Read: 48 Galater


Buch 48 (DER BRIEF DES PAULUS AN DIE GALATER)



1

1 Paulus, ein Apostel nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat von den Toten, Vers 11.12)

2 und alle BrŸder, die bei mir sind, an die Gemeinden in Galatien:

3 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus,

4 der sich selbst fŸr unsre SŸnden dahingegeben hat, da§ er uns errette von dieser gegenwŠrtigen, bšsen Welt nach dem Willen Gottes, unseres Vaters; Kap 2,20; 1. Tim 2,6; Tit 2,14, Joh 5,19)

5 dem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

6 (Gegen die VerfŠlschung des Evangeliums) Mich wundert, da§ ihr euch so bald abwenden la§t von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem andern Evangelium,

7 obwohl es doch kein andres gibt; nur da§ einige da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren. Apg 15,1.24)

8 Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen wŸrden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht.

9 Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht. 1. Tim 6,3)

10 Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen gefŠllig zu sein? Wenn ich noch Menschen gefŠllig wŠre, so wŠre ich Christi Knecht nicht. 1. Thess 2,4-6)

11 (Die Berufung des Paulus zum Apostel) Denn ich tue euch kund, liebe BrŸder, da§ das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht von menschlicher Art ist.

12 Denn ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi. (12-16) Apg 9,1-15)

13 Denn ihr habt ja gehšrt von meinem Leben frŸher im Judentum, wie ich Ÿber die Ma§en die Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstšren suchte

14 und Ÿbertraf im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Volk weit und eiferte Ÿber die Ma§en fŸr die Satzungen der VŠter. Apg 23,6; 26,5)

15 Als es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, Jer 1,5; Ršm 1,1)

16 da§ er seinen Sohn offenbarte in mir, damit ich ihn durchs Evangelium verkŸndigen sollte unter den Heiden, da besprach ich mich nicht erst mit Fleisch und Blut, Mt 16,17 Kap 2,7)

17 ging auch nicht hinauf nach Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte wieder zurŸck nach Damaskus.

18 Danach, drei Jahre spŠter, kam ich hinauf nach Jerusalem, um Kephas kennenzulernen, und blieb fŸnfzehn Tage bei ihm. Joh 1,42; Apg 9,26.27)

19 Von den andern Aposteln aber sah ich keinen au§er Jakobus, des Herrn Bruder. Mt 13,55)

20 Was ich euch aber schreibe - siehe, Gott wei§, ich lŸge nicht!

21 Danach kam ich in die LŠnder Syrien und Zilizien. (Apg 9,30)

22 Ich war aber unbekannt von Angesicht den christlichen Gemeinden in JudŠa.

23 Sie hatten nur gehšrt: Der uns frŸher verfolgte, der predigt jetzt den Glauben, den er frŸher zu zerstšren suchte,

24 und priesen Gott Ÿber mir.



2

1 (Die Anerkennung des Paulus durch die anderen Apostel) Danach, vierzehn Jahre spŠter, zog ich abermals hinauf nach Jerusalem mit Barnabas und nahm auch Titus mit mir. (1-10) Apg 15,1-29; 4,36)

2 Ich zog aber hinauf aufgrund einer Offenbarung und besprach mich mit ihnen Ÿber das Evangelium, das ich predige unter den Heiden, besonders aber mit denen, die das Ansehen hatten, damit ich nicht etwa vergeblich liefe oder gelaufen wŠre.

3 Aber selbst Titus, der bei mir war, ein Grieche, wurde nicht gezwungen, sich beschneiden zu lassen. (Apg 16,3; 1. Kor 9,21)

4 Denn es hatten sich einige falsche BrŸder mit eingedrŠngt und neben eingeschlichen, um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, und uns zu knechten.

5 Denen wichen wir auch nicht eine Stunde und unterwarfen uns ihnen nicht, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe. Kap 3,1)

6 Von denen aber, die das Ansehen hatten - was sie frŸher gewesen sind, daran liegt mir nichts; denn Gott achtet das Ansehen der Menschen nicht -, mir haben die, die das Ansehen hatten, nichts weiter auferlegt.

7 Im Gegenteil, da sie sahen, da§ mir anvertraut war das Evangelium an die Heiden so wie Petrus das Evangelium an die Juden Eph 3,1.2)

8 - denn der in Petrus wirksam gewesen ist zum Apostelamt unter den Juden, der ist auch in mir wirksam gewesen unter den Heiden -,

9 und da sie die Gnade erkannten, die mir gegeben war, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, die als SŠulen angesehen werden, mir und Barnabas die rechte Hand und wurden mit uns eins, da§ wir unter den Heiden, sie aber unter den Juden predigen sollten, Joh 1,42)

10 nur da§ wir an die Armen dŠchten, was ich mich auch eifrig bemŸht habe zu tun. (Apg 11,29.30; 2. Kor 8; 9)

11 (Die Auseinandersetzung des Paulus mit Petrus in Antiochia) Als aber Kephas nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn es war Grund zur Klage gegen ihn.

12 Denn bevor einige von Jakobus kamen, a§ er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurŸck und sonderte sich ab, weil er die aus dem Judentum fŸrchtete. Apg 11,2.3)

13 Und mit ihm heuchelten auch die andern Juden, so da§ selbst Barnabas verfŸhrt wurde, mit ihnen zu heucheln.

14 Als ich aber sah, da§ sie nicht richtig handelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Kephas šffentlich vor allen: Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jŸdisch, warum zwingst du dann die Heiden, jŸdisch zu leben?

15 Wir sind von Geburt Juden und nicht SŸnder aus den Heiden.

16 Doch weil wir wissen, da§ der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht. Ršm 3,20.28; Eph 2,8)

17 Sollten wir aber, die wir durch Christus gerecht zu werden suchen, auch selbst als SŸnder befunden werden - ist dann Christus ein Diener der SŸnde? Das sei ferne!

18 Denn wenn ich das, was ich abgebrochen habe, wieder aufbaue, dann mache ich mich selbst zu einem †bertreter.

19 Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ršm 7,6)

20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst fŸr mich dahingegeben. Joh 17,23, Kap 1,4)

21 Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn die Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.



3

1 (Die Gerechtigkeit aus dem Glauben) O ihr unverstŠndigen Galater! Wer hat euch bezaubert, denen doch Jesus Christus vor die Augen gemalt war als der Gekreuzigte?

2 Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?

3 Seid ihr so unverstŠndig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr's denn nun im Fleisch vollenden?

4 Habt ihr denn so vieles vergeblich erfahren? Wenn es denn vergeblich war!

5 Der euch nun den Geist darreicht und tut solche Taten unter euch, tut er's durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?

6 So war es mit Abraham: ÈEr hat Gott geglaubt, und es ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wordenÇ (1. Mose 15,6). (Ršm 4,3)

7 Erkennt also: die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder.

8 Die Schrift aber hat es vorausgesehen, da§ Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkŸndigte sie dem Abraham (1. Mose 12,3): ÈIn dir sollen alle Heiden gesegnet werden.Ç

9 So werden nun die, die aus dem Glauben sind, gesegnet mit dem glŠubigen Abraham. Ršm 4,16)

10 Denn die aus den Werken des Gesetzes leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben (5. Mose 27,26): ÈVerflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, da§ er's tue!Ç

11 Da§ aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn Èder Gerechte wird aus Glauben lebenÇ (Habakuk 2,4). Ršm 1,17; Hebr 10,38)

12 Das Gesetz aber ist nicht Èaus GlaubenÇ, sondern: Èder Mensch, der es tut, wird dadurch lebenÇ (3. Mose 18,5).

13 Christus aber hat uns erlšst von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde fŸr uns; denn es steht geschrieben (5. Mose 21,23): ÈVerflucht ist jeder, der am Holz hŠngtÇ, 2. Kor 5,21)

14 damit der Segen Abrahams unter die Heiden komme in Christus Jesus und wir den verhei§enen Geist empfingen durch den Glauben.

15 (Verhei§ung und Gesetz) Liebe BrŸder, ich will nach menschlicher Weise reden: Man hebt doch das Testament eines Menschen nicht auf, wenn es bestŠtigt ist, und setzt auch nichts dazu.

16 Nun ist die Verhei§ung Abraham zugesagt und seinem Nachkommen. Es hei§t nicht: und den Nachkommen, als gŠlte es vielen, sondern es gilt einem: Èund deinem NachkommenÇ (1. Mose 22,18), welcher ist Christus.

17 Ich meine aber dies: Das Testament, das von Gott zuvor bestŠtigt worden ist, wird nicht aufgehoben durch das Gesetz, das vierhundertdrei§ig Jahre danach gegeben worden ist, so da§ die Verhei§ung zunichte wŸrde. 2. Mose 12,40)

18 Denn wenn das Erbe durch das Gesetz erworben wŸrde, so wŸrde es nicht durch Verhei§ung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verhei§ung frei geschenkt.

19 Was soll dann das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der SŸnden willen, bis der Nachkomme da sei, dem die Verhei§ung gilt, und zwar ist es von Engeln verordnet durch die Hand eines Mittlers. Ršm 5,20, Apg 7,38.53; Hebr 2,2, 5. Mose 5,5)

20 Ein Mittler aber ist nicht Mittler eines Einzigen, Gott aber ist Einer.

21 Wie? Ist dann das Gesetz gegen Gottes Verhei§ungen? Das sei ferne! Denn nur, wenn ein Gesetz gegeben wŠre, das lebendig machen kšnnte, kŠme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz. Ršm 8,2-4)

22 Aber die Schrift hat alles eingeschlossen unter die SŸnde, damit die Verhei§ung durch den Glauben an Jesus Christus gegeben wŸrde denen, die glauben. Ršm 3,9-20; 11,32)

23 Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte. (Kap 4,3)

24 So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht wŸrden.

25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Ršm 10,4)

26 Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Joh 1,12; Ršm 8,17)

27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Ršm 6,3, Ršm 13,14)

28 Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Ršm 10,12, 1. Kor 12,13)

29 Gehšrt ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verhei§ung Erben.



4

1 (Befreiung vom Gesetz durch Christus) Ich sage aber: Solange der Erbe unmŸndig ist, ist zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr ist Ÿber alle GŸter;

2 sondern er untersteht VormŸndern und Pflegern bis zu der Zeit, die der Vater bestimmt hat.

3 So auch wir: Als wir unmŸndig waren, waren wir in der Knechtschaft der MŠchte der Welt. Vers 8-10; Kap 5,1; Kol 2,20)

4 Als aber die Zeit erfŸllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, Mk 1,15; Eph 1,10)

5 damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlšste, damit wir die Kindschaft empfingen.

6 Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! Ršm 8,15)

7 So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott. Ršm 8,16.17)

8 (Warnung vor RŸckfall in die Gesetzlichkeit) Aber zu der Zeit, als ihr Gott noch nicht kanntet, dientet ihr denen, die in Wahrheit nicht Gštter sind.

9 Nachdem ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dŸrftigen MŠchten zu, denen ihr von neuem dienen wollt?

10 Ihr haltet bestimmte Tage ein und Monate und Zeiten und Jahre. (Ršm 14,5; Kol 2,16.20.21)

11 Ich fŸrchte fŸr euch, da§ ich vielleicht vergeblich an euch gearbeitet habe. 2. Joh 8)

12 Werdet doch wie ich, denn ich wurde wie ihr, liebe BrŸder, ich bitte euch. Ihr habt mir kein Leid getan.

13 Ihr wi§t doch, da§ ich euch in Schwachheit des Leibes das Evangelium gepredigt habe beim erstenmal. 1. Kor 2,3, Apg 16,6)

14 Und obwohl meine leibliche SchwŠche euch ein Ansto§ war, habt ihr mich nicht verachtet oder vor mir ausgespuckt, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, ja wie Christus Jesus.

15 Wo sind nun eure Seligpreisungen geblieben? Denn ich bezeuge euch, ihr hŠttet, wenn es mšglich gewesen wŠre, eure Augen ausgerissen und mir gegeben.

16 Bin ich denn damit euer Feind geworden, da§ ich euch die Wahrheit vorhalte?

17 Es ist nicht recht, wie sie um euch werben; sie wollen euch nur von mir abspenstig machen, damit ihr um sie werben sollt. Kap 1,7)

18 Umworben zu werden ist gut, wenn's im Guten geschieht, und zwar immer und nicht nur in meiner Gegenwart, wenn ich bei euch bin.

19 Meine lieben Kinder, die ich abermals unter Wehen gebŠre, bis Christus in euch Gestalt gewinne! - 1. Kor 4,15)

20 Ich wollte aber, da§ ich jetzt bei euch wŠre und mit andrer Stimme zu euch reden kšnnte; denn ich bin irre an euch.

21 (Knechtschaft und Freiheit) Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: Hšrt ihr das Gesetz nicht?

22 Denn es steht geschrieben, da§ Abraham zwei Sšhne hatte, den einen von der Magd, den andern von der Freien. 1. Mose 16,15, 1. Mose 21,2)

23 Aber der von der Magd ist nach dem Fleisch gezeugt worden, der von der Freien aber kraft der Verhei§ung. Ršm 9,7-9)

24 Diese Worte haben tiefere Bedeutung. Denn die beiden Frauen bedeuten zwei BundesschlŸsse: einen vom Berg Sinai, der zur Knechtschaft gebiert, das ist Hagar; Kap 5,1; Ršm 8,15)

25 denn Hagar bedeutet den Berg Sinai in Arabien und ist ein Gleichnis fŸr das jetzige Jerusalem, das mit seinen Kindern in der Knechtschaft lebt.

26 Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; das ist unsre Mutter. Hebr 12,22; Offb 21,2)

27 Denn es steht geschrieben (Jesaja 54,1): ÈSei fršhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst! Brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, als die den Mann hat.Ç

28 Ihr aber, liebe BrŸder, seid wie Isaak Kinder der Verhei§ung.

29 Aber wie zu jener Zeit der, der nach dem Fleisch gezeugt war, den verfolgte, der nach dem Geist gezeugt war, so geht es auch jetzt.

30 Doch was spricht die Schrift? ÈSto§ die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der FreienÇ (1. Mose 21,10).

31 So sind wir nun, liebe BrŸder, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien.



5

1 (Aufruf zur rechten Freiheit) Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und la§t euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Kap 4,5, Apg 15,10)

2 Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden la§t, so wird euch Christus nichts nŸtzen.

3 Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lŠ§t, da§ er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist.

4 Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen.

5 Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen mu§.

6 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tŠtig ist. Kap 6,15; Ršm 2,26; 1. Kor 7,19)

7 Ihr lieft so gut. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen?

8 Solches †berreden kommt nicht von dem, der euch berufen hat.

9 Ein wenig Sauerteig durchsŠuert den ganzen Teig. (1. Kor 5,6)

10 Ich habe das Vertrauen zu euch in dem Herrn, ihr werdet nicht anders gesinnt sein. Wer euch aber irremacht, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er wolle. Kap 1,7)

11 Ich aber, liebe BrŸder, wenn ich die Beschneidung noch predige, warum leide ich dann Verfolgung? Dann wŠre das €rgernis des Kreuzes aufgehoben. 1. Kor 15,30, Kap 6,12; 1. Kor 1,23)

12 Sollen sie sich doch gleich verschneiden lassen, die euch aufhetzen!

13 Ihr aber, liebe BrŸder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, da§ ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch* Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. 1. Petr 2,16; 2. Petr 2,19) (*Siehe Sach- und WorterklŠrungen zu ÈFleischÇ.)

14 Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfŸllt, in dem (3. Mose 19,18): ÈLiebe deinen NŠchsten wie dich selbst!Ç

15 Wenn ihr euch aber untereinander bei§t und fre§t, so seht zu, da§ ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet. (Jak 4,2)

16 (Das Leben im Geist) Ich sage aber: Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen.

17 Denn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; die sind gegeneinander, so da§ ihr nicht tut, was ihr wollt. (Ršm 7,15.23)

18 Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.

19 Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, (19-21) 1. Kor 6,9.10)

20 Gštzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen,

21 Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Eph 5,5; Offb 22,15)

22 Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, GŸte, Treue, Eph 5,9)

23 Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht. (1. Tim 1,9)

24 Die aber Christus Jesus angehšren, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Ršm 6,6)

25 Wenn wir im Geist leben, so la§t uns auch im Geist wandeln. Ršm 8,4)

26 La§t uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander nicht herausfordern und beneiden. Phil 2,3)



6

1 (Mahnung zur BrŸderlichkeit) Liebe BrŸder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmŸtigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, da§ du nicht auch versucht werdest. Mt 18,15; Jak 5,19)

2 Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfŸllen. (2. Kor 11,29)

3 Denn wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrŸgt sich selbst.

4 Ein jeder aber prŸfe sein eigenes Werk; und dann wird er seinen Ruhm bei sich selbst haben und nicht gegenŸber einem andern. 2. Kor 13,5)

5 Denn ein jeder wird seine eigene Last tragen. (Ršm 14,12)

6 Wer aber unterrichtet wird im Wort, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allem Guten. (1. Kor 9,14)

7 Irret euch nicht! Gott lŠ§t sich nicht spotten. Denn was der Mensch sŠt, das wird er ernten. Jer 21,14)

8 Wer auf sein Fleisch sŠt, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sŠt, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. (Ršm 8,13)

9 La§t uns aber Gutes tun und nicht mŸde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. 2. Thess 3,13)

10 Darum, solange wir noch Zeit haben, la§t uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. (2. Petr 1,7)

11 (EigenhŠndiger Briefschlu§) Seht, mit wie gro§en Buchstaben ich euch schreibe mit eigener Hand!

12 Die Ansehen haben wollen nach dem Fleisch, die zwingen euch zur Beschneidung, nur damit sie nicht um des Kreuzes Christi willen verfolgt werden. Kap 5,11)

13 Denn auch sie selbst, die sich beschneiden lassen, halten das Gesetz nicht, sondern sie wollen, da§ ihr euch beschneiden la§t, damit sie sich dessen rŸhmen kšnnen.

14 Es sei aber fern von mir, mich zu rŸhmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. 1. Kor 1,31; 2,2)

15 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Kreatur. Kap 5,6; 1. Kor 7,19, 2. Kor 5,17)

16 Und alle, die sich nach diesem Ma§stab richten - Friede und Barmherzigkeit Ÿber sie und Ÿber das Israel Gottes! Ps 125,5)

17 Hinfort mache mir niemand weiter MŸhe; denn ich trage die Malzeichen Jesu an meinem Leibe. 2. Kor 4,10)

18 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist, liebe BrŸder! Amen.

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