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Kontinentales Berateramt
für den Schutz und die Verbreitung des Bahá’í-Glaubens
in Europa

17. Juli 1989




An alle Hilfsamtsmitglieder
in Europa



Innig geliebte Freunde,

die beiliegende Zusammenstellung ist kürzlich im kontinentalen Büro eingegangen. Sie betrifft
den Geringeren Frieden und das Jahr 2000, ebenso wie weitere Zitate bezüglich der ‘Erklärung
von Massen’, die Abfolge der Ereignisse und Begebenheiten im Gestaltenden Zeitalter des
Glaubens und im Goldenen Zeitalter. Ein Exemplar wird Ihnen zu Ihrer Information gesandt.
Mit herzlichsten Bahá’í-Grüßen

Kontinentales Berateramt in Europa




Inhaltsverzeichnis
Der Geringere Frieden und das Jahr 2000 1
Auszüge aus den Schriften `Abdu’l-Bahás 1
Aus den Briefen Shoghi Effendis 1
Aus vom Universalen Haus der Gerechtigkeit und in seinem Auftrag geschriebenen
Briefen 2
Massenerklärungen und das Goldene Zeitalter 2
1. Ende des Gestaltenden Zeitalters 2
Aus im Auftrag Shoghi Effendis geschriebenen Briefen 2
Aus einem im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
geschriebenen Brief 2
2. Unvorhersehbarkeit der Zukunft 3
Aus den Schriften Shoghi Effendis 3
Aus im Auftrag Shoghi Effendis geschriebenen Briefen 4
3. Abfolgen und Vorgänge 5
Aus den Schriften Shoghi Effendis 5
Aus einem im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
geschriebenen Brief 10
Aus einem Memorandum der Forschungsabteilung 10
4. Ereignisse im Gestaltenden Zeitalter 11
Aus den Schriften Shoghi Effendis 11
Aus im Auftrag Shoghi Effendis geschriebenen Briefen 14
Aus im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit geschriebenen
Briefen 14
5. Ereignisse im Goldenen Zeitalter 14
Aus den Schriften Shoghi Effendis 14




Der Geringere Frieden und das Jahr
2000
Auszüge aus den Schriften `Abdu’l-Bahás
„Gibt es irgendwelche Anzeichen dafür, daß der
dauerhafte Weltfrieden in so etwas wie einem
zumutbaren Zeitraum errichtet werden wird?“,
wurde `Abdu’l-Bahá gefragt.
„Er wird in diesem Jahrhundert errichtet“, antwor-
tete Er. „Er wird im 20. Jahrhundert allumfassend
sein . Alle Nationen werden darin hineingezogen
werden.“
(Aus einem Zeitungsinterview, nachgedruckt in
‘`Abdu’l-Bahá in Canada’, S. 51)

Ich habe die größte Hoffnung, daß diese erhabe-
nen Gedanken in diesem Jahrhundert zu mensch-
lichem Wohlergehen führen werden. Labt dieses
Jahrhundert die Sonne der vorangegangenen
Jahrhunderte sein, dessen Glanz für immer be-
steht, so daß man in künftigen Zeiten das 20
Jahrhundert verherrlichen wird, indem man sagt,
das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert des
Lichtes, das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert
des Lebens, das 20. Jahrhundert war das Jahr-
hundert des internationalen Friedens. (‘The Pro-
mulgation of Universal Peace’, S. 125-126)

Nun ist das herrliche und leuchtende zwanzigste
Jahrhundert angebrochen und die göttliche Frei-
gebigkeit strahlt allumfassend ... Wahrlich, es
kann das Wunder der Jahrhunderte genannt
werden, denn es ist mit wunderbaren Erscheinun-
gen reichlich versehen. Die Zeit ist gekommen, da
die ganze Menschheit geeint sein wird, da alle
Rassen einem Vaterland treu ergeben sein sollen,
alle Religionen eine Religion werden und Vorurtei-
le der Rasse und der Religion verschwunden sein
werden. Es ist der Tag, an dem die Einheit der
Menschheit ihre Standarte aufrichtet und interna-
tionaler Frieden, wie der wahre Morgen, die Welt
mit seinem Licht überflutet.
(‘The Promulgation of Universal Peace’, S. 153)
Aus den Briefen Shoghi Effendis
„Seht“, so erklärt Er weiterhin, „wie sein Licht jetzt
am verdunkelten Welthorizont dämmert. Das
erste Licht ist Einheit im politischen Bereich, des-
sen beginnender Schimmer jetzt beobachtet
werden kann. Das zweite Licht ist Einheit des
Denkens in Weltunternehmungen, deren Vollen-
dung binnen kurzem wahrgenommen werden
kann. Das dritte Licht ist Einheit in Freiheit, die
sicher eintreffen wird. Das vierte Licht ist Einheit
in der Religion, die der Eckstein des Fundamen-
tes selbst ist und durch Gottes Macht in all ihrem
Glanz offenbart werden wird. Das fünfte Licht ist
die Einheit der Nationen, eine Einheit, die in
diesem Jahrhundert sicher errichtet werden wird,
so daß alle Völker der Welt sich als Bürger eines
gemeinsamen Vaterlandes betrachten. Das
sechste Licht ist Einheit der Rassen, die aus allen
Menschen, welche die Erde bewohnen, Völker
und Stämme einer Rasse macht. Das siebte Licht
ist Einheit der Sprache, das heißt die Wahl einer
Weltsprache, in der alle Völker unterrichtet wer-
den und miteinander sprechen. Eine jede von
diesen Einheiten wird unvermeidlich zustande
kommen, da die Macht des Reiches Gottes helfen
und ihre Verwirklichung unterstützen wird.“
„Eines der groben Ereignisse“, so versichert
`Abdu’l-Bahá in Seinem Buch ‘Beantwortete
Fragen’, „das am Tage des Erscheinens dieses
unvergleichlichen Sprosses eintreten soll, ist das
Hissen des Banners des Herrn unter allen
Völkern. Das heißt, daß alle Völker und Stämme
unter den Schutz dieses göttlichen Banners, das
kein anderes als der glanzvolle Sproß selbst ist,
kommen und zu einem einzigen Volke werden.
Die Gegensätze der Glaubensbekenntnisse und
Religionen, die Feindschaft zwischen Rassen und
Völkern und die Verschiedenheiten vaterlän-
discher Interessen werden verschwinden. Alle
werden einer Religion, einem Bekenntnis, einer
Rasse und einem Volk angehören und in einem
Vaterland wohnen, das die ganze Erde ist.“
Dies ist die Stufe, der sich die Welt jetzt nähert,
die Stufe der Welteinheit, die, wie `Abdu’l-Bahá
uns versichert, in diesem Jahrhundert bestimmt
errichtet wird ...
(‘Der verheißene Tag ist gekommen’, Ba-
há’í-Verlag, Frankfurt 1967, S. 182-3)
Aus vom Universalen Haus der Gerechtigkeit
und in seinem Auftrag geschriebenen Briefen
Hinsichtlich der Stellungnahme des Meister zum
Geringeren Frieden, verweisen wir auf Seite
182-183 von „Der verheißene Tag ist gekommen“
wo der Hüter `Abdu’l-Bahás Aussage über die
sieben Lichter der Einheit zitiert.
(4. November 1973 an einen einzelnen Gläubi-
gen)
Die dem Meister zugeschriebenen Worte, die in
‘The Montreal Daily Star’ erschienen sind und
aussagen, daß dauerhafter und allumfassender
Frieden im zwanzigsten Jahrhundert errichtet
werden wird, stimmen mit Seiner schriftlich ge-
machten Stellungnahme überein, die in einem
Seiner Sendschreiben aufgezeichnet und von
Shoghi Effendi auf den Seiten 182-183 von „Der
verheißene Tag ist gekommen“ bestätigt wurde
...
(23. Januar 1980 an einen einzelnen Gläubigen)

Massenerklärungen und das Golde-
ne Zeitalter
1. Ende des Gestaltenden Zeitalters
Aus im Auftrag Shoghi Effendis geschriebenen
Briefen
Wir können derzeit nicht vorhersehen, wann das
Gestaltende Zeitalter zu Ende sein wird. Der
Ausdruck ‘Eisernes Zeitalter’ deutet auf das Zeit-
alter der Arbeit und des Aufbaus hin, eine ver-
gleichsweise primitive Epoche im Gegensatz zum
‘Goldenen Zeitalter’, einem Zeitalter der Erfüllung,
der Verwirklichung, des Erreichens.
(19. April 1947 an einen einzelnen Gläubigen) [1]
Der Glaube teilt sich in drei Zeitalter, das Heroi-
sche, das Gestaltende, das Goldene Zeitalter, wie
es in Seinen Schriften umrissen wurde. Das He-
roische Zeitalter endete mit dem Hinscheiden
`Abdu’l-Bahás. Das Gestaltende Zeitalter ist in
Epochen aufgeteilt. Die erste Epoche dauerte 25
Jahre. Wir befinden uns jetzt in der zweiten Epo-
che des Gestaltenden Zeitalters. Wie lange das
Gestaltende Zeitalter dauern wird, ist unbekannt -
und es wird wahrscheinlich mehrere Epochen
haben.
Der Göttliche Plan `Abdu’l-Bahás gliedert sich in
Epochen. Der erste Siebenjahresplan bildete die
erste Phase der ersten Epoche; der zweite Sie-
benjahresplan bildet die zweite Phase; während
der Zehnjahreskreuzzug die dritte Phase der
ersten Epoche des Göttlichen Planes bilden wird.
Die erste Epoche des Göttlichen Planes wird mit
dem Ende des Zehnjahreskreuzzuges abschlie-
ßen.
(18. Januar 1953 an einen Nationalen Geistigen
Rat) [2]
Wir wissen nicht, wann allumfassender Frieden
errichtet werden wird. Der Geringere Frieden, der
ein politischer Frieden ist, liegt in der Zukunft,
während der Größte Frieden, welcher die völlige
Einheit der geistigen und materiellen Lebenskräfte
bedeutet, in fernerer Zukunft, im Goldenen Zeital-
ter des Glaubens liegt.
Die Errichtung des Geringeren Friedens bricht mit
dem Abschluß des Gestaltenden Zeitalters des
Glaubens an - und der Größte Frieden im Gol-
denen Zeitalter. Also liegt auch der Geringere
Frieden noch einige Zeit in der Zukunft.
(7. März 1955 an einen einzelnen Gläubigen) [3]
Aus einem im Auftrag des Universalen Hauses
der Gerechtigkeit geschriebenen Brief
Insbesondere die mit Bezug auf ‘LA EDAD
FORMATIVA (1921-2000)’ gegebene Information
ist falsch. Während sowohl `Abdu’l-Bahá als auch
Shoghi Effendi klar darauf hinweisen, daß die
Einheit der Nationen in diesem Jahrhundert fest
errichtet werden wird, bedeutet dies nicht, daß
das Gestaltende Zeitalter im Jahre 2000 endet. Es
gibt nichts in den Schriften des Glaubens, was
vermuten läßt oder bestätigt, daß es so ist.
(15. Oktober 1984 an einen Nationalen Geistigen
Rat) [4]
2. Unvorhersehbarkeit der Zukunft
Aus den Schriften Shoghi Effendis
Der Versuch, sich, selbst in groben Zügen, die
Herrlichkeit vorzustellen, die diese Institutionen
umgeben muß, das Bemühen um eine nur vor-
sichtige und teilweise Beschreibung ihres Charak-
ters und ihrer Funktion, oder, wie unzureichend
auch immer, dem Verlauf der Ereignisse nachzu-
gehen, der zu ihrem Aufstieg und ihrer schließli-
chen Errichtung führt, geht weit über meine eige-
nen Fähigkeiten und ist jenseits meiner Macht ...
(21. Dezember 1939, veröffentlicht in ‘Messages
to America: Selected Letters and Cablegrams
Adressed to the Bahá’ís of North America
1932-1946’ (Wilmette Bahá’í Publishing Commit-
tee, 1947), S. 33) [5]
Es ist nicht an uns, die wir winzige sterbliche sind,
in einem so kritischen Abschnitt der langen, bunt-
bewegten Menschheitsgeschichte zu versuchen,
zu einem genauen und befriedigenden Verständ-
nis der Schritte zu gelangen, welche eine blutende
Menschheit, die ihren Gott erbärmlich vergessen
und Bahá’u’lláh nicht beachtet hat, nach und nach
von ihrem Golgatha zu ihrer endlichen Auferste-
hung führen müssen. Es ist nicht an uns, den
lebenden Zeugen der allbezwingenden Macht
Seines Glaubens, auch nur für einen Augenblick,
wie finster das Elend, das die Welt umhüllt, sein
mag, die Fähigkeit Bahá’u’lláhs in Frage zu stel-
len, diese zerstreuten und einander zerstörenden
Bruchstücke, in die eine verderbte Welt zerfallen
ist, mit dem Hammer Seines Willens und durch
das Feuer der Trübsal auf dem Amboß dieses in
Wehen treibenden Zeitalters in die besondere
Form zu schmieden, die Sein Geist erschaut hat -
zu einer einzigen, festen und unteilbaren Einheit,
die fähig ist, Seinen Plan für die Menschenkinder
auszuführen.
Wie verwirrt der Schauplatz, wie trübe der ge-
genwärtige Ausblick, wie engbegrenzt die uns
verfügbaren Hilfsmittel auch seien, unser ist die
Pflicht, heiter, vertrauensvoll und unaufhörlich zu
arbeiten und, auf welche Weise auch immer die
Umstände uns dazu befähigen mögen, unseren
Anteil zu geben für das Wirken der Kräfte, die,
von Bahá’u’lláh geleitet und gelenkt, die Mensch-
heit aus dem Tal des Elendes und der Schmach
auf die erhabensten Höhen der Macht und der
Herrlichkeit führen.
(‘Der verheißene Tag ist gekommen’, Ba-
há’í-Verlag, Frankfurt 1967, S. 187) [6]
Gottes Plan ist kein anderer, als auf Wegen, die
Er allein bereiten und deren volle Bedeutung Er
allein ergründen kann, das Grobe, das Goldene
Zeitalter für eine lange zerspaltene und gequälte
Menschheit einzuleiten. Ihr gegenwärtiger
Zustand, ja auch ihre unmittelbare Zukunft, ist
finster, schmerzlich finster. Die fernere Zukunft
aber ist strahlend, herrlich strahlend - so
strahlend, daß sie sich kein Auge vorstellen kann.
(‘Der verheißene Tag ist gekommen’, Ba-
há’í-Verlag, Frankfurt 1967, S. 176) [7]
Nicht an uns ist es indessen, das Wirken einer
fernen Zukunft zu enträtseln, oder näher auf die
verheißene Herrlichkeit einer von Gott
angetriebenen und unvorstellbar mächtigen
Offenbarung einzugehen. Unsere Aufgabe ist es
vielmehr, unseren Blick auf die herausfordernden
Anforderungen der gegenwärtigen Stunde zu
richten und unsere vereinten Kräfte darauf zu
bündeln, den groben Anforderungen der heutigen
Zeit gerecht zu werden. Arbeiten von dringender
und geheiligter Natur fordern während der
einleitenden Jahre dieser neuen Epoche, in die
wir eingetreten sind, beharrlich unsere ungeteilte
Aufmerksamkeit. Der zweite Siebenjahresplan,
dazu bestimmt, den von `Abdu’l-Bahá für die
amerikanische Bahá’í-Gemeinde entworfenen
Auftrag einen weiteren Schritt voranzutragen, tritt
nun in sein zweites Jahr und muß, da er auf drei
Kontinenten abläuft, Ergebnisse hervorbringen,
die alles Erreichte in den Schatten stellen seit der
Göttliche Plan selbst während der abschließenden
Jahre des ersten Bahá’í-Jahrhunderts in Gang
gesetzt wurde. Anders als die Pläne, die Ba-
há’í-Gemeinden in Europa und auf dem
asiatischen Kontinent seit Anfang dieses Jahr-
hunderts selbsttätig begonnen haben, ist der Plan,
mit dem sich die Gemeinde der ‘Apostel Ba-
há’u’lláhs’ identifiziert, göttlich in seinem Ur-
sprung, von den ausdrücklichen und wiederholten
Anweisungen geführt, die aus der Feder des
Mittelpunktes des Bundes selbst geflossen sind,
durch den alles bezwingenden Willen seines
Verfassers mit Energie geladen, beansprucht er
als Bühne für seine Ausführung Gebiete, die sich
über fünf Kontinente und die Inseln der sieben
Meere erstrecken, und muß während aufeinander-
folgender Epochen des Gestaltenden Zeitalters
der Bahá’í-Sendung weiterhin wirken, bis sein
Zweck erreicht ist. Von Kräften angetrieben, wel-
che die ihn Ausführenden niemals angemessen
zu würdigen hoffen können, drängt er voran,
während er seine Verästelungen in die entlegens-
ten Winkel der westlichen Hemisphäre, über die
Ozeane zu den Kontinenten der alten Welt und
über sie hinaus zu den weit verstreuten Inseln der
Meere ausbreitet, wird dieser Plan, das Geburts-
recht der nordamerikanischen Bahá’í-Gemeinde,
zunehmend als das Werkzeug angesehen wer-
den, daß nicht nur dazu bestimmt ist, die Grenzen
des Glaubens zu erweitern und seine Institutionen
auf der gesamten Erdoberfläche zu vervielfachen,
sondern dazu, die Errichtung und Vervollständi-
gung des administrativen Rahmens der embryo-
nenhaften Weltordnung Bahá’u’lláhs voranzutrei-
ben, und dadurch das Kommen jenes Goldenen
Zeitalters zu beschleunigen, welches Zeuge der
Verkündigung des Größten Friedens und der
Entfaltung jener Kultur werden muß, welche die
Frucht und der Hauptzweck jenes Friedens ist.
(5. Juni 1947, veröffentlicht in ‘Citadel of Faith :
Messages to America 1947-1957’ (Wilmette:
Bahá’í-Publishing Trust, 1980), S. 7-8) [8]
Aus im Auftrag Shoghi Effendis geschriebenen
Briefen
Obwohl Shoghi Effendi bei verschiedenen Gele-
genheiten den Freunden gegenüber das Thema
des künftigen Krieges erwähnt hat, nannte er
niemals ein bestimmtes Datum. Das liegt, wie die
Rechtsanwälte sagen, im Schoße der Götter.
Shoghi Effendi sagt nur, daß der Meister in ge-
wissen Sendschreiben von einem weiteren Krieg
spricht ... Wann er sein wird, welche Form er
annehmen wird und welches die Ausdehnung
seines Operationsgebietes sein wird, kann nie-
mand genau vorhersagen. Shoghi Effendi findet
es nicht empfehlenswert, solche dunklen Gedan-
ken zu hegen, denn sie könnten unsere Aktivitä-
ten beeinflussen und uns des Optimismus’ und
der Hoffnung berauben, die jedermann bei seinem
Streben nach der Verwirklichung seiner Ideale
benötigt.
(30. August 1928 an einen einzelnen Gläubigen)
[9]
Shoghi Effendi war sehr erfreut zu hören, daß dort
so viele neue Seelen bestätigt wurden. Angesichts
des uns umgebenden, von der verbreiteten
Finanzkrise verursachten Leidens, sollten wir
unsere Tatkraft beim Überbringen der Botschaft
von Wohlergehen und Frieden an jene
verzweifelten Seelen verdoppeln und unsere
Anstrengungen vermehren, damit das von
Bahá’u’lláh verheißene Goldene Zeitalter früher
anbrechen möge. Shoghi Effendi war sehr erfreut
zu hören, daß Sie eifrig in Ann Arbour lehren. Er
hofft, daß Gott ihre Arbeit segnen und Ihnen in
Ihrem Dienst beistehen wird.
(18. November 1931 an einen einzelnen Gläubi-
gen) [10]
Wachstum und Entwicklung des Bahá’í-Zentrums
von West Englewood sind eine Quelle tiefer und
echter Befriedigung. Insbesondere begrübe ich
ihre beispielhaften Bemühungen, sich an den
sozialen und humanitären Anstrengungen der
örtlichen Behörden jenes Zentrums zu beteiligen,
und so auf greifbare Art die Universalität der
Sache Bahá’u’lláhs und die Lebenskraft Seines
Glaubens zu veranschaulichen. Mögen seine
Schwester-Räte dem von West Englewood so
edel gesetzten Beispiel folgen und durch ihre
Beharrlichkeit und ihre vereinten Anstrengungen
das Kommen des Goldenen Zeitalters unseres
geliebten Glaubens beschleunigen.
(14. November 1932 an einen einzelnen Gläubi-
gen) [11]
Die Bahá’í sollten damit aufhören, törichte Erklä-
rungen darüber abzugeben, wann der Krieg en-
den wird und ob es einen weiteren geben wird
oder nicht, und zu versuchen vorauszuahnen,
welche Form die erste Bemühung um Frieden
annehmen wird. Wir müssen uns an das halten,
was wir zuverlässig aus den Lehren tatsächlich
wissen ... Der Größte Frieden hat nichts mit dem
Jahr 1963 zu tun, da es lange Zeit bis zu seiner
Errichtung dauern wird.
(22. Juli 1943 an einen einzelnen Gläubigen) [12]
Es gibt nichts in den Lehren, das uns genau sagt,
wie lange der gegenwärtige unruhige Zustand der
Welt noch fortdauern wird; wir wissen aber, daß
die Menschheit leiden muß, bevor sie geistig
erweckt wird, und daß der Größte Frieden, wie
von Bahá’u’lláh versprochen, kommen wird.
(26. Februar 1946 an einen einzelnen Gläubigen)
[13]
`Abdu’l-Bahás Interpretation der Prophezeiung
Daniels bringt diese nicht eindeutig in Verbindung
mit dem Geringeren oder dem Größten Frieden,
sondern vielmehr mit einem großen Schritt vor-
wärts seitens der Menschheit und des Bahá’í
Glaubens. Alles was wir wissen ist, daß der Ge-
ringere und der Größte Frieden kommen werden -
die genauen Daten kennen wir nicht. Dasselbe gilt
bezüglich der Möglichkeit eines künftigen Krieges;
wir können nicht dogmatisch erklären, daß er
stattfinden oder nicht stattfinden wird - alles was
wir wissen ist, daß die Menschheit leiden und
bestraft werden muß, um sie zur Hinwendung zu
Gott zu bewegen.
(1. April 1946 an einen einzelnen Gläubigen) [14]
Die Weltregierung wird kommen, aber wir kennen
das Datum nicht.
(15. August 1957 an einen einzelnen Gläubigen)
[15]
3. Abfolgen und Vorgänge
Aus den Schriften Shoghi Effendis
Das die Geistigen Räte von heute zu gegebener
Zeit durch die Häuser der Gerechtigkeit ersetzt
werden, daß es sich im Grunde um dieselben und
keine besonderen Körperschaften handelt, hat
`Abdu’l-Bahá selbst vollauf bestätigt. In einem
Sendschreiben an die Mitglieder des ersten Geis-
tigen Rates von Chicago, der ersten gewählten
Bahá’í-Körperschaft in den Vereinigten Staaten,
hat er sie als die Mitglieder des ‘Hauses der Ge-
rechtigkeit’ für jene Stadt angesprochen und so
mit Seiner eigenen Feder über jeden Zweifel
hinaus die Identität der gegenwärtigen Geistigen
Räte und der Häuser der Gerechtigkeit, von de-
nen Bahá’u’lláh sprach, bestätigt. Aus Gründen,
die unschwer zu durchschauen sind, wurde es als
ratsam erachtet, den gewählten Vertretern der Ba-
há’í-Gemeinden in aller Welt die vorübergehende
Bezeichnung Geistige Räte zu geben - eine Be-
nennung, die in dem Maße, wie die Bedeutung
und die Ziele des Bahá’í-Glaubens besser
verstanden und umfassender anerkannt werden,
nach und nach durch die bleibende, passendere
Bezeichnung Häuser der Gerechtigkeit ersetzt
werden wird. Die heutigen Geistigen Räte werden
in der Zukunft nicht nur anders benannt werden;
sie werden auch in die Lage versetzt sein, ihren
gegenwärtigen Aufgaben diejenigen Machtbefug-
nisse, Pflichten und Hoheitsrechte hinzuzufügen,
welche die Anerkennung des Glaubens
Bahá’u’lláhs nicht nur als eines der anerkannten
religiösen Systeme der Welt, sondern als die
Staatsreligion einer unabhängigen, souveränen
Macht erfordern. Und in dem Maße, wie der
Bahá’í-Glaube die Völkermassen des Ostens und
des Westens durchdringt, wie seine Wahrheit von
der Mehrheit der Völker in einer Reihe von souve-
ränen Staaten dieser Welt angenommen wird,
erlangt das Universale Haus der Gerechtigkeit die
Fülle seiner Macht, um als oberstes Organ des
Bahá’í-Gemeinwesens alle die Rechte, Pflichten
und Verantwortlichkeiten wahrzunehmen, die dem
künftigen Welt-Überstaat obliegen.
(27. Februar 1929, veröffentlicht in ‘Die
Weltordnung Bahá’u’lláhs’, Bahá’í-Verlag 1977, S.
20-21) [16]
Keine der vielfältigen Gelegenheiten jedweder Art,
welche die Entwicklung des Glaubens her-
vorbringen muß, darf unbeachtet vorübergehen,
sei es in seinem Weltzentrum, sei es auf dem
nordamerikanischen Kontinent oder auch selbst in
den entlegensten Gebieten der Erde, ohne daß
die amerikanischen Gläubigen aufgerufen wären,
eine Rolle zu spielen, die nicht weniger hervorra-
gend ist als der Anteil, den sie früher in ihren
gemeinsamen Bemühungen für die Verbreitung
der Sache Bahá’u’lláhs genommen haben. Ich
kann jetzt nur aufs Geratewohl einige bestimmte
dieser besonders ins Auge fallenden Gelegen-
heiten anführen bei dem Versuch, über die Mög-
lichkeiten der Zukunft einen Überblick zu geben:
Die Wahl des Internationalen Hauses der Ge-
rechtigkeit und dessen Errichtung im Heiligen
Land, dem geistigen und administrativen Mittel-
punkt der Bahá’í-Welt, sowie Bildung seiner
Hilfsorgane und untergeordneten Einrichtungen;
die stufenweise Errichtung der verschiedenen
Nebengebäude des ersten Mashriqu’l-Adhkár des
Westens und die schwierigen Probleme, die die
Errichtung und der Ausbau der strukturellen
Grundlagen des Bahá’í-Gemeindelebens mit sich
bringen; die Kodifikation und Bekanntmachung
der Verordnungen des Heiligsten Buches, die in
gewissen Ländern des Ostens die Bildung
ordentlich zusammengesetzter und offiziell aner-
kannter Bahá’í-Gerichtshöfe bedingen; der Bau
des dritten Mashriqu’l-Adhkár der Bahá’í-Welt am
Rande der Stadt Teheran, dem die Errichtung
eines ebensolchen Hauses der Andacht im Heili-
gen Land selbst folgen soll; die Befreiung der
Bahá’í-Gemeinden von den Fesseln religiöser
Orthodoxie in den islamischen Ländern, wie Per-
sien, Irak, Ägypten, und die anschließende
Anerkennung der unabhängigen Stellung und des
religiösen Charakters der Nationalen und örtlichen
Räte der Bahá’í durch die Staatsbehörden jener
Länder; die vorsorglichen Schutzmaßnahmen, die
zu ersinnen, abzustimmen und einzusetzen sind,
um der vollen Kraft der unausweichlichen Angriffe
entgegenzuwirken, welche die organisierten
Bemühungen kirchlicher Institutionen ver-
schiedener Glaubensrichtungen mehr und mehr
einleiten und unerbittlich durchführen werden; und
nicht zuletzt die vielfältigen Probleme, denen wir
uns stellen, die Hindernisse, die überwunden und
die Verantwortlichkeiten, die übernommen werden
müssen, um einen hart geprüften Glauben zu
befähigen, durch die aufeinanderfolgenden Sta-
dien strengster Verborgenheit, aktiver Unter-
drückung und völliger Mündigkeit hin-
durchzugehen. Dies wird wiederum dazu führen,
daß er als unabhängige Religion anerkannt
werden und völlige Gleichberechtigung mit seinen
Schwesterreligionen genießen wird. Seine
Bestätigung und Anerkennung als Staatsreligion
muß folgen, welche ihrerseits den Weg frei macht
für die Übernahme der mit dem Bahá’í-Staat
verbundenen Rechte und Hoheitsrechte, welcher
in eigener Machtvollkommenheit handelt, eine
Stufe, die zuletzt ihren Höhepunkt in der
Entstehung des weltweiten Bahá’í-Commonwealth
findet, das völlig beseelt vom Geist und
ausschließlich in unmittelbarer Übereinstimmung
mit den Gesetzen und Prinzipien Bahá’u’lláhs
wirkt.
(25. Dezember 1938, veröffentlicht in ‘Das Kom-
men Göttlicher Gerechtigkeit, Bahá’í-Verlag 1969,
S. 26-28) [17]
Auf die allgemeine Wesensart, die Folgerungen
und Merkmale dieses Weltstaatenbundes, der
früher oder später aus dem Blutbad, dem Todes-
kampf und der Verwüstung dieser groben
Welterschütterung aufzusteigen bestimmt ist,
habe ich schon in den vorhergehenden
Ausführungen hingewiesen. Es genügt zu sagen,
daß diese Vollendung, entsprechend ihrer We-
sensart, einen schrittweisen Verlauf nehmen wird,
und, wie Bahá’u’lláh selbst vorausgesehen hat,
zuerst zur Gründung jenes Geringeren Friedens
führen muß, den die Nationen der Erde von sich
aus errichten werden, noch ohne Seiner Offen-
barung bewußt zu sein und noch ohne Wissen
darüber, daß sie die allgemeinen Grundsätze
durchsetzen, die Er verkündet hat. Dieser
bedeutungsvolle und historische Schritt, der die
Wiederherstellung der Menschheit als Ergebnis
allgemeiner Erkenntnis ihrer Einheit und Ganzheit
enthält, wird die Vergeistigung der Massen unmit-
telbar mit sich bringen, die auf die Erkenntnis der
Wesensart und die Anerkennung der Ansprüche
des Glaubens Bahá’u’lláhs folgt. Sie sind die
wesentlichen Vorbedingungen zu jener endlichen
Verschmelzung aller Rassen, Glaubensbe-
kenntnisse, Klassen und Nationen, welche das
Aufsteigen Seiner Neuen Weltordnung
kennzeichnen wird.
Dann wird die Zeit der Reife des ganzen Men-
schengeschlechtes von allen Völkern und
Nationen der Erde verkündet und gefeiert werden.
Dann wird das Banner des Größten Friedens
gehißt werden. Dann wird die weltweite Herrschaft
Bahá’u’lláhs, des Begründers des Reiches vom
Vater, wie sie vom Sohne geweissagt und von
den Offenbarern Gottes vor und nach ihm voraus-
geschaut ist, anerkannt, mit Freude begrüßt und
fest errichtet werden. Dann wird eine Weltzivilisa-
tion geboren werden, blühen und für immer fort-
dauern, eine Zivilisation mit einer Lebensfülle, wie
sie die Welt weder gesehen hat noch bis jetzt
begreifen kann. Dann wird der ewige Bund voll
erfüllt werden. Dann wird die in allen Büchern
Gottes eingeschlossene Verheißung eingelöst
werden, alle durch die Propheten alter Zeiten
ausgesprochene Weissagungen werden eintref-
fen, und die Gesichte der Seher und Dichter wer-
den sich verwirklichen. Dann wird der Planet,
vergoldet durch den allumfassenden Glauben
seiner Bewohner an einen Gott und ihre Ergeben-
heit in eine allgemeine Offenbarung, in den ihm
gesetzten Grenzen den strahlenden Ruhm der
Herrschaft Bahá’u’lláhs widerspiegeln, der in der
Fülle seines Glanzes im Abhá-Paradiese leuchtet.
Er wird zum Schemel Seines Thrones in der Höhe
gemacht und als der Himmel auf Erden bejubelt
werden, der fähig ist, das unaussprechliche
Schicksal zu erfüllen, das ihm seit undenklichen
Zeiten durch die Liebe und Weisheit seines
Schöpfers bestimmt war.
(28. März 1941, veröffentlicht in ‘Der Verheißene
Tag ist gekommen’, Bahá’í-Verlag 1967, S.
185-187) [18]
... wir müssen das Wirken zweier gleichzeitig
ablaufender Vorgänge wahrnehmen, deren Ent-
stehung in die abschließenden Tage des Heroi-
schen Zeitalters des Glaubens zurückreicht, jeder
klar gekennzeichnet, jeder eindeutig unabhängig
und doch nahe verwandt und dazu bestimmt, in
der Fülle der Zeit in einem großartigen Abschluß
zu gipfeln.
Einer dieser Vorgänge steht mit der Mission der
amerikanischen Bahá’í-Gemeinde in Zusammen-
hang, der andere mit dem Schicksal der amerika-
nischen Nation. Der eine dient unmittelbar den
Interessen der Verwaltungsordnung des Glaubens
Bahá’u’lláhs, der andere fördert indirekt die Insti-
tutionen, die mit der Errichtung Seiner Weltord-
nung verknüpft sind. Der erste Vorgang reicht
zurück in die Zeit der Offenbarung jener erstaunli-
chen Sendschreiben, welche die Charta von
`Abdu’l-Bahás Göttlichem Plan bilden. Er wurde
fast zwanzig Jahre lang in der Schwebe gehalten,
während das Gefüge einer unentbehrlichen Ver-
waltungsordnung errichtet wurde, die als göttlich
erwähltes Werkzeug für die Ausführung des
Planes bestimmt war. Er verbuchte seinen ersten
Erfolg mit dem triumphalen Abschluß der ersten
Phase seiner Durchführung in den Republiken der
westlichen Hemisphäre. Er kündigte die Eröffnung
der zweiten Phase seiner Entwicklung durch den
Beginn der gegenwärtigen Lehrkampagne auf
dem europäischen Kontinent an. Er muß in die
dritte Phase seiner Entwicklung mit der Einleitung
des dritten Siebenjahresplanes übergehen, der
dazu bestimmt ist, in der Errichtung der Struktur
der Verwaltungsordnung in allen verbleibenden
unabhängigen Staaten und wichtigsten abhängi-
gen Gebieten der Welt zu gipfeln ... Er wird durch
das Entstehen des Bahá’í-Weltstaatenbundes im
Goldenen Zeitalter der Bahá’í-Sendung vollendet
werden.
Der andere Vorgang reicht zum Ausbruch des
Ersten Weltkrieges zurück, der die grobe Republik
des Westens in den Strudel der ersten Phase
eines weltweiten Umbruches gerissen hat. Er
bekam seinen ersten Impuls durch die
Formulierung von Präsident Wilsons ‘Vierzehn
Punkten’, die jene Republik zum ersten Mal eng
mit den Geschicken der Alten Welt verband. Er
erlitt seinen ersten Rückschlag durch das Abrü-
cken jener Republik vom neugeborenen
Völkerbund, den ins Leben zu rufen jener
Präsident sich bemüht hatte. Er gewann
zusätzliche Schwungkraft durch den Ausbruch
des Zweiten Weltkrieges, der jener Republik
beispiellose Leiden zufügte und sie weiter
hineinzog in die Angelegenheiten aller Kontinente
der Welt. Er wurde weiter verstärkt durch die in
der Atlantik-Charta aufgenommenen Erklärung,
wie sie von einem ihrer Haupturheber, Franklin D.
Roosevelt ausgesprochen wurde. Er nahm durch
die Geburt der Vereinten Nationen auf der Konfe-
renz von San Franzisko deutliche Konturen an.
Zusätzliche Bedeutung gewann er durch die Wahl
der Stadt des Bundes selbst als Sitz der neuge-
borenen Organisation, durch die kürzlich vom
amerikanischen Präsidenten abgegebene Erklä-
rung in Bezug auf die Verpflichtungen seines
Landes in Griechenland und der Türkei, sowie
durch das der Generalversammlung der Vereinten
Nationen unterbreitete heikle und herausfor-
dernde Problem des Heiligen Landes, des geisti-
gen wie administrativen Zentrums der Weltreligion
Bahá’u’lláhs. Wie lang und verschlungen der Weg
auch immer sein mag, der Vorgang muß durch
eine Reihe von Siegen und Rückschlägen zur
politischen Vereinigung der westlichen und der
östlichen Hemisphäre, zur Entstehung einer
Weltregierung und zur Errichtung des Geringeren
Friedens führen, wie es von Bahá’u’lláh
vorausgesagt und vom Propheten Jesajah
angedeutet wurde. Er muß schließlich in der
Entfaltung des Banners des Größten Friedens im
Goldenen Zeitalter der Offenbarung Bahá’u’lláhs
gipfeln.
(5. Juni 1947, veröffentlicht in ‘Citadel of Faith :
Messages to America 1947-1957’ (Wilmette:
Bahá’í-Publishing Trust, 1980), S. 32-33) [19]
Was auch immer die Hand eines gütigen und
unergründlichen Schicksals für diese junge, diese
kräftige, diese idealistische, diese geistig geseg-
nete und beneidenswerte Nation bereithält, wie
rauh auch die Stürme sie in künftigen Tagen in
beiden Hemisphären rütteln mögen, wie radikal
auch die Veränderungen, die der Aufprall umwäl-
zender Kräfte von außen, und die Regungen einer
göttlichen embryonenhaften Ordnung von innen
auf ihre Struktur und ihr Leben einwirken mögen,
wir dürfen, auf die von `Abdu’l-Bahá geäußerten
Worte vertrauend, versichert sein, daß jene große
Republik - die Muschel, die ein so kostbares Mit-
glied der Weltgemeinde der Anhänger Seines
Vaters enthält - fortfahren wird, sich ungeteilt und
unbesiegbar zu entwickeln, bis die volle Summe
ihrer Beiträge zur Geburt, zum Aufstieg und zur
Erfüllung jener Weltkultur, dem Kind des Größten
Friedens und dem Gütezeichen des Goldenen
Zeitalters der Sendung Bahá’u’lláhs, erbracht, und
ihre letzte Aufgabe erfüllt sein wird.
(5. Juni 1947, veröffentlicht in ‘Citadel of Faith :
Messages to America 1947-1957’ (Wilmette:
Bahá’í-Publishing Trust, 1980), S. 37-38) [20]
Und schließlich muß der zehnte Teil dieses mäch-
tigen Prozesses im Verlaufe zahlreicher
Kreuzzüge und aufeinanderfolgender Epochen
sowohl des Gestaltenden als auch des Goldenen
Zeitalters des Glaubens das Eindringen jenes
Lichtes in alle verbleibenden Gebiete des Erdballs
durch die Errichtung des vollständigen Trieb-
werkes der administrativen Ordnung Bahá’u’lláhs
in allen Gebieten des Ostens wie des Westens
sein, die Stufe, auf der das in all seiner Kraft und
Herrlichkeit scheinende Licht des triumphierenden
Glaubens Gottes den gesamten Planeten
durchflutet und eingehüllt haben wird.
Der gegenwärtige Kreuzzug, an dessen Schwelle
wir nun stehen, wird darüber hinaus durch die
Wirkung der dynamischen Kräfte, die er freisetzen
wird und seinen weitreichenden Widerhall auf der
gesamten Erdoberfläche wirksam zur Beschleuni-
gung noch eines weiteren Prozesses von enormer
Bedeutung beitragen, der den sich ständig ent-
wickelnden Glauben Bahá’u’lláhs durch seine
gegenwärtigen Stufen der Verborgenheit, der
Unterdrückung, der Befreiung und der
Anerkennung vorantragen wird - Stufen, auf deren
einer oder anderer sich die nationalen Ba-
há’í-Gemeinden in verschiedenen Teilen der Welt
jetzt befinden - zur Stufe der Etabliertheit, der
Stufe, auf der der Glaube Bahá’u’lláhs von den
Zivilbehörden als Staatsreligion anerkannt werden
wird, ähnlich dem Stadium, in welches das Chri-
stentum in den Jahren nach dem Tod Kaiser
Konstantins eintrat, einer Stufe, die in der Fülle
der Zeit in der Errichtung der Bahá’í-
Weltgemeinschaft gipfeln wird, die in der
Vollkommenheit ihrer Herrschaft waltet, und die
das lang erwartete Kommen des von Christus
verheißenen Königreiches Gottes auf Erden - das
Königreich Bahá’u’lláhs - anzeigt und damit, wie
schwach auch immer, die Herrlichkeit des Abhá
Königreiches auf dieser bescheidenen Handvoll
Staub widerspiegelt.
Diese abschließende und krönende Stufe in der
Entfaltung des von Gott Selbst für die Menschheit
geschmiedeten Planes wird sich dann seinerseits
als Zeichen für die Geburt einer Weltkultur erwei-
sen, die in ihrer Reichweite, ihrem Charakter und
ihrem Einfluß auf die Geschichte der Menschheit
unvergleichlich ist - eine Kultur, welche die Nach-
welt einstimmig als die edelste Frucht des Golde-
nen Zeitalters der Sendung Bahá’u’lláhs ausrufen
wird und dessen reiche Ernte während künftiger
Sendungen, die im Laufe des fünfhunderttausend-
jährigen Bahá’í-Zyklus aufeinander zu folgen
bestimmt sind, eingebracht werden wird.
(4. Mai 1953, veröffentlicht in ‘Messages to the
Bahá’í-World 1950-1957’ (Wilmette: Ba-
há’í-Publishing Trust, 1971), S. 155-6) [21]
Das Aufbrechen von Pionieren, die Eröffnung
jungfräulicher Gebiete, die Vorbereitung der Er-
richtung von Häusern der Andacht und Verwal-
tungszentren, die Eintragung von örtlichen und
nationalen gewählten Körperschaften, die Verviel-
fachung von Räten, Gruppen und einzelnen Zent-
ren, die Zunahme der in der Bahá’í—
Weltgemeinschaft vertretenen Rassen, die Über-
setzung, Veröffentlichung und Verbreitung von
Bahá’í-Literatur, die Festigung von Verwaltungs-
organen und die Schaffung von bestimmten Hilfs-
körperschaften zu ihrer Unterstützung, wie wert-
voll, wesentlich und verdienstvoll sie auch seien,
werden auf lange Sicht zu wenig führen und ihr
höchstes Ziel nicht erreichen, wenn sie nicht von
der ebenso lebenswichtigen Aufgabe ergänzt
werden - eine, die in erster Linie fortwährend
jeden einzelnen Gläubigen angeht und herausfor-
dert, was auch immer seine Stellung, Fähigkeit
oder Herkunft seien mag - nämlich neue Rekruten
für den Glauben zu gewinnen, für die langsam
aber stetig voranschreitende Armee des Herrn der
Heerscharen, dessen verstärkte Kraft für die
Sicherung der Siege, welche die Schar der heroi-
schen Bahá’í-Eroberer im Verlaufe ihrer verschie-
denen Feldzüge auf allen Kontinenten der Welt
erringt, so wesentlich ist.
Solch ein stetiger Strom der Verstärkung ist abso-
lut lebenswichtig und äußerst dringlich, denn
nichts geringeres als der Zufluß neuen Blutes, der
die Bahá’í Weltgemeinde erquicken wird, kann die
Preise sicherstellen, die unter so groben Opfern
und verbunden mit so viel Aufwand an Zeit, An-
strengung und Geldmitteln jetzt in jungfräulichen
Gebieten durch Bahá’u’lláhs heldenhafte Ritter
errungen werden, deren Vorrecht es ist, die
Speerspitze der anstürmenden Bataillone zu
bilden, die, auf verschiedenen Schauplätzen und
unter oft widrigen und extrem schwierigen Um-
ständen miteinander um die geistige Eroberung
der Gebiete und Inseln auf der Erdoberfläche, die
noch nicht kapituliert haben, wetteifern.
Dieser Strom wird darüber hinaus das Kommen
des von `Abdu’l-Bahá prophezeiten Tages
ankündigen und beschleunigen, der Zeuge des
Eintritts in Scharen von Völkern verschiedener
Nationen und Rassen in die Bahá’í-Welt sein wird
- ein Tag, der richtig betrachtet, das Vorspiel zu
jener lang erwarteten Stunde sein wird, wenn
Massenerklärungen derselben Nationen und
Rassen als direktes Ergebnis einer Folge von
Ereignissen, folgenschwer und von
möglicherweise katastrophaler Natur, von denen
wir uns jetzt keine auch nur undeutliche
Vorstellung machen können, plötzlich die
Geschicke des Glaubens umwälzen, das
Gleichgewicht der Welt stören und die zahlenmä-
ßige Stärke ebenso wie die materielle Kraft und
die geistige Autorität des Glaubens Bahá’u’lláhs
tausendfach vergröbern wird.
(18 Juli 1953, veröffentlicht in ‘Citadel of Faith :
Messages to America 1947-1957’ (Wilmette:
Bahá’í-Publishing Trust, 1980), S. 116-17) [22]
Dieser gewaltige und unwiderstehliche Vorgang,
beispiellos in der Geistesgeschichte der
Menschheit, der die zwei nicht weniger
bedeutsamen Entwicklungen zusammenlaufen
lassen wird - die Errichtung des Geringeren
Friedens und die Entfaltung der nationalen und
lokalen Bahá’í-Institutionen - die eine auberhalb
und die andere innerhalb der Bahá’í-Welt - wird im
Goldenen Zeitalter des Glaubens durch das
Aufrichten der Standarte des Größten Friedens
und das Entstehen des im Brennpunkt stehenden
Zentrums der die Weltordnung Bahá’u’lláhs
bildenden Organe in der Fülle seiner Kraft und
Herrlichkeit seine letzte Vollendung erreichen. Die
schließliche Errichtung dieses Sitzes der künftigen
Bahá’í-Weltgemeinschaft wird zugleich die
Verkündigung der Souveränität des Stifters des
Glaubens und das Kommen des von Jesus Chri-
stus wiederholt gepriesenen und verheißenen
Königreiches des Vaters anzeigen.
(27. November 1954 an einen Nationalen Geisti-
gen Rat) [23]
Aus einem im Auftrag des Universalen Hauses
der Gerechtigkeit geschriebenen Brief
Bahá’u’lláhs hauptsächliche Mission beim Er-
scheinen zu dieser Zeit in der Geschichte der
Menschheit ist die Verwirklichung der Einheit der
Menschheit und die Errichtung des Friedens unter
den Nationen. Darum sind alle Kräfte, die auf das
Erreichen dieser Ziele ausgerichtet sind von Sei-
ner Offenbarung beeinflußt. Wir wissen aber, das
der Frieden stufenweise erreicht wird. Zuerst wird
der Geringere Frieden kommen. Wenn die Einheit
der Nationen erreicht sein wird, kommt allmählich
der Größte Frieden - die geistige, ebenso wie
soziale und politische Einheit der Menschheit,
wenn die Bahá’í-Weltgemeinschaft, in strenger
Übereinstimmung mit den Gesetzen und Verord-
nungen des Heiligsten Buches der Ba-
há’í-Offenbarung handelnd, durch die Anstren-
gungen der Bahá’í errichtet sein wird.
Bezüglich des Geringeren Friedens hat Shoghi
Effendi erklärt, daß dies zunächst eine politische
Einheit sein wird, die durch Entscheidung der
Regierungen verschiedener Nationen herbeige-
führt werden wird; er wird nicht durch direkte Ak-
tionen der Bahá’í-Gemeinde errichtet werden. Das
bedeutet indessen nicht, daß die Bahá’í beiseite
stehen und auf das Kommen des Geringeren
Friedens warten, bevor sie etwas für den Frieden
in der Menschheit tun. Durch die Verbreitung der
Prinzipien des Glaubens, die für die Erhaltung des
Friedens unentbehrlich sind, und das Gestalten
der Werkzeuge der Bahá’í-Verwaltungsordnung,
die, wie uns vom geliebten Hüter gesagt wurde,
das Muster der künftigen Gesellschaft ist, sind die
Bahá’í vielmehr unaufhörlich damit beschäftigt, die
Grundlage für einen dauerhaften Frieden zu le-
gen, ist doch der Größte Frieden ihr höchstes Ziel.
Selbst der Geringere Frieden wird verschiedene
Phasen durchlaufen; während der ersten Phase
werden die Regierungen völlig auf sich gestellt
handeln, ohne sich der Beteiligung des Glaubens
bewußt zu sein; später, zur von Gottes bestimm-
ten Zeit, wird der Glaube unmittelbaren Einfluß
darauf nehmen, wie es sie von Shoghi Effendi in
‘Das Ziel: Die neue Weltordnung’ aufgezeigt
wurde. Im Zusammenhang mit den Schritten, die
zu dieser letztgenannten Phase führen werden,
wird sicherlich das Universale Haus der
Gerechtigkeit festlegen, was zu tun ist, und zwar
in Übereinstimmung mit der Führung in den
Schriften, wie etwa die von Ihnen zitierte
Textstelle aus ‘Botschaften aus Akka ‘, Seite
109-110. In der Zwischenzeit werden die Bahá’í
zweifellos fortfahren, alles in ihrer Macht stehende
zu tun, um die Errichtung des Friedens zu fördern.
(31. Januar 1985 an einen einzelnen Gläubigen)
[24]
Aus einem Memorandum der Forschungsab-
teilung
Die Stellungnahme des Hüters bezüglich
‘irgendeiner Form von Welt-Überstaat’, die sich in
seinem Brief vom 28. November 1931 findet und
als ‘Das Ziel: Die neue Weltordnung’ veröffentlicht
wurde, bezieht sich auf Institutionen, die man als
Ergebnis des Geringeren Friedens errichten wird.
Die folgende, in seinem Auftrag geschriebene
Antwort wurde einem Gläubigen gegeben, der
den Hüter nach der in der gleichen Textstelle
erwähnten internationalen Exekutive fragte. (Vgl.
‘Die Weltordnung Bahá’u’lláhs’, S.66)
‘Bezüglich der internationalen Exekutive, auf die
der Hüter sich in seiner Schrift ‘Das Ziel: Die neue
Weltordnung’ bezieht, sollte festgegehalten
werden, daß diese Stellungnahme sich keinesfalls
auf die künftige Bahá’í-Weltgemeinschaft,
sondern lediglich auf jene Weltregierung bezieht,
welche das Kommen der Weltordnung Ba-
há’u’lláhs ankündigen und zu ihrer schließlichen
Errichtung führen wird. Die Bildung dieser
internationalen Exekutive, welche der Exekutive
der gegenwärtigen nationalen Regierungen
entspricht, ist nur ein Schritt auf dem Weg zur
Bahá’í-Weltregierung der Zukunft, und sollte
daher weder mit der Institution des Hütertums
noch mit dem Universalen Hauses der Gerechtig-
keit gleichgesetzt werden.’
(1 Juli 1984, einem Brief vom 4 Juli 1984 an einen
einzelnen Gläubigen beigefügt) [25]
4. Ereignisse im Gestaltenden Zeitalter
Aus den Schriften Shoghi Effendis
Noch ein Wort zum Schluß: Aufstieg und Aufbau
dieser Verwaltungs- und Gesellschaftsordnung,
der Schale, die eine solche Kostbarkeit birgt und
hütet, stellen das Kennzeichen dieses zweiten,
des gestaltgebenden Abschnitts des Bahá’í-Zeit-
alters, dar. In dem Maße, wie dieser Zeitabschnitt
vor unseren Blicken zurücktritt, wird er als die
Haupttriebkraft angesehen werden, ausgestattet
mit der Macht, die letzte Phase der Erfüllung
dieser ruhmreichen Sendung einzuleiten.
(8 Februar 1934, veröffentlicht in ‘Die Weltord-
nung Bahá’u’lláhs’, Bahá’íVerlag, Hofheim 1977,
S. 225) [26]
In groben Zügen kann vom ersten Jahrhundert
der Bahá’í-Zeitrechnung gesagt werden, daß es
die Abschnitte des Heroischen, des Urzustandes
und der Apostelzeit des Glaubens Bahá’u’lláhs
sowie auch die Anfänge des Formgebenden,
Überleitenden, Eisernen Zeitalters umfaßt, das
von der Sammlung und Gestaltung der durch
Seine Offenbarung ausgelösten schöpferischen
Kräfte Zeugnis ablegen soll...
(‘Gott geht vorüber’, Bahá’í-Verlag, Hofheim 1974,
S. XXIV) [27]
Nun setzte die Gestaltungsperiode, das Eiserne
Zeitalter jener Verkündigung ein, die Zeit, da die
örtlichen, nationalen und internationalen Einrich-
tungen des Glaubens von Bahá’u’lláh Gestalt
annehmen, sich entwickeln und innere Festigkeit
gewinnen sollten, in Erwartung des dritten, des
letzten, des Goldenen Zeitalters ...
(‘Gott geht vorüber’, Bahá’í-Verlag, Hofheim 1974,
S. 370) [28]
Die letzten dreiundzwanzig Jahre des ersten
Bahá’í-Jahrhunderts können so als Auftakt zur
Gestaltungsperiode des Glaubens gelten. Diese
Übergangszeit kommt der Entstehung und
Festigung der Verwaltungsordnung gleich, auf der
schließlich die Einrichtungen des künftigen Ba-
há’í-Weltstaates in dem Goldenen Zeitalter
zwangsläufig geschaffen werden müssen, ...
(‘Gott geht vorüber’, Bahá’í-Verlag, Hofheim 1974,
S. 371) [29]
Die letzten dreiundzwanzig Jahre desselben
Jahrhunderts fallen zusammen mit der ersten
Epoche des zweiten, des Eisernen und
Gestaltenden Zeitalters der Sendung Bahá’u’lláhs
- die erste einer Reihe von Epochen, die dem
Beginn des letzten und Goldenen Zeitalters jener
Sendung vorausgehen müssen ...
Während dieses Gestaltenden Zeitalters des
Glaubens, und im Laufe der gegenwärtigen und
folgender Epochen, wird die letzte und krönende
Phase der Errichtung des Gerüstes der
Verwaltungsordnung des Glaubens Bahá’u’lláhs -
die Wahl des Universalen Hauses der
Gerechtigkeit - vollendet sein, das Kitáb-i-Aqdas,
das Mutterbuch Seiner Offenbarung, wird kodi-
fiziert und seine Gesetze verkündet sein, der
Geringere Frieden wird errichtet sein, die Einheit
der Menschheit wird erreicht sein und die
Menschheit wird ihre Reife erlangt haben, der von
`Abdu’l-Bahá entworfenen Plan wird ausgeführt
sein, die Befreiung des Glaubens von den Fesseln
religiöser Orthodoxie wird verwirklicht und sein
unabhängiger Status allgemein anerkannt sein, im
Verlaufe des Goldenen Zeitalters hingegen, das
dazu bestimmt ist, die Sendung selbst zu
vollenden, wird das Banner des von Seinem
Urheber verheißenen Größten Friedens entfaltet
sein, die Bahá’í-Weltgemeinschaft in der Fülle
ihrer Kraft und Größe hervorgetreten sein und die
Geburt und das Erblühen einer Weltkultur, das
Kind dieses Friedens, wird ihre unschätzbaren
Segnungen über die ganze Menschheit
ausgegossen haben.
(5 Juni 1947, veröffentlicht in ‘Citadel of Faith :
Messages to America 1947-1957’ (Wilmette:
Bahá’í-Publishing Trust, 1980), S. 5-6) [30]
Kein Opfer zur Sicherstellung der Vollendung
eines solchen Gebäudes kann als zu grob erach-
tet werden - das heiligste Haus der Andacht, das
jemals mit dem Glauben des Größten Namens in
Verbindung gebracht wird - ein Gebäude, dessen
Baubeginn einen solchen Glanz über die ab-
schließenden Jahre des Heroischen Zeitalters der
Bahá’í-Offenbarung verströmt hat, das während
der gegenwärtigen gestaltenden Phase in der
Entfaltung unseres geliebten Glaubens eine feste
Form angenommen hat, dessen Nebengebäude
im Verlaufe aufeinanderfolgender Epochen dieses
selben Zeitalters Gestalt annehmen müssen.
(11 April 1949, veröffentlicht in ‘Citadel of Faith :
Messages to America 1947-1957’ (Wilmette:
Bahá’í-Publishing Trust, 1980), S. 69) [31]
Vom Erfolg dieses Unternehmens (dem britischen
Afrika-Lehrfeldzug), beispiellos in seinem Umfang,
einmalig in seinem Wesen und unermeßlich in
seinen geistigen Möglichkeiten, muß in einem
späteren Zeitabschnitt des Gestaltenden Zeital-
ters des Glaubens die Einleitung von Unterneh-
mungen abhängen, die alle in der ganzen Ba-
há’í-Welt arbeitenden Nationalen Räte umfassen,
Unternehmungen, die in sich selbst Vorläufer für
das Einleiten weltweiter Unternehmen darstellen,
dazu bestimmt, in künftigen Epochen desselben
Zeitalters durch das Universale Haus der Gerech-
tigkeit begonnen zu werden, welches die Einheit
symbolisieren und die Aktivitäten der Nationalen
Räte koordinieren und zusammenfassen wird...
Dann und erst dann wird dieser Gemeinde, wenn
sie sowohl zu Hause als auch im Ausland gewis-
senhaft die ihr obliegende doppelte Pflicht erfüllt,
das volle Maß der Gnade Bahá’u’lláhs gewährt
werden, welche sie in die Lage versetzt, schnell
und erfolgreich die gegenwärtige Phase ihrer
Entfaltung zu durchschreiten, und noch gröbere
Wirkungsmöglichkeiten für die Offenbarung einer
noch glänzenderen Seite Seiner Mission zu erlan-
gen, die dazu bestimmt ist, mit dem Licht göttli-
cher Führung im Verlaufe des Gestaltenden und
des Goldenen Zeitalters des Glaubens alle Kolo-
nien der britischen Krone zu erleuchten, und in
diesen Gebieten die administrative Struktur einer
Ordnung aufzurichten, die unvergleichlich mächti-
ger und dauerhafter ist, als alle, die diese Krone je
eingeführt hat.
(25. Februar 1951, veröffentlicht in ‘Unfolding
Destiny: The Messages from the Guardian of the
Bahá’í-Faith to the Bahá’í-Community of the Bri-
tish Isles’, London: Bahá’í-Publishing Trust, 1981,
S 261, 263) [32]
Die kurze Spanne, welche die schwer bedrängte,
heldenhaft kämpfende, sich unwiderstehlich
ausbreitende amerikanische Bahá’í-Gemeinde
von der erwarteten Vollendung der zweiten,
schicksalsschweren gemeinsamen Unternehmung
trennt, welche die gewählten nationalen
Repräsentanten so glückverheißend eingeleitet
haben, nähert sich schnell einem Ende. Die noch
bevorstehenden sechzehn Monate bilden im
Hinblick auf die noch zu erfüllenden Aufgaben und
die noch zu erbringenden Opfer einen zugleich
kritischen und herausfordernden Zeitabschnitt.
Diese denkwürdige Periode erinnert, wenn wir
innehalten und uns die bewegenden Ereignisse
und blutigen Episoden, welche die Sendung des
Báb mit dem Anbruch der Mission des Stifters
unseres Glaubens verbindet, an die
hundertjährige Wiederkehr dessen, was man
wahrlich als die dunkelste, die tragischste, die
heroischste Periode in den Annalen der hundert
Jahre alten Offenbarung betrachten kann. Diese
Periode bietet darüber hinaus die letzte und
unwiederbringliche Gelegenheit für eine unauf-
hörlich kämpfende, wiederholt siegreiche Gemein-
de, das Siegel des Triumphes auf eine
bedeutsame Unternehmung zu setzen, von
dessen Schicksal die Einleitung eines weiteren
ruhmreichen Kreuzzuges abhängt, dessen Voll-
endung den erfolgreichen Abschluß der
einleitenden Epoche in der Entfaltung von
`Abdu’l-Bahás göttlichem Plan kennzeichnen wird
- eine Entwicklung, die im Verlaufe auf-
einanderfolgender Epochen des Gestaltenden
Zeitalters des Glaubens weiterhin blühen und
Früchte tragen muß, und die ihre herrlichste
Frucht im noch bevorstehenden Goldenen Zeit-
alter tragen wird.
(23. November 1951, veröffentlicht in ‘Citadel of
Faith : Messages to America 1947-1957’ (Wil-
mette: Bahá’í-Publishing Trust, 1980), S. 99-100)
[33]
Und schließlich muß der zehnte Teil dieses mäch-
tigen Prozesses im Verlaufe zahlreicher Kreuzzü-
ge und aufeinanderfolgender Epochen sowohl des
Gestaltenden als auch des Goldenen Zeitalters
des Glaubens das Eindringen jenes Lichtes in alle
verbleibenden Gebiete des Erdballs durch die
Errichtung des vollständigen Triebwerkes der
administrativen Ordnung Bahá’u’lláhs in allen
Gebieten des Ostens wie des Westens sein, die
Stufe, auf der das in all seiner Kraft und Herrlich-
keit scheinende Licht des triumphierenden Glau-
bens Gottes den gesamten Planeten durchflutet
und eingehüllt haben wird.
(4. Mai 1953, veröffentlicht in „Messages to the
Bahá’í-World 1950-1957“, S. 155) [34]
Jetzt ist in der Tat für diese Gemeinde die Zeit,
nach dem Ablauf von zwei gewinnbringenden
Jahren; als Folge des triumphalen Abschluß zwei-
er aufeinanderfolgender historischer Pläne, wel-
che die einleitenden Phasen der ersten Epoche in
der Entfaltung des gleichen Hauptplanes kenn-
zeichnen; unmittelbar nach den glänzenden Fei-
ern, die den Höhepunkt der weltweiten Festivitä-
ten eines denkwürdigen Heiligen Jahres bezeich-
nen; und während eine triumphierende Gemeinde
im ersten Gefühl der Begeisterung, gerade die
ersten Früchte ihrer Feldzüge in fünf Kontinenten
der Welt eingesammelt hat und beladen ist mit
neu gewonnenen Trophäen, sich aufzumachen,
und, während sie ihren überwiegenden Anteil an
der Führung eines neu in Gang gebrachten geisti-
gen Welt—Kreuzzuges rechtmäßigerweise in
Anspruch nimmt, durch äußerste und nachhaltige,
die ganze Erdoberfläche einschließende Bemü-
hung ihre Fähigkeit zu beweisen, dieses Vorrechts
würdig zu sein, die Leistungen ihres Verwalteram-
tes unermeßlich anzureichern und die An-
fangsepoche in der Entwicklung eines Planes zu
einem majestätischen Abschluß zu bringen, der
dazu bestimmt ist, das volle Maß seiner Möglich-
keiten nicht nur während der aufeinanderfolgen-
den Epochen des Gestaltenden Zeitalters des
Glaubens zu offenbaren, sondern im Verlaufe
gewaltiger Zeiträume, die bis in das Goldene, das
letzte Zeitalter der Bahá’í-Sendung hineinreichen.
(18. Juni 1953, veröffentlicht in ‘Citadel of Faith :
Messages to America 1947-1957’ (Wilmette:
Bahá’í-Publishing Trust, 1980), S. 113-4) [35]
Das Errichten dieses Gebäudes wird dann wieder,
im Verlaufe aufeinanderfolgender Epochen des
Gestaltenden Zeitalters, die Errichtung einiger
anderer Bauwerke ankündigen, die als
administrative Sitze solcher göttlich ernannter
Institutionen wie dem Hütertum, den Händen der
Sache und dem Universalen Haus der Gerech-
tigkeit dienen werden. Diese Gebäude werden, in
der Form eines weitgespannten Bogens, und
orientiert an einem harmonischen Architekturstil,
um die Ruhestätten des Größten Heiligen Blattes,
die den ersten Rang unter ihren Ge-
schlechtsgenossinnen in der Bahá’í-Sendung
einnimmt, ihres Bruders, der von Bahá’u’lláh als
Lösegeld für die Belebung der Welt und ihre
Vereinigung hingegeben wurde, und ihrer Mutter,
von Ihm zu Seiner auserwählten ‘Gefährtin in allen
Welten Gottes’ erklärt, angeordnet sein. Die letzt-
endliche Vollendung dieses gewaltigen Unter-
nehmens wird den Gipfel der Entwicklung einer
weltweiten, göttlich verordneten administrativen
Ordnung kennzeichnen, deren Anfänge bis in die
abschließenden Jahre des Heroischen Zeitalters
des Glaubens zurückverfolgt werden können.
Dieser gewaltige und unwiderstehliche Vorgang,
beispiellos in der Geistesgeschichte der
Menschheit, der die zwei nicht weniger
bedeutsamen Entwicklungen zusammenlaufen
lassen wird - die Errichtung des Geringeren
Friedens und die Entfaltung der nationalen und
lokalen Bahá’í-Institutionen - die eine außerhalb
und die andere innerhalb der Bahá’í-Welt - wird im
Goldenen Zeitalter des Glaubens ...
(27. November 1954, veröffentlicht in ‘Messages
to the Bahá’í-World 1950-1957’, S. 74) [36]
Aus im Auftrag Shoghi Effendis geschriebenen
Briefen
Hinsichtlich Ihrer Frage bezüglich `Abdu’l-Bahás
Bezugnahme auf ‘Einheit im Reich der Politik’:
Diese Einheit sollte klar von der ‘Einheit der
Nationen’ unterschieden werden. Die erstere ist
eine Einheit, die politisch unabhängige und
souveräne Staaten untereinander vollbringen,
während die zweite eine ist, die von Nationen
zustande gebracht wird, wobei der Unterschied
zwischen einem Staat und einer Nation darin
besteht, das die erstgenannte, wie Sie wissen, ein
politisches Gebilde ist, das bezüglich der Rasse
nicht unbedingt homogen sein muß, wogegen
letztere sowohl nationale als auch politische Ho-
mogenität einbezieht.
(26 Juli 1936 an einen einzelnen Gläubigen) [37]
Ihre Ansicht, daß der Geringere Frieden durch
politische Bemühungen der Staaten und Nationen
der Welt zustande kommen wird, und unabhängig
von irgendeinem Plan oder einer Bemühung sei-
tens der Bahá’í, und daß der Größte Frieden
errichtet wird durch die Mitwirkung der Gläubigen
und durch die unmittelbare Wirkung der von Ba-
há’u’lláh offenbarten Gesetze und Prinzipien und
dem Fungieren des Universalen Hauses der Ge-
rechtigkeit als oberstem Organ des Ba-
há’í-Überstaates - diese Ihre Ansicht zu diesem
Thema ist richtig und in völliger Übereinstimmung
mit den Äußerungen des Hüters wie in ‘Die Entfal-
tung der Weltkultur’ dargestellt.
(14. März 1993, an einen einzelnen Gläubigen)
[38]
Aus im Auftrag des Universalen Hauses der
Gerechtigkeit geschriebenen Briefen
Was den Zeitpunkt der Errichtung des Geringeren
Friedens und seine Beziehung zum ‘Lichtstahl der
Einheit’ angeht, legen wir eine Zusammenstellung
mit dem Titel ‘Der Geringere Frieden und das Jahr
2000’*) bei. Aus dem ersten Auszug in dieser
Zusammenstellung wird klar, daß `Abdu’l-Bahá
erwartet, daß „dauerhafter Frieden im zwan-
zigsten Jahrhundert allumfassend sein“ wird. Die
zwei Auszüge aus Briefen die im Auftrag des
Universalen Hauses der Gerechtigkeit geschrie-
ben wurden und die in der Zusammenstellung
zitiert werden, verbinden die Stellungnahme des
Meisters insbesondere mit dem Geringeren Frie-
den und den Lichtstrahlen der Einheit.
(23. April 1987 an einen einzelnen Gläubigen) [39]
... in dieser Textstelle*) beschreibt der Hüter drei
Dinge, die gleichzeitig stattfinden werden. Es ist
wichtig festzuhalten, daß er Prozesse oder Ent-
wicklungen, nicht Ereignisse beschreibt und,
obwohl er sagt, daß sie gleichzeitig stattfinden
werden, - eine Stellungnahme, die in sich selbst
bedeutsame Führung für die Institutionen der
Sache liefert - sagt er nicht, daß sie voneinander
abhängig sind.
(14. Dezember 1987 an einen Nationalen Geisti-
gen Rat) [40]
*) Anmerkung des Übersetzers: An diesen Stellen
vorgesehene Fußnoten fehlen im englischen Text.
5. Ereignisse im Goldenen Zeitalter
Aus den Schriften Shoghi Effendis
Innig geliebte Freunde! Obgleich die Offenbarung
Bahá’u’lláhs geschehen ist, ist doch die
Weltordnung, die eine solche Offenbarung
zeugen muß, noch ungeboren. Obgleich das
Heroische Zeitalter Seines Glaubens vergangen
ist, sind die schöpferischen Kräfte, die jenes
Zeitalter entfesselt hat, noch nicht in derjenigen
Weltgesellschaft auskristallisiert, die in der Fülle
der Zeit den Glanz Seiner Herrlichkeit
widerspiegeln soll. Obgleich das Rahmenwerk
Seiner Verwaltungs- und Gesellschaftsordnung
errichtet ist, obgleich der gestaltgebende
Abschnitt des Bahá’í-Zeitalters begonnen hat, ist
doch das verheißene Reich Gottes, zu dem die
Saat Seiner Institutionen heranreift, noch nicht
ausgerufen.
(11. März 1936, veröffentlicht in ‘Die Weltordnung
Bahá’u’lláhs’, Bahá’í-Verlag, Hofheim 1977, S.
240) [41]
Während dieses Gestaltenden Zeitalters des
Glaubens, und im Laufe der gegenwärtigen und
folgender Epochen, wird die letzte und krönende
Phase der Errichtung des Gerüstes der Verwal-
tungsordnung des Glaubens Bahá’u’lláhs - die
Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit -
vollendet sein, das Kitáb-i-Aqdas, das Mutterbuch
Seiner Offenbarung, wird kodifiziert und seine
Gesetze verkündet sein, der Geringere Frieden
wird errichtet sein, die Einheit der Menschheit wird
erreicht sein und die Menschheit wird ihre Reife
erlangt haben, der von `Abdu’l-Bahá entworfenen
Plan wird ausgeführt sein, die Befreiung des
Glaubens von den Fesseln religiöser Orthodoxie
wird verwirklicht und sein unabhängiger Status
allgemein anerkannt sein, im Verlaufe des
Goldenen Zeitalters hingegen, das dazu bestimmt
ist, die Sendung selbst zu vollenden, wird das
Banner des von Seinem Urheber verheißenen
Größten Friedens entfaltet sein, die Ba-
há’í-Weltgemeinschaft in der Fülle ihrer Kraft und
Größe hervorgetreten sein und die Geburt und
das Erblühen einer Weltkultur, das Kind dieses
Friedens, wird ihre unschätzbaren Segnungen
über die ganze Menschheit ausgegossen haben.
(5 Juni 1947, veröffentlicht in ‘Citadel of Faith :
Messages to America 1947-1957’ (Wilmette:
Bahá’í-Publishing Trust, 1980), S. 6) [42]
Während die von `Abdu’l-Bahá den Anhängern
Seines Glaubens auf dem nordamerikanischen
Kontinent anvertraute Mission an Schwungkraft
zunimmt, ihre Möglichkeiten entfaltet, und die
tapferen sie Ausführenden zu neuen Höhen des
Heldentums und des Ruhmes erhebt, werden sich
zweifellos Ereignisse von noch gröberer Be-
deutung abspielen, die dazu dienen werden, den
Wert der Arbeiten, welche die den Plan Durch-
führenden leisten, auszuweiten, ihre Sicht zu
erweitern, ihre Bemühungen zu verstärken, ihren
Geist zu kräftigen, ihr Erbe zu adeln, ihren Ruhm
zu verbreiten, die Aufnahme der einzigartigen
Funktionen, die ihr Verwalteramt des Glaubens
auszeichnen, erleichtern, das Kommen des Tages
zu beschleunigen, der im noch ungeborenen
Goldenen Zeitalter Zeuge ihrer „Erhebung auf den
Thron immerwährender Herrschaft“ sein wird, des
Tages an dem „die ganze Erde widerhallen“ wird
„von den Lobpreisungen“ ihrer „Majestät und
Größe“.
(18 Mai 1948, veröffentlicht in ‘Citadel of Faith :
Messages to America 1947-1957’, S. 54) [43]
Die Auswahl und der nachfolgende Kauf des
Geländes des ersten Mashriqu’l Adhkár der Anti-
poden in den Außenbezirken einer Stadt - der
ersten, die das Licht der Offenbarung Bahá’u’lláhs
in Australien empfing und dazu bestimmt, eine
vorherrschende Rolle in der Entfaltung der Ver-
waltungsordnung Seines Glaubens in jenen wei-
ten Gebieten zu spielen - ist eine Errungenschaft,
die ich herzlich begrübe und für die ich zutiefst
dankbar bin. Diese bemerkenswerte Leistung
wird, in Verbindung mit der eine Dekade zurück-
liegenden Errichtung des nationalen Hazíra-
tu’l-Quds in derselben Stadt, den Fortschritt der
am Morgen des Hinscheidens `Abdu’l-Bahás
eingesetzten administrativen Institutionen, die
dazu bestimmt sind, ihre herrlichste Frucht im
Goldenen Zeitalter der Bahá’í-Sendung zu tragen,
beschleunigen und ihre Grundlage immens ver-
stärken.
(16. Juni 1954 an einen Nationalen Geistigen Rat)
[44]





Vertiefung: Der Geringere Friede und das Jahr 2000 (von der Forschungsabt. Übers.H.Lenk)


Hamburg, den 12.6.2003 (frie2000.doc) Seite: 1 von 17

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