Lesen: 69 Tobias


Buch 69 (DAS BUCH TOBIAS)


1

1 (Des alten Tobias Fršmmigkeit, UnglŸck und Gebet) Es war ein Mann mit Namen Tobias aus dem Stamme Naftali, aus einer Stadt in ObergalilŠa, zu der man kommt, wenn man von Hazor nach Westen geht und Safed zur Linken hat. Jos 19,32, Jos 19,36)

2 Der wurde mit in die Gefangenschaft gefŸhrt zur Zeit Salmanassars, des Kšnigs von Assyrien; und obwohl er dort unter Fremden leben mu§te, ist er, dennoch von Gottes Wort nicht abgefallen. 2.Kšn 18,9-11, Jdt 11,13)

3 Darum teilte er alles, was er hatte, Tag fŸr Tag mit seinen gefangenen BrŸdern und Verwandten.

4 Und als er noch einer der jŸngsten MŠnner des Stammes Naftali war, hatte er bereits bewiesen, da§ er kein Kind mehr war:

5 wŠhrend alle andern den goldnen KŠlbern dienten, die Jerobeam, der Kšnig von Israel, hatte machen lassen, schied er sich von der Gemeinschaft mit ihnen 1.Kšn 12,26-30)

6 und hielt sich als einziger zum Tempel des Herrn in Jerusalem und diente dort dem Herrn und betete den Gott Israels an. Er gab auch alle Erstlinge und Zehnten mit solcher Treue, (6 und 7) 5.Mose 12,4-6 2.Mose 23,19; 5.Mose 14,22.28.29)

7 da§ er sogar jedes dritte Jahr den Fremdlingen, Witwen und Waisen ihren Zehnten gab.

8 Das alles hielt er von Jugend auf nach dem Gesetz des Herrn.

9 Als er nun erwachsen war, nahm er eine Frau, auch aus dem Stamm Naftali, mit Namen Hanna und zeugte mit ihr einen Sohn, den er auch Tobias nannte; 4.Mose 36,6.7)

10 und er lehrte ihn von Jugend auf Gott fŸrchten und die SŸnde meiden. 5.Mose 6,6.7; 2.Tim 3,15)

11 Als er nun mit Frau und Sohn und mit seinem ganzen Stamm in die Gefangenschaft nach Ninive kam

12 und alle von den Speisen der Heiden a§en, hŸtete er sich und machte sich nicht unrein mit solcher Speise. Jdt 12,2; Dan 1,8)

13 Und weil er von ganzem Herzen den Herrn fŸrchtete, lie§ ihn der Herr bei Kšnig Salmanassar Gnade finden, (13 und 14) Dan 1,18.19)

14 so da§ er ihm erlaubte, Ÿberallhin zu gehen, wohin er wollte, und zu tun, was ihm gut schien.

15 So besuchte er nun alle, die in der Gefangenschaft lebten, und b ermahnte sie, Gottes Wort treu zu bleiben. Jak 1,27, Offb 3,2)

16 Und er kam in die Stadt Rages in Medien und hatte zehn Talente Silber bei sich, mit denen ihn der Kšnig beschenkt hatte.

17 Und als er unter den vielen Israeliten einen Armen aus seinem Stamm mit Namen Gaba‘l sah, lieh er ihm das Geld und nahm einen Schuldschein von ihm. 5.Mose 15,7.8)

18 Lange danach aber, nach dem Tod des Kšnigs Salmanassar, als sein Sohn Sanherib regierte, dem die Israeliten verha§t waren,

19 ging Tobias wieder bei allen Israeliten umher und tršstete sie und gab ihnen von seinem Vermšgen, soviel er konnte:

20 die Hungrigen speiste er, die Nackten kleidete er, die Toten und Erschlagenen begrub er. Jes 58,7; Hiob 31,17, Hiob 31,19)

21 Dann aber kam Kšnig Sanherib aus JudŠa zurŸck, als er hatte fliehen mŸssen, weil ihn Gott um seiner LŠsterung willen geschlagen hatte. DarŸber war er sehr zornig und lie§ viele Israeliten tšten. Da war es Tobias, der sie begrub. 2.Kšn 18,35; 19,35.36)

22 Als aber der Kšnig das erfuhr, befahl er, ihn zu tšten, und nahm ihm all sein Hab und Gut.

23 Tobias aber floh mit seinem Sohn und seiner Frau und konnte sich, všllig mittellos, verborgen halten, weil viele ihn liebten und ihm halfen.

24 Aber nach fŸnfundvierzig Tagen wurde der Kšnig von seinen eignen Sšhnen erschlagen, 2.Kšn 19,37)

25 und Tobias kam wieder heim, und sein ganzes Vermšgen wurde ihm wiedergegeben.


2

1 Als Tobias danach an einem Fest des Herrn in seinem Hause ein herrliches Mahl bereitet hatte, sagte er zu seinem Sohn: Geh und lade einige gottesfŸrchtige MŠnner aus unserm Stamme ein, mit uns zu essen! Sir 9,23)

2 Und als er wieder heimkam, sagte er seinem Vater, einer der Israeliten liege erschlagen auf der Gasse.

3 Da stand Tobias sogleich vom Tisch auf, lie§ das Essen stehen, ging zu dem Toten, hob ihn auf und trug ihn unbemerkt in sein Haus, um ihn nachts heimlich zu begraben.

4 Und nachdem er die Leiche versteckt hatte, a§ er sein Brot voll Trauer und Entsetzen Hes 24,17)

5 und dachte an das Wort, das der Herr durch den Propheten Amos geredet hatte: (5 und 6) Am 8,10)

6 Eure Feiertage sollen zu Trauertagen werden.

7 Und in der Nacht ging er hin und begrub den Toten.

8 Alle seine Freunde aber schalten ihn und sprachen: Erst neulich wollte dich der Kšnig aus demselben Grunde tšten lassen, und du bist seinem Mordbefehl kaum entkommen; und doch begrŠbst du schon wieder die Toten!

9 Tobias aber fŸrchtete Gott mehr als den Kšnig und holte weiterhin die Erschlagenen weg und verbarg sie in seinem Hause, bis er sie tief in der Nacht begraben konnte. Apg 5,29, Apg 8,2)

10 Es begab sich aber eines Tages, als er Tote begraben hatte und mŸde heimkam, da§ er sich im Schutz einer Mauer niederlegte und einschlief.

11 Da lie§ eine Schwalbe aus ihrem Nest ihren hei§en Dreck auf seine Augen fallen; davon wurde er blind.

12 Diese PrŸfung aber lie§ Gott Ÿber ihn kommen, damit die Nachwelt an ihm ein Beispiel der Geduld hŠtte wie an dem heiligen Hiob. Hiob 1,21; 2,10; Jak 5,11)

13 Denn wie er von Jugend auf Gott gefŸrchtet und seine Gebote gehalten hatte, so wurde er auch jetzt nicht bitter gegen Gott, weil er ihn hatte blind werden lassen, sondern blieb bestŠndig in der Furcht Gottes und dankte Gott sein ganzes Leben lang.

14 Und wie die Kšnige den heiligen Hiob verhšhnten, so verlachten den Tobias seine nŠchsten Verwandten und sagten: Hiob 12,4)

15 Wo bleibt nun, worauf du gehofft hast? wofŸr du deine Almosen gegeben und so viele Tote begraben hast?

16 Aber Tobias wies sie zurecht und sagte:

17 Redet nicht so! Denn wir sind Kinder der Heiligen und warten auf ein Leben, Jdt 6,14)

18 das Gott denen geben wird, die im Glauben treu und fest an ihm bleiben. 2.Makk 7,14.36)

19 Seine Frau Hanna aber ging alle Tage zum Weben und ernŠhrte ihn mit ihrer HŠnde Arbeit, so gut sie konnte.

20 So begab es sich, da§ sie ein Ziegenbšcklein heimbrachte, das sie bekommen hatte.

21 Und als ihr Mann Tobias es blšken hšrte, sprach er: Wenn das nur nicht gestohlen ist! Gebt's dem Besitzer zurŸck; denn es ist uns nicht erlaubt, von gestohlenem Gut zu essen oder es auch nur anzurŸhren.

22 †ber diese Worte wurde seine Frau zornig und antwortete: Da sieht man, da§ deine Hoffnung nutzlos war und da§ deine Almosen uns nichts einbringen. Hiob 2,9)

23 Mit solchen und andern Worten mehr warf sie ihm sein Elend vor.


3

1 Da seufzte Tobias tief auf, fing an zu weinen und zu beten und sprach:

2 Herr, du bist gerecht, und alle deine Gerichte sind lauter GŸte und Treue. Ps 119,137)

3 Und nun, mein Herr, sei mir gnŠdig und strafe meine SŸnden nicht, denke nicht daran, was ich oder meine VŠter Bšses getan haben. Ps 25,7; 79,8)

4 Denn weil wir deine Gebote nicht gehalten haben, hast du uns unsern Feinden preisgegeben, die uns berauben, gefangen halten und tšten, und hast uns zu Spott und Hohn all der Všlker gemacht, unter die du uns zerstreut hast. 5.Mose 28,15.37.48)

5 Ach, Herr, schrecklich sind deine Gerichte, weil wir deine Gebote nicht gehalten und nicht aufrichtig gelebt haben vor dir.

6 Und nun, Herr, erweise mir Gnade und nimm meinen Geist weg in Frieden; denn ich will viel lieber tot sein als leben. 1.Kšn 19,4)

7 (Saras Not und Gebet) Es begab sich nun an demselben Tage, da§ Sara, die Tochter Ragu‘ls, in einer Stadt der Meder von einer Magd ihres Vaters auch geschmŠht und gescholten wurde.

8 Man hatte sie nŠmlich sieben MŠnnern nacheinander gegeben, aber ein bšser Geist, Aschmodai genannt, hatte sie alle getštet, sobald sie zu ihr eingehen wollten.

9 Als nun Sara die Magd wegen eines Fehlers zurechtwies, gab die ihr zurŸck:

10 Wenn wir nur von dir nicht auch einen Sohn oder eine Tochter auf Erden sehen mŸssen, du MŠnnermšrderin!

11 Willst du mich auch tšten, wie du schon sieben MŠnner getštet hast?

12 Auf diese Worte hin ging Sara in eine Kammer oben im Haus, a§ nicht und trank nicht drei Tage und drei NŠchte lang, betete aber unablŠssig und flehte Gott unter TrŠnen an, sie von ihrer Schmach zu befreien. Jdt 9,1)

13 Als sie aber am dritten Tage ihr Gebet vollendete, lobte sie Gott und sprach:

14 Gelobt sei dein Name, Herr, du Gott unsrer VŠter; denn wenn du gezŸrnt hast, erweist du Gnade und GŸte, und in der Zeit der TrŸbsal vergibst du SŸnde denen, die dich anrufen. Jes 54,8; Hab 3,2)

15 Zu dir, mein Herr, kehre ich mein Angesicht, zu dir hebe ich meine Augen auf

16 und bitte dich, da§ du mich erlšst aus dieser schweren Schmach oder mich von der Erde wegnimmst.

17 Du wei§t, Herr, da§ ich niemals einen Mann begehrt und meine Seele rein erhalten habe von aller bšsen Lust Sir 23,5)

18 und mich nie zu zuchtloser und leichtfertiger Gesellschaft gehalten habe.

19 Ich war bereit, einen Mann zu nehmen, weil ich dich fŸrchtete, und nicht, weil ich nach Lust gierig war. 1.Thess 4,3-5)

20 Entweder bin ich ihrer oder sie sind meiner nicht wert gewesen, und du hast mich vielleicht einem andern Mann vorbehalten.

21 Denn dein Ratschlu§ ist von Menschen nicht zu ergrŸnden. Hiob 15,8; Weish 9,13)

22 Das wei§ ich aber fŸrwahr: jeder, der dir dient, wird nach der Anfechtung gekršnt und aus der TrŸbsal erlšst, und nach der ZŸchtigung findet er Gnade. Jak 1,12)

23 Denn du hast nicht Gefallen an unserm Verderben: nach dem Gewitter lŠ§t du die Sonne wieder scheinen, und nach Klagen und Weinen ŸberschŸttest du uns mit Freuden. Deinem Namen sei ewig Ehre und Lob, du Gott Israels. Ps 30,6)

24 (Die Erhšrung) In derselben Stunde wurden die Gebete dieser beiden von dem Herrn im Himmel erhšrt. (24 und 25) Apg 10,3.4)

25 Und der heilige Rafael, der Engel des Herrn, wurde gesandt, beiden zu helfen, weil ihr Gebet zu gleicher Zeit dem Herrn vorgebracht worden war. Kap 12,15)


4

1 (Das VermŠchtnis des Tobias) Als nun Tobias dachte, sein Gebet wŠre erhšrt und er wŸrde sterben, rief er seinen Sohn Tobias zu sich und sagte zu ihm:

2 Lieber Sohn, hšre meine Worte und behalte sie fest in deinem Herzen.

3 Wenn Gott meine Seele zu sich nehmen wird, so begrabe meinen Leib und, ehre deine Mutter, solange sie lebt; 1.Mose 50,5, 2.Mose 20,12; Spr 23,22; Sir 3,3.5.18)

4 denke daran, was fŸr Gefahren sie ausgestanden hat, als sie dich unter dem Herzen trug; Sir 7,29)

5 und wenn sie gestorben ist, so begrabe sie neben mir. Jdt 16,28)

6 Und dein Leben lang habe Gott vor Augen und im Herzen und hŸte dich davor, jemals in eine SŸnde einzuwilligen und gegen die Gebote unsres Gottes zu handeln. -

7 Mit deinem Hab und Gut hilf den Armen und wende dich auch nicht von einem einzigen ab, dann wird sich das Angesicht des Herrn auch von dir nicht abwenden. (7-12) 5.Mose 15,7-11; Sir 4,1-5; Mt 6,3.4)

8 Wo du kannst, da hilf den BedŸrftigen. Spr 3,27)

9 Hast du viel, so gib reichlich; hast du wenig, so gib doch das Wenige von Herzen. Sir 35,11.12)

10 Denn so wirst du dir einen guten Lohn fŸr den Tag der Not sammeln. Lk 16,9)

11 Denn Almosen erlšsen von allen SŸnden, auch vom Tode, und lassen die Seele nicht in die Finsternis geraten. Dan 4,24; Sir 3,33; 1.Petr 4,8)

12 Almosen schaffen gro§e Zuversicht vor dem hšchsten Gott. - Spr 19,17)

13 HŸte dich, mein Sohn, vor aller Hurerei, und au§er mit deiner eignen Frau la§ dich mit keiner andern ein. Spr 6,23.24)

14 Hoffart la§ weder in deinem Herzen noch in deinen Worten herrschen, denn mit ihr hat alles Verderben seinen Anfang genommen. Sir 10,14-16; Spr 29,23)

15 Wer fŸr dich arbeitet, dem gib sogleich seinen Lohn und enthalte dem Tagelšhner den Lohn nicht vor. 3.Mose 19,13, Sir 34,27)

16 Was du nicht willst, da§ man dir tu, das fŸg auch keinem andern zu. Mt 7,12)

17 Teile dein Brot mit den Hungrigen und bedecke die Nackten mit Kleidern von dir. Kap 1,20)

18 Gib von deinem Brot und Wein beim BegrŠbnis der Frommen; aber i§ und trink nicht davon mit den SŸndern. Mt 9,11)

19 Suche deinen Rat immer bei den Weisen. Sir 9,21)

20 Preise Gott allezeit und bete, da§ er dich leite und da§ alles, was du dir vornimmst, durch seine Hilfe gelingt.

21 Du sollst auch wissen, mein Sohn, da§ ich, als du noch ein Kind warst, dem Gaba‘l in der Stadt Rages in Medien zehn Talente Silber geliehen habe; seinen Schuldschein habe ich hier. Darum Ÿberlege dir, wie du zu ihm gelangen, das Geld von ihm bekommen und ihm seinen Schuldschein zurŸckgeben kannst! Kap 1,16.17)

22 Sorge dich nur nicht, mein Sohn! Wir fŸhren zwar jetzt ein armes Leben, aber wir werden viel Gutes empfangen, wenn wir Gott fŸrchten, die SŸnde meiden und Gutes tun. Sir 11,21-23; 1.Tim 6,6)


5

1 (Der Begleiter des jungen Tobias) Da antwortete der junge Tobias seinem Vater: Alles, was du mir gesagt hast, mein Vater, das will ich tun.

2 Wie ich aber versuchen soll, das Geld zu bekommen, wei§ ich nicht. Dieser Gaba‘l kennt mich nicht, und ich kenne ihn auch nicht. Was fŸr ein Zeichen soll ich ihm vorweisen, damit er mir Glauben schenkt? Aber auch den Weg dorthin kenne ich nicht.

3 Da antwortete ihm sein Vater: Seinen Schuldschein habe ich hier; wenn du ihm den vorlegst, wird er dir sogleich das Geld geben.

4 Geh aber hin und suche dir einen zuverlŠssigen Begleiter, der gegen Entgelt mit dir geht, damit du das Geld noch bei meinen Lebzeiten zurŸckbekommst.

5 Da ging der junge Tobias hinaus und fand einen stattlichen jungen Mann, der stand da gegŸrtet und wie bereit zu reisen.

6 Und er wu§te nicht, da§ es ein Engel Gottes war, grŸ§te ihn und fragte: Woher bist du, guter Freund? Hebr 13,2)

7 Er antwortete: Von den Israeliten.

8 Und Tobias fragte ihn: Kennst du den Weg nach Medien?

9 Er antwortete: Ich kenne ihn gut und bin ihn oft gegangen und habe Herberge genommen bei unserm Bruder Gaba‘l, der in der Stadt Rages in Medien wohnt, die auf dem Gebirge von Ekbatana liegt. Jdt 1,1)

10 Und Tobias sagte zu ihm: Warte doch einen Augenblick auf mich, damit ich das meinem Vater sagen kann.

11 Da ging Tobias hinein und sagte das alles seinem Vater; und der Vater wunderte sich und bat, der junge Mann solle zu ihm hereinkommen.

12 So kam er herein, gr٤te ihn und sagte: Gott gebe dir allezeit Freude! Jak 1,1; Phil 4,4)

13 Aber Tobias sagte: Was soll ich fŸr Freude haben, wenn ich im Finstern sitzen mu§ und das Licht des Himmels nicht sehen kann? (13 und 14) Jes 50,10)

14 Und der junge Mann sagte zu ihm: Hab Geduld, Gott wird dir bald helfen.

15 Und Tobias sagte zu ihm: Kannst du meinen Sohn zu Gaba‘l hinfŸhren, in die Stadt Rages in Medien? Wenn du wiederkommst, will ich dir deinen Lohn geben.

16 Und der Engel sagte zu ihm: Ich will ihn hinfŸhren und wieder zu dir zurŸckbringen.

17 Und Tobias sagte zu ihm: Ich bitte dich: sage mir, aus welchem Geschlecht oder aus welchem Stamme bist du?

18 Und der Engel Rafael sagte: Sei doch zufrieden! Reicht es dir nicht, da§ du einen Begleiter fŸr deinen Sohn gefunden hast? Wozu willst du auch noch wissen, woher ich bin? Ri 13,18)

19 Doch um dir die Sorge zu nehmen, will ich dir's sagen: Ich bin Asarja, der Sohn des gro§en Hananja.

20 Und Tobias sagte: Du bist aus einem guten Geschlecht;

21 ich bitte dich: ZŸrne mir nicht, da§ ich nach deiner Herkunft gefragt habe.

22 Der Engel aber sagte zu ihm: Ich will deinen Sohn wohlbehalten hin- und zurŸckbringen. Jdt 13,20)

23 Tobias antwortete: So zieht hin! Gott sei mit euch auf dem Wege, und sein Engel geleite euch! 1.Mose 24,7; Hebr 1,14)

24 (Der Abschied von den Eltern) Da rŸstete sich Tobias mit allem aus, was er mitnehmen wollte, nahm Abschied von Vater und Mutter und zog mit seinem Begleiter davon.

25 Und als sie fort waren, fing seine Mutter an zu weinen und klagte: Den Trost unsres Alters hast du uns genommen und weggeschickt. Rut 4,14.15)

26 Ich wollte, da§ das Geld nie gewesen wŠre, dessentwegen du ihn weggeschickt hast.

27 Wir hŠtten wohl zufrieden sein kšnnen in unsrer Armut und es fŸr gro§en Reichtum halten sollen, da§ wir unsern Sohn bei uns hatten.

28 Aber Tobias sagte: Weine nicht! Unser Sohn wird frisch und gesund hin- und zurŸckkommen, und deine Augen werden ihn sehen.

29 Denn ich glaube, da§ ein guter Engel Gottes ihn geleitet und alles zum besten lenkt, was ihm begegnet, so da§ er in Freuden wieder heimkehren wird. Da schwieg seine Mutter still und gab sich zufrieden.


6

1 (Der gro§e Fisch und der Rat des Engels) Tobias zog dahin, und sein HŸndlein lief mit ihm. Und nach der ersten Tagereise blieb er Ÿber Nacht am Ufer des Tigris. Kap 11,9)

2 Er ging zum Flu§, um seine FŸ§e zu waschen; und siehe, ein gro§er Fisch scho§ hervor und wollte ihn verschlingen.

3 Tobias erschrak und schrie mit lauter Stimme: O Herr, er will mich fressen!

4 Und der Engel sagte zu ihm: Pack ihn bei den Kiemen und zieh ihn heraus!

5 Und er zog ihn aufs Land; da zappelte er vor seinen F٤en.

6 Da sagte der Engel zu ihm: Nimm den Fisch aus und behalte das Herz, die Galle und die Leber; denn sie sind sehr gut als Arznei.

7 Tobias tat das, und einige StŸcke vom Fisch briet er fŸr unterwegs, das Ÿbrige salzten sie ein, damit sie genug fŸr die Reise hatten, bis sie in die Stadt Rages in Medien kamen.

8 Da fragte Tobias den Engel: Ich bitte dich, mein Bruder Asarja, sage mir, welche Heilkraft in den StŸcken des Fisches liegt, die ich von dem Fisch behalten sollte.

9 Da antwortete der Engel: Wenn du ein StŸcklein vom Herzen oder von der Leber auf glŸhende Kohlen legst, so vertreibt der Rauch alle bšsen Geister, so da§ sie weder Mann noch Frau mehr schaden kšnnen.

10 Und die Galle des Fisches ist eine gute Salbe fŸr die Augen, um sie vom Star zu heilen.

11 Und Tobias fragte: Wo wollen wir einkehren? Und der Engel antwortete:

12 Hier wohnt ein Mann, der hei§t Ragu‘l; er ist ein Verwandter aus deinem Stamm und hat nur eine einzige Tochter; die hei§t Sara; und sonst hat er kein Kind. Kap 3,7)

13 Dir wird all ihr Hab und Gut zufallen, denn du bist verpflichtet, die Tochter zur Frau zu nehmen. Kap 7,14; 4.Mose 27,8; 36,8.9)

14 Darum wirb um sie bei ihrem Vater, so wird er sie dir zur Frau geben.

15 Da antwortete Tobias: Ich habe gehšrt, da§ sie bereits sieben MŠnnern angetraut war; die sind alle tot, und man sagt, ein bšser Geist habe sie getštet. Kap 3,8)

16 Darum fŸrchte ich, da§ mir's auch so gehen kšnnte; dann wŸrden meine betagten Eltern vor Leid sterben, weil ich ihr einziger Sohn bin.

17 Da sprach der Engel Rafael: Hšr auf mich! Ich will dir sagen, was das fŸr Leute sind, Ÿber die der bšse Geist Gewalt gewinnen kann:

18 nŠmlich solche, die ihre Ehe eingehen als Menschen, die von Gott nichts wissen wollen und sich allein von ihrer Lust leiten lassen, als wŠren sie ohne Verstand wie Rosse und Maultiere. †ber solche Leute hat der bšse Geist Gewalt. Kap 3,17-19, Ps 32,9)

19 Wenn du aber mit Sara ins Brautgemach kommst, dann sollst du sie drei Tage lang nicht berŸhren, sondern mit ihr zusammen nur dem Gebet leben. 1.Kor 7,5)

20 In der ersten Nacht sollst du die Leber des Fisches auf glŸhende Kohlen legen, dann wird der bšse Geist vertrieben werden.

21 Durch die zweite Nacht aber werden dir die Verhei§ungen der heiligen Patriarchen zuteil. (21-23) 1.Mose 12,2.3)

22 Durch die dritte Nacht wirst du den Segen erlangen, da§ euch gesunde Kinder geboren werden.

23 Wenn aber die dritte Nacht vorŸber ist, sollst du dich mit der Jungfrau verbinden in der Furcht des Herrn, mehr aus Liebe zu den Kindern als aus Lust, damit du mit deinen Kindern den Segen erlangst, der den Nachkommen Abrahams zugesagt ist.


7

1 (Die VermŠhlung des Tobias mit Sara) Sie kehrten bei Ragu‘l ein, und der empfing sie mit Freuden.

2 Und er sah Tobias an und sagte zu Hanna, seiner Frau: Wie gleicht der junge Mann doch meinem Vetter!

3 Und als er das gesagt hatte, fragte er: Woher stammt ihr, liebe BrŸder?

4 Sie sagten: Aus dem Stamm Naftali sind wir, WeggefŸhrte, aus Ninive. Kap 1,1, Kap 1,11)

5 Ragu‘l sagte zu ihnen: Kennt ihr Tobias, meinen Bruder? Sie antworteten: Ja, wir kennen ihn gut.

6 Als nun Ragu‘l viel Gutes von Tobias redete, sagte der Engel zu ihm: Der Tobias, nach dem du fragst, ist sein Vater.

7 Und Ragu‘l eilte auf ihn zu, fiel ihm um den Hals, kŸ§te ihn unter TrŠnen und sagte: O mein lieber Sohn, gesegnet seist du, denn du bist der Sohn eines tŸchtigen und frommen Mannes! 1.Mose 24,31, Ps 112,2)

8 Und Hanna, seine Frau, und Sara, ihre Tochter, fingen auch an zu weinen.

9 Danach lie§ Ragu‘l einen Widder schlachten und das Mahl bereiten.

10 Als er sie bat, sich zu Tisch zu setzen, sagte Tobias: Ich will heute weder essen noch trinken, ehe du mir nicht meine Bitte gewŠhrst und zusagst, mir Sara, deine Tochter, zu geben. 1.Mose 24,33)

11 Als das Ragu‘l hšrte, erschrak er; denn er dachte daran, was den sieben andern MŠnnern widerfahren war, und er fŸrchtete, es kšnnte diesem auch so ergehen.

12 Und als er zšgerte und ihm keine Antwort geben wollte, sagte der Engel zu ihm: Scheue dich nicht, diesem frommen Mann deine Tochter zu geben; denn ihm ist sie zur Frau bestimmt; darum hat sie auch kein anderer bekommen kšnnen. Kap 3,20)

13 Da sagte Ragu‘l: Ich zweifle nicht, da§ Gott meine hei§en TrŠnen und Gebete erhšrt hat,

14 und glaube, da§ er euch hat zu mir kommen lassen, weil meine Tochter a nach dem Gesetz des Mose einen Mann aus ihrem Stamm heiraten sollte; nun sei gewi§: ich will sie dir geben. Kap 6,13)

15 Und er nahm die rechte Hand seiner Tochter und legte sie Tobias in die rechte Hand und sprach: Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs sei mit euch! Er gebe euch zusammen und schenke euch seinen reichen Segen! 2.Mose 3,6)

16 Und sie nahmen eine Schriftrolle und schrieben den Ehevertrag;

17 und sie lobten Gott und hielten das Mahl.

18 Und Ragu‘l rief seine Frau Hanna zu sich und lie§ sie eine zweite Kammer herrichten.

19 Und sie fŸhrte ihre Tochter Sara hinein; und sie weinte.

20 Und sie sagte zu ihr: Sei getrost, meine Tochter! Der Herr des Himmels gebe dir nun Freude, nachdem du so viel Leid erlitten hast. Kap 3,22.23)


8

1 (Hochzeitsnacht und Freudenmahl) Nach dem Abendessen aber fŸhrten sie den jungen Tobias zu ihr in die Kammer.

2 Und Tobias dachte an den Rat des Engels und nahm aus seiner Tasche ein StŸck von der Leber des Fisches und legte es auf die glŸhenden Kohlen. Kap 6,9.20)

3 Da nahm der Engel Rafael den bšsen Geist gefangen und band ihn fest in der WŸste von OberŠgypten. Kap 3,8.25, Offb 20,1.2)

4 Danach forderte Tobias die Jungfrau auf: Sara, steh auf, wir wollen heute, morgen und Ÿbermorgen zu Gott beten und in diesen drei NŠchten nur Gott gehšren; nach der dritten Nacht aber wollen wir als Eheleute einander gehšren. Kap 6,19-23)

5 Denn wir sind Kinder der Heiligen und kšnnen unsere Ehe nicht beginnen wie die Heiden, die Gott nicht kennen. Kap 2,17, Kap 6,18)

6 Und sie standen auf und beteten beide instŠndig, da§ Gott sie behŸten wolle.

7 Und Tobias sprach: Herr, du Gott unsrer VŠter, dich sollen loben Himmel, Erde, Meer, alle Quellen und FlŸsse und alle deine Geschšpfe, die darin leben. Ps 148)

8 Du hast Adam aus Erde vom Acker gemacht und hast ihm Eva zur Gehilfin gegeben. 1.Mose 2,7.18)

9 Und nun, Herr, du wei§t, da§ ich nicht aus bšser Lust meine Schwester zur Frau nehme, sondern nur, weil ich gerne Kinder haben mšchte, durch die dein heiliger Name auf ewig gepriesen werde. Kap 3,17)

10 Und Sara sprach: Erbarme dich unser, Herr, erbarme dich und la§ uns beide gesund bleiben und alt werden.

11 Und als der Hahn krŠhte, rief Ragu‘l seine Diener und ging mit ihnen, ein Grab auszuheben.

12 Denn er dachte: Es kšnnte dem Tobias vielleicht auch ergangen sein wie den sieben andern, die mit ihr vermŠhlt waren.

13 Und als sie das Grab ausgehoben hatten, kam Ragu‘l zu seiner Frau zurŸck und sagte:

14 Schick eine Magd hin und la§ nachsehen, ob auch er tot ist, damit ich ihn begraben kann, bevor es Tag wird.

15 Da schickte sie eine Magd; die trat leise in die Kammer und fand sie beide gesund und frisch im Schlaf.

16 Und sie kam zurŸck und brachte ihnen die gute Nachricht.

17 Und Ragu‘l und seine Frau Hanna dankten Gott und sprachen: Wir danken dir, Herr, du Gott Israels, da§ nicht geschehen ist, was wir befŸrchtet haben. Denn du hast uns deine Barmherzigkeit erwiesen und den Feind, der uns verfolgte, vertrieben. Jdt 13,17)

18 Du hast dich erbarmt Ÿber diese beiden einzigen Kinder. Und nun, Herr, gib ihnen, da§ sie dir noch lange danken und dich loben kšnnen mit dem Leben, das du ihnen erhŠltst, damit alle Všlker an ihnen erkennen, da§ du allein Gott bist in aller Welt. Lk 8,39; Eph 1,12, Jes 37,20)

19 Und sogleich befahl Ragu‘l seinen Dienern, das Grab wieder zuzuschŸtten, ehe es Tag wŸrde.

20 Seiner Frau aber trug er auf, ein Mahl herzurichten und alles vorzubereiten, was man auf der Reise braucht.

21 Er lie§ auch zwei fette Rinder und vier Schafe schlachten und ein Festmahl zubereiten fŸr alle seine Nachbarn und Freunde.

22 Und Ragu‘l bat Tobias dringend, zwei Wochen bei ihm zu bleiben. 1.Mose 29,27)

23 Und von all seinen GŸtern gab er dem Tobias die HŠlfte und legte schriftlich fest, da§ nach seinem Tode und dem Tode seiner Frau auch die andre HŠlfte dem Tobias zufallen sollte.


9

1 (Gaba‘l auf der Hochzeit) Da rief Tobias den Engel zu sich - denn er hielt ihn fŸr einen Menschen - und sagte zu ihm: Asarja, mein Bruder, ich bitte dich, hšre mich an!

2 Selbst wenn ich dein Sklave wŸrde, kšnnte ich dir doch deine FŸrsorge nicht entgelten.

3 Dennoch bitte ich dich: Nimm dir Knechte und Kamele und zieh zu Gaba‘l nach Rages in Medien; gib ihm diesen Schuldschein zurŸck und nimm das Geld entgegen und bitte ihn, zu meiner Hochzeit zu kommen. Kap 4,21)

4 Denn du wei§t, mein Vater zŠhlt die Tage; und wenn ich einen Tag zu lange fortbliebe, so wŠre er betrŸbt.

5 Du siehst auch, wie sehr mich Ragu‘l gebeten hat, so da§ ich's ihm nicht abschlagen kann.

6 Da nahm Rafael vier Knechte Ragu‘ls und zwei Kamele und zog nach der Stadt Rages in Medien und fand Gaba‘l und gab ihm den Schuldschein zurŸck und empfing von ihm das ganze Geld.

7 Und er berichtete ihm alles, was der jŸngere Tobias erlebt hatte, und brachte ihn mit auf die Hochzeit.

8 Und als Gaba‘l in das Haus Ragu‘ls kam, fand er Tobias bei Tisch; der sprang auf, und sie kŸ§ten sich. Und Gaba‘l weinte und lobte Gott und sprach:

9 Es segne dich der Gott Israels! Denn du bist der Sohn eines frommen, gerechten und gottesfŸrchtigen Mannes, der den Armen viel Gutes getan hat. Kap 7,7; Spr 17,6)

10 Gesegnet seien auch deine Frau und eure Eltern!

11 Und Gott gebe, da§ ihr eure Kinder und eure Kindeskinder seht bis ins dritte und vierte Glied; und eure Nachkommen seien gesegnet vom Gott Israels, der in Ewigkeit herrscht und regiert! Hiob 42,16)

12 Und als alle Amen gesagt hatten, setzten sie sich zu Tische; und auch das Hochzeitsmahl feierten sie in der Furcht des Herrn.


10

1 (Die Sorge der Eltern um ihren Sohn) Als aber der junge Tobias wegen seiner Hochzeit lange ausblieb, fing sein Vater Tobias an, sich zu sorgen, und sagte: Warum bleibt mein Sohn so lange aus, und was hŠlt ihn auf?

2 Vielleicht ist Gaba‘l gestorben, und niemand will ihm das Geld zurŸckgeben?

3 Und Tobias und seine Frau Hanna wurden sehr traurig und fingen beide an zu weinen, weil ihr Sohn zur bestimmten Zeit nicht heimgekommen war.

4 Und seine Mutter weinte und wollte sich nicht tršsten lassen und klagte:

5 Ach, mein Sohn, ach, mein Sohn! Warum haben wir dich auf die Reise geschickt, du Licht unsrer Augen, unsere StŸtze im Alter, du Trost unsres Lebens, von dem wir uns Nachkommen erhofften! Kap 5,25)

6 Du warst unser ein und alles; wir hŠtten dich nicht fortschicken dŸrfen.

7 Und Tobias sagte zu ihr: Sei still und sorge dich nicht! Unserm Sohn geht's, so Gott will, gut; er hat einen zuverlŠssigen Begleiter.

8 Sie aber wollte sich nicht tršsten lassen, sondern lief alle Tage hinaus und blickte dahin und dorthin und suchte auf allen Stra§en, auf denen er kommen konnte, um ihn mšglichst schon von ferne zu sehen.

9 (Abschied von Ragu‘l) Ragu‘l aber sagte zu seinem Schwiegersohn: Bleib bei uns; ich will einen Boten zu deinem Vater Tobias schicken und ihn wissen lassen, da§ dir's gut geht.

10 Und Tobias antwortete: Ich wei§, da§ mein Vater und meine Mutter jetzt die Tage zŠhlen und in gro§er Sorge um mich sind.

11 Als Ragu‘l Tobias mit vielen Worten bat, ohne da§ dieser einwilligte, gab er ihm Sara mit und dazu die HŠlfte von all seinem Hab und Gut: Knechte und MŠgde, Vieh, Kamele und viel Geld; dann lie§ er ihn gesund und fršhlich ziehen und sprach:

12 Der heilige Engel des Herrn sei mit euch auf dem Wege und bringe euch gesund ans Ziel! Gott gebe, da§ ihr eure Eltern wohlauf findet und da§ meine Augen eure Kinder sehen dŸrfen, ehe ich sterbe. Kap 5,22.29)

13 Und die Eltern umarmten ihre Tochter und kŸ§ten sie; dann lie§en sie sie ziehen und ermahnten sie, die Eltern ihres Mannes zu ehren, ihren Mann zu lieben, Kinder und Gesinde recht zu leiten, dem Hause wohl vorzustehen und sich selbst untadelig zu halten. Tit 2,4.5, Spr 31,10-31)


11

1 (Heimkehr und Heilung) Als sie auf dem Heimweg am elften Tage nach Haran kamen, das auf halbem Wege nach Ninive liegt,

2 sagte der Engel: Tobias, mein Bruder, du wei§t, wie es deinem Vater ging, als du von ihm weggingst; Kap 5,13)

3 wenn es dir recht ist, so wollen wir beide vorausziehen und deine Frau mit dem Gesinde und dem Vieh langsam nachkommen lassen.

4 Und als Tobias das recht war, sagte Rafael zu ihm: Nimm etwas von der Galle des Fisches mit; denn du wirst es brauchen.

5 Da nahm Tobias etwas von der Galle des Fisches, und sie zogen voraus. Kap 6,10)

6 Hanna aber sa§ tŠglich am Wege auf einem Berge, von wo sie weit ins Land blicken konnte. Und als sie dort nach der Heimkehr ihres Sohnes ausschaute, sah sie ihn von ferne und erkannte ihn sogleich und lief zu ihrem Mann und sagte: Siehe, dein Sohn kommt!

7 Und Rafael sagte zu Tobias: Sobald du ins Haus kommst, bete zu Gott, deinem Herrn, und danke ihm! Darauf geh zu deinem Vater und kŸsse ihn (7 und 8) Ps 50,14.15)

8 und salbe ihm sogleich die Augen mit der Galle des Fisches, die du bei dir hast; dann werden seine Augen bald gešffnet werden, und dein Vater wird das Licht des Himmels wieder schauen und Ÿber deinen Anblick sich freuen.

9 Und der Hund, den sie mitgenommen hatten, lief voraus, und kam als Bote, wedelte mit dem Schwanz, sprang hoch und zeigte seine Freude. Kap 6,1)

10 Da stand sein blinder Vater auf und stie§ sich vor lauter Eile; darum rief er einen Knecht, der ihn bei der Hand fŸhrte, und lief seinem Sohn entgegen.

11 Er schlo§ ihn in die Arme und kŸ§te ihn, ebenso auch seine Mutter, und beide weinten vor Freude.

12 Und als sie zum Herrn gebetet und ihm gedankt hatten, setzten sie sich zusammen nieder.

13 Da nahm Tobias von der Galle des Fisches und salbte seinem Vater die Augen. Und es dauerte fast eine halbe Stunde,

14 da lšste sich der Star von seinen Augen wie das HŠutlein von einem Ei.

15 Und Tobias fa§te es und zog es ihm von den Augen; sogleich wurde er wieder sehend.

16 Und sie priesen Gott, er und seine Frau und alle, die ihn kannten.

17 Und Tobias sprach: Ich danke dir, Herr, du Gott Israels; denn du hast mich gezŸchtigt und nun wieder geheilt, und jetzt kann ich meinen lieben Sohn Tobias wieder sehen. Kap 3,22)

18 Und nach sieben Tagen kam auch Sara, die Frau seines Sohnes, wohlbehalten an mit ihrem ganzen Gesinde, dem Vieh und den Kamelen und brachte viel Geld mit und auch das Geld, das er von Gaba‘l empfangen hatte. Und Tobias erzŠhlte seinen Eltern, wieviel Gutes Gott an ihm getan hatte durch seinen Begleiter.

19 Und Achior und Nabat, die Vettern des Tobias, kamen zu ihm, beglŸckwŸnschten ihn und freuten sich mit ihm Ÿber all das Gute, das ihm Gott erwiesen hatte.

20 Und sieben Tage lang feierten sie miteinander und waren alle sehr fršhlich. Kap 8,22)


12

1 (Rafaels Geheimnis) Danach rief Tobias seinen Sohn zu sich und sagte: Was sollen wir doch dem heiligen Manne geben, der mit dir gezogen ist? Kap 5,15)

2 Und Tobias antwortete ihm: Vater, welchen Lohn kšnnen wir ihm geben oder womit all das Gute aufwiegen, das er mir erwiesen hat?

3 Er hat mich gesund hin- und zurŸckgebracht; er hat das Geld von Gaba‘l geholt und mir zu dieser Frau verholfen; dazu hat er den bšsen Geist vertrieben und ihre Eltern wieder froh gemacht.

4 Mich hat er gerettet, als mich der gro§e Fisch fressen wollte, und dir hat er geholfen, da§ du das Licht des Himmels wieder sehen kannst; so hat er uns unerme§lich viel Gutes getan.

5 Wie kšnnten wir ihm das alles vergelten? Doch ich bitte dich, mein Vater: Biete ihm die HŠlfte aller Habe an, die wir mitgebracht haben. Vielleicht nimmt er sie an.

6 Und beide, Vater und Sohn, riefen ihn, nahmen ihn beiseite und baten ihn, die HŠlfte aller GŸter anzunehmen, die sie mitgebracht hatten.

7 Er aber sagte zu ihnen im Vertrauen: Lobt und preist den Gott des Himmels vor jedermann, da§ er euch solche Gnade erwiesen hat! Mk 5,19)

8 Geheimnisse eines Kšnigs soll man verschweigen; aber Gottes Werke offenbar zu machen und zu preisen, bringt Ehre.

9 Beten, Fasten und Almosengeben ist besser als goldene SchŠtze zu sammeln; denn Almosen erlšsen vom Tode, tilgen die SŸnden und fŸhren zum ewigen Leben. Kap 4,11)

10 Wer aber SŸnde und Unrecht tut, bringt sich selber um sein Leben. Spr 14,34)

11 So will ich euch nun die Wahrheit offenbaren und das verborgene Geschehen euch nicht verheimlichen.

12 Als du unter TrŠnen betetest und die Toten begrubst, als du dein Essen stehen lie§est, die Leichen den Tag Ÿber heimlich in deinem Hause verstecktest und sie bei Nacht begrubst, da brachte ich dein Gebet vor den Herrn. Kap 2,3, Kap 3,24; Offb 8,3.4; Mt 18,10)

13 Und weil du Gott lieb warst, hast du dich in der Anfechtung bewŠhren mŸssen. Spr 3,11.12; Jdt 8,19; Jak 1,12)

14 Und dann hat mich der Herr geschickt, um dich zu heilen und um deine Schwiegertochter Sara von dem bšsen Geist zu befreien.

15 Denn ich bin Rafael, einer von den sieben Engeln, die vor dem Herrn stehen. (15 und 16) Jos 5,13.14, Offb 8,2)

16 Als sie das hšrten, erschraken sie und fielen zitternd zur Erde auf ihr Angesicht.

17 Der Engel aber sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! FŸrchtet euch nicht!

18 Denn nach Gottes Willen ist es geschehen, da§ ich bei euch gewesen bin; darum lobt und preist ihn!

19 Es schien zwar so, als hŠtte ich mit euch gegessen und getrunken; aber ich genie§e eine unsichtbare Speise und einen Trank, den kein Mensch sehen kann. Ri 13,16)

20 Und nun ist's Zeit, da§ ich wieder zu dem hingehe, der mich gesandt hat; dankt ihr aber Gott und verkŸndigt alle seine Wunder!

21 Und als er das gesagt hatte, verschwand er vor ihren Augen, und sie konnten ihn nicht mehr sehen.

22 Und sie fielen nieder auf ihr Angesicht und dankten Gott drei Stunden lang; danach standen sie auf und verkŸndigten alle seine gro§en Wunder.


13

1 (Der Lobgesang des Tobias) Der alte Tobias aber tat seinen Mund auf, lobte Gott und sprach:

2 Gro§ bist du, Herr, in Ewigkeit, und dein Reich wŠhrt immerdar; denn du zŸchtigst und heilst wieder; du fŸhrst hinab zu den Toten und wieder herauf, und deiner Hand kann niemand entfliehen. Kap 11,17; 5.Mose 32,39, Weish 16,13,7 Weish 16,15)

3 Ihr Israeliten, lobt den Herrn, und vor den Heiden preist ihn! Denn darum hat er euch zerstreut unter die Všlker, die ihn nicht kennen, damit ihr seine Wunder verkŸndigt und die Heiden erkennen la§t, da§ kein allmŠchtiger Gott ist als er allein. Kap 8,18)

4 Er hat uns gezŸchtigt um unsrer SŸnden willen, und um seines Erbarmens willen wird er uns wieder helfen. Kap 3,4.22)

5 Darum bedenkt, was er an uns getan hat; mit Furcht und Zittern preist und rŸhmt ihn, der ewig herrscht, mit euren Werken! 1.Petr 2,12)

6 Und auch ich will ihn preisen in diesem Lande, in dem ich gefangen bin; denn er hat seine Macht erwiesen an einem sŸndigen Volk.

7 Darum bekehrt euch, ihr SŸnder, und tut, was recht ist vor Gott, und glaubt, da§ er euch sein Erbarmen erweist!

8 Ich aber will mich von Herzen freuen in Gott.

9 Lobt den Herrn, all ihr seine AuserwŠhlten, haltet Freudentage und preist ihn! 5.Mose 4,37; Ps 106,5)

10 Jerusalem, du Gottesstadt, Gott hat dich gezŸchtigt um deiner Werke willen; aber er wird sich Ÿber dich wieder erbarmen. Ps 46,5)

11 Danke dem Herrn fŸr dein GlŸck und preise den ewigen Gott; so wird er seine HŸtte in dir wieder bauen und alle deine Gefangenen zurŸckrufen, da§ du dich ewig freuen kannst. (11-14) Jes 60,3-9, Ps 122,6.7)

12 Du wirst in hellem Glanze leuchten, und an allen Enden der Erde wird man dich ehren. Ps 126,2.3)

13 Aus fernen LŠndern werden die Všlker zu dir kommen; sie werden Geschenke bringen Jes 2,3)

14 und in deiner Mitte den Herrn anbeten, und dein Land werden sie heilig halten; den gro§en Namen des Herrn werden sie in dir anrufen. Sach 8,20-22)

15 Verflucht werden alle sein, die dich verachten; verdammt werden alle sein, die dich lŠstern; gesegnet werden alle sein, die dich bauen. 4.Mose 24,9)

16 Du aber wirst dich freuen Ÿber deine Kinder; denn sie werden alle gesegnet und versammelt werden zum Herrn. Bar 4,37; 5,5)

17 Wohl allen, die dich lieben und sich Ÿber dein Heil freuen!

18 Lobe den Herrn, meine Seele! Denn er wird seine Stadt Jerusalem erlšsen.

19 Wohl mir, wenn auch nur meine letzten Nachkommen die Herrlichkeit Jerusalems sehen werden!

20 Die Tore Jerusalems werden aus Saphir und Smaragd gebaut werden und aus Edelsteinen ringsum all seine Mauern. (20 und 21) Jes 54,11.12)

21 Mit wei§em und reinem Marmor werden alle seine Gassen gepflastert werden, und auf allen seinen Stra§en wird man Halleluja singen.

22 Gelobt sei der Herr, der seine Stadt wieder gebaut hat, und er herrsche Ÿber sie in Ewigkeit! Amen.

HIER ENDET DER LOBGESANG DES TOBIAS.


14

1 (Letzte Mahnungen des alten Tobias) Und nachdem Tobias wieder sehend geworden war, lebte er noch zweiundvierzig Jahre und sah noch die Kinder seiner Enkel.

2 Und als er hundertundzwei Jahre alt war, wurde er mit Ehren begraben in Ninive. Kap 1,11)

3 Denn mit sechsundfŸnfzig Jahren war er blind und im sechzigsten Jahre wieder sehend geworden.

4 Die restliche Zeit aber lebte er im GlŸck, und seine Gottesfurcht nahm noch zu, bis er in Frieden starb.

5 Vor seinem Tode aber rief er Tobias, seinen Sohn, zu sich und dessen sieben Sšhne und sagte zu ihnen: 1.Mose 49,1)

6 Ninive wird nun bald zugrunde gehen; denn das Wort des Herrn wird nicht unerfŸllt bleiben; aber in Medien wird dann noch eine Zeitlang Friede sein. Unsere BrŸder aber, die aus dem Land Israel vertrieben sind, werden dorthin zurŸckkehren. Nah 3; Zef 2,13, Jer 30,10)

7 Und unser ganzes Land, das jetzt veršdet liegt, wird wieder bewohnt werden. Und Gottes Haus, das jetzt niedergebrannt ist, wird wieder aufgebaut werden, und alle, die Gott fŸrchten, werden wieder dorthin kommen.

8 Und auch die Heiden werden ihre Gštzen verlassen und nach Jerusalem kommen und dort wohnen, (8 und 9) Jes 2,2.3; Offb 15,4)

9 und an Jerusalem werden sich alle freuen, die den Kšnig Israels anbeten.

10 So hšrt nun, meine Sšhne, euren Vater! Dient dem Herrn in der Wahrheit und tut, was ihm gefŠllt. Ps 26,3; Joh 4,24)

11 Lehrt eure Kinder Gerechtigkeit Ÿben und Almosen geben, Gott vor Augen haben und ihn allezeit preisen in Wahrheit und mit aller Kraft! Kap 4,6.7)

12 Und, liebe Kinder, hšrt auf mich und bleibt nicht hier in Ninive; sondern sobald ihr eure Mutter neben mir begraben habt im selben Grabe, macht euch noch am gleichen Tage auf und zieht fort von hier! (12 und 13) 1.Mose 19,15.17; Jona 1,2, Kap 4,5)

13 Denn ich sehe, da§ Ninive an seiner Bosheit zugrunde gehen wird.

14 (Die letzten Jahre des jungen Tobias) Sogleich nach dem Tod seiner Mutter zog Tobias mit seiner Frau und seinen Sšhnen von Ninive fort und kehrte nach Medien zurŸck zu seinen Schwiegereltern. Kap 10,12; 3,7)

15 Er fand sie in ihrem hohen Alter frisch und gesund und umsorgte sie. Und als sie starben, drŸckte er ihnen die Augen zu und erbte alle GŸter Ragu‘ls. Und er sah Kinder und Kindeskinder bis ins fŸnfte Glied. Kap 8,23, Kap 9,11)

16 Und als er neunundneunzig Jahre im GlŸck und Gottesfurcht gelebt hatte, begrub ihn seine ganze Verwandtschaft.

17 Und alle seine Nachkommen fŸhrten ein frommes Leben und einen heiligen Wandel. So fanden sie Gnade bei Gott und den Menschen und allen, die im Lande wohnten. 2.Mose 20,6; Apg 2,47)



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