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DAS UNIVERSALE HAUS DER GERECHTIGKEIT
Bahá’íWeltzentrum

Sekretariatsabteilung

An den Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in Deutschland

Liebe Freunde,

14. Dezember 1992

Einstellung der deutschen Bahá’íGemeinde zum Lehren des Glaubens

Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat uns beauftragt, Ihnen für Ihren Brief vom 2. Januar 1992 mit der beigelegten Kopie eines Resümees, das Ihnen von Ihrem Nationalen Lehrausschuß im Dezember 1991 unterbreitet wurde, zu danken. Wir wurden außerdem gebeten, Ihnen die folgenden Anmerkungen zu übermitteln. Wir bedauern die Verzögerung bei der Antwort, sind aber überzeugt, daß die Anmerkungen für Ihren Rat immer noch hilfreich sein werden, während Sie die Arbeit für die Sache in Deutschland weiter entwickeln.

Die positiven Beispiele, die der Ausschuß anführt, zeigen, daß die Probleme durch den rechten Geist überwunden werden können, woher sie auch rühren mögen.

Daß Bahá’í Problemen begegnen sollten, ist nichts Neues. Es ist die menschliche Beschaffenheit., und es ist die Aufgabe der Bahá’í diese Probleme anzugehen und sie zu überwinden. Die Institutionen des Glaubens können ihnen bei dieser Anstrengung helfen, oder sie durch einen Mangel an rechtem Urteil behindern, aber die letztliche Verantwortung bleibt bei jedem einzelnen. Selbst die Institutionen sind schließlich aus einzelnen zusammengesetzt.

Die Lösung mag daher darin liegen, in jedem Bahá’í ein Bewußtsein dafür zu wecken, was es bedeutet ein Mensch zu sein, der an diesem Tag dadurch ausgezeichnet wurde, die von Gott gesandte Manifestation erkannt zu haben, um all die überwältigenden Probleme der Menschheit zu lösen. Eine solche Anerkennung heißt, in ein Bündnis mit Gott einzutreten. und erlegt dem Gläubigen die Verantwortung auf, die göttlichen Lehren zu fördern, sowohl in seinem eigenen Leben als auch durch ihre Übermittlung an andere. Dies ist eine Pflicht, für deren Ausführung er Gott direkt verantwortlich ist, ungeachtet dessen, was andere Menschen, Bahá’í oder NichtBahá’í, tun mögen.

Dies gegenüber den Freunden so darzulegen, als sei es eine Last, oder ihnen vorzuwerfen, daß sie sich nicht erheben, um ihre Pflichten zu erfüllen, wird sie wahrscheinlich nicht zum Handeln bewegen. Durch das Entwickeln einer glühenden Liebe zu Bahá’u’lláh und durch die Dankbarkeit, vom Glauben Kenntnis zu haben, wird ein Bahá’í sich seiner Verantwortung wirklich bewußt. Ebenso bewirkt diese Liebe, die sich schnell in Liebe für seinen Mitmenschen umwandelt, die Erleuchtung und Begeisterung, die das Licht des Lehrens ist, die vereiste Herzen zum Schmelzen bringt und Sucher zum Glauben hinzieht.

Dieselbe Liebe gibt dem Bahá’í die Sehnsucht, die Fragen eines Suchers befriedigend zu beantworten, ihm bei der Überwindung seiner Probleme zu helfen und die wesentlichen Punkte der Sache Gottes zu erkennen.

Einige der angeführten Probleme zeigen, daß die Freunde die Wahrheit der Worte Bahá'u'lláhs nicht erfaßt haben: "Die Quelle des Mutes und der Macht ist die Verbreitung des Wortes Gottes und die Standhaftigkeit in Seiner Liebe." Sorgfältiges Lesen aller "Worte der Weisheit" würde in der Tat den Schlüssel für viele Schwierigkeiten liefern.

Das große Problem, dem sich Ihr Rat gegenüber sieht, ist es jedoch zu entscheiden, welche Schritte Sie unternehmen können, um das Feuer der Liebe Gottes in den Herzen der Freunde zu entzünden. Dies kann nicht einfach durch den Versand von Rundbriefen erreicht werden, noch durch Ermahnung zu neuen Höhen der Anstrengung  wenngleich beide Aktivitäten den ihnen gebührenden Platz in Ihrer Arbeit haben. Das Universale Haus der Gerechtigkeit unterstützt den Vorschlag Ihres Nationalen Lehrausschusses, wonach Beratung zwischen Ihrem Rat und dem Kontinentalen Berateramt dazu geeignet sein dürfte, Ideen ins Leben zu rufen, die Ihre beiden Institutionen verfolgen können. Vor allem wird der Einsatz von Bahá’íLehrern von großer Bedeutung sein, die nicht nur dabei behilflich sein können, die allgemeine Öffentlichkeit zu erreichen, sondern die auch durch ihre Worte und ihr Beispiel die Freunde mit einem neuen Bewußtsein erfüllen. Hierbei kann der Nationale Lehrausschuß selbst eine bedeutende Rolle spielen.

Das Haus der Gerechtigkeit versichert Sie seiner innigen Gebete in den Heiligen Schreinen, daß sich die Freunde überall in Deutschland der vollen Bedeutung des Heiligen Jahres bewußt werden mögen, und daß sie dies zu neuen Höhen des Dienstes in der Sache, die ihnen so am Herzen liegt, führen, wird.

Mit liebevollen Bahá’íGrüßen

Sekretariatsabteilung



Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 14. Dezember 1992 an den Nationalen Geistigen Rat von Deutschland Seite: 2











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