur Wehr setzen, fŸhrt zu Geheimnistuerei, Verheimlichung unbequemer Tatsa-
chen und des umgekehrten Missbrauchs der Medien Ð zusammengefasst eine andauernde
Disharmonie im Geflecht der Gesellschaft.
Im Gegensatz zu diesen Mustern, die aus dem traditionellen Antagonismus erwach-
sen, beruht das Bah‡?’ System auf den Idealen der Einheit, Harmonie, Gerechtigkeit,
Vielfalt und Nachsicht beim Aufbau einer gšttlich geplanten administrativen Struktur
durch einen Prozess des gegenseitigen Lernens und Entdeckens. Wie bereits erwŠhnt,
fehlt das Element des Machtstrebens všllig. Von allen Mitgliedern einer Bah‡?’ Gemein-
de wird unabhŠngig von ihrer momentanen Stellung, die sie in der administrativen Struk-
tur einnehmen, erwartet, sich selbst in einen Lernprozess wahrzunehmen, bei dem sie
danach streben, die Gesetze und Prinzipien des Glaubens zu verstehen und anzuwenden.
Als Teil dieses Prozesses werden die RŠte ermutigt ihre Hoffnungen und BemŸhungen
und Neuigkeiten bei den Entwicklungen den Mitgliedern der Gemeinde stŠndig mitzu-
teilen und ihre Ansicht und UnterstŸtzung zu suchen. Es gibt natŸrlich Themen wie die
persšnlichen Probleme eines GlŠubigen, die er (oder sie) bei der Suche nach Hilfe an sei-
nen Rat herantrŠgt, oder die Hšhe der Spenden einzelner GlŠubiger an die Fonds und so
weiter, Ÿber die der Rat absolute Vertraulichkeit wahren muss. Wie in jedem gerechten
Regierungssystem muss das richtige Gleichgewicht zwischen den Extremen gesucht und
gefunden werden. In diesem Zusammenhang werden Sie sich and diese Aussage Shoghi
Effendis in Bah‡?’ Administration erinnern:
Lasst uns auch immer eingedenk sein, dass der Grundton der Sache Gottes nicht dik-
tatorische Gewalt, sondern demŸtige Gemeinschaft ist, nicht willkŸrliche Macht, son-
dern der Geist freier und liebevoller Beratung.. Nichts au§er dem Geist eines wahren
Bah‡?’ kann je hoffen, die Prinzipien der Gnade und Gerechtigkeit, der Freiheit und des
Gehorsmas , der Heiligkeit persšnlicher Rechte und der Selbsthingabe, der Wachsam-
keit, Verschwiegenheit und Vorsicht einerseits und der Freundschaft, der Offenheit und
des Mutes andererseits n zu versšhnen.
(Geistige RŠte Ð HŠuser der Gerchtigkeit, S.25)
Wo auch immer man ein fehlerhaftes Funktionieren in der Bah‡?’ Gemeinde findet,
kann dies auf ein Versagen zurŸckgefŸhrt werden, die Gesetze, Prinzipien und Methoden,
die in den Schriften niedergelegt sind, richtig anzuwenden. Das †berwinden solcher Un-
zulŠnglichkeiten ist Teil des Lernprozesses, an dem alle Bah‡?’ beteiligt sind. Das blei-
bende Ziel der Institutionen der Bah‡?’ Gemeinde besteht darin Ð egal ob durch
Sommerschulen und Trainingsinstituten, durch die Weiterentwicklung der 19-Tagefeste
und der Nationaltagungen, oder durch den tagtŠglichen Austausch mit den Freunde Ð den
einzelnen GlŠubigen zu befŠhigenzu lernen, wie sie ihr Leben mit zunehmendem Wissen,
Weisheit, Einheit und Erfolg in Einklang mit den Lehren Bah‡?u?ll‡hs leben.
DarŸberhinaus gibt es in der Bah‡?’ Verwaltungsordnung au§er den Geistigen RŠten
auch die Institutionen der Kontinentalen BeraterŠmter und ihrer HilfsŠmter. Ihr Bestreben
bei den Einzelnen, der Gemeinde und den Institutionen ist darauf gerichtet, den wahren
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
60
Geist des Glaubens zu erhalten, die leitenden Institutionen zu beraten und ihnen zu helfen
die ihnen durch Bah‡?u?ll‡h und den Meister aufgestelleten hohen Ideale zu erreichen.
Wie das Haus der Gerechtigkeit in einem Brief vom 24. April 1972 schrieb:
ãDie Existenz von Institutionen solch erhabenen Ranges, zusammengesetzt aus Per-
sonen, denen eine solche lebenswichtige Aufgabe gegeben ist, die trotzdem weder gesetz-
gebende, administrative noch rechtliche AutoritŠt besitzen, und die vollkommen frei sind
von priesterlichen Funktionen oder dem Recht, autoritative Auslegungen zu geben, ist
eine Eingeschaft der Bah‡Õ’-Verwaltung, die keine Paralelle in den Religionen der Ver-
gangenheit findetÒ
(Botschaften, Bd. II, S. 134)
Das Haus der Gerechtigkeit kommentierte weiter, dass nur durch den Wachstum der
Bah‡?’ Gemeinden und der steigenden FŠhigkeit der GlŠubigen unbeeinflusst von Kon-
zepten vergangener Zeitalter Ÿber die administrativen Strukturen nachzusinnen, die le-
benswichtige gegenseitige AbhŠngigkeit dieser zwei Arme der Administration richtig
verstanden und der Wert ihrer Zusammenarbeit vollstŠndig erkannt werden wird.
Zwei andere von ihnen angeschnittene Themen verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit.
Die direkte Wahl der Hauptinstitutionen einer Gesellschaft kann schwerlich als ein be-
deutendes, demokratisches Prinzip angesehen werden. Zum Beispiel wird in den Verei-
nigten Staaten von Amerika der PrŠsident durch eine WŠhlerkollegium gewŠhlt, deren
Mitglieder in einzelnen Staaten durch das Volk gewŠhlt werden. In einigen anderen LŠn-
dern wird der PrŠsident durch das Parlament und nicht durch das Volk gewŠhlt. Jedoch
kann die direkte Wahl, egal ob sie ein demokratisches Prinzip ist oder nicht, in der Bah‡?’
Religion nicht angewandt werden, denn es ist in den Heiligen Schriften niedergelegt, dass
das Universale Haus der Gerechtigkeit in einer dreistufigen Wahl gewŠhlt werden muss,
und Nationale Geistige RŠte das Ergebnis einer zweistufigen Wahl sein mŸssen.
Zuletzt bleibt die Frage, dass die Mitgliedschaft des Universalen Hauses der Gerech-
tigkeit auf MŠnner beschrŠnkt ist. Auch dies ist eine Vorgabe der Heiligen Schriften, die
sowohl von Abdu?l-Bah‡ als auch dem HŸter klar dargestelt wurde. Es muss im Licht des
oben erwŠhnten Prinzips betrachtet werden, dass die Wahl in eine Institution der Bah‡?’
Administration als ein Ruf zum Dienst und nicht als ein Aufstieg zur Macht gesehen wird.
Es ist ausserdem bedeutsam, dass das Universale Haus der Gerechtigkeit selbst schreibt,
dass die Tatsache, dass seine Mitgliedschaft auf MŠnner beschrŠnkt ist, nicht als Hinweis
darauf benutzt werden kann, dass MŠnner den Frauen Ÿberlegen sind oder dass das Bah‡?’
Prinzip der Gleichwertigkeit der Geschlechter ungŸltig ist. Wie Sie wissen, ist es ein Auf-
trag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, die Verwirklichung der Gleichwertigkeit
von MŠnnern und Frauen sicherzustellen, und Sie sind sich zweifellos des Nachdrucks,
mit der Bah‡?’ dies in die Tat umsetzen, bewusst. Dieses Thema wurde ausgiebig in einem
Brief vom 31. Mai 1988 an den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡?’ von Neuseeland be-
handelt, der zu Ihrer Information in Kopie beigefŸgt ist.
Das Haus der Gerechtigkeit hofft, dass diese Anmerkungen Ihnen helfen werden die
Verwirrung die, wie Sie schreiben, Sie beschŠftigt, aufzulšsen.
Mit liebevollen Bah‡?’ GrŸssen, Im Auftrag der Sekretariatsabteilung
13. August 2000 Funktionsweise der Bah‡?’ Verwaltungsordnung
61
13. August 2000
Funktionsweise der Bah‡?’ Verwaltungsordnung
An alle Nationalen Geistigen RŠte, 13. August 2000
Liebe Bah‡?’ Freunde,
vor kurzem wies uns das Universale Haus der Gerechtigkeit an, eine Antwort an einen
Freund zu verfassen, der einige Fragen nach der Funktionsweise der Bah‡?’ Verwaltungs-
ordnung gestellt hatte. Das Haus ist der Meinung, dass diese Antwort auch fŸr andere
GlŠubige von Interesse sein kann, wie auch fŸr Nationale Geistige RŠte, die gebeten wer-
den kšnnten, Šhnliche Fragen zu beantworten.
Daher ist eine Kopie dieses Schreibens zusammen mit seiner Anlage fŸr jeden Nati-
onalen Rat beigefŸgt. Letzteres ist die Kopie eines Briefes des Universalen Hauses der
Gerechtigkeit an den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡?’ von Neuseeland vom 31. Mai
1988. Obwohl es seinerzeit bereits unter einige Nationale RŠte verbreitet wurde, ist das
Haus der Gerechtigkeit der Meinung, dass es hilfreich sein kann, wenn alle Nationalen
RŠte es jetzt erhalten.
Es steht Ihnen frei diese Verlautbarungen den Bah‡?’ in Ihrem Verantwortungsbe-
reich mitzuteilen, wenn Sie es fŸr angemessen halten
Mit liebevollen Bah‡?’ GrŸssen, Sekretariatsabteilung
12. September
2000 Zur Verwendung des Grš§ten Namen
Aufgrund einer Anfrage, ob die Verwendung des Grš§ten Namens ÔAll‡h-u-Abh‡Õ in den
Pflichtgebeten auch in †bersetzungen mšglich ist, erhielt der Nationale Geistige Rat in
einem Schreiben des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 12. September 2000 fol-
gende Antwort:
ÒIm langen Pflichtgebet, wenn der Betende den Grš§ten Namen sprechen soll, und im
Totengebet, wenn der Grš§te Name sechsmal wiederholt wird, sind die dabei zu verwen-
denden Worte ÔAll‡h-u-Abh‡Õ und nicht ihre †bersetzung in die eine oder andere Sprache
unserer eigenen Wahl. In gleicher Weise sollte beim tŠglichen fŸnfundneunzigmaligen
Wiederholen des Grš§ten Namens ÔAll‡h-u-Abh‡Õ verwendet werden.Ó
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
62
24. September 2000
Drei wichtige Konferenzen von globaler Bedeutung
ãzur MorgendŠmmerung des neuen MilleniumsÒ
An alle Nationalen Geistigen RŠte Liebe Bah‡Ô’-Freunde,
In seiner Ridv‡n-Botschaft 2000 wies das Universale Haus der Gerechtigkeit voll auf-
merksamer Erwartung auf die in diesem Jahr stattfindenden Milleniumskonferenzen hin,
die sich mit dringend lšsungsbedŸrftigen globalen Fragen beschŠftigen wŸrden, sowie
damit, wie die Vereinten Nationen diese angehen sollten. In der ersten Woche dieses Mo-
nats versammelte sich in New York der Milleniumsgipfel der Vereinten Nationen als letz-
te und wichtigste dreier zusammenhŠngender Veranstaltungen, und zwar unter der
Beteiligung der grš§ten Anzahl von Staats- und Regierungschefs, die jemals versammelt
gewesen war. Im Hinblick auf die historische Bedeutung dieser und der beiden frŸheren
Veranstaltungen und in Anbetracht der hervorgehobenen Beteiligung von Vertretern der
Internationalen Bah‡Ô’-Gemeinde an allen drei Ereignissen, hat uns das Universale Haus
der Gerechtigkeit gebeten, das Folgende mitzuteilen.
Der GeneralsekretŠr der Vereinten Nationen rief auf der Sitzung der Vollversammlung
2000 zu einer Versammlung der FŸhrer der Welt auf. Zugleich wies er darauf hin, dass es
seiner Ansicht nach gewinnbringend wŠre, dabei auch die Ansichten und Empfehlungen
der zivilgesellschaftlichen Organisationen einzuholen. Dies war die Geburtsstunde der
Idee zu einem Millenium- Forum. Auch ein anderer Gedanke konnte die freundliche Un-
terstŸtzung des GeneralsekretŠrs gewinnen: dass ein dem Frieden gewidmetes Treffen re-
ligišser und geistiger FŸhrer die Arbeit der Vereinten Nationen verbessern wŸrde.
Millenium-Forum
So versammelten sich auf dem Millenium-Forum, dem ersten dieser gro§en Zusam-
menkŸnfte, vom 22. - 26. Mai mehr als 1.000 ReprŠsentanten von Nicht-Regierungsorga-
nisationen aus Ÿber 100 LŠndern, Òum Ÿber die Rolle der Vereinten Nationen angesichts
der globalen Herausforderungen zu beraten, denen sich die Menschheit im 21. Jahrhun-
dert gegenŸber siehtÒ.
Sie konzentrierten ihre Beratungen auf die folgenden besonderen Themen:
1. Frieden, Sicherheit und AbrŸstung
2. Beseitigung der Armut, einschlie§lich Schuldenerlass und soziale Entwicklung
3. Menschenrechte
4. Nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz
5. Den Herausforderungen der Globalisierung begegnen: Ausgleich, Gerechtigkeit und
Vielfalt erreichen
6. Die Vereinten Nationen und internationale Organisationen stŠrken und demokrati-
sieren.
Als Ergebnis nahmen die Teilnehmer des Millenium-Forums eine ErklŠrung an, um
24. September 2000 Drei wichtige Konferenzen von globaler Bedeutung ãzur MorgendŠmmerung
63
sie den FŸhrern der Welt auf dem nachfolgenden Milleniumsgipfel zu unterbreiten. Darin
stellen sie ihre eigenen Visionen vor und sprechen ihre Empfehlungen fŸr eine Belebung
der Vereinten Nationen aus. ãNach unserer VisionÒ, so erklŠrten diese ReprŠsentanten der
Zivilgesellschaft, ãsind wir alle eine menschliche Familie, in all unserer Mannigfaltigkeit,
leben in einem gemeinsamen Heimatland und teilen eine gerechte, erhaltbare und fried-
volle Welt, die geleitet wird von den universalen Prinzipien der Demokratie, Gleichheit,
Einbeziehung, Freiwilligkeit, Nicht-Diskriminierung und Beteiligung aller... Es ist eine
Welt, in der Frieden und Sicherheit der Menschen, wie sie in den Prinzipien der Charta
der Vereinten Nationen vorgesehen sind, Bewaffnung, Gewaltkonflikte und Kriege erset-
zen. Es ist eine Welt, in der jeder in einer sauberen Umwelt lebt und seinen gerechten An-
teil an den globalen Ressourcen erhŠlt. Unsere Vision sieht eine besondere Rolle sowohl
fŸr die energische Tatkraft junger Menschen als auch fŸr die Erfahrung der €lteren vor
und beteuert die UniversalitŠt, Unteilbarkeit und UnabhŠngigkeit aller Menschenrechte -
bŸrgerlicher, politischer, škonomischer, sozialer und kultureller.Ò
Milleniums-Friedensgipfel
Der Milleniums-Friedensgipfel religišser und geistiger FŸhrer, der vom 28. - 31. Au-
gust abgehalten wurde und mehr als 1000 Teilnehmer umfasste, stellte die zweite dieser
Konferenzen dar. Die Òganz besondere AbsichtÓ dieses Treffens religišser FŸhrer war,
wie es in der einfŸhrenden Stellungnahme des Programmes hei§t, Òdie Aussichten auf
Frieden zwischen den Všlkern und Nationen und im Innern jedes Einzelnen zu fšrdernÓ.
Das Ergebnis dieses Friedensgipfels war die Annahme und Unterzeichnung einer ErklŠ-
rung, die die Teilnehmer zu globalem Frieden verpflichtet. Nachdem festgestellt wird,
dass Òdie Vereinten Nationen und die Religionen der Welt die gemeinsame Sorge um die
WŸrde des Menschen, um Gerechtigkeit und Frieden teilen,Ó nachdem man anerkennt,
dass ÒMŠnner und Frauen gleichberechtigte Partner hinsichtlich aller Aspekte des Lebens
und Kinder die Hoffnung der Zukunft sindÓ, und man bestŠtigt, dass ÒReligionen zum
Frieden in der Welt beigetragen haben, aber auch dazu missbraucht wurden, um Spaltung
zu erzeugen und Feindschaft anzufachen,Ó fasst man den Beschluss, ãmit den Vereinten
Nationen und allen MŠnnern und Frauen, die guten Willens sind, lokal, global und regi-
onal im Streben nach Frieden in all seinen Dimensionen zusammen zu arbeiten.Ò Wie wir
Ihnen bereits in unserem Brief vom 15. August 2000 mitgeteilt haben, vertrat der Gene-
ralsekretŠr der Internationalen Bah‡Ô’-Gemeinde, Herr Albert Lincoln, den Glauben bei
dieser Gelegenheit. Er war unter den teilnehmenden ãherausragenden religišsen und geis-
tigen FŸhrungspersšnlichkeiten der WeltreligionenÒ aufgefŸhrt und man gab ihm die Ge-
legenheit, sowohl bei der Eršffnungsfeier ein Bah‡Ô’-Gebet zu sprechen, als auch auf der
dritten Plenarsitzung am zweiten Tag der Veranstaltung zu sprechen, die in der Versamm-
lungshalle der Vollversammlung abgehalten wurde. Sein Vortrag war eine gekŸrzte Fas-
sung seiner schriftlichen AusfŸhrungen, die unter den Teilnehmern verteilt wurden, so
wie er in der Anlage enthalten ist 1.
Milleniumsgipfel
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
64
Der Milleniumsgipfel, die dritte Veranstaltung und abschlie§ender Hšhepunkt, wur-
de als Antwort auf eine Resolution der Vollversammlung abgehalten, welche die †ber-
zeugung zum Ausdruck gebracht hatte, dass Òdas Jahr 2000 ein einmaliger und in
symbolischer Weise zwingender Moment ist, um eine belebende Vision der Vereinten
Nationen im neuen Zeitalter zu artikulieren und zu bekrŠftigenÓ. Am letzten Tag nahmen
die FŸhrer von mehr als 150 Nationen einstimmig eine Deklaration an, die mit der ErklŠ-
rung begann: ÒWir, Staats- und RegierungsoberhŠupter, haben uns vom 6. - 8. September
2000 im Sitz der Vereinten Nationen in New York versammelt, zur MorgendŠmmerung
des neuen Milleniums, um unseren Glauben an die Organisation und ihre Charta als un-
entbehrliche Grundlagen einer friedvolleren, glŸcklicheren und gerechteren Welt zu be-
krŠftigen.Ó
Die StaatsfŸhrer betonten bestimmte Ògrundlegende WerteÓ Ñ Freiheit, Gleichheit,
SolidaritŠt, Toleranz, Respekt vor der Natur, gemeinsame Verantwortung Ñ und be-
schlossen, auf Ziele hinzuarbeiten wie:
- Frieden, Sicherheit und AbrŸstung;
- Entwicklung und Ausrottung der Armut;
- Schutz unserer gemeinsamen Umwelt;
- Menschenrechte, Demokratie und gute RegierungsfŸhrung;
- Schutz der Schwachen; - Eingehen auf die besonderen BedŸrfnisse Afrikas;
- StŠrkung der Vereinten Nationen.
Sie verpflichteten sich verbindlich auf den Weltfrieden und auf eine Weltordnung und
schlossen ihre ErklŠrung mit diesem widerhallenden Aufruf: ÒWir bekrŠftigen feierlich
zu diesem historischen Anlass, dass die Vereinten Nationen das unentbehrliche gemein-
same Haus der gesamten menschlichen Familie sind, mit dessen Hilfe wir versuchen, un-
sere universale Sehnsucht nach Frieden, Zusammenarbeit und Entwicklung zu
verwirklichen. Wir bekennen uns daher zu uneingeschrŠnkter UnterstŸtzung dieser ge-
meinsamen Ziele und zur Entschlossenheit, sie zu erreichen.Ó
Es fŠllt besonders auf, dass derjenige, der vom GeneralsekretŠr der Vereinten Natio-
nen dazu bestimmt worden war, sich als Sprecher der Zivilgesellschaft an eine solcher-
ma§en historische Versammlung zu wenden, Herr Techeste Ahdorum, der hšchstrangige
Vertreter der Internationalen Bah‡Õ’-Gemeinde bei den Vereinten Nationen, war. Ihm
wurde diese Ehre zu teil, da er beim Millenium-Forum der Vereinten Nationen den Mit-
vorsitz gefŸhrt hatte. Nachdem alle nationalen FŸhrer gesprochen hatten und bevor der
Gipfel am 8. September seine ErklŠrung annahm, hielt Herr Ahdorum eine Ansprache, in
der er dieser beispiellosen Versammlung einen Bericht Ÿber das Forum Ÿbermittelte. Den
Text dieser Rede finden Sie in der Anlage 1.
FŸr jeden Beobachter, der von der Bah‡Ô’-Vision vom Frieden und den dazugehšrenden
Prozessen erfŸllt ist, muss es in den Tat befriedigend sein, Ÿber das Wesen und die Trag-
weite dieser jŸngsten Ereignisse nachzusinnen, die auch im Zusammenhang mit den voran-
gegangenen Weltkonferenzen zu sehen sind, an denen im vergangenen Jahrzehnt ebenfalls
StaatsoberhŠupter beteiligt waren. Und es muss doppelt so aufregend sein zu erkennen, dass
zu einer so frŸhen Entwicklungsstufe des Bah‡Ô’-Zeitalters Vertreter unserer internationa-
29. Oktober 2000 Ernennung von Mitgliedern der Kontinentalen BeraterŠmter
65
len Gemeinde so ma§geblich an diesen Ereignissen beteiligt waren, die Meilensteine auf
dem Weg zu der neuen Weltordnung gesetzt haben, die so klar von der Feder Bah‡ÕuÕll‡hs
vorhergesehen wurde. Mit liebevollen Bah‡Ô’-GrŸ§en fŸr die Sekretariatsabteilung
Anlage:
(1) Die Reden von Albert Lincoln, GeneralsekretŠr der Internationalen BahaÕi-Gemeinde,
und Techeste Ahderom, Mit-Vorsitzender des Millenium-Forums, werden in der Zeit-
schrift One Country erscheinen.
29. Oktober 2000
Ernennung von Mitgliedern der Kontinentalen BeraterŠmter
An die Bah‡Õ’ der Welt Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
Der Tag des Bundes, der 26. November 2000, markiert den Beginn einer neuen fŸnfjŠhri-
gen Phase des Dienstes fŸr die Mitglieder der Kontinentalen BeraterŠmter fŸr den Schutz
und die Verbreitung des Glaubens. Die Zahl dieser hochrangigen Vertreter der Sache bleibt
bei einundachtzig. Wir freuen uns, die Namen der ernannten Berater bekannt zu geben:
¥ Afrika (19 Berater): Beth Allen, George Allen, Beatrice Asare, Asfaw Tessema, Niaz
Bushrui, Mehraz Ehsani (TreuhŠnder des Kontinentalen Fonds), ClŽment-Thyrrel
FeizourŽ, Kobina Fynn, Ibrahim Galadima, Kamaye Moussa, Eddy Lutchmaya, Enos
Makhele, Maina Mkandawire, Rachel Ndegwa, Muhammad Otmani, Ahmad Parsa,
Garth Pollock, Antoinette Ziehi, Tiati ˆ Zock.
¥ Amerika (19 Berater): Eugene Andrews, Eloy Anello, Stephen Birkland, Gustavo
Correa, Irma Nelly de Dooki, AbduÕl-Missagh Ghadirian, AngŽlica Huerta, Antonio
Gabriel Marques, HervŽ Masrour, Catherine Monajjem, Rebequa Murphy, Carmen
Elisa de Sadeghian, Arturo Serrano, Crystal Shoaie, David Smith, Marilyn Smith, Le-
ticia de Solano, Rodrigo Tom‡s (TreuhŠnder des Kontinentalen Fonds), Dorothy
Whyte.
¥ Asien (19 Berater): Fadel Ardakani, Baatar Uransaikhan, Nidavanur Baskaran, Irene
Chung, Jabbar Eidelkhani, Bijan Farid, Elena Grouzkova, David Huang (TreuhŠnder
des Kontinentalen Fonds), Humaida Jumalon, Lee Lee Ludher, Delafruz Nassimova,
Lori Noguchi, Jaya Gopan Ramasamy, Lateef Rashid, Foad Reyhani, Payam Shoghi,
Zena Sorabjee, George Soraya, Rosalie Tran.
¥ Australasien (11 Berater): Beatrice Benson, Donald Blanks, David Chittleborough
(TreuhŠnder des Kontinentalen Fonds), Jalal Mills, S’rœs Nar‡q’, Manijeh Reyhani,
Heather Simpson, Henry Tamashiro, Erama Ugaia, Robin White, Fereidoun Yazdani.
¥ Europa (13 Berater): Fevziye Baki, Alla Borets, Uta von Both, Firouzeh Moghbel,
Paul …jermark, Patrick OÕMara (TreuhŠnder des Kontinentalen Fonds), Shahriar Ra-
zavi, Ilhan Sezgin, Nosrat Tirandaz, Nicola Towfigh, Larissa Tsutskova, Sohrab
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
66
Youssefian, Ivo Zerbes.
Die folgenden GlŠubigen, deren BeitrŠge zum Fortschritt des Glaubens unsere hšchs-
te Anerkennung verdienen, werden von ihren Pflichten als Mitglieder des Berateramtes
entbunden:
Borhanoddin Afshin, Ben Ayala, Hooshidar Balazadeh, Patricia Coles, Parvine Djo-
neydi, Wilma Ellis, Tod Ewing, Shidan FatÕhe-Aazam, Linda Gershuny, Louis HŽnuzet,
Hizzaya Hissani, Nobuko Iwakura, Abbas Katirai, Zekrullah Kazemi, Kim Myungjung,
Jacqueline Left Hand Bull, Betra Majmeto, Peter McLaren, Alejandra Miller, Perin Oly-
ai, Nabil Perdu, Maija Pihlainen, Ruth Pringle, Polin Rafat, Daniel Ramoroesi, Shapour
Rassekh,Cyrus Rohani, Vicente Samaniego, Isabel de S‡nchez, Bruce Saunders, Errol
Sealy, Edith Senoga, Farhad Shayani, Tiberiu Vajda, Lally Warren, Wingi Mabuku.
Wir sind zuversichtlich, dass diese hervorragenden Freunde weiterhin mit der hšchs-
ten Tapferkeit und Selbstaufopferung auf dem Pfade Bah‡ÕuÕll‡hs ihren Dienst leisten
werden. Unsere inbrŸnstigen Gebete an der Heiligen Schwelle werden jeden Einzelnen
von ihnen begleiten. Das im Vier-Jahres-Plan Erreichte wird jetzt konsolidiert und hat
eine Wachstumsgeschwindigkeit erreicht, die sicherlich noch weiteren Schwung gewin-
nen wird. Der zu Ridv‡n beginnende FŸnf-Jahres-Plan ist voll gro§er Verhei§ungen. Bei
der ErfŸllung ihrer Verpflichtungen zur Verbreitung und zum Schutz des Glaubens wer-
den die Berater und die Hilfsamtsmitglieder in Zusammenarbeit mit den Geistigen RŠten
und Regionalen RŠten eine entscheidende Rolle dabei spielen, dass der Entwurf und die
DurchfŸhrung der AktionsplŠne Ð von der nationalen bis zur šrtlichen Ebene Ð den Erfor-
dernissen der Stunde entsprechen.
Die Berater aller Kontinente werden zu einer Beratung Ÿber die allgemeinen Aspekte
des FŸnf-Jahres-Planes vom 9. Ð 13. Januar 2001 ins Weltzentrum einberufen. Sie werden
dort die Hilfsamtsmitglieder treffen, die sich aus der ganzen Welt dort versammeln wer-
den, um an den Ereignissen aus Anlass des Einzugs des Internationalen Lehrzentrums in
seinen stŠndigen Sitz am Berge Karmel teilzunehmen. Die erstmalige Zusammenkunft
der Berater und der Hilfsamtsmitglieder im Heiligen Land aus einem so bedeutungsvollen
Anlass wird den AktivitŠten, die sie anhaltend unterstŸtzen mŸssen, weiteren Schwung
verleihen.
Wir beten aus tiefstem Herzen an der Heiligen Schwelle, dass diese ergebenen ein-
undachtzig Seelen durch die Gnade von oben unterstŸtzt werden mšgen, wenn sie ihre
ganze Energie aufwenden, das systematische Wachstum der Gemeinde weltweit zu
fšrdern.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Das Universale Haus der Gerechtigkeit 29. Oktober 2000
28. November 2000 Fragen zum Pflichtgebet
67
28. November
2000 Fragen zum Pflichtgebet
Memorandum der Forschungsabteilung des Weltzentrums
Der Nationale Geistige Rat des Vereinigten Kšnigreiches bittet in seiner E-Mail vom 4.
August 2000 um KlŠrung einer Anzahl von Details im Bezug auf das Pflichtgebet. Die
vom Nationalen Rat gestellten Fragen sind von einem Hilfsamtsmitglied zur Sprache ge-
bracht worden. Das Research Department in Haifa bietet folgende ErlŠuterungen an.
Das Sprechen des kurzen Pflichtgebets in Versammlungen
In Bezug auf die Frage, ob es angemessen ist, das kurze Pflichtgebet bei Versamm-
lungen zu sprechen gibt der Auszug aus einem Brief im Auftrag des Universalen Hauses
der Gerechtigkeit vom 4. Juli 1995, den wir im Anschluss zitieren, folgende ErlŠuterung:
ãHinsichtlich des Gebrauchs der Pflichtgebete ..., es ist klar, dass, wenn eines der drei
Gebete als das vorgeschriebene tŠgliche Pflichtgebet gesprochen wird, der Betende die
Pflicht hat die Anweisungen zu befolgen, die mit diesem verbunden sind.
Obwohl es kein ausdrŸckliches Verbot gibt, diese Gebete, ganz oder teilweise, als Ÿb-
liches Gebet ohne die Kniebeugungen zu verwenden um eine Versammlung oder ein Fi-
reside zu eršffnen oder zu schlie§en, wŠre es besser, wenn dies unter den Freunden nicht
zur Gewohnheit wŸrde. Die Bah‡Õ’ haben so viele andere schšne Gebete, die von den
Zwillingsoffenbarern und ÔAbduÕl- Bah‡ fŸr solche Versammlungen offenbart wurden.Ò
Das Ersetzen von ãSohnÒ durch ãTochterÒ
In Bezug darauf, ob es angemessen ist, als Frau das Wort ãSohnÒ durch ãTochterÒ
beim Sprechen des Langen Pflichtgebets zu ersetzen, stellen wir folgenden Auszug aus
einem Brief im Auftrag des Universalen Hauses vom 31. August 1997 zur VerfŸgung.
Der Brief spricht genau diesen Punkt an:
ãHinsichtlich Ihrer Frage ob es erlaubt ist, als Frau beim Sprechen des Langen Pflicht-
gebets zu sagen: ãIch bin Deine Magd, o mein Herr, und die Tochter Deiner MagdÒ, ist
Ihr VerstŠndnis richtig, dass der HŸter nicht wollte, dass die Bah‡Õ’ das Geschlecht der
Pronomen und Nomen in den offenbarten Gebeten Šndern. Der folgende Auszug aus ei-
nem Brief vom 14. Januar 1947, der in seinem Auftrag geschrieben wurde, drŸckt dies
klar aus:
ãIn Bezug auf die Frage, die Sie ihm gestellt haben: Wie Bah‡ÕuÕll‡h selbst festlegte,
kann im langen Totengebet das Geschlecht und ãseinÒ zu ãihrÒ, etc. verŠndert werden. Es
ist erlaubt dies zu tun Ð nein sogar verpflichtend Ð aber in allen anderen Gebeten, ein-
schlie§lich der fŸr die Verstorbenen, mŸssen wir uns an den genauen Text halten und dŸr-
fen das Geschlecht nicht Šndern.Ò
Dem Haus der Gerechtigkeit scheint es nicht angemessen, Shoghi Effendis Gebrauch
bestimmter Nomen in seinen †bersetzungen zu verŠndern. Die Herausforderung besteht
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
68
also darin, den Gebrauch von Pronomen und bestimmten Nomen wie ãSohnÒ und ãDie-
nerÒ als Oberbegriff anzunehmen, was uns dazu fŸhrt, die Angelegenheit aus einer geis-
tigen Sicht zu betrachten und nicht aus einer rein semantischen.Ò
Wiederholung des Grš§ten Namens im Langen Pflichtgebet
Der Nationale Geistige Rat merkt an, dass es im Langen Pflichtgebet drei Stellen gibt,
an denen man den Grš§ten Namen dreimal wiederholen soll. Obwohl klar ist, dass im ers-
ten Fall der/die GlŠubige seine oder ihre HŠnde einmal erhebt und den Grš§ten Namen
dreimal wiederholt, fragt der Nationale Geistige Rat, ob es auch notwendig ist, die HŠnde
an den zwei weiteren Stellen zu erheben.
In Bezug auf die erste der drei Stellen, merkte das Universale Haus der Gerechtigkeit
am 22. April 1991 an, dass durch die Anweisung ãDarauf erhebe er die HŠnde und spre-
che dreimal den grš§ten NamenÒ der oder die GlŠubige verpflichtet ist die HŠnde einmal
zu erheben und, in Verbindung mit dieser Handlung, den grš§ten Namen dreimal zu wie-
derholen.
In Bezug auf die zweite und dritte Stelle hat die Forschungsabteilung bis jetzt keine
bestimmte Anweisung finden kšnnen. Es ist jedoch aufschlussreich, die Wortwahl der
Anweisungen zu betrachten:
ãDann wiederhole er dreimal den Grš§ten Namen, beuge sich nieder, lasse die HŠnde
auf den Knien ruhen und spreche: ...Ò
ãDann wiederhole er dreimal den Grš§ten Namen, beuge kniend die Stirn zur Erde
und spreche: ...Ò
Im Gegensatz zur ersten Stelle, an dem das Erheben der HŠnde einen Teil der aus-
drŸcklichen Anweisungen bildet, wird das Erheben der HŠnde im zweiten und dritten Fall
nicht erwŠhnt.
Die HŠnde zweimal flehend erheben
Der Nationale Geistige Rat nimmt Bezug auf die Anweisung, im Stehen die HŠnde
flehend zu erheben und die Worte, die darauf folgen, zu sprechen. Er fragt, ãob man jeden
(der beiden) AbsŠtze jedes Mal sprechen sollte, wenn man die HŠnde erhebt.Ò Obwohl die
Absicht der Frage der Forschungsabteilung nicht wirklich klar ist, stellen wir folgenden
Auszug aus einem Brief im Auftrag des Universalen Hauses vom 22. April 1991 zur Ver-
fŸgung. Der Brief spricht eine Frage an, die sich auf die AusfŸhrung dieses bestimmten
Teils des Langen Pflichtgebets bezieht:
ãHinsichtlich der Anweisung ãDann stehe er auf, erhebe zweimal flehend die HŠnde
und spreche: ...Ò muss der GlŠubige den Absatz der darauf folgt nicht zweimal lesen. Ob
der GlŠubige seine HŠnde zweimal erhebt, bevor er die Passage spricht oder ob er anfŠngt
zu sprechen, nachdem er die HŠnde einmal erhoben hat und sie kurz darauf ein zweites
Mal erhebt, liegt in seinem eigenen Ermessen.Ò
69
Botschaften und Briefe
des Jahres 2001
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
70
9. Januar 2001
Konferenz der Kontinentalen Berater
Aus Anlass der Konferenz der Kontinentalen Berater, die im Januar im Heiligen Land
stattfand, hat das Universale Haus der Gerechtigkeit zwei Botschaften herausgegeben.
Die Botschaft vom 16. Januar 2001, die in der Februarausgabe der Bah‡Õ’- Nach richten
veršffentlicht wurde, richtete sich ãan die Bah‡Õ’ der WeltÒ. Hatte das Universale Haus
hier mit Blick auf die zurŸckliegende weltweite Entwicklung des Glaubens verkŸndet,
dass nun die fŸnfte Epoche des Gestaltenden Zeitalters angebrochen sei, so weist die hier
abgedruckte Botschaft vom 9. Januar 2001 auf die uns bevorstehende weitere Entwick-
lung und lŠsst die Umrisse des FŸnfjahresplanes erkennen, der zu Ridv‡n, also in weniger
als zwei Monaten, beginnen wird.
An die Konferenz der Kontinentalen BeraterŠmter Innig geliebte Freunde,
Vor fŸnf Jahren haben wir die im Heiligen Land versammelte Kšrperschaft der Berater
dazu aufgerufen, der Bah‡Õ’-Welt dabei zu helfen, das systematische Wachstum zu ver-
stehen und sich dieser Herausforderung zu stellen. Die gro§artigen Ergebnisse des Vier-
Jahres-Planes bezeugen, dass sie dem aus ganzem Herzen entsprochen haben. Heute bit-
ten wir Sie um eine vergleichbar gro§e Anstrengung, nŠmlich den erfolgreichen Start des
FŸnf-Jahres-Planes sicherzustellen.
Bei Ihren Beratungen Ÿber die Wesensart der nŠchsten Stufe der Entfaltung des Gštt-
lichen Planes mŸssen Sie das Ausma§ der VerŠnderungen in ErwŠgung ziehen, die sich
in Bezug auf die Geschicke des Glaubens Gottes ereignen. Am Weltzentrum bedeutet die
Errichtung der gro§en GebŠude um den Bogen einen bedeutenden Schritt bei der Konso-
lidierung der gšttlich verordneten Gemeindeordnung. Der Vier-Jahres-Plan war Zeuge
einer bemerkenswerten Erweiterung der institutionellen KapazitŠt der Bah‡Õ’-Gemeinde
auf allen Kontinenten. Die Entwicklung der Nationalen und šrtlichen Geistigen RŠte hat
sich sichtlich beschleunigt und dort, wo Regionale Bah‡Õ’- RŠte eingerichtet wurden, ha-
ben sie der Arbeit der Sache Gottes neue Energie und Wirksamkeit verliehen. Seit der Ge-
burt und dem AufblŸhen von mehr als 300 Bah‡Õ’-Instituten besitzt der Glaube ein
machtvolles Instrument, um die FŠhigkeiten von Menschen zu entwickeln, die fŸr eine
stŠndige, in gro§em Ma§e stattfindende Ausbreitung und Festigung benštigt werden.
Weiterhin ist die FŠhigkeit der Bah‡Õ’-Gemeinde, die Geschicke der Menschheit zu be-
einflussen, in gro§em Ma§e gesteigert Details von den oberen Terrassen worden, und
zwar sowohl durch ihre Verbindung zu Regierungen und Organisationen der Zivilgesell-
schaft als auch durch ihre Anstrengungen auf dem Gebiet der sozialen und wirtschaftli-
chen Entwicklung. Die Sache Bah‡ÕuÕll‡hs steht an der Schwelle zu einer neuen Epoche
und zwar in einem Augenblick in der Geschichte, da die Welt Ð trotz Verwirrung und
Ausbruch neuer Feindseligkeiten Ð echte Schritte in Richtung auf den Frieden unter-
nimmt. Man erkennt deutlich, dass die AufnahmefŠhigkeit fŸr Seinen alldurchdringenden
und strahlenden Geist wŠchst.
9. Januar 2001 Konferenz der Kontinentalen Berater
71
Den Prozess des Beitritts von Scharen zu fšrdern, wird auch ein Ziel des FŸnf-Jahres-
Planes sein Ð ja das Ziel der Serie von PlŠnen, die uns bis ans Ende des ersten Jahrhun-
derts des Gestaltenden Zeitalters fŸhren werden. Die Beschleunigung dieses lebenswich-
tigen Prozesses wird durch systematische AktivitŠten der drei Beteiligten an dem Plan
erreicht werden: dem einzelnen GlŠubigen, den Institutionen und der Gemeinde.
Das Bah‡Õ’-Institut
Eine durch das Internationale Lehrzentrum fŸr uns vorgenommene eingehende Ana-
lyse des Vier-Jahres-Planes zeigt, dass das Bah‡Õ’-Institut nicht nur wirkungsvoll die FŠ-
higkeiten des Einzelnen verbessert, sondern auch die Gemeinden und Institutionen
belebt. Daher muss es ein zentrales Merkmal des neuen Planes sein, die Entwicklung der
Bah‡Õ’-Institute in den verschiedenen LŠndern und Gebieten der Erde fortzusetzen.
Da sie auf diesem Gebiet ihrer BemŸhungen auf reiche Erfahrungen zurŸckgreifen
kšnnen, werden die Institute ihre Gemeinden mit einem stŠndigen Strom fŠhiger Men-
schen versorgen mŸssen, die dem Prozess des Beitritts in Scharen dienen. Weltweit sind
schon einzelne Elemente eines Systems, das den Erfordernissen fŸr die Ausbildung einer
gro§en Zahl von GlŠubigen Rechnung trŠgt, getestet worden, und sie haben sich bewŠhrt.
Studienkreise, die durch Fortbildungskurse und Spezialprogramme verstŠrkt wurden, ha-
ben ihre FŠhigkeit unter Beweis gestellt, dem geistigen Erziehungsprozess an der Basis
Struktur zu verleihen. Es ist Ÿberdeutlich geworden, dass der Sequenz von Kursen gro§e
Bedeutung zukommt, wobei ein Kurs in logischer Weise auf den anderen folgt und auf
dem in vorangegangenen Kursen Erreichten aufbaut. Es haben sich verschiedene Modelle
ergeben, die Einsichten darŸber vermitteln, wie mit Hilfe einer solchen Sequenz Ausbil-
dungsprogramme entwickelt werden kšnnen. In einem Beispiel Šhnelt die Hauptsequenz
einem Baumstamm, von dem Kurse abzweigen, wobei jeder Ast einem bestimmten Aus-
bildungsgebiet gewidmet ist. In einem anderen laufen mehrere Kursschienen parallel,
wobei jede ihren eigenen Schwerpunkt hat. Institute werden gut daran tun, diese Elemen-
te und Vorgehensweisen zu untersuchen und sie in einer Weise anzuwenden, die den sich
ihnen bietenden Gelegenheiten entsprechen.
Gleich zu Beginn des Zwšlf-Monate-Planes haben wir betont, dass Bah‡Õ’-Kinder un-
bedingt geistig genŠhrt werden und in das Leben der Sache Gottes eingebunden werden
mŸssen. Nach der bisherigen Reaktion der Freunde zu urteilen, deutet alles darauf hin,
dass das Bewusstsein, wie wichtig Kindererziehung ist, das eigentliche Merkmal dieses
kurzen aber bedeutsamen Planes sein wird. Den Bah‡Õ’-Kinder klassen ist ein neuer Im-
puls gegeben worden. Durch das gesteigerte Bewusstsein sind auch Mšglichkeiten ent-
deckt worden, moralische und geistige Erziehung Kindern im allgemeinen anzubieten,
was sich beispielsweise an den erfolgreichen BemŸhungen zeigt, mit denen Kurse Ÿber
den Bah‡Õ’-Glauben in LehrplŠnen šffentlicher Schulen eingefŸhrt wurden.
Es ist ein besonders ermutigendes Zeichen, dass Institute immer mehr Nachdruck auf
die Ausbildung von Kinderklassenlehrern legen. Aber auch andere Ma§nahmen sind
ebenso wichtig, wenn man fŸr Kinder jeden Alters in Gemeinden der ganzen Welt regel-
mŠ§ige Klassen anbieten will. In manchen LŠndern sind nationale und regionale Aus-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
72
schŸsse ernannt worden, um šrtlichen Geistigen RŠten dabei zu helfen, ihre
Verantwortung fŸr die Kindererziehung wahrzunehmen. In diesen LŠndern wird sich die
Beziehung zwischen den AusschŸssen und den Bah‡Õ’-Instituten in dem Ma§e, wie Er-
fahrung gewonnen wird, stŠndig weiterentwickeln, wobei sich die Institutionen in ihrer
Arbeit gegenseitig unterstŸtzen. Es gibt aber viele LŠnder, in denen das Institut die einzi-
ge Einrichtung ist, die die FŠhigkeit entwickelt, Kurse in einem Ort nach dem anderen zu
organisieren und abzuhalten. Da diese Vorgehensweise bei Jugendlichen und Erwachse-
nen und in steigendem Ma§e auch fŸr Junioren gut funktioniert, besteht kein Grund, wa-
rum das Bah‡Õ’-Institut nicht auch dort, wo es nštig ist, eine Šhnliche Verantwortung fŸr
Kinder Ÿbernehmen sollte. Im allgemeinen Ÿbernehmen die Institute nicht die Organisa-
tion und DurchfŸhrung von PlŠnen und Programmen fŸr die Ausbreitung und Festigung.
Die DurchfŸhrung von Kinderklassen ist jedoch ein einmaliges Unterfangen und von be-
sonderer Dringlichkeit. In jenen LŠndern, wo ihm diese Aufgabe Ÿbertragen wird, wird
das Institut zu einem Lernzentrum, das sich intensiv auf die geistige Erziehung der Freun-
de von der zartesten Kindheit bis zum Erwachsenenalter konzentriert.
Persšnliche Initiative beim Lehren
Nachdem die Arbeit der Institute an Wirksamkeit zunimmt, muss nun Ÿberall die Auf-
merksamkeit darauf gerichtet werden, die LehrbemŸhungen zu systematisieren. In dem
gerade veršffentlichten Dokument ãThe Institution of the CounsellorsÒ [ãDie Institution
der BeraterÒ] betonen wir die Rolle, die Hilfsamtsmitglieder und ihre Assistenten dabei
spielen, den Freunden bei der BewŠltigung dieser Herausforderung zu helfen und zwar
auf der Ebene der persšnlichen Initiative ebenso wie der der kollektiven Entscheidung. In
dem Ma§e wie Einzelne die Institutskurse absolvieren, vertiefen sie ihre Kenntnisse im
Glauben, gewinnen Einsichten und erwerben FŠhigkeiten zum Dienst. Einige der dem
Lehren gewidmeten Kurse werden sicherlich das Thema allgemein behandeln. Andere
werden sich darauf konzentrieren, mit welchen Mitteln man die Botschaft Bah‡ÕuÕll‡hs
den verschiedenen Schichten der Gesellschaft Ÿbermitteln kann, wobei man die Weisheit
der Freunde einbezieht, die sie aus LehrbemŸhungen gewonnen haben. Die Kombination
der Prozesse des Handelns, Lernens und †bens wird die Gemeinden mit einer immer grš-
§eren Zahl von fŠhigen und eifrigen Lehrern der Sache Gottes ausstatten.
NatŸrlich fŸhrt die Ausbildung allein noch nicht notwendigerweise zu einem Auf-
schwung der LehrtŠtigkeit. Bei jeder Art des Dienstes brauchen die Freunde stŠndige Er-
mutigung. Wir hegen die Erwartung, dass die Hilfsamtsmitglieder zusammen mit ihren
Assistenten besonders darŸber nachdenken, wie sie die persšnliche Initiative entwickeln
kšnnen und zwar besonders im Hinblick auf das Lehren. Wenn die Ausbildung und die
Ermutigung effektiv sind, bildet sich eine Wachstumskultur heraus, bei der die GlŠubigen
die Pflicht zum Lehren als eine natŸrliche Folge dessen ansehen, dass sie sich zu
Bah‡ÕuÕll‡h bekannt haben. ãHoch recken (sie) die heilige Fackel des GlaubensÒ, wie
ÔAbduÕl-Bah‡ es sich wŸnschte; ãunablŠssig werden sie Tag und Nacht tŠtig seinÒ und
ãjeden flŸchtigen Augenblick ihres Lebens der Verbreitung der DŸfte Gottes, der Ver-
herrlichung Seines heiligen Wortes weihen.Ò Ihre Herzen werden vom Feuer der Liebe
9. Januar 2001 Konferenz der Kontinentalen Berater
73
Gottes so entflammt sein, dass jeder, der ihnen naht, ihre WŠrme spŸrt. Sie bemŸhen sich,
KanŠle des Geistes zu sein, reinen Herzens, selbstlos und demŸtig und verfŸgen Ÿber die
Sicherheit und den Mut, der aus Gottvertrauen stammt. In einer solchen Kultur ist das
Lehren die vorherrschende Lei†bergang denschaft im Leben der GlŠubigen. Angst vor
Versagen hat dort keinen Platz. Gegenseitige UnterstŸtzung, eine Hingabe ans Lernen
und die Anerkennung der Verschiedenartigkeit des Handelns sind die vorherrschenden
Normen.
Systematische Programme fŸr das Wachstum
In den nŠchsten Monaten werden Sie nationalen Gemeinden, bei denen die UmstŠnde
sehr verschieden sind, bei der Aufstellung von PlŠnen fŸr das systematische Wachstum
helfen. Es gibt viele LŠnder, in denen die wachsende FŠhigkeit der Institutionen Ð beson-
ders auf regionaler Ebene Ð es mšglich macht, die Aufmerksamkeit auf kleinere geogra-
phische Regionen zu lenken. In den meisten FŠllen werden diese aus einer Gruppe von
Dšrfern und StŠdten bestehen, aber manchmal wird auch eine Gro§stadt mit ihren Voror-
ten ein solcher Bereich sein. Die Faktoren, die die Grenzen eines Bereiches bestimmen,
sind u.a. Kultur, Sprache, Transportmšglichkeiten, Infrastruktur und das soziale und wirt-
schaftliche Leben seiner Bewohner. Eine Region wird sich gewšhnlich in Bereiche auf-
teilen, die in der Entwicklung zu unterschiedlichen Kategorien gehšren. Einige werden
dem Glauben noch nicht erschlossen sein, in anderen wird es einige Einzelstehende und
Gruppen geben, in wieder anderen werden Gemeinden gerade dabei sein, sich durch ei-
nen lebendigen Institutsprozess zu festigen, in einigen wenigen werden starke Gemeinden
mit vertieften GlŠubigen in der Lage sein, die Herausforderung der systematischen und
beschleunigten Ausbreitung und Festigung zu Ÿbernehmen.
Sobald die entsprechenden Kategorien festgestellt wurden, werden nationale PlŠne in
diesen LŠndern fŸr die zunehmende Erschlie§ung vom Glauben unberŸhrter Gebiete
durch die Ansiedlung von Pionieren im eigenen Land sorgen mŸssen. Solche Ziele kšn-
nen relativ leicht erreicht werden, wenn Pioniere Erfahrung in Institutsprogrammen ha-
ben und deren Methoden und Materialien dazu zu benutzen verstehen, damit eine Gruppe
von ergebenen GlŠubigen gewonnen werden kann, die die Arbeit des Glaubens in jener
Gegend voranbringt. Ein bedeutendes Vorrecht steht wahrlich jenen zu, die in den ver-
bleibenden Jahren des ersten Jahrhunderts des Gestaltenden Zeitalters ihr Vertrauen in
Gott setzen und sich leidenschaftlich erheben, um als erste das Licht gšttlicher FŸhrung
in jeden Teil ihres Landes zu tragen. Wir hoffen, dass dieser Aufruf fŸr Pioniere im eige-
nen Land unter den Freunden eine gro§e Begeisterung auslšsen wird und ihnen eine neue
Sicht eršffnet, wie man dem Glauben dienen kann.
Nach diesem Schema werden zu den nationalen PlŠnen auch Vorkehrungen gehšren,
mit denen andere fŸr den Glauben schon erschlossene Gegenden noch jene Entwicklungs-
stufe erreichen mŸssen, auf der sie fŸr intensive AktivitŠten vorbereitet sind. In Gegen-
den, wo starke Gemeinden mit einer Gruppe vertiefter Freunde bestehen, sollten
unverzŸglich systematische Programme fŸr die Ausbreitung und Festigung des Glaubens
aufgestellt werden. Wir haben schon darauf hingewiesen, dass das Internationale Lehr-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
74
zentrum gewisse Wachstumsmuster fŸr relativ kleine geographische Regionen kenntlich
gemacht hat. Inzwischen hat es mehrere Pilotprojekte in verschiedenen Teilen der Welt
untersucht, und die Ergebnisse sind hšchst ermutigend. Die daraus gezogene Lehre liefert
Tatsachenmaterial, um in einer Gegend nach der anderen mit Programmen fŸr systemati-
sches Wachstum zu beginnen. So Sie hierŸber mit Nationalen Geistigen RŠten und Regi-
onalen Bah‡Õ’-RŠten beraten, werden Sie sicher das Lehrzentrum darŸber informiert
halten wollen.
Es kommt darauf an, dass nationale Gemeinden nicht Ÿbereilt ein intensives Lehrpro-
gramm fŸr eine Gegend aufstellen, ehe die Bedingungen dafŸr geeignet sind. Zu diesen
Bedingungen gehšren: ein hohes Ma§ an Begeisterung unter einer beachtlichen Gruppe
von ergebenen und fŠhigen GlŠubigen, die die Voraussetzungen fŸr anhaltendes Wachs-
tum verstehen und selbst fŸr das Programm verantwortlich sind; einige Grunderfahrung
seitens weniger Gemeinden in dem Bezirk in Bezug auf das Abhalten von Klassen fŸr die
geistige Erziehung der Kinder, fŸr Gebetsandachten und fŸr Neunzehntagefeste; ein an-
gemessener Grad von administrativen FŠhigkeiten in wenigstens einigen šrtlichen Geis-
tigen RŠten; die aktive Beteiligung von mehreren Assistenten des Hilfsamtes bei der
Verbesserung des Gemeindelebens; ein ausgeprŠgter Geist der Zusammenarbeit zwi-
schen den verschiedenen Institutionen, die in der Gegend arbeiten; und vor allem eine
starke Beteiligung des Bah‡Õ’-Instituts mit einem Koordinationsschema, das die systema-
tische Vermehrung der Studienkreise unterstŸtzt.
Die in einer solchen Gegend begonnenen Programme sollten auf die Fšrderung eines
anhaltenden Wachstums abzielen, indem sie die notwendigen KapazitŠten auf der Ebene
des Einzelnen, der Institutionen und der Gemeinde aufbauen. Diese Programme bedŸrfen
keinesfalls gro§artiger und detaillierter PlŠne, sondern sollten sich auf einige wenige
Ma§nahmen konzentrieren, die sich im Laufe der Jahre als unabdingbar fŸr eine Verbrei-
tung und Festigung in gro§em Ma§stab erwiesen haben. Der Erfolg wird davon abhŠn-
gen, in welcher Weise Aktionen integriert werden und welche Einstellung zum Lernen
vorliegt. Die Umsetzung eines solchen Programms erfordert die enge Zusammenarbeit
zwischen dem Institut, den Hilfsamtsmitgliedern und ihren Assistenten und dem Regio-
nalen Lehrausschuss.
Kern des Programms muss ein solider und anhaltender Prozess der Verbreitung sein,
dem ein ebenso starker Prozess der Heranbildung von fŠhigen Menschen entspricht. Eine
Reihe von Lehrma§nahmen muss durchgefŸhrt werden, dazu gehšren AktivitŠten von
Einzelnen sowie von Institutionen organisierte Kampagnen. Sobald die Zahl der GlŠubi-
gen steigt, sollte ein beachtlicher Prozentsatz von ihnen durch das Institut ausgebildet
werden, wobei auf die FŠhigkeiten Gewicht gelegt wird, die zur Entwicklung der šrtli-
chen Gemeinden fŸhren.
Unsere Botschaft vom 26. Dezember 1995 beschrieb die Merkmale des Vier-Jahres-
Planes und nannte die Stadien, die eine Gemeinde bei ihrer Entwicklung durchlŠuft. Die
in den darauffolgenden Jahren bei der Arbeit mit Gemeinden in verschiedenen dieser Sta-
dien gewonnene Erfahrung wird sich fŸr solche Wachstumsprogramme als wertvoll er-
weisen. Bei der Umsetzung des Programms wird sicherlich einer der ersten Schritte sein,
eine †bersicht aufzustellen, die den Zustand jeder …rtlichkeit in der betreffenden Gegend
9. Januar 2001 Konferenz der Kontinentalen Berater
75
feststellt. Zu den ersten Zielen in jeder Gemeinde sollte es gehšren, Studienkreise, Kin-
derklassen und Gebetsversammlungen einzufŸhren, die allen Bewohnern des Ortes zu-
gŠnglich sind. Angemessenes Gewicht sollte auf die Einhaltung des Neunzehntagefestes
gelegt werden und bestŠndig sollte man sich um die Festigung der šrtlichen Geistigen
RŠte bemŸhen. Sobald die Gemeinden in der Lage sind, die grundlegenden AktivitŠten
des Bah‡Õ’- Lebens selbst zu gestalten, ist die EinfŸhrung kleiner Projekte der sozialen
und wirtschaftlichen Entwicklung ein natŸrlicher Schritt zur weiteren Festigung. Das
kšnnte ein Alphabetisierungsprojekt, ein Projekt zur Fšrderung der Frauen, ein Umwelt-
schutzprojekt oder sogar eine Dorfschule sein. Mit zunehmender KrŠftigung wird die
Verantwortung fŸr eine erweiterte Zahl von Aktionen den šrtlichen Geistigen RŠten Ÿber-
tragen.
WŠhrend der ganzen Unternehmung mŸssen Beratungssitzungen in der Region statt-
finden, um strittige Fragen zu eršrtern, Anpassungsma§nahmen zu Ÿberlegen, die Begeis-
terung wach zu halten und fŸr Einigkeit im Denken zu sorgen. Der beste Ansatz ist es,
einen Plan fŸr zunŠchst wenige Monate aufzustellen, der mit ein oder zwei Aktionen be-
ginnt und schrittweise an KomplexitŠt zunimmt. Alle, die aktiv an der Umsetzung der
PlŠne beteiligt sind, seien es Mitglieder der Institutionen oder auch nicht, sollten dazu er-
mutigt werden, immer an den Beratungen teilzunehmen. Es werden auch andere Ver-
sammlungen notwendig sein, die die ganze Region umfassen. Davon werden einige die
Gelegenheit zu einem Erfahrungsaustausch und zu weiterer Schulung bieten. Andere
werden sich auf die Einbindung der KŸnste und die kulturelle Bereicherung konzentrie-
ren. Alle diese ZusammenkŸnfte unterstŸtzen einen intensiven Prozess der Aktionen, der
Beratung und des Lernens.
Die an diesem intensiven Wachstumsprogramm beteiligten Freunde sollten sich im-
mer vor Augen halten, dass sein Zweck darin besteht, dass die Offenbarung Bah‡ÕuÕll‡hs
ganz sicher die Massen der Menschheit erreicht und sie befŠhigt, durch die Anwendung
der Lehren geistigen und materiellen Fortschritt zu erzielen. Gro§e Massen unter den
Všlkern der Welt sind bereit, ja sehnen sich nach den Segnungen, die nur Bah‡ÕuÕll‡h ih-
nen verleihen kann, sobald sie sich dazu verpflichtet haben, am Aufbau der neuen Gesell-
schaft mitzuwirken, die Er vorgesehen hat. Wenn sie es lernen, ihre gro§angelegte
Lehrarbeit zu systematisieren, sind Bah‡Õ’-Gemeinden besser in der Lage, dieser Sehn-
sucht zu entsprechen. Sie dŸrfen das dafŸr notwendige Opfer und die Anstrengung nicht
verweigern.
Ein geistiges Unternehmen
Es leuchtet ein, dass das hier beschriebene Schema, das fŸr viele nationale Gemein-
den gŸltig ist, nicht in jeder Situation angewandt werden kann. Wir zŠhlen auf die FŠhig-
keit der Bah‡Õ’-Institutionen, PlŠne zu entwerfen, die vielleicht nicht ganz dem obigen
Schema entsprechen, aber doch je nach den UmstŠnden in jeder nationalen Gemeinde
Elemente dieser Vision aufnehmen. Bah‡Õ’-Gemeinden sind natŸrlich in einer Vielzahl
von unerlŠsslichen Unternehmungen engagiert, wie Information der …ffentlichkeit, Pro-
klamation, auswŠrtige Angelegenheiten, Erstellung von Literatur und komplexen sozia-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
76
len und wirtschaftlichen Entwicklungsprojekten. Wenn jetzt PlŠne entworfen werden, so
werden sie ganz gewiss auch diese Herausforderungen mit einbeziehen.
Im Wesentlichen ist dieser Planungsprozess, mit dem Sie den Freunden helfen wer-
den, in vieler Beziehung einzigartig. Im Kern ist es ein geistiger Prozess, mit dem sich die
Gemeinden und Institutionen bemŸhen, ihr Bestreben mit dem Willen Gottes in Einklang
zu bringen. Der Grš§ere Plan Gottes ist in Gang, und die von ihm angeregten KrŠfte drŠn-
gen die Menschheit ihrer Vorsehung entgegen. In ihren eigenen AktionsplŠnen mŸssen
sich die Institutionen des Glaubens um Einsicht in die Prozesse dieser gro§en KrŠfte be-
mŸhen, das Potenzial der Menschen, denen sie dienen, erkunden, die FŠhigkeiten und
StŠrken ihrer Gemeinde ermessen und praktische Schritte unternehmen, um die uneinge-
schrŠnkte UnterstŸtzung der GlŠubigen zu gewinnen. Die behutsame Anwendung und
Umsetzung dieses Prozesses ist der Ihnen Ÿbertragene heilige Auftrag. Wir haben volles
Vertrauen in Ihre FŠhigkeit, dies zu erreichen. Mšge Bah‡ÕuÕll‡h Sie segnen und Sie
durch Seine unfehlbare Gnade und machtvolle BestŠtigung unterstŸtzen.
gez. Das Universale Haus der Gerechtigkeit
16. Januar 2001
Zum Abschluss der Konferenz der Kontinentalen BeraterŠmter und
der HilfsŠmter
Beginn der fŸnften Epoche des Gestaltenden Zeitalters
Im vergangenen Monat fand eine herausragende Versammlung der Mitglieder der Konti-
nentalen BeraterŠmter sowie der HilfsŠmter im Heiligen Land statt. Die folgende Botschaft,
die das Universale Haus der Gerechtigkeit zum Abschluss dieser Konferenz an die Bah‡Õ’
der Welt richtete, lŠsst die Bedeutung dieses Ereignisses erahnen. Zugleich verkŸndigt sie
der Bah‡Õ’-Welt einen historischen Einschnitt in der Entwicklung der Sache Gottes.
An die Bah‡Õ’ der Welt
Innig geliebte Freunde, in dem Augenblick, da wir Ihnen diese Botschaft schreiben, nŠ-
hert sich die Konferenz der Kontinentalen Berater einem triumphalen Ende.
Acht Tage lang haben die Berater aus allen Kontinenten Ÿber die nŠchste Phase des
Prozesses des Beitritts in Scharen beraten. Im Laufe der ersten fŸnf Tage ihrer Zusam-
menkunft trafen 849 Hilfsamtmitglieder aus 172 LŠndern am Bah‡Õ’-Weltzentrum ein.
Sie brachten an den Heiligen Schreinen ihre Ehrerbietungen dar in Erwartung des Augen-
blicks, da sie alle in einer Reihe von bewegenden Ereignissen zusammenkommen wŸr-
den: Ersteigung der neu gebauten Terrassen am Berg Karmel; Umkreisung des Schreins
des B‡b; Prozession entlang des Bogenpfades zum Besuch des GebŠudes des Internatio-
nalen Lehrzentrums; eine Andachtszeremonie zu Ehren des Einzugs des Internationalen
Lehrzentrums in seinen stŠndigen Sitz sowie anschlie§ende Beratungen Ÿber ihre unver-
zichtbare Rolle im FŸnf-Jahres-Plan, den die Bah‡Õ’-Welt zu Ridv‡n 2001 beginnen wird.
16. Januar 2001 Zum Abschluss der Konferenz der Kontinentalen BeraterŠmter und der HilfsŠmter
77
Die Beratungen der Berateramtsmitglieder bildeten den Kern dieser erstaunlichen
AktivitŠten und waren geprŠgt von einer Mischung aus Besonnenheit und sprudelndem
Geist. Dies verfeinerte ihre Eršrterungen und ihr erleuchtetes Einvernehmen. Die vertrau-
ensvolle AtmosphŠre ihrer Beratungen zeigt deutlich, dass ihre Institution einen neuen
Reifegrad erreicht hat. Obwohl sie im Prinzip als Individuen handeln, sind alle Berater
Ÿber die Grenzen ihrer Amtsbereiche hinweg eines Geistes geworden. Indem sie die Leh-
ren und Erfahrungen hinsichtlich der Systematisierung, wie sie im Vier-Jahres-Plan ge-
fordert wurde, verinnerlicht und integriert haben, wandelten sie sich zu KanŠlen eines
geeinten Geistes. Wir wŸrdigen die neue Stufe in der Entwicklung ihrer Institution auch
als eine Widerspiegelung der Entwicklung der Geistigen RŠte und anderer Institutionen
der Weltgemeinschaft dank ihrer weisen und bestŠndigen Beratung.
Als der Zeitpunkt fŸr diese Konferenz immer nŠher rŸckte, gab es Anzeichen dafŸr,
dass der Glaube an einem Punkt in seiner Entwicklung angelangt war, Ÿber den hinaus
sich fŸr uns neue Horizonte šffnen. In unserem Bericht vom letzten Ridv‡n deuteten wir
einen kulturellen Wandel der Bah‡Õ’-Gemeinde an, da jetzt Bah‡Õ’-Institute ins Leben ge-
rufen wurden, sich die Bauarbeiten am Berg Karmel ihrem Abschluss nŠherten und die
internen Prozesse der Konsolidierung der Institutionen und die externen Prozesse hin zur
Welteinheit zunehmend synchronisierten. Dies wurde in der Botschaft an die Konferenz
der Kontinentalen Berateramtsmitglieder vor einigen Tagen nŠher erlŠutert. Aber die au-
§erordentliche Dynamik wŠhrend der ganzen Konferenz lie§ diese Anzeichen sich zu ei-
ner erkennbaren RealitŠt konkretisieren. In einer Stimmung des Frohlockens fŸhlen wir
uns veranlasst, Ihnen zu verkŸnden: Der Glaube Bah‡ÕuÕll‡hs tritt nun in die fŸnfte Epo-
che seines Gestaltenden Zeitalters ein.
Die Anerkennung dieses Meilensteines entspricht dem Modell Shoghi Effendis zur
Messung von Zeitabschnitten in der Geschichte der Sache Gottes. In diesem Modell sah
er eine Folge von Epochen im Gestaltenden Zeitalter voraus. Es muss jeden ergebenen
AnhŠnger Bah‡ÕuÕll‡hs mit Freude und Bewunderung erfŸllen, dass Seine Administrative
Ordnung einen so bedeutenden Abschnitt in einer so entscheidenden Zeit erreicht hat, da
so viele Mitglieder der Institution des Berateramtes in glanzvollem Aufgebot am Welt-
zentrum Seines Glaubens versammelt sind. Im Geist des Dienstes leuchtenden Fackeln
gleich, werden sie in die entferntesten Winkel der Welt zurŸckkehren. Dass sie mit neuer
Energie an ihre TŠtigkeit gehen werden, darŸber kann es keinen Zweifel geben. Ihre Be-
mŸhungen werden sicherlich in hohem Ma§e zum Erfolg des Zwšlf Monate Planes bei-
tragen und damit auch zum Start des FŸnf-Jahre-Unternehmens zu Ridv‡n, dem ersten in
einer Reihe von PlŠnen, die uns bis zum hundertsten Jahrestag des Gestaltenden Zeitalters
fŸhren werden.
In Erwartung einer baldigen Beratung mit Nationalen Geistigen RŠten Ÿber die
DurchfŸhrung des kommenden Planes in ihren LŠndern werden die Berater von hier ab-
reisen. Unter Beteiligung ihrer eifrigen Hilfsamtsmitglieder werden sie auch dabei helfen,
den erforderlichen Planungsprozess schnell bis auf die regionale und šrtliche Ebene der
Gemeinde in jedem Land vordringen zu lassen.
In den letzten Augenblicken dieser ereignisreichen Tage wenden sich unsere Herzen
an die AltehrwŸrdige Schšnheit in demŸtiger Dankbarkeit fŸr die Ÿberreichen Segnun-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
78
gen, die Er verliehen hat. Sogar die Erde des Karmel ist in Erregung Ÿber die Wunder Sei-
ner Gnade, da er jetzt auf Seinen erlšsenden Ruf antwortet, den Er in dem Sendschreiben,
das seinen Namen trŠgt, erhob. Sein darin ausgedrŸckter sehnlicher Wunsch findet in den
Seelen Seiner Geliebten auf dem ganzen Planeten einen Widerhall: ãO wie sehne Ich
Mich, jedem Ort des Erdenkreises die frohe Botschaft dieser Offenbarung zu verkŸnden
und sie in jede seiner StŠdte zu tragen....Ó Die jetzt inmitten des Glanzes am Herzen des
Karmel versammelten Freunde haben es mit neuen Ohren gehšrt und haben ihr Gelšbnis
erneuert, auf diese gšttliche Sehnsucht zu antworten. Mšgen ihre ruhmreichen Taten im
Namen von Bah‡ die DŸfte Seiner Offenbarung noch weiter verbreiten, die Grundlagen
Seiner Institutionen noch weiter stŠrken, den TŠtigkeiten Seiner weltweiten Gemeinde
noch mehr KŸhnheit und Entschlossenheit verleihen, damit der Prozess vorangetrieben
werden mšge, mit dem immer neue Scharen Schutz in der Arche der Erlšsung finden
gez. Das Universale Haus der Gerechtigkeit
19. April 2001
Zur Frage des Geringeren Friedens
Brief an einen GlŠubigen, in Antwort auf dessen Fragen zur Einheit der Nationen
und dem Geringeren Frieden
Lieber Bah‡Õ’-Freund,
die in Ihrem Brief angesprochene grundsŠtzliche Frage betrifft den Zeitpunkt des Eintritts
des Geringeren Friedens und zwar aufgrund Ihres Eindrucks, dass die Bah‡Õ’- Schriften
sein Kommen vor dem Ende des 20. Jahrhunderts, nŠmlich dem Ende des Dezembers
2000, voraussehen.
Wir senden Ihnen anbei zu Ihrer Information ein Memorandum, das auf Bitten des
Hauses der Gerechtigkeit von der Forschungsabteilung Ÿber das Thema des Erreichens
der Einheit der Nationen und des Geringeren Friedens erstellt wurde. In diesem Doku-
ment ist eine Anzahl von diesbezŸglichen Abschnitten aus autoritativen Texten des Glau-
bens zusammengestellt worden.
Bei Durchsicht dieses Materials wird klar, dass in den autoritativen Bah‡Õ’-Schriften
nichts darauf hinweist, dass der Geringere Frieden vor Ende des 20. Jahrhunderts errichtet
sein wŸrde. Es gibt jedoch klare Aussagen, die bestŠtigen, dass die Einheit der Nationen,
in den Worten ÔAbduÕl-Bah‡s, wŠhrend des 20. Jahrhunderts ãsicher errichtetÒ sein wŸr-
de.
Diese und andere Aussagen, die in dem beigefŸgten Dokument enthalten sind, sollten
aus der Perspektive betrachtet werden, dass die Entfaltung der Weltordnung Bah‡ÕuÕll‡hs
ein organischer Prozess ist, der in †bereinstimmung mit dem Gšttlichen Willen fort-
schreitet und durch eine geistige Wirklichkeit belebt wird. In Antwort auf eine Frage
schrieb ÔAbduÕl-Bah‡: ãDas Reich des Friedens, des Heils, der Rechtschaffenheit und
Versšhnung wird in der unsichtbaren Welt gegrŸndet, und es wird schrittweise offenkun-
19. April 2001 Zur Frage des Geringeren Friedens
79
dig und sichtbar durch die Kraft des Wortes Gottes!Ò Diese geistige Wirklichkeit wird in
wahrnehmbarer Form allmŠhlich Gestalt annehmen, und zwar als das Ergebnis hinge-
bungsvollen menschlichen BemŸhens Ÿber Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte hinweg.
Durch alle Schriften ÔAbduÕl-Bah‡s und Shoghi Effendis hindurch wird in Bezug auf
die Erreichung des Weltfriedens eine Prozessorientierung ersichtlich. Zum Beispiel be-
richtete der HŸter, dass der Meister VorgŠnge, die am Ende des 1. Weltkrieges stattfan-
den, als AnkŸndigung fŸr ãdas Anbrechen des Grš§ten FriedensÒ begrŸ§te. Dies steht im
Gegensatz zur BeschŠftigung mit kurzen Zeitabschnitten in der breiteren Gesellschaft
von heute, die sich ausschlie§lich auf Ereignisse anstatt auf Entwicklungsprozesse kon-
zentriert.
Sie sollten auch den Unterschied zwischen der Einheit der Nationen und dem Gerin-
geren Frieden beachten. In Antwort auf Fragen von GlŠubigen erklŠrte Shoghi Effendi,
dass ãEinheit im politischen BereichÒ, auf die ÔAbduÕl-Bah‡ sich bei seiner ErklŠrung der
sieben Lichtstrahlen der Einheit bezog, ãeine Einheit ist, die politisch unabhŠngige und
souverŠne Staaten unter sich selbst erreichenÒ. Wie in den im beiliegenden Memorandum
zitierten Abschnitten ausgedrŸckt, wird der Geringere Friede anfŠnglich eine politische
Einheit sein, die durch die Entscheidung der verschiedenen Regierungen der Welt er-
reicht wird. Die Einheit der Nationen kann als die Einheit betrachtet werden, die aus einer
Erkenntnis bei den Všlkern der verschiedenen Nationen hervorgeht, dass sie Mitglieder
einer gemeinsamen menschlichen Familie sind.
Das 20. Jahrhundert wurde durch das Hervortreten der Einheit der Nationen ausge-
zeichnet, worauf sich sowohl Shoghi Effendi als auch das Haus der Gerechtigkeit in dem
beigefŸgten Dokument bezogen haben. Diese Entwicklung, deren Zeichen sich mit jedem
Tag vermehren, steht in scharfem Gegensatz zu der nationalistischen Grundhaltung des
19. Jahrhunderts und ist ein Beweis des Geistes eines neuen Zeitalters, der sich in den
Herzen der Menschen rŸhrt. Aus dieser Perspektive besehen kann kein Zweifel bestehen,
dass die Verhei§ung ÔAbduÕl-Bah‡s erfŸllt und die Einheit der Nationen in dem jetzt zu
Ende gegangenen Jahrhundert fest begrŸndet wurde. Die weitere Ausbreitung und StŠr-
kung dieses Bewusstseins weltweiter SolidaritŠt in den kommenden Jahren werden ihre
Auswirkungen im politischen Bereich haben und die Entwicklung zu einer Weltregierung
beeinflussen.
Man darf sich jedoch nicht vorstellen, dass die Prozesse, die jetzt in der Welt ablau-
fen, frei von Herausforderungen oder Schwierigkeiten sein werden. Es mag RŸckschlŠge
geben, und Konflikte kšnnen von Zeit zu Zeit ausbrechen auf dem Weg der Menschheit
zum Hervortreten und zur Festigung des Geringeren Friedens, der zu gegebener Zeit die
Errichtung des Grš§ten Friedens hervorbringen wird.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸssen, Sekretariatsabteilung
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
80
19. April 2001
Das Erreichen der Einheit der Nationen
und der Geringere Frieden
Ein Memorandum der Forschungsabteilung
des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 19. April 2001
EinfŸhrung
In den Bah‡Õ’-Schriften zum Thema Weltfrieden wird der Grš§te Frieden als der Hšhe-
punkt zweier unterschiedlicher Prozesse betrachtet, die sich Ÿber einen langen Zeitraum
hinweg nach und nach entfalten. Einer dieser Prozesse betrifft das Wachstum und die
Entwicklung der Bah‡Õ’-Gemeinde mit der gleichzeitigen Entstehung der Gemeinde-
ordnung und ihrem AufblŸhen in der Weltordnung Bah‡ÕuÕll‡hs. Der andere Prozess,
der Gegenstand dieses Schreibens, betrifft die Entwicklungen in der breiten Gesell-
schaft, insbesondere das Erreichen der Einheit der Nationen und die Errichtung des Ge-
ringeren Friedens.
Die Einheit der Nationen und der Geringere Frieden:
Shoghi Effendi bezieht sich auf Bah‡ÕuÕll‡h, der sich an alle Kšnige der Erde richtete
und sie dazu aufforderte, ãsich an den Geringeren Frieden zu halten; dieser ist vom Grš§-
ten Frieden zu unterscheiden, den nur jene, die sich der Macht Seiner Offenbarung voll
bewusst sind und die sich offen zu den GrundsŠtzen Seines Glaubens bekennen, verkŸn-
den kšnnen und schlie§lich errichten mŸssen.Ò In den Worten Bah‡ÕuÕll‡hs:
Nun, da ihr den Grš§ten Frieden zurŸckgewiesen habt, haltet euch an den Gerin-
geren Frieden, auf dass ihr wenigstens einigerma§en eure eigene Lage und die der
von euch AbhŠngigen bessern mšget.
O Herrscher der Erde! Versšhnt euch miteinander, so dass ihr nicht mehr Kriegs-
rŸstungen benštigt, als dem Schutze eurer Gebiete und LŠnder angemessen ist.
HŸtet euch, den Rat des Allwissenden, des GlaubwŸrdigen zu missachten.
Seid einig, o Kšnige der Erde, denn dadurch wird der Sturm des Haders gestillt
und eure Všlker finden Ruhe - wenn ihr doch unter denen wŠret, die das verste-
hen! Sollte einer unter euch gegen einen anderen die Waffen ergreifen, so erhebt
euch alle gegen ihn, denn dies ist nichts als offenbare Gerechtigkeit.1
An anderer Stelle bezog Bah‡ÕuÕll‡h den Geringeren Frieden auf die Zusammenkunft
der Regierenden in einer weltweiten Versammlung, bei welcher Ma§nahmen zur Eini-
gung und Eintracht erarbeitet werden sollten.
1. Shoghi Effendi, Der Verhei§ene Tag ist gekommen, Frankfurt am Main 1967, S. 52f
19. April 2001 Das Erreichen der Einheit der Nationen und der Geringere Frieden
81
Wir flehen zu Gott - gepriesen sei Seine Herrlichkeit -, und Wir hegen die Hoff-
nung, dass Er gnŠdig den Offenbarungen des Reichtums und der Macht, den
DŠmmerungsorten der Herrschaft und des Ruhmes, den Kšnigen auf Erden, bei-
stehe - mšge Gott ihnen durch seine stŠrkende Gnade helfen -, den Geringeren
Frieden zu errichten. Dies ist in der Tat das beste Mittel, die Ruhe der Všlker zu
sichern. Es ist die Pflicht der Herrscher der Welt - mšge ihnen Gott helfen -, sich
vereint und standhaft an diesen Frieden zu halten, er ist das wichtigste Werkzeug
fŸr den Schutz der ganzen Menschheit, wir hoffen, dass sich die Herrscher erhe-
ben werden, um das zu vollbringen, was die Wohlfahrt der Menschen verbŸrgt,
sie mŸssen eine allumfassende Versammlung einberufen, an der entweder sie
selbst oder ihre Minister teilnehmen, und Ma§nahmen durchsetzen, die erforder-
lich sind, um Einheit und Eintracht unter den Menschen zu schaffen. Die Waffen
des Krieges mŸssen sie ablegen und sich den Machtmitteln weltweiten Aufbaus
zuwenden. Sollte sich ein Kšnig gegen einen anderen erheben, mŸssen alle ande-
ren Kšnige aufstehen, um ihn daran zu hindern. Dann werden sie Waffen und
KriegsgerŠt nur noch in dem Ma§ benštigen, wie es fŸr die innere Sicherheit ihrer
LŠnder unumgŠnglich ist. Wenn sich die Herrscher zu dieser allumfassenden Seg-
nung entschlie§en, werden die Všlker aller Staaten in Ruhe und Zufriedenheit ih-
ren GeschŠften nachgehen, und die Seufzer und Klagen der meisten Menschen
werden verstummen.1
Das Thema einer Versammlung zur Beratung von Ma§nahmen, die fŸr einen dauer-
haften Weltfrieden notwendig sind, wird an einigen anderen Stellen in den Schriften
Bah‡ÕuÕll‡hs behandelt. Dazu gehšrt folgende Textstelle:
Die Zeit muss kommen, da die gebieterische Notwendigkeit fŸr die Abhaltung ei-
ner ausgedehnten, allumfassenden Versammlung der Menschen weltweit erkannt
wird. Die Herrscher und Kšnige der Erde mŸssen ihr unbedingt beiwohnen, an ih-
ren Beratungen teilnehmen und solche Mittel und Wege eršrtern, die den Grund
zum Grš§ten Weltfrieden unter den Menschen legen. Ein solcher Friede erfordert
es, dass die Gro§mŠchte sich um der Ruhe der Všlker der Erde willen zu všlliger
Aussšhnung untereinander entschlie§en. Sollte ein Kšnig die Waffen gegen ei-
nen anderen ergreifen, so mŸssen sich alle vereint erheben und ihn daran hindern.
Wenn dies geschieht, werden die Nationen der Welt au§er fŸr die Wahrung der
Sicherheit ihrer Reiche und die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung in ihrem
Staatsgebiet keine Waffen mehr brauchen. Dies wird jedem Volk, jeder Regie-
rung und Nation Frieden und Ruhe sichern.2
SpŠter legte ÔAbduÕl-Bah‡ dar, dass eines der Ergebnisse dieser Versammlung ein
umfassender Vertrag sein werde, dessen Regelungen fŸr alle Regierungen bindend seien:
1. BahˆÕuÕll‡h, Brief an den Sohn des Wolfes, Frankfurt 1966, S. 41f
2. BahˆÕuÕll‡h, €hrenlese, Eine Auswahl aus den Schriften Bah‡ÕuÕll‡hs, Hofheim 41999, 117:1
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
82
Wahre Kultur wird ihr Banner mitten im Herzen der Welt entfalten, sobald eine
gewisse Zahl ihrer vorzŸglichen und hochgesinnten Herrscher - leuchtende Vor-
bilder der Ergebenheit und Entschlossenheit - mit festem Entschluss und klarem
Blick zu Nutz und GlŸck der ganzen Menschheit daran geht, den Weltfrieden zu
stiften. Sie mŸssen die Friedensfrage zum Gegenstand gemeinsamer Beratung
machen und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln versuchen, einen Welt-
všlkerbund zu schaffen. Sie mŸssen einen verbindlichen Vertrag und einen Bund
schlie§en, dessen VerfŸgungen eindeutig, unverletzlich und bestimmt sind. Sie
mŸssen ihn der ganzen Welt bekannt geben und die BestŠtigung der gesamten
Menschheit fŸr ihn erlangen.
Dieses erhabene und edle Unterfangen - der wahre Quell des Friedens und Wohl-
ergehens fŸr alle Welt - sollte allen, die auf Erden wohnen, heilig sein. Alle KrŠfte
der Menschheit mŸssen frei gemacht werden, um die Dauer und den Bestand die-
ses grš§ten aller BŸndnisse zu sichern. In diesem allumfassenden Vertrag sollten
die Grenzen jedes einzelnen Landes deutlich festgelegt, die GrundsŠtze, die den
Beziehungen der Regierungen untereinander zugrunde liegen, klar verzeichnet
und alle internationalen Vereinbarungen und Verpflichtungen bekrŠftigt werden.
In gleicher Weise sollte der Umfang der RŸstungen fŸr jede Regierung genaues-
tens umgrenzt werden, denn wenn die Zunahme der Kriegsvorbereitungen und
TruppenstŠrken in irgendeinem Land gestattet wŸrde, so wŸrde dadurch das
Misstrauen anderer geweckt werden. Die Hauptgrundlage dieses feierlichen Ver-
trages sollte so festgelegt werden, dass bei spŠterer Verletzung einer Bestimmung
durch eine Regierung sich alle Regierungen der Erde erheben, um jene wieder zu
voller Unterwerfung unter den Vertrag zu bringen, nein, die gesamte Menschheit
sollte sich entschlie§en, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln jene Regierung
zu stŸrzen. Sollte dieses grš§te aller Heilmittel auf den kranken Weltkšrper ange-
wandt werden, so wird er sich gewiss wieder von seinen Leiden erholen und dau-
ernd bewahrt und heil bleiben.1
UnabhŠngig von diesem Thema, und dennoch eng damit verbunden, ist das mŸndli-
che sowie schriftliche Versprechen ÔAbduÕl-Bah‡s, dass wŠhrend des 20. Jahrhunderts
die Einheit der Nationen als wesentliche Grundlage fŸr den Weltfrieden errichtet werden
wŸrde.
In einer Seiner Ansprachen sagte Er:
Ich hoffe sehr, dass diese erhabenen Gedanken in diesem Jahrhundert zum Wohl-
ergehen der Menschen fŸhren werden. Lasst dieses Jahrhundert die Sonne der
vergangenen Jahrhunderte sein, deren Strahlenglanz ewig dauern wird, so dass
man in der Zukunft das 20. Jahrhundert preisen wird und sagt, das 20. Jahrhundert
1. `AbduÕl-Bah‡ zit. in: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bah‡ÕuÕll‡hs, Hofheim-Langenhain
1977, S. 61f
19. April 2001 Das Erreichen der Einheit der Nationen und der Geringere Frieden
83
war das Jahrhundert des Lichtes, das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert des Le-
bens, das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert des internationalen Friedens....1
In der Zeitung Montreal Daily Star wurde berichtet:
ãGibt es irgendwelche Anzeichen dafŸr, dass der dauerhafte Friede in der Welt
innerhalb einer angemessenen Zeitspanne errichtet werden wird?Ò, wurde ÔAb-
duÕl-Bah‡ gefragt. ãEr wird in diesem Jahrhundert errichtet werdenÒ, antwortete
Er. ãIm 20. Jahrhundert wird er weltweit verbreitet sein. Alle Nationen werden
dazu gezwungen werden.Ò2
Das Haus der Gerechtigkeit kommentierte andere ErklŠrungen des Meisters zu die-
sem Thema wie folgt in einem Brief, der am 29. Juli 1974 in seinem Auftrag geschrieben
wurde:
Es ist wahr, dass ÔAbduÕl-Bah‡ Aussagen traf, welche die Errichtung der Einheit
der Nationen mit dem 20. Jahrhundert verbinden. Zum Beispiel: ãDer fŸnfte
Lichtstrahl ist die Einheit der Nationen - eine Einheit, die in diesem Jahrhundert
sicher begrŸndet werden wird, so dass sich alle Všlker der Welt als BŸrger eines
gemeinsamen Vaterlandes betrachten.Ò Und in Der Verhei§ene Tag ist gekom-
men bemerkt Shoghi Effendi im Anschluss an eine Šhnliche Aussage aus den Be-
antworteten Fragen: ãDies ist die Stufe, der sich die Welt jetzt nŠhert, die Stufe
der Welteinheit, die, wie ÔAbduÕl-Bah‡ uns versichert, in diesem Jahrhundert be-
stimmt errichtet wird.Ò
Das Erreichen der Einheit der Nationen sollte jedoch nicht als gleichbedeutend mit
der Errichtung des Geringeren Friedens betrachtet werden. Auf die Frage Ÿber den Zeit-
punkt des Geringeren Friedens antwortete Shoghi Effendi in einem 1946 in seinem Auf-
trag geschriebenen Brief: ãAlles was wir wissen ist, dass der Geringere Frieden und der
Grš§te Frieden kommen werden Ð die genauen Zeitpunkte kennen wir nicht.Ò
Die Einheit der Nationen kann dennoch als eine Stufe, und zwar als ein sehr bedeu-
tungsvoller Schritt bei dem langen Prozess der Errichtung des Geringeren Friedens be-
trachtet werden. Auf die Frage eines Einzelnen antwortete das Haus der Gerechtigkeit in
einem in seinem Auftrag geschriebenen Brief vom 31. Januar 1985:
Bah‡ÕuÕll‡hs Hauptauftrag beim Erscheinen zu dieser Zeit in der Menschheitsge-
schichte, ist die Verwirklichung der Einheit der Menschheit und die Errichtung
des Friedens unter den Nationen; daher sind alle KrŠfte, die auf die Vollbringung
dieses Ziels ausgerichtet sind, von Seiner Offenbarung beeinflusst. Wir wissen je-
1. ÔAbduÕl-Bah‡, The Promulgation of Universal Peace, Wilmette 1982, S. 125f (vorlŠufige
†bersetzung)
2. ÔAbduÕl-Bah‡ in Canada, Ontario 1987, S. 35 (vorlŠufige †bersetzung)
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
84
doch, dass Frieden stufenweise kommen wird. Zuerst kommt der Geringere Frie-
den, wenn die Einheit der Nationen erreicht wird, dann schrittweise der Grš§te
Frieden - die geistige sowie soziale und politische Einheit der Menschheit, wenn
die Bah‡Õ’-Weltgemeinschaft, die in strikter †bereinstimmung mit den Gesetzen
und Bestimmungen des Heiligsten Buches der Bah‡Õ’-Offenbarung fungieren
wird, durch die BemŸhungen der Bah‡Õ’ errichtet sein wird.
BezŸglich des Geringeren Friedens erklŠrte Shoghi Effendi, dass dieser am An-
fang eine politische Einheit sein wird, die durch den Beschluss der Regierungen
verschiedener Nationen erreicht wird; er wird nicht durch die direkte Einwirkung
der Bah‡Õ’-Gemeinde errichtet werden....
Der Geringere Frieden selbst wird Stufen durchlaufen; im Anfangsstadium wer-
den die Regierungen všllig selbstŠndig handeln ohne das bewusste Einbezogen-
sein des Glaubens. SpŠter, zu einer von Gott bestimmten Zeit, wird der Glaube
auf Wegen, die von Shoghi Effendi in Das Ziel: Die neue Weltordnung aufgezeigt
worden sind, einen direkten Einfluss auf ihn haben.1
Die fortschreitende Entwicklung des Geringeren Friedens wie auch seine Festigung
werden in einer Aussage des HŸters, in seinem Brief zu Ridv‡n 105 B.E. an die Freunde
des Ostens, bezŸglich der Dauer des Gestaltenden Zeitalters erklŠrt:
Seine Dauer ist unbekannt und liegt in der Schatzkammer von Gottes Wissen ver-
borgen. Sein Ende wird mit der Errichtung dieser vollkommensten, dieser mŠch-
tigsten Ordnung im Osten und Westen zusammenfallen, mit dem strahlenden
Hervortreten der organischen Einheit der einzelnen Glieder der menschlichen Ge-
sellschaft und mit der Festigung der Grundlagen des Geringeren Friedens unter
den Regierungen und Nationen der Welt.
Weitere ErlŠuterungen gab das Haus der Gerechtigkeit, als es von einem einzelnen
GlŠubigen gebeten wurde, den folgenden Absatz aus der Ridv‡n-Botschaft 1996 zu erklŠ-
ren:
Wie kurz der Weg zum Frieden auch sein mag, er wird verschlungen sein. Wie ver-
hei§ungsvoll das erwartete Ereignis auch sein mag, das seinen Kurs bestimmen
wird, er muss in einer langen Entwicklungszeit reifen, und dazu gehšren PrŸfun-
gen, RŸckschlŠge und Konflikte bis zu dem Augenblick, da er unter dem direkten
Einfluss des gšttlichen Glaubens als der Grš§te Friede in Erscheinung tritt.
In dem Brief vom 29. Juli 1996, der in seinem Auftrag als Antwort an diese Person
geschrieben wurde, schrieb das Haus der Gerechtigkeit:
1. Messages from the Universal House of Justice, 1963-1986; Wilmette 1996; S. 655f (vorlŠufi-
ge †bersetzung)
19. April 2001 Das Erreichen der Einheit der Nationen und der Geringere Frieden
85
Es ist klar, dass das Hervortreten des Geringeren Friedens ein schrittweiser Pro-
zess sein wird und seine verschiedenen Stufen ohne Zweifel sowohl von PrŸfun-
gen und RŸckschlŠgen wie auch von gro§en Fortschritten gekennzeichnet sein
werden. Er wird jedoch mit Sicherheit eine Entwicklung von historischer Bedeu-
tung einschlie§en: der Moment, an dem die Mehrheit der Nationalstaaten der
Welt sich formell zu einer globalen Ordnung verpflichten, welche Institutionen
und Gesetze umfasst und mit den Mitteln ausgestattet ist, mit Hilfe derer kollek-
tive Entscheidungen durchgesetzt werden kšnnen. Wenn wir auch heute die ge-
naue Gestalt, die diese Entwicklung nehmen wird, noch nicht voraussehen
kšnnen, und schon gar nicht den Zeitpunkt, an dem sie eintreten wird, so erkennen
wir doch, dass dies ein Merkmal des Prozesses des Geringeren Friedens ist.
Angesichts der Bedeutung, die in den letzten Jahren dem Abschluss der gegenwŠrti-
gen Phase der Errichtung der Bauwerke der Gemeindeordnung an den HŠngen des Berges
Karmel zukam, haben einige GlŠubige angefragt, ob es eine ursŠchliche Beziehung zwi-
schen der Vollendung dieses Bauprogramms und der Errichtung des Geringeren Friedens
gibt. Auf eine dieser Fragen antwortete die Sekretariatsabteilung des Hauses der Gerech-
tigkeit in einem Brief vom 14. Dezember 1987 wie folgt:
Das Universale Haus der Gerechtigkeit ... hat uns angewiesen zu sagen, dass ihm
aus den Schriften des Glaubens keine Textstelle bekannt ist, die darauf hinweist,
dass die Errichtung des Geringeren Friedens von der Vollendung des Bogens auf
dem Berg Karmel abhŠngig ist.
Die Textstelle, die zu dieser Annahme gefŸhrt haben mag, kšnnte eine Aussage
des geliebten HŸters sein, die in Messages to the Bah‡Õ’ World (S. 74-75 ) veršf-
fentlicht wurde.... Sie werden erkennen, dass der HŸter in diesem Zitat drei Dinge
beschreibt, die Hand in Hand gehen werden. Es ist wichtig festzuhalten, dass er
nicht Ereignisse, sondern Prozesse oder Entwicklungen beschreibt und, obwohl
er sagt, dass sie Hand in Hand gehen werden - eine Aussage, welche schon an sich
den Institutionen der Sache wichtige FŸhrung gibt -, sagt er nicht, dass sie einan-
der bedingen.
Die Ereignisse des 20. Jahrhunderts:
Es ist hilfreich, einige der Aussagen in den Bah‡Õ’-Schriften bezŸglich der Ereignisse
des 20. Jahrhunderts, die Abschnitte im Fortschritt der Menschheit in Richtung der Ein-
heit der Nationen und des Geringeren Frieden darstellen, durchzugehen. 1931 beschreibt
Shoghi Effendi das Entstehen eines Weltbewusstseins mit den folgenden Worten:
Den Staaten und FŸrstentŸmern, die aus den Wirren der gro§en napoleonischen
UmwŠlzung ans Licht traten und deren Hauptziel es war, ihre Rechte auf selbst-
bestimmte Existenz wiederzugewinnen oder aber ihre nationale Einheit zu erlan-
gen, schien ein Plan der WeltsolidaritŠt nicht nur ferne Phantasie, sondern
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
86
schlechthin unbegreiflich. Erst als die KrŠfte des Nationalismus die Grundlagen
der Heiligen Allianz, die ihre aufkommende Macht zu zŸgeln suchte, umgesto§en
hatten, wurde die Mšglichkeit einer Weltordnung, die in ihrer Reichweite die po-
litischen Einrichtungen dieser Nationen Ÿberragt, ernsthaft erwogen. Erst nach
dem Weltkrieg begannen diese Vertreter eines hochmŸtigen Nationalismus da-
mit, eine solche Weltordnung als Gegenstand einer verderblichen Lehre zu be-
trachten, die nur darauf abzielte, die LoyalitŠt, von der ihr nationales Leben
abhŠngt, zu untergraben.1
Ein sehr bedeutender Meilenstein in diesem Prozess war die Bildung des Všlker-
bunds nach dem ersten Weltkrieg, ein Ereignis, das von ÔAbduÕl-Bah‡ gelobt wurde, ob-
wohl Er auch folgende Warnung aussprach:
Obgleich der Všlkerbund geschaffen worden ist, ist er doch unfŠhig, den Welt-
frieden zu errichten.2
In den Jahren, die dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vorangingen, bestŠtigte
Shoghi Effendi:
Obgleich der Urschrei des Nachkriegs-Nationalismus tagtŠglich lauter und auf-
dringlicher hallt, obgleich der Všlkerbund noch im Keimzustand ist, obgleich die
Gewitterwolken, die sich zusammenziehen, vorŸbergehend seine KrŠfte všllig
verdunkeln und seinen Apparat všllig vernichten mšgen, ist doch die Richtung,
in der diese Institution wirkt, hšchst bedeutungsvoll. Die seit ihrem Anbeginn er-
hobenen Stimmen, die unternommenen Anstrengungen, die bereits geleistete Ar-
beit lassen jene Triumphe erahnen, welche die jetzt geschaffene Institution oder
eine andere, sie ablšsende Kšrperschaft, zu erringen bestimmt ist.3
Er lenkte die Aufmerksamkeit auf ãdie wichtigsten Marksteine der wechselvollen Ge-
schichte des VšlkerbundsÒ, unter denen die Entscheidung herausragte, einem Mitglied,
dem der Bund eine aggressive Handlung zusprach, kollektive Sanktionen aufzuerlegen.
Shoghi Effendi fŸhrte aus:
Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte wurde so das System kollektiver
Sicherheit, das Bah‡ÔuÔll‡h vorhergesagt und âAbduÔl-Bah‡ erlŠutert hat, ernst-
haft erwogen, eršrtert und versucht. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde von
Amts wegen anerkannt und šffentlich festgestellt, dass fŸr die wirksame Errich-
tung dieses Systems kollektiver Sicherheit Festigkeit und AnpassungsfŠhigkeit
gleicherma§en vonnšten sind - Festigkeit mit Einschluss des Gebrauchs ange-
messener Machtmittel als GewŠhr fŸr die Wirksamkeit des vorgeschlagenen Sys-
1. Weltordnung, S. 71f
2. ÔAbduÕl-Bah‡, Briefe und Botschaften, Hofheim-Langenhain 1992, 227:31
3. Weltordnung, S. 277
19. April 2001 Das Erreichen der Einheit der Nationen und der Geringere Frieden
87
tems, AnpassungsfŠhigkeit des geplanten Apparats, damit er die rechtmŠ§igen
BedŸrfnisse und Bestrebungen seiner zu Schaden gekommenen Verfechter si-
cherstellen kann. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte haben sich die
Nationen der Welt um den Versuch gemŸht, kollektive Verantwortung auf sich zu
nehmen und ihre verbalen Versprechungen durch die wirkliche Vorbereitung fŸr
gemeinsame Ma§nahmen zu ergŠnzen. Und weiter machte sich zum ersten Mal
in der Geschichte eine šffentliche Meinung als Bewegung bemerkbar, welche die
von den nationalen FŸhrern und Volksvertretern verkŸndete Entscheidung unter-
stŸtzte, um kollektive Ma§nahmen im Verfolg dieser Entscheidung zu sichern.1
Seine Vision von der Bedeutsamkeit dieser Ma§nahmen wurde dadurch, dass die kol-
lektiven Sanktionen offensichtlich darin versagten, ihre festgesetzten Ziele zu erreichen,
nicht getrŸbt.
Shoghi Effendi bestŠtigte, dass das Ziel des Prozesses, durch welchen der Všlkerbund
errichtet worden war, die Erreichung ã... der Stufe, auf der die Einheit der gesamten Kšr-
perschaft der Nationen zum Leitgrundsatz des internationalen Lebens gemacht sein
wirdÒ2, sei.
Etwa zwei Jahrzehnte spŠter, im Jahre 1947, als die Organisation der Vereinten Nati-
onen den Všlkerbund ersetzt hatte und den Weg der Entwicklung seiner Befugnisse und
Funktionen beschritt, beschrieb er diesen Vorgang nŠher mit seiner Voraussicht, dass die-
ser Prozess:
... wie lange und mŸhsam der Weg auch sei, durch eine Reihe von Siegen und
RŸckschlŠgen zur politischen Vereinigung der šstlichen und westlichen Hemis-
phŠren, zum Hervortreten einer Weltregierung und zur Errichtung des Geringeren
Friedens, wie bereits von Bah‡ÕuÕll‡h vorhergesagt und vom Propheten Jesaja an-
gedeutet, fŸhren muss.3
Getrennt von diesem Prozess der organisatorischen Entwicklung, aber in enger Be-
ziehung damit, stand die Entstehung eines Weltbewusstseins. Schon 1931 bezog sich der
HŸter auf die:
... [allmŠhliche] Verbreitung des Geistes der WeltsolidaritŠt .., der spontan aus
dem Wirrwarr einer ungeordneten Gesellschaft aufsteigt.4
Ein Jahrzehnt spŠter erklŠrte er:
Die Welt bewegt sich wahrlich ihrem vorherbestimmten Ziel entgegen. Die ge-
genseitige AbhŠngigkeit der Všlker und Nationen der Erde ist, was immer die
1. a.a.O., S. 278
2. a.a.O., S. 280
3. Citadel of Faith: Messages to America, 1947-1957; Wilmette 1995, S. 33
4. Weltordnung, S. 71
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
88
FŸhrer der spaltenden KrŠfte in der Welt sagen oder tun mšgen, bereits eine voll-
endete Tatsache. Ihre Einheit im wirtschaftlichen Bereich wird jetzt verstanden
und anerkannt.1
Als die Menschheit in einen Weltkrieg versunken war, den Shoghi Effendi als ãdie
titanische UmwŠlzung, die vor siebzig Jahren die prophetische Feder Bah‡ÕuÕll‡hs vor-
ausgesehen hatteÒ und als die ãlange vorausgesagte, weltumspannende FeuersbrunstÒ be-
schrieb, wies er die Bah‡Õ’ darauf hin, dass dieser gro§e Konflikt eine ãwesentliche
Vorbedingung zur Vereinigung der WeltÒ sei.2
Die Entwicklungen der letzten Zeit:
In den letzten Jahren nahm das Haus der Gerechtigkeit durch die Ridv‡n-Botschaften
die Gelegenheit wahr, die Aufmerksamkeit der weltweiten Bah‡Õ’-Gemeinde auf die tief-
greifende Bedeutung der Ereignisse zu lenken, die in der Gesellschaft stattfinden, wŠh-
rend die Menschheit ein wachsendes Bewusstsein fŸr die Einheit der Nationen und
Všlker der Erde an den Tag legt.
Besonders bedeutungsvoll sind folgende Abschnitte aus der ErklŠrung Die Verhei-
§ung des Weltfriedens vom Oktober 1985, gerichtet an die Všlker der Welt:
Zu den gŸnstigen Zeichen gehšren die mit stŠndig wachsender Kraft auf eine
Weltordnung hin unternommenen Schritte: zuerst, zu Begin des Jahrhunderts, die
Schaffung des Všlkerbundes, gefolgt von der breiter angelegten Organisation der
Vereinten Nationen; die seit dem Zweiten Weltkrieg von der Mehrzahl aller Všl-
ker der Erde erlangte UnabhŠngigkeit, die anzeigt, dass der Prozess der Bildung
von Nationalstaaten abgeschlossen ist; die Einbeziehung dieser jungen Staaten
mit den Šlteren in Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse; in der Folge die
stark ansteigende Zusammenarbeit zwischen bislang isolierten, zerstrittenen Všl-
kern und Gruppen bei internationalen Unternehmen auf den Gebieten von Wis-
senschaft, Bildung, Recht, Wirtschaft und Kultur; die GrŸndung einer
beispiellosen Zahl internationaler humanitŠrer Organisationen wŠhrend der letz-
ten Jahrzehnte; die Ausbreitung von Frauen- und Jugendbewegungen, welche die
Abschaffung des Krieges fordern; und schlie§lich ein spontanes, immer mehr sich
ausdehnendes Netzwerk einfacher Menschen, die durch persšnliche Kommuni-
kation VerstŠndigung suchen.3
Die zaghaften Schritte auf eine Weltordnung hin - vor allem seit dem Zweiten
Weltkrieg - setzen hoffnungsvolle Zeichen. Die steigende Tendenz einzelner
1. Verhei§ene Tag, S. 185
2. Messages to America: Selected Letters and Cablegrams Addressed to the Bah‡Ô’s of North
America, 1932-1946; Wilmette 1947, S. 42
3. Die Verhei§ung des Weltfriedens, Hofheim-Langenhain 1989, S. 8
19. April 2001 Das Erreichen der Einheit der Nationen und der Geringere Frieden
89
Staatsgruppen, ihren Beziehungen feste Formen zu geben, was ihnen dann die Zu-
sammenarbeit in Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse ermšglicht, deu-
tet darauf hin, dass schlie§lich alle Nationen diese LŠhmung Ÿberwinden kšnnen.
Der Verband SŸdostasiatischer Staaten, die Karibische Gemeinschaft und ihr Ge-
meinsamer Markt, der Zentralamerikanische Gemeinsame Markt, der Rat fŸr Ge-
genseitige Wirtschaftshilfe, die EuropŠischen Gemeinschaften, die Arabische
Liga, die Organisation fŸr Afrikanische Einheit, die Organisation der Amerikani-
schen Staaten, das SŸdpazifische Forum - alle durch solche Organisationen er-
brachten vereinten BemŸhungen bereiten den Weg zur Weltordnung.1
Das Heer der MŠnner und Frauen aus praktisch allen Kulturen, Rassen und Nati-
onen auf Erden, das in den vielfŠltigen Behšrden der Vereinten Nationen Dienst
tut, verkšrpert einen weltumspannenden ã…ffentlichen DienstÒ, dessen ein-
drucksvolle Leistungen fŸr ein hohes Ma§ an Zusammenarbeit, selbst unter ent-
mutigenden Bedingungen, kennzeichnend sind. Ein Drang zur Einheit kommt,
einem geistigen FrŸhling gleich, in zahllosen internationalen Kongressen zum
Ausdruck, die Menschen aus einem breiten Spektrum von Wissensgebieten zu-
sammenfŸhren. Er ist Triebkraft fŸr kinder- und jugendbezogene internationale
Vorhaben. Er ist in der Tat die eigentliche Quelle der bemerkenswerten Bewe-
gung der …kumene, die AnhŠnger historisch verfeindeter Religionen und Sekten
unwiderstehlich zueinander hinzuziehen scheint. Der Drang zur Welteinheit ist
im unablŠssigen Ringen mit der entgegengesetzten Tendenz zu KriegsfŸhrung
und Selbstverherrlichung einer der beherrschenden, allgegenwŠrtigen WesenszŸ-
ge des Lebens auf dem Planeten im ausgehenden 20. Jahrhundert.2
Die Geschwindigkeit des Wandels beschleunigte sich, wŠhrend sich das zwanzigste
Jahrhundert seinem Ende zuneigte. 1996 schrieb das Haus der Gerechtigkeit:
...andererseits unternehmen die FŸhrer der Welt oft gemeinsame Aktionen, die
dem Bah‡Õ’-Beobachter eine Tendenz hin zu einer gemeinsamen AnnŠherung der
Nationen an eine Lšsung fŸr die Probleme der Welt anzeigen. Bedenken Sie zum
Beispiel die ungewšhnliche HŠufung von weltweiten AnlŠssen, zu denen sich
diese FŸhrer seit dem Heiligen Jahr vor vier Jahren versammelt haben, wie zur
Feier des fŸnfzigsten Jahrestages der Vereinten Nationen, auf der die teilnehmen-
den StaatsoberhŠupter und Regierungschefs ihre Verpflichtung zum Weltfrieden
erklŠrt haben. ErwŠhnenswert sind auch die Bereitwilligkeit und die SpontaneitŠt,
mit der diese Regierungschefs als Antwort auf eine Reihe von Krisen in verschie-
denen Teilen der Welt gemeinsam gehandelt haben. Solche Tendenzen fallen mit
dem aus aufgeklŠrten Kreisen stŠrker werdenden Ruf zusammen, der Mšglich-
keit, zu einer Art globalen Regierungsform zu finden, Beachtung zu schenken.
1. a.a.O., S. 20
2. a.a.O., S. 35f
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
90
DŸrfen wir nicht in diesen sich rasch entwickelnden Ereignissen das Walten der
Hand der Vorsehung sehen, ja, den eigentlichen Vorboten fŸr das in unseren
Schriften vorhergesagte gewaltige Ereignis?1
Und 1998 schrieb es:
... selbst im Getšse einer im Aufruhr befindlichen Gesellschaft [kann man] eine
unmissverstŠndliche Tendenz in Richtung auf den Geringeren Frieden erkennen.
Einen faszinierenden Hinweis liefert das grš§ere Engagement der Vereinten Na-
tionen an ŸberfŠlligen, drŠngenden Weltproblemen, wobei sie von mŠchtigen Re-
gierungen unterstŸtzt werden; ein weiterer ergibt sich in allerletzter Zeit aus der
Tatsache, dass fŸhrende Politiker in dramatischer Weise erkennen, was die enge
VerknŸpfung aller Nationen auf dem Gebiet des Handels und der Finanzen tat-
sŠchlich bedeutet - eine Vorbedingung, die Shoghi Effendi schon lange als einen
wesentlichen Aspekt fŸr eine organisch geeinte Welt erkannt hatte.2
Im RŸckblick auf die bedeutenden Ereignisse der vorangegangenen vier Jahre in der
Welt stellte das Haus der Gerechtigkeit zu Ridv‡n 2000 fest, dass ãdie FŸhrer der Welt
kŸhne Schritte in Richtung auf die Gestaltung eines weltweiten politischen Friedens un-
ternahmenÒ, und dass es ernsthafte Versuche gab,
... Methoden der kollektiven Sicherheit auszuarbeiten und umzusetzen, was
Bah‡ÕuÕll‡hs Vorschriften fŸr die Erhaltung des Friedens in Erinnerung ruft; es
gab einen Aufruf, einen internationalen Strafgerichtshof einzurichten, eine weite-
re Ma§nahme, die mit den Erwartungen der Bah‡Õ’ Ÿbereinstimmt. Um die Auf-
merksamkeit auf die dringende Notwendigkeit zu richten, ein angemessenes
System zur Lšsung von globalen Fragen einzurichten, haben sich die FŸhrer der
Welt auf einem Millenium-Gipfel verabredet; neue Kommunikationsmethoden
haben den Weg dafŸr frei gemacht, dass jeder mit jedem auf diesem Planeten in
Verbindung treten kann.3
Einige Monate spŠter, in einer AusfŸhrung Ÿber die Millenium-Treffen, die im Laufe
des Jahres 2000 in New York abgehalten wurden, um globale Themen im Zusammenhang
mit dem Thema Frieden anzusprechen - das Millenium Forum im Mai, der Millenium
Friedensgipfel der religišsen und geistlichen FŸhrer im August und der Millenium-Gipfel
der FŸhrer von mehr als 150 Nationen, der im September abgehalten wurde Ð, bemerkte
das Haus der Gerechtigkeit in seiner Botschaft vom 24. September 2000:
FŸr jeden Beobachter, der von der Bah‡Õ’-Vision vom Frieden und den dazuge-
hšrenden Prozessen erfŸllt ist, muss es in der Tat befriedigend sein, Ÿber das We-
1. 20 Ridv‡n-Botschaft 153 B.E. (1996)
2. 21 Ridv‡n-Botschaft 155 B.E. (1998)
3. 22 Ridv‡n-Botschaft 157 B.E. (2000)
21. April 2001 Ridv‡n Ð Botschaft 158 (2001)
91
sen und die Tragweite dieser jŸngsten Ereignisse nachzusinnen, die auch im
Zusammenhang mit den vorangegangenen Weltkonferenzen zu sehen sind, an de-
nen im vergangenen Jahrzehnt ebenfalls StaatsoberhŠupter beteiligt waren. Und
es muss doppelt so aufregend sein zu erkennen, dass zu einer so frŸhen Entwick-
lungsstufe des Bah‡Õ’-Zeitalters Vertreter unserer internationalen Gemeinde so
ma§geblich an diesen Ereignissen beteiligt waren, die Meilensteine auf dem Weg
zu der neuen Weltordnung gesetzt haben, die so klar von der Feder Bah‡ÕuÕll‡hs
vorhergesehen wurde.
21. April 2001
Ridv‡n Ð Botschaft 158 (2001)
An die Bah‡Õ’ der Welt Innig geliebte Freunde,
freudigen Herzens und mit gro§en Erwartungen nŠhern wir uns den Ridv‡n-Tagen zu einer
Zeitwende, da eine neue Geisteshaltung bei uns allen erkennbar ist. †berall in unserer
Welt gemeinde gibt es ein verstŠrktes Bewusstsein fŸr die Bedeutung von Prozessen, die
Not wendigkeit der Planung und die Bedeutung systematischen Handelns bei der Fšrde-
rung des Wachstums und der Entwicklung menschlichen Potentials; durch sie wird die
Verbreitung des Glaubens fortgesetzt und die Festigung sichergestellt. Ein klares Ver-
stŠndnis dieser Voraussetzungen fŸr den Fortschritt kann nicht Ÿberbewertet werden; ge-
nauso wenig kann ŸberschŠtzt werden, wie wichtig es ist, sie durch ein gut durchdachtes
Training aufrechtzuerhalten. Es ist daher von grš§ter Bedeutung fŸr uns, dass unsere Ge-
meinde jetzt ein solches Bewusstseinsstadium erreicht hat. Wir sind der Gesegneten
Schšnheit zutiefst dankbar, dass wir dies erkennen und ganz zu Beginn des weltweiten Un-
ternehmens, das an diesen Festtagen in Gang gesetzt wird, freudig begrŸ§en kšnnen.(1)
Die durch dieses Bewusstsein erzeugte Willenskraft kennzeichnete auch die Konfe-
renz der Kontinentalen Berater und der Mitglieder ihrer HilfsŠmter, die sich im Januar
dieses Jahres im Heiligen Land versammelt hatten. Dieses Ereignis war so aufschluss-
reich, dass es den Eintritt der Sache Gottes in eine neue Epoche, die fŸnfte ihres Gestal-
tenden Zeitalters, ankŸndigte. Bei dieser historischen Versammlung kam eine so frische
Lebenskraft zum Vorschein, dass sie als ein Zeichen verbesserter QualitŠt der AktivitŠten
in der gesamten Gemeinde erkannt wurde. Das Streben der Freunde im vergangenen Jahr,
die wesentlichen Vorbe dingungen fŸr den Fortschritt des Prozesses des Beitritts in Scha-
ren zu schaffen, bestŠtigt diese Beobachtung. Auf diese Weise wurde der Weg fŸr den
FŸnfjahresplan geebnet, das erste Unternehmen in der FŸnften Epoche.(2)
Nachdem im vorausgegangenen Vierjahresplan mehr als 300 Trainings-Institute ent-
standen waren, verstŠrkte noch der Zwšlfmonateplan diese beachtlichen BemŸhungen und
erfŸllte so seinen Zweck. DarŸber hinaus erlangte er dadurch Bedeutung, dass Institutio-
nen und Einzelne Šu§erst positiv auf den Ruf antworteten, der geistigen Erziehung der
Kinder und der Einbindung der Junioren in das Gemeindeleben grš§ere Beachtung zu
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
92
schenken. Die Ausbildung von Kinderklassenlehrern und die Einbeziehung der Junioren
in den Institutsprozess sind in einer Reihe von LŠndern zu einem regelmŠ§igen Bestandteil
von Bah‡Õ’-AktivitŠten geworden. Trotz seiner KŸrze gewann der Zwšlfmonateplan auch
Ÿber die ihm ausdrŸcklich zugewiesenen Ziele hinaus an Bedeutung. Der Plan wurde zu
einem dynamischen Bindeglied zwischen einer hšchst ereignisreichen Epoche der Bah‡Õ’-
Geschichte und den besonders vielversprechenden Aussichten einer neuen Epoche, fŸr die
seine Errungenschaften die Gemeinde so gut vorbereitet haben. Er hat sich unseren Anna-
len auch durch die dauerhaften Auswirkungen der AktivitŠten des Glaubens am Ende des
20. Jahrhunderts eingeprŠgt. †ber dieses Jahrhundert sollte jeder Bah‡Õ’ nachdenken, der
sich bemŸht, die turbulenten KrŠfte, die das Leben des Planeten beeinflussen, und die in
der Sache selbst ablaufenden Prozesse in einer kritischen Phase der sozialen und geistigen
Evolution der Menschheit zu verstehen. Als Hilfsmittel fŸr diese verdienstvolle Bestre-
bung wurde Century of Light (Jahrhundert des Lichts) - ein †berblick Ÿber das 20. Jahr-
hundert - auf unsere Veranlassung hin und unter unserer Aufsicht verfasst.(3)
WŠhrend dieser einjŠhrigen Unternehmung rŸckten die diplomatischen AktivitŠten
des Bah‡Õ’-Glaubens bei mehreren Gelegenheiten besonders in den Vordergrund. Beach-
ten Sie zum Beispiel, wie sich Bah‡Õ’-Vertreter an hervorragender Stelle im Mai, August
und September an den Millenniums-Veranstaltungen beteiligten, die auf DrŠngen des Ge-
neralsekretŠrs der Vereinten Nationen durchgefŸhrt wurden. Die Auswirkungen einer so
starken, deutlich sichtbaren Beteiligung der Internationalen Bah‡Õ’-Gemein de an den
Prozessen des Geringeren Friedens wird man erst im Laufe der Zeit richtig verstehen. Ein
weiterer Hšhepunkt war das kontinentale Kolloquium, das in Indien vom ãInstitut fŸr
Studien zum Globalen WohlstandÒ organisiert wurde, einer unter der Schirm herrschaft
der Internationalen Bah‡Õ’-Gemeinde tŠtigen neuen Einrichtung. An der Konferenz zum
Thema ãWissenschaft, Religion und EntwicklungÒ nahmen fŸhrende Nicht-Regierungs-
Organi sa tionen aus Indien wie auch so angesehene Institutionen wie die UNESCO,
UNICEF, WHO und die Weltbank teil. Im Oktober wurde der Bah‡Õ’ World News Ser-
vice (BWNS) (Bah‡Õ’-Weltnachrichtendienst) ins Internet gestellt, womit das Bah‡Õ’-
und das Nicht-Bah‡Õ’-Publikum mit Nach richten und Berichten Ÿber Entwicklungen in
der ganzen Bah‡Õ’-Welt versorgt werden soll.(4)
†ber die intensive TŠtigkeit am Bah‡Õ’-Weltzentrum wŠhrend des letzten Jahres wur-
den die Freunde schon weitgehend durch frŸhere Berichte informiert, die sich unter an-
derem auf solche Errungenschaften beziehen, wie den Einzug des Internationalen
Lehrzentrums in seinen stŠndigen Sitz am Berge Karmel, die Konferenz der Kontinenta-
len Berater und der Mitglieder ihrer HilfsŠmter im Heiligen Land im Januar dieses Jahres
und die Fertigstellung der Projekte am Berge Karmel, die jetzt im Rahmen der Vorberei-
tungen auf die Einweihungsfeiern im Mai den letzten Schliff erhalten. Im Oktober vori-
gen Jahres wurden zum ersten Mal Pilger und Besucher im neuen, jetzt voll
funktionsfŠhigen Empfangszentrum in Haifa begrŸ§t. In Bahji wird die Verschšnerung
der heiligen StŠtten durch die Entwicklung der Gartenanlagen bestŠndig weitergefŸhrt.
Diese BemŸhungen erhielten jetzt neuen Auftrieb; denn im vergangenen Jahr begann man
mit dem neuen Projekt, im nšrdlichen Teil des GelŠndes, jenseits des Collins-Tores, ein
Besucher zentrum zu erbauen. Die Fertigstellung ist fŸr die nŠchsten Monate vorgesehen,
21. April 2001 Ridv‡n Ð Botschaft 158 (2001)
93
der Rohbau ist fertiggestellt und die Arbeiten gehen in allen Bereichen des Innenausbaus
und der Gartengestaltung weiter. Die neue Einrichtung wird die Mšglichkeiten des Welt-
zentrums verbessern, eine zunehmende Zahl von Pilgern, kurzfristigen Bah‡Õ’-Besuchern
und besonderen GŠsten zu empfangen.(5)
Zum Abschluss dieser JahresŸbersicht freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu kšnnen, dass
der Nationale Geistige Rat der Bah‡Õ’ von Indonesien nach einer Unterbrechung von fast
drei Jahrzehnten am letzten Ridv‡n bei der Nationaltagung in Jakarta wieder gebildet wur-
de. Ein im August 1962 ausgesprochenes Verbot fŸr alle Bah‡Õ’-AktivitŠten hatte die TŠ-
tigkeit der indonesischen Bah‡Õ’ wŠhrend dieser Zeit stark eingeschrŠnkt, aber sie blieben
standhaft und verhielten sich in dieser langen Leidenszeit weise, bis verŠnderte UmstŠnde
in diesem Land zur Aufhebung des Verbotes fŸhrten. Kšnnen wir da nicht zu hoffen wa-
gen, dass ein Šhnlich erfreulicher Bericht Ÿber unsere heimgesuchten GlaubensbrŸder in
Iran, €gypten und anderen LŠndern nicht mehr zu lange auf sich warten lŠsst?(6)
Liebe Freunde, in zwei Jahrzehnten wird die Bah‡Õ’-Welt den hundertsten Jahrestag
des Beginns des Gestaltenden Zeitalters feiern. Heute schauen wir auf den Anbruch jenes
Zeitalters aus dem Blickwinkel von Errungenschaften, die zu Beginn kaum vorstellbar
waren. Vor uns šffnen sich Horizonte, die die Gemeinde in der kurzen Zeit, die uns von
der Jahrhundertfeier trennt, dringend zu noch grš§eren Leistungen aufrufen. Diese Hšhen
kšnnen und mŸssen erreicht werden. Wir rufen die Freunde in der ganzen Welt auf, dem
FŸnfjahresplan ihre ungeteilte und nachhaltige Aufmerksamkeit zu schenken, ist er doch
dazu bestimmt, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Er bildet die erste einer Reihe
von Kampagnen, die in diesen zwanzig Jahren durchgefŸhrt werden sollen. Dieser Plan
ist die nŠchste Phase und hat zum Ziel, einen beachtlichen Fortschritt bei dem Prozess des
Beitritts in Scharen zu erreichen. Er erfordert eine Beschleunigung dieses lebenswichti-
gen Prozesses und legt darŸber hinaus den Nachdruck darauf, dass seitens der drei Betei-
ligten, des Einzelnen, der Institutionen und der Gemeinde, das systematische BemŸhen
kontinuierlich erfolgt.(7)
Es ist nicht nštig, ausfŸhrlich auf die Erfordernisse des Planes einzugehen, denn sie
wurden in der Botschaft an die im Heiligen Land versammelten Berater dargelegt und an-
schlie§end allen Nationalen Geistigen RŠten mitgeteilt. Schon bald nach ihrer Konferenz
begannen die Berater, mit den Nationalen RŠten Ÿber die AusfŸhrung des Planes in ihren
Amtsbereichen zu beraten. Die Richtung des Planes ist daher den Freunden Ÿberall be-
kannt, zumal regionale und šrtliche Vorbereitungen zur Verfolgung seines Hauptziels be-
reits im Gang sind. Es hat sich inzwischen ein allgemeines Bewusstsein gebildet, dass
man sich darum bemŸhen muss, dass der Glaube in den einzelnen LŠndern in zunehmend
mehr Regionen immer tiefer vordringt. So wird man zum Beispiel, wo es die UmstŠnde
erlauben, benachbarte Gemeinden dazu aufrufen, sich an intensiven Wachstumsprogram-
men zu beteiligen. Ein anderes Vorgehen erfordert die planmŠ§ige Eršffnung neuer Ge-
biete, fŸr die Inlandspioniere sich mit der gleichen Hingabe erheben mŸssen, die jene
beseelte, die sich in frŸheren Zeiten weit und breit verstreuten, um unerschlossene Gebie-
te quer durch Kontinente und Ozeane zu eršffnen. Kurz: der Prozess innerhalb dieses
gšttlich gefŸhrten Plans wird sich erweitern, wenn weitere Ma§nahmen schrittweise ein-
gefŸhrt und systematisch integriert werden.(8)
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
94
Ein besonderes Kennzeichen der FŸnften Epoche wird die Bereicherung des An-
dachtslebens der Gemeinde durch den Bau nationaler HŠuser der Andacht sein, je nach
dem, wie es die UmstŠnde in den nationalen Gemeinden zulassen. Der Zeitplan fŸr diese
Projekte wird vom Universalen Haus der Gerechtigkeit unter BerŸcksichtigung des Fort-
schritts beim Prozess des Beitritts in Scharen in den einzelnen LŠndern festgelegt werden.
Diese Entwicklung wird sich in aufeinanderfolgenden Phasen von `AbduÕl-Bah‡s Gšttli-
chem Plan fortsetzen. Unmittelbar nach der Fertigstellung des Muttertempels des Wes-
tens begann der HŸter mit einem Plan zum Bau von Kontinentalen HŠusern der Andacht.
Die ersten waren damals die MashriquÕl-Adhk‡r in Kampala, Sydney und Frankfurt, die
in ErfŸllung der Ziele des Zehnjahresplanes gebaut wurden. Das Universale Haus der Ge-
rechtigkeit verfolgte mit dem Bau der Tempel in Panama City, Apia und New Delhi die-
selbe Linie. Diese kontinentale Phase ist aber noch zu vervollstŠndigen: Ein weiteres
GebŠude muss noch errichtet werden. Mit tiefer Dankbarkeit und Freude verkŸnden wir
in diesem verhei§ungsvollen Augenblick die Entscheidung, dieses letzte Projekt in An-
griff zu nehmen. WŠhrend des FŸnfjahresplans wird mit dem Bau des Muttertempels von
SŸdamerika in Santiago, Chile, begonnen und damit ein von Shoghi Effendi klar ausge
sprochener Wunsch erfŸllt.(9)
Es ist nun an der Zeit, weitere Schritte am Weltzentrum zu unternehmen, um die
Funktionen der Institutionen mit Sitz in den neuen GebŠuden am Bogen zu entwickeln.
Nach beachtlichen Fortschritten des Internationalen Lehrzentrums wird man jetzt beson-
dere Aufmerksamkeit darauf verwenden, die Arbeit des Zentrums fŸr das Studium der
Texte zu organisieren. Die †bersetzung weiterer Heiliger Texte ins Engli sche wird dabei
von besonderer Bedeutung sein. Die Aufgabe dieser Institution ist es, das Universale
Haus der Gerechtigkeit dabei zu unterstŸtzen, die Heiligen Schriften zu Rate zu ziehen
und †bersetzungen und Kommentare zu den autoritativen Texten des Glaubens zu ver-
fassen. DarŸber hinaus wird man sich im Heiligen Land stŠndig darum bemŸhen, es zu
ermšglichen, dass die Anzahl der Pilger und Besucher am Bah‡Õ’-Weltzentrum weiter an-
steigen kann.(10)
Vor fŸnf Jahren kŸndigten wir in unserer Ridv‡n-Botschaft eine Gro§veranstaltung
am Weltzentrum an, welche aus Anlass der Fertigstellung der Projekte am Berg Karmel
und der Eršffnung der Terrassen am Schrein des B‡b fŸr die …ffentlichkeit stattfinden
wird. Dieser Augenblick ist nun gekommen, und wir freuen uns in der Erwartung,
Freunde aus eigentlich allen LŠndern bei einem Programm zu begrŸ§en, das sich Ÿber
fŸnf Tage vom 21. bis zum 25. Mai erstrecken wird. Wir sind auch glŸcklich mitteilen
zu kšnnen, dass Vorbereitungen getroffen werden, um die Bah‡Õ’-Welt durch Live-
†bertragungen im World Wide Web und per Satellit an den Veranstaltungen teilneh-
men zu lassen. Informationen darŸber folgen noch. WŠhrend das Weltzentrum sich hier-
auf konzentriert, wird auch die Erwartung der Menschen in Haifa immer grš§er, wo die
stŠdtischen Behšrden ein Buch mit dem Titel: Bah‡Õ’ Shrine and Gardens on Mount
Carmel, Haifa, Israel: A Visual Journey veršffentlichen wollen, das gleichzeitig mit den
Veranstaltungen erscheinen soll. Ferner betreibt die Postbehšrde von Israel den Plan,
zur gleichen Zeit eine Gedenkmarke herauszugeben, welche die Terrassen darstellt. Die
Bedeutung des Ereignisses liegt im Wesentlichen darin, dass es uns erlaubt innezuhal-
27. April 2001 Arabische Ausgabe des Heiligsten Buches
95
ten, um die beachtliche Wegstrecke zu Ÿberblicken, die der Glaube in seiner Entwick-
lung im 20. Jahrhundert zurŸckgelegt hat. Es ist auch an der Zeit, die kŸnftigen
Auswirkungen dieser gewaltigen Leistungen zu bedenken, die durch die Errichtung der
imposanten Bauwerke auf Gottes heiligem Berge symbolisiert werden Ð Bauwerke, die
die geistigen und administrativen Zentren unseres Glaubens den Blicken der Welt šff-
nen.(11)
WŠhrend unsere Gemeinde sich dieser begeisternden Betrachtungen erfreut, mšge je-
des Mitglied bedenken, dass wir keine Zeit haben, uns auf Lorbeeren auszuruhen. Die
Menschheit befindet sich in einer so verzweifelten Lage, dass wir keinen Augenblick zš-
gern dŸrfen, das Brot des Lebens zu Ÿberreichen, das in unserer Zeit vom Himmel kam.
Dulden Sie daher keinen Aufschub, den erfolgversprechenden Prozess voranzutreiben,
wenn es darum geht, alle jene, die nach der Wahrheit dŸrsten, zu der Festtafel des Herrn
der Heerscharen zu fŸhren.(12)
Mšge Er, der Ÿber das Schicksal Seines gšttlichen Systems wacht, jede BemŸhung
fŸhren, lenken und bestŠtigen, die Sie unternehmen, um die vor Ihnen liegenden drŠngen-
den Aufgaben zu bewŠltigen.(13)
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
27. April 2001
Arabische Ausgabe des Heiligsten Buches
Brief an alle Nationalen Geistigen RŠte
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
das Universale Haus der Gerechtigkeit freut sich bekannt zu geben, dass nunmehr auch
die arabische Ausgabe des Heiligsten Buches erworben werden kann. Ein Freiexemplar
wird Ihnen auf Wunsch des Hauses der Gerechtigkeit von der Vertriebsstelle Ÿbersandt.
Diese Ausgabe wurde unter Mitwirkung eines fachkundigen Bah‡Õ’-Kaligraphen her-
gestellt. Dieser hat den von Bah‡ÕuÕll‡h offenbarten Text in einer Weise dargeboten, die
der Bedeutung eines Buches, das vom HŸter als ãdie Charta fŸr die zukŸnftige Weltzivi-
lisationÒ beschrieben wurde, angemessenen ist. Entsprechend dem Brauch beim Druck
Heiliger Schriften in Arabisch sind die ersten beiden Seiten illuminiert. Der Eingangsvers
wurde in der Kufi-Schrift geschrieben. Der Band enthŠlt auch, in Anlehnung an die eng-
lische Ausgabe, ErgŠnzungen in Arabisch, darunter ãFragen und AntwortenÒ, ãInhaltsŸ-
bersicht und systematische DarstellungÒ sowie ãErlŠuterungenÒ.
Das Buch wurde in Kanada gedruckt und wird vom Bah‡Õ’-Vertriebsdienst in den
Vereinigten Staaten zum Einzelhandelspreis von US$ 30 [Anm.d.†bers.: DM 66,-- bzw.
Euro 35,--] angeboten. Es wird davon ausgegangen, dass dieses Buch fŸr viele GlŠubige
von gro§em Interesse sein wird, nicht nur fŸr jene, die Arabisch lesen kšnnen. Das An-
gebot bietet die Gelegenheit, einen wertvollen Besitz zu erwerben: eine Kopie dieses
Werkes in einer Sprache, in der seine heiligen Texte von Bah‡ÕuÕll‡h offenbart wurden.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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Das Haus der Gerechtigkeit hat daher den Vertriebsdienst beauftragt, Ihnen den genauen
Bestellvorgang fŸr diese Ausgabe mitzuteilen.
Mit herzlichen Bah‡Õ’-GrŸ§en, Sekretariatsabteilung
22. Mai 2001
ErklŠrung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
anlŠsslich der offiziellen Eršffnung der Terrassen am Schrein des B‡b
Vorgetragen von Dr. Albert Lincoln,
GeneralsekretŠr der Internationalen Bah‡Õ’-Gemeinde
Frohen und dankbaren Herzens begr٤en wir alle, die von nah und fern angereist sind, um
zu diesem fŸr die Bah‡Õ’ der Welt so freudigen Anlass mit uns zusammenzukommen. Mit
gro§er WertschŠtzung begrŸ§en wir die Anwesenheit so vieler hoher GŠste.
Eineinhalb Jahrhunderte sind seit jener unsagbaren Tragšdie vergangen, die sich im
Nordwesten Persiens zutrug, als der B‡b mutig dem Kugelhagel begegnete, der aus den
Gewehren von 750 Soldaten auf Ihn abgefeuert wurde. Die Soldaten waren dem Befehl
der hšchsten Obrigkeiten des Landes gefolgt. Der zerstŸckelte Kšrper des B‡b wurde
dann in einen Stra§engraben au§erhalb der Stadt geworfen und damit von seinen kaltblŸ-
tigen Verfolgern einem, wie sie glaubten, schmŠhlichen Schicksal Ÿberlassen. Sie hoff-
ten, so dem wachsenden Einfl uss ein Ende zu setzen, den Seine Lehren auf unzŠhlige
Menschen im ganzen Land ausŸbten. Angesichts schlimmster Verfolgungen hatten all
diese Menschen den Anspruch des B‡b, ein Prophet Gottes zu sein, anerkannt. Ihr Leben
verŠnderte sich geistig und moralisch, als Er sie auf den, wie Er es nannte, Anbruch eines
neuen Zeitalters vorbereitete, in dem eine Weltzivilisation entstehen und erblŸhen wŸrde.
Die Erwartungen, die bereits unzŠhlige Herzen aufgerŸhrt hatten, wurden in ihrer Erha-
benheit noch verstŠrkt durch die AnkŸndigung des B‡b, dass ein Grš§erer als Er selbst
sich bald erheben werde, Einer, der das einzigartige Wesen der verhei§enen Weltzivilisa-
tion, die das MŸndigwerden der gesamten Menschheit bedeute, offenbaren werde.
Wir sind nicht zusammengekommen, um den tragischen MŠrtyrertod des B‡b und die
sich anschlie§enden Verfolgungen zu beklagen; vielmehr sind wir gekommen, um den
Hšhepunkt eines beispiellosen Projektes zu feiern, das vor Ÿber einhundert Jahren seinen
Ausgang nahm, und um seine gro§e Bedeutung zu bezeugen. Damals besuchte
Bah‡ÕuÕll‡h, den die osmanischen Behšrden nach Akk‡ verbannt hatten, um dort den Rest
Seines Lebens in Gefangenschaft zu verbringen, den Berg Karmel und bestimmte den
Platz, an dem die sterblichen †berreste Seines Herolds beigesetzt werden sollten. Wir
hoffen demŸtig, dass das wunderbare Ziel, das mit der Fertigstellung der neunzehn Ter-
rassengŠrten erreicht wurde, aus deren Mitte sich der Schrein des B‡b erhebt, eine ange-
messene ErfŸllung der Vision Bah‡ÕuÕll‡hs ist.
Die Leiden, die der B‡b erduldete, um die Menschheit wachzurŸtteln und ihr die Ver-
antwortung ihres nahenden Reifealters bewusst zu machen, waren selbst Anzeichen der
Heftigkeit des Ringens unerlŠsslich, damit die Weltbevšlkerung die gemeinsame Reife-
22. Mai 2001 ErklŠrung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit anlŠsslich der offiziellen Eršff-
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zeit durchlŠuft. Dies ist, so paradox es auch klingen mag, ein Grund zur Hoffnung. Den
Unruhen und Krisen unserer Zeit liegen folgenschwere VerŠnderungen in den Angele-
genheiten der Menschheit zugrunde. Die zeitgleichen Prozesse des Zerfalls und des Auf-
baus haben sich seit dem Erscheinen des B‡b in Persien auf dem ganzen Planeten
eindeutig beschleunigt. Niemand kann ernsthaft leugnen, dass sich unsere Erde zu einer
einzigen Nachbarschaft entwickelt hat. Die Welt wird neu gestaltet. Todesqualen wei-
chen Geburtswehen. Die Schmerzen werden vergehen, wenn die Glieder der Menschheit
entsprechend der gemeinsamen Erkenntnis ihrer wesensmŠ§igen Einheit handeln. Am
Ende dieses Tunnels des Wandels ist ein Licht, das die Menschheit zu dem Ziel fŸhrt, das
ihr nach dem Zeugnis aller heiligen BŸcher bestimmt ist.
Der Schrein des B‡b ist ein Symbol fŸr die Wirkkraft dieser uralten Verhei§ung und
ein Zeichen ihrer Dringlichkeit. Er ist auch ein Denkmal des Sieges der Liebe Ÿber den
Hass. Die GŠrten, die dieses Bauwerk umgeben, erinnern mit ihrer Vielfalt an Pfl anzen
und Farben daran, dass die Menschheit in all ihrer Verschiedenartigkeit harmonisch zu-
sammen leben kann. Das Licht, das aus dem in der Mitte stehenden GebŠude scheint, ist
wie ein Hoffnungsstrahl fŸr die UnzŠhligen, die sich nach einem Leben sehnen, das den
Kšrper wie auch die Seele zufrieden stellt.
Diese unauslšschliche Hoffnung rŸhrt von Worten wie diesen aus der Feder
Bah‡ÕuÕll‡hs her: ãDies ist der Tag, an dem Gottes erhabenste Segnungen den Menschen
zugestršmt sind, der Tag, an dem sich Seine grš§te Gnade Ÿber alles Erschaffene ergos-
sen hat.Ò Mšgen alle, die oft trotz geringer Erfolgsaussichten danach streben, die Prinzi-
pien von Gerechtigkeit und Eintracht aufrechtzuerhalten, durch diese Zusicherungen
ermutigt werden.
Wenn wir Ÿber die Jahre des BemŸhens nachsinnen, die in dieses kŸhne Projekt in-
vestiert wurden, verspŸren wir den Wunsch, den Men- schen in Haifa die WŠrme unserer
Herzen entgegenzubringen. Ihre Stadt wird fŸr alle Zeit Ÿberall von den Bah‡Õ’ als der Ort
gepriesen werden, an dem die sterblichen †berreste des jugendlichen Propheten und He-
rolds ihres Glaubens schlie§lich ihren Ruheplatz fanden, und dies nach einem halben
Jahrhundert, in dem sie in Seinem Geburtsland zum Schutz heimlich von Ort zu Ort ge-
bracht werden mussten. Die Geduld und die Herzlichkeit, die den Bah‡Õ’ wŠhrend der
schwierigsten Jahre der Bauarbeiten entgegengebracht wurden, stehen beispielhaft fŸr
den wohlwollenden Geist, den gro§e Teile der Welt so dringend benštigen. Durch die
Gunst des Schicksals ist Haifa am Berge Karmel gelegen, der fŸr immer mit heiligen Se-
hern in Verbindung gebracht werden wird, deren Anliegen sich durch die Zeitalter hin-
durch vor allem auf die Verhei§ung des Friedens konzentrierte. Mšge Haifa nicht nur als
ein Ort der Naturschšnheiten weithin bekannt werden, sondern vor allem als die Stadt des
Friedens. Lasst also von diesem heiligen Ort, von diesem Berg des Herrn, die Botschaft
ausgehen, dass die Einheit und der Frieden der Welt nicht nur mšglich, sondern unaus-
weichlich sind. Die Zeit dafŸr ist gekommen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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24. Mai 2001
An die GlŠubigen, die zu den Ereignissen aus Anlass
der Vollendung der Projekte am Berg Karmel versammelt sind
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
einhundert und achtundvierzig Jahre sind vergangen seit jenem Augenblick, als in der
Finsternis des S’y‡h-Ch‡l Bah‡ÕuÕll‡h den Gšttlichen Auftrag erhielt, sich zu erheben
und allen auf Erden den Anbruch des Tages Gottes zu verkŸnden:
Wahrlich, Wir werden Dich durch Dich selbst und durch Deine Feder siegreich ma-
chen. ... Binnen kurzem wird Gott die SchŠtze der Erde offenkundig machen Ð Menschen,
die Dir beistehen werden durch Dich selbst und durch Deinen Namen, durch welchen
Gott die Herzen derer belebt, die ihn erkannt haben.
In historischen ZeitrŠumen ist es nur eine verschwindend knappe Zeitspanne, die zwi-
schen jenem ersten Moment und diesem gro§artigen Sieg liegt, den wir diese Woche hier
feiern. Sie, die Sie aus jedem Winkel der Erde und aus jedem Stamm der Menschheitsfa-
milie zusammengekommen sind, reprŠsentieren einen Querschnitt derer, die Bah‡ÕuÕll‡h
erweckt hat, Ihm beizustehen, und keiner von uns kann angemessen die Dankbarkeit zum
Ausdruck bringen, hier mit versammelt zu sein.
Die majestŠtischen GebŠude, die nun entlang des von Shoghi Effendi geplanten Bo-
gens am Hang des Berges Karmel stehen, sind zusammen mit den prachtvollen Terras-
sengŠrten, die den Schrein des B‡b umrahmen, ein sichtbarer Ausdruck der ungeheuren
Macht, welche die Sache beseelt, der wir dienen. Sie legen zeitlos Zeugnis dafŸr ab, dass
die AnhŠnger Bah‡ÕuÕll‡hs erfolgreich die Grundlagen einer weltweiten Gemeinde gelegt
haben, die sich Ÿber alle Unterschiede erhebt, welche die Menschheit spalten; sie bezeu-
gen, dass sie die Hauptinstitutionen einer einzigartigen und unangreifbaren Gemeinde-
ordnung ins Leben gerufen haben. Mit den Umgestaltungen, die auf dem Berg Karmel
stattgefunden haben, tritt die Bah‡Õ’-Sache als eine sichtbare, unwiderstehliche RealitŠt
auf der Welt-BŸhne hervor, als der Brennpunkt der KrŠfte, die zu der von Gott verfŸgten
Zeit den Wiederaufbau der Gesellschaft bewirken werden, und als mystische Quelle geis-
tiger Erneuerung fŸr alle, die sich ihr zuwenden.
Die Refl ektion darŸber, was die Bah‡Õ’-Gemeinde vollbracht hat, macht uns schlag-
artig und erschŸtternd die Leiden und Entbehrungen bewusst, welche die gro§e Mehrheit
unserer Mitmenschen heimsuchen. Es ist notwendig, dass dies so geschieht; denn dadurch
šffnen sich unser Verstand und unsere Seele fŸr die gro§e Tragweite der Sendung, mit
der uns Bah‡ÕuÕll‡h betraut hat. ãWisse wahrlich,Ò so erklŠrt Er, ãdiese gro§en Heimsu-
chungen, die Ÿber die Welt gekommen sind, bereiten sie vor auf das Kommen der Grš§ten
Gerechtigkeit.Ò ãGott sei gelobt!Ò, fŸgt ÔAbduÕl-Bah‡ hinzu, ãDie Sonne der Gerechtig-
keit ist Ÿber dem Horizont Bah‡ÕuÕll‡hs emporgestiegen. Denn in Seinen Tablets wurden
die Grundlagen fŸr eine solche Gerechtigkeit gelegt, wie sie keine Vernunft von Anbe-
ginn der Schšpfung an ersinnen konnte.Ò Letztendlich ist es diese gšttliche Zielsetzung,
der all unsere AktivitŠten dienen, und wir werden in dieser Zielrichtung in dem Ma§e vor-
24. Mai 2001 An die GlŠubigen, die zu den Ereignissen aus Anlass der Vollendung der Projekte
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anschreiten, wie wir begreifen, wie viel von unseren BemŸhungen abhŠngt, den Glauben
zu lehren, seine Institutionen zu errichten und zu festigen sowie seinen Einfl uss auf das
gesellschaftliche Leben zu verstŠrken.
Der drŠngenden Notlage der Menschheit wird man nicht begegnen kšnnen durch ei-
nen Wettkampf rivalisierender Ambitionen oder durch Proteste gegen diese oder jene der
zahllosen Ungerechtigkeiten, die ein Zeitalter voller Verzweifl ung befallen haben. Es be-
darf vielmehr eines grundsŠtzlichen Bewusstseinswandels, einer uneingeschrŠnkten An-
nahme der Lehre Bah‡ÕuÕll‡hs, dass die Zeit gekommen ist, in der jeder Mensch lernen
muss, Verantwortung fŸr das Wohlergehen der gesamten Menschheit zu Ÿbernehmen.
Die Hingabe an dieses revolutionŠre Prinzip wird die GlŠubigen und die Bah‡Õ’-Instituti-
onen immer mehr befŠhigen, in anderen das Wissen um den Tag Gottes und die latenten
geistigen und moralischen FŠhigkeiten wach zu rufen, die diese Welt verwandeln kšnnen.
Wir legen diese Hingabe, wie uns Shoghi Effendi sagt, durch unsere moralische Recht-
schaffenheit im Verhalten anderen gegenŸber an den Tag, durch die Beherrschung unse-
rer niederen Natur und durch unser všlliges Freisein von solchen Vorurteilen, wie sie ein
geeintes Handeln in der Gesellschaft um uns herum behindern und positive Impulse in
Richtung auf VerŠnderung zunichte machen.
Die Ma§stŠbe, die der HŸter darlegte, gelten fŸr die gesamte Bah‡Õ’- Gemeinde, so-
wohl in Bezug auf ihr Leben als Gemeinschaft als auch auf das persšnliche Leben. Sie
sind indes von besonderer Tragweite fŸr die Bah‡Õ’-Jugendlichen, die gesegnet sind mit
den beneidenswerten VorzŸgen eines gro§en Ma§es an Energie, FlexibilitŠt im Denken
und gro§er Bewegungsfreiheit. In der Welt, die die Bah‡Õ’-Jugend erbt, sind die Ausbil-
dungschancen sowie die wirtschaftlichen und anderen grundlegenden Mšglichkeiten
Šu§erst ungerecht verteilt. Die Bah‡Õ’- Jugend darf sich nicht durch solche Barrieren
entmutigen lassen. Es ist ihre Herausforderung, den tatsŠchlichen Zustand der Mensch-
heit zu erfassen und untereinander dauerhafte geistige Bande zu schmieden, die sie nicht
nur von rassischen und nationalen Spaltungen, sondern auch von sozialen und materi-
ellen Barrieren befreien und befŠhigen werden, das weiter zu tragen, was ihr anvertraut
ist.
Bah‡ÕuÕll‡h ermutigt uns, von der Jugend Seiner Gemeinde eine viel frŸhere Ent-
wicklung zur Reife zu erwarten als das fŸr den Rest der Gesellschaft kennzeichnend ist.
Zweifellos vermindert dies in keiner Weise die Bedeutung, die der Ausbildung, wirt-
schaftlichen Notwendigkeiten oder familiŠren Verpfl ichtungen zukommt. Es bedeutet,
dass die Bah‡Õ’-Jugend Verantwortung fŸr die moralische FŸhrung bei der Umgestaltung
der Gesellschaft Ÿbernehmen kann Ð und dazu ermutigt werden sollte. Um diese Feststel-
lung zu unterstreichen, rufen wir die Erinnerung an denjenigen ins GedŠchtnis, dessen
Schrein heute den Berg Gottes im Lichterglanz hat erstrahlen lassen, und die Erinnerung
an jene Schar jugendlicher Helden und Heldinnen, die mit geistiger Grš§e und Selbstauf-
opferung die Aufgabe, der wir dienen, in Angriff nahmen.
Das Ereignis, das wir heute feierlich begehen, rŸckt zwei paradoxe Gegebenheiten
in den Mittelpunkt. Innerhalb des Glaubens selbst kŸndet das Wachstum der KrŠfte der
Bah‡Õ’-Gemeinde einen gro§en Schub nach vorne an, wofŸr Anzeichen bereits Ÿberall
sichtbar sind. Wie Shoghi Effendi mehrmals betonte, wird dieser Fortschritt unver-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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meidlich eine sogar noch heftigere Opposition als jene hervorrufen, die der Sache bis-
her begegnet ist Ð eine Opposition, die im Gegenzug stŠrkere KrŠfte freisetzen wird,
welche fŸr die immer noch grš§eren Herausforderungen notwendig sind, die vor uns
liegen.
Die Welt, in der unsere BemŸhungen stattfi nden, ist gleichfalls tiefgreifenden Ver-
Šnderungen unterworfen. Auf der einen Seite bestŠtigt das dichte Netzwerk von Einrich-
tungen und Einzelpersonen, die VerstŠndnis und Zusammenarbeit unter den
verschiedenen Všlkern fšrdern, immer stŠrker die wachsende Einsicht darin, dass die
ãErde .. nur ein Land [ist], und alle Menschen ... seine BŸrgerÒ. Auf der anderen Seite ist
gleicherma§en offensichtlich, dass die Welt eine Periode sozialer LŠhmung, Tyrannei
und Anarchie durchlŠuft; eine Periode, die geprŠgt ist durch weitverbreitete VernachlŠs-
sigung staatlicher wie persšnlicher Verantwortung, deren letztliche Konsequenzen nie-
mand auf der Welt voraussehen kann. Die Folge beider Entwicklungen wird sein, wie
Shoghi Effendi aufgezeigt hat, dass in den Herzen unserer Mitmenschen eine Sehnsucht
nach Einheit und Gerechtigkeit geweckt wird, die nur durch die Sache Gottes erfŸllt wer-
den kann.
Ein langer und mŸhsamer Prozess des BemŸhens, des Experimentierens und des Auf-
baus hat zu den Siegen gefŸhrt, die unsere Herzen zu Beginn eines neuen Jahrhunderts
erheben. Durch das sich rasch ausbreitende System der Institute und durch die Energie,
die Ÿberall in regionale Wachstumsstrategien investiert wird, hat die Bah‡Õ’-Gemeinde
schnell gelernt, aus dem Erreichten Nutzen zu ziehen. Wie tief auch die DŸsternis sein
mag, welche die Welt einhŸllt Ð noch nie sah die Zukunft fŸr den Fortschritt der Sendung
Bah‡ÕuÕll‡hs so vielversprechend aus. Wir, die wir die Ehre haben, diese Woche hier ver-
sammelt zu sein, bezeugen mit eigenen Augen, wie sich jene Worte zu erfŸllen beginnen,
die vom Herrn der Heerscharen vor Ÿber einem Jahrhundert auf diesem Berg offenbart
wurden, Worte, die jedes Atom der Erde in Schwingung versetzen: ãWahrlich, dies ist der
Tag, da Land und Meer frohlocken Ÿber diese VerkŸndigung, der Tag, fŸr den aufbewahrt
wurde, was Gott aus einer Gro§mut, die jenseits der Fassungskraft des sterblichen Ver-
standes oder Herzens liegt, zu offenbaren bestimmt hat.Ò
Solch ein Privileg bringt eine ebenso gro§e Verantwortung mit sich; die Verantwor-
tung, das unsrige zu tun Ð was auch immer das Opfer oder die Schwierigkeit sein mag Ð
um sicherzustellen, dass die brennende Sehnsucht, die Bah‡ÕuÕll‡h zu jener historischen
Gelegenheit Šu§erte, sich erfŸlle: ãO wie sehne Ich Mich, jedem Ort des Erdkreises die
frohe Botschaft dieser Offenbarung zu verkŸnden und sie in jede seiner StŠdte zu tragen,
einer Offenbarung, zu der das Herz des Sinai hingezogen wurde, und in deren Namen der
Brennende Busch ruft: âGottes, des Herrn der Herren, sind die Reiche der Erde und des
Himmels!ÔÒ
Mit dankbarer Inbrunst werden wir an der Heiligen Schwelle dafŸr beten, dass
Bah‡ÕuÕll‡h Ihre BemŸhungen auf dem Weg zur Erlšsung der Menschheit und der Hei-
lung ihrer Krankheiten segnen und bestŠtigen mšge.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Das Universale Haus der Gerechtigkeit
01. Juni 2001 Erfolg der Feierlichkeiten zur Einweihung der Terrassen am Schrein des B‡b
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01. Juni 2001
Erfolg der Feierlichkeiten zur Einweihung
der Terrassen am Schrein des B‡b
An die Bah‡Õ’ der Welt
Heute vor einer Woche versammelten sich am Bogen des Berges Karmel mehr als 2.500
ReprŠsentanten aus 182 Staaten und abhŠngigen Territorien mit den Freunden, die am
Bah‡Õ’-Welt- Zentrum dienen, zu dem letzten der Ereignisse, welche die Vollendung
der Projekte auf jenem heiligen Berg kennzeichnen. Unsere Herzen stršmen Ÿber vor
Freude, wir neigen die HŠupter in Dankbarkeit gegenŸber der Gesegneten Schšnheit in
Anbetracht des erstaunlichen Erfolgs der Feierlichkeiten zur Einweihung der Terrassen
am Schrein des B‡b. Die Ehrfurcht auslšsenden, weltweiten Auswirkungen spiegeln
sich in den zahlreichen Botschaften wider, die hier aus den verschiedenen Teilen des
Planeten, wo FernsehŸbertragungen des Ereignisses Ÿber Satellit gesehen wurden, an-
kamen.
Es ist noch zu frŸh, um die unmittelbare Wirkung dieser beispiellosen globalen Pro-
klamation des Glaubens einzuschŠtzen, noch kann ihre Auswirkung fŸr den Fortschritt
der Sache unmittelbar erfasst werden. Es kann indes kein Zweifel daran bestehen, dass
eine so ungeheure Proklamation dem Fortschritt im Prozess des Beitritts in Scharen zu-
gute kommen wird, auf den die Energie der Geliebten Bah‡ÕuÕll‡hs Ÿberall sogar noch in-
tensiver als bisher gerichtet sein muss. WŠhrend des Verlaufs dieser Ereignisse
veršffentlichten wir zwei Botschaften, die unsere gegenwŠrtige Sicht zur Bedeutung des-
sen, was sich im Heiligen Land vollzogen hat, vermitteln. Diese wurden gesondert an die
Nationalen Geistigen RŠte gesandt, die Vorkehrungen treffen werden, um sie unmittelbar
mit den Freunden in ihren Gemeinden zu teilen.
Mšgen die offenkundigen Wunder des Herrn der Heerscharen die Freunde auf der
ganzen Welt in ihren hingebungsvollen BemŸhungen, voranzuschreiten auf den Pfaden
des Dienstes, die Er so gnadenreich vor ihnen eršffnet hat, beleben und bestŠrken.
Das Universale Haus der Gerechtigkeitt
19. Juni 2001
Grabmal Rœh’yyih Kh‡nums
Brief an alle Nationalen Geistigen RŠte,
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
das Universale Haus der Gerechtigkeit hat uns gebeten Sie zu informieren, dass einige
Tage vor den Eršffnungsfeierlichkeiten der Terrassen am Schrein des B‡b ein Gedenk-
stein auf der RuhestŠtte der Hand der Sache Gottes AmatuÕl-Bah‡ Rœh’yyih Kh‡num ge-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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genŸber dem Haus ÔAbduÕl-Bah‡s errichtet wurde. In dem umliegenden Garten werden
zur Zeit gartenarchitektonische Arbeiten ausgefŸhrt.
Der durch das Universale Haus der Gerechtigkeit in Auftrag gegebene und von Herrn
Hossein Amanat entworfene Gedenkstein ist auf dem beiliegenden Foto abgebildet. Die
Freunde, die ja eine gro§e Zuneigung und Hingabe fŸr die geliebte Rœh’yyih Kh‡num
empfinden, werden gewiss Ÿber das Erreichte hoch erfreut sein.
Mit herzlichen Bah‡Õ’-GrŸ§en, Sekretariatsabteilung
29. Juli 2001
Erfolgreiches Finanzierungskonzept wird fortgefŸhrt
Botschaft an den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡Õ’ in Deutschland
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
das Verfahren der Zuweisung von Zielen internationaler finanzieller Zusammenarbeit,
das durch das Universale Haus der Gerechtigkeit zu Beginn des Vierjahresplanes gewŠhlt
wurde und das wŠhrend des Zwšlfmonatsplanes weiter gefŸhrt wurde, hat sich als sehr
effektiv erwiesen. 41 ausgewŠhlte Nationale Geistige RŠte waren gebeten worden abzu-
schŠtzen, welchen Betrag sie wŠhrend einer Zeitspanne von vier Jahren zum Erwerb und
zur Verschšnerung von BesitztŸmern und Einrichtungen anderer nationaler Gemeinden
beitragen kšnnten. Auf der Grundlage ihrer SchŠtzungen wurden sie vom Universalen
Haus der Gerechtigkeit aufgerufen, Gemeinden in verschiedenen Teilen der Welt zu un-
terstŸtzen, sobald spezieller Bedarf bekannt wurde.
Insgesamt wurden den Nationalen Geistigen RŠten, die sich bereit erklŠrt hatten, an
dieser Initiative mitzuwirken, als Ziele internationaler finanzieller Zusammenarbeit eine
Gesamtsumme von 1.610.331 US$ zugewiesen. Etwa 55 nationale Gemeinden konnten
von ihrer UnterstŸtzung profitieren; dabei gingen insgesamt 546.671 US$ an 24 LŠnder
in Afrika, 223.300 US$ an vier LŠnder in Amerika, 303.705 US$ an 13 LŠnder in Asien,
197.800 US$ an 4 LŠnder in Australasien und 338.855 US$ an 10 LŠnder in Osteuropa.
Die Ziele reichten von 650 US$ fŸr den Kauf von BŸroausstattung fŸr eine Institutsein-
richtung in Afrika bis zu 110.000 US$ fŸr den Erwerb zweier angrenzender GrundstŸcke
am Tempelbesitz in Samoa.
Die durch die Initiative der finanziellen Zusammenarbeit ausgegebenen Mittel ha-
ben die Kosten unterschiedlicher Projekte getragen. Es wurden drei Nationale Zentren
gebaut sowie sechs GebŠude erworben, die als nationale Verwaltungszentren dienen.
Weitere zehn Nationale Zentren konnten renoviert, repariert oder auf sonstige Weise
verbessert werden. Ebenso wurden sechs Institutseinrichtungen errichtet, vier GebŠude
fŸr diesen Zweck erworben und sieben bestehende Einrichtungen erweitert. Ein Natio-
naler Rat in Afrika erwarb eine Druckerpresse, um sein Programm zur Herstellung von
Kern-Literatur zu fšrdern; zwei Fahrzeuge wurden gekauft, um die Arbeit der nationa-
len Trainings- Institute in zwei weiteren LŠndern Afrikas zu erleichtern. 60.000 US$
05. August 2001 Zur Lage des Internationalen Fonds
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wurden in BŸroausstattungen investiert, was die LeistungsfŠhigkeit Nationaler Sekreta-
riate, insbesondere in Afrika, deutlich steigerte, wobei mindestens sieben Computer an-
geschafft und installiert wurden. Weiterhin profitierten Tempel- StŠtten von dieser
Initiative, zum Beispiel Ewerb der oben erwŠhnten GrundstŸcke, die Verbesserung der
Mitarbei ter-UnterkŸnfte auf dem TempelgelŠnde in Kampala und den Kauf zweier Ra-
senmŠher fŸr die Pflege der TempelgrundstŸcke. In Afrika, Asien und Ost-Europa wur-
den GrundstŸcke erworben und regionale und šrtliche Bah‡Õ’- Zentren erstanden,
jeweils in direktem Zusammenhang mit den beeindruckenden Errungenschaften des
Vierjahres- und des Zwšlfmonatsplanes.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit war sehr berŸhrt von der Bereitschaft der bei-
tragenden Nationalen RŠte, den BedŸrfnissen des Glaubens weltweit zu entsprechen.
Aufgrund dieses Erfolges hat es entschieden, diese Vorgehensweise auch wŠhrend des
FŸnfjahresplanes anzuwenden. Sie sind einer der 38 ausgewŠhlten Nationalen RŠte, von
denen es glaubt, dass sie in der Lage sind, andere nationale Gemeinden auf diese Weise
zu unterstŸtzen. Wir wŸrden uns freuen, von Ihnen eine SchŠtzung zu erhalten, welchen
Betrag Sie fŸr die finanzielle Zusammenarbeit wŠhrend des FŸnfjahresplanes zur VerfŸ-
gung stellen kšnnen. In diesem Zusammenhang wŠre es hilfreich, wenn Sie uns eine Auf-
stellung darŸber geben kšnnten, wie viel Sie schŠtzungsweise in den einzelnen Jahren
bereit stellen kšnnen. Als Hilfestellung bei der Ermittlung des Betrages, den Sie beitragen
kšnnen, wurden wir gebeten Ihnen mitzuteilen, dass das Haus der Gerechtigkeit davon
ausgeht, dass rund 2.500.000 US$ benštigt werden, um die Ziele der finanziellen Zusam-
menarbeit, die wŠhrend des Planes zugewiesen werden, zu erreichen.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Sekretariatsabteilung
05. August 2001
Zur Lage des Internationalen Fonds
In den beiden nachfolgenden Schreiben erlŠutert das Universale Haus der Gerechtigkeit
die internationale finanzielle Situation. Der Brief vom 5. August 2001 wendet sich an alle
Nationalen Geistigen RŠte und befasst sich mit der aktuellen Lage des Internationalen
Fonds. Kurz zuvor hatte sich das Universale Haus an 38 Nationale RŠte, darunter den Na-
tionalen Rat von Deutschland, gewandt und die Ziele der internationalen finanziellen Zu-
sammenarbeit im Rahmen des FŸnfjahresplans dargelegt. Als Antwort darauf hat der
Nationale Rat beschlossen, im Rahmen des FŸnfjahresplans 150.000,00 US$ als Beitrag
der deutschen Bah‡Õ’-Gemeinde fŸr die internationale Zusammenarbeit bereitzustellen.
Im Rahmen des Vierjahresplans hatte unser Beitrag fŸr diesen Zweck 81.000,00 US$ be-
tragen, der unter anderem fŸr folgende Ziele Verwendung fand: Bah‡Õ’-Zentrum Tallinn,
Bah‡Õ’-Zentrum Mongolei, zwei RasenmŠher sowie eine Pumpe fŸr das TempelgelŠnde
in Kampala, Buchmessen in Peking.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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05. August
Gestiegene Anforderungen
Botschaft an alle Nationalen Geistigen RŠte,
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
das Universale Haus der Gerechtigkeit hat uns gebeten, Ihnen die Ergebnisse einer SchŠt-
zung Ÿber den gegenwŠrtigen Stand und Bedarf der internationalen Fonds des Glaubens
zu Ÿbermitteln, die es nach Abschluss der Projekte am Berg Karmel vorgenommenen hat.
Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass diese Errungenschaft, gefolgt vom ein-
drucksvollen Erfolg der Feierlichkeiten, mit denen die Terrassen am Schrein des B‡b of-
fiziell fŸr die …ffentlichkeit zugŠnglich gemacht wurden, der Gemeinde des Grš§ten
Namens in der gesamten Welt in einer Zeit, da sie in den FŸnfjahresplan eintritt und be-
mŸht ist, den Prozess des Beitritts in Scharen voran zu bringen, frischen Schwung und Zu-
versicht verliehen hat.
Durch die aufopferungsvollen BeitrŠge der GlŠubigen aus allen Teilen der Welt konn-
ten ausreichende Mittel bereit gestellt werden, um den Bedarf dieser historischen Unter-
nehmung zu decken und den Bau der Anlagen ungehindert zum Abschluss zu bringen.
Das Haus der Gerechtigkeit hat beschlossen, den Fonds fŸr die Projekt am Bogen nun-
mehr zu schlie§en im Vertrauen darauf, dass die hierin verbliebenen Mittel ausreichen
werden, die noch ausstehenden Ausgaben fŸr den Bau und Erwerb einiger notwendiger
Liegenschaften im Randbereich der Terrassen zu decken.
Es ist jetzt deutlich geworden, dass der Bedarf des Internationalen Bah‡Õ’-Fonds in-
folge einer Reihe neuerlicher Entwicklungen wie der folgenden betrŠchtlich angewach-
sen ist:
¥ Die mit dem Beginn des FŸnfjahresplanes einhergehende deutliche Beschleunigung
von Bah‡Õ’-AktivitŠten in der ganzen Welt hat einen dringenden Bedarf an Mitteln er-
zeugt, um den sich jetzt ergebenden neuen Mšglichkeiten zur Fšrderung von Wachs-
tum und zur Einflussnahme in der Gesellschaft begegnen zu kšnnen.
¥ Ausreichende Mittel mŸssen fŸr die Instandhaltung der Terrassen und GebŠude am
Bogen, einschlie§lich der Wahrung des hohen Standards der GŠrten und RasenflŠ-
chen, der Pflege der Bauten und Ornamente sowie der GewŠhrleistung angemessener
Sicherheitsma§nahmen bereit gestellt werden.
¥ FŸr die steigende Zahl von Terrassenbesuchern mŸssen Betreuer zur VerfŸgung ste-
hen - zur Zeit werden pro Woche 35.000 Personen geschŠtzt, einschlie§lich jener, die
tagsŸber an sieben Tagen in der Woche in Gruppen zu je 60 FŸhrungen erhalten.
¥ Dem Erhalt der kostbaren Dokumente und GegenstŠnde, die in Zusammenhang mit
den Amtszeiten der Zentralgestalten des Glaubens sowie von Shoghi Effendi stehen,
muss ohne Aufschub grš§ere Aufmerksamkeit geschenkt werden, damit der Zerfall
dieser unersetzlichen GegenstŠnde verhindert werden kann.
19. September 2001 Definition und Rahmen von "Andachtsversammlungen"
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Diese gestiegenen Anforderungen ergeben sich zu einer Zeit, da die wirtschaftlichen
Bedingungen in der Welt und andere UmstŠnde einen deutlichen RŸckgang der Zahlungs-
eingŠnge des Internationalen Bah‡Õ’-Fonds bewirkt haben. Das Haus der Gerechtigkeit
vertraut darauf, dass der Geist der Opferbereitschaft, den die GlŠubigen bei der UnterstŸt-
zung des Fonds fŸr die Projekte am Bogen gezeigt haben, auch ihre Antwort auf die drŠn-
genden Anforderungen des Internationalen Bah‡Õ’-Fonds in den unmittelbar vor uns
liegenden Jahren beseelen wird.
Wir wurden gebeten, Sie der Gebete des Hauses der Gerechtigkeit an den Heiligen
Schreinen zu versichern, damit Ihnen bei Ihren Beratungen darŸber, wie der Zufluss der
fŸr die internationalen Verpflichtungen der Sache notwendigen Mittel verstŠrkt werden
kann, FŸhrung zuteil werden mšge.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Sekretariatsabteilung
19. September 2001
Definition und Rahmen von "Andachtsversammlungen"
Memorandum
An: Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Datum: 19. September 2001 Von: For-
schungsabteilung
Die Forschungsabteilung hat sich eingehend mit den von ... in seiner E-Mail vom 4. Fe-
bruar 2001 an das Universale Haus der Gerechtigkeit aufgeworfenen Fragen zum Wesen
einer Andachtsversammlung beschŠftigt. ... erwŠhnt darin ein vor kurzem vom Geistigen
Rat von ... abgehaltenes Treffen, an dem Vertreter verschiedener in ... ansŠssiger Bah‡'’-
Institutionen teilnahmen. Er berichtet, dass dabei die Andachtsversammlungen eines der
wichtigsten Beratungsthemen waren. In Zusammenhang mit diesem Treffen fragt ... nun
nach, ob das Universale Haus der Gerechtigkeit detailliertere Angaben dazu gemacht ha-
be, "wie eine Andachtsversammlung gestaltet sein soll". Er interessiert sich besonders fŸr
"Begriffsbestimmung und Rahmenkonzept eines solchen Treffens". Wir legen folgende
Antwort vor:
†ber Art und Charakter von Andachtsversammlungen, auf die in neuerlichen Briefen
des Universalen Hauses der Gerechtigkeit Bezug genommen wird, gab das Universale
Haus als Antwort auf eine Šhnliche Frage eines GlŠubigen in einem in seinem Auftrag ge-
schriebenen Brief vom 13. MŠrz 2001 folgende allgemeine FŸhrung:
Ihre am 14. Februar 2001 im Bah‡'’-Weltzentrum eingegangene Email betreffend:
Fragen zu lokalen Andachtsversammlungen sollten ihrem šrtlichen oder Nationalen
Geistigen Rat vorgelegt werden.
Obwohl die Forschungsabteilung bislang nicht in der Lage war, eine umfassende De-
finition des Wesens und des Rahmens von Andachtstreffen ausfindig zu machen, haben
wir eine kurze Zusammenstellung mit dem Titel "AusgewŠhlte Hinweise zu Andachts-
versammlungen" zur Information und zum Studium erstellt. Diese Zusammenstellung be-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
106
steht aus AuszŸgen aus vom Universalen Haus der Gerechtigkeit oder in seinem Auftrag
geschriebenen Briefen. Aus der LektŸre dieser AuszŸge ergeben sich einige Themen-
schwerpunkte, wie z.B.:
¥ Vorsicht sollte walten, um das Entstehen starrer Formen und Riten zu vermeiden.
(AuszŸge 1 und 6)
¥ Die Bah‡'’ werden ermutigt, die von Bah‡'u'll‡h, dem B‡b und 'Abdu'l-Bah‡ offen-
barten Gebete zu verwenden. Erlaubt ist, auch Gebete und Zitate aus den Heiligen
Schriften anderer Religionen zu lesen. (AuszŸge 2 und 7)
¥ Die Programmgestaltung sollte sich u.a. an Umfeld, Anlass und Zweck der Veranstal-
tung ausrichten. (AuszŸge 6 und 7)
¥ Das gemeinsame Gebet ist ein wichtiger Bestandteil eines blŸhenden Gemeindele-
bens. Es unterstŸtzt und fšrdert au§erdem die geistige Entwicklung des Einzelnen.
(AuszŸge 3, 4 u. 5)
Aufgrund seines Interesses am Thema Andachtsversammlungen wird ... vermutlich
die allgemeine Textzusammenstellung "Prayer, Meditation, and the Devotional Attid-
tude" , die vor einiger Zeit von der Forschungsabteilung erstellt und von einigen Bah‡'’-
Verlagen veršffentlicht wurde, hilfreich finden. Diese Zusammenstellung findet sich
auch in "Compilation of Compilations" (Maryborough, Victoria: Bah‡'’ Publishing Trust
Australia, 1991) Band II.
AusgewŠhlte Hinweise bezŸglich Andachtsveranstaltungen
AuszŸge aus vom Universalen Hauses der Gerechtigkeit oder in seinem Auftrag geschrie-
benen Briefen:
1. Wenn jemand fŸr sich zurŸckgezogen betet, so mag er dem folgen, was ihm sein Herz
in solchen Situationen eingibt. Wenn jedoch Gebete bei Versammlungen gelesen
werden, ist darauf zu achten, dass keine starren Formen und Rituale entstehen.
(8. April 1982, im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an einen GlŠubigen)
2. Bah‡'’ genie§en die Gnade, Ÿber von den Manifestationen Gottes, dem B‡b und
Bah‡'u'll‡h, sowie von 'Abdu'l-Bah‡ offenbarte Gebete zu verfŸgen, die uns in unse-
ren Andachten leiten. Es ist jedoch nicht verboten, Gebete oder AuszŸge aus den Hei-
ligen Schriften anderer Religionen zu lesen. Der HŸter legte allerdings dar: "Es wŠre
weiser, wenn die Bah‡'’ die uns von Bah‡'u'll‡h geschenkten Meditationen verwen-
deten und nicht irgend einer Meditationspraxis folgten, die von jemand anderem fest-
gelegt wurde."
(14. September 1982, im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an einen
GlŠubigen)
3. ... das AufblŸhen der Gemeinde [erfordert] vor allem auf šrtlicher Ebene eine ent-
scheidende Verbesserung der Verhaltensweisen: jener Verhaltensweisen, durch die
der kollektive Ausdruck der Tugenden der einzelnen Mitglieder und die Funktions-
weise der Geistigen RŠte sich in der Einheit und Freundschaft innerhalb der Gemein-
de und in der Dynamik ihrer AktivitŠten und ihres Wachstums zeigen. Das erfordert
19. September 2001 Definition und Rahmen von "Andachtsversammlungen"
107
die Integration der sie bildenden Elemente - Erwachsene, Jugendliche, Kinder - in
geistige, soziale, erzieherische und administrative AktivitŠten und ihre Beteiligung an
šrtlichen Lehr- und EntwicklungsplŠnen. Dazu gehšren ein kollektiver Wille und die
Ausrichtung auf das Ziel, den Geistigen Rat durch jŠhrliche Wahlen fortbestehen zu
lassen. Es schlie§t die AusŸbung gemeinsamer Andachten ein. Daher ist es fŸr das
geistige Leben der Gemeinde wesentlich, dass die Freunde regelmŠ§ige Andachtsver-
sammlungen abhalten, in šrtlichen Bah‡'’-Zentren - dort, wo sie zur VerfŸgung stehen
- oder anderswo, die Wohnungen der Freunde inbegriffen.
(Ridv‡n 1996, das Universale Haus der Gerechtigkeit an die Bah‡'’ der Welt)
4. Das durch individuelle Andacht erzeugte geistige Wachstum wird verstŠrkt durch das
liebevolle Zusammensein der Freunde an jedem Ort, durch Andachten in der Gemein-
de und durch Dienst am Glauben und fŸr unsere Mitmenschen. Diese gemeinschaft-
lichen Aspekte des gottgefŠlligen Lebens beziehen sich auf das Gesetz des
Mashriqu'l-Adhkar, das sich im Kit‡b-i-Aqdas findet. Obgleich die Zeit fŸr den Bau
von šrtlichen Mashriqu'l-Adhkar noch nicht gekommen ist, sind das Abhalten von re-
gelmŠ§igen, allen offen stehenden Andachtsversammlungen und die Beteiligung der
Bah‡'’-Gemeinden an Projekten humanitŠren Dienstes Ausdruck dieses Teils des
Bah‡'’-Lebens und ein weiterer Schritt in der ErfŸllung des Gesetzes Gottes.
(28. Dezember 1999, das Universale Haus der Gerechtigkeit an die Bah‡'’ der Welt)
5. Durch die gesteigerte BefŠhigung der Einzelnen, den Glauben zu lehren, was sich in
dem neuen Schwung individueller Initiative zeigt; durch die verbesserte FŠhigkeit der
Geistigen RŠte, Regionaler RŠte und AusschŸsse, die BemŸhungen der Freunde zu
leiten; durch die EinfŸhrung neuer Denk- und Handlungsmuster, die das gemein-
schaftliche Verhalten der šrtlichen Gemeinden beeinflusste - in all diesen Beziehun-
gen bewies das System der Bah‡'’-Institute seine Unverzichtbarkeit als ein Motor im
Prozess des Beitritts in Scharen. ... Gleichzeitig zu derartigen Entwicklungen richte-
ten die Mitglieder unserer weltweiten Gemeinschaft mehr Aufmerksamkeit darauf,
auf die Macht des Gebets zu vertrauen, Ÿber das heilige Wort Gottes zu meditieren
und die geistigen Wohltaten aus der Teilnahme an Andachten zu beziehen. Durch das
Zusammenwirken dieser Elemente einer intensivierten Transformation des Einzelnen
und der Gemeinschaft wŠchst tatsŠchlich die Grš§e der Gemeinde. Obgleich die Zu-
wachsrate neuer GlŠubiger bis jetzt nur geringfŸgig die der vergangenen Jahre Ÿber-
traf, ist es doch ungemein erfreulich zu sehen, dass diese Zunahme geographisch weit
gestreut ist, immer grš§ere Teile der Gemeinde einbezieht und erfolgreich NeuerklŠr-
te in das Leben der Sache Gottes integriert.
(Ridv‡n 2000, das Universale Haus der Gerechtigkeit an die Bah‡'’ der Welt)
6. Das Haus der Gerechtigkeit hat keine festen Formen, sei es fŸr Gebet, Meditation
oder das Lesen Heiliger Schriften, in einem Heiligen Schrein vorgeschrieben, solange
die ausgeŸbten Praktiken die Andacht anderer im Schrein weilender Personen nicht
beeintrŠchtigen. Es befŸrwortet nicht das Vortragen von gesungenen Gebeten mit in-
strumentaler Begleitung in der unmittelbaren NŠhe der Schreine. Sicher verstehen Sie
gut, dass ein solcher Gesang jene stšren kšnnte, die im Schrein in ihre Gebete vertieft
sind.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
108
Es gibt natŸrlich im Bah‡'’-Weltzentrum besondere Gelegenheiten wie die Gedenk-
veranstaltungen zu Heiligen Tagen, bei denen Gebete und Andachtstexte bei einer
Versammlung, die in der NŠhe des Schreins abgehalten wird, gelesen werden und das
Tablet der Begegnung gesungen wird. Ein Andachtsprogramm mit Solisten und or-
chestraler Begleitung ist au§erdem fŸr Mai 2001 am Eingang zu den an den Schrein
des B‡b angrenzenden Terrassen geplant.
(6. November 2000, im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an einen šrtli-
chen Geistigen Rat)
7. Sie haben gefragt, ob es den Freunden erlaubt sei, Gebete zu rezitieren, die nicht von
den Zentralgestalten unseres Glaubens offenbart wurden. Dabei stellen Sie Ihrer An-
frage eine Begebenheit voran, bei der in einer šffentlichen Bah‡'’-Veranstaltung ein
Gebet aus einer anderen Quelle gesungen wurde. In den Bah‡'’-Schriften hat sich kein
Verbot gefunden, bei šffentlichen ZusammenkŸnften andere Gebete als die aus den
Bah‡'’-Schriften zu lesen. Zweifellos wissen Sie, dass in den Bah‡'’-HŠusern der An-
dacht auch Schriften anderer Offenbarungsreligionen Teil von Andachtsprogrammen
sein kšnnen und dass auch Gebete darunter sein kšnnen. Sie haben nicht genauer aus-
gefŸhrt, ob Ihre Bedenken sich auf Gebete aus anderen heiligen Schriften oder auf
von Einzelpersonen verfasste, freie Gebete beziehen. Die Bah‡'’ werden grundsŠtz-
lich dazu ermutigt, das Schšpferische Wort zu verwenden, also jene Gebete und Ta-
blets, die von Bah‡'u'll‡h, dem B‡b und 'Abdu'l-Bah‡ offenbart wurden und als
authentisch bestŠtigt und in unserer Bah‡'’-Literatur veršffentlicht worden sind. Ein
im Auftrag Shoghi Effendis am 8. August 1942 an einen Nationalen Geistigen Rat ge-
schriebener Brief weist darauf hin, dass, wŠhrend spontane Gebete erlaubt sind, die
offenbarten Verse vorgezogen werden, weil "das offenbarte Wort mit einer besonde-
ren Kraft versehen ist". Deshalb mŸssen die Freunde es fŸr ihr eigenes demŸtiges Fle-
hen mit strahlender Freude verwenden. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht
zusŠtzlich zu diesen Gebeten im Privaten ihre eigenen Worte sprechen kšnnen, wann
immer sie den Drang dazu verspŸren.
(27. Juni 2001, im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an einen GlŠubigen)
12. November
2001Ma§nahmen zur Verringerung der Ausgaben
Botschaft an alle Nationalen Geistigen RŠte
Liebe Bah‡Õ’-Freunde!
In ErgŠnzung des Briefes vom 5. August 2001, der Ihnen in unserem Auftrag gesandt
wurde, halten wir es fŸr notwendig, Sie davon zu unterrichten, dass sich die Situation des
Internationalen Bah‡Õ’-Fonds seitdem weiter verschlechtert hat und Anlass zu tiefer Be-
sorgnis geworden ist.
Im Bah‡Õ’-Weltzentrum wird daher eine Reihe von Ma§nahmen ergriffen, die eine
12. November 2001Gestiegene Anforderungen
109
deutliche Verringerung der Ausgaben zum Ziel haben. Dazu gehšren
¥ das ZurŸckstellen aller noch so wŸnschenswerten Projekte, die derzeit nicht von un-
mittelbar entscheidender Bedeutung sind;
¥ der Aufschub einiger Aufgabenbereiche, auf die zeitweise einigerma§en verzichtet
werden kann, ohne dass die Arbeit des Weltzentrums langfristig ernsthaft beeintrŠch-
tigt wird;
¥ das Verringern der Zahl der im Weltzentrum dienenden Mitarbeiter;
¥ die Erhšhung der wšchent lichen Dienstzeit der Mitarbeiter des Weltzentrums;
¥ die Aussetzung des Inflationsausgleiches bei den Zuwendungen fŸr die Mitarbeiter.
Es werden auch noch verschiedene andere Ma§nahmen in ErwŠgung gezogen, um
wŠhrend der Dauer dieser Finanzkrise unsere Ausgaben weiter zu senken.
Wir fŸgen einen Brief an alle Mitglieder der Bah‡Õ’-Gemeinde bei, in dem wir sie
Ÿber den Bedarf des Internationalen Bah‡Õ’-Fonds unterrichten. Bitte sorgen Sie dafŸr,
dass dieses Schreiben unverzŸglich unter den GlŠubigen in Ihrem Bereich verbreitet wird.
Wir bitten Sie dringend, mit Hilfe der Berater und ihrer Hilfsamtsmitglieder in einer
erneuten Anstrengung die Freunde zu ermutigen, ihren finanziellen Einsatz zu intensivie-
ren - ungeachtet der jeweiligen materiellen Situation und jeder nach seinen Mšglichkeiten
-, damit der Grundbedarf des Weltzentrums gedeckt werden kann.
Die universelle Teilnahme am aufopferungsvollen Geben materieller Mittel, zu der
die Freunde jetzt aufgerufen wer den, wird unermessliche Segnungen auf sie herabkom-
men lassen und bei der standhaften DurchfŸhrung des FŸnfjahresplanes eine Quelle neuer
Kraft fŸr die GlŠubigen sein.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Das Universale Haus der Gerechtigkeit
12. November
2001Gestiegene Anforderungen
Botschaft an die Bah‡Õ’ der Welt
Liebe Bah‡Õ’-Freunde!
Der Grš§ere Plan Gottes ist weltweit am Werk und beschleunigt die Auflšsung der alten
Ordnung, wobei sich gleichzeitig die neue Ordnung entfaltet. WŠhrend er gesellschaftli-
che VerŠnderungen von nie zuvor gesehenem Ausma§ vorantreibt, beherrschen Angst
und Ungewissheit das Denken der meisten Všlker der Welt, die der Absicht Gottes an
diesem Tag noch immer nicht gewahr sind. Ein zunehmendes GespŸr fŸr tiefgreifende,
weitreichende VerŠnderungen dŠmpfen die BeschŠftigung mit den Freuden und Annehm-
lichkeiten des materiellen Lebens. Inmitten dieses Aufruhrs wird Gottes Wille fŸr die
Menschheit erfŸllt.
Der Fortschritt, den die Gemeinde des Grš§ten Namens aufweist, ist Anlass zu hšchs-
ter Zufriedenheit. Inmitten der sie umgebenden Verwirrung und Not bemŸhen sich ihre
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
110
Mitglieder unverzagt, die Menschen, denen sie begegnen, zu beruhigen und ihnen Ein-
sicht zu vermitteln, um sicherzustellen, dass die ihrer Arbeit zugrunde liegende zuver-
sichtliche Vision nicht von der begrenzten Sichtweise der breiten Masse der Menschheit
getrŸbt wird. Den Bah‡Õ’ bieten die derzeitigen Geschehnisse in der Welt die Gelegen-
heit, das vom Gšttlichen Arzt dargebotene Heilmittel praktisch vorzufŸhren.
Zu diesem kritischen Zeitpunkt sehen wir uns genštigt, uns an Sie, unsere Mitarbeiter,
zu wenden und ihnen mitzuteilen, dass der Internationale Bah‡Õ’-Fonds ganz dringend ei-
nes merklich hšheren Zustroms an Spenden bedarf. Ein gro§er Teil der Mittel dieses
Fonds wird fŸr den Fortschritt der Sache Gottes au§erhalb des Heiligen Landes ausgege-
ben. Diese Aufwendungen sind derzeit besonders wichtig, weil der FŸnfjahresplan deut-
lich erkennen lŠsst, dass in den vor uns liegenden Jahren der Prozess des Beitritts in
Scharen beachtlich vorankommen wird. Dieser gleiche Fonds muss das Funktionieren des
Weltzentrums, das Instandhalten des als heilig geachteten Besitzes im Heiligen Land, das
Pilgerprogramm sowie die Verteidigung und VerkŸndigung des Glaubens finanzieren.
Wir appellieren an alle AnhŠnger Bah‡ÕuÕll‡hs, auf diesen Bedarf zu antworten. Un-
ser Aufruf wendet sich an alle ohne Ausnahme: an die mit bescheidenen Mitteln wie auch
an jene, die Ÿber ein betrŠchtliches Vermšgen verfŸgen. Es ist dringend notwendig, dass
Sie unverzŸglich und nachhaltig handeln, denn die ErfŸllung Ihrer geistigen Pflicht, zum
Fortschritt der Sache beizusteuern, kann keinen Aufschub mehr dulden. Der Segen, der
Ihrem aufopferungsvollen Handeln entspringt, ist gewiss.
Die gegenwŠrtige Krise des Internationalen Bah‡Õ’-Fonds ist in betrŠchtlichem Ma§e
die Folge der starken Verknappung verfŸgbarer Mittel aufgrund des wirtschaftlichen
RŸckgangs, von dem gro§e Teile der Welt betroffen sind. Zum Teil entstand sie auch,
weil die Arbeit fŸr den Glauben in immer mehr von Krieg, interner Uneinigkeit und ge-
bietsbedingter Armut verwŸsteten LŠndern Hilfe und UnterstŸtzung aus dem Internatio-
nalen Bah‡Õ’-Fonds braucht. Die Hauptursache fŸr unsere gegenwŠrtige tiefe Besorgnis
ist jedoch die zwingende Notwendigkeit, die GebŠude und GŠrten im Weltzentrum in ei-
nem Zustand zu erhalten, der ihnen geziemt. Ein Faktor des Kostenanstiegs ist dabei, dass
sich die FlŠche der GŠrten inzwischen mehr als verdoppelt hat.
Der Internationale Bah‡Õ’-Fonds darf nicht versŠumen, diesen Anforderungen gerecht
zu werden. Als Hilfsma§nahme haben wir beschlossen, einen Weltzentrum-Stiftungs-
fonds zu grŸnden, der fŸr den Erhalt, die Instandhaltung und die Sicherheit der GebŠude
und des GelŠndes um das geistige und administrative Zentrum des Glaubens da sein soll,
fŸr Arbeiten also, die derzeit einen so gro§en Teil der Verpflichtungen des Internationa-
len Bah‡Õ’- Fonds ausmachen. Mit dieser Entscheidung wird dem Beispiel Shoghi Effen-
dis gefolgt, der wŠhrend seiner Amtszeit die ErtrŠge des Landbesitzes in der NŠhe des
Jordantales der Instandhaltung der Heiligen Schreine widmete.
Dieser Stiftungsfonds, fŸr den wir Sie zusŠtzlich zu Ihrer UnterstŸtzung des Interna-
tionalen Bah‡Õ’-Fonds dringend um Spenden bitten, wird anfangs zur Deckung der oben
genannten Ausgaben in Hšhe von derzeit schŠtzungsweise sieben Millionen Dollar jŠhr-
lich eingesetzt. Jedweder Restbetrag, der am Ende jeden Jahres als nicht ausgegeben ste-
hen bleibt, wird als zweckgebundenes Kapital umgebucht, und in dem Ma§e, wie dieses
in den kommenden Jahren anwŠchst, wird es eine stŠndige Quelle von Kapital ertrŠgen
12. November 2001Gestiegene Anforderungen
111
zugunsten der Instandhaltung der prachtvollen Umgebung dieser Heiligen StŠtten sein.
Diese GelŠnde wurden wŠhrend des letzten Jahrhunderts schrittweise gestaltet mit Hilfe
der Gabenstršme der opferbereiten GlŠubigen als Antwort auf die Vision Bah‡ÕuÕll‡hs
und als UnterstŸtzung fŸr den mŸhevollen Einsatz des Meisters und des HŸters. Wichtig
ist, dass diese einer solch heiligen StŠtte geziemende, erlesene Schšnheit in den kommen-
den Jahrzehnten erhalten bleibt.
Wir beten inbrŸnstig in den Heiligen Schreinen, dass in jedem Land das hingebungs-
volle Streben derer, die die Gesegnete Schšnheit lieben, gestŠrkt werden mšge, wŠhrend
sie den BedŸrfnissen der stŠndig voranschreitenden Sache Gottes nachkommen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
112
113
Botschaften und Briefe
des Jahres 2002
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
114
01. Januar 2002
Aufruf zum Pionieren nach Zypern
An den Nationalen Geistigen Rat der Bah‡Õ’ in Deutschland
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
das Universale Haus der Gerechtigkeit ist gerade dabei, einen allgemeinen Pionieraufruf
vorzubereiten. Die Situation in Zypern ist jedoch so dringend, dass wir gebeten wurden,
die UnterstŸtzung Ihres Nationalen Geistigen Rates zu suchen, um dem dringenden Pio-
nierbedarf dort zu begegnen. Diese wichtige europŠische Bah‡Õ’- Gemeinde, die mit gro-
§en Anstrengungen und Opfern begrŸndet und erhalten wurde, befindet sich in einem
kritischen Stadium, in dem eine bedeutsame Zunahme der zur VerfŸgung stehenden
menschlichen Ressourcen benštigt wird, um die Lehrarbeit zu intensivieren und die be-
stehenden Geistigen RŠte zu stŠrken.
Offensichtlich kšnnten Pioniere griechischer oder zypriotischer Herkunft oder sol-
che, die mit der griechischen Kultur vertraut sind, einen besonderen Beitrag leisten, aber
das ist keineswegs eine Voraussetzung. Das Haus der Gerechtigkeit bittet Ihren Nationa-
len Rat, sorgfŠltig Namen von GlŠubigen in Deutschland in Betracht zu ziehen, die in der
Lage sein kšnnten, ein kurz- oder lŠngerfristiges Pionierprojekt auf dieser Insel durchzu-
fŸhren. Da der Nationale Geistige Rat von Zypern hofft, im neuen Jahr sein Institutspro-
gramm beginnen zu kšnnen und mit der Regionalisierung der Lehrarbeit fortzufahren,
wie sie jetzt in der gesamten Bah‡Õ’-Welt betrieben wird, wŠren Pioniere mit Erfahrung
in diesen AktivitŠten besonders willkommen.
Als Hilfestellung fŸr Ihre Beratungen in dieser Angelegenheit fŸgen wir in Kopie ein
Dokument bei, das der Nationale Rat von Zypern vorbereitet hat und das detaillierte In-
formationen Ÿber Themen enthŠlt, die fŸr GlŠubige, die dort einen Dienst in Betracht zie-
hen, von besonderem Interesse sein werden.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en, Sekretariatsabteilung des Universalen Hauses der Ge-
rechtigkeit
10. Januar 2002
Die Bedeutung und Notwendigkeit des Pionierens
An die Bah‡Õ’ der Welt
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
in den Monaten seit Beginn des FŸnfjahresplans haben die nationalen Gemeinden Ma§-
nahmen ergriffen, die ihren AktivitŠten dynamische Schubkraft und mehr Klarheit verlei-
10. Januar 2002 Die Bedeutung und Notwendigkeit des Pionierens
115
hen. Inzwischen werden in den meisten LŠndern die Nationalen Geistigen RŠte oder
deren Regionale RŠte die innerhalb ihres ZustŠndigkeitsbereichs liegenden Gebiete sorg-
fŠltig begutachtet und dann, in †bereinstimmung mit den Kriterien, die wir in unserem
Schreiben vom 9. Januar 2001 benannt haben, in kleine geographische Einheiten aufge-
teilt haben. Diese Regionalbereiche werden nun ihrem augenblicklichen Entwicklungs-
stand entsprechend kategorisiert, und es werden AktionsplŠne entwickelt, die ihr
Wachstum und ihren †bergang in die nŠchsthšhere Kategorie fšrdern sollen. Unsere
Freude darŸber, wie allerorten die Institutionen begeistert auf die Erfordernisse des FŸnf-
jahresplanes ansprechen, kšnnte nicht grš§er sein.
Die nun vorliegenden, klar umrissenen PlŠne vervielfachen das Angebot an Lehrmšg-
lichkeiten fŸr diejenigen, die dem Glauben auf internationaler Ebene als Kurz- oder Lang-
zeitpioniere dienen mšchten. Der Hauptbedarf der Regionalbereiche eines Landes sollte
im Laufe des Planes zunehmend von Inlandpionieren abgedeckt werden. Aber angesichts
der gro§en Zahl geographischer Gebiete, die systematische Aufmerksamkeit erfordern,
um Fortschritte zu machen, werden auch internationale Pioniere eine bedeutende Rolle zu
erfŸllen haben. Ihre Mitwirkung an den Wachstumsprogrammen, die sich jetzt Ÿberall auf
der Welt ausbreiten, wird dann besonders effektiv sein, wenn sie die FŠhigkeit entwickelt
haben, den Institutsprozess zu fšrdern. DarŸber hinaus kšnnen internationale Pioniere
und Reiselehrer in betrŠchtlichem Ma§e zu der Arbeit fŸr den Glauben in TŠtigkeitsbe-
reichen wie Gemeinde ver waltung, Proklamation sowie soziale und wirtschaftliche Ent-
wicklung beitragen. Das Internationale Lehrzentrum hat eine Dokumentation
ausgearbeitet, die den Zustand nationaler Bah‡Õ’-Gemeinden sowie die Projekte kurz be-
schreibt, die durch UnterstŸtzung von au§en Nutzen ziehen kšnnten. Dieses Dokument
wird Ihnen in KŸrze Ÿber die Nationalen Geistigen RŠte, die Berater und deren HilfskrŠfte
zur VerfŸgung gestellt werden.
Dass Pioniere und Reiselehrer von Ort zu Ort ziehen, ist ein unverzichtbares Merkmal
der Bah‡Õ’-Gemeinde. Allein wŠhrend des Zwšlfmonatsplans machten sich mehr als
1.800 GlŠubige aus fast 90 LŠndern auf, um dem Glauben auf internationaler Ebene zu
dienen. Abgesehen von dem Dienst, den diese standhaften Seelen der Sache Gottes erwei-
sen kšnnen, ist die damit einhergehende Vermischung der Všlker der Welt unerlŠsslich
fŸr die Art des Zusammenlebens, die die AnhŠnger Bah‡ÕuÕll‡hs zu etablieren bestrebt
sind und die dazu bestimmt ist, dem Rest der Menschheit als nachahmenswertes Beispiel
angeboten zu werden. In dem Ma§e, wie die Bah‡Õ’-Gemeinde ihre FŠhigkeiten ausbaut,
sollte sie sich zunehmend darum bemŸhen, die verschiedenen Glieder der Menschheits-
familie in immer engerer Verbundenheit zu sammenzufŸhren.
Zu diesem wichtigen Zeitpunkt in der Entwicklung des Glaubens, in dem die Syste-
matisierung der Lehrarbeit in allen Teilen der Welt in Schwung kommt und vereinigende
KrŠfte die Gesellschaft auf den Plan Bah‡ÕuÕll‡hs hinsteuern, muss jeder treue Diener der
Sache von der Vision der vor uns liegenden glorreichen Errungenschaften beflŸgelt sein.
Wir rufen Sie auf, Ÿber Ihre LebensumstŠnde nachzudenken, die Bedingungen in ver-
schiedenen LŠndern zu prŸfen, festzustellen, wo Sie den BedŸrfnissen des Glaubens am
besten dienen kšnnen, und dann entschlossen zu handeln. Mšgen diejenigen, die sich da-
nach sehnen, von der Freude zu kosten, die solch ein lobenswerter Dienst erbringt, sich
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
116
aufmachen mit der Gewissheit, dass unsere Gebete sie begleiten werden und in sicherer
Erwartung gšttlicher BestŠtigungen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
05. Februar 2002
Pionierziele fŸr den FŸnfjahresplan
Brief an den Nationalen Geistigen Rat in Deutschland
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
Sie haben sicherlich das Schreiben des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 10. Ja-
nuar 2002 mit dem Pionieraufruf fŸr den FŸnfjahresplan erhalten. Dieser Brief betont die
Bedeutung des Pionierens, im Inland wie international, fŸr den Erfolg der PlŠne, die in
der gesamten Bah‡Õ’-Welt aufgestellt werden. Sie denken gewiss Ÿber Mšglichkeiten
nach, wie bei den Freunden die Begeisterung fŸr das Inlandpionieren geweckt werden
kann, um im Rahmen von Programmen das Wachstum in den verschiedenen Regionalbe-
reichen in Deutschland zu fšrdern. Angesichts der StŠrke Ihrer nationalen Gemeinde ist
das Haus der Gerechtigkeit zu der †berzeugung gelangt, dass Sie auf internationaler Ebe-
ne in der Lage sein mŸssten, innerhalb des FŸnfjahresplans mindestens 60 Freunde als
Kurz- oder Langzeitpioniere ins Ausland zu entsenden, sowie mindestens 400 Reiseleh-
rer. Sie werden gebeten, diese Ziele in den Plan fŸr Ihre Gemeinde aufzunehmen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit wird an den Heiligen Schreinen fŸr all jene
beten, die ihr Heim verlassen und sich mit der Liebe zu Bah‡ÕuÕll‡h in ihrem Herzen auf-
machen, Seine Sache voranzutragen.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Sekretariatsabteilung des Universalen Hauses der Ge-
rechtigkeit
10. Februar 2002
Was ist das Symbol der Bah‡Õ’-Religion?
Aus einem Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an den
Nationalen Geistigen Rat der Schweiz
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat Ihr Schreiben ... bezŸglich Fragen im Zusam-
menhang mit Symbolen, die benutzt werden, um den Glauben zu reprŠsentieren, erhalten.
Wir haben zur Kenntnis genommen, dass dieses Thema im Zusammenhang des interreli-
gišsen Dialogs ... aufgeworfen wurde ...
Mit Bezug auf den Vorschlag der Wahl eines einzigen Symbols durch die Bah‡Õ’- Ge-
meinden weltweit zum Gebrauch bei Bah‡Õ’-AktivitŠten, um den Glauben zu reprŠsentie-
14. Februar 2002 Spendengelder angesichts der leidenden Menschheit
117
ren, ist das Haus der Gerechtigkeit der Ansicht, dass es zur jetzigen Zeit verfrŸht wŠre,
diese Idee zu fšrdern. Der Name ãBah‡Õ’Ò selbst ist etwas, an das sich Menschen erinnern
und das sie mit den Prinzipien des Glaubens in Verbindung bringen. In einem Schreiben
vom 28. Oktober 1949, in seinem Auftrag an einen einzelnen GlŠubigen geschrieben, hat
der HŸter ausgefŸhrt: ãStreng genommen ist der fŸnfeckige Stern das Symbol unseres
Glaubens, so wie er vom B‡b gebraucht und von Ihm erklŠrt wurdeÒ. Jedoch wurde der
Gebrauch des neuneckigen Sterns als Symbol des Glaubens von Shoghi Effendi erlaubt,
und er wird bei einer Reihe von Bah‡Õ’-Projekten benutzt und in vielen LŠndern mit dem
Glauben identifiziert. Weiterhin ist zu beachten, dass es nicht zulŠssig ist, den Grš§ten
Namen, ob in seiner kalligraphischen Form oder in der des Ringzeichens, zu diesem
Zweck als Symbol zu verwenden.
14. Februar 2002
Spendengelder angesichts der leidenden Menschheit
Aus einem Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
an einen einzelnen GlŠubigen
Das Haus der Gerechtigkeit ist sich sehr wohl dessen bewusst, dass die Leiden der Armen
fŸr alle Bah‡Õ’, ja fŸr jeden denkenden Menschen, ein Grund tiefer Besorgnis sind. Dieses
Problem plagt die Menschheit seit Anbeginn der Geschichte. Die gro§e Frage ist, wie die-
ses Problem gelšst werden kann.
Allein durch das Geben von Geld kann es nicht behoben werden. Es bedarf eines gro§
angelegten Umbaus der Gesellschaft Ð geistig, moralisch und wirtschaftlich Ð, und es ist
die Vollbringung dieses Umbaus, zu der Bah‡ÕuÕll‡h die Menschheit aufgerufen hat. FŸr
welche AktivitŠten also sollen das Universale Haus der Gerechtigkeit und die Geistigen
RŠte die Gelder verwenden, die von den Bah‡Õ’ weltweit gespendet werden? WŸrde der
gesamte Betrag an die Armen gegeben, so wŠre er, ohne anhaltende Wirkung, an einem
Tag dahin Ð denn die Bah‡Õ’ kŸmmern sich nicht nur um die Armen in ihrer eigenen Ge-
meinde, sondern um alle leidenden Menschen auf dieser Erde. Die finanziellen Mittel die-
ser Gemeinde sind nicht mehr als ein Tropfen verglichen mit dem, was den Regierungen
der Welt zur VerfŸgung steht.
Es ist die Botschaft Bah‡ÕuÕll‡hs, derer die Menschheit fŸr ihre Neugestaltung bedarf.
Deshalb besteht die Hauptaufgabe der Bah‡Õ’ darin, diese Botschaft unter allen Menschen
zu verbreiten und sie an der gro§en Aufgabe zu beteiligen, eine Gemeinschaft zu errich-
ten, die lernt, sich in Einklang mit deren Gesetzen und Prinzipien zu verhalten. Diese Ge-
meinde sowie ihre einzelnen Mitglieder arbeiten auch daran, die sozialen und
wirtschaftlichen Bedingungen der Gesellschaft um sie herum zu verbessern und dabei die
Armen und Benachteiligten in den Stand zu versetzen, aus eigener Kraft hšhere Stufen
des Wohlstands und des Wohlergehens zu erklimmen. Sie bemŸhen sich auch, in kon-
struktiven AktivitŠten mit allen Všlkern zusammen zu kommen. FŸr diese Zwecke er-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
118
richten die Bah‡Õ’ ihre eigenen Gemeinden und ihre Institutionen, was auch den Erwerb
von Gemeindezentren und den Bau von HŠusern der Andacht sowie anderer wesentlicher
GebŠude einschlie§t. Im Heiligen Land muss das Universale Haus der Gerechtigkeit zu-
sŠtzlich zur Koordinierung und UnterstŸtzung der weltweiten AktivitŠten die Heiligen
StŠtten schŸtzen und jene Einrichtungen aufbauen, die Bah‡ÕuÕll‡h Selbst vorgesehen hat.
Diese Einrichtungen, mit ihren GebŠuden und GŠrten, erfŸllen nicht nur praktische Zwe-
cke, sondern sie dienen auch als stille Lehrer des Glaubens, die die Aufmerksamkeit auf
jene Botschaft lenken, der sie ihre Existenz verdanken.
27. Februar
2002 MŠrtyrertod zweier Bah‡Õ’ in Tadschikistan
Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an Nationale Geistige RŠte
Liebe Bah‡Õ’-Freunde,
erfŸllt mit tiefer Trauer hat uns das Universale Haus der Gerechtigkeit gebeten, den MŠr-
tyrertod von Rashid Gulov und Mosadegh Afshin Shokoufeh, zwei ergebenen GlŠubigen
aus Tadschikistan, die Attentaten zum Opfer gefallen sind, bekannt zu geben. Sie wurden
von Fanatikern dieses Landes umgebracht, die den AnhŠngern Bah‡ÕuÕll‡hs Schaden zu-
fŸgen wollten.
Am Abend des 23. Oktober letzten Jahres wurde Rashid Gulov, ein Mitglied des šrt-
lichen Geistigen Rates von Dushanbe, erschossen, als er von der Arbeit zurŸckkam.
Am Morgen des 3. Dezember wurde Mosadegh Afshin Shokoufeh vor seinem Haus
erschossen und starb auf dem Weg zum Krankenhaus. Er war ein Mitglied des šrtlichen
Geistigen Rates von Dushanbe und hatte zuvor im Nationalen Geistigen Rat von Tadschi-
kistan gedient.
Die Ermittlungen der tadschikischen Behšrden zu den Morden ergaben, dass die bei-
den Bah‡Õ’ aufgrund ihres Glaubens umgebracht wurden. Sicher erinnern Sie sich an die
Ermordung von Abdullah Mogharrabi vor nur zwei Jahren im selben Land.
Beide Freunde waren, gemeinsam mit ihren Frauen und Familien, aktiv daran betei-
ligt, das Banner Bah‡ÕuÕll‡hs in Tadschikistan zu erheben und der Sache zu dienen. Eine
Gemeinde, solcherma§en ausgezeichnet durch die Opfer von MŠrtyrern, ist dazu be-
stimmt, Ÿberreiche himmlische BestŠtigungen fŸr ihre BemŸhungen anzuziehen. Mšgen
sich ihre Mitglieder dadurch veranlasst fŸhlen, ihre liebevolle Einheit zu vertiefen und
sich noch stŠrker an ihre Landsleute zu wenden mit der einzigen Botschaft, die ihnen
wahren Wohlstand und Frieden bringen kann.
Das Haus der Gerechtigkeit fleht an der Heiligen Schwelle fŸr den Fortschritt der See-
len von Rashid Gulov und Mosadegh Afshin Shokoufeh in den Welten Gottes und spricht
ihren Familien und Freunden sein herzlichstes MitgefŸhl aus.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en, Sekretariatsabteilung des Universalen Hauses der Ge-
rechtigkeit
01. April 2002 An Die Religišsen FŸhrer Der Welt
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01. April 2002 An Die Religišsen FŸhrer Der Welt
†bersetzung
Das zwanzigste Jahrhundert hinterlie§ ein bleibendes VermŠchtnis. Es rang den Všlkern
der Welt ab, sich zunehmend als Glieder einer unteilbaren Menschheit und die Erde als
ihre gemeinsame Heimat zu empfinden. Unaufhšrlich verdunkeln Gewalt und Auseinan-
dersetzungen den Horizont; gleichwohl schwinden allenthalben Vorurteile, die ehedem
dem Wesen des Menschen wie angeboren schienen. Mit ihnen fallen auch Schranken, die
die Menschheitsfamilie seit langem spalten Ñ in ein Babel unvereinbarer IdentitŠten, ent-
zweit durch kulturelle, ethnische oder nationale Herkunft. Dass eine so tiefgreifende
Wandlung sich in so kurzer Zeit Ñ aus historischer Sicht praktisch Ÿber Nacht Ñ voll-
ziehen konnte, lŠsst das Ausma§ kŸnftiger Mšglichkeiten erahnen.
Institutionalisierte Religion, deren einzige Daseinsberechtigung im Dienst an der Sa-
che der BrŸderlichkeit und des Friedens liegt, ist tragischerweise allzu oft die grš§te HŸr-
de auf diesem Weg. Um eine besonders schmerzliche Tatsache anzufŸhren: Schon lange
leidet die GlaubwŸrdigkeit der Religion unter dem religišsen Fanatismus. Wir fŸhlen uns
in der Verantwortung; als oberstes Gremium einer der Weltreligionen fordern wir dazu
auf, aufrichtig darŸber nachzudenken, welche Herausforderung religišser FŸhrung hier-
aus erwŠchst. Das Problem wie die daraus erwachsenen Konsequenzen erfordern ein of-
fenes Wort. Wir vertrauen darauf, dass der gemeinsame Dienst am Transzendenten dafŸr
bŸrgt, dass unser im Geiste des guten Willens geŠu§ertes Zeugnis in gleicher Weise ent-
gegengenommen wird.
Besonders deutlich wird das Problem, wenn man bedenkt, was auf anderen Gebieten
erreicht wurde. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, galt die Frau in der Vergangenheit
als minderwertig. AberglŠubische Vorstellungen rankten sich um ihr Wesen. Dazu de-
gradiert, den BedŸrfnissen des Mannes zu dienen, wurde ihr jede Chance zur Entfaltung
ihrer geistigen Mšglichkeiten genommen. Noch immer gibt es Gesellschaften, in denen
derartige Strukturen herrschen, ja fanatisch verfochten werden. Im globalen Diskurs je-
doch hat die Idee der Gleichberechtigung der Geschlechter praktisch bereits den Status
eines universal anerkannten Prinzips erlangt, Šhnlich wie fŸr die gro§e Mehrheit in Me-
dien und Wissenschaft. Die WortfŸhrer mŠnnlichen Vorrangs finden angesichts dieser
grundlegenden Kehrtwende kaum noch UnterstŸtzung bei verantwortungsvollen Mei-
nungsbildnern.
€hnlich ergeht es den in die Defensive gedrŠngten Verfechtern des Nationalismus.
Mit jeder internationalen Krise fŠllt es den BŸrgern nŠmlich leichter, zwischen einem ge-
sunden Patriotismus und aufwieglerischen Hetztiraden, die nur Hass und Angst vor dem
Fremden schŸren sollen, zu unterscheiden. Selbst dort, wo man an gŠngigen nationalen
Ritualen teilzunehmen hat, scheiden sich die Geister: GegenŸber den altbekannten Be-
kundungen patriotischer †berzeugungen und GefŸhle zeigt sich die …ffentlichkeit heut-
zutage oft betreten und peinlich berŸhrt. Der unentwegt fortschreitende Umbau der
internationalen Ordnung verstŠrkt diesen Effekt. Bei allen MŠngeln im gegenwŠrtigen
System der Vereinten Nationen, bei aller EinschrŠnkung ihrer FŠhigkeit, gemeinsam mi-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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litŠrisch gegen Aggressoren vorzugehen Ñ niemand kann leugnen, dass der Fetisch ab-
soluter nationaler SouverŠnitŠt dahinschwindet.
Nicht besser erging es rassischen und ethnischen Vorurteilen: FŸr derartige Anma-
§ungen kennt die šffentliche Meinung heute keine Nachsicht mehr. Hier grenzte man sich
besonders entschlossen von der Vergangenheit ab. Rassismus ist heute durch seine Ver-
knŸpfung mit den Schrecken des zwanzigsten Jahrhunderts derart negativ belegt, dass er
gewisserma§en den Charakter einer Geisteskrankheit angenommen hat. Zwar haben ras-
sische Vorurteile in vielen Teilen der Welt in Form sozialer Gesinnung Ÿberlebt Ñ und
vergŠllen so einem erheblichen Teil der Menschheit das Leben Ñ doch werden sie heute
grundsŠtzlich so allseitig verurteilt, dass keine Gruppe sich mehr unbesorgt erlauben
kann, damit identifiziert zu werden.
Doch keineswegs ist die dunkle Vergangenheit bereits ausgelšscht und plštzlich eine
neue Welt des Lichts geboren. UnzŠhlige Menschen leiden noch immer an den Folgen tief
verwurzelter Vorurteile wegen der Volkszugehšrigkeit, des Geschlechts, der Nation,
Kaste oder Klasse. Alles deutet darauf hin, dass sich dieses Unrecht noch lange behaupten
wird; nur langsam gewinnen Einrichtungen und Regeln an Wirkung, von der Menschheit
erdacht, um eine neue Ordnung ihrer Beziehungen aufzubauen und das Leid der Unter-
drŸckten zu lindern. Aber eine Schwelle ist Ÿberschritten, von der es keinen glaubwŸrdi-
gen Weg zurŸck mehr gibt. Grundlegende Prinzipien wurden mit breiter šffentlicher
Aufmerksamkeit diskutiert und formuliert; sie halten schrittweise Einzug in Institutionen,
die sie gesellschaftlich durchsetzen kšnnen. So langwierig und schmerzvoll das Ringen
auch ist, es gibt keinen Zweifel daran, dass in der Folge die Beziehungen zwischen allen
Všlkern an der Basis revolutioniert werden.
*
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts sah es so aus, als seien es vor allem religišse
Vorurteile, die den KrŠften des Wandels erliegen wŸrden. Der wissenschaftliche Fort-
schritt im Westen ging mit den tragenden Pfeilern religišser Ausschlie§lichkeitsansprŸ-
che bereits hart ins Gericht. Angesichts einer verŠnderten Selbstwahrnehmung der
Menschheit wurde der interreligišse Dialog als vielversprechendste neue religišse Ent-
wicklung wahrgenommen. Selbst die ambitionierten Organisatoren der Weltausstellung
1893 in Chicago waren Ÿberrascht, als hier das berŸhmte ãParlament der ReligionenÒ ins
Leben gerufen wurde Ñ jene Vision geistigen und moralischen Einvernehmens, die die
Fantasie der Menschen auf allen Kontinenten einnahm und der es sogar gelang, die auf
der Ausstellung gefeierten wissenschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen
Wunder in den Schatten zu stellen.
Kurz, es schien, als seien uralte Mauern gefallen. Nach Meinung gewichtiger Religi-
onsphilosophen war diese Versammlung einzigartig, ãohnegleichen in der Weltgeschich-
teÒ. Das Parlament, so sagte dessen Organisator, hatte ãdie Welt von der Bigotterie
befreitÒ. Eine kreative FŸhrerschaft, so wurde voll Zuversicht vorausgesagt, wŸrde diese
Gelegenheit ergreifen und in den schon lange entzweiten religišsen Gemeinden der Welt
einen Geist der BrŸderlichkeit erwecken, um die fŸr die neue Welt des Wohlstands und
Fortschritts notwendigen moralischen Grundwerte bereitzustellen. Dadurch ermutigt,
wuchsen und gediehen die unterschiedlichsten interreligišsen Bewegungen. In vielen
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Sprachen machte umfangreiche Literatur eine immer breitere …ffentlichkeit, GlŠubige
wie NichtÐGlŠubige, mit den Lehren aller gro§en Religionen vertraut und schuf ein Inte-
resse, das spŠter auch durch Rundfunk, Film, Fernsehen und schlie§lich das Internet auf-
gegriffen wurde. Hochschulen fŸhrten StudiengŠnge in Vergleichender Religions-
wissenschaft ein. Gegen Ende des Jahrhunderts wurden interreligišse Andachten, noch
ein paar Jahrzehnte zuvor undenkbar, zu etwas AlltŠglichem.
Leider fehlt es diesen Initiativen eindeutig an intellektueller KohŠrenz wie an geisti-
ger Verbindlichkeit. Im Gegensatz zu den Einigungsprozessen, die alle sonstigen gesell-
schaftlichen Bereiche umwŠlzen, erfŠhrt die Idee, dass alle gro§en Religionen der Welt
ihrem Wesen und Ursprung nach gleichwertig sind, hartnŠckigen Widerstand durch un-
bewegliches sektiererisches Denken. Der Fortschritt in der Rassenintegration beruht we-
der auf blo§em GefŸhlsŸberschwang noch auf kŸhlem KalkŸl, vielmehr erwŠchst er aus
der Erkenntnis, dass die Všlker der Welt eine einzige Art bilden. Dabei bieten die je kon-
kreten Rassenmerkmale fŸr sich genommen weder Vor- noch Nachteile. Ganz analog
veranlasste die Emanzipation der Frau, Institutionen und die šffentliche Meinung anzu-
erkennen, dass es nicht mehr akzeptabel ist Ñ weder aus biologischen, sozialen oder mo-
ralischen GrŸnden Ñ, der Frau die volle Gleichberechtigung mit dem Mann und
MŠdchen dieselben Bildungsmšglichkeiten wie Jungen vorzuenthalten. Und schlie§lich:
bei aller WertschŠtzung der BeitrŠge, die einige Nationen zur Formung einer sich heraus-
bildenden Weltkultur leisten Ñ der klassische Trugschluss, wonach andere Nationen nur
wenig oder gar nichts zu diesen BemŸhungen beizutragen haben, ist nicht mehr zu halten.
Eine so grundsŠtzliche Neuorientierung scheinen die religišsen HŠupter in aller Regel
nicht vornehmen zu kšnnen. Andere Segmente der Gesellschaft nehmen die Folgerungen
der Einheit der Menschheit als unausweichlichen nŠchsten Schritt fŸr den Fortschritt un-
serer Zivilisation bereitwillig auf. Sie sehen darin auch die Summe und ErfŸllung jegli-
cher Art partikularer IdentitŠten, die das Menschengeschlecht in diesem entscheidenden
Augenblick in die gemeinsame Geschichte einbringt. Religišse Institutionen jedoch ste-
hen grš§tenteils wie gelŠhmt an der Schwelle zur Zukunft, gefangen in eben dem Dog-
matismus und den Ausschlie§lichkeitsansprŸchen, die schon frŸher die Ursache
verheerender Auseinandersetzungen waren und die Všlker entzweiten.
Die Folgen fŸr das Gemeinwohl sind verheerend. Wir brauchen sicher nicht im Detail
auf die Schrecken einzugehen, mit denen noch heute viele unglŸckliche Všlker heimge-
sucht werden; sie sind Folge fanatischer †bergriffe, die dem Namen jeder Religion
Schande machen. Es handelt sich im †brigen auch keineswegs um ein modernes PhŠno-
men. Die europŠischen Religionskriege seit dem 16. Jahrhundert, um nur ein Beispiel zu
nennen, kosteten diesen Kontinent etwa drei§ig Prozent seiner gesamten Bevšlkerung.
Man muss sich fragen, welche FrŸchte der blinde religišse Dogmatismus, die Ursache
dieser Konflikte, langfristig im Bewusstsein der Menschen hervorbrachte.
Zu diesem Komplex gehšrt auch ein weiterer Verrat an unserem Geistesleben. Die
Religion beraubte sich hierdurch, mehr als durch alles andere, ihrer ureigensten FŠhig-
keit, bei der Gestaltung der Welt eine entscheidende Rolle zu spielen. Durch sinnlose Be-
schŠftigungen blockiert, hielten religišse Institutionen uns nŠmlich allzu oft von dem ab,
worin wir uns doch eigentlich auszeichnen: die Wirklichkeit zu entrŠtseln und von unse-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
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rem Verstand Gebrauch zu machen. Es hilft wenig bei der BewŠltigung der gegenwŠrti-
gen moralischen Krise, wenn religišse Institutionen mit schšnen Worten den
Materialismus oder Terrorismus verurteilen, wenn sie nicht gleichzeitig offen eingeste-
hen, dass sie ihrer Verantwortung nicht nachgekommen sind und die glŠubigen Massen
derartigen EinflŸssen schutzlos ausgesetzt haben.
Solche †berlegungen sind schmerzlich. Sie sind weniger als Anklage zu verstehen;
vielmehr sollen sie die au§ergewšhnliche Kraft der Religion in Erinnerung rufen. Religion
reicht in den Urgrund all unseres Wollens. Wo sie dem Geist und dem Vorbild jener tran-
szendenten Gestalten treu war, die der Welt ihre gro§en Glaubenssysteme brachten, er-
weckte sie in ganzen Všlkern die BefŠhigung zu lieben, zu vergeben, Neues zu schaffen,
Gro§artiges zu wagen, Vorurteile zu Ÿberwinden, fŸr das Gemeinwohl Opfer zu bringen
und die Impulse niederer Instinkte zu zŸgeln. Ohne Frage ist die prŠgende Kraft der Zivi-
lisierung des Menschlichen seit je im Einfluss einer bis zu den AnfŠngen der Geschichts-
schreibung zurŸckreichenden Kette von Manifestationen des Gšttlichen zu sehen.
Die gleiche PrŠgekraft, die in der Vergangenheit eine so gro§e Wirkung hatte, bleibt
auch heute eine unwandelbare Eigenheit menschlichen Bewusstseins. Sie gibt Ñ entge-
gen allen Erwartungen und unter ungŸnstigen Voraussetzungen Ñ noch immer Millionen
von Menschen Kraft im tŠglichen †berlebenskampf; auf der ganzen Erde bringt sie Hel-
den und Heilige hervor, die glaubwŸrdig und Ÿberzeugend jene Prinzipien vorleben, die
in den Schriften ihres jeweiligen Glaubens niedergelegt sind. Wie die Kulturgeschichte
zeigt, kann die Religion Ÿberdies das GefŸge sozialer Beziehungen wesentlich beeinflus-
sen. Jedenfalls kann man sich wohl kaum einen entscheidenden zivilisatorischen Aufstieg
vorstellen, der seine moralische Triebkraft nicht aus dieser urewigen Quelle gewonnen
hŠtte. Ist es somit Ÿberhaupt denkbar, dass das MeisterstŸck eines Jahrtausende wŠhren-
den Prozesses der Gestaltung des Planeten in einem geistigen Vakuum erreicht werden
kann? Wenn die abnormen Ideologien, die im gerade zu Ende gegangenen Jahrhundert
unsere Welt heimsuchten, auch sonst nichts Gutes bewirkten, so haben sie doch eins ge-
zeigt: die Probleme sind offensichtlich nicht allein durch die Kraft der menschlichen Er-
kenntnis zu lšsen.
*
Die Konsequenzen dieser folgenreichen Einsicht fŸr die heutige Zeit wurde von
Bah‡ÕuÕll‡h bereits vor Ÿber einem Jahrhundert in folgenden, inzwischen wohlbekannten
Worten zusammengefasst:
Die Všlker der Welt, welcher Rasse oder Religion sie auch angehšren, verdanken ihre
Erleuchtung derselben himmlischen Quelle. Sie sind einem einzigen Gott untertan. Un-
terschiede der Regeln und Riten, denen sie folgen, mŸssen den wechselnden Erfordernis-
sen und BedŸrfnissen der Zeitalter zugeschrieben werden, in denen sie offenbart wurden.
Alle bis auf wenige, die aus menschlichen Launen entstanden, wurden von Gott verfŸgt
und sind eine Widerspiegelung Seines Willens und Zieles. Erhebt euch und zerschlagt,
bewaffnet mit der Kraft des Glaubens, die Gštzen eures leeren Wahns, die Zwietracht un-
ter euch sŠen. Haltet euch an das, was euch zusammenfŸhrt und eint.1
Ein solcher Mahnruf nštigt nicht dazu, den Glauben an die grundlegenden Wahrheiten
irgendeines der gro§en Glaubenssysteme der Welt aufzugeben. Ganz im Gegenteil. Glau-
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123
be befiehlt sich selbst und rechtfertigt sich selbst. Was andere glauben oder nicht glauben,
darf auf ein persšnliches Gewissen, das diesen Namen verdient, keinen Einfluss haben.
Obige Worte drŠngen jedoch unmissverstŠndlich zur Aufgabe aller SuperioritŠts-, Aus-
schlie§lichkeits- und EndgŸltigkeitsansprŸche, die mit ihrem erdrŸckenden Ungeist mehr
als alles andere jeden Einigungsimpuls zunichte machen und Hass und Gewalt schŸren.
Auf genau diese historische Herausforderung, so glauben wir, mŸssen die HŠupter der
Religionen jetzt antworten, wenn religišse Leitung in der aus den umwŠlzenden Erfah-
rungen des zwanzigsten Jahrhunderts hervorgehenden globalen Gesellschaft noch Bedeu-
tung haben soll. Ganz offensichtlich erkennt eine wachsende Zahl von Menschen
mittlerweile, dass die allen Religionen zugrunde liegende Wahrheit dem Wesen nach eine
ist. Diese Einsicht entsteht nicht als Ergebnis theologischer Dispute, sondern als intuitive
Erkenntnis aus den immer ausgedehnteren Erfahrungen mit anderen und der allmŠhlich
dŠmmernden Anerkennung der Einheit der Menschheitsfamilie. Aus vergangenen Zeiten
ist eine Unzahl religišser LehrsŠtze, Rituale und Gesetze Ÿberliefert; aus ihnen erwŠchst
heute eine Ahnung davon, dass geistiges Leben Ñ wie die Einheit, die sich in verschie-
denen NationalitŠten, Rassen und Kulturen manifestiert Ñ eine grenzenlose, fŸr jeder-
mann gleicherma§en zugŠngliche Wirklichkeit ist. Damit diese diffuse und noch
vorlŠufige Einsicht sich vertiefen und wirksam zum Aufbau einer friedlichen Welt beitra-
gen kann, ist sie von jenen, bei denen die Massen der Welt selbst zu so spŠter Stunde noch
FŸhrung suchen, aus vollem Herzen zu bestŠtigen.
Hinsichtlich sozialer Vorschriften und Gebetsformen gibt es sicherlich erhebliche
Unterschiede zwischen den gro§en religišsen Traditionen der Welt. Es kšnnte wohl auch
kaum anders sein, angesichts tausender von Jahren, in denen jeweils aufeinander folgende
Religionen den wechselnden Erfordernissen einer sich stŠndig weiter entwickelnden Zi-
vilisation entsprachen. TatsŠchlich scheint den Schriften der meisten gro§en Religionen
ein evolutionŠres VerstŠndnis von Religion zugrunde zu liegen. Allerdings wurde kultu-
relles Erbe, ursprŸnglich fŸr die Bereicherung der geistigen Erfahrung gedacht, zur Er-
zeugung von Vorurteilen und Unfrieden missbraucht; dies ist moralisch nicht zu
rechtfertigen. Es bleibt die wichtigste Aufgabe einer jeden Seele, die Wirklichkeit zu er-
forschen und in †bereinstimmung mit den Wahrheiten zu leben, von denen sie sich Ÿber-
zeugt hat, sowie den BemŸhungen anderer, die sich um dasselbe bemŸhen, vollen
Respekt zu zollen.
Man kšnnte einwenden, der Gedanke, alle gro§en Religionen seien in ihrem Ur-
sprung gleicherma§en als gšttlich anzuerkennen, fŸhre zum †bertritt zahlreicher Men-
schen von einem Glauben zum anderen, oder wŸrde dies zumindest erleichtern. Ob das
nun stimmt oder nicht, mit Sicherheit ist dies nur von geringer Bedeutung angesichts der
Mšglichkeiten, die die Geschichte nunmehr fŸr die eršffnet, die sich einer Ÿber das Irdi-
sche hinausgehenden Welt bewusst sind Ñ und angesichts der Verantwortung, die ein
solches Bewusstsein auferlegt. Die Bildung einer moralischen Persšnlichkeit, eines gu-
ten Charakters, zu fšrdern Ñ davon legt jede der gro§en Religionen eindrucksvoll ein
glaubwŸrdiges Zeugnis ab. Ebenso kann niemand ernsthaft behaupten, dass ein be-
stimmtes Glaubenssystem durch seine LehrsŠtze mehr Bigotterie und Aberglauben ver-
ursacht habe als ein anderes. In einer zusammenwachsenden Welt ist es dann nur
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
124
natŸrlich, dass Interessen und ZusammenschlŸsse einem stŠndigen Wandel unterworfen
sind. Es ist die Aufgabe von Institutionen Ñ gleich welcher Art Ñ mit diesen Prozessen
so umzugehen, dass sie letztlich zur Einheit beitragen. Die Garantie dafŸr, dass am Ende
ein tragfŠhiges Ergebnis erreicht wird Ñ geistig, moralisch und sozial Ñ, liegt im uner-
schŸtterlichen Glauben der ungehšrten Massen der Erdenbewohner, dass das Universum
nicht von menschlichen Launen regiert wird, sondern von einer liebenden, unfehlbaren
Vorsehung.
Mit dem Zusammenbruch der die Všlker trennenden Barrieren erlebt unsere Zeit
auch den Fall der einst unŸberwindlichen Mauer, die, wie man frŸher annahm, fŸr immer
Himmel und Erde scheiden wŸrde. Die Heiligen Schriften aller Religionen lehren den
GlŠubigen seit jeher, den Dienst am NŠchsten nicht nur als moralische Pflicht zu sehen,
sondern als einen Pfad, auf dem die Seele Gott nahen kann. Der fortschreitende Umbau
der Gesellschaft verleiht dieser altbekannten Lehre heute eine neue Bedeutung. So wie
das uralte Versprechen einer von Gerechtigkeit beseelten Welt langsam den Charakter ei-
nes realistischen Zieles annimmt, so erkennt man zunehmend, dass die BedŸrfnisse der
individuellen Seele und die der Gesellschaft zwei sich gegenseitig ergŠnzende Aspekte
eines erfŸllten Lebens sind.
Wenn religišse Leitung sich der Herausforderung aus dieser Einsicht stellen will, so
muss sie damit beginnen, Religion und Wissenschaft als die beiden unersetzbaren Er-
kenntnissysteme anzuerkennen, durch die sich das Bewusstsein entfaltet. Sie widerspre-
chen sich nicht, im Gegenteil: als grundlegende Methoden, durch die der Geist die
Wirklichkeit erforscht, sind beide aufeinander angewiesen. In den seltenen, aber glŸckli-
chen Epochen der Geschichte, in denen ihr komplementŠres Wesen erkannt wurde und
sie Hand in Hand arbeiten konnten, waren beide hšchst produktiv. Die durch wissen-
schaftlichen Fortschritt bedingten Einsichten und FŠhigkeiten sollten, um richtig ange-
wandt zu werden, stets durch geistige und moralische Bindungen gefŸhrt werden;
religišse †berzeugungen wiederum, wie sehr auch das Herz an ihnen hŠngen mag, mŸs-
sen sich bereitwillig und dankbar einer unvoreingenommenen †berprŸfung durch wis-
senschaftliche Methoden stellen.
Wir kommen schlie§lich zu einem Punkt, den wir mit einem gewissen Zšgern anspre-
chen, betrifft er doch unmittelbar eine Gewissensfrage. Die Welt hŠlt viele PrŸfungen be-
reit. Es Ÿberrascht daher nicht, wenn religišse FunktionstrŠger besonders oft in
Versuchung geraten, in Glaubensfragen Macht auszuŸben. Niemand, der lange Jahre dem
tiefen, ernsthaften Studium der Schriften einer der gro§en Religionen gewidmet hat, muss
an die Lebensregel erinnert werden, dass Macht korrumpieren kann, und um so mehr, je
stŠrker sie wŠchst. Die ungerŸhmten inneren Siege, die durch alle Zeitalter hindurch von
zahllosen Geistlichen auf diesem Felde gewonnen wurden, gehšren zu den hervorra-
gendsten Kennzeichen der Religion und sind zweifellos eine der wichtigsten Quellen fŸr
ihre schšpferische Kraft. Doch gleicherma§en erliegen andere religišse FŸhrer den Ver-
lockungen weltlicher Macht und Vorteilsnahme Ñ ein fruchtbarer NŠhrboden fŸr Zynis-
mus, Verfall und Hoffnungslosigkeit bei denen, die dies wahrnehmen. Was dies heute fŸr
die gesellschaftliche Verantwortung und FŸhrungskompetenz der Religionen bedeutet,
bedarf keiner nŠheren AusfŸhrung.
01. April 2002 An Die Religišsen FŸhrer Der Welt
125
*
Weil sie sich mit der Veredelung des Charakters und der Harmonisierung von Bezie-
hungen befasst, diente die Religion schon immer als hšchste AutoritŠt, wenn es darum
ging, dem Leben Sinn zu geben. Immer hat sie Gutes gefšrdert und Schlechtes getadelt;
allen, die gewillt waren, ihre Augen dafŸr zu šffnen, erschloss sich eine Schau bis dahin
unausgeschšpfter Mšglichkeiten. Durch ihre Unterweisung wurde die vernunftbegabte
Seele ermutigt, die von der Welt gesetzten Grenzen zu Ÿberwinden und zu ihrem wahren
Selbst zu finden. Zugleich war die Religion, wie der Name schon sagt, die mŠchtigste
Kraft, um unterschiedlichste Všlker in immer grš§ere und komplexere Gesellschaften zu
fŸgen, die neue FreirŠume fŸr die Umsetzung persšnlicher FŠhigkeiten schufen. Die ge-
samte Menschheit hat derzeit einen gro§en Vorteil. Es ist der Blickwinkel, der es ihr er-
mšglicht, diesen Zivilisationsprozess als ein einzigartiges PhŠnomen zu erkennen: die
immer wiederkehrende Begegnung unserer Welt mit der Welt Gottes.
Hiervon inspiriert, hat sich die Bah‡Õ’ÐGemeinde von Anfang an entschieden fŸr in-
terreligišse AktivitŠten eingesetzt. Neben wertvollen Begegnungen, die durch solche Ak-
tivitŠten entstehen, sehen die Bah‡Õ’ im BemŸhen verschiedener Religionen, einander
nŠher zu kommen, eine Entsprechung des gšttlichen Willens fŸr die in gemeinschaftliche
MŸndigkeit eintretende Menschheit. Die Mitglieder unserer Gemeinde werden weiterhin
in jeder mšglichen Weise helfen. Unseren Partnern bei diesen gemeinsamen BemŸhun-
gen sind wir es jedoch schuldig, klar unsere †berzeugung darzulegen, dass der interreli-
gišse Dialog, wenn er einen echten Beitrag zur Heilung der Leiden, die eine verzweifelte
Menschheit quŠlen, leisten will, sich nun ehrlich und ohne weiter auszuweichen der prak-
tischen Bedeutung jener umfassenden Wahrheit zuwenden muss, die diese Bewegung erst
entstehen lie§: dass es nur einen Gott gibt, und dass, jenseits aller Unterschiede in kultu-
reller AusprŠgung und menschlicher Interpretation, auch die Religion nur eine ist.
Mit jedem neuen Tag wŠchst die Gefahr, dass die auflodernden Feuer religišser Vor-
urteile einen Weltbrand entfachen, dessen Folgen sich niemand ausmalen kann. Eine sol-
che Gefahr kšnnen die Regierungen nicht ohne Hilfe Ÿberwinden. Auch sollten wir uns
nichts vormachen: blo§e Aufrufe zu gegenseitiger Toleranz kšnnen keinen Hass tilgen,
der fŸr sich beansprucht, Gottes Segen zu besitzen. Diese Krise erfordert von den Amts-
trŠgern der Religionen einen ebenso entschiedenen Bruch mit der Vergangenheit, wie er
bei der †berwindung der gleicherma§en zerstšrerischen Vorurteile der Rasse, des Ge-
schlechts oder der Nation in der Gesellschaft vollzogen wurde. Wenn Einflussnahme auf
Gewissensfragen Ÿberhaupt gerechtfertigt ist, dann nur, um dem Wohlergehen der
Menschheit zu dienen. An diesem grš§ten Wendepunkt in der Geschichte der zivilisierten
Menschheit kšnnte nicht klarer sein, was solcher Dienst verlangt. ãDie Wohlfahrt der
MenschheitÓ, mahnt Bah‡ÕuÕll‡h, ãihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, ehe
nicht ihre Einheit fest begrŸndet istÓ2.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Fu§noten
1 €hrenlese, 4. Auflage, Hofheim 1999, 132:1
2 €hrenlese 131:2
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
126
21. April 2002
Eindrucksvolle Hšhepunkte in der Entfaltung des Planes
Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, Ridv‡n 2002
An die Bah‡Ô’ der Welt Innig geliebte Freunde,
der Ansturm der Ereignisse innerhalb wie au§erhalb des Glaubens zu Beginn der FŸnften
Epoche des Gestaltenden Zeitalters bietet ein Ehrfurcht einflš§endes Schauspiel. Inner-
halb der Sache hinterlie§ die historische Bedeutung der Ereignisse im Mai vergangenen
Jahres, mit denen die Vollendung der GebŠude auf dem Berg Karmel vollzogen wurde,
einen tiefen Eindruck, wurde doch deren Wirkung durch SatellitenŸbertragungen und
durch die bisher umfassendste Medienberichterstattung, die je einem Bah‡Ô’-Ereignis zu-
teil wurde, unmittelbar auf der ganzen Erde verbreitet. Indem die jŸngsten Zeugnisse der
sichtbaren Entfaltung der Tafel vom Karmel in atemberaubendem Glanz vor den Augen
der Welt enthŸllt wurden, erstieg die Sache Bah‡ÕuÕll‡hs in ihrem fortgesetzten Hervor-
treten aus der Verborgenheit neue Hšhen. Ein unauslšschlicher Eindruck wurde so in den
Annalen dieser Sendung hinterlassen.
Dieser sichtbare Beweis fŸr die Lebenskraft, die unseren unaufhaltsamen Glauben be-
seelt, fand ihr GegenstŸck in der Schubkraft der inneren Entwicklungen, die seit Beginn
des FŸnfjahresplanes zu Ridv‡n des vergangenen Jahres am Werk sind. Wir laden daher
die bei den Nationaltagungen versammelten Abgeordneten und alle anderen AnhŠnger
Bah‡ÕuÕll‡hs in der ganzen Welt von Herzen ein, gemeinsam mit uns Ÿber einige wenige
besonders eindrucksvolle Hšhepunkte in der Entfaltung des Planes wŠhrend seines ersten
Jahres nachzudenken Ñ Hšhepunkte, die zwangslŠufig die Herzen erfreuen und Vertrau-
en einflš§en in die unabsehbaren Mšglichkeiten, welche die eingeschlagene Richtung des
Planes in sich birgt.
Wachstum in Regionalbereichen
In ihrem Eifer, den Erfordernissen des Planes Rechnung zu tragen, trafen sich vor und
kurz nach Ridv‡n die Nationalen Geistigen RŠte mit den Kontinentalen Beratern zu einer
Reihe von Planungssitzungen. Diese Sitzungen bestimmten das Tempo fŸr einen energi-
schen Start des Planes, gekennzeichnet durch Schritte zur Entfaltung eines neuen Merk-
mals im Prozess des Beitritts in Scharen. In jeder nationalen Gemeinde begannen die
Bah‡Ô’-Institutionen damit, sich der Aufgabe einer systematischen geographischen Auf-
teilung ihres Landes anzunehmen mit dem Ziel, es in Regionalbereiche einzuteilen, wobei
Grš§e und Zusammensetzung jedes Regionalbereichs die DurchfŸhrung von AktivitŠten
zum Zwecke des Wachstums und der Entwicklung zulassen. Eine solche Aufteilung, wie
sie bereits aus etwa 150 LŠndern berichtet wird, ermšglicht es, ein gut durchdachtes Sche-
ma der Ausbreitung und Festigung in die Tat umzusetzen. Dies schafft auch eine Perspek-
tive oder Vision systematischen Wachstums, die von Regionalbereich zu
Regionalbereich Ÿber das ganze Land hin aufrechterhalten werden kann. GemŠ§ dieser
21. April 2002 Eindrucksvolle Hšhepunkte in der Entfaltung des Planes
127
Perspektive werden noch unerschlossene Regionalbereiche, so wie die unerschlossenen
Gebiete frŸherer Kampagnen, zu Zielen fŸr Inlandspioniere, wŠhrend sich bereits er-
schlossene Regionalbereiche auf ihre interne Entwicklung konzentrieren, die durch die
drei sich gegenseitig stŠrkenden Beteiligten des Planes in Gang gesetzt wird: den Einzel-
nen, die Institutionen und die Gemeinde.
Es ist Šu§erst ermutigend zu beobachten, dass der Fortschritt dieser Arbeit durch den
Institutsprozess, der im vergangenen Jahr in vielen LŠndern durch Kampagnen zur Erhš-
hung der Anzahl ausgebildeter Tutoren betrŠchtlich gestŠrkt wurde, mit Tatkraft erfŸllt
wird. Wo ein Trainingsinstitut gut etabliert und durchgŠngig tŠtig ist, haben sich die drei
KernaktivitŠten - Studienkreise, Andachtsversammlungen und Kinderklassen - relativ
mŸhelos vervielfacht. TatsŠchlich ist diesen AktivitŠten dadurch eine neue Dimension
verliehen worden, dass sie auf Einladung von Bah‡Õ’ verstŠrkt von Interessenten besucht
wurden, was im Ergebnis zu neuen ErklŠrungen gefŸhrt hat. Hier zeigt sich zweifellos
eine vielversprechende Richtung fŸr die Lehrarbeit. Diese KernaktivitŠten, die zu Beginn
hauptsŠchlich zum Nutzen der GlŠubigen selbst entwickelt wurden, werden auf natŸrliche
Weise zu Pforten fŸr den Beitritt in Scharen. Indem Studienkreise, Andachtsversammlun-
gen und Kinderklassen in Regionalbereichen miteinander kombiniert wurden, ist ein Mo-
dell aufeinander abgestimmter TŠtigkeitsstrŠnge geschaffen worden, das bereits
willkommene Ergebnisse zeitigt. Eine weltweite Anwendung dieses Modells, dessen sind
wir sicher, birgt in sich unermessliche Mšglichkeiten fŸr den Fortschritt der Sache in den
kommenden Jahren. Diese mitrei§enden Aussichten wurden zu erheblichem Teil durch
die gewaltige Energie ermšglicht, die das Internationale Lehrzentrum darauf verwandte,
in der Weltgemeinde das VerstŠndnis fŸr systematisches Wachstum zu stŠrken. Das Lehr-
zentrum machte sich die kŸrzlich begonnene neue Amtszeit der Hilfsamtsmitglieder zu-
nutze, indem es zu sechzehn regionalen Orientierungskonferenzen aufrief, die in den
letzten Monaten des Jahres abgehalten wurden. Zu jeder Konferenz entsandte es jeweils
zwei seiner Mitglieder. Diese Konferenzen, an denen bis auf ganz wenige alle Hilfsamt-
smitglieder der Welt teilnahmen, konzentrierten sich auf das Thema ãTrainings-Institute
und systematisches WachstumÒ und vermittelten den Teilnehmern eine FŸlle von Infor-
mationen, die durch ihre unermŸdliche Arbeit das gesamte GefŸge der Gemeinde durch-
dringen werden.
Gšttlich inspirierter Plan
Eine so reich ausgestattete, so erfahrene und auf einen gšttlich inspirierten Plan zum
Handeln ausgerichtete Gemeinde schaut nach au§en auf eine Welt, deren Bewohner seit
den Ereignissen im Heiligen Land im Mai 2001 noch tiefer in einen Sumpf vielfacher Ver-
irrungen gesunken sind. Und dennoch, gerade unter diesen anscheinend unwirtlichen Be-
dingungen ist die Sache dazu ausersehen voranzuschreiten und zu gedeihen. ãThe
Summons of the Lord of HostsÓ (VorlŠufige †bersetzung: ãDer Ruf des Herrn der Heer-
scharenÓ ), der kŸrzlich veršffentlichte Band mit der englischen †bersetzung des vollstŠn-
digen Textes der Sendschreiben Bah‡ÕuÕll‡hs an die Kšnige und Herrscher der Welt,
kommt als eine passende Erinnerung an die tragischen Folgen der Missachtung Seiner War-
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
128
nungen vor Ungerechtigkeit, Tyrannei und Korruption. Die gewaltsamen ErschŸtterungen,
die das Bewusstsein der Menschen Ÿberall belasten, unterstreichen die Dringlichkeit des
Heilmittels, das Er verschrieben hat. Wir, die verstreuten Scharen Seiner treuen Diener,
sind somit erneut an einem Zeitpunkt unwiderstehlicher Gelegenheiten angekommen Ñ
Gelegenheiten, Seine Sache zu lehren, Sein wundersames System zu errichten und in auf-
opferungsvoller Weise die dringend benštigten materiellen Mittel bereitzustellen, von de-
nen der Fortschritt und die AusfŸhrung geistiger TŠtigkeiten zwangslŠufig abhŠngig sind.
Unsere unausweichliche Aufgabe besteht darin, die gegenwŠrtige Verwirrung ohne
Angst und Zšgern zu nutzen, um die verwandelnde Kraft der einen Botschaft zu verbrei-
ten und zu demonstrieren, die alleine den Frieden der Welt sichern kann. Hat uns die Ge-
segnete Schšnheit nicht mit machtvollen Worten befŠhigt und ermutigt? ãLasst nicht die
Geschehnisse der Welt euch betrŸbenÓ, rŠt Er uns auf liebevolle Weise. ãIch schwšre bei
GottÓ, fŠhrt Er fort. ãDas Meer der Freude sehnt sich danach, in eure Gegenwart zu ge-
langen, denn alles Gute wurde fŸr euch erschaffen und wird euch den Notwendigkeiten
der Zeiten entsprechend offenbart werden.Ó
Daher eilt, unbeeintrŠchtigt von jedweden Zweifeln und ungehindert von jeglichen
Hindernissen, voran Ð mit dem Plan in der Hand.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
11. Juni 2002
ErlŠuterungen zur Botschaft an die religišsen FŸhrer der Welt
Das nachfolgende Schreiben des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 11. Juni
2002 enthŠlt wichtige ErlŠuterungen zur Botschaft des Hauses an die religišsen FŸhrer
der Welt. Die Botschaft selbst wurde in der Juni-Ausgabe der Bah‡Õ’-Nachrichten veršf-
fentlicht. Das nun vorliegende Schreiben berŸcksichtigt auch Fragen, die im Zusammen-
hang mit der Botschaft an das Universale Haus gerichtet wurden. Auch aus diesem Grund
bietet dieser Text, der u.a. den Hintergrund, die Zweckbestimmung und die angemessene
Art der Kommunikation der Botschaft erlŠutert, eine wichtige Grundlage fŸr ein intensi-
ves Studium der Botschaft, zu der der Nationale Rat allen Freunden sehr raten mšchte.
FŸr Vertiefungsveranstaltungen zum Thema der Botschaft stehen die Mitglieder des Hilf-
samts auf Wunsch gerne zur VerfŸgung.
An Nationale Geistige RŠteLiebe Bah‡Õ’-Freunde,
Berichte aus der Bah‡Õ’-Welt zeigen, dass die erste Etappe der Verbreitung der Botschaft
des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an die religišsen FŸhrer der Welt von Seiten
der Nationalen Geistigen RŠte mit eindrucksvoller Effizienz vonstatten ging. Das BŸro
fŸr …ffentlichkeitsarbeit der Internationalen Bah‡Õ’-Gemeinde ist dabei, eine Zusammen-
fassung der anfŠnglichen Entwicklung zusammenzustellen, die in KŸrze herausgegeben
wird. Das BŸro wird diese Gelegenheit au§erdem nutzen, um auch praktische VorschlŠge
11. Juni 2002 ErlŠuterungen zur Botschaft an die religišsen FŸhrer der Welt
129
zu machen, wie RŸckfragen der Medien Ÿber verschiedene Aspekte der Botschaft beant-
wortet werden kšnnen.
Das Haus der Gerechtigkeit hat uns beauftragt, Ihnen als Antwort auf Anfragen von
einigen RŠten und Freunden die folgende ergŠnzende FŸhrung zu unserem Brief vom 25.
MŠrz 2002 zu Ÿbermitteln. Wie bereits aus dem Text klar hervorgeht, ist die Botschaft
nicht als eine VerkŸndigung der Sendung Bah‡ÕuÕll‡hs zu sehen, sondern vielmehr als eine
Antwort des Hauses der Gerechtigkeit auf die ihm in der Schrift auferlegte Pflicht, die Sa-
che des Friedens unter den Všlkern und Nationen der Welt zu fšrdern. Weil religišser
Hass zu einem todbringenden Konfliktherd geworden ist, hielt das Haus der Gerechtigkeit
die Zeit fŸr gekommen, zu der es an die FŸhrung institutionalisierter Religion den Appell
richten musste, diese Frage nachdrŸcklich und entschlossen zur Sprache zu bringen.
Beitrag fŸr die interreligišse Arbeit
Als ein Hauptforum fŸr solche GesprŠche bietet sich zweifellos die interreligišse Ar-
beit an, die heute zu einer festen Einrichtung fŸr das šffentliche GesprŠch auf šrtlicher,
nationaler und internationaler Ebene geworden ist. Bei diesem Austausch ist es wichtig,
dass die Bah‡Õ’-Teilnehmer stets daran denken, dass die gegenwŠrtige Situation zu ana-
lysieren und Ma§nahmen zu beschlie§en, die den Gefahren entgegenwirken kšnnen, wel-
che durch die zunehmenden KrŠfte religišsen Vorurteils hervorgerufen werden, in der
Verantwortung der Gesellschaft als ganzes, insbesondere aller glŠubigen Menschen,
liegt. Die Bah‡Õ’ sind gerne bereit, auf jede ihnen mšgliche Weise zu solchen GesprŠchen
beizutragen, aber sie werden nicht versuchen, religišsen Gruppen, die historisch bedingte
soziale und geistige Probleme zu bewŠltigen haben, Lšsungen vorzuschreiben.
Ebenso ist wichtig, dass Gemeindemitglieder behutsam Wesen und Ziel solcher orga-
nisierter Diskussionen respektieren. Diese in eine Gelegenheit zum Lehren des Bah‡Õ’-
Glaubens umzufunktionieren, wŠre ein Missbrauch des guten Willens der anderen Teil-
nehmer. Sicherlich kann es sich ergeben, dass die Beratung Ÿber das Thema der Botschaft
zu Bitten um weitere Informationen Ÿber den Bah‡Õ’-Glauben seitens anderer Teilnehmer
fŸhrt. Die Bah‡Õ’-Vertreter werden natŸrlich bereit sein, solche Informationen zu geben,
aber sie werden ihre AusfŸhrungen im Rahmen der gestellten Fragen halten.
Erreichen einer mšglichst gro§en …ffentlichkeit
Die nationalen und šrtlichen Geistigen RŠte sollten jedoch sorgfŠltig Schritte Ÿberle-
gen, um sicherzustellen, dass die vom Haus der Gerechtigkeit ergriffene Initiative und die
Inhalte der Botschaft mšglichst gro§e Teile der …ffentlichkeit erreichen, besonders Ÿber
die verschiedenen Medien. Das Ergebnis wird sein, dass die Diskussion eines Themas, das
fŸr das Wohl der Menschheit von Šu§erster Wichtigkeit ist, verstŠrkt wird und die ihm zu-
grunde liegenden Kernfragen zunehmend geklŠrt werden. Bah‡Õ’-Vertreter kšnnen dieses
Streben am besten dadurch unterstŸtzen, dass sie die Aufmerksamkeit auf die vorrangigen
sozialen und geistigen Herausforderungen lenken, mit denen unsere Welt konfrontiert ist,
und dabei vermeiden, in Streit Ÿber theologische Fragen hineingezogen zu werden.
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
130
NatŸrlich werden die einzelnen Bah‡Õ’ bei ihrer persšnlichen Lehrarbeit Gedanken
und Perspektiven in der Botschaft vorfinden, die ihnen sehr dabei helfen, Freunden und
Interessenten den Glauben an sich vorzustellen, und sie sollten nicht zšgern, solche Ge-
legenheiten zu ergreifen. Immer mehr Menschen werden durch die entsetzlichen Folgen
sektiererischen Hasses zutiefst beunruhigt und zugleich der theologischen Rechtfertigun-
gen ŸberdrŸssig, die so lange vorgegeben wurden, um solch zerstšrerisches Tun und Den-
ken zu untermauern. Die Prinzipien der Einheit Gottes und der Einheit der Religion, die
in der Botschaft dargelegt werden, vermitteln ernsthaften Suchern hilfreiche BrŸcken
zum Studium der Offenbarung Bah‡ÕuÕll‡hs.
Die jetzt eingeleitete Initiative fordert die Mitglieder der Bah‡Õ’- Gemeinde dazu her-
aus, in ihrer persšnlichen LebensfŸhrung die den Glauben beseelenden Ideale aufzuzei-
gen. Jede Gelegenheit, bei der man mit AnhŠngern anderer Religionen zusammentrifft,
bietet die Chance, diesen aufrichtigen Geist der Kameradschaft zu zeigen, der der Er-
kenntnis entstršmt, dass alle gro§en Religionen aus der gleichen Quelle stammen und
dass Meinungsvielfalt kein Grund zum Streit zu sein braucht. Die Ermutigung, die ein
solches Miteinander hervorbringt, ist an sich ein Dienst an der Allgemeinheit, der Frieden
und Wohlwollen fšrdert und indirekt auch den Fortschritt des Glaubens.
Gleichgewicht zwischen zwei parallelen Aufgaben
Die Bah‡Õ’-Gemeinde ist beim AusfŸhren des Auftrags, den Bah‡ÕuÕll‡h ihr gegeben
hat, stets dazu aufgerufen, ein Gleichgewicht zu wahren zwischen den beiden damit ver-
bundenen parallelen Aufgaben: zum einen den Fortschritt der Sache durch das Lehren ih-
rer Botschaft unter allen Menschen zu fšrdern, und zum andern durch das Verteidigen der
Ideale der Einheit, Toleranz und Zusammenarbeit zum Wohl der Menschheit beizutragen.
Wenn diese angemessen ausgefŸhrt werden, verstŠrken sich die beiden Mandate trotz ih-
rer prinzipiellen Verschiedenheit gegenseitig.
Mit liebevollen Bah‡Õ’-GrŸ§en Sekretariatsabteilung des Universalen Hauses der Ge-
rechtigkeit
22. August 2002
Fehlen einer deutlichen Zunahme der Anzahl der Bah‡Ô’
Sekretariatsabteilung
Mit E-Mail Ÿbermittelt:Lieber Bah‡Ô’-Freund,
das Universale Haus der Gerechtigkeit hat uns gebeten, in seinem Auftrag auf Ihre E-
Mail vom 9. August 2002 zu antworten. Ihre AusfŸhrungen bezŸglich des Fehlens einer
deutlichen Zunahme der Anzahl der Bah‡Ô’ in den Gemeinden der westlichen LŠnder sind
weitgehend zutreffend, fŸr einige LŠnder mehr als fŸr andere, und die sich daraus erge-
bende Besorgnis ist všllig berechtigt. Zu sehen, wie es bedeutenden Bah‡Ô’-Gemeinden
22. August 2002 Fehlen einer deutlichen Zunahme der Anzahl der Bah‡Ô’
131
merklich daran mangelt, die den Menschen innewohnenden FŠhigkeiten zu entwickeln,
die erforderlich sind, um die Bevšlkerung zu erreichen, die verzweifelt nach Lšsungen
fŸr die Krisen sucht, in die die Gesellschaft immer mehr versinkt, ist fŸr GlŠubige, die
sich der Macht der Sendung Bah‡ÕuÕll‡hs bewusst sind, in der Tat schmerzlich.
Diese †berlegung war ein wesentlicher Faktor beim Entwurf der betreffenden Passa-
gen der Schrift ãDas Jahrhundert des LichtesÒ, worauf Sie sich beziehen. Diese Abschnit-
te des Dokumentes versuchen, die GlŠubigen Ÿberall mit der grundlegenden Wandlung in
der Bah‡Ô’-Kultur vertraut zu machen, welche die vergangenen Jahrzehnte der Anstren-
gung, der Erfolge und der EnttŠuschungen mšglich machten, und die mit Hilfe des Vier-
jahresplanes vorteilhaft nutzbar gemacht wurde. Die Kultur, die sich jetzt entwickelt, ist
eine, in der die AnhŠnger Bah‡ÕuÕll‡hs in Gruppen gemeinsam die Wahrheiten in Seinen
Lehren erforschen, bereitwillig ihre Studienkreise, Andachtsversammlungen und Kinder-
klassen fŸr ihre Freunde und Nachbarn šffnen und ihre BemŸhungen zuversichtlich auf
AktionsplŠne richten, die auf einen Regionalbereich zugeschnitten sind, wo Wachstum zu
einem Ÿberschaubaren Ziel wird. Die Begeisterung, mit der Bah‡Ô’-Gemeinden im grš§-
ten Teil der Welt auf diese Herausforderung antworten, und die Ergebnisse, die ihre Be-
mŸhungen allmŠhlich zeigen, sind stets ein Anlass zu gro§er Freude fŸr das Haus der
Gerechtigkeit.
Leider erreicht die Resonanz nicht Ÿberall dieses Niveau. Wo Bah‡Ô’-Gemeinden
nicht imstande sind, sich von der Ausrichtung nach einer Bah‡Ô’-Lebensweise freizuma-
chen, die sich lŠngst Ÿberlebt hat, welchen Wert sie auch einst besessen haben mag, wird
es der Lehrarbeit sowohl an der notwendigen systematischen Vorgehensweise, als auch
an dem Geist, der jeden erfolgreichen Dienst fŸr die Sache belebt, mangeln. Der Glaube
wird an den Rand gedrŠngt und die Gemeinde der geistigen Lebendigkeit, die ihr eigen
ist, beraubt, wenn das Bah‡Ô’-Gemeindeleben fŠlschlicherweise mit der Art religišser Ak-
tivitŠt gleichgesetzt wird, welche die Gesellschaft im allgemeinen kennzeichnet - in der
der GlŠubige Mitglied einer Gemeinde ist, wo FŸhrung von einer oder mehreren Personen
ausgeht, von denen angenommen wird, sie seien dafŸr befŠhigt, und wo persšnliche Mit-
wirkung in ein von ganz anderen Interessen beherrschtes Schema eingezwŠngt ist.
Wie es Ihnen sicher bewusst ist, sind der Vierjahresplan, der Zwšlfmonateplan und
der gegenwŠrtige FŸnfjahresplan darauf ausgerichtet, als stufenweise Schritte diesen
Wandel in der Bah‡Ô’-Kultur herbeizufŸhren. Seitens der Kontinentalen BeraterŠmter auf
der ganzen Welt hat man intensiv daran gearbeitet, die Nationalen und šrtlichen Geistigen
RŠte, die Regionalen RŠte und andere administrative Kšrperschaften zu unterstŸtzen, die
damit verbundenen Zielsetzungen zu verstehen und Vorgehensweisen zu ihrer Errei-
chung zu entwickeln. Gro§ angelegte Beratungstreffen, die die Mitglieder aller dieser ent-
scheidenden Institutionen zusammenbrachten, waren bei der Erreichung dieses Zieles
meist sehr erfolgreich. Wo die Resonanz auf sich warten lie§, hat sich das Haus der Ge-
rechtigkeit hŠufig durch KlŠrung von Fragen eingeschaltet, um die BemŸhungen der Be-
rater zu stŠrken. Letztlich muss die Verantwortung, dafŸr zu sorgen, dass ihre Gemeinde
sich der Herausforderung stellt, bei den gewŠhlten Vertretern der GlŠubigen auf der loka-
len und nationalen Ebene bleiben.
Der Fortschritt der Sache ist ein Entwicklungsprozess, der durch Versuch und Irrtum
Botschaften und Briefe des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
132
geformt wird, durch RŸckblick auf Erfahrung sowie durch Verpflichtung aus ganzem
Herzen gegenŸber den vom Haus der Gerechtigkeit entwickelten LehrplŠne und Vorge-
hensweisen. GlŠubige wie Sie, die die so bereitgestellten Mšglichkeiten zu schŠtzen wis-
sen, kšnnen sehr viel dazu beitragen, ihre jeweiligen LŠnder und RŠte zu ermutigen, sich
gleichfalls in den Prozess einzubringen.
Das Haus der Gerechtigkeit war tief berŸhrt von dem Geist, der Sie zu schreiben be-
wegt hat, und versichert Sie seiner Gebete in den Heiligen Schreinen, dass Bah‡ÕuÕll‡h
Ihre BemŸhungen, Seiner Sache zu dienen, segnen und bestŠtigen mšge.
Mit liebevollen Bah‡Ô’-GrŸ§en, Sekretariatsabteilung
11. November 2002
RŸcktritt geliebter Mitglieder
An alle Nationalen Geistigen RŠte Geliebte Freunde,
eingedenk der zunehmenden BŸrde eines fortgeschrittenen Alters und ihrer Auswirkung
auf den Dienst, den sie erbringen kšnnen, haben Herr Hushmand Fatheazam und Herr
ÔAl’ Nakhjav‡n’, nachdem sie die Erfordernisse der Sache Gottes im Geiste des Gebets
bedacht haben, um Erlaubnis gebeten, ihre Mitgliedschaft im Universalen Haus der Ge-
rechtigkeit in †bereinstimmung mit Artikel V.2.(c) seiner Verfassung niederzulegen.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat mit Bedauern den RŸcktritt dieser gelieb-
ten Mitglieder, die im Heiligen Land hochgeschŠtzte Dienste geleistet haben Ð im Falle
von Herrn Nakhjav‡n’ seit 1961 und im Falle von Herrn Fatheazam seit 1963 Ð, angenom-
men. Sie werden so, befreit vom unerbittlichen Druck der Arbeit am Weltzentrum, ihre
Dienste fŸr die Sache Gottes fortsetzen kšnnen. In Anbetracht der nahe bevorstehenden
nŠchsten internationalen Wahlen haben wir sie jedoch gebeten, noch bis dahin im Amt zu
bleiben; dem haben sie bereitwillig zugestimmt.
Mit liebevollen Bah‡Ô’-GrŸ§en Das Universale Haus der Gerechtigkeit

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