Read: 24 Jeremia


Buch 24 (DER PROPHET JEREMIA)



1

1 Dies sind die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, aus dem Priestergeschlecht zu Anatot im Lande Benjamin. Kap 11,21; Jos 21,18, 5. Mose 33,12)

2 Zu ihm geschah das Wort des HERRN zur Zeit Josias, des Sohnes Amons, des Kšnigs von Juda, im dreizehnten Jahr seiner Herrschaft, 2. Kšn 21,24; 22,1)

3 und hernach zur Zeit Jojakims, des Sohnes Josias, des Kšnigs von Juda, bis ans Ende des elften Jahres Zedekias, des Sohnes Josias, des Kšnigs von Juda, bis Jerusalem weggefŸhrt wurde im fŸnften Monat. 2. Kšn 23,34, 2. Kšn 24,17; 25,2-21, Kap 39,9)

4 (Jeremias Berufung) Und des HERRN Wort geschah zu mir:

5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten fŸr die Všlker. Jes 49,1; Gal 1,15)

6 Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. 2. Mose 4,10; Jes 6,5-7)

7 Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: ÈIch bin zu jungÇ, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete.

8 FŸrchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. 2. Mose 3,12)

9 Und der HERR streckte seine Hand aus und rŸhrte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. 2. Mose 4,12)

10 Siehe, ich setze dich heute Ÿber Všlker und Kšnigreiche, da§ du ausrei§en und einrei§en, zerstšren und verderben sollst und bauen und pflanzen. Kap 18,7-10)

11 Und es geschah des HERRN Wort zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig.

12 Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich will wachen Ÿber meinem Wort, da§ ich's tue. Kap 31,28)

13 Und es geschah des HERRN Wort zum zweitenmal zu mir: Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen siedenden Kessel Ÿberkochen von Norden her.

14 Und der HERR sprach zu mir: Von Norden her wird das Unheil losbrechen Ÿber alle, die im Lande wohnen. Kap 4,6; 6,1.22; 10,22; 25,9; 50,41)

15 Denn siehe, ich will rufen alle Všlker der Kšnigreiche des Nordens, spricht der HERR, da§ sie kommen sollen und ihre Throne setzen vor die Tore Jerusalems und rings um die Mauern her und vor alle StŠdte Judas.

16 Und ich will mein Gericht Ÿber sie ergehen lassen um all ihrer Bosheit willen, da§ sie mich verlassen und andern Gšttern opfern und ihrer HŠnde Werk anbeten.

17 So gŸrte nun deine Lenden und mache dich auf und predige ihnen alles, was ich dir gebiete. Erschrick nicht vor ihnen, auf da§ ich dich nicht erschrecke vor ihnen!

18 Denn ich will dich heute zur festen Stadt, zur eisernen SŠule, zur ehernen Mauer machen im ganzen Lande wider die Kšnige Judas, wider seine Gro§en, wider seine Priester, wider das Volk des Landes, Kap 15,20; Hes 3,8.9)

19 da§, wenn sie auch wider dich streiten, sie dir dennoch nichts anhaben kšnnen; denn ich bin bei dir, spricht der HERR, da§ ich dich errette.



2

1 (Das untreue Gottesvolk) Und des HERRN Wort geschah zu mir:

2 Geh hin und predige šffentlich der Stadt Jerusalem und sprich: So spricht der HERR: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der WŸste, im Lande, da man nicht sŠt. Hos 2,16; 13,5)

3 Da war Israel dem HERRN heilig, die Erstlingsfrucht seiner Ernte. Wer davon essen wollte, machte sich schuldig, und Unheil mu§te Ÿber ihn kommen, spricht der HERR. 2. Mose 28,36, Am 6,1; Jak 1,18)

4 Hšrt des HERRN Wort, ihr vom Hause Jakob und alle Geschlechter vom Hause Israel!

5 So spricht der HERR: Was haben doch eure VŠter Unrechtes an mir gefunden, da§ sie von mir wichen und hingen den nichtigen Gštzen an und wurden so zunichte, Mi 6,3)

6 und dachten niemals: Wo ist der HERR, der uns aus €gyptenland fŸhrte und leitete uns in der WŸste, im wilden, ungebahnten Lande, im dŸrren und finstern Lande, im Lande, das niemand durchwandert und kein Mensch bewohnt? 5. Mose 8,15)

7 Und ich brachte euch in ein fruchtbares Land, da§ ihr Š§et seine FrŸchte und GŸter. Aber als ihr hineinkamt, machtet ihr mein Land unrein und mein Eigentum mir zum Greuel. 5. Mose 1,25, Ri 2,1.2)

8 Die Priester fragten nicht: Wo ist der HERR?, und die HŸter des Gesetzes achteten meiner nicht, und die Hirten des Volks wurden mir untreu, und die Propheten weissagten im Namen des Baal und hingen den Gštzen an, die nicht helfen kšnnen.

9 Darum mu§ ich noch weiter mit euch und mit euren Kindeskindern rechten, spricht der HERR.

10 Denn geht hin zu den Inseln der KittŠer und schaut, und sendet nach Kedar und gebt genau acht und schaut, ob's daselbst so zugeht:

11 ob die Heiden ihre Gštter wechseln, die doch keine Gštter sind. Aber mein Volk hat seine Herrlichkeit eingetauscht gegen einen Gštzen, der nicht helfen kann! Ršm 1,23)

12 Entsetze dich, Himmel, darŸber, erschrick und erbebe gar sehr, spricht der HERR.

13 Denn mein Volk tut eine zwiefache SŸnde: mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben. Kap 17,13; Ps 36,10; Joh 7,38)

14 Ist denn Israel ein Sklave oder unfrei geboren, da§ er jedermanns Raub sein darf?

15 Lšwen brŸllen Ÿber ihm, brŸllen laut und verwŸsten sein Land, und seine StŠdte werden verbrannt, so da§ niemand darin wohnt. Kap 4,7)

16 Dazu scheren die Leute von Memfis und Tachpanhes dir den Kopf kahl. Kap 44,1)

17 Das alles hast du dir doch selbst bereitet, weil du den HERRN, deinen Gott, verlŠ§t, sooft er dich den rechten Weg leiten will.

18 Was hilft's dir, da§ du nach €gypten ziehst und willst vom Nil trinken? Und was hilft's dir, da§ du nach Assyrien ziehst und willst vom Euphrat trinken?

19 Deine Bosheit ist schuld, da§ du so geschlagen wirst, und dein Ungehorsam, da§ du so gestraft wirst. Und du mu§t innewerden und erfahren, was es fŸr Jammer und Herzeleid bringt, den HERRN, deinen Gott zu verlassen und ihn nicht zu fŸrchten, spricht Gott, der HERR Zebaoth.

20 Denn von jeher hast du dein Joch zerbrochen und deine Bande zerrissen und gesagt: Ich will nicht unterworfen sein! Sondern auf allen hohen HŸgeln und unter allen grŸnen BŠumen triebst du Hurerei. Jes 57,5; Hes 6,13)

21 Ich aber hatte dich gepflanzt als einen edlen Weinstock, ein ganz echtes GewŠchs. Wie bist du mir denn geworden zu einem schlechten, wilden Weinstock? Ps 80,9, Jes 5,1-4)

22 Und wenn du dich auch mit Lauge wŸschest und nŠhmest viel Seife dazu, so bleibt doch der Schmutz deiner Schuld vor mir, spricht Gott der HERR.

23 Wie wagst du denn zu sagen: Ich bin nicht unrein, ich habe mich nicht an die Baale gehŠngt? Sieh doch, wie du es treibst im Tal, und bedenke, was du getan hast! Du lŠufst umher wie eine Kamelstute in der Brunst,

24 wie eine Wildeselin in der WŸste, wenn sie vor gro§er Brunst lechzt und lŠuft, da§ niemand sie aufhalten kann. Wer sie haben will, mu§ nicht weit laufen; er trifft sie bald in dieser Zeit.

25 Schone doch deine FŸ§e, da§ sie nicht wund werden, und deine Kehle, da§ sie nicht durstig werde. Aber du sprichst: Da wird nichts draus; ich mu§ diese Fremden lieben und ihnen nachlaufen.

26 Wie ein Dieb zuschanden wird, wenn man ihn ergreift, so wird das Haus Israel zuschanden werden samt seinen Kšnigen, FŸrsten, Priestern und Propheten,

27 die zum Holz sagen: ÈDu bist mein VaterÇ und zum Stein: ÈDu hast mich geborenÇ. Denn sie kehren mir den RŸcken zu und nicht das Angesicht. Aber wenn die Not Ÿber sie kommt, sprechen sie: ÈAuf und hilf uns!Ç Kap 7,24; 18,17; 32,33)

28 Wo sind denn deine Gštter, die du dir gemacht hast? La§ sie aufstehen; la§ sehen, ob sie dir helfen kšnnen in deiner Not! Denn so viel StŠdte, so viel Gštter hast du, Juda. 5. Mose 32,37.38; Ri 10,14, Kap 11,13)

29 Wie kšnnt ihr rechten mit mir? Ihr seid alle von mir abgefallen, spricht der HERR.

30 Alle meine SchlŠge sind vergeblich an euren Sšhnen, sie lassen sich doch nicht erziehen; euer Schwert fri§t eure Propheten wie ein wŸtender Lšwe. Jes 1,5, Mt 5,12; 22,6; 23,37; Mk 12,5)

31 Du bšses Geschlecht, merke auf des HERRN Wort! Bin ich denn fŸr Israel eine WŸste oder šdes Land? Warum spricht denn mein Volk: ÈWir sind freie Herren und brauchen dir nicht mehr nachzulaufenÇ?

32 Vergi§t wohl eine Jungfrau ihren Schmuck oder eine Braut ihren Schleier? Mein Volk aber vergi§t mich seit endlos langer Zeit.

33 Wie fein findest du Wege, dir Liebhaber zu suchen! Darum hast du dich auch gewšhnt, auf bšsen Wegen zu wandeln.

34 Auch findet man an deinen Kleidern das Blut von Armen und Unschuldigen, die du nicht beim Einbruch ertappt hast, sondern die alledem widerstanden. Kap 26,20-23; 2. Mose 23,7)

35 Und doch sprichst du: Ich bin unschuldig; er hat ja doch seinen Zorn von mir gewandt. Siehe, ich will dich richten, weil du sprichst: Ich habe nicht gesŸndigt. Jes 43,25.26)

36 Was lŠufst du denn so leichtfertig bald dahin, bald dorthin! Auch an €gypten wirst du zuschanden werden, wie du an Assyrien zuschanden geworden bist. 2. Kšn 23,33-35; Jes 30,3)

37 Denn du mu§t auch von dort wegziehen und deine HŠnde Ÿber dem Kopf zusammenlegen; denn der HERR hat sie verworfen, auf die du deine Hoffnung setztest, und es wird dir nicht mit ihnen gelingen.



3

1 Und er sprach: Wenn sich ein Mann von seiner Frau scheidet und sie geht von ihm und gehšrt einem andern, darf er sie auch wieder annehmen? Ist's nicht so, da§ das Land unrein wŸrde? Du aber hast mit vielen gehurt und solltest wieder zu mir kommen? spricht der HERR. 5. Mose 24,1-4)

2 Hebe deine Augen auf zu den Hšhen und sieh, wo du allenthalben dich preisgegeben hast! An den Wegen sitzt du und lauerst auf sie wie ein Araber in der WŸste und machst das Land unrein mit deiner Hurerei und Bosheit. Hos 4,13)

3 Darum mu§ auch der FrŸhregen ausbleiben, und kein SpŠtregen kommt. Aber du hast eine Hurenstirn, du willst dich nicht mehr schŠmen

4 und schreist jetzt zu mir: ÈLieber Vater, du Vertrauter meiner Jugend! Vers 19; Kap 31,9; Jes 63,16)

5 Willst du denn ewiglich zŸrnen und nicht vom Grimm lassen?Ç Siehe, so redest du und tust Bšses und lŠssest dir nicht wehren.

6 (Schuldspruch und Verhei§ung Ÿber Israel und Juda) Und der HERR sprach zu mir zur Zeit des Kšnigs Josia: Hast du gesehen, was Israel, die AbtrŸnnige, tat? Sie ging hin auf alle hohen Berge und unter alle grŸnen BŠume und trieb dort Hurerei. Kap 2,20)

7 Und ich dachte, nachdem sie das alles getan, wŸrde sie zu mir zurŸckkehren. Aber sie kehrte nicht zurŸck. Und obwohl ihre Schwester Juda, die Treulose, gesehen hat, (7-9) 2. Kšn 17,18.19; Hes 23,2-11)

8 wie ich Israel, die AbtrŸnnige, wegen ihres Ehebruchs gestraft und sie entlassen und ihr einen Scheidebrief gegeben habe, scheut sich dennoch ihre Schwester, das treulose Juda, nicht, sondern geht hin und treibt auch Hurerei.

9 Und ihre leichtfertige Hurerei hat das Land unrein gemacht; denn sie treibt Ehebruch mit Stein und Holz.

10 Und auch in diesem allen bekehrt sich das treulose Juda, ihre Schwester, nicht zu mir von ganzem Herzen, sondern nur mit Heuchelei, spricht der HERR.

11 Und der HERR sprach zu mir: Das abtrŸnnige Israel steht gerechter da als das treulose Juda.

12 Geh hin und rufe diese Worte nach Norden und sprich: Kehre zurŸck, du abtrŸnniges Israel, spricht der HERR, so will ich nicht zornig auf euch blicken. Denn ich bin gnŠdig, spricht der HERR, und will nicht ewiglich zŸrnen. 2. Mose 34,6)

13 Allein erkenne deine Schuld, da§ du wider den HERRN, deinen Gott, gesŸndigt hast und bist hin- und hergelaufen zu den fremden Gšttern unter allen grŸnen BŠumen, und ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht, spricht der HERR.

14 Kehrt um, ihr abtrŸnnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen, einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und will euch bringen nach Zion. Jes 6,13)

15 Und ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen in Einsicht und Weisheit. Kap 23,3.4; Jes 44,28; Hes 34,23)

16 Und es soll geschehen, wenn ihr zahlreich geworden seid und euch ausgebreitet habt im Lande, so soll man, spricht der HERR, in jenen Tagen nicht mehr reden von der Bundeslade des HERRN, ihrer nicht mehr gedenken oder nach ihr fragen und sie nicht mehr vermissen; auch wird sie nicht wieder gemacht werden. (16 und 17) 4. Mose 10,33-36; 2. Kšn 25,8.9; Hebr 4,14-16)

17 Sondern zu jener Zeit wird man Jerusalem nennen ÈDes HERRN ThronÇ, und es werden sich dahin sammeln alle Heiden um des Namens des HERRN willen zu Jerusalem, und sie werden nicht mehr wandeln nach ihrem verstockten und bšsen Herzen. 2. Mose 17,16, Jes 2,2-4; Mi 4,2)

18 In jenen Tagen wird das Haus Juda zum Haus Israel gehen, und sie werden miteinander heimkommen von Norden her in das Land, das ich euren VŠtern zum Erbe gegeben habe. Jes 11,11-13)

19 Und ich dachte: Wie will ich dich halten, als wŠrst du mein Sohn, und dir das liebe Land geben, den allerschšnsten Besitz unter den Všlkern! Und ich dachte, du wŸrdest mich dann ÈLieber VaterÇ nennen und nicht von mir weichen. 5. Mose 7,6; 32,6, 5. Mose 8,7, Vers 4)

20 Aber das Haus Israel hat mir nicht die Treue gehalten, gleichwie ein Weib wegen ihres Liebhabers nicht die Treue hŠlt, spricht der HERR.

21 (Israels Umkehr) Man hšrt ein klŠgliches Heulen und Weinen der Israeliten auf den Hšhen, weil sie Ÿbel getan und den HERRN, ihren Gott, vergessen haben. Vers 2)

22 Kehrt zurŸck, ihr abtrŸnnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam. Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott.

23 Wahrlich, es ist ja nichts als Betrug mit den HŸgeln und mit dem LŠrm auf den Bergen. Wahrlich, es hat Israel keine andere Hilfe als am HERRN, unserm Gott.

24 Der schŠndliche Baal hat gefressen, was unsere VŠter erworben hatten, von unsrer Jugend an, ihre Schafe und Rinder, Sšhne und Tšchter.

25 So mŸssen wir uns betten in unsere Schande, und unsre Schmach soll uns bedecken. Denn wir haben gesŸndigt wider den HERRN, unsern Gott, wir und unsere VŠter, von unsrer Jugend an bis auf den heutigen Tag, und haben nicht gehorcht der Stimme des HERRN, unseres Gottes. Kap 14,7.20)



4

1 Willst du dich, Israel, bekehren, spricht der HERR, so kehre dich zu mir! Und wenn du deine greulichen Gštzen von meinem Angesicht wegtust, so brauchst du nicht mehr umherzuschweifen,

2 und wenn du ohne Heuchelei recht und heilig schwšrst: ÈSo wahr der HERR lebtÇ, dann werden die Heiden in ihm gesegnet werden und sich seiner rŸhmen. 5. Mose 10,20; Jes 65,16)

3 Denn so spricht der HERR zu denen in Juda und zu Jerusalem: PflŸget ein Neues und sŠet nicht unter die Dornen! Hos 10,12)

4 Beschneidet euch fŸr den HERRN und tut weg die Vorhaut eures Herzens, ihr MŠnner von Juda und ihr Leute von Jerusalem, auf da§ nicht um eurer Bosheit willen mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, so da§ niemand lšschen kann. Kap 9,25; 5. Mose 10,16; Ršm 2,29; Kol 2,11, Kap 6,7.10)

5 (Der Feind aus dem Norden wird das Land verheeren) VerkŸndet in Juda und schreit laut in Jerusalem und sprecht: ÈBlast die Posaune im Lande!Ç Ruft mit voller Stimme und sprecht: ÈSammelt euch und la§t uns in die festen StŠdte ziehen!Ç

6 Richtet in Zion ein Fluchtzeichen auf; flieht und sŠumet nicht! Denn ich bringe von Norden Unheil herzu und gro§en Jammer. Kap 1,14)

7 Es steigt herauf der Lšwe aus seinem Dickicht, und der Verderber der Všlker hat sich aufgemacht und ist ausgezogen von seiner StŠtte, dein Land zu verwŸsten und deine StŠdte zu verbrennen, so da§ niemand darin wohnt. Kap 2,15; 5,6; 25,38; 49,19; 50,44)

8 Darum zieht den Sack an, klagt und heult; denn der grimmige Zorn des HERRN will sich nicht von uns wenden. Kap 6,26)

9 Zu der Zeit, spricht der HERR, wird dem Kšnig und den FŸrsten der Mut entfallen, die Priester werden bestŸrzt und die Propheten erschrocken sein.

10 Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, du hast dies Volk und Jerusalem sehr getŠuscht, als du sagtest: ÈEs wird Friede bei euch seinÇ, wo doch das Schwert uns ans Leben geht! Kap 6,14)

11 Zu der Zeit wird man diesem Volk und Jerusalem sagen: ÈEs kommt ein hei§er Wind von den kahlen Hšhen aus der WŸste, geraden Weges zu der Tochter meines Volks, nicht zum Worfeln noch zum Sichten.Ç

12 Ja, ein Wind kommt auf mein Gehei§, der ihnen zu stark sein wird; da will ich dann mit ihnen rechten.

13 Siehe, er fŠhrt daher wie Wolken, und seine Wagen sind wie ein Sturmwind, seine Rosse sind schneller als Adler. Weh uns! Wir sind verloren!

14 So wasche nun, Jerusalem, dein Herz von der Bosheit, auf da§ dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken? Kap 6,8; Jes 1,16)

15 Horch! Es kommt ein Geschrei von Dan her und eine bšse Botschaft vom Gebirge Ephraim.

16 Saget an den Všlkern, verkŸndet in Jerusalem: Belagerer kommen aus fernen Landen und erheben Kriegsgeschrei gegen die StŠdte Judas.

17 Sie werden sich um Jerusalem her lagern wie die WŠchter auf dem Felde; denn es hat mich erzŸrnt, spricht der HERR. Kap 1,15; 6,3)

18 Das hast du zum Lohn fŸr deinen Wandel und dein Tun. Das kommt von deiner Bosheit, da§ es so bitter um dich steht und dir bis ans Herz dringt.

19 Wie ist mir so weh! Mein Herz pocht mir im Leibe, und ich habe keine Ruhe; denn ich hšre der Posaune Hall, den LŠrm der Feldschlacht;

20 Niederlage auf Niederlage wird gemeldet. Denn das ganze Land wird verheert, plštzlich sind meine HŸtten und meine Zelte zerstšrt.

21 Wie lange soll ich noch das Fluchtzeichen sehen und der Posaune Hall hšren?

22 Aber mein Volk ist toll und glaubt mir nicht. Tšricht sind sie und achten's nicht; weise sind sie genug, †bles zu tun, aber rechttun wollen sie nicht lernen. Jes 27,11)

23 Ich schaute das Land an, siehe, es war wŸst und šde, und den Himmel, und er war finster. 1. Mose 1,2)

24 Ich sah die Berge an, und siehe, sie bebten, und alle HŸgel wankten.

25 Ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Všgel unter dem Himmel waren weggeflogen.

26 Ich sah, und siehe, das Fruchtland war eine WŸste, und alle seine StŠdte waren zerstšrt vor dem HERRN und vor seinem grimmigen Zorn.

27 Denn so spricht der HERR: Das ganze Land soll wŸst werden, aber ich will mit ihm doch nicht ganz ein Ende machen. Kap 5,18; 10,24; 18,3-8; Am 9,8)

28 Darum wird das Land betrŸbt und der Himmel droben traurig sein; denn ich hab's geredet, ich hab's beschlossen, und es soll mich nicht gereuen, ich will auch nicht davon ablassen.

29 Aus allen StŠdten werden sie vor dem Geschrei der Reiter und SchŸtzen fliehen und in die dichten WŠlder laufen und in die Felsen kriechen. Alle StŠdte werden verlassen stehen, so da§ niemand darin wohnt.

30 Was willst du dann tun, du †berwŠltigte? Wenn du dich schon mit Purpur kleiden und mit goldenen Kleinoden schmŸcken und dein Angesicht schminken wŸrdest, so schmŸckst du dich doch vergeblich. Die dir jetzt den Hof machen, werden dich verachten, sie werden dir nach dem Leben trachten.

31 Denn ich hšre ein Geschrei wie von einer GebŠrenden, Angstrufe wie von einer, die in den ersten Kindsnšten ist, ein Geschrei der Tochter Zion, die da keucht und die HŠnde ausbreitet: Ach, weh mir! Ich mu§ vergehen vor den WŸrgern.



5

1 (Dem sŸndigen Volk kann nicht mehr vergeben werden) Geht durch die Gassen Jerusalems und schaut und merkt auf und sucht auf den Stra§en der Stadt, ob ihr jemand findet, der Recht Ÿbt und auf Wahrheit hŠlt, so will ich ihr gnŠdig sein. 1. Mose 18,22-32)

2 Und wenn sie auch sprechen: Bei dem lebendigen Gott!, so schwšren sie doch falsch. Kap 4,2)

3 HERR, deine Augen sehen auf Wahrhaftigkeit*. Du schlŠgst sie, aber sie fŸhlen's nicht; du machst fast ein Ende mit ihnen, aber sie bessern sich nicht. Sie haben ein Angesicht, hŠrter als ein Fels, und wollen sich nicht bekehren. Kap 2,30; 7,28; 9,2, Jes 48,4)

*Luther Ÿbersetzte: Èsehen nach dem GlaubenÇ.

4 Ich aber dachte: Wohlan, es sind arme, unverstŠndige Leute und wissen nicht um des HERRN Weg und um ihres Gottes Recht.

5 Ich will zu den Gro§en gehen und mit ihnen reden; die werden um des HERRN Weg und ihres Gottes Recht wissen. Aber sie alle haben das Joch zerbrochen und die Seile zerrissen. Kap 2,20)

6 Darum wird sie auch der Lšwe aus dem Walde zerrei§en, und der Wolf aus der Steppe wird sie verderben, und der Panther wird um ihre StŠdte lauern; alle, die von da herausgehen, werden zerfleischt. Denn ihrer SŸnden sind zu viele, und sie bleiben in ihrem Ungehorsam. Kap 4,7)

7 Wie soll ich dir denn gnŠdig sein? Deine Sšhne haben mich verlassen und schwšren bei dem, der nicht Gott ist. Als ich sie satt gemacht hatte, trieben sie Ehebruch und liefen ins Hurenhaus.

8 Ein jeder wiehert nach seines NŠchsten Weibe wie die vollen, mŸ§igen Hengste. Hes 22,11)

9 Und ich sollte das an ihnen nicht heimsuchen, spricht der HERR, und ich sollte mich nicht rŠchen an einem Volk wie diesem? Vers 29; Kap 9,8)

10 StŸrmt ihre Weinberge hinauf und zerstšrt die stŸtzenden Mauern; aber verwŸstet sie nicht ganz! Rei§et ihre Weinranken weg; denn sie gehšren nicht dem HERRN!

11 Sie verachten mich, spricht der HERR, das Haus Israel und das Haus Juda.

12 Sie verleugnen den HERRN und sprechen: ÈDas tut er nicht; so Ÿbel wird es uns nicht gehen; Schwert und Hunger werden wir nicht sehen.

13 Die Propheten sind SchwŠtzer und haben Gottes Wort nicht; es ergehe ihnen selbst so!Ç

14 Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth: Weil ihr solche Reden fŸhrt, siehe, so will ich meine Worte in deinem Munde zu Feuer machen und dies Volk zu Brennholz, da§ es verzehrt werde.

15 Siehe, ich will Ÿber euch vom Hause Israel ein Volk von ferne her bringen, spricht der HERR, ein Volk von unerschšpflicher Kraft, ein uraltes Volk, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehst, und was sie reden, kannst du nicht vernehmen. Kap 6,22, Jes 28,11)

16 Seine Kšcher sind wie offene GrŠber; es sind lauter Helden.

17 Sie werden deine Ernte und dein Brot verzehren, sie werden deine Sšhne und Tšchter fressen, sie werden deine Schafe und Rinder verschlingen, sie werden deine Weinstšcke und FeigenbŠume verzehren; deine festen StŠdte, auf die du dich verlŠ§t, werden sie mit dem Schwert einnehmen.

18 Doch will ich, spricht der HERR, auch zu jener Zeit mit euch nicht ganz ein Ende machen. Kap 4,27)

19 Und wenn sie sagen: Warum tut uns der HERR, unser Gott, dies alles?, sollst du ihnen antworten: Wie ihr mich verla§t und fremden Gšttern dient in eurem eigenen Lande, so sollt ihr auch Fremden dienen in einem Lande, das nicht euer ist. Kap 16,10-14)

20 VerkŸndet im Hause Jakob und ruft aus in Juda und sprecht:

21 Hšrt zu, ihr tolles Volk, das keinen Verstand hat, die da Augen haben und sehen nicht, Ohren haben und hšren nicht! Jes 6,9.10; Mk 8,18)

22 Wollt ihr mich nicht fŸrchten, spricht der HERR, und vor mir nicht erschrecken, der ich dem Meere den Sand zur Grenze setze, darin es allezeit bleiben mu§, darŸber es nicht gehen darf? Und wenn es auch aufwallt, so vermag es doch nichts; und wenn seine Wellen auch toben, so dŸrfen sie doch nicht darŸber gehen. Ps 104,9)

23 Aber dies Volk hat ein abtrŸnniges, ungehorsames Herz. Sie bleiben abtrŸnnig und gehen ihrer Wege

24 und sprechen niemals in ihrem Herzen: ÈLa§t uns doch den HERRN, unsern Gott, fŸrchten, der uns FrŸhregen und SpŠtregen gibt zur rechten Zeit und uns die Ernte treulich und jŠhrlich gewŠhrt.Ç 5. Mose 11,14)

25 Aber eure Verschuldungen verhindern das, und eure SŸnden halten das Gute von euch fern. Jes 59,2)

26 Man findet unter meinem Volk Gottlose, die den Leuten nachstellen und Fallen zurichten, um sie zu fangen, wie's die VogelfŠnger tun.

27 Ihre HŠuser sind voller TŸcke, wie ein Vogelbauer voller Lockvšgel ist. Daher sind sie gro§ und reich geworden,

28 fett und feist. Sie gehen mit bšsen Dingen um; sie halten kein Recht, der Waisen Sache fšrdern sie nicht, da§ ihnen ihr Recht werde, und helfen den Armen nicht zum Recht. 2. Mose 22,21; Jes 1,17)

29 Sollte ich das an ihnen nicht heimsuchen, spricht der HERR, und sollte ich mich nicht rŠchen an einem Volk wie diesem? Vers 9)

30 Es steht greulich und grŠ§lich im Lande.

31 Die Propheten weissagen LŸge, und die Priester herrschen auf eigene Faust, und mein Volk hat's gern so. Aber was werdet ihr tun, wenn's damit ein Ende hat? Hes 13,6)



6

1 (Das wohlverdiente Gericht) Flieht, ihr Leute von Benjamin, aus Jerusalem und blast die Posaune in Tekoa und richtet ein Fluchtzeichen auf Ÿber Bet-Kerem! Denn es droht von Norden Unheil und gro§er Jammer. Am 1,1, Kap 1,14)

2 Die Tochter Zion ist wie eine liebliche Aue;

3 aber es werden Hirten Ÿber sie kommen mit ihren Herden; die werden Zelte aufschlagen rings um sie her und ein jeder seinen Platz abweiden. Kap 4,17)

4 ÈRŸstet euch zum Krieg gegen sie! Wohlauf, la§t uns hinaufziehen, solange es noch heller Tag ist! Wehe, es will Abend werden, und die Schatten werden lang!

5 Wohlan, la§t uns hinaufziehen bei Nacht und ihre PalŠste zerstšren!Ç

6 Denn so spricht der HERR Zebaoth: FŠllet BŠume und werft einen Wall auf gegen Jerusalem; denn es ist eine Stadt, die heimgesucht werden soll. Ist doch nichts als Unrecht darin! Kap 5,1)

7 Denn wie ein Brunnen sein Wasser quellen lŠ§t, so quillt auch ihre Bosheit. Frevel und Gewalt hšrt man in ihr, und Morden und Schlagen treiben sie tŠglich vor mir.

8 Be§re dich, Jerusalem, ehe sich mein Herz von dir wende und ich dich zum wŸsten Lande mache, darin niemand wohnt!

9 So spricht der HERR Zebaoth: Halte Nachlese am Rest Israels wie am Weinstock, strecke deine Hand immer wieder aus wie ein Winzer nach den Reben.

10 ÈAch, mit wem soll ich noch reden, und wem soll ich Zeugnis geben? Da§ doch jemand hšren wollte! Aber ihr Ohr ist unbeschnitten; sie kšnnen's nicht hšren. Siehe, sie halten des HERRN Wort fŸr Spott und wollen es nicht haben. Kap 4,4; Apg 7,51)

11 Darum bin ich von des HERRN Zorn so voll, da§ ich ihn nicht zurŸckhalten kann.Ç So schŸtte ihn aus Ÿber die Kinder auf der Gasse und Ÿber die Schar der jungen MŠnner! Denn es sollen alle, Mann und Frau, Alte und Hochbetagte, gefangen weggefŸhrt werden.

12 Ihre HŠuser sollen den Fremden zuteil werden samt den €ckern und Frauen; denn ich will meine Hand ausstrecken, spricht der HERR, wider die Bewohner des Landes.

13 Denn sie gieren alle, klein und gro§, nach unrechtem Gewinn, und Propheten und Priester gehen alle mit LŸge um (13-15) Kap 8,10-12; Hes 13,10.16; 1. Thess 5,3)

14 und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: ÈFriede! Friede!Ç, und ist doch nicht Friede.

15 Sie werden mit Schande dastehen, weil sie solche Greuel getrieben haben; aber sie wollen sich nicht schŠmen und wissen nichts von Scham. Darum sollen sie fallen unter den Fallenden, und wenn ich sie heimsuchen werde, sollen sie stŸrzen, spricht der HERR.

16 So spricht der HERR: Tretet hin an die Wege und schauet und fragt nach den Wegen der Vorzeit, welches der gute Weg sei, und wandelt darin, so werdet ihr Ruhe finden fŸr eure Seele! Aber sie sprechen: Wir wollen's nicht tun! Mt 11,29)

17 Auch habe ich WŠchter Ÿber euch gesetzt: Achtet auf den Hall der Posaune! Aber sie sprechen: Wir wollen's nicht tun! Hes 3,17)

18 Darum hšret, ihr Všlker, und merkt auf samt euren Leuten!

19 Du, Erde, hšre zu! Siehe, ich will Unheil Ÿber dies Volk bringen, ihren verdienten Lohn, weil sie auf meine Worte nicht achten und mein Gesetz verwerfen. Jes 1,2)

20 Was frage ich nach dem Weihrauch aus Saba und nach dem kšstlichen GewŸrz, das aus fernen Landen kommt? Eure Brandopfer sind mir nicht wohlgefŠllig, und eure Schlachtopfer gefallen mir nicht. Ps 40,7; Jes 1,11-15)

21 Darum spricht der HERR: Siehe, ich will diesem Volk Anstš§e in den Weg stellen, daran sich VŠter und Sšhne zugleich sto§en und ein Nachbar mit dem andern umkommen soll.

22 So spricht der HERR: Siehe, es kommt ein Volk von Norden, und ein gro§es Volk wird sich erheben vom Ende der Erde. Kap 5,15; 5. Mose 28,49)

23 Sie fŸhren Bogen und Speer, sind grausam und ohne Erbarmen. Sie brausen daher wie ein ungestŸmes Meer und reiten auf Rossen, gerŸstet als Kriegsleute, gegen dich, du Tochter Zion. Kap 50,42)

24 Wir haben von ihnen gehšrt, und unsre Arme sind uns niedergesunken; es ist uns angst und weh geworden wie einer GebŠrenden.

25 Niemand gehe hinaus auf den Acker, niemand gehe Ÿber Land; denn es ist Schrecken um und um vor dem Schwert des Feindes. Kap 20,3)

26 O Tochter meines Volks, zieh den Sack an und wŠlze dich im Staube! Trage Leid wie um den einzigen Sohn und klage bitterlich; denn der Verderber kommt Ÿber uns plštzlich. Kap 4,8; Am 8,10)

27 (Jeremia als PrŸfer des Volkes) Ich habe dich zum PrŸfer gesetzt fŸr mein Volk, da§ du seinen Wandel erkennen und prŸfen sollst.

28 Sie sind ganz und gar abtrŸnnig und wandeln verleumderisch; Erz und Eisen sind sie; alle bringen sie Verderben. Hes 22,18)

29 Der Blasebalg schnaubte, das Blei wurde flŸssig vom Feuer; aber das Schmelzen war umsonst, denn die Bšsen sind nicht ausgeschieden.

30 Darum hei§en sie ÈVerworfenes SilberÇ; denn der HERR hat sie verworfen. 1. Kšn 9,7)



7

1 (Die Tempelrede) (vgl. Kap 26) Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia:

2 Tritt ins Tor am Hause des HERRN und predige dort dies Wort und sprich: Hšret des HERRN Wort, ihr alle von Juda, die ihr zu diesen Toren eingeht, den HERRN anzubeten!

3 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Bessert euer Leben und euer Tun, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort.* Kap 18,11; 25,5; 26,13; Jes 1,16)

*Nach anderer †berlieferung: so will ich euch wohnen lassen an diesem Ort. (In gleicher Weise auch Vers 7.)

4 Verla§t euch nicht auf LŸgenworte, wenn sie sagen: Hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel!

5 Sondern bessert euer Leben und euer Tun, da§ ihr recht handelt einer gegen den andern

6 und keine Gewalt Ÿbt gegen Fremdlinge, Waisen und Witwen und nicht unschuldiges Blut vergie§t an diesem Ort und nicht andern Gšttern nachlauft zu eurem eigenen Schaden, Kap 5,28)

7 so will ich immer und ewig bei euch wohnen an diesem Ort, in dem Lande, das ich euren VŠtern gegeben habe.

8 Aber nun verla§t ihr euch auf LŸgenworte, die zu nichts nŸtze sind.

9 Ihr seid Diebe, Mšrder, Ehebrecher und Meineidige und opfert dem Baal und lauft fremden Gšttern nach, die ihr nicht kennt. Hos 4,2)

10 Und dann kommt ihr und tretet vor mich in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, und sprecht: Wir sind geborgen, - und tut weiter solche Greuel.

11 Haltet ihr denn dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, fŸr eine RŠuberhšhle? Siehe, ich sehe es wohl, spricht der HERR. Mt 21,13)

12 Geht hin an meine StŠtte zu Silo, wo frŸher mein Name gewohnt hat, und schaut, was ich dort getan habe wegen der Bosheit meines Volks Israel. Jos 18,1; 1. Sam 4,4.12; Ps 78,60)

13 Weil ihr denn lauter solche Dinge treibt, spricht der HERR, und weil ich immer wieder zu euch redete und ihr nicht hšren wolltet und ich euch rief und ihr nicht antworten wolltet, Kap 25,3; Jes 65,12)

14 so will ich mit dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, auf das ihr euch verla§t, und mit der StŠtte, die ich euch und euren VŠtern gegeben habe, ebenso tun, wie ich mit Silo getan habe,

15 und will euch von meinem Angesicht versto§en, wie ich versto§en habe alle eure BrŸder, das ganze Geschlecht Ephraim. 2. Kšn 17,18.20.23)

16 (Gegen falschen Gottesdienst) Du sollst fŸr dies Volk nicht bitten und sollst fŸr sie weder Klage noch Gebet vorbringen, sie auch nicht vertreten vor mir; denn ich will dich nicht hšren. Kap 11,14; 14,11; 37,3; 42,2; 2. Mose 32,10.11; 1. Sam 12,23)

17 Siehst du nicht, was sie tun in den StŠdten Judas und auf den Gassen Jerusalems? (17 und 18) Kap 19,13; 44,17.19; Jes 65,11)

18 Die Kinder lesen Holz, die VŠter zŸnden das Feuer an, und die Frauen kneten den Teig, da§ sie der Himmelskšnigin Kuchen backen, und fremden Gšttern spenden sie Trankopfer mir zum Verdru§.

19 Aber damit machen sie nicht mir Verdru§, spricht der HERR, sondern sich selbst zu ihrer eigenen Schande.

20 Darum spricht Gott der HERR: Siehe, mein Zorn und mein Grimm wird ausgeschŸttet Ÿber diese StŠtte, Ÿber Menschen und Ÿber Vieh, Ÿber die BŠume auf dem Felde und Ÿber die FrŸchte des Landes; der soll so brennen, da§ niemand lšschen kann.

21 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Tut eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern und fre§t Fleisch! (21 und 22) 1. Sam 15,22; Ps 50,7-15; Hos 8,13; Mi 6,6-8)

22 Ich aber habe euren VŠtern an dem Tage, als ich sie aus €gyptenland fŸhrte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern;

23 sondern dies habe ich ihnen geboten: Gehorcht meinem Wort, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; wandelt ganz auf dem Wege, den ich euch gebiete, auf da§ es euch wohlgehe. Kap 11,4; 24,7; 30,22; 31,1.33; 32,38; 3. Mose 26,12; Hes 11,20; 14,11; 34,30; 37,27)

24 Aber sie wollten nicht hšren noch ihre Ohren mir zukehren, sondern wandelten nach ihrem eignen Rat und nach ihrem verstockten und bšsen Herzen und kehrten mir den RŸcken zu und nicht das Angesicht. Kap 11,8; Jes 65,2)

25 Ja, von dem Tage an, da ich eure VŠter aus €gyptenland fŸhrte, bis auf diesen Tag habe ich immer wieder zu euch gesandt alle meine Knechte, die Propheten. (25 und 26) Kap 25,4)

26 Aber sie wollen mich nicht hšren noch ihre Ohren mir zukehren, sondern sind halsstarrig und treiben es Šrger als ihre VŠter. Kap 16,12)

27 Und wenn du schon ihnen dies alles sagst, so werden sie doch nicht auf dich hšren; rufst du sie, so werden sie dir nicht antworten.

28 Darum sprich zu ihnen: Dies ist das Volk, das auf die Stimme des HERRN, seines Gottes, nicht hšren noch sich bessern will. Die Wahrheit ist dahin und ausgerottet aus ihrem Munde. Kap 5,1)

29 Schere deine Haare ab und wirf sie von dir und wehklage auf den Hšhen; denn der HERR hat dies Geschlecht, Ÿber das er zornig ist, verworfen und versto§en. Mi 1,16)

30 Denn die Leute von Juda tun, was mir mi§fŠllt, spricht der HERR. Sie haben ihre Greuelbilder gesetzt in das Haus, das nach meinem Namen genannt ist, um es unrein zu machen, Kap 32,34; 2. Kšn 21,4.5)

31 und haben die Hšhen des Tofet im Tal Ben-Hinnom gebaut, um ihre Sšhne und Tšchter zu verbrennen, was ich nie geboten habe und mir nie in den Sinn gekommen ist. (31-33) Kap 19,5-7; 32,25; 3. Mose 18,21)

32 Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da§ man's nicht mehr nennen wird ÈTofetÇ und ÈTal Ben-HinnomÇ, sondern ÈWŸrgetalÇ. Und man wird im Tofet begraben mŸssen, weil sonst kein Raum mehr sein wird.

33 Und die Leichname dieses Volks sollen den Všgeln des Himmels und den Tieren des Feldes zum Fra§ werden, ohne da§ sie jemand verscheuchen wird. Kap 9,21)

34 Und ich will in den StŠdten Judas und auf den Gassen Jerusalems wegnehmen den Jubel der Freude und Wonne und die Stimme des BrŠutigams und der Braut; denn das Land soll wŸst werden. Kap 16,9; 25,10; 33,11)



8

1 Zu dieser Zeit, spricht der HERR, wird man die Gebeine der Kšnige von Juda, die Gebeine seiner FŸrsten, die Gebeine der Priester, die Gebeine der Propheten und die Gebeine der BŸrger Jerusalems aus ihren GrŠbern werfen

2 und wird sie hinstreuen der Sonne, dem Mond und dem ganzen Heer des Himmels, die sie geliebt und denen sie gedient haben, denen sie nachgelaufen sind, die sie befragt und angebetet haben. Sie sollen nicht wieder aufgelesen und begraben werden, sondern Dung auf dem Felde sein. 5. Mose 4,19)

3 Und alle, die Ÿbriggeblieben sind von diesem bšsen Volk, werden an allen Orten, wohin ich sie versto§e, lieber tot als lebendig sein wollen, spricht der HERR Zebaoth.

4 (Gegen das verblendete Volk und seine VerfŸhrer) Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fŠllt, der nicht gern wieder aufstŸnde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkŠme?

5 Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen fŸr und fŸr? Sie halten so fest am falschen Gottesdienst, da§ sie nicht umkehren wollen.

6 Ich sehe und hšre, da§ sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wŠre und der sprŠche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstŸrmt.

7 Der Storch unter dem Himmel wei§ seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen. Jes 1,3)

8 Wie kšnnt ihr sagen: ÈWir sind weise und haben das Gesetz des HERRN bei unsÇ? Ist's doch lauter LŸge, was die Schreiber daraus machen.

9 Die Weisen mŸssen zuschanden, erschreckt und gefangen werden; denn was kšnnen sie Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen?

10 Darum will ich ihre Frauen den Fremden geben und ihre €cker denen, durch die sie verjagt werden. Denn sie gieren alle, klein und gro§, nach unrechtem Gewinn; Priester und Propheten gehen mit LŸge um Kap 6,13-15; Jes 56,11)

11 und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: ÈFriede! Friede!Ç, und ist doch nicht Friede.

12 Sie werden mit Schande dastehen, weil sie solche Greuel getrieben haben; aber sie wollen sich nicht schŠmen und wissen nichts von Scham. Darum sollen sie fallen unter den Fallenden, und wenn ich sie heimsuchen werde, sollen sie stŸrzen, spricht der HERR.

13 Ich will unter ihnen Lese halten, spricht der HERR, so da§ keine Trauben am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum Ÿbrigbleiben, ja, auch die BlŠtter abfallen sollen; und was ich ihnen gegeben habe, das soll ihnen genommen werden.

14 (Die Angst des Volkes und die Trauer des Propheten) ÈWozu wollen wir noch da sitzen? Sammelt euch und la§t uns in die festen StŠdte ziehen, da§ wir dort umkommen. Denn der HERR, unser Gott, wird uns umkommen lassen und uns trŠnken mit einem giftigen Trank, weil wir so gesŸndigt haben wider den HERRN. Kap 9,14)

15 Wir hofften, es sollte Friede werden, aber es kommt nichts Gutes; wir hofften, wir sollten heil werden, aber siehe, es ist Schrecken da. Kap 14,19)

16 Man hšrt ihre Rosse schnauben von Dan her, vom Wiehern ihrer Hengste erbebt das ganze Land. Sie fahren daher und werden das Land auffressen mit allem, was darin ist, die Stadt samt allen, die darin wohnen.Ç Kap 4,15)

17 Denn siehe, ich will Schlangen und Nattern unter euch senden, die nicht zu beschwšren sind; die sollen euch stechen, spricht der HERR.

18 Was kann mich in meinem Jammer erquicken? Mein Herz in mir ist krank. Kap 4,19)

19 Siehe, die Tochter meines Volks schreit aus fernem Lande her: ÈWill denn der HERR nicht mehr Gott sein in Zion, oder soll es keinen Kšnig mehr haben?Ç Ja, warum haben sie mich so erzŸrnt durch ihre Bilder und fremde, nichtige Gštzen?

20 ÈDie Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin, und uns ist keine Hilfe gekommen!Ç

21 Mich jammert von Herzen, da§ mein Volk so ganz zerschlagen ist; ich grŠme und entsetze mich.

22 Ist denn keine Salbe in Gilead, oder ist kein Arzt da? Warum ist denn die Tochter meines Volks nicht geheilt? Kap 46,11)

23 *Ach da§ ich Wasser genug hŠtte in meinem Haupte und meine Augen TrŠnenquellen wŠren, da§ ich Tag und Nacht beweinen kšnnte die Erschlagenen meines Volks! Kap 13,17, Lk 19,41)

*Abweichende VerszŠhlung statt 8,23: 9,1.



9

1 (Jeremias Klage Ÿber sein Volk) *Ach, da§ ich eine Herberge hŠtte in der WŸste, so wollte ich mein Volk verlassen und von ihnen ziehen! Denn es sind lauter Ehebrecher und ein treuloser Haufe.

*Abweichende VerszŠhlung statt 9,1-25: 9,2-26.

2 Sie schie§en mit ihren Zungen lauter LŸge und keine Wahrheit und treiben's mit Gewalt im Lande und gehen von einer Bosheit zur andern, mich aber achten sie nicht, spricht der HERR. Kap 5,1)

3 Ein jeder hŸte sich vor seinem Freunde und traue auch seinem Bruder nicht; denn ein Bruder Ÿberlistet den andern, und ein Freund verleumdet den andern. (3 und 4) Kap 12,6; Ps 41,10; Mi 7,5.6)

4 Ein Freund tŠuscht den andern, sie reden kein wahres Wort; sie haben sich daran gewšhnt, da§ einer den andern betrŸgt. Sie freveln, und es ist ihnen leid umzukehren.

5 Es ist allenthalben nichts als Trug unter ihnen, und vor lauter Trug wollen sie mich nicht kennen, spricht der HERR.

6 Darum spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will sie schmelzen und prŸfen; denn was soll ich sonst tun, wenn ich ansehe die Tochter meines Volks?

7 Ihre falschen Zungen sind tšdliche Pfeile; mit dem Munde reden sie freundlich zu ihrem NŠchsten, aber im Herzen lauern sie ihm auf. Ps 12,3)

8 Sollte ich das nicht heimsuchen an ihnen, spricht der HERR, und sollte ich mich nicht rŠchen an einem Volk wie diesem? Kap 5,9.29)

9 Ich mu§ Ÿber die Berge weinen und heulen und Ÿber die WeidegrŸnde in der Steppe klagen; denn sie sind veršdet, da§ niemand hindurchzieht und man auch kein Vieh blšken hšrt. Die Všgel des Himmels und das Vieh sind geflohen und fort. Kap 4,25; 12,4)

10 Und ich will Jerusalem zu Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale machen und will die StŠdte Judas zur WŸste machen, da§ niemand darin wohnen soll. Kap 26,18)

11 Wer ist nun weise, da§ er dies verstŸnde, und zu wem spricht des HERRN Mund, da§ er verkŸndete, warum das Land verdirbt und šde wird wie eine WŸste, die niemand durchwandert? Lk 19,42)

12 Und der HERR sprach: Weil sie mein Gesetz verlassen, das ich ihnen vorgelegt habe, und meinen Worten nicht gehorchen, auch nicht danach leben,

13 sondern folgen ihrem verstockten Herzen und den Baalen, wie ihre VŠter sie gelehrt haben, Kap 7,24)

14 darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will dies Volk mit Wermut speisen und mit Gift trŠnken. Kap 23,15, Kap 8,14)

15 Ich will sie unter Všlker zerstreuen, die weder sie noch ihre VŠter gekannt haben, und will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis es aus ist mit ihnen. 3. Mose 26,33)

16 So spricht der HERR Zebaoth: Gebt acht und bestellt Klageweiber, da§ sie kommen, und schickt nach denen, die klagen kšnnen,

17 da§ sie herbeieilen und um uns klagen, da§ unsre Augen von TrŠnen rinnen und unsre Augenlider von Wasser flie§en.

18 Horch, man hšrt ein Klagegeschrei in Zion: Ach, wie hat man uns Gewalt angetan und wie sind wir zuschanden geworden! Wir mŸssen das Land rŠumen; denn sie haben unsre Wohnungen geschleift.

19 Ja, hšret, ihr Frauen, des HERRN Wort, und nehmt zu Ohren die Rede seines Mundes! Lehrt eure Tšchter klagen, und eine lehre die andere dies Klagelied:

20 ÈDer Tod ist zu unsern Fenstern hereingestiegen und in unsere HŠuser gekommen. Er wŸrgt die Kinder auf der Gasse und die jungen MŠnner auf den PlŠtzen.Ç

21 So spricht der HERR: Die Leichen der Menschen sollen liegen wie Dung auf dem Felde und wie Garben hinter dem Schnitter, die niemand sammelt. Kap 7,33; 14,16; 16,4; 25,33; Ps 79,2)

22 (Das rechte RŸhmen) So spricht der HERR: Ein Weiser rŸhme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rŸhme sich nicht seiner StŠrke, ein Reicher rŸhme sich nicht seines Reichtums.

23 Sondern wer sich rŸhmen will, der rŸhme sich dessen, da§ er klug sei und mich kenne, da§ ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit Ÿbt auf Erden; denn solches gefŠllt mir, spricht der HERR. 1. Kor 1,31; 2. Kor 10,17)

24 (Israel ein unbeschnittenes Volk) Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da§ ich heimsuchen werde alle, die an der Vorhaut beschnitten sind,

25 nŠmlich €gypten, Juda, Edom, die Ammoniter, Moab und alle, die das Haar rundherum abscheren, die in der WŸste wohnen. Denn alle Heiden sind nur unbeschnitten, aber ganz Israel hat ein unbeschnittenes Herz. 3. Mose 19,27, Kap 4,4; 3. Mose 26,41; 5. Mose 30,6)



10

1 (Die toten Gštzen und der lebendige Gott) Hšret, was der HERR zu euch redet, ihr vom Hause Israel!

2 So spricht der HERR: Ihr sollt nicht den Gottesdienst der Heiden annehmen und sollt euch nicht fŸrchten vor den Zeichen des Himmels, wie die Heiden sich fŸrchten. 2. Mose 23,24, 2. Kšn 21,6)

3 Denn ihre Gštter sind alle nichts. Man fŠllt im Walde einen Baum, und der Bildhauer macht daraus mit dem Schnitzmesser ein Werk von MenschenhŠnden, Jes 44,13-17)

4 und er schmŸckt es mit Silber und Gold und befestigt es mit Nagel und Hammer, da§ es nicht umfalle.

5 Sie sind ja nichts als Vogelscheuchen im Gurkenfeld. Sie kšnnen nicht reden; auch mu§ man sie tragen, denn sie kšnnen nicht gehen. Darum sollt ihr euch nicht vor ihnen fŸrchten; denn sie kšnnen weder helfen noch Schaden tun. Ps 115,7; Jes 46,7)

6 Aber dir, HERR, ist niemand gleich; du bist gro§, und dein Name ist gro§, wie du es mit der Tat beweist. Ps 86,8)

7 Wer sollte dich nicht fŸrchten, du Kšnig der Všlker? Dir mu§ man gehorchen; denn unter allen Weisen der Všlker und in allen ihren Kšnigreichen ist niemand dir gleich.

8 Sie sind alle Narren und Toren; denn dem Holz zu dienen ist ein nichtiger Gottesdienst.

9 Silberblech bringt man aus Tarsis, Gold aus Ufas; durch den Bildhauer und Goldschmied werden sie hergestellt; blauen und roten Purpur zieht man ihnen an, und alles ist der KŸnstler Werk.

10 Aber der HERR ist der wahrhaftige Gott, der lebendige Gott, der ewige Kšnig. Vor seinem Zorn bebt die Erde, und die Všlker kšnnen sein Drohen nicht ertragen. Kap 5,2)

11 So sagt nun zu ihnen: Die Gštter, die Himmel und Erde nicht gemacht haben, mŸssen vertilgt werden von der Erde und unter dem Himmel.

12 Er aber hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Erdkreis bereitet durch seine Weisheit und den Himmel ausgebreitet durch seinen Verstand. (12-16) Kap 51,15-19)

13 Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel; Wolken lŠ§t er heraufziehen vom Ende der Erde. Er macht die Blitze, da§ es regnet, und lŠ§t den Wind kommen aus seinen Vorratskammern. Ps 135,7)

14 Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und alle Goldschmiede stehen beschŠmt da mit ihren Bildern; denn ihre Gštzen sind Trug und haben kein Leben, Jes 45,16)

15 sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie mŸssen zugrunde gehen, wenn sie heimgesucht werden.

16 Aber so ist der nicht, der Jakobs Reichtum ist; sondern er ist's, der alles geschaffen hat, und Israel ist sein Erbteil. Er hei§t HERR Zebaoth. 5. Mose 32,9)

17 (Worte des Gerichts und der Klage) Raffe dein BŸndel auf von der Erde, die du sitzest in BedrŠngnis!

18 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich will die Bewohner des Landes diesmal wegschleudern und will sie Šngstigen, damit sie sich finden lassen.

19 Ach, was hab ich fŸr Jammer und Herzeleid! Ich dachte: Es ist nur eine Plage, ich mu§ sie erleiden.

20 Aber mein Zelt ist zerstšrt, und alle meine Seile sind zerrissen. Meine Kinder sind von mir gegangen und nicht mehr da. Niemand richtet meine HŸtte wieder auf, und mein Zelt schlŠgt keiner mehr auf.

21 Denn die Hirten sind zu Toren geworden und fragen nicht nach dem HERRN. Darum kann ihnen nichts Rechtes gelingen, und ihre ganze Herde ist zerstreut. Kap 23,1)

22 Horch, es kommt eine Kunde daher und ein gro§es Getšse aus dem Lande des Nordens, da§ die StŠdte Judas verwŸstet und zur Wohnung der Schakale werden sollen. Kap 1,14)

23 Ich wei§, HERR, da§ des Menschen Tun nicht in seiner Gewalt steht, und es liegt in niemandes Macht, wie er wandle oder seinen Gang richte. Spr 16,9)

24 ZŸchtige mich, HERR, doch mit Ma§en und nicht in deinem Grimm, auf da§ du mich nicht ganz zunichte machst. Kap 30,11; 46,28; Ps 6,2; Hab 1,12)

25 SchŸtte aber deinen Zorn aus Ÿber die Heiden, die dich nicht kennen, und Ÿber die Geschlechter, die deinen Namen nicht anrufen. Denn sie haben Jakob aufgefressen und verschlungen, sie haben ihn vernichtet und seine Wohnung verwŸstet. Ps 79,6.7)



11

1 (Der Bundesbruch des Volkes und Gottes Gericht) Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah vom HERRN:

2 Hšret die Worte dieses Bundes, da§ ihr sie den Leuten in Juda und den BŸrgern von Jerusalem sagt!

3 Und sprich zu ihnen: so spricht der HERR, der Gott Israels: Verflucht sei, wer nicht gehorcht den Worten dieses Bundes, 5. Mose 27,26)

4 die ich euren VŠtern gebot an dem Tage, als ich sie aus €gyptenland fŸhrte, aus dem glŸhenden Ofen, und sprach: Gehorcht meiner Stimme und tut, wie ich euch geboten habe, so sollt ihr mein Volk sein, und ich will euer Gott sein, Kap 7,23)

5 damit ich den Eid halten kann, den ich euren VŠtern geschworen habe, ihnen ein Land zu geben, darin Milch und Honig flie§t, so wie es heute ist. Ich antwortete und sprach: HERR, ja, so sei es! 2. Mose 3,8)

6 Und der HERR sprach zu mir: Predige alle diese Worte in den StŠdten Judas und auf den Gassen Jerusalems und sprich: Hšrt die Worte dieses Bundes und tut danach!

7 Denn ich habe eure VŠter ermahnt von dem Tage an, als ich sie aus €gyptenland fŸhrte, bis auf den heutigen Tag, und ich ermahnte sie immer wieder und sprach: Gehorcht meiner Stimme! (7 und 8) Kap 25,4)

8 Aber sie gehorchten nicht, kehrten auch ihre Ohren mir nicht zu, sondern ein jeder wandelte nach seinem bšsen und verstockten Herzen. Darum habe ich auch Ÿber sie kommen lassen alle Worte dieses Bundes, den ich geboten hatte zu halten und den sie doch nicht gehalten haben. Kap 3,17; 7,26; 13,10; 18,12; 5. Mose 28,15-68)

9 Und der HERR sprach zu mir: Ich wei§ sehr wohl, wie sie in Juda und in Jerusalem sich verschworen haben.

10 Sie kehren zurŸck zu den SŸnden ihrer VŠter, die vor ihnen waren und die meinen Worten auch nicht gehorchen wollten und andern Gšttern nachfolgten und ihnen dienten. So hat das Haus Israel und das Haus Juda meinen Bund gebrochen, den ich mit ihren VŠtern geschlossen habe.

11 Darum siehe, spricht der HERR, ich will Unheil Ÿber sie kommen lassen, dem sie nicht entgehen sollen; und wenn sie zu mir schreien, will ich sie nicht hšren. Ps 18,42; Jes 1,15; Hes 8,18)

12 Dann werden die StŠdte Judas und die BŸrger Jerusalems hingehen und zu den Gšttern schreien, denen sie geopfert haben; aber die werden ihnen nicht helfen in ihrer Not.

|P (12 und 13) Kap 2,28; 5. Mose 32,37.38)

13 Denn so viel StŠdte, so viel Gštter hast du, Juda; und so viele Gassen es in Jerusalem gibt, so viele SchandaltŠre habt ihr aufgerichtet, um dem Baal zu opfern.

14 Du aber bitte nicht fŸr dies Volk und bringe fŸr sie kein Flehen noch Gebet vor mich; denn ich will sie nicht hšren, wenn sie zu mir schreien in ihrer Not. Kap 7,16)

15 Was macht mein geliebtes Volk in meinem Hause? Sie treiben lauter Bosheit und meinen, GelŸbde und heiliges Opferfleisch kšnnten die Schuld von ihnen nehmen; und wenn sie Ÿbel tun, sind sie guter Dinge darŸber. Ršm 11,28, Hos 8,13)

16 Der HERR nannte dich einen grŸnen, schšnen, fruchtbaren …lbaum; aber nun hat er mit gro§em Brausen ein Feuer um ihn anzŸnden lassen, so da§ seine €ste verderben mŸssen.

17 Denn der HERR Zebaoth, der dich gepflanzt hat, hat dir Unheil angedroht um der Bosheit willen des Hauses Israel und des Hauses Juda, die sie getrieben haben, um mich zu erzŸrnen mit ihren RŠucheropfern, die sie dem Baal darbrachten.

18 (Der Anschlag der Leute von Anatot auf Jeremia) Der HERR tat mir kund ihr Vorhaben, damit ich's wisse, und er zeigte es mir.

19 Denn ich war wie ein argloses Lamm gewesen, das zur Schlachtbank gefŸhrt wird, und wu§te nicht, da§ sie gegen mich beratschlagt und gesagt hatten: La§t uns den Baum in seinem Saft verderben und ihn aus dem Lande der Lebendigen ausrotten, da§ seines Namens nimmermehr gedacht werde. Jes 53,7)

20 Aber du, HERR Zebaoth, du gerechter Richter, der du Nieren und Herzen prŸfst, la§ mich sehen, wie du ihnen vergiltst; denn ich habe dir meine Sache befohlen. Ps 7,10, Kap 17,10; 20,12)

21 Darum spricht der HERR Ÿber die MŠnner von Anatot, die dir nach dem Leben trachten und sprechen: Weissage nicht im Namen des HERRN, wenn du nicht von unsern HŠnden sterben willst! - Kap 1,1)

22 darum spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will sie heimsuchen. Ihre junge Mannschaft soll mit dem Schwert getštet werden, und ihre Sšhne und Tšchter sollen vor Hunger sterben,

23 da§ keiner von ihnen Ÿbrigbleibt; denn ich will Ÿber die MŠnner von Anatot Unheil kommen lassen in dem Jahr, da ich sie heimsuchen werde.



12

1 (Jeremias Ansto§ am GlŸck der Gottlosen und Gottes Antwort) HERR, wenn ich auch mit dir rechten wollte, so behŠltst du doch recht; dennoch mu§ ich vom Recht mit dir reden. Warum geht's doch den Gottlosen so gut, und die AbtrŸnnigen haben alles in FŸlle? Ps 73,3)

2 Du pflanzest sie ein, sie schlagen Wurzeln und wachsen und bringen Frucht. Nahe bist du ihrem Munde, aber ferne von ihrem Herzen.

3 Mich aber, HERR, kennst du und siehst mich und prŸfst mein Herz vor dir. Rei§ sie weg wie Schafe zum Schlachten, und sondere sie aus, da§ sie getštet werden! Ps 139,1)

4 Wie lange soll das Land so trocken stehen und das Gras Ÿberall auf dem Felde verdorren? Wegen der Bosheit der Bewohner schwinden Vieh und Všgel dahin; denn man sagt: Er wei§ nicht, wie es uns gehen wird. Kap 9,9)

5 Wenn es dich mŸde macht, mit Fu§gŠngern zu gehen, wie wird es dir gehen, wenn du mit Rossen laufen sollst? Und wenn du schon im Lande, wo keine Gefahr ist, Sicherheit suchst, was willst du tun im Dickicht des Jordans?

6 Denn auch deine BrŸder und deines Vaters Haus sind treulos, sie schreien hinter dir her aus vollem Halse. Darum traue du ihnen nicht, wenn sie auch freundlich mit dir reden.

7 (Gottes Klage Ÿber sein verwŸstetes Land) Ich habe mein Haus verlassen und mein Erbe versto§en und, was meine Seele liebt, in der Feinde Hand gegeben.

8 Mein Erbe ist mir geworden wie ein Lšwe im Walde und brŸllt wider mich; darum bin ich ihm feind geworden.

9 Mein Erbe ist wie der bunte Vogel, um den sich die Všgel sammeln: Wohlauf und sammelt euch, alle Tiere des Feldes, kommt und fre§t! Jes 56,9)

10 Viele Hirten haben meinen Weinberg verwŸstet und meinen Acker zertreten; sie haben meinen schšnen Acker zur WŸste gemacht. (10 und 11) Kap 6,3)

11 Sie haben ihn jŠmmerlich verwŸstet; veršdet liegt er vor mir; ja, das ganze Land ist verwŸstet, aber niemand will es zu Herzen nehmen.

12 Die VerwŸster kommen daher Ÿber alle kahlen Hšhen der Steppe. Denn ein Schwert hat der HERR, das fri§t von einem Ende des Landes bis zum andern, und kein Geschšpf wird Frieden haben.

13 Sie haben Weizen gesŠt, aber Dornen geerntet; sie lie§en's sich sauer werden, aber sie konnten's nicht genie§en. Sie konnten ihres Ertrages nicht froh werden vor dem grimmigen Zorn des HERRN. Hos 8,7)

14 (Weissagung Ÿber benachbarte Všlker) So spricht der HERR: Wider alle meine bšsen Nachbarn, die das Erbteil antasten, das ich meinem Volk Israel ausgeteilt habe: Siehe, ich will sie aus ihrem Lande ausrei§en und das Haus Juda aus ihrer Mitte rei§en.

15 Aber wenn ich sie ausgerissen habe, will ich mich wieder Ÿber sie erbarmen und will einen jeden in sein Erbteil und in sein Land zurŸckbringen.

16 Und es soll geschehen, wenn sie von meinem Volk lernen werden, bei meinem Namen zu schwšren: So wahr der HERR lebt!, wie sie mein Volk gelehrt haben, beim Baal zu schwšren, so sollen sie inmitten meines Volks wohnen. 5. Mose 6,13, Kap 4,2)

17 Wenn sie aber nicht hšren wollen, so will ich solch ein Volk ausrei§en und vernichten, spricht der HERR.

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13

1 (Der verdorbene GŸrtel) So sprach der HERR zu mir: Geh hin und kaufe dir einen leinenen GŸrtel und gŸrte damit deine Lenden, aber la§ ihn nicht na§ werden!

2 Und ich kaufte einen GŸrtel nach dem Befehl des HERRN und gŸrtete ihn um meine Lenden.

3 Da geschah des HERRN Wort ein zweites Mal zu mir:

4 Nimm den GŸrtel, den du gekauft und um deine Lenden gegŸrtet hast, und mache dich auf und geh hin an den Euphrat und verstecke ihn dort in einer Felsspalte!

5 Ich ging hin und versteckte ihn am Euphrat, wie mir der HERR geboten hatte.

6 Nach langer Zeit aber sprach der HERR zu mir: Mache dich auf und geh hin an den Euphrat und hole den GŸrtel wieder, den ich dich dort verstecken lie§!

7 Ich ging hin an den Euphrat und grub nach und nahm den GŸrtel von dem Ort, wo ich ihn versteckt hatte; und siehe, der GŸrtel war verdorben, so da§ er zu nichts mehr taugte.

8 Da geschah des HERRN Wort zu mir:

9 So spricht der HERR: Ebenso will ich verderben den gro§en Hochmut Judas und Jerusalems.

10 Dies bšse Volk, das meine Worte nicht hšren will, sondern nach seinem verstockten Herzen wandelt und andern Gšttern folgt, um ihnen zu dienen und sie anzubeten: es soll werden wie der GŸrtel, der zu nichts mehr taugt. Kap 11,8)

11 Denn gleichwie der GŸrtel um die Lenden des Mannes gebunden wird, so habe ich, spricht der HERR, das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda um mich gegŸrtet, da§ sie mein Volk sein sollten, mir zum Ruhm, zu Lob und Ehren; aber sie wollten nicht hšren.

12 (Die gefŸllten WeinkrŸge) Sage ihnen dies Wort: So spricht der HERR, der Gott Israels: Alle KrŸge werden mit Wein gefŸllt. Und wenn sie zu dir sagen: Wer wei§ das nicht, da§ alle KrŸge mit Wein gefŸllt werden?,

13 so antworte ihnen: So spricht der HERR: Siehe, ich will alle, die in diesem Lande wohnen, die Kšnige, die auf dem Thron Davids sitzen, die Priester und Propheten und alle Einwohner Jerusalems mit Trunkenheit fŸllen Kap 25,15-28; Jes 51,17)

14 und will einen am andern, die VŠter samt den Sšhnen, zerschmettern, spricht der HERR, und will weder schonen noch barmherzig sein und sie ohne Mitleid verderben.

15 (Mahnung zur Beugung vor Gott) Hšret und merkt auf und seid nicht so hochfahrend, denn der HERR hat's geredet.

16 Gebt dem HERRN, eurem Gott, die Ehre, ehe es finster wird und ehe eure FŸ§e sich an den dunklen Bergen sto§en und ihr auf das Licht wartet, wŠhrend er es doch finster und dunkel machen wird.

17 Wollt ihr das aber nicht hšren, so mu§ ich heimlich weinen Ÿber solchen Hochmut; meine Augen mŸssen von TrŠnen Ÿberflie§en, weil des HERRN Herde gefangen weggefŸhrt wird. Kap 8,23; 14,17; Lk 19,41)

18 Sage dem Kšnig und der Kšniginmutter: Setzt euch ganz nach unten; denn die Krone der Herrlichkeit ist euch vom Haupt gefallen. 2. Kšn 24,10-16; Jes 62,3; Klgl 5,16)

19 Die StŠdte im SŸdland sind verschlossen, und es ist niemand, der sie auftut; ganz Juda ist weggefŸhrt.

20 (Die SchŠndung Jerusalems) Hebt eure Augen auf und sehet, wie sie von Norden daherkommen. Wo ist nun die Herde, die dir befohlen war, deine herrliche Herde?

21 Was willst du sagen, wenn er die Ÿber dich zum Haupt bestellen wird, die du als Freunde an dich gewšhnt hast? Was gilt's? Es wird dich Angst ankommen wie eine Frau in Kindsnšten.

22 Und wenn du in deinem Herzen sagen wirst: ÈWarum begegnet mir das?Ç -: um der Menge deiner SŸnden willen wird dir dein Gewand aufgehoben und wird dir Schande angetan. Jes 47,2.3; Hes 16,37)

23 Kann etwa ein Mohr seine Haut wandeln oder ein Panther seine Flecken? So wenig kšnnt auch ihr Gutes tun, die ihr ans Bšse gewšhnt seid.

24 Darum will ich sie zerstreuen wie Spreu, die verweht wird von dem Wind aus der WŸste.

25 Das soll dein Lohn sein und dein Teil, den ich dir zugemessen habe, spricht der HERR: Weil du mich vergessen hast und dich auf LŸgen verlŠ§t,

26 will auch ich dein Gewand hochheben, da§ deine Schande sichtbar werde.

27 Denn ich habe gesehen deine Ehebrecherei, deine Geilheit, deine freche Hurerei, ja, deine Greuel auf den HŸgeln und im Felde. Weh dir, Jerusalem! Wann wirst du doch endlich rein werden?



14

1 (Vergebliche Bitte bei DŸrre und Kriegsnot) Dies ist das Wort, das der HERR zu Jeremia sagte Ÿber die gro§e DŸrre:

2 Juda liegt jŠmmerlich da, seine StŠdte sind verschmachtet. Sie sitzen trauernd auf der Erde, und in Jerusalem ist lautes Klagen.

3 Die Gro§en schicken ihre Leute nach Wasser; aber wenn sie zum Brunnen kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre GefŠ§e leer zurŸck. Sie sind traurig und betrŸbt und verhŸllen ihre HŠupter.

4 Die Erde lechzt, weil es nicht regnet auf Erden. Darum sind die Ackerleute traurig und verhŸllen ihre HŠupter. Joel 1,11)

5 Ja, auch die HirschkŸhe, die auf dem Felde werfen, verlassen die Jungen, weil kein Gras wŠchst.

6 Die Wildesel stehen auf den kahlen Hšhen und schnappen nach Luft wie die Schakale; ihre Augen erlšschen, weil nichts GrŸnes wŠchst.

7 Ach, HERR, wenn unsre SŸnden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist gro§, womit wir wider dich gesŸndigt haben. Dan 9,4-9)

8 Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als wŠrest du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur Ÿber Nacht bleibt?

9 Warum stellst du dich wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held, der nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir hei§en nach deinem Namen; verla§ uns nicht! Kap 15,16; Jes 43,7)

10 So spricht der HERR von diesem Volk: Sie laufen gern hin und her und schonen ihre FŸ§e nicht. Darum hat der HERR kein Gefallen an ihnen, sondern er denkt nun an ihre Missetat und will ihre SŸnden heimsuchen.

11 Und der HERR sprach zu mir: Du sollst nicht fŸr dies Volk um Gnade bitten. Kap 7,16)

12 Denn wenn sie auch fasten, so will ich doch ihr Flehen nicht erhšren; und wenn sie auch Brandopfer und Speisopfer bringen, so gefallen sie mir doch nicht, sondern ich will sie durch Schwert, Hunger und Pest aufreiben. Jes 58,3, Kap 6,20)

13 Da sprach ich: Ach, Herr HERR! Siehe, die Propheten sagen ihnen: Ihr werdet das Schwert nicht sehen und keine Hungersnot bei euch haben, sondern ich will euch bestŠndigen Frieden geben an diesem Ort.

14 Aber der HERR sprach zu mir: Diese Propheten weissagen LŸge in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen und nicht zu ihnen geredet. Sie predigen euch falsche Offenbarungen, nichtige Wahrsagung und ihres Herzens Trug. Kap 23,21.22; 27,9.14.15; 29,8.9; Hes 13,6)

15 Darum spricht der HERR: Wider die Propheten, die in meinem Namen weissagen, obgleich ich sie nicht gesandt habe, und die dennoch predigen, es werde weder Schwert noch Hungersnot in dies Land kommen: Solche Propheten sollen sterben durch Schwert und Hunger. 5. Mose 18,20)

16 Und die Leute, denen sie weissagen, sollen auf den Gassen Jerusalems liegen, vom Schwert und Hunger hingestreckt, und niemand wird sie begraben, sie und ihre Frauen, Sšhne und Tšchter; und ich will ihre Bosheit Ÿber sie ausschŸtten. Kap 9,21)

17 Und du sollst zu ihnen dies Wort sagen: Meine Augen flie§en Ÿber von TrŠnen, unaufhšrlich Tag und Nacht; denn die Jungfrau, die Tochter meines Volks, ist unheilbar verwundet und všllig zerschlagen. Kap 13,17)

18 Gehe ich hinaus aufs Feld, siehe, so liegen dort vom Schwert Erschlagene; komme ich in die Stadt, siehe, so liegen dort vor Hunger Verschmachtete. Sogar Propheten und Priester mŸssen in ein Land ziehen, das sie nicht kennen.

19 Hast du denn Juda verworfen oder einen Abscheu gegen Zion? Warum hast du uns denn so geschlagen, da§ uns niemand heilen kann? Wir hofften, es sollte Friede werden; aber es kommt nichts Gutes. Wir hofften, wir sollten heil werden; aber siehe, es ist Schrecken da. Kap 8,15)

20 HERR, wir erkennen unser gottloses Leben und unsrer VŠter Missetat; denn wir haben wider dich gesŸndigt. Kap 3,25; Ps 51,5-7; 106,6)

21 Aber um deines Namens willen verwirf uns nicht! La§ den Thron deiner Herrlichkeit nicht verspottet werden; gedenke doch an deinen Bund mit uns und la§ ihn nicht aufhšren!

22 Ist denn unter den Gštzen der Heiden einer, der Regen geben kšnnte, oder gibt der Himmel Regen? Du bist doch der HERR, unser Gott, auf den wir hoffen; denn du hast das alles gemacht.



15

1 Und der HERR sprach zu mir: Und wenn auch Mose und Samuel vor mir stŸnden, so habe ich doch kein Herz fŸr dies Volk. Treibe sie weg von mir, und la§ sie weggehen! 2. Mose 32,11; 1. Sam 7,9; Hes 14,14)

2 Und wenn sie zu dir sagen: Wo sollen wir hin?, dann antworte ihnen: So spricht der HERR: Wen der Tod trifft, den treffe er; wen das Schwert trifft, den treffe es; wen der Hunger trifft, den treffe er; wen die Gefangenschaft trifft, den treffe sie! Kap 43,11; Sach 11,9)

3 Denn ich will sie heimsuchen mit viererlei Plagen, spricht der HERR: mit dem Schwert, da§ sie getštet werden; mit Hunden, die sie fortschleifen sollen; mit den Všgeln des Himmels und mit den Tieren des Feldes, da§ sie gefressen und vertilgt werden sollen. Hes 14,21, Kap 7,33)

4 Und ich will sie zu einem Bild des Entsetzens machen fŸr alle Kšnigreiche auf Erden um Manasses willen, des Sohnes Hiskias, des Kšnigs von Juda, fŸr alles, was er in Jerusalem begangen hat. 2. Kšn 21,11-16; 23,26)

5 Wer will sich denn deiner erbarmen, Jerusalem? Wer wird denn Mitleid mit dir haben? Wer wird denn kommen und fragen, ob es dir gut geht?

6 Du hast mich verlassen, spricht der HERR, und bist von mir abgefallen; darum habe ich meine Hand gegen dich ausgestreckt, um dich zu verderben; ich bin des Erbarmens mŸde.

7 Ich worfelte sie mit der Worfschaufel in den StŠdten des Landes, und mein Volk, das sich nicht bekehren wollte von seinem Wandel, machte ich kinderlos und brachte es um. Mt 3,12)

8 Es wurden mehr Frauen zu Witwen unter ihnen, als Sand am Meer ist. Ich lie§ kommen Ÿber die MŸtter der jungen Mannschaft den Verderber am hellen Mittag und lie§ plštzlich Ÿber sie fallen Angst und Schrecken.

9 Die sieben Kinder hatte, welkte dahin, und ihre Seele verschmachtete in ihr. Ihre Sonne ging unter am hellen Tag; ihr Ruhm und ihre Freude hatte ein Ende. Und was von ihnen Ÿbrig ist, will ich dem Schwert hingeben vor ihren Feinden, spricht der HERR. Am 8,9)

10 (Die Klage des Propheten Ÿber sein Amt. Gottes Zusage) Weh mir, meine Mutter, da§ du mich geboren hast, gegen den jedermann hadert und streitet im ganzen Lande! Hab ich doch weder auf Wucherzinsen ausgeliehen, noch hat man mir geliehen, und doch flucht mir jedermann. Kap 20,14)

11 Der HERR sprach: Wohlan, ich will etliche von euch Ÿbrig lassen, denen es wieder wohlgehen soll, und will euch zu Hilfe kommen in der Not und Angst unter den Feinden.

12 Kann man Eisen zerbrechen, Eisen und Kupfer aus dem Norden?

13 Ich will dein Gut und deine SchŠtze zum Raube geben als Lohn fŸr alle deine SŸnden, die du in deinem ganzen Gebiet begangen hast, Kap 17,3)

14 und will dich zum Knecht deiner Feinde machen in einem Lande, das du nicht kennst; denn es ist das Feuer meines Zorns Ÿber euch angezŸndet.

15 Ach HERR, du wei§t es! Gedenke an mich und nimm dich meiner an und rŠche mich an meinen Verfolgern!La§ mich nicht hinweggerafft werden, wŠhrend du deinen Zorn Ÿber sie noch zurŸckhŠltst; denn du wei§t, da§ ich um deinetwillen geschmŠht werde.

16 Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth. 5. Mose 8,3; 32,46.47; Hes 3,1-3; Offb 10,8.9)

17 Ich habe mich nicht zu den Fršhlichen gesellt noch mich mit ihnen gefreut, sondern sa§ einsam, gebeugt von deiner Hand; denn du hattest mich erfŸllt mit Grimm.

18 Warum wŠhrt doch mein Leiden so lange und sind meine Wunden so schlimm, da§ sie niemand heilen kann? Du bist mir geworden wie ein trŸgerischer Born, der nicht mehr quellen will.

19 Darum spricht der HERR: Wenn du dich zu mir hŠltst, so will ich mich zu dir halten, und du sollst mein Prediger bleiben. Und wenn du recht redest und nicht leichtfertig, so sollst du mein Mund sein. Sie sollen sich zu dir kehren, doch du kehre dich nicht zu ihnen!

20 Denn ich mache dich fŸr dies Volk zur festen, ehernen Mauer. Wenn sie auch wider dich streiten, sollen sie dir doch nichts anhaben; denn ich bin bei dir, da§ ich dir helfe und dich errette, spricht der HERR, Kap 1,18.19)

21 und ich will dich erretten aus der Hand der Bšsen und erlšsen aus der Hand der Tyrannen.



16

1 (Jeremias Einsamkeit als Vorzeichen des Gerichts U|

Und des HERRN Wort geschah zu mir:

2 Du sollst dir keine Frau nehmen und weder Sšhne noch Tšchter zeugen an diesem Ort.

3 Denn so spricht der HERR von den Sšhnen und Tšchtern, die an diesem Ort geboren werden, und von ihren MŸttern, die sie gebŠren, und von ihren VŠtern, die sie zeugen in diesem Lande:

4 Sie sollen an bšsen Krankheiten sterben und nicht beklagt noch begraben werden, sondern sollen Dung werden auf dem Acker. Durch Schwert und Hunger sollen sie umkommen, und ihre Leichname sollen den Všgeln des Himmels und den Tieren des Feldes zum Fra§e werden. Kap 9,21)

5 So spricht der HERR: Du sollst in kein Trauerhaus gehen, weder um zu klagen noch um zu tršsten; denn ich habe meinen Frieden von diesem Volk weggenommen, die Gnade und die Barmherzigkeit, spricht der HERR.

6 Gro§e und Kleine sollen sterben in diesem Lande und nicht begraben noch beklagt werden, und niemand wird sich ihretwegen wund ritzen oder kahl scheren. Kap 41,5; 47,5; 48,37; 3. Mose 19,27.28; 5. Mose 14,1)

7 Auch wird man keinem das Trauerbrot brechen, um ihn zu tršsten wegen eines Toten, und auch nicht den Trostbecher zu trinken geben wegen seines Vaters oder seiner Mutter.

8 Du sollst auch in kein Hochzeitshaus gehen, um bei ihnen zu sitzen zum Essen und zum Trinken.

9 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will an diesem Ort vor euren Augen und zu euren Lebzeiten ein Ende machen dem Jubel der Freude und Wonne, der Stimme des BrŠutigams und der Braut. Kap 7,34)

10 Und wenn du das alles diesem Volk gesagt hast und sie zu dir sprechen werden: ÈWarum kŸndigt uns der HERR all dies gro§e Unheil an? Was ist die Missetat und SŸnde, womit wir wider den HERRN, unsern Gott, gesŸndigt haben?Ç, (10-13) Kap 5,19)

11 so sollst du ihnen sagen: Weil eure VŠter mich verlassen haben, spricht der HERR, und andern Gšttern nachgelaufen sind, ihnen gedient und sie angebetet, mich aber verlassen und mein Gesetz nicht gehalten haben,

12 ihr aber noch Šrger tut als eure VŠter; denn siehe, ein jeder lebt nach seinem verstockten und bšsen Herzen, so da§ er mir nicht gehorcht. Kap 7,26)

13 Darum will ich euch aus diesem Lande versto§en in ein Land, von dem weder ihr noch eure VŠter gewu§t haben. Dort sollt ihr andern Gšttern dienen Tag und Nacht, weil ich euch keine Gnade mehr erweisen will. 5. Mose 28,64)

14 (Heil und Gericht fŸr Israel und fŸr die Všlker) Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da§ man nicht mehr sagen wird: ÈSo wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus €gyptenland gefŸhrt hatÇ, (14 und 15) Kap 23,7.8)

15 sondern: ÈSo wahr der HERR lebt, der die Israeliten gefŸhrt hat aus dem Lande des Nordens und aus allen LŠndern, wohin er sie versto§en hatte.Ç Denn ich will sie zurŸckbringen in das Land, das ich ihren VŠtern gegeben habe.

16 Siehe, ich will viele Fischer aussenden, spricht der HERR, die sollen sie fischen; und danach will ich viele JŠger aussenden, die sollen sie fangen auf allen Bergen und auf allen HŸgeln und in allen FelsklŸften.

17 Denn meine Augen sehen auf alle ihre Wege, da§ sie sich nicht vor mir verstecken kšnnen, und ihre Missetat ist vor meinen Augen nicht verborgen. Hiob 34,21)

18 Aber zuvor will ich ihre Missetat und SŸnde zwiefach vergelten, weil sie mein Land mit ihren toten Gštzen unrein gemacht und mein Erbland mit ihren Greueln angefŸllt haben. Jes 40,2)

19 HERR, du bist meine StŠrke und Kraft und meine Zuflucht in der Not! Die Heiden werden zu dir kommen von den Enden der Erde und sagen: Nur LŸge haben unsere VŠter gehabt, nichtige Gštter, die nicht helfen kšnnen.

20 Wie kann ein Mensch sich Gštter machen? Das sind doch keine Gštter!

21 Darum siehe, diesmal will ich sie lehren und meine Kraft und Gewalt ihnen kundtun, da§ sie erfahren sollen: Ich hei§e der HERR. 2. Mose 3,15)



17

1 (Gottes gerechte Vergeltung) Die SŸnde Judas ist geschrieben mit eisernem Griffel und mit diamantener Spitze gegraben auf die Tafel ihres Herzens und auf die Hšrner an ihren AltŠren; (1-3) 2. Kšn 23,4-18)

2 denn ihre Sšhne denken an ihre AltŠre und Ascherabilder unter den grŸnen BŠumen und auf den hohen HŸgeln.

3 Aber ich will deine Opferhšhen auf Bergen und Feldern samt deiner Habe und allen deinen SchŠtzen zum Raube geben um der SŸnde willen, die in deinem ganzen Gebiet begangen ist. Kap 15,13)

4 Und du sollst aus deinem Erbe versto§en werden, das ich dir gegeben habe, und ich will dich zum Knecht deiner Feinde machen in einem Lande, das du nicht kennst; denn ihr habt ein Feuer meines Zorns angezŸndet, das ewiglich brennen wird.

5 So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlŠ§t und hŠlt Fleisch fŸr seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom HERRN. Ps 118,8; 146,3, 2. Chr 32,8)

6 Der wird sein wie ein Dornstrauch in der WŸste und wird nicht sehen das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der DŸrre der WŸste, im unfruchtbaren Lande, wo niemand wohnt. Kap 48,6)

7 Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verlŠ§t und dessen Zuversicht der HERR ist. Ps 146,5)

8 Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fŸrchtet er sich doch nicht, sondern seine BlŠtter bleiben grŸn; und er sorgt sich nicht, wenn ein dŸrres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhšren FrŸchte. Ps 1,3)

9 Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergrŸnden?

10 Ich, der HERR, kann das Herz ergrŸnden und die Nieren prŸfen und gebe einem jeden nach seinem Tun, nach den FrŸchten seiner Werke. 1. Sam 16,7; Ps 7,10; Spr 15,11, Ršm 2,6)

11 Wie ein Vogel, der sich Ÿber Eier setzt, die er nicht gelegt hat, so ist, wer unrecht Gut sammelt; denn er mu§ davon, wenn er's am wenigsten denkt, und mu§ zuletzt noch Spott dazu haben. Lk 12,20)

12 Aber die StŠtte unseres Heiligtums ist der Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anbeginn. Kap 3,17)

13 Denn du, HERR, bist die Hoffnung Israels. Alle, die dich verlassen, mŸssen zuschanden werden, und die AbtrŸnnigen mŸssen auf die Erde geschrieben werden; denn sie verlassen den HERRN, die Quelle des lebendigen Wassers. Kap 2,13)

14 (Jeremias Gebet in Anfechtung) Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm. 2. Mose 15,26; Ps 6,3)

15 Siehe, sie sprechen zu mir: ÈWo ist denn des HERRN Wort? La§ es doch kommen!Ç Jes 5,19)

16 Aber ich habe dich nie gedrŠngt, Unheil kommen zu lassen; auch hab ich den bšsen Tag nicht herbeigewŸnscht, das wei§t du. Was ich gepredigt habe, das liegt offen vor dir.

17 Sei du mir nur nicht schrecklich, meine Zuversicht in der Not!

18 La§ die zuschanden werden, die mich verfolgen, und nicht mich; la§ sie erschrecken, und nicht mich. La§ den Tag des Unheils Ÿber sie kommen und zerschlage sie zwiefach! Ps 35,4)

19 (Die Heiligung des Sabbats) So sprach der HERR zu mir: Geh hin und tritt ins Tor des Volks, durch das die Kšnige von Juda aus- und eingehen, und in alle Tore Jerusalems (19-27) Neh 13,15-22)

20 und sprich zu ihnen: Hšret des HERRN Wort, ihr Kšnige Judas und ganz Juda und alle Einwohner Jerusalems, die durch diese Tore gehen!

21 So spricht der HERR: HŸtet euch und tragt keine Last am Sabbattag durch die Tore Jerusalems (21 und 22) 2. Mose 20,8-10)

22 und tragt keine Last am Sabbattag aus euren HŠusern und tut keine Arbeit, sondern heiligt den Sabbattag, wie ich euren VŠtern geboten habe. Jes 56,2)

23 Aber sie hšrten nicht und kehrten mir ihre Ohren nicht zu, sondern blieben halsstarrig, da§ sie ja nicht auf mich hšrten noch Zucht annŠhmen. Kap 11,8)

24 Wenn ihr nun auf mich hšren werdet, spricht der HERR, da§ ihr am Sabbattag keine Last durch die Tore dieser Stadt tragt, sondern ihn heiligt, da§ ihr an diesem Tage keine Arbeit tut,

25 so sollen auch durch die Tore dieser Stadt aus- und eingehen Kšnige, die auf dem Thron Davids sitzen und die mit Ro§ und Wagen fahren, sie und ihre Gro§en samt allen, die in Juda und Jerusalem wohnen; und es soll diese Stadt immerdar bewohnt werden. Kap 22,4)

26 Und sie sollen kommen aus den StŠdten Judas und aus der Gegend von Jerusalem und aus dem Lande Benjamin, aus dem HŸgelland und vom Gebirge und vom SŸdland, die da bringen Brandopfer, Schlachtopfer, Speisopfer und Weihrauch und die da Dankopfer bringen zum Hause des HERRN.

27 Werdet ihr aber nicht auf mein Gebot hšren, den Sabbattag zu heiligen und keine Last am Sabbattag zu tragen durch die Tore Jerusalems, so will ich ein Feuer in ihren Toren anzŸnden, das die festen HŠuser Jerusalems verzehrt und nicht gelšscht werden kann. Hes 20,12.13)



18

1 (Das Gleichnis vom Tšpfer) Dies ist das Wort, das geschah vom HERRN zu Jeremia:

2 Mach dich auf und geh hinab in des Tšpfers Haus; dort will ich dich meine Worte hšren lassen.

3 Und ich ging hinab in des Tšpfers Haus, und siehe, er arbeitete eben auf der Scheibe.

4 Und der Topf, den er aus dem Ton machte, mi§riet ihm unter den HŠnden. Da machte er einen andern Topf daraus, wie es ihm gefiel.

5 Da geschah des HERRN Wort zu mir:

6 Kann ich nicht ebenso mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie dieser Tšpfer? spricht der HERR. Siehe, wie der Ton in des Tšpfers Hand, so seid auch ihr vom Hause Israel in meiner Hand. Jes 45,9; Ršm 9,21)

7 Bald rede ich Ÿber ein Volk und Kšnigreich, da§ ich es ausrei§en, einrei§en und zerstšren will; (7-10) Kap 1,10)

8 wenn es sich aber bekehrt von seiner Bosheit, gegen die ich rede, so reut mich auch das Unheil, das ich ihm gedachte zu tun. Kap 26,3; Hes 33,11; Jona 3,10)

9 Und bald rede ich Ÿber ein Volk und Kšnigreich, da§ ich es bauen und pflanzen will;

10 wenn es aber tut, was mir mi§fŠllt, da§ es meiner Stimme nicht gehorcht, so reut mich auch das Gute, das ich ihm verhei§en hatte zu tun.

11 Und nun sprich zu den Leuten in Juda und zu den BŸrgern Jerusalems: So spricht der HERR: Siehe, ich bereite euch Unheil und habe gegen euch etwas im Sinn. So bekehrt euch doch, ein jeder von seinen bšsen Wegen, und bessert euern Wandel und euer Tun! Kap 7,3)

12 Aber sie sprechen: Daraus wird nichts! Wir wollen nach unsern Gedanken wandeln, und ein jeder soll tun nach seinem verstockten und bšsen Herzen. Kap 6,16, Kap 11,8)

13 Darum spricht der HERR: Fragt doch unter den Heiden: Wer hat je dergleichen gehšrt? So greuliche Dinge tut die Jungfrau Israel!

14 Bleibt doch der Schnee lŠnger auf den Steinen im Felde, wenn's vom Libanon herab schneit, und das Regenwasser verlŠuft sich nicht so schnell,

15 wie mein Volk meiner vergi§t. Sie opfern den nichtigen Gšttern. Die haben sie zu Fall gebracht auf den alten Wegen und lassen sie nun gehen auf ungebahnten Stra§en,

16 auf da§ ihr Land zur WŸste werde, ihnen zur ewigen Schande, da§, wer vorŸbergeht, sich entsetze und den Kopf schŸttle.

17 Denn ich will sie wie durch einen Ostwind zerstreuen vor ihren Feinden; ich will ihnen den RŸcken und nicht das Antlitz zeigen am Tag ihres Verderbens. Kap 2,27)

18 (Jeremias Gebet gegen seine Feinde) Sie sprechen: ÈKommt und la§t uns gegen Jeremia Bšses planen; denn dem Priester wird's nicht fehlen an Weisung noch dem Weisen an Rat noch dem Propheten am Wort! Kommt, la§t uns ihn mit seinen eigenen Worten schlagen und nichts geben auf alle seine Reden!Ç

19 HERR, hab acht auf mich und hšre die Stimme meiner Widersacher!

20 Ist's recht, da§ man Gutes mit Bšsem vergilt? Denn sie haben mir eine Grube gegraben! Gedenke doch, wie ich vor dir gestanden bin, um fŸr sie zum besten zu reden und deinen Grimm von ihnen abzuwenden!

21 So strafe nun ihre Kinder mit Hunger und gib sie dem Schwerte preis, da§ ihre Frauen kinderlos und Witwen seien und ihre MŠnner vom Tode getroffen und ihre junge Mannschaft im Krieg durchs Schwert getštet werden;

22 da§ Geschrei aus ihren HŠusern gehšrt werde, wenn du plštzlich Kriegsvolk Ÿber sie kommen lŠ§t. Denn sie haben eine Grube gegraben, mich zu fangen, und meinen FŸ§en Fallen gestellt.

23 Aber du, HERR, kennst alle ihre AnschlŠge gegen mich, da§ sie mich tšten wollen. So vergib ihnen ihre Missetat nicht und tilge ihre SŸnde nicht aus vor dir! La§ sie vor dir zu Fall kommen und handle an ihnen zur Zeit deines Zorns! Mt 6,15, Lk 23,34)



19

1 (Der zerschmetterte Krug) So sprach der HERR: Geh hin und kaufe dir einen irdenen Krug vom Tšpfer und nimm mit etliche von den €ltesten des Volks und von den €ltesten der Priester

2 und geh hinaus ins Tal Ben-Hinnom, das vor dem Scherbentor liegt, und predige dort die Worte, die ich dir sage, Kap 7,31)

3 und sprich: Hšret des HERRN Wort, ihr Kšnige von Juda und ihr BŸrger Jerusalems! So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will ein solches Unheil Ÿber diese StŠtte bringen, da§ jedem, der es hšren wird, die Ohren gellen sollen, 2. Kšn 21,12)

4 weil sie mich verlassen und diese StŠtte einem fremden Gott gegeben und dort andern Gšttern geopfert haben, die weder sie noch ihre VŠter noch die Kšnige von Juda kannten, und weil sie die StŠtte voll unschuldigen Blutes gemacht

5 und dem Baal Hšhen gebaut haben, um ihre Kinder dem Baal als Brandopfer zu verbrennen, was ich weder geboten noch geredet habe und was mir nie in den Sinn gekommen ist. (5-7) Kap 7,31-33; 3. Mose 18,21)

6 Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, da§ man diese StŠtte nicht mehr ÈTofetÇ und ÈTal Ben-HinnomÇ, sondern ÈWŸrgetalÇ nennen wird.

7 Und ich will den Gottesdienst Judas und Jerusalems an diesem Ort zunichte machen und will sie durchs Schwert fallen lassen vor ihren Feinden und durch die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und will ihre Leichname den Všgeln des Himmels und den Tieren auf dem Felde zum Fra§e geben.

8 Und ich will diese Stadt zum Entsetzen und zum Spott machen, da§ alle, die vorŸbergehen, sich entsetzen und spotten Ÿber alle ihre Plagen.

9 Ich will sie ihrer Sšhne und Tšchter Fleisch essen lassen, und einer soll des andern Fleisch essen in der Not und Angst, mit der ihre Feinde und die, die ihnen nach dem Leben trachten, sie bedrŠngen werden. 3. Mose 26,29; 5. Mose 28,53)

10 Und du sollst den Krug zerbrechen vor den Augen der MŠnner, die mit dir gegangen sind,

11 und zu ihnen sagen: So spricht der HERR Zebaoth: Wie man eines Tšpfers GefŠ§ zerbricht, da§ es nicht wieder ganz werden kann, so will ich dies Volk und diese Stadt zerbrechen. Und man wird im Tofet begraben, weil sonst kein Raum dafŸr da sein wird. Jes 30,12-14, Kap 7,32)

12 So will ich's mit dieser StŠtte und ihren Bewohnern machen, spricht der HERR, da§ diese Stadt wie das Tofet werden soll.

13 Und die HŠuser Jerusalems und die HŠuser der Kšnige von Juda sollen ebenso unrein werden wie die StŠtte Tofet, alle HŠuser, wo sie auf den DŠchern dem ganzen Heer des Himmels geopfert und andern Gšttern Trankopfer dargebracht haben. Kap 32,29; 2. Kšn 23,12; Zef 1,5)

14 (Die Mi§handlung Jeremias durch Paschhur) Und als Jeremia vom Tofet zurŸckkam, wohin ihn der HERR gesandt hatte, um zu weissagen, trat er in den Vorhof am Hause des HERRN und sprach zu allem Volk:

15 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will Ÿber diese Stadt und Ÿber alle ihre Ortschaften all das Unheil kommen lassen, das ich gegen sie geredet habe, weil sie halsstarrig sind und meine Worte nicht hšren wollen.



20

1 Als aber Paschhur, ein Sohn Immers, der Priester, der zum Vorsteher im Hause des HERRN bestellt war, hšrte, wie Jeremia solche Worte weissagte,

2 schlug er den Propheten Jeremia und schlo§ ihn in den Block am oberen Benjamintor, das am Hause des HERRN ist. Apg 16,24)

3 Und am andern Morgen lie§ Paschhur den Jeremia aus dem Block los. Da sprach Jeremia zu ihm: Der HERR nennt dich nicht Paschhur, sondern ÈSchrecken um und umÇ; Vers 10; Kap 6,25; 46,5; 49,29; Ps 31,14)

4 denn so spricht der HERR: Siehe, ich will dich zum Schrecken machen fŸr dich selbst und alle deine Freunde; sie sollen fallen durchs Schwert ihrer Feinde, und du sollst es mit eigenen Augen sehen. Und ich will ganz Juda in die Hand des Kšnigs von Babel geben; der soll sie wegfŸhren nach Babel und mit dem Schwert tšten.

5 Auch will ich alle GŸter dieser Stadt und allen Ertrag ihrer Arbeit und alle Kleinode und alle SchŠtze der Kšnige von Juda in die Hand ihrer Feinde geben; die werden sie rauben, mitnehmen und nach Babel bringen. Jes 39,6)

6 Und du, Paschhur, sollst mit allen deinen Hausgenossen gefangen weggefŸhrt werden und nach Babel kommen. Dort sollst du sterben und begraben werden samt allen deinen Freunden, denen du LŸgen gepredigt hast.

6 (Die Last des Prophetenamts) HERR, du hast mich Ÿberredet, und ich habe mich Ÿberreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darŸber zum Spott geworden tŠglich, und jedermann verlacht mich. Kap 1,5-7)

8 Denn sooft ich rede, mu§ ich schreien; ÈFrevel und Gewalt!Ç mu§ ich rufen. Denn des HERRN Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden tŠglich.

9 Da dachte ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, in meinen Gebeinen verschlossen, da§ ich's nicht ertragen konnte; ich wŠre schier vergangen. 1. Kor 9,16)

10 Denn ich hšre, wie viele heimlich reden: ÈSchrecken ist um und um!Ç ÈVerklagt ihn!Ç ÈWir wollen ihn verklagen!Ç Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: ÈVielleicht lŠ§t er sich Ÿberlisten, da§ wir ihm beikommen kšnnen und uns an ihm rŠchen.Ç Vers 3, Kap 18,18)

11 Aber der HERR ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie mŸssen ganz zuschanden werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen werden. Kap 1,8.19)

12 Und nun, HERR Zebaoth, der du die Gerechten prŸfst, Nieren und Herz durchschaust: La§ mich deine Vergeltung an ihnen sehen; denn ich habe dir meine Sache befohlen. Kap 11,20)

13 Singet dem HERRN, rŸhmet den HERRN, der des Armen Leben aus den HŠnden der Boshaften errettet!

14 Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren bin; der Tag soll ungesegnet sein, an dem mich meine Mutter geboren hat! Kap 15,10; Hiob 3,3-11; 10,18)

15 Verflucht sei, der meinem Vater gute Botschaft brachte und sprach: ÈDu hast einen SohnÇ, so da§ er ihn fršhlich machte!

16 Der Tag soll sein wie die StŠdte, die der HERR vernichtet hat ohne Erbarmen. Am Morgen soll er Wehklage hšren und am Mittag Kriegsgeschrei, 1. Mose 19,24.25)

17 weil er mich nicht getštet hat im Mutterleibe, so da§ meine Mutter mein Grab geworden und ihr Leib ewig schwanger geblieben wŠre!

18 Warum bin ich doch aus dem Mutterleib hervorgekommen, wenn ich nur Jammer und Herzeleid sehen mu§ und meine Tage in Schmach zubringe!



21

1 (Jeremia kŸndigt Zedekia die Zerstšrung Jerusalems an) Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als der Kšnig Zedekia zu ihm sandte Paschhur, den Sohn Malkias, und Zefanja, den Sohn Maasejas, den Priester, und ihm sagen lie§: Kap 39,1-10, Kap 29,25.26; 37,3; 52,24)

2 Befrage doch den HERRN fŸr uns; denn Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, fŸhrt Krieg gegen uns. Vielleicht wird der HERR doch an uns sein Wunder tun wie so manches Mal, damit jener von uns abzieht.

3 Jeremia sprach zu ihnen: So sagt zu Zedekia:

4 Das spricht der HERR, der Gott Israels: Siehe, ich will euch zum RŸckzug zwingen samt euren Waffen, die ihr in euren HŠnden habt und mit denen ihr kŠmpft gegen den Kšnig von Babel und gegen die ChaldŠer, die euch drau§en vor der Mauer belagern, und will euch versammeln mitten in dieser Stadt.

5 Und ich selbst will wider euch streiten mit ausgestreckter Hand, mit starkem Arm, mit Zorn und Grimm und ohne Erbarmen

6 und will die BŸrger dieser Stadt schlagen, Menschen und Tiere, da§ sie sterben sollen durch eine gro§e Pest.

7 Und danach, spricht der HERR, will ich Zedekia, den Kšnig von Juda, samt seinen Gro§en und dem Volk, das in dieser Stadt von Pest, Schwert und Hunger Ÿbriggelassen wird, in die HŠnde Nebukadnezars, des Kšnigs von Babel, geben und in die HŠnde ihrer Feinde und in die HŠnde derer, die ihnen nach dem Leben trachten. Er wird sie mit der SchŠrfe des Schwerts schlagen schonungslos, ohne Gnade und Erbarmen.

8 Und zu diesem Volk sage: So spricht der HERR: Siehe, ich lege euch vor den Weg zum Leben und den Weg zum Tode. 5. Mose 30,15)

9 Wer in dieser Stadt bleibt, der wird sterben mŸssen durch Schwert, Hunger und Pest; wer sich aber hinausbegibt und ŸberlŠuft zu den ChaldŠern, die euch belagern, der soll am Leben bleiben und soll sein Leben als Beute behalten. Kap 38,2)

10 Denn ich habe mein Angesicht gegen diese Stadt gerichtet zum Unheil und nicht zum Heil, spricht der HERR. Sie soll dem Kšnig von Babel Ÿbergeben werden, da§ er sie mit Feuer verbrenne. Kap 34,2)

11 Und zum Hause des Kšnigs von Juda sage: Hšret des HERRN Wort,

12 ihr vom Hause David! So spricht der HERR: Haltet alle Morgen gerechtes Gericht und errettet den BedrŸckten aus des Frevlers Hand, auf da§ nicht mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, ohne da§ jemand lšschen kann, um eurer bšsen Taten willen. Kap 22,3, Kap 7,20)

13 Siehe, spricht der HERR, ich will an dich, du Stadt, die du wohnst auf dem Felsen im Tal und sprichst: Wer will uns Ÿberfallen, und wer will in unsere Feste kommen?

14 Ich will euch heimsuchen, spricht der HERR, nach der Frucht eures Tuns; ich will ein Feuer in ihrem Wald anzŸnden, das soll alles umher verzehren. Gal 6,7, Hes 21,3)



22

1 (Worte Ÿber die Kšnige Schallum (Joahas), Jojakim und Konja (Jojachin) So sprach der HERR: Geh hinab in das Haus des Kšnigs von Juda und rede dort dies Wort

2 und sprich: Hšre des HERRN Wort, du Kšnig von Juda, der du auf dem Thron Davids sitzest, du und deine Gro§en und dein Volk, die durch diese Tore hineingehen.

3 So spricht der HERR: Schaffet Recht und Gerechtigkeit und errettet den BedrŸckten von des Frevlers Hand und bedrŠnget nicht die Fremdlinge, Waisen und Witwen und tut niemand Gewalt an und vergie§t nicht unschuldiges Blut an dieser StŠtte. Kap 21,12)

4 Werdet ihr das tun, so sollen durch die Tore dieses Hauses einziehen Kšnige, die auf Davids Thron sitzen, und fahren mit Wagen und Rossen samt ihren Gro§en und ihrem Volk. Kap 17,25)

5 Werdet ihr aber diesen Worten nicht gehorchen, so habe ich bei mir selbst geschworen, spricht der HERR: dies Haus soll zerstšrt werden. 1. Kšn 9,8)

6 Denn so spricht der HERR von dem Hause des Kšnigs von Juda: Ein Gilead warst du mir, ein Gipfel im Libanon, - was gilt's? Ich will dich zur WŸste, zur Stadt ohne Einwohner machen!

7 Denn ich habe Verderber wider dich bestellt, einen jeden mit seinen Waffen; die sollen deine auserwŠhlten Zedern umhauen und ins Feuer werfen.

8 Da werden viele Všlker an dieser Stadt vorŸberziehen und zueinander sagen: Warum hat der HERR an dieser gro§en Stadt so gehandelt?

9 Und man wird antworten: Weil sie den Bund des HERRN, ihres Gottes, verlassen und andere Gštter angebetet und ihnen gedient haben.

10 Weinet nicht Ÿber den Toten und grŠmt euch nicht um ihn; weint aber Ÿber den, der fortgezogen ist; denn er wird nicht mehr wiederkommen und sein Vaterland nicht wiedersehen. (10-12) 2. Kšn 23,29-34)

11 Denn so spricht der HERR Ÿber Schallum, den Sohn Josias, des Kšnigs von Juda, der Kšnig wurde an seines Vaters Josia Statt: Der von dieser StŠtte fortgezogen ist, wird nicht wieder herkommen, 1. Chr 3,15, 2. Chr 36,1-4)

12 sondern mu§ sterben an dem Ort, wohin er gefangen gefŸhrt ist, und wird dies Land nicht mehr sehen.

13 Weh dem, der sein Haus mit SŸnden baut und seine GemŠcher mit Unrecht, der seinen NŠchsten umsonst arbeiten lŠ§t und gibt ihm seinen Lohn nicht (13-19) 2. Kšn 24,1-4, Mi 3,10, 3. Mose 19,13; Jak 5,4)

14 und denkt: ÈWohlan, ich will mir ein gro§es Haus bauen und weite GemŠcherÇ und lŠ§t sich Fenster ausbrechen und mit Zedern tŠfeln und rot malen.

15 Meinst du, du seiest Kšnig, weil du mit Zedern prangst? Hat dein Vater nicht auch gegessen und getrunken und hielt dennoch auf Recht und Gerechtigkeit, und es ging ihm gut?

16 Er half dem Elenden und Armen zum Recht, und es ging ihm gut. Hei§t dies nicht, mich recht erkennen? spricht der HERR.

17 Aber deine Augen und dein Herz sind auf nichts anderes aus als auf unrechten Gewinn und darauf, unschuldig Blut zu vergie§en, zu freveln und zu unterdrŸcken.

18 Darum spricht der HERR Ÿber Jojakim, den Sohn Josias, den Kšnig von Juda: Man wird ihn nicht beklagen: ÈAch, Bruder! Ach, Schwester!Ç Man wird ihn nicht beklagen: ÈAch, Herr! Ach, Edler!Ç 2. Kšn 23,34)

19 Er soll wie ein Esel begraben werden, fortgeschleift und hinausgeworfen vor die Tore Jerusalems. Kap 36,30)

20 Geh hinauf auf den Libanon und schreie und la§ deine Klage hšren in Baschan und schreie vom Abarim her; denn alle deine Liebhaber sind zunichte gemacht!

21 Ich habe dir's vorher gesagt, als es noch gut um dich stand; aber du sprachst: ÈIch will nicht hšren.Ç So hast du es dein Lebtag getan, da§ du meiner Stimme nicht gehorchtest.

22 Alle deine Hirten weidet der Sturmwind, und deine Liebhaber mŸssen gefangen fort. Ja, nun bist du zu Spott und zuschanden geworden um aller deiner Bosheit willen.

23 Die du jetzt auf dem Libanon wohnst und in Zedern nistest, wie wirst du stšhnen, wenn dir Schmerzen und Wehen kommen werden wie einer in Kindsnšten!

24 So wahr ich lebe, spricht der HERR: Wenn Konja, der Sohn Jojakims, der Kšnig von Juda, ein Siegelring wŠre an meiner rechten Hand, so wollte ich dich doch abrei§en (24-30) 2. Kšn 24,8-16, Kap 24,1)

25 und in die HŠnde derer geben, die dir nach dem Leben trachten und vor denen du dich fŸrchtest: in die HŠnde Nebukadnezars, des Kšnigs von Babel, und der ChaldŠer.

26 Und ich will dich und deine Mutter, die dich geboren hat, in ein anderes Land treiben, das nicht euer Vaterland ist; dort sollt ihr sterben.

27 Aber in das Land, wohin sie von Herzen gern wieder kŠmen, sollen sie nicht zurŸckkehren.

28 Ist denn Konja ein elender, verachteter, versto§ener Mann, ein GefŠ§, das niemand haben will? Ach, wie ist er doch samt seinem Geschlecht vertrieben und in ein unbekanntes Land geworfen!

29 O Land, Land, Land, hšre des HERRN Wort!

30 So spricht der HERR: Schreibt diesen Mann auf als einen, der ohne Kinder ist, einen Mann, dem sein Leben lang nichts gelingt! Denn keiner seiner Nachkommen wird das GlŸck haben, da§ er auf dem Thron Davids sitze und in Juda herrsche. 1. Chr 3,17-24)



23

1 (Gegen die bšsen Hirten. Verhei§ung eines gerechten Kšnigs) Weh euch Hirten, die ihr die Herde meiner Weide umkommen la§t und zerstreut! spricht der HERR. Kap 10,21; Sach 11,5)

2 Darum spricht der HERR, der Gott Israels, von den Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Herde zerstreut und versto§en und nicht nach ihr gesehen. Siehe, ich will euch heimsuchen um eures bšsen Tuns willen, spricht der HERR.

3 Und ich will die †briggebliebenen meiner Herde sammeln aus allen LŠndern, wohin ich sie versto§en habe, und will sie wiederbringen zu ihren WeideplŠtzen, da§ sie sollen wachsen und viel werden.

4 Und ich will Hirten Ÿber sie setzen, die sie weiden sollen, da§ sie sich nicht mehr fŸrchten noch erschrecken noch heimgesucht werden, spricht der HERR. Kap 3,15)

5 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da§ ich dem David einen gerechten Spro§ erwecken will. Der soll ein Kšnig sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande Ÿben wird. Sach 3,8, Jes 32,1)

6 Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: ÈDer HERR unsere GerechtigkeitÇ. 5. Mose 33.28, Kap 33,16; Jes 45,24)

7 Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, da§ man nicht mehr sagen wird: ÈSo wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus €gyptenland gefŸhrt hat!Ç, (7 und 8) Kap 16,14.15)

8 sondern: ÈSo wahr der HERR lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel herausgefŸhrt und hergebracht hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Landen, wohin er sie versto§en hatte.Ç Und sie sollen in ihrem Lande wohnen.

9 (Worte Ÿber die falschen Propheten) (vgl. Hes 13,2-16; 34) Wider die Propheten. Mein Herz will mir in meinem Leibe brechen, alle meine Gebeine zittern; mir ist wie einem trunkenen Mann und wie einem, der vom Wein taumelt, vor dem HERRN und vor seinen heiligen Worten.

10 Denn das Land ist voller Ehebrecher, und wegen des Fluches vertrocknet das Land und die WeideplŠtze in der Steppe verdorren. Bšse ist, wonach sie streben, und ihre StŠrke ist Unrecht. Kap 12,4)

11 Denn Propheten wie Priester sind ruchlos; auch in meinem Hause finde ich ihre Bosheit, spricht der HERR. Kap 5,31)

12 Darum ist ihr Weg wie ein glatter Weg, auf dem sie im Finstern gleiten und fallen; denn ich will Unheil Ÿber sie kommen lassen, das Jahr ihrer Heimsuchung, spricht der HERR. Kap 13,16; Ps 35,6)

13 Auch bei den Propheten zu Samaria sah ich Anstš§iges, da§ sie weissagten im Namen des Baal und mein Volk Israel verfŸhrten; (13-15) 5. Mose 18,20-22; Jes 1,10; Hes 13,22)

14 aber bei den Propheten zu Jerusalem sehe ich Greuel, wie sie ehebrechen und mit LŸgen umgehen und die Boshaften stŠrken, auf da§ sich ja niemand bekehre von seiner Bosheit. Sie sind alle vor mir gleichwie Sodom und die BŸrger Jerusalems wie Gomorra.

15 Darum spricht der HERR Zebaoth Ÿber die Propheten: Siehe, ich will sie mit Wermut speisen und mit Gift trŠnken; denn von den Propheten Jerusalems geht das ruchlose Wesen aus ins ganze Land. Kap 9,14)

16 So spricht der HERR Zebaoth: Hšrt nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrŸgen euch; denn sie verkŸnden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. Kap 6,13.14, Kap 14,14)

17 Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen -, und allen, die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil Ÿber euch kommen. Kap 7,24)

18 Aber wer hat im Rat des HERRN gestanden, da§ er sein Wort gesehen und gehšrt hŠtte? Wer hat sein Wort vernommen und gehšrt? Jes 40,13)

19 Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. (19 und 20) Kap 30,23.24)

20 Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen.

21 Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie. Kap 14,14)

22 Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hŠtten, so hŠtten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bšsen Wandel und von seinem bšsen Tun zu bekehren.

23 Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist?

24 Meinst du, da§ sich jemand so heimlich verbergen kšnne, da§ ich ihn nicht sehe? spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfŸllt? spricht der HERR. Ps 139,7-16)

25 Ich hšre es wohl, was die Propheten reden, die LŸge weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat getrŠumt, mir hat getrŠumt.

26 Wann wollen doch die Propheten aufhšren, die LŸge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen

27 und wollen, da§ mein Volk meinen Namen vergesse Ÿber ihren TrŠumen, die einer dem andern erzŠhlt, wie auch ihre VŠter meinen Namen verga§en Ÿber dem Baal? Ri 3,7)

28 Ein Prophet, der TrŠume hat, der erzŠhle TrŠume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? spricht der HERR.

29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmei§t? Hebr 4,12)

30 Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die mein Wort stehlen einer vom andern.

31 Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die ihr eigenes Wort fŸhren und sprechen: ÈEr hat's gesagt.Ç

32 Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die falsche TrŠume erzŠhlen und verfŸhren mein Volk mit ihren LŸgen und losem GeschwŠtz, obgleich ich sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe und sie auch diesem Volk nichts nŸtze sind, spricht der HERR. Kap 14,14)

33 Wenn dich dies Volk oder ein Prophet oder ein Priester fragen wird und sagt: Was ist die Last, die der HERR jetzt ankŸndigt?, sollst du zu ihnen sagen: Ihr seid die Last, ich will euch wegwerfen, spricht der HERR. - (33-40) 2. Kšn 9,25; Jes 13,1)

34 Und wenn ein Prophet oder Priester oder die Leute sagen werden: ÈDas ist die Last des HERRNÇ, den will ich heimsuchen und sein Haus dazu.

35 Vielmehr sollt ihr einer mit dem andern reden und zueinander sagen: ÈWas antwortet der HERR?Ç und: ÈWas sagt der HERR?Ç

36 Aber sagt nicht mehr ÈLast des HERRNÇ; denn einem jeden wird sein eigenes Wort zur Last werden, weil ihr so die Worte des lebendigen Gottes, des HERRN Zebaoth, unseres Gottes, verdreht.

37 Darum sollt ihr zum Propheten sagen: ÈWas antwortet dir der HERR?Ç und: ÈWas sagt der HERR?Ç

38 Wenn ihr aber sagt: ÈLast des HERRNÇ, so spricht der HERR: Weil ihr dies Wort Last des HERRN nennt, obgleich ich zu euch gesandt habe und euch sagen lie§, ihr sollt nicht ÈLast des HERRNÇ sagen, -

39 siehe, so will ich euch aufheben wie eine Last und euch samt der Stadt, die ich euch und euren VŠtern gegeben habe, von meinem Angesicht wegwerfen

40 und will euch ewige Schande und ewige Schmach zufŸgen, die nie vergessen werden soll. Kap 20,11)



24

1 (Die zwei Feigenkšrbe) Siehe, der HERR zeigte mir zwei Feigenkšrbe, aufgestellt vor dem Tempel des HERRN, nachdem Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, den Jechonja*, den Sohn Jojakims, den Kšnig von Juda, weggefŸhrt hatte samt den Gro§en Judas und den Zimmerleuten und Schmieden und sie von Jerusalem nach Babel gebracht hatte. 2. Kšn 24,14-16)

*Der Name lautet in 2. Kšn 24,6 u. š. Jojachin, in Jer 22,24 u. š. Konja.

2 In dem einen Korbe waren sehr gute Feigen, wie die ersten reifen Feigen sind; im andern Korbe waren sehr schlechte Feigen, da§ man sie nicht essen konnte, so schlecht waren sie.

3 Und der HERR sprach zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Feigen; die guten Feigen sind sehr gut, und die schlechten sind sehr schlecht, da§ man sie nicht essen kann, so schlecht sind sie.

4 Da geschah des HERRN Wort zu mir: (4-10) Hes 11,14-21)

5 So spricht der HERR, der Gott Israels: Wie auf diese guten Feigen, so will ich blicken auf die WeggefŸhrten aus Juda, die ich von dieser StŠtte habe fortziehen lassen in der ChaldŠer Land.

6 Ich will sie gnŠdig ansehen und sie wieder in dies Land bringen und will sie bauen und nicht verderben, ich will sie pflanzen und nicht ausrei§en. Kap 1,10; 31,28)

7 Und ich will ihnen ein Herz geben, da§ sie mich erkennen sollen, da§ ich der HERR bin. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein; von ganzem Herzen werden sie sich zu mir bekehren. Kap 31,33.34, Kap 7,23)

8 Aber wie die schlechten Feigen, die so schlecht sind, da§ man sie nicht essen kann, spricht der HERR, so will ich dahingeben Zedekia, den Kšnig von Juda, samt seinen Gro§en und allen, die Ÿbriggeblieben sind in Jerusalem und in diesem Lande und die in €gyptenland wohnen. (8-10) 2. Kšn 24,17-20; 5. Mose 2,31; Kap 29,16-19)

9 Ich will sie zum Bild des Entsetzens, ja des UnglŸcks, machen fŸr alle Kšnigreiche auf Erden, zum Spott und zum Sprichwort, zum Hohn und zum Fluch an allen Orten, wohin ich sie versto§en werde, 1. Kšn 9,7)

10 und will Schwert, Hunger und Pest unter sie schicken, bis sie ganz vertilgt sind aus dem Lande, das ich ihnen und ihren VŠtern gegeben habe.



25

1 (Die siebzigjŠhrige Gefangenschaft bis zum Untergang Babels) Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah Ÿber das ganze Volk von Juda im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Kšnigs von Juda; das ist das erste Jahr Nebukadnezars, des Kšnigs von Babel. Kap 36,1)

2 Und der Prophet Jeremia sprach zu dem ganzen Volk von Juda und zu allen BŸrgern Jerusalems:

3 Vom dreizehnten Jahr des Josia an, des Sohnes Amons, des Kšnigs von Juda, ist des HERRN Wort zu mir geschehen bis auf diesen Tag, und ich habe zu euch nun dreiundzwanzig Jahre lang immer wieder gepredigt, aber ihr habt nie hšren wollen. Kap 1,2; 36,2)

4 Und der HERR hat zu euch immer wieder alle seine Knechte, die Propheten, gesandt; aber ihr habt nie hšren wollen und eure Ohren mir nicht zugekehrt und mir nicht gehorcht, Kap 7,25.26; 11,7; 26,5; 28,8; 29,19; 44,4; 2. Chr 36,15.16)

5 wenn er sprach: Bekehret euch, ein jeder von seinem bšsen Wege und von euren bšsen Werken, so sollt ihr in dem Lande, das der HERR euch und euren VŠtern gegeben hat, fŸr immer und ewig bleiben. Kap 7,3)

6 Folgt nicht andern Gšttern, ihnen zu dienen und sie anzubeten, und erzŸrnt mich nicht durch eurer HŠnde Werk, damit ich euch nicht Unheil zufŸgen mu§.

7 Aber ihr wolltet mir nicht gehorchen, spricht der HERR, auf da§ ihr mich ja erzŸrntet durch eurer HŠnde Werk zu eurem eigenen Unheil.

8 Darum spricht der HERR Zebaoth: Weil ihr denn meine Worte nicht hšren wollt,

9 siehe, so will ich ausschicken und kommen lassen alle Všlker des Nordens, spricht der HERR, auch meinen Knecht Nebukadnezar, den Kšnig von Babel, und will sie bringen Ÿber dies Land und Ÿber seine Bewohner und Ÿber alle diese Všlker ringsum und will an ihnen den Bann vollstrecken und sie zum Bild des Entsetzens und zum Spott und zur ewigen WŸste machen Dan 3,31-33)

10 und will wegnehmen allen fršhlichen Gesang, die Stimme des BrŠutigams und der Braut, das GerŠusch der MŸhle und das Licht der Lampe, Kap 7,34)

11 so da§ dies ganze Land wŸst und zerstšrt liegen soll. Und diese Všlker sollen dem Kšnig von Babel dienen siebzig Jahre. 2. Chr 36,21, Kap 29,10; Esr 1,1.2)

12 Wenn aber die siebzig Jahre um sind, will ich heimsuchen den Kšnig von Babel und jenes Volk, spricht der HERR, um ihrer Missetat willen, dazu das Land der ChaldŠer und will es zur ewigen WŸste machen.

13 So lasse ich an diesem Lande, gegen das ich geredet habe, alle meine Worte in ErfŸllung gehen, nŠmlich alles, was in diesem Buch geschrieben steht, was Jeremia geweissagt hat Ÿber alle Všlker.

14 Und auch sie sollen gro§en Všlkern und gro§en Kšnigen dienen. So will ich ihnen vergelten nach ihrem Verdienst und nach den Werken ihrer HŠnde. Kap 27,7)

15 (Der Zornbecher fŸr alle Všlker) Denn so sprach zu mir der HERR, der Gott Israels: Nimm diesen Becher mit dem Wein meines Zorns aus meiner Hand und la§ daraus trinken alle Všlker, zu denen ich dich sende, Kap 51,7; Jes 51,17; Offb 14,10)

16 da§ sie trinken, taumeln und toll werden vor dem Schwert, das ich unter sie schicken will. -

17 Und ich nahm den Becher aus der Hand des HERRN und lie§ daraus trinken alle Všlker, zu denen mich der HERR sandte,

18 nŠmlich Jerusalem, die StŠdte Judas, ihre Kšnige und FŸrsten, da§ sie wŸst und zerstšrt liegen und ein Spott und Fluch sein sollten - wie es denn heutigentages steht -,

19 auch den Pharao, den Kšnig von €gypten, mit seinen Gro§en und mit seinen FŸrsten, mit seinem ganzen Volk

20 und allem Mischvolk, alle Kšnige im Lande Uz, alle Kšnige in der Philister Lande mit Aschkelon, Gaza, Ekron und denen, die Ÿbriggeblieben sind in Aschdod;

21 die von Edom, die von Moab, die Ammoniter;

22 alle Kšnige von Tyrus, alle Kšnige von Sidon, die Kšnige auf den Inseln jenseits des Meeres;

23 die von Dedan, die von Tema, die von Bus und alle, die das Haar rundherum abscheren; Kap 9,25)

24 alle Kšnige Arabiens und die der Mischvšlker, die in der WŸste wohnen;

25 alle Kšnige in Simri, alle Kšnige in Elam, alle Kšnige in Medien;

26 alle Kšnige des Nordens, die in der NŠhe und die in der Ferne, einen wie den andern, alle Kšnigreiche der Welt, soviel ihrer auf Erden sind. Und der Kšnig von Scheschach* soll nach ihnen trinken. Kap 51,41)

*d. i. ein Deckname fŸr Babel.

27 Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Trinkt, da§ ihr trunken werdet und speit, da§ ihr niederfallt und nicht aufstehen kšnnt vor dem Schwert, das ich unter euch schicken will.

28 Und wenn sie den Becher von deiner Hand nicht nehmen undnicht trinken wollen, so sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth: Ihr m٤t trinken!

29 Denn siehe, bei der Stadt, die nach meinem Namen genannt ist, fange ich an mit dem Unheil, und ihr solltet ungestraft bleiben? Ihr sollt nicht ungestraft bleiben, denn ich rufe das Schwert Ÿber alle herbei, die auf Erden wohnen, spricht der HERR Zebaoth. Hes 9,6; 1. Petr 4,17, Kap 49,12)

30 Und du sollst ihnen alle diese Worte weissagen und zu ihnen sprechen: Der HERR wird brŸllen aus der Hšhe und seinen Donner hšren lassen aus seiner heiligen Wohnung. Er wird brŸllen Ÿber seine Fluren hin; wie einer, der die Kelter tritt, wird er seinen Ruf erschallen lassen Ÿber alle Bewohner der Erde hin, Hos 11,10; Joel 4,16; Am 1,2)

31 und sein Schall wird dringen bis an die Enden der Erde. Der HERR will mit den Všlkern rechten und mit allem Fleisch Gericht halten; die Schuldigen wird er dem Schwert Ÿbergeben, spricht der HERR.

32 So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, es wird eine Plage kommen von einem Volk zum andern, und ein gro§es Wetter wird sich erheben von den Enden der Erde.

33 Zu der Zeit werden die vom HERRN Erschlagenen liegen von einem Ende der Erde bis ans andere Ende; sie werden nicht beklagt noch aufgehoben noch begraben werden, sondern mŸssen auf dem Felde liegen und zu Dung werden. Kap 9,21)

34 Heulet, ihr Hirten, und schreit, wŠlzt euch in der Asche, ihr Herren der Herde; denn die Zeit ist erfŸllt, da§ ihr geschlachtet und zerstreut werdet und zerbrechen mŸ§t wie ein kostbares GefŠ§. Kap 23,1)

35 Und die Hirten werden nicht fliehen kšnnen, und die Herren der Herde werden nicht entrinnen kšnnen.

36 Da werden die Hirten schreien, und die Herren der Herde werden heulen, da§ der HERR ihre Weide so verwŸstet hat

37 und ihre Auen, die so schšn standen, vernichtet sind von dem grimmigen Zorn des HERRN.

38 Er hat sein Versteck verlassen wie ein junger Lšwe, und ihr Land ist verheert von seinem gewaltigen Schwert und von seinem grimmigen Zorn. Kap 4,7)



26

1 (Jeremias Tempelrede, seine Gefangennahme und Freilassung) (vgl. Kap 7) Im Anfang der Herrschaft Jojakims, des Sohnes Josias, des Kšnigs von Juda, geschah dies Wort vom HERRN: 2. Kšn 23,34-37)

2 So spricht der HERR: Tritt in den Vorhof am Hause des HERRN und predige denen, die aus allen StŠdten Judas hereinkommen, um anzubeten im Hause des HERRN, alle Worte, die ich dir befohlen habe, ihnen zu sagen, und tu nichts davon weg,

3 ob sie vielleicht hšren wollen und sich bekehren, ein jeder von seinem bšsen Wege, damit mich auch reuen kšnne das †bel, das ich gedenke, ihnen anzutun um ihrer bšsen Taten willen. Kap 18,8; 36,3)

4 Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Werdet ihr mir nicht gehorchen und nicht nach meinem Gesetz wandeln, das ich euch vorgelegt habe,

5 und nicht hšren auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, die ich immer wieder zu euch sende und auf die ihr doch nicht hšren wollt, Kap 25,4)

6 so will ich's mit diesem Hause machen wie mit Silo und diese Stadt zum Fluchwort fŸr alle Všlker auf Erden machen. 2. Kšn 25,9, Kap 7,12)

7 Als aber die Priester, Propheten und alles Volk Jeremia hšrten, da§ er solche Worte redete im Hause des HERRN,

8 und Jeremia nun alles gesagt hatte, was ihm der HERR befohlen hatte, allem Volk zu sagen, ergriffen ihn die Priester, Propheten und das ganze Volk und sprachen: Du mu§t sterben!

9 Warum weissagst du im Namen des HERRN: ÈEs wird diesem Hause gehen wie Silo, und diese Stadt soll so wŸst werden, da§ niemand mehr darin wohntÇ? Und das ganze Volk sammelte sich im Hause des HERRN wider Jeremia.

10 Als das die Oberen von Juda hšrten, gingen sie aus des Kšnigs Hause hinauf ins Haus des HERRN und setzten sich zum Gericht vor das neue Tor am Hause des HERRN.

11 Und die Priester und Propheten sprachen vor den Oberen und allem Volk: Dieser Mann ist des Todes schuldig; denn er hat geweissagt gegen diese Stadt, wie ihr mit eigenen Ohren gehšrt habt. Apg 6,13)

12 Aber Jeremia sprach zu allen Oberen und zu allem Volk: Der HERR hat mich gesandt, da§ ich dies alles, was ihr gehšrt habt, weissagen sollte gegen dies Haus und gegen diese Stadt.

13 So bessert nun eure Wege und euer Tun und gehorcht der Stimme des HERRN, eures Gottes, dann wird den HERRN auch gereuen das †bel, das er gegen euch geredet hat. Kap 7,3)

14 Siehe, ich bin in euren HŠnden, ihr kšnnt mit mir machen, wie es euch recht und gut dŸnkt.

15 Doch sollt ihr wissen: wenn ihr mich tštet, so werdet ihr unschuldig Blut auf euch laden, auf diese Stadt und ihre Einwohner. Denn wahrlich, der HERR hat mich zu euch gesandt, da§ ich dies alles vor euren Ohren reden soll. 2. Mose 23,7; Mt 27,4.25)

16 Da sprachen die Oberen und das ganze Volk zu den Priestern und Propheten: Dieser Mann ist des Todes nicht schuldig; denn er hat zu uns geredet im Namen des HERRN, unseres Gottes.

17 Und es standen auf etliche von den €ltesten des Landes und sprachen zu dem versammelten Volk:

18 Zur Zeit Hiskias, des Kšnigs von Juda, war ein Prophet, Micha von Moreschet; der sprach zum ganzen Volk Juda: ÈSo spricht der HERR Zebaoth: Zion wird wie ein Acker gepflŸgt werden, und Jerusalem wird zu Steinhaufen werden und der Berg des Tempels zu einer Hšhe wilden GestrŸpps.Ç Mi 1,1, Mi 3,12, Kap 9,10)

19 Doch lie§ ihn Hiskia, der Kšnig von Juda, und das ganze Juda deswegen nicht tšten, vielmehr fŸrchteten sie den HERRN und flehten zu ihm. Da reute auch den HERRN das †bel, das er gegen sie geredet hatte. Wir aber wŸrden gro§es Unheil Ÿber uns bringen. Kap 18,8)

20 (Hinrichtung des Propheten Uria) Da war noch einer, der im Namen des HERRN weissagte, Uria, der Sohn Schemajas, von Kirjat-Jearim. Der weissagte gegen diese Stadt und gegen dies Land ganz wie Jeremia. Jos 15,9)

21 Als aber der Kšnig Jojakim und alle seine Gewaltigen und die Oberen seine Worte hšrten, wollte ihn der Kšnig tšten lassen. Und Uria erfuhr das, fŸrchtete sich und floh und kam nach €gypten.

22 Aber der Kšnig Jojakim schickte Leute nach €gypten, Elnatan, den Sohn Achbors, und andere mit ihm.

23 Die holten ihn aus €gypten und brachten ihn zum Kšnig Jojakim. Der lie§ ihn mit dem Schwert tšten und lie§ seinen Leichnam unter dem niederen Volk begraben.

24 Aber mit Jeremia war die Hand Ahikams, des Sohnes Schafans, so da§ man ihn nicht dem Volk in die HŠnde gab, das ihn getštet hŠtte. 2. Kšn 22,12)



27

1 (Jeremias Predigt vom Joch Nebukadnezars) Im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Sohnes Josias, des Kšnigs von Juda, geschah dies Wort vom HERRN zu Jeremia: 2. Kšn 24,17.18)

2 So spricht der HERR zu mir: Mache dir ein Joch und lege es auf deinen Nacken Kap 28,10)

3 und schicke Botschaft zum Kšnig von Edom, zum Kšnig von Moab, zum Kšnig der Ammoniter, zum Kšnig von Tyrus und zum Kšnig von Sidon durch die Boten, die zu Zedekia, dem Kšnig von Juda, nach Jerusalem gekommen sind, Kap 25,21.22)

4 und befiehl ihnen, da§ sie ihren Herren sagen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: So sollt ihr euren Herren sagen:

5 Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind, durch meine gro§e Kraft und meinen ausgereckten Arm und gebe sie, wem ich will. Kap 32,17)

6 Nun aber habe ich alle diese LŠnder in die Hand meines Knechts Nebukadnezar, des Kšnigs von Babel, gegeben und auch die Tiere auf dem Felde, da§ sie ihm untertan sein sollen. (6 und 7) Kap 25,9; Jes 45,1-8; Hes 26,7; Dan 2,38)

7 Und es sollen alle Všlker ihm dienen und seinem Sohn und seines Sohnes Sohn, bis auch fŸr sein Land die Zeit kommt, da§ es vielen Všlkern und gro§en Kšnigen untertan sein mu§.

8 Das Volk aber und das Kšnigreich, das dem Kšnig von Babel, Nebukadnezar, nicht untertan sein will und das seinen Nacken nicht unter das Joch des Kšnigs von Babel beugt, das will ich heimsuchen mit Schwert, Hunger und Pest, spricht der HERR, bis ich sie durch seine Hand umbringe.

9 So hšrt doch nicht auf eure Propheten, Wahrsager, Traumdeuter, Zeichendeuter und Zauberer, die euch sagen: Ihr werdet nicht untertan sein mŸssen dem Kšnig von Babel. Kap 14,13.14)

10 Denn sie weissagen euch LŸge, auf da§ sie euch aus eurem Lande fortbringen und ich euch versto§e und ihr umkommt.

11 Aber das Volk, das seinen Nacken unter das Joch des Kšnigs von Babel beugt und ihm untertan ist, das will ich in seinem Lande lassen, da§ es dasselbe bebaue und bewohne, spricht der HERR.

12 Und ich redete alle diese Worte zu Zedekia, dem Kšnig von Juda, und sprach: Beugt euren Nacken unter das Joch des Kšnigs von Babel und seid ihm und seinem Volk untertan, so sollt ihr am Leben bleiben.

13 Warum wollt ihr sterben, du und dein Volk, durch Schwert, Hunger und Pest, wie der HERR geredet hat Ÿber das Volk, das dem Kšnig von Babel nicht untertan sein will?

14 Darum hšrt nicht auf die Worte der Propheten, die euch sagen: ÈIhr werdet nicht untertan sein mŸssen dem Kšnig von Babel!Ç Denn sie weissagen euch LŸge, Kap 14,14)

15 und ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR, sondern sie weissagen LŸge in meinem Namen, auf da§ ich euch versto§e und ihr umkommt samt den Propheten, die euch weissagen.

16 Und zu den Priestern und zu diesem ganzen Volk redete ich und sprach: So spricht der HERR: Hšret nicht auf die Worte eurer Propheten, die euch weissagen und sprechen: ÈSiehe, die GerŠte aus dem Hause des HERRN werden nun bald von Babel wieder herkommen!Ç Denn sie weissagen euch LŸge. Kap 28,3; 2. Chr 36,10)

17 Hšret nicht auf sie, sondern seid dem Kšnig von Babel untertan, so werdet ihr am Leben bleiben. Warum soll diese Stadt zur WŸstenei werden?

18 Sind sie aber Propheten und haben sie des HERRN Wort, so la§t sie den HERRN Zebaoth bitten, da§ die GerŠte, die Ÿbriggeblieben sind im Hause des HERRN und im Hause des Kšnigs von Juda und zu Jerusalem, nicht auch nach Babel gefŸhrt werden.

19 Denn so spricht der HERR Zebaoth von den SŠulen und vom Meer und von den Gestellen und von den GerŠten, die noch Ÿbriggeblieben sind in dieser Stadt, 1. Kšn 7,15-39; 2. Kšn 25,13-17)

20 die Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, nicht mitnahm, als er Jechonja, den Sohn Jojakims, den Kšnig von Juda, von Jerusalem wegfŸhrte nach Babel samt allen Vornehmen in Juda und Jerusalem, -

21 so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, von den GerŠten, die Ÿbriggeblieben sind im Hause des HERRN und im Hause des Kšnigs von Juda und zu Jerusalem:

22 sie sollen nach Babel gefŸhrt werden und dort bleiben bis auf den Tag, an dem ich nach ihnen sehe, spricht der HERR, und ich sie wieder zurŸckbringen lasse an diesen Ort. Esr 1,1-11)



28

1 (Jeremia und Hananja) In demselben Jahr, im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Kšnigs von Juda, im fŸnften Monat des vierten Jahrs, sprach Hananja, der Sohn Asurs, ein Prophet von Gibeon, zu mir im Hause des HERRN in Gegenwart der Priester und des ganzen Volks: 2. Chr 1,3.13)

2 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ich habe das Joch des Kšnigs von Babel zerbrochen,

3 und ehe zwei Jahre um sind, will ich alle GerŠte des Hauses des HERRN, die Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, von diesem Ort weggenommen und nach Babel gefŸhrt hat, wieder an diesen Ort bringen; Kap 27,16)

4 auch Jechonja, den Sohn Jojakims, den Kšnig von Juda, samt allen WeggefŸhrten aus Juda, die nach Babel gekommen sind, will ich wieder an diesen Ort bringen, spricht der HERR, denn ich will das Joch des Kšnigs von Babel zerbrechen. Kap 27,20)

5 Da sprach der Prophet Jeremia zu dem Propheten Hananja in Gegenwart der Priester und des ganzen Volks, die im Hause des HERRN standen,

6 und sagte: Amen! Der HERR tue so; der HERR bestŠtige dein Wort, das du geweissagt hast, da§ er die GerŠte aus dem Hause des HERRN von Babel wiederbringe an diesen Ort und alle WeggefŸhrten.

7 Doch hšre dies Wort, das ich vor deinen Ohren rede und vor den Ohren des ganzen Volks:

8 Die Propheten, die vor mir und vor dir gewesen sind von alters her, die haben gegen viele LŠnder und gro§e Kšnigreiche geweissagt von Krieg, von Unheil und Pest.

9 Wenn aber ein Prophet von Heil weissagt - ob ihn der HERR wahrhaftig gesandt hat, wird man daran erkennen, da§ sein Wort erfŸllt wird. 5. Mose 18,21.22)

10 Da nahm der Prophet Hananja das Joch vom Nacken des Propheten Jeremia und zerbrach es. Kap 27,2)

11 Und Hananja sprach in Gegenwart des ganzen Volks: So spricht der HERR: Ebenso will ich zerbrechen das Joch Nebukadnezars, des Kšnigs von Babel, ehe zwei Jahre um sind, und es vom Nacken aller Všlker nehmen. Und der Prophet Jeremia ging seines Weges. Kap 29,10)

12 Aber des HERRN Wort geschah zu Jeremia, nachdem der Prophet Hananja das Joch auf dem Nacken des Propheten Jeremia zerbrochen hatte:

13 Geh hin und sage Hananja: So spricht der HERR: Du hast das hšlzerne Joch zerbrochen, aber du hast nun ein eisernes Joch an seine Stelle gesetzt.

14 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ein eisernes Joch habe ich allen diesen Všlkern auf den Nacken gelegt, da§ sie untertan sein sollen Nebukadnezar, dem Kšnig von Babel, und ihm dienen, und auch die Tiere habe ich ihm gegeben. 5. Mose 28,48, Kap 27,6)

15 Und der Prophet Jeremia sprach zum Propheten Hananja: Hšre doch, Hananja! Der HERR hat dich nicht gesandt; aber du machst, da§ dies Volk sich auf LŸgen verlŠ§t.

16 Darum spricht der HERR: Siehe, ich will dich vom Erdboden nehmen; dies Jahr sollst du sterben, denn du hast sie mit deiner Rede vom HERRN abgewendet.

17 Und der Prophet Hananja starb im selben Jahr im siebenten Monat.



29

1 (Jeremias Brief an die WeggefŸhrten in Babel) Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der €ltesten, die weggefŸhrt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggefŸhrt hatte

2 - nachdem der Kšnig Jechonja und die Kšniginmutter mit den KŠmmerern und Oberen in Juda und Jerusalem samt den Zimmerleuten und Schmieden aus Jerusalem weggefŸhrt waren -, 2. Kšn 24,14.15)

3 durch Elasa, den Sohn Schafans, und Gemarja, den Sohn Hilkijas, die Zedekia, der Kšnig von Juda, nach Babel sandte zu Nebukadnezar, dem Kšnig von Babel:

4 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu den WeggefŸhrten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegfŸhren lassen:

5 Baut HŠuser und wohnt darin; pflanzt GŠrten und e§t ihre FrŸchte;

6 nehmt euch Frauen und zeugt Sšhne und Tšchter, nehmt fŸr eure Sšhne Frauen, und gebt eure Tšchter MŠnnern, da§ sie Sšhne und Tšchter gebŠren; mehret euch dort, da§ ihr nicht weniger werdet.

7 Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegfŸhren lassen, und betet fŸr sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl.

8 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: La§t euch durch die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht betrŸgen, und hšrt nicht auf die TrŠume, die sie trŠumen! (8 und 9) Kap 14,14)

9 Denn sie weissagen euch LŸge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR.

10 Denn so spricht der HERR: Wenn fŸr Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnŠdiges Wort an euch erfŸllen, da§ ich euch wieder an diesen Ort bringe. Kap 25,11-13)

11 Denn ich wei§ wohl, was ich fŸr Gedanken Ÿber euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, da§ ich euch gebe das Ende, des ihr wartet.*

*Wšrtlich: da§ ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.

12 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhšren.

13 Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, (13 und 14) Kap 30,3; 5. Mose 4,29; Jes 55,6)

14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Všlkern und von allen Orten, wohin ich euch versto§en habe, spricht der HERR, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegfŸhren lassen.

15 Zwar meint ihr, der HERR habe euch auch in Babel Propheten erstehen lassen. -

16 FŸrwahr, so spricht der HERR Ÿber den Kšnig, der auf Davids Thron sitzt, und Ÿber das ganze Volk, das in dieser Stadt wohnt, Ÿber eure BrŸder, die nicht mit euch in die Gefangenschaft gezogen sind,

17 ja, so spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will Schwert, Hunger und Pest unter sie schicken und will sie machen wie die schlechten Feigen, davor einem ekelt zu essen, (17 und 18) Kap 24,8-10)

18 und will hinter ihnen her sein mit Schwert, Hunger und Pest und will sie zum Bild des Entsetzens machen fŸr alle Kšnigreiche auf Erden, zum Fluch, zum Grauen, zum Hohnund zum Spott unter allen Všlkern, wohin ich sie versto§en werde, 5. Mose 28,37)

19 weil sie meinen Worten nicht gehorchten, spricht der HERR, der ich meine Knechte, die Propheten, immer wieder zu euch gesandt habe; aber ihr wolltet nicht hšren, spricht der HERR. - Kap 25,4)

20 Aber ihr alle, die ihr gefangen weggefŸhrt seid, die ich von Jerusalem habe nach Babel ziehen lassen, hšret des HERRN Wort!

21 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, wider Ahab, den Sohn Kolajas, und wider Zedekia, den Sohn Maasejas, die euch LŸgen weissagen in meinem Namen: Siehe, ich will sie geben in die HŠnde Nebukadnezars, des Kšnigs von Babel. Der soll sie totschlagen lassen vor euren Augen,

22 so da§ man ihre Namen zum Fluchwort machen wird unter allen WeggefŸhrten aus Juda, die in Babel sind, und sagen: Der HERR tue an dir wie an Zedekia und Ahab, die der Kšnig von Babel im Feuer ršsten lie§,

23 weil sie eine Schandtat in Israel begingen und Ehebruch trieben mit den Frauen ihrer NŠchsten und in meinem Namen LŸge predigten, was ich ihnen nicht befohlen hatte. Solches wei§ ich und bezeuge es, spricht der HERR.

24 (Jeremia und Schemaja) Und wider Schemaja von Nehelam sollst du sagen:

25 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Weil du unter deinem Namen Briefe gesandt hast an alles Volk, das in Jerusalem ist, an den Priester Zefanja, den Sohn Maasejas, und an alle Priester und gesagt: Kap 21,1)

26 Der HERR hat dich zum Priester bestellt anstatt des Priesters Jojada, da§ du Aufseher sein sollst im Hause des HERRN Ÿber alle Wahnsinnigen und Weissager, da§ du sie in Block und Eisen legst, - Hos 9,7, Kap 20,2)

27 nun, warum strafst du dann nicht Jeremia von Anatot, der euch weissagt?

28 Hat er doch zu uns nach Babel geschickt und sagen lassen: Es wird noch lange wŠhren; baut HŠuser und wohnt darin, pflanzt GŠrten und e§t ihre FrŸchte.

29 - Es hatte nŠmlich der Priester Zefanja den Brief vorgelesen vor den Ohren des Propheten Jeremia. -

30 Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia:

31 Sende hin zu allen WeggefŸhrten und la§ ihnen sagen: So spricht der HERR wider Schemaja von Nehelam: Weil euch Schemaja weissagt - und ich habe ihn doch nicht gesandt - und macht, da§ ihr auf LŸgen vertraut,

32 darum spricht der HERR: Siehe, ich will Schemaja von Nehelam heimsuchen samt seinen Nachkommen, da§ keiner von den Seinen unter diesem Volk bleiben soll. Und er soll das Gute nicht sehen, das ich meinem Volk tun will, spricht der HERR; denn er hat es mit seiner Rede vom HERRN abgewendet.



30

1 (Israels Befreiung aus der Gefangenschaft) Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia:

2 So spricht der HERR, der Gott Israels: Schreib dir alle Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch.

3 Denn siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da§ ich das Geschick meines Volks Israel und Juda wenden will, spricht der HERR; und ich will sie wiederbringen in das Land, das ich ihren VŠtern gegeben habe, da§ sie es besitzen sollen. Kap 29,14)

4 Und dies sind die Worte, die der HERR redete Ÿber Israel und Juda.

5 So spricht der HERR: Wir hšren ein Geschrei des Schreckens; nur Furcht ist da und kein Friede.

6 Forschet doch und sehet, ob dort MŠnner gebŠren! Wie kommt es denn, da§ ich sehe, wie alle MŠnner ihre HŠnde an die HŸften halten wie Frauen in Kindsnšten und alle Angesichter so bleich sind?

7 Wehe, es ist ein gewaltiger Tag, und seinesgleichen ist nicht gewesen, und es ist eine Zeit der Angst fŸr Jakob; doch soll ihm daraus geholfen werden. Joel 2,11; Zef 1,14.15)

8 Es soll aber geschehen zu dieser Zeit, spricht der HERR Zebaoth, da§ ich das Joch auf deinem Nacken zerbrechen will und deine Bande zerrei§en. Sie werden nicht mehr Fremden dienen, (8 und 9) Kap 23,5; 27,12; Hes 34,23; Hos 3,5)

9 sondern dem HERRN, ihrem Gott, und ihrem Kšnig David, den ich ihnen erwecken will.

10 Darum fŸrchte du dich nicht, mein Knecht Jakob, spricht der HERR, und entsetze dich nicht, Israel. Denn siehe, ich will dich erretten aus fernen Landen und deine Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, da§ Jakob zurŸckkehren soll und in Frieden und Sicherheit leben, und niemand soll ihn schrecken. Kap 46,27; Jes 43,5.6)

11 Denn ich bin bei dir, spricht der HERR, da§ ich dir helfe. Denn ich will mit allen Všlkern ein Ende machen, unter die ich dich zerstreut habe; aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. Ich will dich mit Ma§en zŸchtigen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen. Kap 10,24; 5. Mose 8,5)

12 Denn so spricht der HERR: Dein Schaden ist verzweifelt bšse, und deine Wunden sind unheilbar. Kap 15,18)

13 Deine Sache fŸhrt niemand; da ist keiner, der dich verbindet, es kann dich niemand heilen.

14 Alle deine Liebhaber vergessen dich, fragen nichts nach dir. Ich habe dich geschlagen wie einen Feind mit unbarmherziger ZŸchtigung um deiner gro§en Schuld und um deiner vielen SŸnden willen.

15 Was schreist du Ÿber deinen Schaden und Ÿber dein verzweifelt bšses Leiden? Habe ich dir doch solches getan um deiner gro§en Schuld und um deiner vielen SŸnden willen.

16 Doch alle, die dich gefressen haben, sollen gefressen werden, und alle, die dich geŠngstigt haben, sollen alle gefangen weggefŸhrt werden; und die dich beraubt haben, sollen beraubt werden, und alle, die dich geplŸndert haben, sollen geplŸndert werden. Jes 33,1; Hes 39,10)

17 Aber dich will ich wieder gesund machen und deine Wunden heilen, spricht der HERR, weil man dich nennt: Èdie Versto§eneÇ und: ÈZion, nach der niemand fragtÇ. Kap 33,6; Jes 57,18.19)

18 So spricht der HERR: Siehe, ich will das Geschick der HŸtten Jakobs wenden und mich Ÿber seine Wohnungen erbarmen, und die Stadt soll wieder auf ihre HŸgel gebaut werden, und die Burg soll stehen an ihrem rechten Platz.

19 Und es soll aus ihr erschallen Lob- und Freudengesang; denn ich will sie mehren und nicht mindern, ich will sie herrlich machen und nicht geringer.

20 Ihre Sšhne sollen sein wie frŸher, und ihre Gemeinde soll vor mir fest gegrŸndet stehen; denn ich will heimsuchen alle, die sie bedrŠngen.

21 Und ihr FŸrst soll aus ihrer Mitte kommen und ihr Herrscher von ihnen ausgehen; und er soll zu mir nahen, denn wer dŸrfte sonst sein Leben wagen und mir nahen? spricht der HERR. Vers 9)

22 Und ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein. Kap 7,23)

23 Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm, ein schreckliches Ungewitter wird auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. (23 und 24) Kap 23,19.20)

24 Des HERRN grimmiger Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es erkennen.



31

1 (Die Verhei§ung des neuen Bundes) Zu derselben Zeit, spricht der HERR, will ich der Gott aller Geschlechter Israels sein, und sie sollen mein Volk sein. Kap 7,23)

2 So spricht der HERR: Das Volk, das dem Schwert entronnen ist, hat Gnade gefunden in der WŸste; Israel zieht hin zu seiner Ruhe.

3 Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter GŸte.

4 Wohlan, ich will dich wiederum bauen, da§ du gebaut sein sollst, du Jungfrau Israel; du sollst dich wieder schmŸcken, Pauken schlagen und herausgehen zum Tanz.

5 Du sollst wiederum Weinberge pflanzen an den Bergen Samarias; pflanzen wird man sie und ihre FrŸchte genie§en.

6 Denn es wird die Zeit kommen, da§ die WŠchter auf dem Gebirge Ephraim rufen: Wohlauf, la§t uns hinaufziehen nach Zion zum HERRN, unserm Gott!

7 Denn so spricht der HERR: Jubelt Ÿber Jakob mit Freuden und jauchzet Ÿber das Haupt unter den Všlkern. Ruft laut, rŸhmt und sprecht: Der HERR hat seinem Volk geholfen, dem Rest Israels!

8 Siehe, ich will sie aus dem Lande des Nordens bringen und will sie sammeln von den Enden der Erde, auch Blinde und Lahme, Schwangere und junge MŸtter, da§ sie als gro§e Gemeinde wieder hierher kommen sollen. Jes 35,8-10; Hes 34,16)

9 Sie werden weinend kommen, aber ich will sie tršsten und leiten. Ich will sie zu WasserbŠchen fŸhren auf ebenem Wege, da§ sie nicht zu Fall kommen; denn ich bin Israels Vater, und Ephraim ist mein erstgeborener Sohn. 2. Mose 4,22; 2. Kor 6,18)

10 Hšret, ihr Všlker, des HERRN Wort und verkŸndet's fern auf den Inseln und sprecht: Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und wird es hŸten wie ein Hirte seine Herde; Jes 40,11)

11 denn der HERR wird Jakob erlšsen und von der Hand des MŠchtigen erretten.

12 Sie werden kommen und auf der Hšhe des Zion jauchzen und sich freuen Ÿber die Gaben des HERRN, Ÿber Getreide, Wein, …l und junge Schafe und Rinder, da§ ihre Seele sein wird wie ein wasserreicher Garten und sie nicht mehr bekŸmmert sein sollen. Jes 58,11)

13 Alsdann werden die Jungfrauen fršhlich beim Reigen sein, die junge Mannschaft und die Alten miteinander; denn ich will ihr Trauern in Freude verwandeln und sie tršsten und sie erfreuen nach ihrer BetrŸbnis.

14 Und ich will der Priester Herz voller Freude machen, und mein Volk soll meiner Gaben die FŸlle haben, spricht der HERR.

15 So spricht der HERR: Man hšrt Klagegeschrei und bittres Weinen in Rama: Rahel weint Ÿber ihre Kinder und will sich nicht tršsten lassen Ÿber ihre Kinder; denn es ist aus mit ihnen. 1. Mose 35,16-20; 1. Sam 10,2; Mt 2,18)

16 Aber so spricht der HERR: La§ dein Schreien und Weinen und die TrŠnen deiner Augen; denn deine MŸhe wird noch belohnt werden, spricht der HERR. Sie sollen wiederkommen aus dem Lande des Feindes,

17 und deine Nachkommen haben viel Gutes zu erwarten, spricht der HERR, denn deine Sšhne sollen wieder in ihre Heimat kommen.

18 Ich habe wohl gehšrt, wie Ephraim klagt: ÈDu hast mich hart erzogen, und ich lie§ mich erziehen wie ein junger Stier, der noch nicht gelernt hat zu ziehen. Bekehre du mich, so will ich mich bekehren; denn du, HERR, bist mein Gott!

19 Nachdem ich bekehrt war, tat ich Bu§e, und als ich zur Einsicht kam, schlug ich an meine Brust. Ich bin zuschanden geworden und stehe schamrot da; denn ich mu§ bŸ§en die Schande meiner Jugend.Ç

20 Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, mu§ ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz, da§ ich mich seiner erbarmen mu§, spricht der HERR. Jes 49,15, Hos 11,8)

21 Richte dir Wegzeichen auf, setze dir Steinmale und richte deinen Sinn auf die Stra§e, auf der du gezogen bist! Kehr zurŸck, Jungfrau Israel, kehr zurŸck zu diesen deinen StŠdten!

22 Wie lang willst du in der Irre gehen, du abtrŸnnige Tochter? Denn der HERR wird ein Neues im Lande schaffen: Das Weib wird den Mann umgeben.

23 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: ÈMan wird dies Wort wieder sagen im Lande Juda und in seinen StŠdten, wenn ich ihr Geschick wenden werde: Der HERR segne dich, du Wohnung der Gerechtigkeit, du heiliger Berg! Sach 8,3)

24 Auch Juda samt allen seinen StŠdten soll darin wohnen, die Ackerleute und die mit Herden umherziehen;

25 denn ich will die MŸden erquicken und die Verschmachtenden sŠttigen.Ç

26 DarŸber bin ich aufgewacht und sah auf und hatte so sanft geschlafen.

27 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da§ ich das Haus Israel und das Haus Juda besŠen will mit Menschen und mit Vieh.

28 Und gleichwie ich Ÿber sie gewacht habe, auszurei§en und einzurei§en, zu verderben und zu zerstšren und zu plagen, so will ich Ÿber sie wachen, zu bauen und zu pflanzen, spricht der HERR. Kap 1,10)

29 Zu derselben Zeit wird man nicht mehr sagen: ÈDie VŠter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern sind die ZŠhne stumpf gewordenÇ, (29 und 30) Hes 18,2; 2. Mose 20,5; Klgl 5,7)

30 sondern ein jeder wird um seiner Schuld willen sterben, und wer saure Trauben gegessen hat, dem sollen seine ZŠhne stumpf werden.

31 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schlie§en, (31-34) Hebr 8,8-12)

32 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren VŠtern schlo§, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus €gyptenland zu fŸhren, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; 5. Mose 6,4-7)

33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schlie§en will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Hes 11,19; Hebr 10,16.17, Kap 7,23)

34 Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: ÈErkenne den HERRNÇ, sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, klein und gro§, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer SŸnde nimmermehr gedenken. Kap 33,8; Jes 43,25; Ršm 11,26.27)

35 So spricht der HERR, der die Sonne dem Tage zum Licht gibt und den Mond und die Sterne der Nacht zum Licht bestellt; der das Meer bewegt, da§ seine Wellen brausen - HERR Zebaoth ist sein Name - :

36 Wenn jemals diese Ordnungen vor mir ins Wanken kŠmen, spricht der HERR, so mŸ§te auch das Geschlecht Israels aufhšren, ein Volk zu sein vor mir ewiglich. Kap 33,25.26; Ršm 11,1)

37 So spricht der HERR: Wenn man den Himmel oben messen kšnnte und den Grund der Erde unten erforschen, dann wŸrde ich auch verwerfen das ganze Geschlecht Israels fŸr all das, was sie getan haben, spricht der HERR.

38 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da§ die Stadt des HERRN gebaut werden wird vom Turm Hananel an bis ans Ecktor;

39 und die Me§schnur wird weiter geradeaus gehen bis an den HŸgel Gareb und sich nach Goa hin wenden.

40 Und das ganze Tal der Leichen und der Asche und die HŠnge bis zum Bach Kidron, bis zu der Ecke am Ro§tor im Osten, wird dem HERRN heilig sein. Und die Stadt wird niemals mehr eingerissen und abgebrochen werden.



32

1 (Der Ackerkauf) Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia im zehnten Jahr Zedekias, des Kšnigs von Juda, das ist das achtzehnte Jahr Nebukadnezars.

2 Damals belagerte das Heer des Kšnigs von Babel Jerusalem. Und der Prophet Jeremia lag gefangen im Wachthof am Hause des Kšnigs von Juda, 2. Kšn 25,1.2)

3 wo Zedekia, der Kšnig von Juda, ihn hatte gefangen setzen lassen, indem er sagte: Warum weissagst du und sprichst: So spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die HŠnde des Kšnigs von Babel, und er soll sie erobern, (3 und 4) Kap 21,7; 34,2)

4 und Zedekia, der Kšnig von Juda, soll den ChaldŠern nicht entrinnen, sondern ich will ihn dem Kšnig von Babel in die HŠnde geben, da§ er von Mund zu Mund mit ihm reden und mit eigenen Augen ihn sehen soll?

5 Und er wird Zedekia nach Babel fŸhren; da soll er auch bleiben, bis ich ihn heimsuche, spricht der HERR, denn wenn ihr auch gegen die ChaldŠer kŠmpft, soll euch doch nichts gelingen. Kap 52,11)

6 Und Jeremia sprach: Es ist des HERRN Wort zu mir geschehen:

7 Siehe, Hanamel, der Sohn Schallums, deines Oheims, wird zu dir kommen und sagen: Kaufe du meinen Acker in Anatot; denn dir kommt es als Erstem zu, ihn einzulšsen und zu kaufen. 3. Mose 25,25; Rut 4,3.4)

8 Da kam Hanamel, meines Oheims Sohn, wie der HERR gesagt hatte, zu mir in den Wachthof und sprach zu mir: Kaufe doch meinen Acker in Anatot, der im Lande Benjamin liegt; denn dir kommt es zu, ihn zu erwerben und einzulšsen; kaufe du ihn! Da merkte ich, da§ es des HERRN Wort war,

9 und kaufte den Acker von Hanamel, meines Oheims Sohn, in Anatot, und wog ihm das Geld dar, siebzehn Lot Silber.

10 Und ich schrieb einen Kaufbrief und versiegelte ihn und nahm Zeugen dazu und wog das Geld dar auf der Waage nach Recht und Gewohnheit.

11 Und ich nahm den versiegelten Kaufbrief und die offene Abschrift

12 und gab beides Baruch, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, in Gegenwart Hanamels, meines Vetters, und der Zeugen, die unter dem Kaufbrief geschrieben standen, und aller JudŠer, die im Wachthof sich aufhielten,

13 und befahl Baruch vor ihren Augen:

14 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Nimm diese Briefe, den versiegelten Kaufbrief samt dieser offenen Abschrift, und lege sie in ein irdenes GefŠ§, da§ sie lange erhalten bleiben.

15 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Man wird wieder HŠuser, €cker und Weinberge kaufen in diesem Lande. Vers 44)

16 Und als ich den Kaufbrief Baruch, dem Sohn Nerijas, gegeben hatte, betete ich zum HERRN und sprach:

17 Ach, Herr HERR, siehe, du hast Himmel und Erde gemacht durch deine gro§e Kraft und durch deinen ausgereckten Arm, und es ist kein Ding vor dir unmšglich; Kap 27,5, 1. Mose 18,14; Lk 1,37)

18 der du Gnade erweist vielen Tausenden und die Schuld der VŠter kommen lŠ§t auf das Haupt ihrer Kinder, du gro§er und starker Gott - HERR Zebaoth ist dein Name -, 2. Mose 20,5.6)

19 gro§ von Rat und mŠchtig von Tat, und deine Augen stehen offen Ÿber allen Wegen der Menschenkinder, einem jeden zu geben nach seinen Wegen und nach der Frucht seines Tuns; Ršm 2,6)

20 der du in €gyptenland hast Zeichen und Wunder getan bis auf diesen Tag an Israel und an den Menschen und hast dir einen Namen gemacht, wie es heute am Tage ist,

21 und hast dein Volk Israel aus €gyptenland gefŸhrt durch Zeichen und Wunder, mit mŠchtiger Hand, mit ausgerecktem Arm und mit gro§em Schrecken, 5. Mose 26,8)

22 und hast ihnen dies Land gegeben, wie du ihren VŠtern geschworen hattest, da§ du es ihnen geben wolltest, ein Land, darin Milch und Honig flie§t;

23 aber als sie hineinkamen und es in Besitz nahmen, gehorchten sie deiner Stimme nicht, wandelten auch nicht nach deinem Gesetz, und alles, was du ihnen gebotest, da§ sie es tun sollten, taten sie nicht; darum lie§est du ihnen auch all dies Unheil widerfahren:

24 Siehe, die WŠlle reichen schon bis an die Stadt, da§ sie erobert werde, und sie mu§ wegen Schwert, Hunger und Pest in die HŠnde der ChaldŠer gegeben werden, die sie belagern; und wie du geredet hast, so ist's geschehen; du siehst es ja selbst.

25 Aber du, Herr HERR, sprichst zu mir: ÈKaufe dir einen Acker um Geld und nimm Zeugen dazuÇ, obwohl doch die Stadt in die HŠnde der ChaldŠer gegeben wird?

26 Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia:

27 Siehe, ich, der HERR, bin der Gott alles Fleisches, sollte mir etwas unmšglich sein? 4. Mose 16,22, Vers 17)

28 Darum so spricht der HERR: Siehe, ich gebe diese Stadt in die HŠnde der ChaldŠer und in die Hand Nebukadnezars, des Kšnigs von Babel, und er soll sie erobern.

29 Und die ChaldŠer, die diese Stadt belagern, werden hereinkommen und sie in Brand stecken und verbrennen samt den HŠusern, wo man auf den DŠchern dem Baal RŠucheropfer gespendet und andern Gšttern Trankopfer dargebracht hat, um mich zu erzŸrnen. Kap 19,13)

30 Denn Israel und Juda haben von ihrer Jugend auf getan, was mir mi§fŠllt: ja, die Israeliten haben mich erzŸrnt durch ihrer HŠnde Werk, spricht der HERR.

31 Denn seit diese Stadt gebaut ist, hat sie mich zornig und grimmig gemacht bis auf diesen Tag, da§ ich sie von meinem Angesicht wegtun mu§

32 wegen all der Bosheit Israels und Judas, die sie getan haben, um mich zu erzŸrnen. Sie, ihre Kšnige, Oberen, Priester und Propheten und die in Juda und Jerusalem wohnten,

33 haben mir den RŸcken und nicht das Angesicht zugekehrt, und obwohl ich sie stets lehren lie§, wollten sie nicht hšren noch sich bessern. Kap 2,27)

34 Dazu haben sie ihre greulichen Gštzen in das Haus gesetzt, das nach meinem Namen genannt ist, da§ sie es unrein machten, Kap 7,30)

35 und haben die Hšhen des Baal gebaut im Tal Ben-Hinnom, um ihre Sšhne und Tšchter fŸr den Moloch durchs Feuer gehen zu lassen, was ich ihnen nicht befohlen habe, und es ist mir nie in den Sinn gekommen, da§ sie solchen Greuel tun sollten, um Juda in SŸnde zu bringen. Kap 7,31; 19,5; Hes 20,25.26)

36 Nun aber, so spricht der HERR, der Gott Israels, von dieser Stadt, von der ihr sagt, da§ sie durch Schwert, Hunger und Pest in die HŠnde des Kšnigs von Babel gegeben werde:

37 Siehe, ich will sie sammeln aus allen LŠndern, wohin ich sie versto§en in meinem Zorn, Grimm und gro§em Unmut, und will sie wieder an diesen Ort bringen, da§ sie sicher wohnen sollen. 5. Mose 30,3)

38 Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Kap 7,23)

39 Und ich will ihnen einerlei Sinn und einerlei Wandel geben, da§ sie mich fŸrchten ihr Leben lang, auf da§ es ihnen wohlgehe und ihren Kindern nach ihnen. Hes 36,27)

40 Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schlie§en, da§ ich nicht ablassen will, ihnen Gutes zu tun, und will ihnen Furcht vor mir ins Herz geben, da§ sie nicht von mir weichen. Kap 31,31-34)

41 Es soll meine Freude sein, ihnen Gutes zu tun, und ich will sie in diesem Lande einpflanzen, ganz gewi§, von ganzem Herzen und von ganzer Seele. 5. Mose 28,63a, Am 9,15)

42 Denn so spricht der HERR: Gleichwie ich Ÿber dies Volk all dies gro§e Unheil habe kommen lassen, so will ich auch alles Gute Ÿber sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe.

43 Und es sollen €cker gekauft werden in diesem Lande, von dem ihr sagt: ÈEine WŸste ist's ohne Menschen und Vieh; es ist in der ChaldŠer HŠnde gegeben.Ç

44 Man wird €cker um Geld kaufen und verbriefen, versiegeln und Zeugen dazu nehmen im Lande Benjamin und um Jerusalem her und in den StŠdten Judas, in den StŠdten auf dem Gebirge, in den StŠdten des HŸgellandes und in den StŠdten des SŸdlandes; denn ich will ihr Geschick wenden, spricht der HERR. Vers 15, Kap 29,14; 30,3)



33

1 (Wiederherstellung Jerusalems und Judas) Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia zum zweitenmal, als er noch im Wachthof gefangen war: Kap 32,2)

2 So spricht der HERR, der alles macht, schafft und ausrichtet - HERR ist sein Name -:

3 Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun gro§e und unfa§bare Dinge, von denen du nichts wei§t.

4 Denn so spricht der HERR, der Gott Israels, von den HŠusern dieser Stadt und von den HŠusern der Kšnige Judas, die abgebrochen wurden, um Bollwerke zu machen zur Abwehr Jes 22,10)

5 im Kampf gegen die ChaldŠer und um sie zu fŸllen mit den Leichnamen der Menschen, die ich in meinem Zorn und Grimm erschlagen habe, als ich mein Angesicht vor dieser Stadt verbarg um all ihrer Bosheit willen:

6 Siehe, ich will sie heilen und gesund machen und will ihnen dauernden Frieden gewŠhren. Kap 30,17)

7 Denn ich will das Geschick Judas und das Geschick Israels wenden und, will sie bauen wie im Anfang Kap 29,14, Kap 24,6)

8 und will sie reinigen von aller Missetat, womit sie wider mich gesŸndigt haben; und will ihnen vergeben alle Missetaten, womit sie wider mich gesŸndigt und gefrevelt haben. Kap 31,34; 50,20)

9 Und das soll mein Ruhm und meine Wonne, mein Preis und meine Ehre sein unter allen Všlkern auf Erden, wenn sie all das Gute hšren, das ich Jerusalem tue. Und sie werden sich verwundern und entsetzen Ÿber all das Gute und Ÿber all das Heil, das ich der Stadt geben will.

10 So spricht der HERR: An diesem Ort, von dem ihr sagt: ÈEr ist wŸst, ohne Menschen und ViehÇ, in den StŠdten Judas und auf den Gassen Jerusalems, die so verwŸstet sind, da§ niemand mehr darin ist, weder Menschen noch Vieh, Kap 32,43)

11 wird man dennoch wieder hšren den Jubel der Freude und Wonne, die Stimme des BrŠutigams und der Braut und die Stimme derer, die da sagen: ÈDanket dem HERRN Zebaoth; denn er ist freundlich, und seine GŸte wŠhret ewiglichÇ, wenn sie Dankopfer bringen zum Hause des HERRN. Denn ich will das Geschick des Landes wenden, da§ es werde, wie es im Anfang war, spricht der HERR. Kap 7,34, Esr 3,11; Ps 106,1)

12 So spricht der HERR Zebaoth: An diesem Ort, der so wŸst ist, da§ weder Menschen noch Vieh darin sind, und in allen ihren StŠdten werden dennoch wieder Auen sein fŸr die Hirten, die da Herden weiden.

13 In den StŠdten auf dem Gebirge und in den StŠdten des HŸgellandes und in den StŠdten des SŸdlandes, im Lande Benjamin und um Jerusalem her und in den StŠdten Judas sollen dennoch wieder die Herden gezŠhlt aus- und einziehen, spricht der HERR. Kap 32,44)

14 (Der ewige Bund mit dem Hause David und dem Hause Levi) Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da§ ich das gnŠdige Wort erfŸllen will, das ich zum Hause Israel und zum Hause Juda geredet habe. (14-16) Kap 23,5.6; Sach 3,8)

15 In jenen Tagen und zu jener Zeit will ich dem David einen gerechten Spro§ aufgehen lassen; der soll Recht und Gerechtigkeit schaffen im Lande.

16 Zu derselben Zeit soll Juda geholfen werden und Jerusalem sicher wohnen, und man wird es nennen ÈDer HERR unsere GerechtigkeitÇ. 5. Mose 33,28)

17 Denn so spricht der HERR: Es soll David niemals fehlen an einem, der auf dem Thron des Hauses Israel sitzt. 2. Sam 7,12.13; 1. Kšn 9,5; Ps 89,30)

18 Und den levitischen Priestern soll's niemals fehlen an einem, der tŠglich vor meinem Angesicht Brandopfer darbringt und Speisopfer in Rauch aufgehen lŠ§t und Opfer schlachtet. 4. Mose 25,12.13; Neh 13,29)

19 Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia:

20 So spricht der HERR: Wenn mein Bund mit Tag und Nacht aufhšrte, da§ nicht mehr Tag und Nacht sind zu ihrer Zeit, (20 und 21) Kap 31,35.36; 1. Mose 8,22)

21 so wŸrde auch mein Bund aufhšren mit meinem Knecht David, da§ er keinen Sohn mehr hat zum Kšnig auf seinem Thron, und mit den Leviten, den Priestern, meinen Dienern. 4. Mose 25,12.13; Hebr 9,11-14)

22 Wie man des Himmels Heer nicht zŠhlen noch den Sand am Meer messen kann, so will ich mehren das Geschlecht Davids, meines Knechts, und die Leviten, die mir dienen. 1. Mose 15,5)

23 Und des HERRN Wort geschah zu Jeremia:

24 Hast du nicht gemerkt, was diese Leute reden: ÈDie beiden Geschlechter, die der HERR auserwŠhlt hatte, hat er verworfenÇ, und sie verachten mein Volk und lassen es nicht mehr ein Volk sein in ihren Augen.

25 So spricht der HERR: Wenn ich jemals meinen Bund nicht hielte mit Tag und Nacht noch die Ordnungen des Himmels und der Erde,

26 so wollte ich auch verwerfen das Geschlecht Jakobs und Davids, meines Knechts, da§ ich nicht mehr aus ihrem Geschlecht Herrscher nehme Ÿber die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs. Denn ich will ihr Geschick wenden und mich Ÿber sie erbarmen.



34

1 (Zedekia vor der Entscheidung) Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, mit seinem ganzen Heer und allen Kšnigreichen auf Erden, die unter seiner Gewalt waren, und allen Všlkern Jerusalem und alle seine StŠdte belagerte. Kap 52,4; 2. Kšn 25,1.2)

2 So spricht der HERR, der Gott Israels: Geh hin und sprich mit Zedekia, dem Kšnig von Juda, und sage zu ihm: So spricht der HERR: Siehe, ich will diese Stadt in die HŠnde des Kšnigs von Babel geben, und er soll sie mit Feuer verbrennen. Kap 21,10)

3 Und auch du sollst seiner Hand nicht entrinnen, sondern ergriffen und in seine Hand gegeben werden. Du wirst ihn mit eigenen Augen sehen und von Mund zu Mund mit ihm reden und nach Babel kommen. Kap 32,4)

4 Hšre doch auf des HERRN Wort, Zedekia, du Kšnig von Juda! So spricht der HERR Ÿber dich: Du sollst nicht durchs Schwert sterben, (4 und 5) Kap 52,11)

5 sondern du sollst im Frieden sterben. Und wie deinen VŠtern, den frŸheren Kšnigen, die vor dir gewesen sind, so wird man auch dir zu Ehren einen Brand anzŸnden und dich beklagen: ÈAch, Herr!Ç; denn ich habe es geredet, spricht der HERR. 2. Chr 16,14, Kap 22,18)

6 Und der Prophet Jeremia sagte alle diese Worte zu Zedekia, dem Kšnig von Juda, in Jerusalem,

7 als das Heer des Kšnigs von Babel schon Jerusalem und alle StŠdte Judas belagerte, die Ÿbriggeblieben waren, nŠmlich Lachisch und Aseka; denn diese waren noch Ÿbriggeblieben von den festen StŠdten Judas.

8 (Der Wortbruch an den freigelassenen Sklaven) Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, nachdem der Kšnig Zedekia einen Bund geschlossen hatte mit dem ganzen Volk zu Jerusalem, eine Freilassung auszurufen, Vers 14)

9 da§ ein jeder seinen Sklaven und ein jeder seine Sklavin, die HebrŠer und HebrŠerinnen waren, freilassen sollte, so da§ kein JudŠer den andern als Sklaven hielte.

10 Da hatten alle Oberen und alles Volk gehorcht, die diesen Bund eingegangen waren, da§ ein jeder seinen Sklaven und seine Sklavin freilassen und sie nicht mehr als Sklaven halten sollte, und hatten sie losgegeben.

11 Aber danach hatten sie die Sklaven und Sklavinnen wieder zurŸckgefordert, die sie freigegeben hatten, und sie gezwungen, da§ sie wieder Sklaven und Sklavinnen sein mu§ten.

12 Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia:

13 So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe einen Bund geschlossen mit euren VŠtern, als ich sie aus €gyptenland, aus der Knechtschaft, fŸhrte und sprach:

14 Im siebenten Jahre soll ein jeder seinen Bruder, der ein HebrŠer ist und sich ihm verkauft und sechs Jahre gedient hat, freilassen. Aber eure VŠter gehorchten mir nicht und kehrten ihre Ohren mir nicht zu. 2. Mose 21,2; 3. Mose 25,39-41; 5. Mose 15,12)

15 Ihr aber hattet euch nun bekehrt und getan, was mir wohlgefiel, da§ ihr eine Freilassung ausrufen lie§et, ein jeder fŸr seinen NŠchsten, und habt darŸber einen Bund geschlossen vor mir in dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist. 3. Mose 25,10)

16 Jetzt aber seid ihr umgeschlagen und habt meinen Namen entheiligt! Ein jeder fordert seinen Sklaven und seine Sklavin zurŸck, die ihr freigelassen hattet, so da§ sie gehen konnten, wohin sie wollten, und zwingt sie jetzt, da§ sie wieder eure Sklaven und Sklavinnen sein mŸssen.

17 Darum spricht der HERR: Ihr gehorchtet mir nicht und riefet keine Freilassung aus, ein jeder fŸr seinen Bruder und seinen NŠchsten, - siehe, so rufe ich, spricht der HERR, Ÿber euch eine Freilassung aus fŸr Schwert, fŸr Pest, fŸr Hunger und will euch zum Bild des Entsetzens machen fŸr alle Kšnigreiche auf Erden.

18 Und ich will die Leute, die meinen Bund Ÿbertreten und die Worte des Bundes nicht halten, den sie vor mir geschlossen haben, so zurichten wie das Kalb, das sie in zwei StŸcke geteilt haben und zwischen dessen StŸcken sie hindurchgegangen sind,

19 nŠmlich die Oberen von Juda und von Jerusalem, die KŠmmerer, die Priester und das ganze Volk des Landes, alle, die zwischen den StŸcken des Kalbes hindurchgegangen sind.

20 Und ich will sie geben in die Hand ihrer Feinde und derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und ihre Leichname sollen den Všgeln unter dem Himmel und den Tieren auf dem Felde zum Fra§e werden. Kap 7,33)

21 Auch Zedekia, den Kšnig von Juda, und seine Oberen will ich geben in die HŠnde ihrer Feinde und derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und in die Hand des Heeres des Kšnigs von Babel, das jetzt von euch abgezogen ist. Kap 37,5)

22 Denn siehe, ich will ihnen befehlen, spricht der HERR, und will sie wieder vor diese Stadt bringen. Sie sollen sie belagern und erobern und mit Feuer verbrennen. Und ich will die StŠdte Judas verwŸsten, da§ niemand mehr darin wohnen soll. Kap 37,8)



35

1 (Der Gehorsam der Rechabiter) Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia zur Zeit Jojakims, des Sohnes Josias, des Kšnigs von Juda: 2. Kšn 23,34)

2 Geh hin zu den Rechabitern, rede mit ihnen und fŸhre sie in des HERRN Haus, in eine der Hallen, und schenke ihnen Wein ein. 1. Chr 2,55)

3 Da nahm ich Jaasanja, den Sohn Jirmejas, des Sohnes Habazzinjas, samt seinen BrŸdern und allen seinen Sšhnen, und das ganze Geschlecht der Rechabiter

4 und fŸhrte sie in des HERRN Haus, in die Halle der Sšhne Hanans, des Sohnes Jigdaljas, des Mannes Gottes, die neben der Halle der Oberen ist, Ÿber der Halle Maasejas, des Sohnes Schallums, des TorhŸters.

5 Und ich setzte den MŠnnern vom Hause Rechab KrŸge voll Wein und Schalen vor und sprach zu ihnen: Trinkt Wein!

6 Sie aber antworteten: Wir trinken keinen Wein; denn unser Vater Jonadab, der Sohn Rechabs, hat uns geboten: Ihr und eure Nachkommen sollt niemals Wein trinken 2. Kšn 10,15)

7 und kein Haus bauen, keinen Samen sŠen, keinen Weinberg pflanzen noch besitzen, sondern ihr sollt in Zelten wohnen euer Leben lang, auf da§ ihr lange lebet in dem Lande, in dem ihr umherzieht.

8 Also gehorchen wir der Stimme unseres Vaters Jonadab, des Sohnes Rechabs, in allem, was er uns geboten hat, da§ wir keinen Wein trinken unser Leben lang, weder wir noch unsere Frauen noch unsere Sšhne und Tšchter;

9 und wir bauen auch keine HŠuser, darin zu wohnen, und haben weder Weinberge noch €cker noch Samen,

10 sondern wir wohnen in Zelten und gehorchen und tun in allem, wie es unser Vater Jonadab geboten hat.

11 Als aber Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, gegen das Land heraufzog, sprachen wir: Kommt, la§t uns nach Jerusalem ziehen vor dem Heer der ChaldŠer und der AramŠer! Und so sind wir in Jerusalem geblieben.

12 Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia:

13 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Geh hin und sprich zu den MŠnnern von Juda und zu den BŸrgern von Jerusalem: Wollt ihr euch denn nicht bessern und meinen Worten gehorchen? spricht der HERR.

14 Die Worte Jonadabs, des Sohnes Rechabs, der seinen Nachkommen geboten hat, da§ sie keinen Wein trinken sollen, werden gehalten, und sie trinken keinen Wein bis auf diesen Tag; denn sie gehorchen ihres Vaters Gebot. Ich aber habe euch immer wieder predigen lassen, doch gehorchtet ihr mir nicht. Kap 25,4)

15 Ich habe auch immer wieder alle meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt und sagen lassen: Kehrt um, ein jeder von seinem bšsen Wege, und bessert euer Tun und folgt nicht andern Gšttern nach, ihnen zu dienen, so sollt ihr in dem Lande bleiben, das ich euch und euren VŠtern gegeben habe. Aber ihr wolltet eure Ohren nicht zu mir kehren und mir nicht gehorchen. Mt 23,37)

16 Ja, die Nachkommen Jonadabs, des Sohnes Rechabs, haben ihres Vaters Gebot gehalten, das er ihnen geboten hat. Aber dies Volk gehorcht mir nicht!

17 Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will Ÿber Juda und Ÿber alle BŸrger Jerusalems kommen lassen all das Unheil, das ich gegen sie geredet habe, weil ich zu ihnen redete und sie nicht hšren wollten, weil ich rief und sie mir nicht antworten wollten. Kap 7,13-15)

18 Aber zu den Rechabitern sprach Jeremia: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Weil ihr dem Gebot eures Vaters Jonadab gehorcht habt und alle seine Gebote gehalten und alles getan, was er euch geboten hat,

19 darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Es soll dem Jonadab, dem Sohn Rechabs, niemals an einem Manne fehlen, der vor mir steht.



36

1 (Die Schriftrolle Baruchs) Im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Kšnigs von Juda, geschah dies Wort zu Jeremia vom HERRN: Kap 25,1)

2 Nimm eine Schriftrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe Ÿber Israel, Ÿber Juda und alle Všlker von der Zeit an, da ich zu dir geredet habe, nŠmlich von der Zeit Josias an bis auf diesen Tag. Kap 25,3)

3 Vielleicht wird das Haus Juda, wenn sie hšren von all dem Unheil, das ich ihnen zu tun gedenke, sich bekehren, ein jeder von seinem bšsen Wege, damit ich ihnen ihre Schuld und SŸnde vergeben kann. Kap 26,3)

4 Da rief Jeremia Baruch, den Sohn Nerijas. Und Baruch schrieb auf eine Schriftrolle alle Worte des HERRN, die er zu Jeremia geredet hatte, wie Jeremia sie ihm sagte. Kap 32,12; 45,1)

5 Und Jeremia gebot Baruch und sprach: Mir ist's verwehrt, ich kann nicht in des HERRN Haus gehen.

6 Du aber geh hin und lies die Schriftrolle, auf die du des HERRN Worte, wie ich sie dir gesagt habe, geschrieben hast, dem Volk vor im Hause des HERRN am Fasttage, und du sollst sie auch lesen vor den Ohren aller JudŠer, die aus ihren StŠdten hereinkommen.

7 Vielleicht werden sie sich mit Beten vor dem HERRN demŸtigen und sich bekehren, ein jeder von seinem bšsen Wege; denn der Zorn und Grimm ist gro§, den der HERR diesem Volk angedroht hat.

8 Und Baruch, der Sohn Nerijas, tat alles, wie ihm der Prophet Jeremia befohlen hatte, da§ er die Worte des HERRN aus der Schriftrolle vorlŠse im Hause des HERRN.

9 Es begab sich aber im fŸnften Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Kšnigs von Juda, im neunten Monat, da§ man ein Fasten ausrief vor dem HERRN fŸr alles Volk zu Jerusalem und fŸr alles Volk, das aus den StŠdten Judas nach Jerusalem kam.

10 Und Baruch las aus der Schriftrolle die Worte Jeremias vor im Hause des HERRN, in der Halle Gemarjas, des Sohnes Schafans, des Schreibers, im oberen Vorhof bei dem neuen Tor am Hause des HERRN, vor dem ganzen Volk. 2. Kšn 22,3)

11 Als nun Michaja, der Sohn Gemarjas, des Sohnes Schafans, alle Worte des HERRN gehšrt hatte aus der Schriftrolle,

12 ging er hinab in des Kšnigs Haus in die Kanzlei. Und siehe, dort sa§en alle Oberen: Elischama, der Schreiber, Delaja, der Sohn Schemajas, Elnatan, der Sohn Achbors, Gemarja, der Sohn Schafans, und Zedekia, der Sohn Hananjas, samt allen andern Oberen. Kap 26,22)

13 Und Michaja berichtete ihnen alle Worte, die er gehšrt hatte, als Baruch aus der Schriftrolle vor den Ohren des Volks vorlas.

14 Da sandten alle Oberen Jehudi, den Sohn Netanjas, des Sohnes Schelemjas, des Sohnes Kuschis, zu Baruch und lie§en ihm sagen: Nimm die Schriftrolle, aus der du dem Volk vorgelesen hast, mit dir und komm! Und Baruch, der Sohn Nerijas, nahm die Schriftrolle mit sich und kam zu ihnen.

15 Und sie sprachen zu ihm: Setze dich und lies, da§ wir's hšren! Und Baruch las vor ihren Ohren.

16 Und als sie alle die Worte hšrten, entsetzten sie sich untereinander und sprachen zu Baruch: Wir mŸssen alle diese Worte dem Kšnig mitteilen.

17 Und sie fragten den Baruch: Sage uns, wie hast du alle diese Worte aufgeschrieben?

18 Baruch sprach zu ihnen: Jeremia hat mir alle diese Worte vorgesagt, und ich schrieb sie mit Tinte auf die Schriftrolle.

19 Da sprachen die Oberen zu Baruch: Geh hin und verbirg dich mit Jeremia, da§ niemand wisse, wo ihr seid!

20 Sie aber gingen hinein zum Kšnig in den Vorhof und lie§en die Schriftrolle verwahren in der Halle Elischamas, des Schreibers, und teilten dem Kšnig alle diese Worte mit.

21 Da sandte der Kšnig den Jehudi, die Schriftrolle zu holen. Der nahm sie aus der Halle Elischamas, des Schreibers. Und Jehudi las dem Kšnig vor und allen Oberen, die bei dem Kšnig standen.

22 Der Kšnig aber sa§ im Winterhause vor dem Kohlenbecken; denn es war im neunten Monat.

23 Wenn aber Jehudi drei oder vier Spalten gelesen hatte, schnitt er sie ab mit einem Schreibmesser und warf sie ins Feuer, das im Kohlenbecken war, bis die Schriftrolle ganz verbrannt war im Feuer.

24 Und niemand entsetzte sich und zerri§ seine Kleider, weder der Kšnig noch seine Gro§en, die doch alle diese Worte gehšrt hatten. 2. Kšn 22,11)

25 Und obwohl Elnatan, Delaja und Gemarja den Kšnig baten, er mšge die Schriftrolle nicht verbrennen, hšrte er nicht auf sie.

26 Dazu gebot der Kšnig Jerachmeel, dem Kšnigssohn, und Seraja, dem Sohn Asri‘ls, und Schelemja, dem Sohn Abdeels, sie sollten Baruch, den Schreiber, und Jeremia, den Propheten, ergreifen. Aber der HERR hatte sie verborgen.

27 Nachdem der Kšnig die Schriftrolle verbrannt hatte, auf die Baruch die Worte geschrieben hatte, wie Jeremia sie ihm sagte, geschah des HERRN Wort zu Jeremia:

28 Nimm dir eine neue Schriftrolle und schreibe auf sie alle vorigen Worte, die auf der ersten Schriftrolle standen, die Jojakim, der Kšnig von Juda, verbrannt hat.

29 †ber Jojakim aber, den Kšnig von Juda, sollst du sagen: So spricht der HERR: Du hast diese Schriftrolle verbrannt und gesagt: Warum hast du darauf geschrieben, da§ der Kšnig von Babel kommen und dies Land verderben werde, so da§ weder Menschen noch Vieh mehr darin sein werden? Kap 25,8-11, Kap 7,20; 9,9.10)

30 Darum spricht der HERR Ÿber Jojakim, den Kšnig von Juda: Es soll keiner von den Seinen auf dem Thron Davids sitzen, und sein Leichnam soll hingeworfen liegen, am Tag in der Hitze und nachts im Frost. Kap 22,30, Kap 22,19)

31 Und ich will ihn und seine Nachkommen und seine Gro§en heimsuchen um ihrer Schuld willen, und ich will Ÿber sie und Ÿber die BŸrger Jerusalems und Ÿber die in Juda kommen lassen all das Unheil, von dem ich zu ihnen geredet habe, und sie gehorchten doch nicht.

32 Da nahm Jeremia eine andere Schriftrolle und gab sie Baruch, dem Sohn Nerijas, dem Schreiber. Der schrieb darauf, so wie ihm Jeremia vorsagte, alle Worte, die auf der Schriftrolle gestanden hatten, die Jojakim, der Kšnig von Juda, im Feuer hatte verbrennen lassen; und es wurden zu ihnen noch viele Šhnliche Worte hinzugetan.



37

1 (Jeremia warnt den Kšnig Zedekia) Und Zedekia, der Sohn Josias, wurde Kšnig anstatt Konjas,* des Sohnes Jojakims; denn Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, machte ihn zum Kšnig im Lande Juda. 2. Kšn 24,17)

*Vgl. Anmerkung zu Jer 24,1.

2 Aber er und seine Gro§en und das Volk des Landes gehorchten nicht den Worten des HERRN, die er durch den Propheten Jeremia redete.

3 Dennoch sandte der Kšnig Zedekia Juchal, den Sohn Schelemjas, und den Priester Zefanja, den Sohn Maasejas, zum Propheten Jeremia und lie§ ihm sagen: Bitte den HERRN, unsern Gott, fŸr uns! Kap 7,16; 42,2)

4 Denn Jeremia ging noch unter dem Volk aus und ein, und man hatte ihn noch nicht ins GefŠngnis geworfen.

5 Es war aber das Heer des Pharao aus €gypten aufgebrochen, und als die ChaldŠer, die vor Jerusalem lagen, davon hšrten, waren sie von Jerusalem abgezogen.

6 Und des HERRN Wort geschah zum Propheten Jeremia:

7 So spricht der HERR, der Gott Israels: Sagt dem Kšnig von Juda, der euch zu mir gesandt hat, mich zu befragen: Siehe, das Heer des Pharao, das euch zu Hilfe ausgezogen ist, wird wieder heim nach €gypten ziehen,

8 und die ChaldŠer werden wiederkommen und diese Stadt belagern und sie erobern und mit Feuer verbrennen. Kap 34,22)

9 Darum spricht der HERR: BetrŸgt euch nicht damit, da§ ihr denkt: ÈDie ChaldŠer werden von uns abziehen.Ç Sie werden nicht abziehen.

10 Und wenn ihr auch das ganze Heer der ChaldŠer schlŸget, die gegen euch kŠmpfen, und es blieben von ihnen nur etliche Verwundete Ÿbrig, so wŸrde doch ein jeder in seinem Zelt aufstehen und diese Stadt mit Feuer verbrennen.

11 (Jeremia wird gefangengesetzt) Als nun der ChaldŠer Heer von Jerusalem abgezogen war vor dem Heere des Pharao,

12 wollte Jeremia aus Jerusalem herausgehen ins Land Benjamin, um mit seinen Verwandten ein Erbe zu teilen. Kap 32,8.9)

13 Und als er zum Benjamintor kam, war dort ein Wachhabender mit Namen Jirija, der Sohn Schelemjas, des Sohnes Hananjas; der hielt den Propheten Jeremia an und sprach: Du willst zu den ChaldŠern Ÿberlaufen.

14 Jeremia sprach: Das ist nicht wahr, ich will nicht zu den ChaldŠern Ÿberlaufen. Aber Jirija wollte ihn nicht hšren, sondern ergriff Jeremia und brachte ihn zu den Oberen.

15 Und die Oberen wurden zornig Ÿber Jeremia und lie§en ihn schlagen und warfen ihn ins GefŠngnis im Hause Jonatans, des Schreibers; denn das hatten sie zum Kerker gemacht. Kap 20,2)

16 So kam Jeremia in den Ÿberwšlbten Raum einer Zisterne und blieb dort lange Zeit.

17 (Zedekia befragt heimlich den Propheten) Aber Zedekia, der Kšnig, sandte hin und lie§ ihn holen und fragte ihn heimlich in seinem Haus und sprach: Ist wohl ein Wort vom HERRN vorhanden? Jeremia sprach: Ja! Du wirst dem Kšnig von Babel in die HŠnde gegeben werden. Kap 34,21)

18 Und Jeremia sprach zum Kšnig Zedekia: Was hab ich gegen dich, gegen deine Gro§en und gegen dies Volk gesŸndigt, da§ sie mich in den Kerker geworfen haben?

19 Wo sind nun eure Propheten, die euch weissagten und sprachen: Der Kšnig von Babel wird nicht Ÿber euch noch Ÿber dies Land kommen?

20 Und nun, mein Herr und Kšnig, hšre mich und la§ meine Bitte vor dir gelten! La§ mich nicht wieder in Jonatans, des Schreibers, Haus bringen, da§ ich dort nicht sterbe.

21 Da befahl der Kšnig Zedekia, da§ man Jeremia im Wachthof behalten sollte, und lie§ ihm tŠglich aus der BŠckergasse einen Laib Brot geben, bis alles Brot in der Stadt aufgezehrt war. So blieb Jeremia im Wachthof. Kap 32,2)



38

1 (Jeremia in der Zisterne) Es hšrten aber Schefatja, der Sohn Mattans, und Gedalja, der Sohn Paschhurs, und Juchal, der Sohn Schelemjas, und Paschhur, der Sohn Malkijas, die Worte, die Jeremia zu allem Volk redete. Kap 21,1)

2 So spricht der HERR: Wer in dieser Stadt bleibt, der wird durch Schwert, Hunger und Pest sterben mŸssen; wer aber hinausgeht zu den ChaldŠern, der soll am Leben bleiben und wird sein Leben wie eine Beute davonbringen. Kap 21,9)

3 Denn so spricht der HERR: Diese Stadt soll Ÿbergeben werden dem Heer des Kšnigs von Babel, und es soll sie einnehmen.

4 Da sprachen die Oberen zum Kšnig: La§ doch diesen Mann tšten; denn auf diese Weise nimmt er den Kriegsleuten, die noch Ÿbrig sind in dieser Stadt, den Mut, desgleichen dem ganzen Volk, weil er solche Worte zu ihnen sagt. Denn der Mann sucht nicht, was diesem Volk zum Heil, sondern was zum Unheil dient. Am 7,10)

5 Der Kšnig Zedekia sprach: Siehe, er ist in euren HŠnden; denn der Kšnig vermag nichts wider euch.

6 Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne Malkijas, des Kšnigssohnes, die im Wachthof war, und lie§en ihn an Seilen hinab. In der Zisterne aber war kein Wasser, sondern Schlamm, und Jeremia sank in den Schlamm.

7 Als aber Ebed-Melech, der Mohr, ein KŠmmerer in des Kšnigs Haus, hšrte, da§ man Jeremia in die Zisterne geworfen hatte, und der Kšnig gerade im Benjamintor sa§, Kap 39,15-18)

8 da ging Ebed-Melech aus des Kšnigs Haus und redete mit dem Kšnig und sprach:

9 Mein Herr und Kšnig, diese MŠnner handeln Ÿbel an dem Propheten Jeremia, da§ sie ihn in die Zisterne geworfen haben; dort mu§ er vor Hunger sterben; denn es ist kein Brot mehr in der Stadt.

10 Da befahl der Kšnig Ebed-Melech, dem Mohren: Nimm von hier drei MŠnner mit dir und zieh den Propheten Jeremia aus der Zisterne, ehe er stirbt.

11 Und Ebed-Melech nahm die MŠnner mit sich und ging in des Kšnigs Haus in die Kleiderkammer und nahm dort zerrissene, alte Lumpen und lie§ sie an einem Seil hinab zu Jeremia in die Zisterne.

12 Und Ebed-Melech, der Mohr, sprach zu Jeremia: Lege diese zerrissenen, alten Lumpen unter deine Achseln um das Seil; und Jeremia tat es.

13 Und sie zogen Jeremia herauf aus der Zisterne an den Stricken. Und so blieb Jeremia im Wachthof.

14 (Letztes GesprŠch zwischen Zedekia und Jeremia) Und der Kšnig Zedekia sandte hin und lie§ den Propheten Jeremia zu sich holen unter den dritten Eingang am Hause des HERRN. Und der Kšnig sprach zu Jeremia: Ich will dich etwas fragen; verbirg mir nichts!

15 Jeremia sprach zu Zedekia: Sage ich dir etwas, so tštest du mich doch; gebe ich dir aber einen Rat, so gehorchst du mir nicht.

16 Da schwor der Kšnig Zedekia dem Jeremia heimlich und sprach: So wahr der HERR lebt, der uns dies Leben gegeben hat: ich will dich nicht tšten noch den MŠnnern in die HŠnde geben, die dir nach dem Leben trachten. Vers 4.5)

17 Und Jeremia sprach zu Zedekia: So spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Wirst du hinausgehen zu den Obersten des Kšnigs von Babel, so sollst du am Leben bleiben, und diese Stadt soll nicht verbrannt werden, sondern du und dein Haus sollen am Leben bleiben;

18 wirst du aber nicht hinausgehen zu den Obersten des Kšnigs von Babel, so wird diese Stadt den ChaldŠern in die HŠnde gegeben, und sie werden sie mit Feuer verbrennen, und auch du wirst ihren HŠnden nicht entrinnen.

19 Der Kšnig Zedekia sprach zu Jeremia: Ich habe aber die Sorge, da§ ich den JudŠern, die zu den ChaldŠern Ÿbergelaufen sind, Ÿbergeben werden kšnnte, da§ sie mir Ÿbel mitspielen.

20 Jeremia sprach: Man wird dich nicht Ÿbergeben. Gehorche doch der Stimme des HERRN, die ich dir verkŸnde, so wird dir's wohlgehen, und du wirst am Leben bleiben.

21 Wirst du aber nicht hinausgehen, so ist dies das Wort, das mir der HERR gezeigt hat:

22 Siehe, alle Frauen, die noch vorhanden sind im Haus des Kšnigs von Juda, werden zu den Obersten des Kšnigs von Babel hinaus mŸssen, und sie werden dann sagen: ÈAch, deine guten Freunde haben dich Ÿberredet und in ihre Gewalt gebracht und in den Sumpf gefŸhrt und lassen dich nun stecken.Ç

23 Ja, alle deine Frauen und Kinder werden hinaus mŸssen zu den ChaldŠern, und du selbst wirst ihren HŠnden nicht entgehen, sondern du wirst vom Kšnig von Babel ergriffen, und diese Stadt wird mit Feuer verbrannt werden. Kap 32,4; 34,3)

24 Und Zedekia sprach zu Jeremia: Sieh zu, da§ niemand diese Worte erfahre, so wirst du nicht sterben.

25 Und wenn's die Oberen erfahren sollten, da§ ich mit dir geredet habe, und zu dir kommen und sprechen: ÈSag an, was hast du mit dem Kšnig geredet; verbirg es uns nicht, so wollen wir dich nicht tšten. Was hat der Kšnig mit dir geredet?Ç,

26 so sprich: Ich habe den Kšnig gebeten, da§ er mich nicht wieder in Jonatans Haus fŸhren lasse, ich mŸ§te sonst dort sterben.

27 Da kamen alle Oberen zu Jeremia und fragten ihn, und er antwortete ihnen, wie ihm der Kšnig befohlen hatte. Da lie§en sie von ihm, weil sie nichts erfahren konnten.

28 Und Jeremia blieb im Wachthof bis auf den Tag, da Jerusalem eingenommen wurde. Kap 37,21)



39

1 (Jeremia wird bei der Eroberung Jerusalems befreit) Und es geschah, da§ Jerusalem erobert wurde. (1-10) Kap 52,4-16; 2. Kšn 25,1-12)

39 Denn im neunten Jahr Zedekias, des Kšnigs von Juda, im zehnten Monat kam Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, und sein ganzes Heer vor Jerusalem und belagerten es.

2 Und im elften Jahr Zedekias, am neunten Tage des vierten Monats, brach man in die Stadt ein.

3 Und alle Obersten des Kšnigs von Babel zogen hinein und hielten unter dem Mitteltor, nŠmlich Nergal-Sarezer, der FŸrst von Sin-Magir, der Oberhofmeister, und Nebuschasban, der OberkŠmmerer, und alle andern Obersten des Kšnigs von Babel.

4 Als nun Zedekia, der Kšnig von Juda, und seine Kriegsleute das sahen, flohen sie bei Nacht zur Stadt hinaus auf dem Wege zu des Kšnigs Garten durchs Tor zwischen den beiden Mauern und entwichen zum Jordantal hin.

5 Aber die Kriegsleute der ChaldŠer jagten ihnen nach und holten Zedekia ein im Jordantal von Jericho und nahmen ihn gefangen und brachten ihn zu Nebukadnezar, dem Kšnig von Babel, nach Ribla, das im Lande Hamat liegt. Der sprach das Urteil Ÿber ihn.

6 Und der Kšnig von Babel lie§ die Sšhne Zedekias vor seinen Augen tšten in Ribla und tštete auch alle Vornehmen Judas.

7 Aber Zedekia lie§ er die Augen ausstechen und ihn in Ketten legen, um ihn nach Babel zu fŸhren.

8 Und die ChaldŠer verbrannten das Haus des Kšnigs und die HŠuser der BŸrger und rissen die Mauern Jerusalems nieder.

9 Was aber noch an Volk in der Stadt war, und wer sonst zu ihnen Ÿbergelaufen war, die fŸhrte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, alle miteinander gefangen nach Babel.

10 Aber von dem niederen Volk, das nichts hatte, lie§ zur selben Zeit Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, etliche im Lande Juda zurŸck und gab ihnen Weinberge und Felder.

11 Aber Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, hatte Nebusaradan, dem Obersten der Leibwache, Befehl gegeben wegen Jeremia und gesagt:

12 Nimm ihn und la§ ihn dir befohlen sein und tu ihm kein Leid, sondern wie er's von dir begehrt, so mach's mit ihm. Kap 40,4)

13 Da sandten hin Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und Nebuschasban, der OberkŠmmerer, Nergal-Sarezer, der Oberhofmeister, und alle Obersten des Kšnigs von Babel

14 und lie§en Jeremia aus dem Wachthof holen und Ÿbergaben ihn Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, da§ er ihn nach Hause gehen lie§e. Und so blieb er unter dem Volk. Kap 38,28, Kap 40,5.6-14-16)

15 Es war auch des HERRN Wort geschehen zu Jeremia, als er noch im Wachthof lag: (15-18) Kap 38,7)

16 Geh hin und sage Ebed-Melech, dem Mohren: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will meine Worte kommen lassen Ÿber diese Stadt zum Unheil und nicht zum Heil, und du sollst es sehen zur selben Zeit.

17 Aber dich will ich erretten zur selben Zeit, spricht der HERR, und du sollst den Leuten nicht ausgeliefert werden, vor denen du dich fŸrchtest.

18 Denn ich will dich entkommen lassen, da§ du nicht durchs Schwert fallest, sondern du sollst dein Leben wie eine Beute davonbringen, weil du mir vertraut hast, spricht der HERR.



40

1 (Jeremia bleibt im Lande. Gedaljas Statthalterschaft) Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia, als ihn Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, loslie§ in Rama, wo er ihn gefunden hatte; denn er war auch, mit Fesseln gebunden, unter allen Gefangenen aus Jerusalem und Juda, die nach Babel weggefŸhrt werden sollten. Kap 39,11-14)

2 Als nun der Oberste der Leibwache Jeremia hatte zu sich holen lassen, sprach er zu ihm: Der HERR, dein Gott, hat dies UnglŸck Ÿber diese StŠtte vorhergesagt

3 und hat's auch kommen lassen und getan, wie er geredet hat; denn ihr habt gesŸndigt wider den HERRN und seiner Stimme nicht gehorcht; darum ist euch solches widerfahren.

4 Und nun siehe, ich mache dich heute los von den Fesseln, mit denen deine HŠnde gebunden waren. GefŠllt dir's, mit mir nach Babel zu ziehen, so komm, du sollst mir befohlen sein. GefŠllt dir's aber nicht, mit mir nach Babel zu ziehen, so la§ es sein. Siehe, du hast das ganze Land vor dir; wo dich's gut dŸnkt und dir's gefŠllt, da zieh hin. Kap 39,12)

5 Denn weiter hinaus wird kein Wiederkehren mšglich sein. Darum magst du umkehren zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, des Sohnes Schafans, den der Kšnig von Babel Ÿber die StŠdte in Juda gesetzt hat, und bei ihm bleiben unter dem Volk; oder geh, wohin dir's gefŠllt. Und der Oberste der Leibwache gab ihm Wegzehrung und Geschenke und lie§ ihn gehen. (5 und 6) Kap 39,14)

6 So kam Jeremia zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, nach Mizpa und blieb bei ihm unter dem Volk, das im Lande noch Ÿbriggeblieben war.

7 Als nun die Hauptleute, die noch im Lande verstreut waren, samt ihren Leuten erfuhren, da§ der Kšnig von Babel Gedalja, den Sohn Ahikams, Ÿber das Land gesetzt hatte und Ÿber die MŠnner, Frauen und Kinder und Ÿber die Geringen im Lande, die nicht nach Babel weggefŸhrt waren, 2. Kšn 25,22-24)

8 kamen sie zu Gedalja nach Mizpa, nŠmlich Jismael, der Sohn Netanjas, Johanan und Jonatan, die Sšhne Kareachs, und Seraja, der Sohn Tanhumets, und die Sšhne Efais von Netofa und Jaasanja, der Sohn eines Maachatiters, samt ihren Leuten. Kap 41,1.11)

9 Und Gedalja, der Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, schwor ihnen und ihren Leuten einen Eid und sprach: FŸrchtet euch nicht, den ChaldŠern untertan zu sein; bleibt im Lande und seid dem Kšnig von Babel untertan, so wird's euch wohlgehen.

10 Siehe, ich bleibe hier in Mizpa und habe die Verantwortung vor den ChaldŠern, die zu uns kommen; ihr aber sollt Wein und Feigen und …l ernten und in eure GefŠ§e tun und sollt in euren StŠdten wohnen, die ihr wieder in Besitz genommen habt.

11 Und als die JudŠer, die im Lande Moab und Ammon und in Edom und in allen LŠndern waren, hšrten, da§ der Kšnig von Babel einen Rest in Juda Ÿbriggelassen und Ÿber sie Gedalja gesetzt hatte, den Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans,

12 da kamen auch sie alle zurŸck aus allen Orten, wohin sie verstreut waren, in das Land Juda zu Gedalja nach Mizpa und ernteten sehr viel Wein und SommerfrŸchte.

13 Aber Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute, die im Lande verstreut gewesen waren, kamen zu Gedalja nach Mizpa

14 und sprachen zu ihm: Wei§t du auch, da§ Baalis, der Kšnig der Ammoniter, Jismael, den Sohn Netanjas, gesandt hat, da§ er dich erschlagen soll? Das wollte ihnen aber Gedalja, der Sohn Ahikams, nicht glauben.

15 Da sprach Johanan, der Sohn Kareachs, zu Gedalja heimlich in Mizpa: Ich will hingehen und Jismael, den Sohn Netanjas, erschlagen, da§ es niemand erfahren soll. Warum soll er dich erschlagen, so da§ alle JudŠer, die bei dir versammelt sind, zerstreut werden und, die noch aus Juda Ÿbriggeblieben sind, umkommen?

16 Aber Gedalja, der Sohn Ahikams, sprach zu Johanan, dem Sohn Kareachs: Du sollst das nicht tun; es ist nicht wahr, was du von Jismael sagst.



41

1 (Gedaljas Ermordung durch Jismael) (vgl. 2. Kšn 25,25) Aber im siebenten Monat kam Jismael, der Sohn Netanjas, des Sohnes Elischamas, aus kšniglichem Stamm, einer von den Obersten des Kšnigs, und zehn MŠnner mit ihm zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, nach Mizpa, und sie a§en dort in Mizpa miteinander. Kap 40,8)

2 Und Jismael, der Sohn Netanjas, erhob sich samt den zehn MŠnnern, die bei ihm waren, und sie erschlugen Gedalja, den Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, mit dem Schwert, weil ihn der Kšnig von Babel Ÿber das Land gesetzt hatte. Kap 40,5)

3 Auch erschlug Jismael alle JudŠer, die bei Gedalja waren in Mizpa, und die ChaldŠer, die dort waren, sŠmtliche Kriegsleute.

4 Am andern Tage, nachdem Gedalja erschlagen war und es noch niemand wu§te,

5 kamen achtzig MŠnner von Sichem, von Silo und von Samaria und hatten die BŠrte abgeschoren und ihre Kleider zerrissen und sich wund geritzt und trugen Speisopfer und Weihrauch mit, um es zum Hause des HERRN zu bringen. Kap 16,6)

6 Und Jismael, der Sohn Netanjas, ging heraus von Mizpa ihnen entgegen, ging und weinte. Als er nun an sie herankam, sprach er zu ihnen: Ihr sollt zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, kommen.

7 Als sie aber mitten in die Stadt kamen, ermordete sie Jismael, der Sohn Netanjas, er und die MŠnner, die bei ihm waren, und warfen sie in die Zisterne.

8 Aber es waren zehn MŠnner darunter, die sprachen zu Jismael: Tšte uns nicht; wir haben Vorrat im Acker verborgen liegen an Weizen, Gerste, …l und Honig. Da lie§ er ab und tštete sie nicht mit den andern.

9 Die Zisterne aber, in die Jismael die Leichname der MŠnner warf, die er erschlagen hatte samt dem Gedalja, ist die, welche der Kšnig Asa hatte anlegen lassen im Krieg gegen Bascha, den Kšnig von Israel. Die fŸllte Jismael, der Sohn Netanjas, mit den Erschlagenen. 1. Kšn 15,16-24)

10 Und Jismael, der Sohn Netanjas, fŸhrte das Volk, das in Mizpa Ÿbriggeblieben war, gefangen weg: die Kšnigstšchter samt allem Volk, Ÿber das Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, Gedalja, den Sohn Ahikams, gesetzt hatte; und er zog hin und wollte hinŸber zu den Ammonitern.

11 Als aber Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres, die bei ihm waren, von all dem Bšsen erfuhren, das Jismael, der Sohn Netanjas, begangen hatte, 40,8.13-16)

12 nahmen sie zu sich alle MŠnner und zogen hin, um mit Jismael, dem Sohn Netanjas, zu kŠmpfen, und trafen ihn an dem gro§en Wasser bei Gibeon. 2. Sam 2,13)

13 Als nun alles Volk, das bei Jismael war, den Johanan, den Sohn Kareachs, erblickte samt allen Hauptleuten des Heeres, die bei ihm waren, da wurde es froh.

14 Und das ganze Volk, das Jismael von Mizpa weggefŸhrt hatte, wandte sich um und ging zu Johanan, dem Sohn Kareachs, Ÿber.

15 Aber Jismael, der Sohn Netanjas, entrann mit acht MŠnnern dem Johanan und zog zu den Ammonitern.

16 Und Johanan, der Sohn Kareachs, samt allen Hauptleuten des Heeres, die bei ihm waren, nahm zu sich das Ÿbriggebliebene Volk, das Jismael, der Sohn Netanjas, aus Mizpa weggefŸhrt hatte, nachdem er Gedalja, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, nŠmlich die Kriegsleute, die Frauen und Kinder und Hofleute, die er von Gibeon zurŸckgebracht hatte.

17 Und sie zogen hin und kehrten ein in der Herberge Kimhams bei Bethlehem, um von dort nach €gypten zu ziehen 2. Sam 19,38, Kap 43,7)

18 aus Furcht vor den ChaldŠern. Denn sie fŸrchteten sich vor ihnen, weil Jismael, der Sohn Netanjas, Gedalja, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, den der Kšnig von Babel Ÿber das Land gesetzt hatte.



42

1 (Jeremia warnt vor der Auswanderung nach €gypten) Da traten herzu alle Hauptleute des Heeres, Johanan, der Sohn Kareachs, Asarja, der Sohn Hoschajas, samt dem ganzen Volk, klein und gro§,

2 und sprachen zum Propheten Jeremia: La§ doch unsere Bitte vor dir gelten und bete fŸr uns zum HERRN, deinem Gott, fŸr alle diese †briggebliebenen - denn leider sind wir von vielen nur wenige Ÿbrig geblieben, wie du mit eigenen Augen siehst -, Kap 37,3)

3 da§ der HERR, dein Gott, uns kundtun wolle, wohin wir ziehen und was wir tun sollen.

4 Und der Prophet Jeremia sprach zu ihnen: Wohlan, ich will gehorchen. Siehe, ich will zum HERRN, eurem Gott, beten, wie ihr gesagt habt, und alles, was euch der HERR antworten wird, das will ich euch kundtun und will euch nichts vorenthalten.

5 Und sie sprachen zu Jeremia: Der HERR sei ein zuverlŠssiger und wahrhaftiger Zeuge wider uns, wenn wir nicht alles tun werden, was uns der HERR, dein Gott, durch dich befehlen wird.

6 Es sei Gutes oder Bšses, so wollen wir gehorchen der Stimme des HERRN, unseres Gottes, zu dem wir dich senden, auf da§ es uns wohlgehe, wenn wir der Stimme des HERRN, unseres Gottes, gehorchen.

7 Und nach zehn Tagen geschah des HERRN Wort zu Jeremia.

8 Da rief er Johanan, den Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres, die bei ihm waren, und alles Volk, klein und gro§,

9 und sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels, zu dem ihr mich gesandt habt, da§ ich euer Gebet vor ihn bringen sollte:

10 Werdet ihr in diesem Lande bleiben, so will ich euch bauen und nicht einrei§en; ich will euch pflanzen und nicht ausrei§en; denn es hat mich gereut das Unheil, das ich euch angetan habe. Kap 1,10)

11 Ihr sollt euch nicht fŸrchten vor dem Kšnig von Babel, vor dem ihr euch fŸrchtet, spricht der HERR; ihr sollt euch vor ihm nicht fŸrchten, denn ich will bei euch sein, da§ ich euch helfe und von seiner Hand errette.

12 Ich will euch Barmherzigkeit erweisen und mich Ÿber euch erbarmen und euch wieder auf eure €cker bringen.

13 Werdet ihr aber sagen: ÈWir wollen nicht in diesem Lande bleibenÇ und so der Stimme des HERRN, eures Gottes, nicht gehorchen (13-17) Kap 29,17.18)

14 und werdet ihr sagen: ÈNein, wir wollen nach €gyptenland ziehen, da§ wir weder Krieg sehen noch den Schall der Posaune hšren noch Hunger nach Brot leiden mŸssen; dort wollen wir bleibenÇ -

15 nun, so hšret des HERRN Wort, ihr †briggebliebenen von Juda! So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Werdet ihr euer Angesicht nach €gyptenland richten, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen,

16 so soll euch das Schwert, vor dem ihr euch fŸrchtet, in €gyptenland treffen, und der Hunger, vor dem ihr euch sorgt, soll stets hinter euch her sein in €gypten, und ihr sollt dort sterben.

17 Denn sie seien, wer sie wollen: Wer sein Angesicht nach €gypten richtet, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, der soll sterben durch Schwert, Hunger und Pest, und es soll keiner Ÿbrigbleiben noch dem Unheil entrinnen, das ich Ÿber sie kommen lassen will.

18 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Gleichwie mein Zorn und Grimm Ÿber die Einwohner Jerusalems ausgeschŸttet wurde, so soll er auch Ÿber euch ausgeschŸttet werden, wenn ihr nach €gypten zieht; und ihr sollt zum Fluch, zum Bild des Entsetzens, zur VerwŸnschung und zur Schande werden und diese StŠtte nicht mehr sehen. Kap 25,9)

19 Das ist das Wort des HERRN an euch, die ihr Ÿbriggeblieben seid von Juda, da§ ihr nicht nach €gypten zieht. Darum erkennt, da§ ich euch heute gewarnt habe;

20 denn ihr selbst habt euer Leben in Gefahr gebracht, weil ihr mich gesandt habt zum HERRN, eurem Gott, und gesagt: Bete zum HERRN, unserm Gott, fŸr uns, und alles, was der HERR, unser Gott, sagen wird, tu uns kund, so wollen wir danach tun.

21 Das habe ich euch heute wissen lassen; aber ihr wollt der Stimme des HERRN, eures Gottes, nicht gehorchen noch allem, was er euch durch mich befohlen hat.

22 So sollt ihr denn wissen, da§ ihr durch Schwert, Hunger und Pest sterben mŸ§t an dem Ort, wohin ihr zu ziehen gedenkt, um dort zu wohnen.



43

1 (Jeremia wird nach €gypten verschleppt) Als Jeremia dem ganzen Volk alle Worte des HERRN, ihres Gottes, ausgerichtet hatte, wie ihm der HERR, ihr Gott, alle diese Worte an sie befohlen hatte,

2 sprachen Asarja, der Sohn Hoschajas, und Johanan, der Sohn Kareachs, und alle aufsŠssigen MŠnner zu Jeremia: Du lŸgst! Der HERR, unser Gott, hat dich nicht zu uns gesandt und gesagt: ÈIhr sollt nicht nach €gypten ziehen, um dort zu wohnenÇ,

3 sondern Baruch, der Sohn Nerijas, beredet dich zu unserm Schaden, damit wir den ChaldŠern Ÿbergeben werden und sie uns tšten oder nach Babel wegfŸhren. Kap 36,32)

4 Da gehorchten Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres samt dem ganzen Volk der Stimme des HERRN nicht, da§ sie im Lande Juda geblieben wŠren,

5 sondern Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres nahmen zu sich alle †briggebliebenen von Juda, die von allen Všlkern, wohin sie geflohen, zurŸckgekommen waren, um im Lande Juda zu wohnen,

6 nŠmlich MŠnner, Frauen und Kinder, dazu die Kšnigstšchter und alle Ÿbrigen, die Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, bei Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, gelassen hatte, und auch den Propheten Jeremia und Baruch, den Sohn Nerijas.

7 Und sie zogen nach €gyptenland, denn sie wollten der Stimme des HERRN nicht gehorchen, und kamen nach Tachpanhes. Kap 42,14-17; 2. Kšn 25,26)

8 (Jeremia weissagt den Einfall Nebukadnezars) Aber des HERRN Wort geschah zu Jeremia in Tachpanhes:

9 Nimm gro§e Steine und vergrabe sie in dem Boden am Eingang des Hauses des Pharao in Tachpanhes, so da§ die MŠnner aus Juda es sehen,

10 und sprich zu ihnen: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will hinsenden und meinen Knecht Nebukadnezar, den Kšnig von Babel, holen lassen und will seinen Thron oben auf diese Steine setzen, die ich eingraben lie§; und er soll seinen Thronhimmel darŸber ausspannen. Kap 25,9)

11 Er soll kommen und €gyptenland schlagen und tšten, wen es trifft, gefangen fŸhren, wen es trifft, mit dem Schwert erschlagen, wen es trifft. Kap 15,2)

12 Und ich will die Tempel €gyptens in Brand stecken und niederbrennen und ihre Gštter wegfŸhren. Und er soll €gyptenland lausen, wie ein Hirt sein Kleid laust, und mit Frieden von dannen ziehen. Kap 46,25)

13 Er soll die Steinmale von Bet-Schemesch in €gyptenland zerbrechen und die Gštzentempel in €gypten mit Feuer verbrennen.



44

1 (Jeremia warnt vor der erneuten Verehrung der Himmelskšnigin) Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah an alle JudŠer, die in €gyptenland wohnten, nŠmlich in Migdol, Tachpanhes und Memfis, und die im Lande Patros wohnten. Kap 43,7)

2 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ihr habt gesehen all das Unheil, das ich habe kommen lassen Ÿber Jerusalem und Ÿber alle StŠdte in Juda; siehe, heutigentags sind sie wŸst, und niemand wohnt darin;

3 und das um ihrer Bosheit willen, die sie taten, als sie mich erzŸrnten und hingingen und opferten und dienten andern Gšttern, die weder sie noch ihr noch eure VŠter kannten.

4 Und ich sandte immer wieder zu euch alle meine Knechte, die Propheten, und lie§ euch sagen: ÈTut doch nicht solche Greuel, die ich hasse.Ç Kap 25,4)

5 Aber sie gehorchten nicht und kehrten auch ihre Ohren nicht zu mir, da§ sie sich von ihrer Bosheit bekehrt und andern Gšttern nicht geopfert hŠtten.

6 Darum ergo§ sich auch mein Zorn und Grimm und entbrannte Ÿber die StŠdte Judas und die Gassen Jerusalems, da§ sie zur WŸste und …de geworden sind, so wie es heute ist.

7 Nun, so spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Warum tut ihr euch selbst ein so gro§es Unheil an, da§ bei euch ausgerottet werden aus Juda Mann und Frau, Kind und SŠugling und nichts von euch Ÿbrigbleibt, Kap 42,22)

8 und erzŸrnet mich so durch eurer HŠnde Werke und opfert andern Gšttern in €gyptenland, wohin ihr gezogen seid, um dort zu wohnen, auf da§ ihr ausgerottet und zum Fluch und zur Schmach werdet unter allen Všlkern auf Erden?

9 Habt ihr vergessen die SŸnden eurer VŠter, die SŸnden der Kšnige von Juda, die SŸnden ihrer Frauen, dazu eure eigenen SŸnden und die SŸnden eurer Frauen, die sie getan haben im Lande Juda und auf den Gassen Jerusalems? Kap 7,17.18)

10 Sie haben sich bis auf diesen Tag nicht gedemŸtigt, fŸrchten sich auch nicht und wandeln nicht in meinem Gesetz und in den Rechtsordnungen, die ich euch und euren VŠtern gegeben habe.

11 Darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will mein Angesicht wider euch richten zum Unheil, und ganz Juda soll ausgerottet werden. Am 9,4)

12 Und ich will wegraffen, die Ÿbriggeblieben sind von Juda, die ihr Angesicht nach €gyptenland gerichtet haben, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen; es soll ein Ende mit ihnen allen werden in €gyptenland. Durchs Schwert sollen sie fallen, und durch Hunger sollen sie umkommen, klein und gro§; sie sollen durch Schwert und Hunger sterben und sollen zur VerwŸnschung, zum Entsetzen, zum Fluch und zur Schmach werden. Kap 42,14-17)

13 Ich will auch die Einwohner in €gyptenland mit Schwert, Hunger und Pest heimsuchen, gleichwie ich an Jerusalem getan habe,

14 so da§ von denen, die Ÿbriggeblieben sind von Juda und die hierher gekommen sind nach €gyptenland, um hier zu wohnen, keiner entrinnen und entkommen soll. Sie sollen nicht mehr ins Land Juda zurŸckkehren, wohin sie gerne wiederkŠmen und wohnten, sondern es soll keiner dahin zurŸckkommen au§er einigen Entronnenen.

15 Da antworteten dem Jeremia alle MŠnner, die sehr wohl wu§ten, da§ ihre Frauen andern Gšttern opferten, und alle Frauen, die dabeistanden, eine gro§e Menge, samt allem Volk, das in €gyptenland und in Patros wohnte, und sprachen: Jes 11,11)

16 Den Worten, die du im Namen des HERRN uns sagst, wollen wir nicht gehorchen,

17 sondern wir wollen all die Worte halten, die aus unserm eigenen Munde gekommen sind, und wollen der Himmelskšnigin opfern und ihr Trankopfer darbringen, wie wir und unsere VŠter, unsere Kšnige und Oberen getan haben in den StŠdten Judas und auf den Gassen Jerusalems. Da hatten wir auch Brot genug, und es ging uns gut, und wir sahen kein UnglŸck. Kap 7,17.18, Hos 2,7)

18 Seit der Zeit aber, da wir es unterlassen haben, der Himmelskšnigin zu opfern und Trankopfer darzubringen, haben wir an allem Mangel gelitten und sind durch Schwert und Hunger umgekommen.

19 Und wenn wir Frauen der Himmelskšnigin opfern und Trankopfer darbringen, das tun wir ja nicht ohne den Willen unserer MŠnner, wenn wir ihr Kuchen backen, um ein Bild von ihr zu machen, und ihr Trankopfer darbringen. 4. Mose 30,11-13)

20 Da sprach Jeremia zu dem ganzen Volk, den MŠnnern und Frauen und allen Leuten, die ihm so geantwortet hatten:

21 Nein, der HERR hat gedacht an das Opfern, das ihr in den StŠdten Judas und auf den Gassen Jerusalems getrieben habt samt euren VŠtern, Kšnigen, Oberen und allem Volk des Landes, und er hat's zu Herzen genommen,

22 da§ er nicht mehr leiden konnte euren bšsen Wandel und die Greuel, die ihr tatet; daher ist auch euer Land zur WŸste, zum Entsetzen und zum Fluch geworden, da§ niemand darin wohnt, so wie es heute ist.

23 Weil ihr der Himmelskšnigin geopfert habt und wider den HERRN sŸndigtet und der Stimme des HERRN nicht gehorchtet und in seinem Gesetze, seinen Rechten und Mahnungen nicht gewandelt seid, darum ist euch solches Unheil widerfahren, so wie es heute ist.

24 Und Jeremia sprach zu allem Volk und zu allen Frauen: Hšret des HERRN Wort, ihr alle aus Juda, die in €gyptenland sind!

25 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Ihr und eure Frauen habt mit eurem Munde geredet und mit euren HŠnden vollbracht, was ihr sagt: ÈWir wollen unsere GelŸbde halten, die wir der Himmelskšnigin gelobt haben, da§ wir ihr opfern und Trankopfer darbringen.Ç Wohlan, erfŸllet doch eure GelŸbde und haltet eure GelŸbde!

26 So hšret nun des HERRN Wort, ihr alle aus Juda, die ihr in €gyptenland wohnt: Siehe, ich schwšre bei meinem gro§en Namen, spricht der HERR, da§ mein Name nicht mehr genannt werden soll durch irgendeines Menschen Mund aus Juda in ganz €gyptenland, der da sagt: ÈSo wahr Gott der HERR lebt!Ç

27 Siehe, ich will Ÿber sie wachen zum Unheil und nicht zum Heil, da§, wer aus Juda in €gyptenland ist, durch Schwert und Hunger umkommen soll, bis es ein Ende mit ihnen hat. Am 9,4)

28 Die aber dem Schwert entrinnen, werden aus €gyptenland ins Land Juda zurŸckkommen als ein geringes HŠuflein. So werden dann alle, die Ÿbriggeblieben sind von Juda und die nach €gyptenland gezogen waren, dort zu wohnen, erkennen, wessen Wort wahr geworden ist, meines oder ihres.

29 Und dies sei das Zeichen, spricht der HERR: Ich will euch an diesem Ort heimsuchen, damit ihr wi§t, da§ mein Wort wahr werden soll Ÿber euch zum Unheil.

30 So spricht der HERR: Siehe, ich will den Pharao Hofra, den Kšnig von €gypten, Ÿbergeben in die HŠnde seiner Feinde und derer, die ihm nach dem Leben trachten, gleichwie ich Zedekia, den Kšnig von Juda, Ÿbergeben habe in die Hand Nebukadnezars, des Kšnigs von Babel, seines Feindes, der ihm nach dem Leben trachtete. Hes 29,19)



45

1 (Ein Wort fŸr Baruch) Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia zu Baruch, dem Sohn Nerijas, redete, als er die Worte, wie Jeremia sie ihm sagte, auf eine Schriftrolle schrieb, im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Kšnigs von Juda: Kap 36,4)

2 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, Ÿber dich, Baruch:

3 Du sprichst: Weh mir, wie hat mir der HERR Jammer zu meinem Schmerz hinzugefŸgt! Ich seufze mich mŸde und finde keine Ruhe.

4 Sage ihm: So spricht der HERR: Siehe, was ich gebaut habe, das rei§e ich ein, und was ich gepflanzt habe, das rei§e ich aus, nŠmlich dies mein ganzes Land.

5 Und du begehrst fŸr dich gro§e Dinge? Begehre es nicht! Denn siehe, ich will Unheil kommen lassen Ÿber alles Fleisch, spricht der HERR, aber dein Leben sollst du wie eine Beute davonbringen, an welchen Ort du auch ziehst. Kap 39,18; 43,4-6)



46

1 (GERICHTSWORTE GEGEN FREMDE V…LKER) (Kapitel 46 - 51) Dies ist das Wort des HERRN, das zu dem Propheten Jeremia geschehen ist wider alle Všlker.

(Weissagung gegen €gypten) (vgl. Jes 19; Hes 29 - 32) A|

2 Wider €gypten. Wider das Heer des Pharao Necho, des Kšnigs von €gypten, welches lagerte am Euphratstrom bei Karkemisch und das Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, schlug im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Kšnigs von Juda: 2. Kšn 23,29)

3 RŸstet Rundschild und Langschild und zieht in den Streit!

4 Spannet Rosse an und la§t Reiter aufsitzen, setzt die Helme auf und schŠrft die Spie§e und ziehet Panzer an!

5 Wie kommt's aber, da§ ich sehe, da§ sie verzagt sind und die Flucht ergreifen und ihre Helden erschlagen sind? Sie fliehen und wenden sich nicht mehr zurŸck. Schrecken um und um! spricht der HERR. Kap 20,3)

6 Der Schnelle kann nicht entfliehen noch der Starke entrinnen. Im Norden am Euphratstrom sind sie gefallen und niedergestreckt.

7 Wer ist's, der emporstieg wie der Nil, und seine Wasser wŠlzten sich dahin wie Stršme?

8 €gypten stieg empor wie der Nil, und seine Wasser wŠlzten sich daher wie Stršme, und es sprach: ÈIch will hinaufziehen, das Land bedecken und die StŠdte verderben samt denen, die darin wohnen.Ç

9 Wohlan, setzt euch auf die Rosse, rennet mit den Wagen, lasset die Helden ausziehen, die von Kusch und aus Put, die den Schild fŸhren, und die SchŸtzen aus Lud!

10 Denn dies ist der Tag Gottes, des HERRN Zebaoth, ein Tag der Vergeltung, da§ er sich an seinen Feinden rŠche, wenn das Schwert fressen und von ihrem Blut voll und trunken werden wird. Denn sie mŸssen Gott, dem HERRN Zebaoth, ein Schlachtopfer werden im Lande des Nordens am Euphratstrom. Jes 2,12, 5. Mose 32,41.42)

11 Geh hinauf nach Gilead und hole Balsam, Jungfrau, Tochter €gypten! Aber es ist umsonst, da§ du viel Heilmittel gebrauchst; du wirst doch nicht heil. Kap 8,22)

12 Deine Schande ist unter den Všlkern erschollen, deines Heulens ist das Land voll; denn ein Held fŠllt Ÿber den andern und liegen beide miteinander danieder.

13 Dies ist das Wort des HERRN, das er zu dem Propheten Jeremia redete, als Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, heranzog, um €gyptenland zu schlagen:

14 VerkŸndigt's in €gypten und sagt's an in Migdol, sagt's an in Memfis und Tachpanhes und sprecht: Setze dich zur Wehr! Denn das Schwert wird fressen, was um dich her ist.

15 Wie geht's zu, da§ deine Gewaltigen zu Boden fallen und kšnnen nicht standhalten? Der HERR hat sie so gestŸrzt.

16 Er macht, da§ ihrer viele fallen, da§ einer mit dem andern daniederliegt. Da sprechen sie: Wohlauf, la§t uns wieder zu unserm Volk ziehen, in unser Vaterland vor dem mšrderischen Schwert!

17 Nennet den Namen des Pharao, des Kšnigs von €gypten: ÈPrahlhans, der die Zeit versŠumt hatÇ.

18 So wahr ich lebe, spricht der Kšnig, der HERR Zebaoth hei§t: er wird daherziehen so hoch, wie der Berg Tabor unter den Bergen ist und wie der Karmel am Meer ist.

19 Mache dir FluchtgepŠck, du Einwohnerin, Tochter €gypten; denn Memfis wird wŸst und verbrannt werden, da§ niemand darin wohnen wird.

20 €gypten ist wie eine schšne junge Kuh; aber es kommt von Norden der SchlŠchter.

21 Auch die darin um Sold dienen, sind wie gemŠstete KŠlber; aber sie mŸssen sich dennoch wenden und miteinander fliehen und werden nicht standhalten; denn der Tag ihres Unheils wird Ÿber sie kommen, die Zeit ihrer Heimsuchung.

22 Man hšrt sie heranziehen wie eine zischende Schlange; ja, sie kommen mit Heeresmacht und bringen €xte Ÿber sie wie die Holzhauer.

23 Die werden ihren Wald umhauen, spricht der HERR, denn sie sind nicht zu zŠhlen; ihrer sind mehr als Heuschrecken, die niemand zŠhlen kann.

24 Die Tochter €gypten wird zuschanden; denn sie ist dem Volk aus dem Norden in die HŠnde gegeben.

25 Der HERR Zebaoth, der Gott Israels, spricht: Siehe, ich will heimsuchen den Amon zu No und den Pharao und €gypten samt seinen Gšttern und Kšnigen, ja, den Pharao mit allen, die sich auf ihn verlassen, (25 und 26) Kap 43,12.13; Jes 24,21)

26 da§ ich sie gebe in die HŠnde derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und in die HŠnde Nebukadnezars, des Kšnigs von Babel, und seiner Gro§en. Aber danach soll das Land bewohnt werden wie vor alters, spricht der HERR. Hes 29,14)

27 Aber du, mein Knecht Jakob, fŸrchte dich nicht, und du, Israel, verzage nicht! Denn siehe, ich will dir helfen aus fernen Landen und deinen Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, da§ Jakob zurŸckkommen soll und in Frieden sein und ohne Sorge, und niemand soll ihn schrecken. Kap 30,10)

28 Darum fŸrchte dich nicht, du, Jakob, mein Knecht, spricht der HERR, denn ich bin bei dir! Mit allen Všlkern, unter die ich dich versto§en habe, will ich ein Ende machen; aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. ZŸchtigen will ich dich mit Ma§en, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen. Kap 10,24; 30,11)



47

1 (Weissagung gegen die Philister) (vgl. Jes 14,29-32; Hes 25,15-17) Dies ist das Wort des HERRN, das zum Propheten Jeremia geschah wider die Philister, ehe der Pharao Gaza schlug.

2 So spricht der HERR: Siehe, es kommen Wasser heran von Norden, die zum rei§enden Strom werden und das Land Ÿberfluten und was darin ist, die StŠdte und die darin wohnen, da§ die Leute schreien und alle Einwohner im Lande heulen.

3 Vor dem Stampfen ihrer starken Rosse, die dahertraben, und vor dem Rasseln ihrer Wagen und dem Poltern ihrer RŠder werden sich die VŠter nicht umsehen nach den Kindern, so verzagt werden sie sein

4 Ÿber den Tag, der da kommt, um zu verderben alle Philister und auszurotten die letzten Helfer fŸr Tyrus und Sidon. Denn der HERR wird die Philister verderben, den Rest derer, die gekommen sind von der Insel Kaftor. Am 9,7)

5 †ber Gaza wird Trauer kommen, und Aschkelon wird vernichtet, der Rest der Anakiter. Wie lange willst du dich wund ritzen? Am 1,6.7; Zef 2,4; Sach 9,5, Jos 11,22, Kap 16,6; 48,37)

6 O du Schwert des HERRN, wann willst du doch aufhšren? Fahre in deine Scheide und ruhe und sei still!

7 Aber wie kann es aufhšren, da doch der HERR ihm Befehl gegeben hat wider Aschkelon und es wider das Ufer des Meeres bestellt hat?



48

1 (Weissagung gegen Moab) (vgl. Jes 15; 16; Hes 25,8-11; Am 2,1-3; Zef 2,8-11) Wider Moab. So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Wehe der Stadt Nebo, denn sie ist zerstšrt! GeschŠndet ist Kirjatajim und eingenommen, die hohe Feste ist zuschanden geworden und zerbrochen.

2 Der Stolz Moabs auf Heschbon ist dahin; denn man sinnt Bšses gegen die Stadt: ÈKommt, wir wollen sie ausrotten, da§ sie ohne Volk sei.Ç Und du, Madmen, mu§t auch vernichtet werden; das Schwert wird hinter dir her sein.

3 Man hšrt ein Geschrei in Horonajim von VerwŸstung und gro§em Jammer.

4 Moab ist zerschlagen. Man hšrt ihre Kleinen schreien;

5 denn sie gehen mit Weinen die Steige von Luhit hinauf, und die Feinde hšren ein Jammergeschrei den Weg von Horonajim herab:

6 ÈFliehet und rettet euer Leben!Ç Aber ihr werdet sein wie ein Strauch in der WŸste. Kap 17,6)

7 Weil du dich auf deine Bauwerke verlŠssest und auf deine SchŠtze, sollst du auch erobert werden, und Kemosch mu§ gefangen wegziehen samt seinen Priestern und FŸrsten. 4. Mose 21,29; Ri 11,24; 1. Kšn 11,7)

8 Denn der VerwŸster wird Ÿber alle StŠdte kommen, da§ nicht eine Stadt entrinnen wird. Es sollen die TŠler verwŸstet und die Ebenen verheert werden; denn der HERR hat's gesagt.

9 Gebt Moab FlŸgel, denn es wird davon mŸssen, als flšge es, und seine StŠdte werden wŸst liegen, da§ niemand darin wohnen wird.

10 Verflucht sei, wer des HERRN Werk lŠssig tut; verflucht sei, wer sein Schwert aufhŠlt, da§ es nicht Blut vergie§t!

11 Moab ist von seiner Jugend an ungestšrt gewesen und auf seinen Hefen still gelegen und ist nie aus einem Fa§ ins andre gegossen und ist nie in die Gefangenschaft gezogen; darum ist sein Geschmack ihm geblieben und sein Geruch nicht verŠndert worden. Zef 1,12)

12 Darum siehe, spricht der HERR, es kommt die Zeit, da§ ich ihnen KŸfer schicken will, die sie ausschŸtten sollen und ihre FŠsser ausleeren und ihre KrŸge zerschmettern.

13 Und Moab soll Ÿber dem Kemosch zuschanden werden, gleichwie das Haus Israel Ÿber Bethel zuschanden geworden ist, worauf sie sich verlie§en.

14 Wie kšnnt ihr sagen: Wir sind Helden und rechte Kriegsleute?

15 Moab wird verwŸstet, und seine StŠdte werden erstiegen, und seine beste Mannschaft mu§ hinab zur Schlachtbank, spricht der Kšnig, welcher hei§t der HERR Zebaoth.

16 Denn der Untergang Moabs wird bald kommen, und sein UnglŸck eilt herbei.

17 Habt doch Mitleid mit ihnen, alle, die ihr um sie her wohnt und ihren Namen kennt, und sprecht: ÈWie ist das starke Zepter und der herrliche Stab so zerbrochen!Ç

18 Herunter von der Herrlichkeit, du Tochter Dibon, und setz dich in den Staub! Denn der VerwŸster Moabs wird zu dir hinaufkommen und deine Bollwerke zerstšren.

19 Tritt an die Stra§e und schaue, du Einwohnerin von Aro‘r! Frage, die da fliehen und entrinnen, und sprich: ÈWas ist geschehen?Ç

20 Ach, Moab ist verwŸstet und verheert! Heulet und schreiet; sagt's am Arnon, da§ Moab vernichtet ist!

21 Die Strafe ist Ÿber das ebene Land ergangen, nŠmlich Ÿber Holon, Jahaz, Mefaat,

22 Dibon, Nebo, Bet-Diblatajim,

23 Kirjatajim, Bet-Gamul, Bet-Meon,

24 Kerijot, Bozra und Ÿber alle StŠdte im Lande Moab, sie seien fern oder nahe.

25 Das Horn Moabs ist abgeschlagen, und sein Arm ist zerbrochen, spricht der HERR.

26 Macht es trunken; denn es hat sich gegen den HERRN erhoben! Speien mŸsse Moab, auf da§ es auch zum Gespštt werde. Kap 25,15)

27 Oder ist Israel dir nicht ein Gespštt gewesen, als hŠtte man es unter den Dieben gefunden? Sooft du von ihm sprachst, hast du es verhšhnt.

28 O ihr Bewohner von Moab, verla§t die StŠdte und wohnt in den Felsen und tut wie die Tauben, die da nisten in den Lšchern!

29 Man hat immer gesagt von dem stolzen Moab, da§ es sehr stolz sei, hoffŠrtig, hochmŸtig, trotzig und ŸbermŸtig.

30 Aber der HERR spricht: Ich kenne seinen †bermut wohl und sein bšses GeschwŠtz; Bšses haben sie getan.

31 Darum mu§ ich Ÿber Moab heulen und Ÿber ganz Moab schreien und Ÿber die Leute von Kir-Heres klagen.

32 Mehr als Ÿber Jaser mu§ ich Ÿber dich weinen, du Weinstock Sibma; denn deine Ranken reichten Ÿber das Meer und kamen bis nach Jaser. Der VerwŸster ist Ÿber deine Ernte und Weinlese hergefallen.

33 Freude und Wonne sind hinweggenommen aus dem Fruchtland und dem Lande Moab. Dem Wein in den Kufen mache ich ein Ende, der Kelterer wird nicht mehr keltern, der Winzer wird nicht mehr sein Lied singen.

34 Das Geschrei von Heschbon wird gehšrt bis Elale, bis nach Jahaz, von Zoar an bis nach Horonajim, bis Eglat-Schelischija; denn auch die Wasser Nimrims sollen versiegen.

35 Und ich will, spricht der HERR, in Moab damit ein Ende machen, da§ sie auf den Hšhen opfern und ihren Gšttern Opfer darbringen.

36 Darum klagt mein Herz Ÿber Moab wie Flštenklage, und Ÿber die Leute in Kir-Heres klagt mein Herz wie Flštenklage; denn das Gut, das sie gesammelt, ist zugrunde gegangen. Jes 15,7)

37 Alle Kšpfe werden kahl sein und alle BŠrte abgeschoren, alle HŠnde wund geritzt, und jeder wird den Sack anziehen. Kap 16,6)

38 Auf allen DŠchern und Gassen, Ÿberall in Moab wird man klagen; denn ich habe Moab zerbrochen wie ein GefŠ§, das niemand haben will, spricht der HERR.

39 O wie ist es zerschlagen, wie heulen sie! Wie haben sie schimpflich den RŸcken gewandt! Moab ist zum Spott und zum Bild des Schreckens geworden allen, die ringsum wohnen.

40 Denn so spricht der HERR: Siehe, er fliegt daher wie ein Adler und breitet seine FlŸgel aus Ÿber Moab. Kap 49,22)

41 Die StŠdte sind erobert, und die Festungen sind eingenommen, und das Herz der Helden in Moab wird an jenem Tage sein wie das Herz einer Frau in Kindsnšten.

42 Denn Moab mu§ vertilgt werden, da§ es kein Volk mehr sei, weil es sich gegen den HERRN erhoben hat.

43 Schrecken, Grube und Schlinge Ÿber dich, du Volk von Moab! spricht der HERR. (43 und 44) Jes 24,17.18)

44 Wer dem Schrecken entflieht, der wird in die Grube fallen, und wer aus der Grube herauskommt, der wird in der Schlinge gefangen werden; denn ich will Ÿber Moab kommen lassen das Jahr seiner Heimsuchung, spricht der HERR.

45 Erschšpft suchen die Entronnenen Zuflucht im Schatten von Heschbon; aber es wird ein Feuer aus Heschbon und eine Flamme aus dem Hause Sihon ausgehen, welche die SchlŠfe Moabs verzehren wird und den Scheitel der kriegerischen Leute. 4. Mose 21,28.29)

46 Weh dir, Moab! Verloren ist das Volk des Kemosch; denn man hat deine Sšhne und Tšchter genommen und gefangen weggefŸhrt.

47 Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Moabs wenden, spricht der HERR. Das sei gesagt von der Strafe Ÿber Moab.



49

1 (Weissagung gegen Ammon) (vgl. Hes 25,2-7; Am 1,13-15; Zef 2,8-11) Wider die Ammoniter. So spricht der HERR: Hat denn Israel keine Kinder, oder hat es keinen Erben? Warum besitzt denn Milkom das Land Gad, und warum wohnt sein Volk in dessen StŠdten? 1. Kšn 11,5)

2 Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da§ ich will ein Kriegsgeschrei erschallen lassen Ÿber Rabba, die Stadt der Ammoniter, und es soll zu einem wŸsten SchutthŸgel werden, und seine TochterstŠdte sollen in Brand gesteckt werden. Aber Israel soll seine Besitzer besitzen, spricht der HERR.

3 Heule, Heschbon! denn Ai ist verwŸstet. Schreit, ihr Tšchter von Rabba, und zieht den Sack an; klaget und lauft hin und her mit Ritzwunden! Denn Milkom wird gefangen weggefŸhrt samt seinen Priestern und FŸrsten.

4 Was rŸhmst du dich deines Tales, deines wasserreichen Tales, du ungehorsame Tochter, die du dich auf deine SchŠtze verlŠ§t und sprichst in deinem Herzen: Wer darf sich an mich machen?

5 Siehe, spricht Gott, der HERR Zebaoth, ich will Schrecken Ÿber dich kommen lassen von allen, die um dich her wohnen; ihr sollt in alle Richtungen versprengt werden, und niemand wird die FlŸchtigen sammeln.

6 Aber danach (a) will ich wieder wenden das Geschick Ammons, spricht der HERR. Kap 48,47)

7 (Weissagungen gegen Edom) (vgl. Jes 21,11; 34,5-15; Hes 25,12-14; Am 1,11.12; Obd) Wider Edom. So spricht der HERR Zebaoth: Ist denn keine Weisheit mehr in Teman? Ist denn kein Rat mehr bei den Klugen? Ist ihnen die Weisheit ausgegangen?

8 Flieht, wendet euch und verkriecht euch tief, ihr BŸrger von Dedan! Denn ich lasse Unheil Ÿber Esau kommen, die Zeit seiner Heimsuchung.

9 Es sollen Winzer Ÿber dich kommen, die keine Nachlese Ÿbriglassen, und Diebe sollen des Nachts Ÿber dich kommen, die sollen nach Herzenslust verwŸsten.

10 Denn ich habe Esau entblš§t und seine Verstecke aufgedeckt, da§ er sich nicht verbergen kann. Seine Sšhne, seine BrŸder und seine Nachbarn sind vernichtet, da§ keiner von ihnen mehr da ist.

11 Verla§ nur deine Waisen, ich will sie am Leben erhalten, und deine Witwen sollen auf mich hoffen.

12 Denn so spricht der HERR: Siehe, die es nicht verdient hatten, den Kelch zu trinken, mŸssen trinken, und du solltest ungestraft bleiben? Du sollst nicht ungestraft bleiben, sondern du mu§t auch trinken. Kap 25,15.28.29; Ps 137,7)

13 Denn ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, da§ Bozra zum Entsetzen, zur Schmach, zur WŸste und zum Fluch werden soll und alle seine StŠdte zur ewigen WŸste.

14 Ich hab eine Kunde vernommen vom HERRN, ein Bote ist unter die Všlker gesandt: Sammelt euch und kommt her wider Edom; macht euch auf zum Kampf!

15 Denn siehe, ich will dich gering machen unter den Všlkern und verachtet unter den Menschen.

16 Da§ die andern dich fŸrchten, hat dich verfŸhrt, und dein Herz ist hochmŸtig, weil du in FelsenklŸften wohnst und hohe Gebirge innehast. Wenn du auch dein Nest so hoch machtest wie der Adler, dennoch will ich dich von dort herunterstŸrzen, spricht der HERR.

17 Also soll Edom wŸst werden, da§ alle, die vorŸbergehen, sich entsetzen und spotten Ÿber alle seine Plagen.

18 Gleichwie Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstšrt wurden, spricht der HERR, so soll auch dort niemand wohnen noch ein Mensch darin hausen. Kap 50,40; Jes 1,9)

19 Siehe, er kommt herauf wie ein Lšwe aus dem Dickicht des Jordans in die Auen; denn ich will sie eilends daraus wegtreiben und den, der erwŠhlt ist, darŸber setzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern, und wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann? (19-21) Kap 50,44-46)

20 So hšret nun den Ratschlu§ des HERRN, den er Ÿber Edom gefa§t hat, und seine Gedanken, die er Ÿber die Einwohner von Teman hat. Was gilt's? Wird man sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer Schafe, werden ihretwegen nicht ihre Auen veršden?

21 Vom Krachen ihres Sturzes erbebt die Erde, und ihr Geschrei wird man am Schilfmeer hšren.

22 Siehe, er fliegt herauf wie ein Adler und breitet seine FlŸgel aus Ÿber Bozra. Zu der Zeit wird das Herz der Helden in Edom sein wie das Herz einer Frau in Kindsnšten. Kap 48,40)

23 (Weissagung gegen Damaskus) (vgl. Jes 17,1-3; Am 1,3-5) Wider Damaskus. Hamat und Arpad sind zuschanden geworden; sie sind verzagt, denn sie hšren ein bšses GerŸcht. Ihr Herz bebt vor Sorge; sie sind so erschrocken, da§ sie nicht Ruhe finden kšnnen.

24 Damaskus ist verzagt und wendet sich zur Flucht; es zittert und ist in €ngsten und Schmerzen wie eine Frau in Kindsnšten.

25 Wie ist sie nun verlassen, die berŸhmte und fršhliche Stadt!

26 Darum wird ihre junge Mannschaft auf ihren Gassen fallen, und alle ihre Kriegsleute werden umkommen zur selben Zeit, spricht der HERR Zebaoth.

27 Und ich will an die Mauern von Damaskus Feuer legen, da§ es die PalŠste Ben-Hadads verzehren soll.

28 (Weissagungen gegen arabische StŠmme) Wider Kedar und die Kšnigreiche von Hazor, die Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, schlug. So spricht der HERR: Wohlauf, ziehet herauf gegen Kedar und vernichtet, die im Osten wohnen! Jes 21,16.17, Jos 11,10)

29 Man wird ihnen ihre Zelte und Herden nehmen, ihre Zeltdecken, alle GerŠte und Kamele wegfŸhren und Ÿber sie rufen: Schrecken um und um! Kap 20,3)

30 Fliehet, hebt euch eilends davon, verkriecht euch tief, ihr Einwohner von Hazor! spricht der HERR; denn Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, hat etwas im Sinn wider euch und plant etwas gegen euch.

31 Wohlauf, ziehet herauf wider ein Volk, das ruhig und sicher wohnt! spricht der HERR; sie haben weder TŸr noch Riegel und wohnen allein.

32 Ihre Kamele sollen geraubt und die Menge ihres Viehs genommen werden, und in alle Winde will ich die zerstreuen, die das Haar rundherum abscheren, und von allen Seiten her will ich ihr UnglŸck Ÿber sie kommen lassen, spricht der HERR; Kap 25,23)

33 da§ Hazor eine Wohnung der Schakale und eine ewige WŸste werden soll, so da§ niemand dort wohne und kein Mensch darin hause. Vers 13)

34 (Weissagung gegen Elam) Dies ist das Wort des HERRN, das geschah zu Jeremia, dem Propheten, wider Elam im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Kšnigs von Juda: Kap 25,25)

35 So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will den Bogen Elams zerbrechen, seine stŠrkste Waffe, Jes 22,6)

36 und will die vier Winde von den vier Enden des Himmels Ÿber sie kommen lassen und will sie in alle diese Winde zerstreuen, so da§ es kein Volk geben soll, wohin nicht Vertriebene aus Elam kommen werden.

37 Und ich will Elam verzagt machen vor seinen Feinden und vor denen, die ihnen nach dem Leben trachten, und will Unheil Ÿber sie kommen lassen in meinem grimmigen Zorn, spricht der HERR, und will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis ich sie aufreibe. Hes 32,24)

38 Meinen Thron will ich in Elam aufstellen und will dort den Kšnig und die FŸrsten umbringen, spricht der HERR.

39 Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Elams wieder wenden, spricht der HERR.



50

1 (Weissagung vom Untergang Babels und von der Erlšsung Israels) (vgl. Jes 13; 14) Dies ist das Wort, das der HERR durch den Propheten Jeremia geredet hat wider Babel und das Land der ChaldŠer: (1 und 2) Jes 46,1)

2 VerkŸndet's unter den Všlkern und la§t's erschallen, richtet das Banner auf! La§t's erschallen und verbergt es nicht und sprecht: Babel ist genommen, Bel ist zuschanden, Merodach ist zerschmettert; ihre Gštzen sind zuschanden, ihre Gštterbilder sind zerschmettert!

3 Denn es zieht von Norden ein Volk heran gegen sie, das ihr Land zur WŸste macht, so da§ niemand darin wohnen wird, sondern Menschen und Vieh daraus fliehen werden.

4 In jenen Tagen und zur selben Zeit, spricht der HERR, werden kommen die Leute von Israel samt den Leuten von Juda und weinend umherziehen und den HERRN, ihren Gott, suchen. Kap 31,9)

5 Sie werden fragen nach dem Wege nach Zion und sich dorthin kehren: ÈKommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden zu einem ewigen Bunde, der nimmermehr vergessen werden soll!Ç Kap 32,40)

6 Denn mein Volk ist wie eine verlorne Herde. Ihre Hirten haben sie verfŸhrt und auf den Bergen in die Irre gehen lassen, da§ sie Ÿber Berge und HŸgel gehen mu§ten und ihren Ruheplatz verga§en. Kap 23,1)

7 Es fra§en sie alle, die sie antrafen, und ihre Feinde sprachen: Wir tun nicht unrecht! Denn sie haben sich versŸndigt an dem HERRN, der rechten Weide, und an dem HERRN, der ihrer VŠter Hoffnung war.

8 Fliehet aus Babel und zieht aus der ChaldŠer Lande und macht's wie die Bšcke vor der Herde! Kap 51,6; Jes 48,20)

9 Denn siehe, ich will Všlker in gro§en Scharen erwecken und aus dem Lande des Nordens gegen Babel heranfŸhren; die sollen sich gegen die Stadt rŸsten und sie auch einnehmen. Ihre Pfeile sind wie die eines guten Kriegers, der nicht mit leeren HŠnden zurŸckkehrt.

10 Und das ChaldŠerland soll ein Raub werden; alle, die es berauben, sollen satt werden, spricht der HERR.

11 Wenn ihr euch auch freut und rŸhmt, da§ ihr mein Erbteil geplŸndert habt, und hŸpft wie die KŠlber im Grase und wiehert wie die starken Rosse,

12 so wird eure Mutter doch sehr zuschanden und, die euch geboren hat, zum Spott werden. Siehe, unter den Všlkern soll sie die geringste sein, wŸst, dŸrr und šde.

13 Denn vor dem Zorn des HERRN wird sie unbewohnt und ganz wŸst bleiben, so da§ alle, die an Babel vorŸberziehen, sich entsetzen werden und spotten Ÿber alle ihre Plagen. Kap 51,37)

14 Stellt euch ringsum gegen Babel auf, all ihr BogenschŸtzen; schie§t nach ihr, spart nicht an Pfeilen; denn sie hat wider den HERRN gesŸndigt.

15 Erhebet das Kriegsgeschrei ringsum. Sie hat sich ergeben, ihre Pfeiler sind gefallen, ihre Mauern sind abgebrochen; denn so vergilt der HERR. †bt Vergeltung an Babel, tut ihr, wie sie getan hat. Offb 18,6)

16 Rottet aus von Babel den SŠmann und den Schnitter in der Ernte! Vor dem mšrderischen Schwert wird sich jeder zu seinem Volk wenden und in sein Land fliehen.

17 Israel war eine zerstreute Herde, die die Lšwen verscheucht haben. Zuerst fra§ sie der Kšnig von Assyrien, danach nagte ihre Knochen ab Nebukadnezar, der Kšnig von Babel.

18 Darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will heimsuchen den Kšnig von Babel und sein Land, gleichwie ich den Kšnig von Assyrien heimgesucht habe. 2. Kšn 19,35)

19 Israel aber will ich wieder heim zu seiner Wohnung bringen, da§ sie auf dem Karmel und in Baschan weiden und sich sŠttigen sollen auf dem Gebirge Ephraim und Gilead.

20 Zur selben Zeit und in jenen Tagen wird man die Missetat Israels suchen, spricht der HERR, aber es wird keine da sein, und die SŸnden Judas, aber es wird keine gefunden werden; denn ich will sie vergeben denen, die ich Ÿbrigbleiben lasse. Kap 33,7.8)

21 Zieh heran gegen das Land Meratajim; zieh heran gegen die Einwohner von Pekod*; vertilge sie und vollziehe den Bann an ihren Nachkommen, spricht der HERR, und tu alles, was ich dir befohlen habe!

*Meratajim bedeutet ÈDoppeltrotzÇ, Pekod ÈHeimsuchungÇ; gemeint ist Babel.

22 Es ist ein Kriegsgeschrei im Lande und gro§er Jammer.

23 Wie ist der Hammer der ganzen Welt zerbrochen und zerschlagen! Wie ist Babel zum Bild des Entsetzens geworden unter allen Všlkern! Kap 51,20)

24 Ich habe dir Fallen gestellt, Babel, und du hast dich darin gefangen, ehe du dich's versahst; du bist getroffen und ergriffen, denn du hast den HERRN herausgefordert.

25 Der HERR hat sein Zeughaus aufgetan und die Waffen seines Zorns hervorgeholt; denn Gott, der HERR Zebaoth, hat etwas auszurichten in der ChaldŠer Lande.

26 Kommt her gegen dies Land von allen Enden, šffnet seine KornhŠuser, werft alles auf einen Haufen und vollzieht den Bann an ihm, da§ nichts Ÿbrigbleibe!

27 Tštet alle seine Stiere, fŸhrt sie hinab zur Schlachtbank! Weh ihnen, denn ihr Tag ist gekommen, die Zeit ihrer Heimsuchung!

28 Man hšrt ein Geschrei der FlŸchtigen und derer, die entronnen sind aus dem Lande Babel, da§ sie verkŸnden zu Zion die Vergeltung des HERRN, unseres Gottes, die Vergeltung fŸr seinen Tempel.

29 Rufet viele wider Babel, belagert es ringsum, all ihr BogenschŸtzen, und la§t keinen davonkommen! Vergeltet Babel, wie es verdient hat; wie es getan hat, so tut ihm wieder! Denn es hat stolz gehandelt wider den HERRN, den Heiligen Israels. Vers 15)

30 Darum soll seine junge Mannschaft fallen auf seinen Gassen, und alle seine Kriegsleute sollen umkommen an jenem Tage, spricht der HERR.

31 Siehe, du Stolzer, ich will an dich, spricht Gott, der HERR Zebaoth; denn dein Tag ist gekommen, die Zeit deiner Heimsuchung.

32 Da soll der Stolze stŸrzen und fallen, da§ ihn niemand aufrichte. Ich will an seine StŠdte Feuer legen; das soll alles, was ringsumher ist, verzehren.

33 So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, die Leute von Israel samt den Leuten von Juda mŸssen Gewalt und Unrecht leiden; alle, die sie gefangen weggefŸhrt haben, halten sie fest und wollen sie nicht loslassen.

34 Aber ihr Erlšser ist stark, der hei§t HERR Zebaoth; der wird ihre Sache so hinausfŸhren, da§ er das Land erbeben und die Einwohner von Babel erzittern lŠ§t.

35 Das Schwert soll kommen, spricht der HERR, Ÿber die ChaldŠer und Ÿber die Einwohner von Babel und Ÿber ihre FŸrsten und Ÿber ihre Weisen!

36 Das Schwert soll kommen Ÿber ihre Wahrsager, da§ sie zu Narren werden; das Schwert soll kommen Ÿber ihre Starken, da§ sie verzagen!

37 Das Schwert soll kommen Ÿber ihre Rosse und Wagen und Ÿber alles fremde Volk, das darin ist, da§ sie zu Weibern werden! Das Schwert soll kommen Ÿber ihre SchŠtze, da§ sie geplŸndert werden! Kap 51,30)

38 DŸrre soll kommen Ÿber ihre Wasser, da§ sie versiegen! Denn es ist ein Gštzenland, und an ihren schrecklichen Gštzen sind sie toll geworden.

39 Darum sollen WŸstentiere und wilde Hunde darin wohnen und die Strau§e, und es soll nie mehr bewohnt werden und niemand darin hausen fŸr und fŸr.

40 Gleichwie Gott Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstšrt hat, spricht der HERR, soll niemand darin wohnen noch ein Mensch darin hausen. Kap 49,18; 1. Mose 19,24.25)

41 Siehe, es kommt ein Volk von Norden her; viele Všlker und viele Kšnige werden vom Ende der Erde sich aufmachen. Kap 1,14)

42 Die haben Bogen und Speer; sie sind grausam und unbarmherzig; ihr Geschrei ist wie das Brausen des Meeres; sie reiten auf Rossen, gerŸstet als Kriegsleute gegen dich, du Tochter Babel. Kap 6,23)

43 Wenn der Kšnig von Babel die Kunde von ihnen hšren wird, so werden ihm die HŠnde niedersinken; ihm wird so angst und bange werden wie einer Frau in Kindsnšten.

44 Siehe, er kommt herauf wie ein Lšwe aus dem Dickicht des Jordans in die Auen; denn ich will sie eilends daraus wegtreiben und den, der erwŠhlt ist, darŸber setzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern, und wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann? (44-46) Kap 4,7)

45 So hšrt nun den Ratschlu§ des HERRN, den er Ÿber Babel gefa§t hat, und seine Gedanken, die er hat Ÿber die Einwohner im Lande der ChaldŠer! Was gilt's? Wird man sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer Schafe, werden ihretwegen nicht ihre Auen veršden?

46 Und die Erde wird beben von dem Ruf: Babel ist genommen!, und sein Wehgeschrei wird unter den Všlkern erschallen.



51

1 (Weitere Weissagung vom Untergang Babels und von der Erlšsung Israels) So spricht der HERR: Siehe, ich will einen Verderben bringenden Wind erwecken wider Babel und wider seine Bewohner, die sich gegen mich erhoben haben.

2 Ich will Worfler nach Babel schicken, die sie worfeln sollen und ihr Land ausfegen, die von allen Seiten Ÿber sie kommen werden am Tage des Unheils. Kap 15,7)

3 Ihre SchŸtzen sollen nicht schie§en, und ihre Geharnischten sollen sich nicht wehren kšnnen. Verschont nicht ihre junge Mannschaft, vollstreckt den Bann an ihrem ganzen Heer,

4 da§ die Erschlagenen daliegen im Lande der ChaldŠer und die Erstochenen auf ihren Gassen!

5 Aber Israel und Juda sollen nicht Witwen werden, verlassen von ihrem Gott, dem HERRN Zebaoth; denn das Land der ChaldŠer hat sich sehr verschuldet am Heiligen Israels. Jes 54,4, Kap 50,29)

6 Fliehet aus Babel, und rette ein jeder sein Leben, da§ ihr nicht untergeht in seiner Schuld. Denn dies ist fŸr den HERRN die Zeit der Rache, um ihm seine Taten zu vergelten. Kap 50,8; Offb 18,4)

7 Ein goldener Kelch, der alle Welt trunken gemacht hat, war Babel in der Hand des HERRN. Alle Všlker haben von seinem Wein getrunken; darum sind die Všlker so toll geworden. Offb 17,4, Kap 25,15; Offb 18,3)

8 Wie plštzlich ist Babel gefallen und zerschmettert! Heulet Ÿber Babel, bringt Balsam fŸr seine Wunden, ob es vielleicht geheilt werden kšnnte. Jes 21,9)

9 Wir wollten Babel heilen; aber es wollte nicht geheilt werden. So la§t es fahren und la§t uns ein jeder in sein Land ziehen! Denn seine Strafe reicht bis an den Himmel und langt hinauf bis an die Wolken.

10 Der HERR hat unsere Gerechtigkeit ans Licht gebracht. Kommt, la§t uns in Zion erzŠhlen die Werke des HERRN, unseres Gottes!

11 Ja, schŠrft nun die Pfeile und ergreift die Schilde! Der HERR hat den Mut der Kšnige von Medien erweckt; denn seine Gedanken stehen wider Babel, da§ er es verderbe. Denn dies ist die Vergeltung des HERRN, die Vergeltung fŸr seinen Tempel. Jes 13,17, Kap 50,28)

12 Ja, erhebt nun das Banner gegen die Mauern von Babel, macht stark die Wachen, bestellt WŠchter, legt einen Hinterhalt! Denn der HERR hat sich's vorgenommen und wird's auch tun, was er gegen die Einwohner von Babel geredet hat.

13 Die du an gro§en Wassern wohnst und gro§e SchŠtze hast, dein Ende ist gekommen, dein Lebensfaden wird abgeschnitten! Offb 17,1)

14 Der HERR Zebaoth hat bei sich geschworen: Wenn ich dich auch gefŸllt habe mit Menschen wie mit Heuschrecken, so wird man doch Ÿber dich anstimmen den Ruf des Keltertreters.

15 Er hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Erdkreis durch seine Weisheit bereitet und den Himmel ausgebreitet durch seinen Verstand. (15-19) Kap 10,12-16)

16 Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel. Er lŠ§t die Wolken heraufziehen vom Ende der Erde. Er macht die Blitze, da§ es regnet, und lŠ§t den Wind kommen aus seinen Vorratskammern. Ps 135,7)

17 Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und alle Goldschmiede stehen beschŠmt da mit ihren Bildern; denn ihre Gštzen sind Trug und haben kein Leben.

18 Sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie mŸssen zugrunde gehen, wenn sie heimgesucht werden.

19 Aber so ist der nicht, der Jakobs Reichtum ist, sondern er ist's, der alle Dinge schafft, und Israel ist sein Erbteil. Er hei§t HERR Zebaoth.

20 Du, Babel, warst mein Hammer, meine Kriegswaffe; durch dich habe ich Všlker zerschmettert und Kšnigreiche zerstšrt. Kap 50,23)

21 Durch dich habe ich Rosse und Reiter zerschmettert, Wagen und Fahrer.

22 Durch dich habe ich MŠnner und Frauen zerschmettert, Alte und Junge, JŸnglinge und Jungfrauen.

23 Durch dich habe ich Hirten und Herden zerschmettert, Bauern und Gespanne und FŸrsten und Herren.

24 Aber nun will ich Babel und allen Bewohnern von ChaldŠa vergelten alle ihre Bosheit, die sie an Zion begangen haben, vor euren Augen, spricht der HERR. Kap 50,29, Hiob 1,17)

25 Siehe, ich will an dich, du Berg des Verderbens, der du Verderben gebracht hast Ÿber alle Welt, spricht der HERR. Ich will meine Hand wider dich ausstrecken und dich von den Felsen herabwŠlzen und will einen verbrannten Berg aus dir machen,

26 da§ man weder Ecksteine noch Grundsteine aus dir nehmen kann, sondern eine ewige WŸste sollst du sein, spricht der HERR.

27 Richtet auf das Banner auf Erden, blast die Posaune unter den Všlkern! Heiligt die Všlker zum Kampf gegen die Stadt Babel! Ruft ~wider sie die Kšnigreiche Ararat, Minni und Aschkenas! Sammelt Kriegsleute gegen sie, bringet Rosse herauf, zahlreich wie Heuschrecken! Jes 13,3, 1. Mose 10,3)

28 Heiligt die Všlker zum Kampf gegen sie, die Kšnige von Medien samt allen ihren FŸrsten und Herren und das ganze Land ihrer Herrschaft,

29 da§ das Land erbebt und erzittert; denn die Gedanken des HERRN wollen erfŸllt werden wider Babel, da§ er das Land Babel zur WŸste mache, in der niemand wohnt.

30 Die Helden zu Babel werden nicht zu Felde ziehen, sondern in der Festung bleiben. Mit ihrer StŠrke ist's aus, sie sind Weiber geworden; ihre Wohnungen sind in Brand gesteckt und ihre Riegel zerbrochen. Kap 50,37)

31 Ein LŠufer begegnet dem andern und ein Bote dem andern, um dem Kšnig von Babel anzusagen, da§ seine Stadt genommen sei an allen Enden

32 und die Furten besetzt seien und die Bollwerke verbrannt und die Kriegsleute verzagt.

33 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Die Tochter Babel ist wie eine Tenne, wenn man sie feststampft; es wird ihre Ernte gar bald kommen.

34 ÈNebukadnezar, der Kšnig von Babel, hat mich gefressen und umgebracht, er hat aus mir ein leeres GefŠ§ gemacht. Er hat mich verschlungen wie ein Drache, er hat seinen Bauch gefŸllt mit meinen Kostbarkeiten; er hat mich vertrieben.

35 Nun aber komme Ÿber Babel der Frevel, der an mir begangen ist und an meinem FleischeÇ, spricht die Einwohnerin von Zion, Èund mein Blut komme Ÿber die Bewohner von ChaldŠaÇ, spricht Jerusalem.

36 Darum spricht der HERR: Siehe, ich will deine Sache fŸhren und dich rŠchen. Ich will ihr Meer austrocknen und ihre Brunnen versiegen lassen.

37 Und Babel soll zu Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale werden, zum Bild des Entsetzens und zum Spott, da§ niemand darin wohne. Kap 50,13)

38 Sie sollen miteinander brŸllen wie die Lšwen und knurren wie die jungen Lšwen.

39 Wenn sie vor Gier brennen, will ich ihnen ein Mahl zurichten und will sie trunken machen, da§ sie matt werden und zum ewigen Schlaf einschlafen, von dem sie nimmermehr aufwachen sollen, spricht der HERR.

40 Ich will sie hinabfŸhren wie LŠmmer zur Schlachtbank, wie Widder und Bšcke.

41 Wie ist Scheschach gefallen und die in aller Welt BerŸhmte eingenommen! Wie ist Babel zum Bild des Entsetzens geworden unter den Heiden! Kap 25,26)

42 Ein Meer ist Ÿber Babel gegangen, und mit der Menge seiner Wellen ist es bedeckt.

43 Seine StŠdte sind zur WŸste und zu einem dŸrren, šden Lande geworden, zum Lande, darin niemand wohnt und das kein Mensch durchzieht.

44 Ja, ich habe den Bel zu Babel heimgesucht und habe aus seinem Rachen gerissen, was er verschlungen hatte. Und die Heiden sollen nicht mehr zu ihm laufen; denn es sind auch die Mauern von Babel zerfallen. Kap 50,2; Jes 46,1)

45 Zieh aus von dort, mein Volk, und rette ein jeder sein Leben vor dem grimmigen Zorn des HERRN!

46 Euer Herz kšnnte sonst weich werden und verzagen vor den GerŸchten, die man im Lande hšren wird. Denn es wird in diesem Jahr ein GerŸcht umgehen und danach im nŠchsten Jahr wieder ein GerŸcht, und Gewalt wird im Lande sein und ein Herrscher wider den andern.

47 Darum siehe, es kommt die Zeit, da§ ich die Gštzen zu Babel heimsuchen will und sein ganzes Land zuschanden werden soll und seine Erschlagenen darin liegen werden.

48 Himmel und Erde und alles, was darinnen ist, werden jauchzen Ÿber Babel, weil seine VerwŸster von Norden gekommen sind, spricht der HERR. Offb 18,20)

49 Und Babel mu§ fallen fŸr die Erschlagenen Israels, wie fŸr Babel gefallen sind die Erschlagenen der ganzen Erde.

50 So ziehet nun hin, die ihr dem Schwert entronnen seid, und haltet euch nicht auf! Gedenkt des HERRN in fernem Lande und la§t euch Jerusalem im Herzen sein! Ps 137,5)

51 Wir waren zuschanden geworden, weil wir die Schmach hšren mu§ten und Scham unser Angesicht bedeckte, weil die Fremden Ÿber das Heiligtum des Hauses des HERRN kamen.

52 Darum siehe, die Zeit kommt, spricht der HERR, da§ ich die Gštzen Babels heimsuchen will, und im ganzen Lande sollen die tšdlich Verwundeten stšhnen.

53 Und wenn Babel zum Himmel emporstiege und seine Mauern unersteigbar hoch machte, so sollen doch VerwŸster von mir Ÿber sie kommen, spricht der HERR. 1. Mose 11,4; Jes 14,13)

54 Man hšrt ein Geschrei aus Babel und einen gro§en Jammer aus der ChaldŠer Lande;

55 denn der HERR verwŸstet Babel und vertilgt aus ihm das gro§e GetŸmmel. Wellen brausen heran wie gro§e Wasser, es erschallt ihr lautes Tosen;

56 denn es ist Ÿber Babel der VerwŸster gekommen. Seine Helden werden gefangen, seine Bogen werden zerbrochen; denn der Gott der Vergeltung, der HERR, zahlt es ihnen heim. 5. Mose 32,39-41)

57 Ich will seine FŸrsten, Weisen, Herren und Hauptleute und seine Krieger trunken machen, da§ sie zu ewigem Schlaf einschlafen sollen, von dem sie nie mehr aufwachen, spricht der Kšnig, der da hei§t HERR Zebaoth.

58 So spricht der HERR Zebaoth: Die Mauern des gro§en Babel sollen geschleift und seine hohen Tore mit Feuer verbrannt werden, da§ die Arbeit der Heiden umsonst sei und dem Feuer verfalle, was die Všlker mit MŸhe erbaut haben. Hab 2,13)

59 Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia befahl Seraja, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, als er mit Zedekia, dem Kšnig von Juda, nach Babel zog im vierten Jahr seiner Herrschaft. Und Seraja war der Marschall fŸr die Reise. Kap 36,4)

60 Und Jeremia schrieb all das Unheil, das Ÿber Babel kommen sollte, in ein Buch, nŠmlich alle diese Worte, die wider Babel geschrieben sind.

|P Kap 50,1 - 51,58)

61 Und Jeremia sprach zu Seraja: Wenn du nach Babel kommst, so schaue zu und lies laut alle diese Worte

62 und sprich: HERR, du hast geredet gegen diese StŠtte, da§ du sie ausrotten willst, so da§ niemand darin wohne, weder Mensch noch Vieh, sondern da§ sie immerdar wŸst sei.

63 Und wenn du das Buch ausgelesen hast, so binde einen Stein daran und wirf's in den Euphrat (63 und 64) Offb 18,21)

64 und sprich: So soll Babel versinken und nicht wieder aufkommen von dem Unheil, das ich Ÿber sie bringen will, sondern soll vergehen. So weit hat Jeremia geredet.



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1 (Nochmaliger Bericht von der Zerstšrung Jerusalems und der WegfŸhrung in die Gefangenschaft) (vgl. Kap 39,1-10; 2. Kšn 24,18 - 25,21; 2. Chr 36,11-21) Zedekia war einundzwanzig Jahre alt, als er Kšnig wurde; und er regierte elf Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hie§ Hamutal, eine Tochter Jeremias aus Libna.

2 Und er tat, was dem HERRN mi§fiel, gleichwie Jojakim getan hatte.

3 Denn so geschah es mit Jerusalem und Juda um des Zornes des HERRN willen, bis er sie von seinem Angesicht wegstie§. Zedekia fiel ab vom Kšnig von Babel.

4 Im neunten Jahr seiner Herrschaft, am zehnten Tage des zehnten Monats, kam Nebukadnezar, der Kšnig von Babel, mit seinem ganzen Heer vor Jerusalem, und sie belagerten es und machten Bollwerke ringsumher.

5 Und die Stadt blieb belagert bis ins elfte Jahr des Kšnigs Zedekia.

6 Aber am neunten Tage des vierten Monats nahm der Hunger Ÿberhand in der Stadt, und das Volk des Landes hatte nichts mehr zu essen.

7 Da brach man in die Stadt, und alle Kriegsleute wandten sich zur Flucht und zogen zur Stadt hinaus bei Nacht durch das Tor zwischen den zwei Mauern auf dem Wege, der zum Garten des Kšnigs geht. Aber die ChaldŠer lagen rings um die Stadt her. Und als sie den Weg zum Jordantal nahmen,

8 jagte das Heer der ChaldŠer dem Kšnig nach, und sie holten Zedekia ein im Jordantal von Jericho. Da zerstreute sich sein ganzes Heer.

9 Und sie nahmen den Kšnig gefangen und brachten ihn hinauf zum Kšnig von Babel nach Ribla, das im Lande Hamat liegt; der sprach das Urteil Ÿber ihn.

10 Allda lie§ der Kšnig von Babel die Sšhne Zedekias vor dessen Augen tšten und tštete auch alle Oberen von Juda in Ribla.

11 Aber Zedekia lie§ er die Augen ausstechen und ihn in Ketten legen. So fŸhrte ihn der Kšnig von Babel nach Babel und legte ihn ins GefŠngnis, bis er starb. Kap 32,5)

12 Am zehnten Tage des fŸnften Monats, das ist das neunzehnte Jahr Nebukadnezars, des Kšnigs von Babel, kam Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, der stets um den Kšnig von Babel war, nach Jerusalem

13 und verbrannte das Haus des HERRN und das Haus des Kšnigs und alle HŠuser von Jerusalem; alle gro§en HŠuser verbrannte er mit Feuer.

14 Und das ganze Heer der ChaldŠer, das bei dem Obersten der Leibwache war, ri§ alle Mauern Jerusalems ringsumher nieder.

15 Aber das niedere Volk und was vom Volk noch Ÿbrig war in der Stadt und die zum Kšnig von Babel abgefallen waren und was Ÿbriggeblieben war von den Werkleuten, fŸhrte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, gefangen weg.

16 Vom niederen Volk auf dem Lande lie§ Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, WeingŠrtner und Ackerleute zurŸck.

17 Aber die kupfernen SŠulen am Hause des HERRN und die Gestelle und das kupferne Meer am Hause des HERRN zerbrachen die ChaldŠer und brachten alles Kupfer nach Babel. Kap 27,19-22)

18 Und die Tšpfe, Schaufeln, Messer, Becken, Schalen und alle kupfernen GefŠ§e, die man im Gottesdienst zu gebrauchen pflegte, nahmen sie weg.

19 Dazu nahm der Oberste der Leibwache, was golden und silbern war an Bechern, RŠuchergefŠ§en, Becken, Tšpfen, Leuchtern, Lšffeln und Schalen. (19-23) 1. Kšn 7,15-37)

20 Die zwei SŠulen, das Meer, die zwšlf kupfernen Rinder darunter und die Gestelle, welche der Kšnig Salomo hatte machen lassen fŸr das Haus des HERRN - das Kupfer aller dieser GerŠte war unerme§lich viel.

21 Von den zwei SŠulen aber war jede achtzehn Ellen hoch; eine Schnur, zwšlf Ellen lang, reichte um sie herum; jede SŠule war vier Finger dick und inwendig hohl.

22 Auf jeder stand ein kupferner Knauf, fŸnf Ellen hoch, und ein Gitterwerk und GranatŠpfel waren an jedem Knauf ringsumher, alles aus Kupfer; und eine SŠule war wie die andere, die GranatŠpfel auch.

23 Es waren sechsundneunzig GranatŠpfel daran; im ganzen waren es hundert GranatŠpfel rings um das Gitterwerk herum.

24 Und der Oberste der Leibwache nahm den obersten Priester Seraja und den zweitobersten Priester Zefanja und die drei HŸter der Schwelle

25 und aus der Stadt einen KŠmmerer, der Ÿber die Kriegsleute gesetzt war, und sieben MŠnner, welche stets um den Kšnig sein mu§ten, die man in der Stadt fand, dazu den Schreiber des Feldhauptmanns, der das Volk des Landes zum Heer aufbot, und sechzig Mann vom Volk des Landes, die man in der Stadt fand;

26 diese nahm Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und brachte sie zum Kšnig von Babel nach Ribla.

27 Und der Kšnig von Babel schlug sie tot zu Ribla, das im Lande Hamat liegt. So wurde Juda aus seinem Lande weggefŸhrt.

28 Dies ist das Volk, das Nebukadnezar weggefŸhrt hat: im siebenten Jahr 3023 JudŠer;

29 im achtzehnten Jahr aber des Nebukadnezar 832 Leute aus Jerusalem;

30 und im dreiundzwanzigsten Jahr des Nebukadnezar fŸhrte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, 745 Leute aus Juda weg. Alle zusammen sind 4600.

31 (Begnadigung des Kšnigs Jojachin) (vgl. 2. Kšn 25,27-30) Aber im siebenunddrei§igsten Jahr, nachdem Jojachin, der Kšnig von Juda, weggefŸhrt war, am fŸnfundzwanzigsten Tage des zwšlften Monats lie§ Evil-Merodach, der Kšnig von Babel, im Jahr, da er Kšnig wurde, Jojachin, den Kšnig von Juda, aus dem Kerker holen

32 und redete freundlich mit ihm und setzte seinen Sitz Ÿber die Sitze der Kšnige, die bei ihm in Babel waren.

33 Und Jojachin legte die Kleider seiner Gefangenschaft ab und a§ bei dem Kšnig sein Leben lang.

34 Und ihm wurde stets sein Unterhalt vom Kšnig von Babel gegeben, wie es fŸr ihn verordnet war, sein ganzes Leben lang bis an sein Ende.

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